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Full text of "Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts"

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Biographisch  -  Bibliographisches 

Quellen-Lexikon 

der 

Musiker  und  Musikgelehrten 

der 

chrlstliclieii  Zeitrechnung 

bis  zur 

Mitte  des  neunzehnten  Jahrhunderts 


von 


Rob.  Eitner. 

7.  Band. 

Milleville,  Francesco  —  Pluvier. 


Leipzig, 

Breitkopf  &  Haertel. 
1902. 


MAY  6     1938 


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MilleTÜle,  Francesco,  Ferra- 
rese,  sein  Geburtsort.  Der  Sohn 
des  Alessandro;  da  letzterer  erst 
um  1573  oder  1575  in  Ferrara 
lebte,  so  kann  Francesco  auch  erst 
in  diesen  Jahren  geboren  sein  und 
nicht  1565  wie  Fetis  schreibt;  sein 
Todesjahr  ist  unbekannt.  Fetis 
lässt  ihn  zuerst  im  Dienste  des 
Königs  von  Polen,  dann  in  Kaiser 
Rudolph's  IL  stehen;  1614  ging 
er  nach  Rom,  wurde  Kapellmeister 
an  der  Kathedrale  zu  Yolterra, 
später  in  Chioggia.  Die  Avenigen 
Druckwerke  von  ihm  geben  da- 
gegen ganz  andere  Stellungen  an 
und  zwar  war  er  1622  Kapell- 
meister u.  Organist  an  S.  Giorgio 
zu  Ferrara  und  1627  Organist  an 
S.  Benedetto  in  Siena.  Wie  er 
sich  1617  auf  den  Concerti  nennt, 
ist  mir  unbekannt.  Von  seinen 
Werken  ist  nachweisbar: 

1617.  Concerti  a  1,  2,  3  e  4  voci, 
con  il  Bc.  Lib.  1,  op.  2.  ristamp.  Yen. 
1617  G.  Yincenti.  Stb.  V  4^.  23  Nrn., 
die  letzte  eine  Fantasia  alla  francese  für 
Instramente.     [Proske. 

1622.  Sacre  gern  nie  legale  nell'oro 
della  musioa  a  voce  sola.  Dal  MilleviUe 
Ferrarese  Maestro  di  cap.,  et  Org.  in  S. 
Giorgio  di  Ferrara,  xsuouani.  comp.  .  . 
op.  10  .  .  .  Yen.  1622  Ales.  Yincenti. 
2  Stb.  (C.  oder  T.  und  Bc.)  fol.  25  Gesge. 
[B.  Br. 

1627.  n  5.  lib.  dein  Motetti  a  2,  3, 
4  &  5  voci  del  ...  Ferrarese,  Organista 
del  Rev.  P.  Abbate  Testa  in  Santo  Bene- 

Rob.  Eitner's  QueUen-Lexüon.    Bd.  7. 


detto  di  Siena  . . .  Op.  17.  Yen.  1627 
Yincenti.  Stb.?  40.  20  Mot.  [B.  B:Bc. 
In  Oslavan's  Flores  verni  1628  einige 
Gesänge,  gez.  mit  del  Milleville.  Die 
Motetten  in  Calvi's  Samlwk.  1624  Nr.  22 
u.  38  (Eitner  1)  sind  wahrscheinlich  auch 
von  ihm,  doch  könueu  dieselben  auch  Bar- 
naba  M.  angehören.  (Siehe  Barnaba  M., 
der  vielfach  mit  Franc,  verwechselt  wird.) 

MilleTÜle,  Lucas  des,  1664 
bis  1675  Hot'organist  an  der  Hof- 
kapelle im  Haag  (Bouwst.  2,  164). 

3IilleYille,  Perissone  de,  um 

1519  päpstl.  Sänger  in  Rom  (Yier- 
telj.  3,  257). 

Jlillico,  Grioseifo,  ein  Kastrat 
und  berühmter  Sänger,  geb.  um 
1730  oder  39  zu  Terhzzi  (Neapel), 
Tod  unbekannt.  Um  1774  sang 
er  in  Wien  und  Gluck,  wie  Schulz 
sprachen  sich  mit  gröfstem  Lobe 
aus.  Yon  hier  ging  er  nach  Lon- 
don, dann  nach  Berlin  und  kehrte 
gegen  1780  nach  Italien  zurück, 
wo  er  in  Neapel  bei  Hofe  als 
Sänger  angestellt  wurde  (Gerber 
1.  2.  Fetis).  Auch  als  Komponist 
war  er  thätig^,  bekannt  sind  an 
Opern : 

Ipermnestra,  Dramma  in  3  atti.  Ms.  P. 
[Paris  Nat.     C.  P. 

La  pieta  d'amore,  dramma  in  2  atti. 
(Napoli  c.  1782.)  NapoU,  Porcelü.  P. 
fol.  160  S.  [Musikfr.  Wien.  Brüssel 
Cons.  Neapel  Turch.  C.  P.  Bologna: 
Napoli,  L.  Marescalchi.  br.  Mus.  Mai- 
land Cons.     Padua  Ant. 

Angelica  e  Modoro,  Cantata  a  4  voci,  Soli, 
Coro  ed  orch.    P.     [Musikfr. Wien.     C.  P. 


Millico. 


Miltoa. 


A  3.  sett  of  6  Cauzouets  with  an  acc. 
for  the  Pedal  or  snial  Harp,  Fortep.  or 
Harps.  London  (1787)  Longman  &  Bro- 
derip.     qu4ö.     [Hofb.  Wien.     br.  Mns. 

—  6  Canzoncine  con  Pfte.  Zurigo, 
Neghelli.  [Dresd.  br.  Mus:  Napoli  1793 
und  die  in  Zürich. 

—  Ms.  14450  in  K.,  B.  B.,  Canzonette 
a  Sopr.  e  Ceuibalo.  C.  P.,  fraglich  ob 
Druck  oder  Ms. 

6  Anette  italiane  con  parole  allemande 
per  l'Arpa,  o  pfte.  3  pt.  Bonn,  qufol. 
[br.  Mus. 

4  Canzonen.     Lond.    1819.     [br.  Mus. 

6  Songs  with  an  acc.  for  the  grcat  or 
small  Harp.     Lond.     quS''.     [br.  Mus. 

2  Sonatinas  for  the  harps.  Lond.  fol. 
[br.  Mus. 

Musical  Trifles;  a  collection  of  Sona- 
tine  for  the  härpsich.  Lond.  qu4^. 
[br.  Mus. 

Notturni  fatti  per  Posilippo  „Se  volete", 
a  2  Sopr.  2  V.  e  B.     [Einsiedeln. 

Mss.  in  Mailand  Cuns :  3  Ariette  p.  Sopr. 
con  arpa  obl.  —  Nove  Barcarole  p.  Sopr. 
c.  arpa  e  B.  —  2  Barcarole  (ebenso).  — 
Scale  e  Solfeggi  per  Sopr.  col  13.  d'accomp. 

4  Duettini  für  2  Sopr.  Ms.  [Ber- 
Un  K.  H. 

30  Canzoni  p.  Canto,  c.  arpa  e  pfte. 
[Padua  Ant. 

Inno  dol  Petrarca  S.  Giuseppe,  a  2  v. 
c.  orch.     [Padua  Ant. 

Aria:  Ho  sparse  taute  lagrinie  con 
Cembalo.     Ms.  17531.     [Ifufb.  Wien. 

Ms.  345,  br.  Mus.,  Sanilbd.  von  Arien, 
Duetten  u.  Kantaten.  Ms.  231  Aria  witli 
Glioms  aus  Achille  iu  Sciro  „Se  un  cor 
aunodi". 

In  B.  Proske-M:  Duett,  Marsch  4hdg., 
1  Divertimento  per  Comb. 

Mss.  Bologna,  Kat.  3,  277:  1.  Canzo- 
nette a  Sopr.  solo  c.  pfte.  10  Bll.  2.  10 
Canzonette  a  voce  sola  di  Sopr.  col  pfte. 
16  Bll.    (lufol. 

In  John  Corri's  A  select  collection, 
1788,  3.  Bd.  Gesge.  pag.  3,  10-17. 

Fetis  führt  noch  an  Opern  an :  La  Ze- 
liada  1787.  Nonna  per  fare  dormire  i 
Bambini,  Nap.  1792. 

31illiii,  Aiil)iii- Louis,  geb.  19. 
Juli  1759  zu  Paris,  gest.  14.  Aug. 
1818  ebd.,  ist  bekannt  unter  dem 
Namen  Miliin  de  Grandmaison^ 
trat  als  Schriftsteller  auf  u.  Avurde 
Konservator  am  Kabinet  der  An- 
tiken in  der  Bibl.  national. 

Er    schrieb    einen    Dictionnaire    „des 


Beaux-Arts",  Paris  180G  Crapelet,  3  vol. 
8",  welcher  aber  nur  eine  Uebersetzung 
von  Sulzer's  Theorie  der  schönen  Künste 
ist,  mit  Hinzufügung  einer  Anzahl  neuer 
Artikel.  Ein  Exemplar  in  B.  Brüssel 
(Fetis). 

3rillioiii,  siehe  Milioiii,  Pietro. 
Millot,  l'Abbe,  bekannt  durch: 
Histoire  litteraire  des  troubadours,  cont. 
leurs  \aes,  les  extraits  de  leurs  pieces,  et 
plusieurs  particularites  sur  les  moeurs, 
les  usages,  et  l'histoire  du  12.  et  du  13. 
siecles.  (Par  l'Abbe  Millot,  d'apres  les 
mss.  de  M.  de  Ste-Palave.)  Paris  1774 
Durand.     3  voll.     12^'.     [Brüssel. 

3IilIot,  Nicolas,  war  Kapell- 
meister König  Henri  III.  von  Frank- 
reich, gewann  im  Konkurs  zuEvreux 
1575  den  4.  Preis,  doch  wird  er 
dort  nur  Kgl.  Kapellsäuger  und 
nicht  Kapollmeister  genannt,  wo- 
nach Fotis'  Angabe  zu  verbessern 
sein  wird.  Fotis  begeht  noch  einen 
zweiten  Fehler,  indem  er  glaubt, 
dass  die  mit  Nicolas  in  Samlwken. 
bezeichneten  Gesänge  von  Millot 
sind,  während  üombert  oft  nur 
mit  Nicolas  benannt  wird. 

In  Samlwken.  von  Le  Roy  et  Ballard 
ist  er  mit  22  Chansons  zu  4  u.  5  Stim. 
vertreten  (Eitner  1).  Ferner  in  Le  Roy 
et  P>allard's  8.  liv.  chans.  1559  und  im 
9.  liv.  je  1  Chans. 

Milo,  . . .  ein  Benediktiner  des 
9.  Jhs.  zu  St.  Amand  in  Belgien, 
wird  als  Musiker  bez.  (Tritliemius 
1,  12P>.     Fabricius  3,  77). 

Milt,     Stcphanus     van,     ein 

Priester,  wurde  am  3.  Juli  1G99 
zum  Sangmeister  an  St.  Walburge 
zu  Audenarde  ernannt,  f  1719. 
Straeten  1,  48  teilt  einen  einst. 
Gesang  mit  „Godt  weest  ghenae- 
digh",  den  er  Milt  zuschreibt,  der 
aber  entschieden  aus  einer  weit 
früheren  Zeit  herrührt  und  das 
Datum  1717  sich  nur  auf  die  Kopie 
beziehen  kann  (Andenarde  15). 

Miltoii,  John,  geb.  1563,  der 
Vater  des  bekannten  Dichters, 
stammte    aus    einer    katholischen 


Milton. 


Minguet. 


Familie  zu  Stanton  in  Oxfordshire, 
trat  später  zur  anglikanischen 
Kirche  über,  wurde  enterbt,  ging 
nach  London  in  ein  Kaufmanns- 
geschäft, betrieb  Musik  als  Dilet- 
tant und  soll  Gesänge  zu  40, 
ja  bis  80  Stimmen  geschrieben 
haben.  Man  glaubt,  dass  er  Sänger 
an  der  Christ -Church  in  Oxford 
war.  Er  starb  im  März  1647  und 
wurde  in  der  St.  Gileskirche, 
Cripplegate  begraben  (Grove.  Ark- 
wright.     Davey  217). 

Von  seinen  Kompositionen  findet  man 
in  der  Chiist- Church  zu  Oxford  im  Ms. 
1  Antiphone  zu  4  Stim.  und  5  Fancies 
zu  5  und  6  Stim.  Im  hr.  Mus.  in  einer 
Cantus-Stim.  ein  Gesg.,  im  Ms.  226  und 
227  in  Bumey's  Kopien  2  Mot.  zu  5  Stim. 
„If  that  a  siuner's  sighes"  und  ,,0,  had 
I  wings".  Im  Ms.  Thom.  Myriell's  G  Gesge. 
(29372—77).  In  Morley's  Triumphs  of 
Oriana  160i  ein  Madr.  zu  4  St.,  auch  in 
neuer  Ausg.  erschienen;  im  4 st.  Psalmen- 
buch von  Eavenscroft  1621  einige  Sätze. 
Im  Samlwk.  Synopsis  1680  unter  A.  ß. 
verz.  ein  dreist.  Gesg.  In  Leighton's  The 
teares  or  Lamentacions  1614  vier  Sätze. 
Im  Ms.  1940  des  E.  C  of  Mus.  „Thou  god 
of  might",  4  Stb.  In  Hofh.  Wien,  Ms. 
19287  mit  deutschem  Text  in  Part.  In 
"W.  Gawler's  Divine  harmony  1  Gesg.  — 
In  neuen  Ausg.  '3  Gesge.  (Eitner  2;  die 
Daten  sind  falsch)  und  in  Charl.  Smitli's 
Ancient  Psalmody  1843  ein  Gesg.  Ark- 
wright  in  Old  English  edition  Nr.  22  sechs 
Anthems  aus  Leigthon  und  Myriell  mit 
Biographie. 

]^IilTO,  . . .  Sopranist  1484/85  an 
St.  Peter  zu  Rom  (Viertel].  3,  238). 

Mimnernms,  Pseudonym  für 
Priiitz,  Wolfg.  Kasp. 

Minarti,  GrioTauiü,  bekannt 
durch  ein 

Benedicimus  5  voc.  veröffentlicht  durch 
Mai-tiui  und  Choren  (Eitner  2). 

Minde,    Franeiscus    de,    ein 

Brabanter  und  Discantist  in  der 
Dänischen  Kapelle  Friedrich  III. 
um  1657;  ging  1660  nach  Schwe- 
den, dann  nach  Hamburg,  Lübeck 
und  starb  schliefslich  in  Hamburg. 
Seine   Stimme  bildete  sich   später 


zum  Tenor  aus  (Mattheson  1,  225. 
Max  Seiffert  druckt  die  Tollstäu- 
dige  Mitteilung  im  2.  Jahrg.  der 
1.  M.  G.  Seite  122  ab). 

Miuei,  Lorenzo,  ein  Komponist 
des  17.  Jhs.  ist  bekannt  durch 

Cantate  a  voce  sola  con  4  Viel,  e  2 
Violette:  Sonno  di  Vidone.  —  Lagrime 
di  Marte  per  le  vitfcorie  di  Leopolde.  — 
n  Catone  Uticense.  —  Capriccio  poetico. 
—  Ms.  in  qufol.  228  EU.  [besafö  1888 
der  Antiquar  Rosenthal. 

Bliuelli,  P.  Angelo  Gabriele, 

ein  Franziskaner  zu  Bologna.  Er 
gab  heraus: 

Eistretto  delle  regele  piü  essenziali 
della  musica;  Bologna  1748.  4*^.  82  S. 
Die  erste  Ausg.  soll  von  1730  sein:  Bo- 
logna, stamp.  Yolpe  (nach  Fetis).  Die 
Ausg.  von  1748  besitzen  die  Musikfr.  in 
Wien  und  Glasgow.  In  Sassi's  La  ricrea- 
zione  1730  einige  Canzoni.  Im  HaUeluja 
von  Postler  u.  Zimmer  1880,  1.  2.  eine 
Melodie  mitgeteilt  aus  Eistretto  delle  regele. 

Minelli,  Pietro  Maria,  lebte 
am  Ende  des  17.  und  Anfange  des 
18.  Jhs.,  war  in  Bologna  geb.,  wo 
er  auch  wohnte  und  j  1712  im 
Januar. 

Im  Liceo  mus.  zu  Bologna  im  Ms: 
„Cantemus  Domino,  compositione  a  4  et 
a  8  voci,  offerta  all'Acad.  Filarmonica  di 
Bologna."  1  Bl.  in  P. ;  eine  Kopie  von 
Busi,  ebd.  1684  wurde  er  zum  Mitgliede 
obiger  Akademie  ernannt  und  in  den 
Jahren  1695,  1699,  1704  und  1709  zum 
Vorsitzenden  gewählt. 

Miliers  (Myners),  Joliii,  um 
1612  Musiker  beim  Prinzen  Hein- 
rich von  England  mit  40  ^  Ge- 
halt, wurde  am  27/3  1615  auf 
Wartegeld  als  Gentleman  an  der 
Kgl.  Kapelle  angenommen  und  trat 
am  4/6  an  Sampson's  Stelle,  f  am 
2/7   1615  (Rimbault). 

MiiigliiiiO  dal  Violoncello,  siehe 
Grabrielli,  Domenico. 

Minguet,  Paolo,  spanischer  Mu- 
siker an  der  Kapelle  Philipp  Y. 
und    Karl  IH.,   gab   nach   Soriano 

Fuertes  heraus: 

1.  Eeglas,  y  advertencias  geuerales  . . . 
Madrid  1752—54  Joaq.  Ibarra.    2.  Quader- 

1* 


Miuirari. 


Minoja,  Ambrogio. 


nillo  nuevo,  que  en  ocho  Laminas  finas  . . . 
Madrid  (1774?)  Mao.  Martinsgrave  (Fetis 
giebt  die  ausführlichen  Titel). 

Miuirari,  Viiiceiizo,  ein  Kom- 
ponist aus  der  ersten  Hälfte  des 
18.  Jhs.,  der  durch  das 

Ms.  L  172  der  B.  B.  mit  einem  Dixit 
a  4  voc.  c.  Tronibone,  Oboe  e  Tromba  da 
caccia,  concertato.  Ao.  1732.  P.  be- 
kannt ist. 

Miiiiscalelii ,    (iui»lielmo,    aus 

Venedi.c;,  ein  Augustinermönch  und 
um  1622  Kapeiinieister  an  S.  Ste- 
fano zu  Venedig  (Titel),  gab  heraus: 

J!  Salmo  Miseicro  mei  Dens  concertato 
ä  3  voci  coa  Sinfonie  per  l'espositione  del 
Sanct.  Sacraniento  ...  Et  in  fine  doi 
Motetti  a  2  voci  di  . . .  Yen.  1622  Bart. 
Magni.     4  Stb.    4".     22  Gesge.     [B.  B. 

Arie  di  G.  M.  Hb.  1.  per  cantarsi  nella 
sjiinetta,  chitarrono,  e  siniiie  istroniento. 
Con  riutavolatura  i)er  la  chitarra  alla 
spagnola.  Novam.  coniposte  . .  Von.  1625 
Ales.  Vincenti.  1  vol.  4».  40  S.  20 
Gesge.  mit  Begltg.     [Venedig  Marco. 

—  noiianiento  ristaniii.  Ib.  1627.  In- 
halt derselbe.     [Bologna. 

Arie  di  . . .  lib.  2.  (wie  oben).  Ib.  1627. 
1  vol.  4".  40  S.,  20  Gesge.  [Bologna. 
Venedig  Marco. 

Arie  di  . . .  lib.  3  (wie  oben).  Ib.  1630. 
1  vol.     40.     40  S.     20  Gesge.     [Bologna. 

In  Carlo  Milanuzzi's  Scherzi  1624, 
4.  Buch  die  Gesänge:  Se  uasce  in  cielo 
und  Mentre  vivo.  Dort  ist  or  auch  als 
Venetianer  bez. 

Minne,  Clirctien;  um  1673 
findet  man  ihn  in  den  Reclinungen 
der  Kgl.  Kapelle  zu  Brüssel  als 
„Lieutenant  de  chapoUe  royale". 
1685  ist  er  wieder  vcrz.,  doch  ohne 
die  Bez.  Lieutenant  (Straeten  2, 
129.  5,  145). 

Josse  Minne  war  in  derselben 
Zeit  ebendort  lustrumeutist  (ib.  5, 
146). 

Minoja,  Ambrogio,  geb.  21.  Okt. 
1752  zu  Ospitaletto  bei  Lodi,  gest. 
zu  Mailand  3.  Aug.  1825.  Stu- 
dierte Musik  unter  Sala,  wurde  Ac- 
compagneur  (Cembalist)  am  Scala- 
theater  in  Mailand  (1789  nach 
Cambiasi   115),  schrieb  seit   1787 


Opern,  1795  war  er  am  Theater 
zu  Parma  Cembalist  (nach  einem 
Textbuche,  in  dem  die  Orchester- 
mitglieder verz.  sind),  w^irde  später 
Kapellmeister  am  Scalatheater  und 
als  das  Konservatorium  1807  da- 
selbst errichtet  wurde,  ernannte 
man  ihn  zum  Censor,  später  zum 
Direktor  desselben  (Fotis.  Lpz. 
Ztg.  27,  697).  Von  seinen  Kom- 
positionen lassen  sich  nachweisen: 

De  Brofuudis  (Salmo  129)  tradotto  da 
Saverio  Mattei  o  musicato  a  3  voci  con 
piccola  orchcstra.  Milano,  l'autore.  Part. 
[Dresd.  Mus.  Mailand  Cous.  Musikfr. 
Wien. 

Gloria  in  D.  —  2  Credo  in  C  u.  G. 
2  voll,  im  Ms.     qufol.     [Einsiedeln. 

Stabat  mater  3  voc.  c  Sinfonia.  Ms. 
P.     [Einsiodeln. 

Canone  4  voc.  c.  istrom.  (1818).  Ms. 
14490  in  B.  B. 

II  solo  pario  e  felice,  Sahno,  P.  Ms. 
928.     [Dresd.  Mus. 

Recit.  et  Ai-ia  ,,Ombra  cora  Emirena". 
Ms.  P.  [Einsiodeln.  Ebendoii  in  Nr. 
421, 14  eine  Arie  3.  4.  und  2  Sinfonien 
in  P.  u.  a. 

Terzette  „Smarrito  in  rea  foresta, 
2  Sopr.  e  B.  con  orch.  Ms.  P.  [Mai- 
land Cons.  Ebendort  eine  Cantata  bos- 
careccio  „Taccuini  nuovi"  per  Sopr.  con 
(Quartette.     Ms.  P. 

Ms.  T140  u.  T172  in  ß.  B:  ein  Chor 
und  ,, Schiri bizzo''  3  voci. 

Solfeggi  per  Sopr.  solo  e  per  2  Sopr. 
c.  B.  Ms.  [Mailand  Cons.  B.  B:Ms.  169 
in  K:  45  Solfeg. 

—  G.  W.  Teschner  gab  die  Solfeg.  1844 
bei  Klemm  in  Lpz.  heraus. 

8  Sinfonie  per  orch.  Ms.  in  Stb.  [Mai- 
land Cons. 

6  Quartetti  (für  Streichinstr.).  Ms, 
Stb.     [ib. 

6  Duetti  per  2  V.     Ms.     [ib. 

Ms.  637  des  br.  Mus.,  1  Bd.  Instiii- 
mentalmusik  für  Pfte.  u.  V.,  auch  für 
Orchester  (Add.  Mss.  21464.  qu4").  In 
Ms.  638,  Quai-tette  f.  Pfte.  2  V.  u.  Tel. 
(2  V.  fehlt). 

Sonata  in  Si  bem.  per  Cembalo  e  V. 
Ms.     [Mailand  Cons. 

Lettera  sopra  il  canto  del  maestro 
A.  M.    Milano  1812  Mussi.    8».    [Brüssel. 

—  Ueber  den  Gesang  von  . . .  Send- 
schreiben an  B.  Asioli.  Lpz.,  Breitk.  <&  H. 
[B.  B.     Musikfr.  Wien.     Brässel  Cons. 


Minoja,  Anastasio. 


Mira,  Pietro. 


Minoja,  Anastasio,  scheint  am 
Ende  des  18.  u.  im  Anfange  des 
19.  Jhs.  gelebt  zu  haben,  doch 
fehlt  jede  Nachricht  über  ihn.  Be- 
kannt ist: 

Aüleitung  zur  vollstäudigen  Ausbildung 
im  Gesänge,  Lpz.,  M.  Rulil.  8".  VI.  u. 
100  S.     [B.  M. 

Siniphonie  1781.     Ms.  P.     [Darmst. 

Minoret,  . . .  um  1(584  Kapell- 
meister an  St.  Germain  l'Auxerrois 
(Biogr.  nat.  beige  6,  300).  Im 
Conservatoire  zu  Paris  Motets  pour 
la  chapelle  du  Roi. 

Minoret,  Guillaume,  gest.  um 

1717  zu  Paris,  Musikdirektor  an 
St.-Yictor  und  einer  der  vier  Ka- 
pelhueister  Kg.  Louis  XIV.  Von 
seinen  Kompositionen  haben  sich 
im  Ms.  erhalten: 

Missa  pro  tempore  nativitatis  (1694) 
Part.  —  Venite  exultemus,  Chor  mit 
Orch.     [Paris  Nat. 

Minozzi,    Marcello,    war    um 

1638  Kapeilmeister  am  Dome  zu 
Carpi  (Titel)  und  gab  heraus: 

Opera  1.  e  lib.  1.  di  Salmi  musicali  a 
3,  4,  e  5  voci,  con  Siufonia  et  in  fiue 
Una  Letania  della  B.  V.  di  . . .  Ven.  1638 
Aless.  Vincenti.  5  Stb.  40.  14  Psalm. 
1  Magnif.  1  Litanei.  Die  Dedic.  sagt 
noch,  dass  er  ein  Schüler  Galeazzo  Sab- 
batini's  war.     [B.  Br.     Bologna. 

Ms.  in  Upsala  in  Tabulaturpart.  1. 
Cantate  domino,  2  C.  2  V.  Bc.  2.  Con- 
gi-atulamini  2  C.  2  V.  Fag.  Bc.  —  Im 
Samhvk.  1642  eine  3stim.  Motette  mit 
Bc.  (Eituer  1). 

Minucci,    Domenico,    in    der 

Mitte  des  17.  Jhs.  Kapellmeister 
a/d.  Kathedrale  zu  Asolo  di  Tre- 
viso  (Lombardei).     Gab  heraus: 

II  1.  lib.  de  Salmi  a  5.  Da  coucer- 
tarsi  con  3  voci,  e  2  V.  di  ...  Ven.  1659 
Franc.  Magni.  6  Stb.  4«.  7  Ps.,  1  Magnif. 
[B.  Br. 

11  2.  lib.  de  Sabui  a  5.  in  fuga  con 
una  Messa  da  morto,  &  altre  compositioni 
del  medesimo  geuere  fugato,  e  veloce  di 
...  Ib.  1662.  6  Stb.  40.  6  Ps.,  1  Mag- 
nif.,  1  Credo  und  1  Requiem.     [B.  Br. 

Ms.  W49  Nr.  652  der  B.  B.  ein  Mag- 
nif. 5  voc.  aus  1662  in  P. 


Minuets  et  Rigadoons 

with  Basses  for  the  Year  1736  to  which 

is  added  y  Minuets  and  French  Dances, 
as  they  were  perforra'd  at  the  Ball  at 
Court  upon  His  Majesty's  Birth-Day.  The 
tunes  proper  for  y  German  Flute  or  Vio- 
lin and  severall  in  compass  of  the  English 
Flute.  Stich,  quS».  11  Piecen  1—7  ano- 
nym, 8  u.  9  von  Handel,  10  von  Lampe, 
11  von  Stephens.     [Berlin  Th. 

Mion ,    Jean  -  Jac(i[iies  -  Henri, 

wurde  um  1743  Musiklehrer  des 
Knabenchores  der  Kgl.  Kapelle  zu 
Paris  und  bei  der  Marquise  von 
Pompadour,  nach  der  Dedic.  zur 
Oper  ,,L'annee  galante''.  Im  Etat 
von  1765  fehlt  er,  wird  daher  vor 
diesem  Jahre  gestorben  sein,  denn 
1761  ist  er  noch  verz.  (Fetis).  Er 
schrieb  die  Opern: 

Nitetis,  tragedie  lyrique  en  5  actes  et 
un  prologue ,  musique  de  . . .  paroles  de 
la  Serre,  representee  14/4  1T41.  Ms.  P. 
[Paris  l'opera.  Paris  Nat.  C.  P.  Darm- 
stadt. 

—  Gravee  p.  de  Gland.  Paris  1741 
chez  l'auteur.     [br.  Mus. 

L'annee  galante,  Opera-ballet  en  4  actes 
et  un  prologue,  paroles  de  Roy,  repr.  a 
Versailles  13  u.  20.  Febr.  1747  und  zu 
Paris  am  lJ/4;  im  Stich  auf  Befehl  Sr. 
Maj.  Part.  [Paris  l'opera.  Paris  Nat. 
C.  P.     Darmstadt. 

Te  Deum  (Chor  u.  Orch.)  Ms.  P.    [C.  P. 

Slir  y  Llusa,  ...  ein  spanischer 
Komponist  der  2ten  Hälfte  des 
17.  Jhs.,  der  Kapellmeister  zu  Ma- 
drid war  und  zahlreiche  Kirchen- 
musik schrieb  (Pougin). 

Mira,  Leandro,  ein  Italiener 
des  16.  Jhs.,  der  nur  durch  einige 
Madrigale  bekannt  ist  und  zwar  in 

alten  Samlwk.  9  Gesäuge  (Eitner  1), 
ferner  in  Mad.  Casulana's  2.  lib.  Madr. 
4  V.  1570:  Tra  verdi  frondi.  Im  Lauten- 
buche von  Rüde  arrangierte  Gesge.  Li 
P.  Vinci's  1.  lib.  de  Madr.  a  6  voci  1583 
am  Ende  3  Madrigale. 

Mira,  Pietro,  neapolitano  di 
Monte  Scaglioso,  städtischer  Mu- 
siker in  Lucca  vom  26/12  1725 
bis  1733,  mit  2,  45  sc.  monatl. 
(Nerici  210). 


Mirabella. 


6 


Miseroca. 


Miral)ella,   Yinceiizo,   ein   si- 

cilianischer  Patrizier,  Mitglied  der 
Akademien  zu  Neapel  und  Rom, 
f  1624  zu  Modica,  soll  nach  Ger- 
ber 1  um  1606  eine  Samlg.  Ma- 
drigale und  Schriften  über  Musik 
herausgegeben  haben. 

Miraglies,  Lodorico,  Altist  an 
der  Hotkapelle  in  Wien  mit  750 
Gld.  jährl.  von  1715  bis  16.  Juli 
1726  (Köchel  1). 

Mirelibra,  siehe  Criicroult, 
Rudolpli. 

Mirer,  Waltbcr, 

schrieb  1B72  in  (jemeinsdiaft  mit  den 
Stiftsgeistlichen  im  Kloster  zu  Engelberg 
i/d.  Schweiz  ein  geistliches  Drama  der 
Auferstehungsfeier  mit  Gesang,  die  Noten- 
köpfe  in  sog.  Hufeisenform  (deutsche 
Choraluote)  [Codex  I  4/25  in  Engelberg], 
In  demselben  Codex  befinden  sich  auch 
deutsche  geistliche  Lieder  mit  Melodien 
und  Gesänge  zu  2—4  Stim.,  die  noch 
besonders  als  im  Jahre  1372  gesungene 
bezeichnet  werden  (Schubiger  2,  28.  30. 
32). 

Mirheo,   Maestro  Giorgio,   ein 

flamländischer  Musiker  (nach  Strae- 
ten  6,  350),  der  um  1550  in  Pe- 
rugia angestellt  war. 

Miroglio  Taino,  Violinist  und 
Besitzer  des  „Bureau  d'abonnement 
musical"  zu  Paris,  bez.  sich  nur 
mit  einem  M.  als  Yornamen,  wel- 
ches nach  französischer  Gewohn- 
heit stets  Monsieur  heilst. 

Die  Nationalbibl.  zu  Paris  besitzt  von 
ihm  „Sonates  a  V.  e  ß.  op.  1.  Paris 
chez  l'auteur." 

Miroglio,  Pierre -Jean,  auch 
nur  mit  Miroglio  le  cadet  gez.,  der 
Sohn  des  vorigeu,  geb.  gegen  1750 
zu  Paris,  Schüler  seines  Täters, 
ist  bekannt  durch: 

6  Simphonies  ä  gl-,  orch.  oe.  10.  Paiis. 
Stb.    fol.     [br.Mus. 

Sonates  p.  le  V.  oe.  1.  Paris,  l'au- 
teur.     [Paris  Nat. 

dito,  oe.  2.     [ibid. 

Sonates  a  2  V.    oe.  4,  ib.    [Paris  Nat. 

Sestetto  (in  C)  p.  2  V.  Ya.  B.  e  2 
Corui.     Ms.  Stb.     [Brüssel  Cous, 


In  Maupetit's  Menuets  auch  eins  von 
Miroglio ,  ohne  Angabe  ob  Vater  oder 
Sohn. 

Miroir.  Es  lebten  im  18.  Jh. 
drei  Brüder  als  Musiker  zu  Paris: 
Miroir  Vcilne  war  ein  berühmter 
Orgelspieler  und  an  der  Kirche 
St.-Germain  des  Pres  angestellt, 
sowie  Organist  an  St.-Benoit,  St.- 
Honore  und  St. -Louis  en  l'Isle 
(1785).  Gerber  1  nennt  schon  das 
Jahr  1777.  —  Miroir  cadet,  war 
ein  Klavierspieler,  sowie  der  jüngste 
Bruder  der  noch  den  Beinamen 
„Paventelly"  führte.  Einer  der 
beiden  letzten  war  auch  Organist 
an  St.-Aure  u.  bei  den  Cordelliers 
(Franziskanern)  Pougin-Fetis. 

Mirus,  Adam  Erclmaiiii,  geb. 
zu  Adorf  im  Voigtlande  am  26. 
Nov.  1656  und  gest.  3.  Juni  1727 
zu  Zittau,  wo  er  seit  1684  Kon- 
rektor am  Gymnasium  war.  Er 
schrieb : 

Kurtze  Fragen  aus  der  Musica  sacra, 
worinnen  denen  Liebhabern  bey  Lesung 
der  biblischen  Historien,  eine  sonder- 
bahre Nachricht  gegeben  wird,  von  Mag. 
. . .  Görlitz  1707  Eohrbach.  32».  9  EU. 
180  S.  [B.  B.  B.  Wagener.  Brüssel. 
Musikfr.  Wien.     B.  Lpz. 

,  Mrus,  Grabriel,  war  von  1590 
bis  1592  Organist  a/d.  Stadtkirche 
zu  Torgau  (Taubert,  1,  16.  33.  — 
2,  17). 

Miscia,  Antonio,  wird  von 
Cerreto  in  seiner  pratica  musica 
p.  157  als  Virtuose  auf  der  Viola, 
Guitarre  mit  7  Saiten  und  dem 
Accordo  mit  11   Saiten  bez. 

Miscellany  (The  musical),  siehe 
Watts,  ein  Samlwk. 

Misenus,  wie  ihn  Gerber  2  und 
Fetis  verz.,  ist  Georg  Dietrich  aus 
Meifsen. 

Miseroca,  Bastiano,  aus  Ka- 
venna,  war  um  1609  Organist  und 
Kapellmeister  am  Kollegium  von 
S.  Paolo  zu  Massa  Lombarda  (bei 
Ferrara)  und  ist  bekannt  durch 


Misier. 

Messa,  Motetti,  et  Letanie  della  B.  V. 
da  cantarsi  a  8  voci,  cou  uno  auertimento 
nella  parte  coutiuuata  per  i'organo  di  . . . 
Lib  1  Ven.  1609  Amadiuo.  9  Stb.  40. 
11  Nrn.  [Bologna:  A.  T.  B.  1.  C.  A.  T. 
B   2.  Bc,  fehlt  C  1.    Rom  Cecilia. 

'  1  pietosi  affetti  di  . . .  a  1,  2,  3  &  4 
voci,  con  le  Letanie  della  B.  V.  a  G,  cou 
la  parte  grave  per  l'organo.  Lib.  3.  Ven. 
1618  G.  Vincenti.  5  Stb.  4",28Gesge.  Der 
Komponist  bekleidete  noch  dieselbe  obige 
SteUung.  [Proske.  Bologna,  mit  Abdr. 
der  Dedic. 

Ein  „In  nouime  Jesu-',  2  Sopr.  und 
Orgel  in  "Witt's  Fliegende  BU.  Jahrg.  5, 
4.  Beilage. 

In  alten  Samlwken.  4  Motetten  unter 
Sebast.  Miserocca  (Eitner  1). 

Misior,  Cesar  di,  Bassist  an 
der  Hofkapelle  in  München,  wird 
am  8/6  1585  aufgenommen  mit 
375  Gld.  Gehalt  und  ist  1588  zum 
letzten  Male  genannt  (Kreisarch.). 
Miskiewicz,  Matthias,  von  1639 
bis  1668  Dirigent  des  Roratisten- 
KoUegiums  zu  Krakau.  Sowinski 
nennt  das  Jahr  1680  als  Grenze 
seiner  Thätigkeit,  da  aber  Lukas- 
zewicz  schon  1668  an  seine  Stelle 
trat,  so  ist  dies  ein  Irrtum  (Haberl, 
Jahrb.  1890,  79). 

Misliweezek  (in  franz.  Drucken 
Mysliweczek  geschrieben),  Joseph, 
genannt  „^7  Boemo",  oder  ,,Vemi- 
tarud\    geb.    9.   März    1737     in 
einem  Dorfe  bei  Prag,  gest.  4.  Febr. 
1781  zu  Eom.     Studierte  in  Prag 
Philosophie,  kehrte  in  die  Heimat 
zurück  und  nach  des  Vaters  Tode 
wandte    er   sich    ganz    der   Musik 
zu,  ging  nach  Prag,   wurde  Violi- 
nist an  einem  Kirchenchore,  stu- 
dierte   unter   Habermann   Kontra- 
punkt und  wurde  Schüler  Seegert's 
im  Orgelspiele.     Um  1760  trat  er 
mit  einer  Sinfonie   öffentlich   auf, 
ging  1763  nach  Venedig,  studierte 
bei  Pescetti   Opemkomposition   u. 
schrieb    für   Parma   im    folgenden 
Jahre  seine  erste  Oper  „II  Bellero- 
fonte'',  die  ihn  mit  einem  Schlage 


Misliweezek. 

zum  gesuchten  Opernkomponisten 
machte.    Er  erhielt  vielfache  Auf- 
träge  von  Neapel,  Venedig,  Rom, 
Mailand  u.  a.   Städten.     1772   be- 
fand   er    sich    in    Wien,    wo    ihn 
ßumey    traf    und    hörte    (2,  271). 
1773   berief  man    ihn  nach  Mün- 
chen,   wo    er    die    Erifile    kompo- 
nierte,   1777    kam   die   Oper  Ezio 
zur  Aufführung,    der   Mozart  bei- 
wohnte. Durch  eine  galante  Krank- 
heit ans  Zimmer  gefesselt,  seufzte 
er  im  Spitale  nach  einem  Besuche 
des  jungen  Mozart's,  der  auch  nicht 
auf  sich  warten  liefs  (Jahn  2,  56). 
In   demselben   Jahre   wurde   auch 
sein  Oratorium  „Abramo  ed  Isacco" 
aufgeführt,  welches  fälschlich  öfter 
Jos.    Haydn    zugeschrieben    wird 
(Pohl  4,  71).    1778  war  er  wieder 
in  Italien,  in  Pavia,  Neapel,  zuletzt 
in   Rom,   wo   er   sein   Leben   be- 
schloss  (Magazin  1781,  259.   Schü- 
ling.    Fetis).     Von  seinen  Werken 
sind  nachweisbar  an 

Oeistlichen  Gesängen  : 

Giuseppe  riconosciuto  del  Metastasio 
...  Ms.  P.     [Padua  Ant. 

Isacco,  figura  del  redentore,  Oratono 
in  2  parti.  V.  Ms.   [B.  M.     Proske,  Bd.  12. 

La  morte  di  Giesü.  Oratorio  in  2  paiU 
Ms.  P.     [Proske. 

II  Tobia,  Oratorio  a  .0  voci  (Libretto 
Padova  1769).     Ms.  P.     [Proske.     Padua 

Letanie  4  voc.  c.  istroni.    Ms.    16  Stb. 

[ß.  M. 

An  O/JC/v«,  Ancn  und  Duette: 
Antigona.     Dramma  seria  in  3  atti  da 

rappres.  nel  reggio  teatro  di  Toriuo  1773 

u.  74.  P.  im  Autogi-.   2  voll.  Ms.  16420. 

[Hofb.  Wien. 

Armida,    opera  in  3  atti,    1780.    Ms. 

P.     [C.  P. 

Artaserse,  opera,  1774.   [Neapel  Turch. 

Atide.  Dramma  in  3  atti,  rappres.  .  . 
di  Padova  1774.  P.  AutogT.  16418. 
[Hofb  Wien. 

Bellerofonte,  Dramma  seria,  in  mus. 
3  atti.  Ms.  P.  3  voll,  qufol.  [Dresd. 
Mus.     C.  P.  mit  1773  gez. 

Calliroe,   opera,    1778.     [Neapel  Turch. 

n  Demetrio,   Drama  in  musica,   Pavia 


Misliweczek. 


8 


Misonne. 


1773,  in  2  atti.  Autogr.  2  voU.  P.  159 
Bll.     [B.  B.     Neapel  Turch.  von  1779. 

Demofooüte.  Op.  seria  in  3  atti  scritta 
in  Napoli  il  di  20/1  1775.  P.  Autogr. 
2  voll.  Ms.  16  421.  [Hof  b.  Wien.  Ve- 
nedig Marco.     Neapel  Turch. 

Ezio.  Op.  seria  in  3  atti  scritta  in 
Napoli  neU'teatro  reale  il  di  30/5  1775. 
P.  Autogr.  2  voll.  Ms.  16419.  [Hofb. 
"Wien.     Neapel  Turch. 

L'Ipermnestra.  Dranima  seria  in  3  atti, 
1769.     P.  Ms.  17796.     [Hofb.  Wien. 

II  Medonte,  Roma  nel  teatro  di  Argen- 
tina 1780,  Musica  de  Sigr. . .  3  voll,  in 
kl.  qufol.  Ms.,  besafs  einst  Dr.  0.  Lindner 
in  Berlin. 

Montezunia,   opera  in  3  atti.     Florenz 

1771.  Ms.  P.     [Musikfr.  Wien. 

Olim piade,  opera,  Neapel  1778.  [Neapel 
Turch. 

Komolo  ed  Ersilia,  op.  heroica,  Neapel 
1773.  Autogr.  des  2.  Aktes.  [Musikfr. 
Wien.       Neapel  Turch.  in  Kopie  3  Akte. 

II  Tamerlano.    Dramma  seria  in  3  atti, 

1772.  ^P.  Ms.  17  797.  [Hofb.  Wien. 
C.  P.  

Son  gueriero  e  sono,  per  Ten.  c.  ström. 
Ms.  124  in  ß.  B.  —  In  Ms.  119  u.  128 
neun  Arien  für  Sopr.  und  Tenor  in  P. 
—  Ms.  181  E  felice  la  mia  sorte,  a  2 
Sopr.  c.  ström.  —  Ms.  14520,  Ah!  che 
fugir,  per  il  Sopr.  c.  ström.  P.  —  Ms. 
14521  u.  22,  10  Arien  in  P.  von  1773 
und  74  unter  Myslevezeck. 

In  Berün  K.  H.  im  Ms.  1  Sinfonia  in 
C.  in  Stb.  und  1  Arie  in  Nr.  139,  25. 

Rondo  ä  Sopr.  c.  ström.  —  Se  pietu 
da  voci  non  trovo,  per  Sopr.  c.  orch. 
Mss.  P.     qufol.     [Dresd.  Mus. 

5  Arien  mit  Orchester,  Ms.  P.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Arie  im  Samlwk.  2622,  Ms.  [B.  Brüssel. 

3  Arien  für  Sopr.  u.  Ten.  mit  Instr. 
Ms.  P.     [Bologna. 

11  Arien  und  1  Scene  mit  Duett  aus 
den  Opern  Artaserse,  Callii'oe  u.  Romolo 
ed  Ersilia.  Ferner  1  Ouvertüre,  2  Sin- 
fonien f.  Orch.  in  Stb.  6  Quintetti  per 
2  V.  2  Violen  u.  Vcl.  12  Quartetti  u. 
2  Quartetti,  alle  im  Ms.  in  Stb.  [Mai- 
land Cons. 

4  Arien  mit  Recit.    P.  Ms.     [Darmst. 
2  voU.   Arien.     [C.  P.]   —   2  Arien  in 

Einsiedeln. 

Arie  im  Journal  5. 

Arien  und  Duette  im  Samhvk.  Ms,  346. 
[br.  Mus. 

Lascia  che  un  baccio,  p.  2  Sopr.  & 
Ten.  con  ström.    Ms.  P.     [B.  M. 


1  Duetto  per  2  Sopr.  1767.  Ms.  P. 
[Musikfr.  Wien. 

Au  Instrumentcdlcoinpositwnen : 

VI.  Sinfonie  a  quattro,  cioe  2  V.  Va. 
Vcl.  2  Corni  e  2  Ob.  ad  lib.  Norimbg. 
Haffner  Nr.  119.     Stb.   fol.     [Einsiedeln. 

6  Ouvertüren  in  Stb.  f.  Orch.  [R.  C. 
of  Mus.  1.586. 

Sinfonia  ä  Clavicemb.  2  V.  2  Ob.  2 
Corni,  Va.  e  B.  Gd.  4  Sätze  mit  Menuett. 
Der  Autor  kann  nur  irrtümlich  mit  Carlo 
M.  gez.  sein.  9  Stb.  im  Ms.  in  B.  Wol- 
fenb.  —  Ebend.  mit  Giuseppe  M.  gez: 
2  Sinfonie  a  2  Corni,  2  Ob.  2  V.  Va.  e 
B.  Ed.  u.  15d.  mit  je  3  Sätzen.  Ebend. 
im  Dnick:  Sinfonia  (zur  Oper  Ezio  für 
Neapel)  da  orcliestra  c.  Oboe  e  Corni 
obblig.  Fii'onze  da  Ranieri  del  Vivo.  8 
Stb.     qufol. 

2  Sinfonien  in  Dd.  u.  Bd.  P.  u.  Stb. 
Ms.     [Darmst. 

Sinfonia  Fd.  4/4.  Ms.  14527.  P. 
[B.B.    B.Zw. 

1  Sinfonie  in  Schwerin  F.  Siehe  Ano- 
nymi 1,  S.  58.    8  Stb.    Ms. 

2  Concerte  f.  Klavier  mit  Orch.    [C  P. 

Concerto  p.  Vcl.  —  per  V.  con  acc. 
—  6  Divertimenti  a  V.  c.  orch.  in  P. 
oder  Stb.  im  Ms.     [Musikfr.  Wien. 

6  Orchestra  Trios  for  2  V.  &  a  Vcl. 
London,   Welcker.     3  Stb.     [B.  Wagener. 

6  Trios  p.  2  V.  et  Basse,  op.  4. 
Paris.     [Paris  Nat. 

6  Trios  p.  2  V.  et  Vcl.  op.  1.  Paris, 
Chevardiere.     Stb.     [Brüss.  Cons. 

2  Sonaten  für  Klav.  Ms.  14530  in 
Kaps.     [B.  B. 

Sonata  per  Comb.  Autogr.  in  B.  B., 
Graso. 

6  Sonate  per  il  Cemb.  Ms.  35  Bll. 
[B.M. 

Ein  Brief  in  Bd.  7,  Pat.  Martini's 
Samlg.  in  Bologna,  Kat.  1,  150. 

Mison  (Misson),  Luis,  ein  spa- 
nischer Fiötenvirtuose ,  geb.  zu 
Barcelona,  gest.  13.  Febr.  1766 
zu  Madrid,  trat  1748  in  die  Hof- 
kapelle in  Madrid;  1756  betrug 
sein  Gebalt  2250  frcs. 

Er  schrieb  mehrere  Opern,  „Zarzuelas" 
und  „Tonadillas"  (Pougin).  Im  Liceo  zu 
Bologna  Kat.  3,  285  Ms.  Samlwk.  Arien, 
Nr.  4  Bl.  15. 


Misonne  (Etzarsonne),  T  incenzo. 

In  der  Capella  sistina  zu  Rom  im 
Codex  13  befinden  sich:  Missa  De  beata 
virg.,  4  voc.  —  Cod.  26:  Missa  Gracieuse 


Missae. 


Mitscha,  Franz  Adam. 


plaisant  und  Missa  Que  nay  je  marion, 
4  voc.   —    1   Regina   coeli  und   1  Salve, 

4  voc.  Beide  Codices  wurden  zwischen 
1513- 1549  hergesteUt. 

Missae,  anonym. 

M.  super  Repleatiu'  5  voc.  16.  Jh. 
Ms.  in  B.  Joach. 

In  B.  M.  eine  grofse  Anzahl  anonyme 
Messen,  siehe  den  gedr.  Kat. 

Im  Domkapitel  zu  Verona  ein  Perga- 
ment Codex  mit  M.,  nur  einmal  ist  Ver- 
bonnet  mit  einem  Sanctus  als  Komponist 
verzeichnet. 

In  B.  Br.,  Kat.  S.  320,  18  Messen. 

Tu  B.  Emsiedeln,  zahlreiche  Messen. 
Ebenso  in  B.  Berlin  und  den  meisten 
anderen  gröfseren  Bibliotheken. 

Siehe  auch  unter  Messe. 

Missel,  Johann   Thomas,  um 

1756  Kantor  zu  Windsheim,  gab 
nach  Gerber  1  in  obigem  Jahre 

„Drey  aus  verschiedenen  Galauterie- 
piecen  bestehende  Klavierparthien"  in 
Nürnberg  bei  Haffner  heraus. 

Misserius,  Cesare,  war  1579 
päpstl.  Sänger  (nach  einem  Doku- 
ment). Ein  Sänger  Ceseri  (sie?) 
di  Missere,  wird  auch  in  Cristof. 
Malvezzi's  Intermedii  et  Concerto 
1591  genannt  (siehe  Vogel  1,  S. 
385)  und  ist  sicherlich  derselbe. 

Missery,  siehe  Suremain. 

Missino,  GriOTanui  Lorenzo, 
aus  Malfetta,  wo  er  auch  zur  Zeit 
der  Herausgabe  folgenden  Werkes 
lebte : 

Tii'si  doglioso.     1.  lib.   di   Madrigali  a 

5  voci  di  . . .  Nuouam.  comp. . .  ded.  Prin- 
cipe de  Malfetta.  Yen.  1615  Vincenti. 
5  Stb.  40.  22  Madr.  Er  bez.  dieselben 
als  sein  2tes  Werk.  [Bologna,  fehlt  T. 
Oxford  Ch.  Ch.  kompl. 

Missio,  R.  D.  Oirolamo,  1642 

Organist  in  Udine, 

gab  eine  Messe  und  Psalmen  zu  5 
Stim.  in  Pietro  Gamberi's  Messe  e  Salmi 
von  1642  heraus. 

Glisson,  siehe  3Iison. 

Mitfortl,  William,  ein  eng- 
lischer  Schriftsteller,   gab   heraus: 

An  inquiiy  into  the  luinciples  of  har- 
mony  in  langiiage,  and  the  mechanism  of 
verse.  London  1804.  8".  (Fetis  giebt 
die  Jalireszahl   1774.)    Enthält   die   Yer- 


gleichung  z'naschen  Poesie  und  Musik. 
[Glasgow.  Leo  Liepm.  besafs  auch  ein  Ex. 
von  1804. 

Mithou,    siehe   Daniel,    Jean, 
und  Champion,  Thomas. 
Mitis,  Agostino  de, 

ist  in  Dom.  Montenegro's  1.  lib.  delle 
Yillanelle  a  3  voci  1590  mit  dem  Ge- 
sänge: Lieva  quel  vell'ahime,  3  voci  ver- 
treten. 

Mitnerus,  Joannes,  ein  deut- 
scher Komponist  aus  der  ersten 
Hälfte  des  16.  Jhs.,  ist  im 

Ms.  B  1270  der  B.  Dresd.  Nr.  56  mit 
dem  Tonsatze:  Quaerite  Dominum  6  voc. 
verireteu. 

Mitoii  (Mithou),  Maitre,  siehe 
Daniel,  Jean  und  Champion, 
Thomas. 

Bütscha,  Antonio,  bekannt  durch 

eine 

Cantata,  Nel  giorno  natalizio  del  Sig. 
Ad.  Conte  di  Questenberg.  Ms.  P. 
[Musikfr.  "\Yien.]  —  Ebendort  „Operosa 
terni  colossi  moles."  P.  1735.  —  Ein 
Concertino  in  F.  für  Klavier  und  Instr. 
in  Stb.  ohne  Yornamen,  fraglich  ob  von 
obigem. 

Mitscha ,       Francesco ,      ein 

Kammerdiener  und  Musikdirektor 
zu  Jaromerzitz  in  Mähren  (Brunn) 
nach  dem  Ms.  18145  in  der  Hofb. 

Wien : 

Abgesungene  Betrachtungen  über  et- 
welche GeheijuQÜssen,  des  buttern  Leyden 
und  Sterbens  Jesu  Khristi ...  11/4  1727. 
P.  qufol.     Ferner 

L'origine  di  Jaromeriz  in  Moravia. 
Dramma  in  2  atti  fatto  produrre  ä  per- 
petua  memoria  di  detta  cittii  .  .  .  1730. 
Text  in  Italien,  und  böhm.  Sprache.  Mit 
Intermezzi.  P.  92  Bll.  kl.  qufol.  Ms. 
17952. 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
von  ihm: 

Belleza  e  Decoro,  Componimento  per 
musica.     Ms.  P.  1729. 

Ulitscha,  Franz  Adam,  geb. 
11.  Jan.  1746  zu  Jaromerzitz 
(Mähreu),  gest.  19.  März  1811  zu 
Graz  in  Steiermark  als  Gubernial- 
sekretär.  Er  zeichnete  sich  als 
Komponist  aus,  komponierte  1790 
die  Operette  von  Bretzner: 


Mittag. 


10 


Mizler. 


Adrast  und  Isidore,  ferner  12  Sin- 
fonien, 11  Orchester-Nocturns  und  aller- 
lei Gesangswerke,  von  denen  vieles  bei 
Traeg  in  "Wien  im  Ms.  zu  haben  war 
(Gerber  2.  Fetis).  Jedenfalls  ein  Nach- 
komme des  Francesco. 

Mittag,  Johann  Ofottfried,  geb. 
zu  Leipzig,  war  um  1756  Musik- 
direktor zu  Uelzen  und  ist  bekannt 
durch  die  Abhandig. 

„Historische  Abhandig.  von  der  Er- 
findung, Gebrauch,  Kujist  und  Voll- 
kommenheit der  Orgeln  .  .  .  Lüneburg 
1756.  4".  15  S.  [B.  B.  B.  Lpz.  Musikfr. 
Wien.  An  letzterem  Ex.  folgen  noch 
Texte  zu  2  Kirchenkantaten,  die  bei  der 
Einweihung  der  neuen  Orgel  zu  Uelzen 
aufgeführt  wurden  und  deren  Komposition 
wohl  ebenfalls  von  Mittag  herrüliren  mag, 
aber  bisher  unbekannt  sind. 

Mittantier  (Mitantier),  ein  fran- 
zösischer Chansons-Komponist  aus 
der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhs., 
von  dem  sich 

in  Samlwk.  von  Attaingnaut  und  Mo- 
derne 22  zwei-  und  4stini.  Chansons  be- 
finden (Eitner  1).  In  Fezandat's  1.  liv, 
de  PsaJmes  et  Cantiques  1556  fol.  1 : 
Pere  de  nous  4  voc.  —  In  ß.  M.  Ms.  255 
eine  Chans,  in  Orgeltab.  —  In  Publikation 
Bd.  23  zwei  Chans,  iu  Part.:  Par  tort 
parier  nauras  4  voc.  Tel  eu  mesdit, 
4  voc.  Nr.  41/42. 

Mittermeier,  . . .  um  1772  Or- 
ganist a/d.  Kathedrale  in  Wien 
(Burney  2,  177). 

Mitzier,  siehe  Mizler. 

Mixte,  Nicolo  le, 

schrieb  2  Opern,  gedichtet  von  Minelli : 

1.  La  forza  vinta  dall'onore,  Venezia  1703. 

2.  II  trofeo  dell'iunocenza,   Venez.  1704 
(Galvani). 

Miziezes  (Micieres,  Micieces), 
Don  Tomas,  seit  1650  Domkapell- 
meister zu  Toledo. 

Die  B.  M-  besitzt  in  Ms.  163  eine 
Villancico  a  4  de  Comun:  Veugan  todas 
las  flores,  8  Stroph.     7  Stb. 

Mizler  (Mitzier)  von  Kolof, 
Lorenz  Christoph,  geb.  25.  Juli 
1711  zu  Heidenheim  (Württem- 
berg) nach  dem  Inscriptionsbuche 
der  Lpz.  Universität,  gest.  im  März 


1778  zu  Warschau  (Forkel  4,  104). 
Besuchte  in  Ansbach  die  Schule 
und  von  1731  den  30.  April  die 
Universität  zu  Leipzig;  er  wurde 
Schüler  Seb.  Bach's.  Am  30.  Juni 
1734  disputierte  er  öffentlich  um 
die  Magisterwürde,  ging  dann  nach 
Wittenberg  und  1736  zurück  nach 
Leipzig,  Avo  er  sich  an  der  Uni- 
versität habilitierte  und  Vorlesungen 
über  Mathematik,  Philosphie  und 
Musik  hielt  und  die  Monatsschrift 
„Neu  eröffnete  Musik-Bibliothek" 
herausgab.  Er  beteiligte  sich  darin 
eifrig  an  den  Streitfragen  seiner 
Zeit  und  geriet  dabei  mit  Mattheson 
in  arge  Feindschaft.  Mit  Hilfe  des 
Grafen  Giacomo  de  Lucchesini  und 
des  Kapellmeisters  Bümler  grün- 
dete er  1738  eine  korrespondierende 
Societät  der  musikalischen  Wissen- 
schaft und  wurde  deren  Sekretär 
und  Hauptleitcr.  Die  tlieoretischon 
Fragen  und  Antworten  bildeten 
den  Hauptgegenstand  und  fanden 
sowohl  in  seiner  „Musik-Bibliothek" 
wie  auch  in  Adlung's  mus.  Ge- 
lahrtheit Aufnahme.  Seine  Kom- 
positionsversuche sind  herzlich 
schwach  und  fanden  nur  eine 
ironische  Besprechung,  die  er  aber 
für  ernstliches  Lob  hielt,  wie 
Gerber  1  berichtet.  1743  (Gerber 
sagt  1745)  ging  er  nach  Polen 
in  den  Dienst  des  Grafen 
Malachowski  zu  Konskie,  1747 
nach  Warschau,  erhielt  von  Erfurt 
aus  das  Doktordiplom  der  Arznei- 
kunde, wurde  geadelt,  geh.  Hofrat, 
Leibmedikus  und  Historiograph. 
In  Leipzig  muss  er  auch  eine 
Buchhandlung  errichtet  haben,  denn 
er  verlegte  von  1739  ab  seine 
Werke  selbst  und  schreibt  „zu 
finden  in  Mizler's  Buchladen". 
Gerber  stellt  es  dar,  als  wenn 
er  erst  in  Warschau  eine  Buch- 
druckerei und  Buchhandel  errichtete. 


Mizler. 


11 


Mockwitz, 


(A.  d.  B.  —  MatthesoQ  1,  228 
u.  420.  Adlung  2,  4.  Ein  Verz. 
seiner  Druckwerke  in  seiner 
Musik-Bibl.  2.  Bd.  p.  157.  Scheibe, 
krit.  Music.  2.  Aufl.  p.  1032). 
Von  seinen  Werken  sind  nach- 
weisbar : 

Dissertatio  quod  musica  ars  sit  pars 
eruditiouis  philosophicae  . . .  Lips.  1734 
Georg  Schnibes.  4*'.  [Dresd.  Brüssel. 
B.  Lpz. 

—  Editio  2.  cum  praefatione  nova. 
Lips.  et  Wittenberg  1736.  40.  [Dresd. 
B.  B.  Florenz.  B.  Hbg.  Brüssel.  B. 
Lpz. 

Schon  in  der  1.  Ausg.  bez.  er  sich  als 
Magister  der  Philosophie. 

Lusus  ingenii  de  presenti  hello  . . .  ope 
tonorum  musicoiiim  illustr.  Wittebg.  1735 
Schlouiach.  (Siehe  Spitta,  Bach  2,  503). 
[B.  B.     B.Lpz. 

.  .  .  Neu  eröffnete  Musikalische  Bib- 
liothek oder  gründliche  Nachricht  nebst 
unpartheyischem  Urtheil  von  musikalischen 
Schriften  ujid  Büchern.  1.  Bd —  Lpz. 
1739  Selbstverlag,  in  Commission  bey 
Brauns  Erben,     kl.  S'^. 

—  1.  Theil.  Neuer  Titel.  Lpz.  1736. 
8  Bll.    64  S. 

—  2.  Th.  1737.  78  S.  —  3.  Th.  1737, 
78  S.  4.  Th.  1738,  88  S.  5.  u.  6.  Thl. 
1738,  76  u.  101  S. 

—  2.  Bd.  Lpz.  1743  im  Mizlerischen 
Verlage. 

1.    u.    2.  Th.    1740.     5   BU.     296  S. 

3.  Th.  1742.  176  S.  4.  Th.  1743.  124  S. 
Reg.  u.  36  Tafeln. 

—  3.  Bd.   1.-4.  Th. 

1.  u.  2.  Thl.  1746.  5  Bll.  170  S. 
u.    171—373.     3.   Th.    1747   bis   p.   604. 

4.  Th.  1752  bis  p.  778,  Eeg.  und  57 
Tafeln. 

—  4.  Bd.  Lpz.  1754.  1.  Th.  182  S. 
4  Tai  (Schluss).  [B.  B.  B.Joach.  B. 
Wagener.  Kopenhag.  Basel  3  Bde. 
Dresd.  2  Bde.  B.  Hbg.  2  Bde.  Upsala. 
Musikfr.  Wien  4  Bde.  Dresd.  4  Bde. 
Brüssel  3  Bde.  Einsiedeln.  Amst.  B. 
Leipzig. 

Musikalischer  Staarstecher,  in  welchem 
rechtschaffener  Musikverständigen  Fehler 
bescheiden  angemerket,  eingebildeter  u. 
selbst  gewachsener  sogenannten  Com- 
pouisten-Thorheiten  aber  lächerlich  ge- 
machet werden.  Als  ein  Anhang  ist  des 
Herrn  Riva.,  damals  des  Herzogs  von 
Modena,  Residenten  zu  London,  Nachricht 
vor  die  Componisten  u.  Sänger  beigefüget 


und  aus  dem  Italienischen  ins  Deutsche 
übersetzet.  Leipzig  (1739)  im  Graffischen 
Hause,  auf  Kosten  des  Verfassers.  4". 
[Dresd.  Mus.  B.  B.  Dresd.  B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien.     Binissel.     B.  Lpz. 

Anfangsgründe  des  General-Basses  nach 
mathematischer  Lehr- Art  abgehandelt,  und 
vermittelst  einer  hierzii  erfundenen  Ma- 
schine auf  das  deutlichste  vorgetragen 
von...  Lpz.  (1739)  Selbstverlag.  8». 
[B.  B.  Musikfr.  Wien.  Brüssel.  Dresd. 
B.  Lpz. 

1740  erschienen  3  Samlg.  auserlesene 
moralische  Oden.  Lpz.  bei  Mizler  (An- 
zeige). Marpurg  bespricht  sie  in  den 
krit.  Briefen  1,  162. 

Gespräch  von  der  Musik,  zwischen 
einem  Organisten  imd  Adjuvanten,  darinnen 
nicht  nur  von  verschiedeneu  Missbräucheu, 
so  bey  der  Musik  eingerissen,  gehandelt, 
sondern  eines  und  das  andere  beym  Clavier- 
und  Orgel-Spielen  angemerket  wird  ...  an 
das  Licht  gestellet  von  einem,  der  von 
Jugend  auf  Christlich  Vnterrichtet,  und 
0  öffentlich  die  Wahrheit  an  den  Tag  ge- 
geben.    In   IV.  Unterredungen.     Erfurdt 

1742  J.  D.  Jungnicol.  4".  (Vorrede  von 
Lorenz  Mizler  gez.)  [B.  B.  B.  Wagener. 
Brüssel.     Einsiedeln. 

Contrapunktlehi-e  in  Frag  und  Antwort. 
1742.     [Proske. 

Er  gab  auch  Fux'  Gradus  ad  Parnassum 
deutsch  heraus.  Lpz.  1742  Mizler.  4°. 
(siehe  Fux). 

Ein  Brief  von  1736  in  M.  f.  M.  22,  51. 

2  Sendschreiben  an  Mizler  von  Chr. 
Gottl.  Schröter  1738   und  J.  G.  Doernor 

1743  siehe  dori. 

Mocchi,  . . . 

In  der  Proske  -  Mettenleiterschen  Bibl. 
zu  Eegensburg  befindet  sich  eine  Messe 
zu  5  Stim.  mit  Orchester  in  Stb.  Oh  M. 
dem  18.  oder  19.  Jh.  angehört,  ist  mir 
unbekannt. 

Mocke,  Johann  Baptist. 

Die  B.  M.  besitzt  von  ihm  den  Gesang 
für  Sopr.  und  Bass  mit  2  V.  u.  Orgel  in 
5  Stb.  im  Ms:  Kombt  all  herzu  ihr. 

Mocker,  ...  ein  Musiklehrer  und 
erster  Klarinettist  am  Theater- 
orchester in  Lyon,  gab  von  1790 
ab  allerlei  Piecen  für  Klarinette, 
Fagott  \\.  a.  Instrumente  heraus 
(F6tis). 

Mockwitz, . . .  Organist  in  Erfurt, 
geb.  1696,  gest.  1721  (Leipz.  Ztg. 
30,  346). 


Moctvvitz,  Friedrich. 


12 


Moderue. 


Moekwitz,  Friedrich,  vorteil- 
liaft  bekannt  durch  seine  vorzüg- 
lichen Klavierarrangements  klas- 
sischer Meisterwerke.  Czerny's  Ar- 
rangements derselben  Werke  waren 
durch  ihre  Ueberladung  unspiel- 
bar.  M.  verstand  es,  aus  den  Par- 
tituren das  Wichtigste  auszuziehen 
und  in  praktischer  Weise  auf  dem 
Klaviere  wiederzugeben.  Er  war 
1773  in  Lauterbach  bei  Stolpen 
in  Sachsen  geboren,  Sohn  eines 
Predigers,  gest.  im  Dez.  1849  zu 
Dresden,  studierte  Jura,  wandte 
sich  aber  ganz  der  Musik  zu,  liefs 
sich  in  Dresden  nieder  und  er- 
teilte Musikunterricht.  An  eigenen 
Kompositionen  erschienen  vor  1829 
zwölf  Walzer  für  Pfte.  bei  Breit- 
kopf &  Haertel  und  nach  1829  ebd. 
3  Potpourri  aus  Opern.  In  den 
Autogr.  Grasn.  in  B.  ß.  eine  4hdge. 
Mazurka.  Mehr  ist  nicht  bekannt. 
Seine  Arrangements  klassischer 
Werke  sollen  von  1809  ab  er- 
schienen sein  (Schilling  und  die 
Verlagskataloge). 

Mocqu^,  Antoino,  siehe  Monqu6. 

Modole,  ...  ein  um  1770  in 
Florenz  lebender  Violinvirtuose, 
dessen  Burney  in  seinen  Reise- 
büchern rühmend  erwähnt. 

Modeiiesi,  unter  dieser  Bezeich- 
nung besitzt  die 

Bibl.  Dresden  Mus.  im  Ms.  Uli  eine 
„Sonata  da  Cimbalo"  in  qufol. 

Moderne,  Jacques,  de  Pin- 
guento,  alias  dicti  Grand  Jaques. 
Ob  der  Beiname  Pinguento  seine 
Gebiirtsstadt  bezeichnet,  ist  frag- 
lich. Eitter  verz.  nur  ein  Pin- 
guente  in  Istrien,  möglich  dass 
seine  Familie  daher  stammte.  Er 
lebte  im  Anfange  des  16.  Jhs.  in 
Lyon  und  soll  nach  Fetis  Kapell- 
meister an  der  Kirche  Notre-Dame 
du  Confort  gewesen  sein,  errich- 
tete gegen  1532  eine  Notendrucke- 


rei nebst  Verlag  daselbst  und  gab 

eine    grofse    Anzahl    Musikwerke 

heraus,  sowohl  Samlwke.  als  Samlg. 

einzelner  Autoren.     Nach  Gessner 

war  er  auch  Komponist  und  gab 

Chansons    und    Motetten    heraus, 

doch    ist    davon    nichts    bekannt. 

Von  seinen  Samlwk.  sind  bekannt 

(siehe  Eitner  1): 

1532  a.  Liier  decem  Missarum  a  prae- 
claris  niusicis.  Chorb.  in  fol.;  gegen  die 
2.  Ausg.  von  1540  ist  fol.  44  eine  Messe 
,,Ces  faclieiilx  setz"  mit  Guill.  Prevost 
gez.  und  von  Layolle  sind  2  Messen  und 
d  anonyme  Mot.  darin.  [Bologna  (fehlt 
im  Eitner  1). 

—  Ausg.  1540,  siehe  Eitner  1,  1540  c. 
[llofb.Wien.     Florenz  B.  n.     Cap.  sistiua. 

1532b.  Primus  lib.  c.  4  voc.  Motetti 
del  f iore.  4  Stb.  [B.  B.  B.  M.  Hofb. 
AYien.     Rom  Cecilia.     Bjüssel:  A. 

1.532  c.  2.  lib.  c.  4  voc.  4  Stb.  [B.  B. 
B.  M.  ohne  Di-uckfirma  und  Jahr.  B. 
Haberl  mit  Druckfii-ma.  Brüssel.  Korn, 
Cecilia  von  1533? 

1532d.  2.  lib.  c.  5  voc.  4  Stb.  [B.  B. 
B.  M.  Hofb.  Wien.  Glasgow.  Rom  Ce- 
cilia. Brüssel:  A.  (das  1.  Buch  der5stim. 
Motetten  ist  unbekannt). 

1538a.  3.  lib.  Mottetomm  ad  5  et 
6  voc.  4  Stb.  [B.  B.  B.  M.  Hofb. 
Wien.  Rom  Cecilia.  br.  Mus:  Sup.  A. 
Brüssel:  A. 

—  a.  Ausg.  von  1542.     [B.  M. 
15381.  m.  n.     Le  Parangon  des  chan- 

sons.     1.  2.  3.  livro.     [Jjüneburg.     B.  M. 
Doublette.    Hofb. Wien.    br. Mus :  liv.  1—9. 

—  Vom  2.  Buch  in  B.  M.  eine  Ausg. 
von  1540.    Alle  in  1  vol.    Stirn,  gegenüber. 

—  Vom  3.  Buch  ebendort  eine  Ausg. 
von  1543. 

—  1538o.    4.  livro.    [Lüneburg.    B.  M. 

—  Ausgabe  von  1539.  [Hofb.  AVien. 
B.  M.     br.  Mus. 

—  1538  p.  5.  livre.  [B.  M.  Hofb. 
Wien.     br.  Mus. 

1539  b.  3.  lib.  cum  4  voc.  Motteti 
del  fiore.  4  Stb.  [B.  B.  B.  M.  Hofb. 
Wien. 

1539  c.  4.  lib.  c.  4  voc.  Motteti.. 
4  Stb.     [B.  M.     Hofb.  Wien. 

1539d.  4.  lib.  Mottetomm  ad  5  et 
6  voc.  4  Stb.  [B.  B.  B.  M.  Hofb. 
Wien.     Bmssel:  A. 

1539  r.  Le  Parangon  des  chans.  4.  liv. 
16  chans.  h  3  part.  1  Buch.  Forts,  des 
obigen.  [B.  M.  Lüneburg.  Hofb.  Wien, 
br.  Mus. 


Moderne. 


13 


Mölich. 


1540c.     Liber  decem  Missarum,  siehe 

1532  a. 

1540o.  Le  Paransjoa  des  chansous. 
6.  Uv.     1  Buch.     [B.  M.     br.  Mus. 

1540  p.    Le  Parang.     7.  Uv.     [ebd. 

1541  e.  f.    Le  Parang.  8.  u.  9.  liv.    [ebd. 

1542  Quintus  üb.  Mottetonim  ad  5 
et  6,  et  7  voc.  4  Stb.  [B.  M.  Hofb. 
Wien.     Brüssel:  A. 

1543  k.  Le  Parangon  des  chansons, 
10.  liv.     1  Buch.     [B.  M. 

1543.  Le  Parangon  ...  11.  Uv.  cont. 
29  Chans.  1  Buch.  Enth.  Berchem,  Bou- 
teiller,  Certon,  Cheurier,  Claudin,  P.  Colin, 
Courtoys.  CrecquiUon,  Fiuot,  Godard,  Gosse, 
Jannequin,  Svmon  de  Lanier,  Lupi,  Mail- 
lard,  Mittantier,  G.  de  la  MoeuUe,  Mor- 
nable,  S.  Ronce,  Sandriu,  Yassal,  P.  de 
YilUers  u.  A.  Yver.  [Brüssel,  fehlt  im 
Eituer  1.  ^  .    , 

1546.  Harmonidos,  Ariston.  Tncolon, 
Ogdoameron,  in  quo  habentur  Liturgiae, 
vel  Missae  tres.  Chorb.  fol.  [B.  Kgsbg. 
B.  M.  und  KöUi  mit  1548  gez.  (später  erst 
geändert). 

Näheres  über  die  Samlwk.  in  Eituer  1. 

Die  Stadtb.  Augsburg  besitzt  noch  den 
Superius  zu  dem  sonst  nicht  bekannteu 
Samhvk.  ohne  Jahreszahl:  Le  difficile  des 
Chansons.  2.  Uv.  cont.  26  Chans,  nou- 
ueUes  a  4  pts.  en  4  Uv.  . .  Imprim. 
nouuell.  a  Lyon.  kl.  qu40.  26  Nrn. 
(siehe  Kat.  Nr.  87  der  Inhalt). 

Modiana  il  Pellegriiio,  Orazio, 

bez.  sicli  als  Akademiker  der  „Filo- 
meui"  zu  Casalmaggiore  (Cremona) 
und  gab   als  erstes  Werk  heraus: 

Primitie  di  sacri  concerti  a  voce  sola 
con  il  B.  per  souar  l'organo,  Clavicembalo, 
Chitarrone,  ö  altra  sorte  di  stromenti.  Di 
D.  . . .  Yen.  1623  Ales.  Yincenti.  1  vol. 
fol.    16  Bog.  mit  21  lat.  Gesgen.    [B.  Br. 

3IO(lo  facile 

di  souare  il  Sistro  detto  il  Timpano. 
Ms.  in  12».    6  Bll.    [Bologna,  Kat.  1,  338. 

Modo  facile  per  instniire  i  principiäuti 
a  saper  ben  leggere  con  fondamento  le 
clUavi  della  musica;  concerneute  tutte  le 
difficoltu  che  vi  possono  accadere:  Aggion- 
tovi  anche  il  modo  di  sonai-  trasportato. 
Per  opera  di  D.  N.  N.  Borna  1694  Gio. 
Giac.  Komarek  Boemo  alla  Foutana  di 
Trevi.    fol.    20  S.    [Bologna,  Kat.  1,  236. 

Modo  pratico  per  suonare  il  basso,  sopra 
il  Cembalo  ed  organo.  Ms.  qufol.  30  BU. 
[Bologna,  Kat.  1,  283. 

Modo  i  sia  regola  per  acconipagnare  il 
basso  cont.  per  la  Yiola  da  Gamba.  Ms. 
qufol.     [Bologna. 


Modiiloriim  4  et  5  voc,  siehe 
Arl)illius,  Jacobus.  Andere  Sam- 
melwerke mit  ähnlicher  Bezeich- 
nung, siehe  Eitner  1  p.  958. 

Moeck,  Christian,  geb.  1737 
im  Oktober  (20.?),  war  1771  zwei- 
ter Fagottist  an  der  Hofkapelle  in 
Ansbach-Bayreuth  des  Fürsten  Ale- 
xander von  Brandenburg.  1782 
wurde  er  noch  Stadt-  und  Stifts- 
organist. Er  starb  den  11.  April 
1818  (Privatnachricht  aus  Ans- 
bach aus  den  Akten). 

Er  ist  der  Yerfasser  einer  Choral- 
melodie, die  sich  im  Bairischen  Gesgb. 
von  1820  befindet.  Zahn  Nr.  2815  b, 
siehe  auch  Bd.  5,  457.  Moeck  erfreute 
sich  in  Ansbach  eines  gewissen  Ansehens 
und  wird  noch  heute  als  tüchtiger  Orgel- 
spieler gemhmt. 

Mölilmann,  Konrad,  am  2.  Mai 

1661  zum  Organisten  an  der  Niko- 
laikirche zu  Hamburg  gewählt, 
1702  mit  600  M  pensioniert  und 
gest.  im  Juli  1706  (Ratsakten). 

Mölicli  (Malich),  Micliael,  im 
Fürstenau  1,  39  fälschlich  Möhlich 
geschrieben.  Er  diente  schon  vor 
1587  als  Instrumentist  u.  Citharist 
an  der  Hofkapelle  in  Dresden  und 
wird  nach  den  Akten  des  sächs. 
Staatsarchivs  am  26.  Juli  1594 
von  seinem  Urlaub  zurückerwartet. 
1599  ist  er  auf  der  Taufe  in  Tor- 
gau beim  Administrator  Friedrich 
Wilhelm.  Er  erhält  mehrfach  Geld- 
geschenke, so  1587  und  1588.  Am 
16/11  1612  verheiratet  er  sich. 
Fürstenau  bez.  ihn  1606  als  2ten 
Organisten. 

Sein  Sohn  Gabriel  Mölich  wird 
1619  als  Instrumentist  an  der  Ka- 
pelle genannt  und  erhält  1620  zu 
einer  Reise  nach  Italien  400  Cronen 
(s.  Staatsarch.).  Von  ihm  kennt 
man  den  Druck: 

Geistliche  Madrigal  mit  4  u.  5  St.  auff 
vbliche  ItaUanische  art.  Lpz.  1619  Lor. 
Kober-Grossens.  20  Nrn.  fol.  [Kopen- 
hag.     B.  Lpz. 


Moll. 


14 


Möller,  Joh.  Gottfr. 


—  Dieselben  in  Part,  von  moderner 
Hd.     Ms.  14550.  B.  B. 

Möll  (Moll),  Franz,  scheint  mehr 

dem  19.  Jh.  anzugehören.   Die  Bibl. 

in  Dresden  besitzt  von  ihm: 

4  Tantum  ergo  für  Landchöre  zu  4 
Singstimmen  und  Orchester,  op.  1.  Inns- 
bruck, J.  A.  Most.     fol.     Stb. 

2  Lieder  zum  Gottesdienst,  für  Solo 
und  Chor,  op.  2.     Ibid. 

In  der  Musica  Ecclesiastica  von  Ign. 
Mitterer,  Eegensburg,  Pustet,  befindet  sich 
in  der  3.  Lfg.  ein  Panis  augelicus  von 
F.  Moll. 

Möller,  . . .  Violoncellist  an  der 
fürstl.  Esterhazyschen  Kapelle,  gab 
am  22.  Juni  1790  in  Zittau  ein 
wenig  besuchtes  Konzert  (Viertel]. 
5,  588). 

Möller,  Christian,  wird  1703 
„seeliger  gewesener  hochfürstlich 
Hessen-Casselscher  Hof-  u.  Stadt- 
Organist"  genannt  (Titel).  Er  gab 
heraus: 

Da\'ids  Kleinod,  150  Psalmen  (u.  a.  Ge- 
sänge) in  2stim.  Paititur.  1.  Thl.  Franckf. 
u.  Cassel  1703  J.  G.  Striegel.  2.  Thl.  ib. 
1703  in  40.  [B.  K.  B.  Hbg.  in  2  yoll. 
br.  Mus. 

Die  B.  Wemig.  besitzt  noch  ein  Ge- 
sangb.  von  1716,  wozu  er  die  Vorrede 
schrieb,  gez.  mit  C  Möller,  Hoff  und 
Stadtorganist  und  jedenfalls  auch  die  ein-" 
stimmigen  Gesänge  sammelte,  betitelt: 
Neu-vermelirt-verbessertes-  und  hiebevor 
noch  nie  also  eingerichtetes  Gesang-Buch 
in  welchem  sowohl  die  Psalmen  Davids 
nach  frantzösischcr  Melodie  durch  D.  Ambr. 
Lobwasser  . . .  auch  H.  .Joach.  Neandri  . . . 
Cassel  1716  Henrich  Harmes,  gr.  12". 
169  S. 

Möller  (Moller),  Johann,  wurde 
am  Ende  des  16.  Jhs.  Stadt-  und 
Hof- Organist  in  Darmstadt  und 
lässt  sich  bis  in  die  Mitte  des  17. 
in  gleicher  Stellung  verfolgen  (M. 
f.  M.  32,  5  ff.  und  Titel).  Man 
kennt  von  ihm: 

Ein  new  Quodlibet  zu  unterthänigen 
Ehren  . . .  dem  Fürsten  Philipen,  Land- 
grafen zu  Hessen  . . .  mit  4  Stim.  durch 
Joh.  Mollerum  .  .  .  Fraucf.  a/M.  1610 
Wolfg.  Richter.  4  Stb.  4«.  [B,  G.  Darmst: 
C.     br.Mus:  T. 

Neuwe    Paduanen    vnnd    darauff   ge- 


hörige Galliarden,  von  5  Stim.  sampt 
einem  newen  Quodlibet  auff  allerley  In- 
strum. . .  Ib.  1610.  5  Stb.  40.  20  Nrn. 
[B.  G.,  feWt  5  a.     B.  B:  T.     Darmst:  C. 

Newe  teutsche  Muteten  mit  5,  6,  7 
und  8  Stim.  Darmst.  1611  Hoffmann. 
[B.Kassel:  B.     br.Mus:  T. 

Andere  noch  mehr  Newe  Paduanen, 
vnd  darauff  gehörige  Galliai'den  mit  5. 
Stim.,  sampt  eins  von  3.  Stim.  auff  aller- 
ley Instr.  füglich  zugebrauchen  . . .  Darmb- 
statt  1612  B.  Hoffmann.  5  Stb.  4».  18 
Nrn.     [B.  G.,  fehlt  5a.     Darmst:  C. 

Ms.  B.  Darmst.  Das  heilige  Vatter  Unser 
in  die  Music  gebracht  vndt  mit  6  Stim. 
componirt  von  Johann  Möller  1652.    Stb. 

In  B.  L.  Ms.  Es  wolt  gut  Jäger  jagen, 
Quotlib.  4  voc.  von  Joh.  MoUerus. 

Möller,  J  . . .  C . . .,  lebte  am 
Ende  des  18.  Jhs.  Näheres  un- 
bekannt. Von  seinen  Komposi- 
tionen sind  nachweisbar: 

Die  Erscheinung  und  Junker  Fritz  in 
Musik  gesetzt  von  . . .  Speier,  Dossier 
(Nr.  12).  [ß.M:  Cemb.,  Flöte  und  Vcl. 
in  40. 

6  Quartettes.  London,  J.  Betz.  4  Stb. 
mit  J.  C.  Moller  gez.     [B.  M. 

Progressiv  lessons  for  the  harps.  op.  6. 
London,  qufol.  mit  J.  C.  Moller  gez.  [br. 
Mus. 

A  compleat  book  of  in.struction  for  the 
pfte.     op.  6,     London.     qu4''.     [br.  Mus. 

6  Sonatas  for  the  Fortepiano,  V.  and 
Vcl.     Lond.     fol.     [br.  Mus. 

12  Variation  pour  le  Clavecin.  Lips. 
1798.     [B.  Lpz. 

In  Bossler's  Samlwk.  ist  er  in  Nr.  6 
u.  9  mit  Kompositionen  vertreten.  Die 
Lpz.  Ztg.  7,  506  beurteilt  sein  op.  4. 

In  Mss.  besitzt  die  B.  Darmst. 

1.  Sonata  per  il  Cembalo  solo  con  V., 
Fl.  trav.  obl.  e  Vcl.    Stb. 

2.  Sonata  per  il  Cemb.  solo  c.  Fl.  trav., 
V.  e  Vcl.  mit  1777  gez.     Stb. 

3.  nur  mit  J.  MöUer  gez:  Concerto  5. 
per  il  Cemb.  concertato,  2  V.  e  Vcl.    Stb. 

Von  einem  Möller  im  Ms.  B  1086  Nr.  5 
in  B.  Dresden  2  Klavierstücke. 

Möller,  Johann  Gottfried,  ein 

Schüler  KitteFs,  studierte  am  Ende 
des  18.  Jhs.  an  der  Leipziger  Uni- 
versität Theologie  und  gab  schon  da- 
mals Kompositionen  heraus.  Später 
wurde  er  Pfarrer  zu  Schwabhausen 
und  Petriroda  wie  der  Gothaische 
Nationalanzeiger  berichtet.    Wahr- 


Möller,  Karl. 


15 


Moers. 


scheinlich  war  er  vordem  Musik- 
lehrer am  Seminar  zu  Gotha,  wie 
man  auf  op.  12  liest.  Gerber  2 
führt  mehrere  Werke  von  ihm  an. 
Bekannt  sind  mir: 

Gesäuge  für  4  Männerstimmen,  op.  12. 
Gotha,  MüUer.     [B.  B. 

VII  trioniäXsige  Clioralvorspiele  für  die 
Orgel.  Schicht  gewidmet.  Lpz.,  Breit- 
kopf  &  Haertel.  qni°.  15  S.  [B.  Wa- 
gener. 

Vierhändige  Sonate  f.  Pfte.  op.  7. 
Gotha,  Angermeyer  &  Co.  qufol.  31  S., 
dedic.  dem  Geueralsnperiutendent  Dr.  K. 
G.  Bretschueider.     [Gotha. 

16  Variations  p.  le  Clav,  ou  Fortep. 
Lpz.,  C.  F.  Lehmann,    qiifol.    [Dresd.  Mus. 

KmJohanii  Ludwig  Möller  wurde 
am  1.  Juni  1656  als  Yiolinist  an 
der  Hofkapelle  in  Daiinstadt  mit 
10  Gld.  monatl.  angestellt  (M.  f.  M. 
32,  35). 

Möller,  Karl,  nach  Spitta's 
Bach  1,  507,  war  er  der  Nach- 
folger Christian's  in  dessen  Aemter 
in  Kassel  und  wahrscheinlich  dessen 
Sohn.  Sein  Gehalt  betrug  1709  nur 
140  Gld.  nebst  Naturalien,  wurde 
aber  um  1719  auf  200  Thl.  jährl. 
erhöht. 

Mönch  von  Edmonsbiiry. 

In  der  Cotton-Bibl.,  brit.  Mus.  (Burney 
5,  389.  392)  befindet  sich  ein  Tractat: 
„Cogiiita  Modulatione  secundum  viam  octo 
Troporum  et  secundum  usum  et  consuetu- 
dinem  fidei  Cathoiicae".  Schrift  um  132ö. 
Coussemater  Script.  I.  Anonymus  IV. 

Mönch  (Münch)  von  Salzburg, 

ein  Liederdichter  und  Komponist. 

Eine  Hds.  aus  dem  14.  Jh.  in  der 
Stiftsbibl.  von  St.  Gallen  enthält  ein 
Benedicite,  verdeutscht.  Siehe  den  Ab- 
druck desselben  in  Schubiger's  Spicilegien 
S.  104  und  127.  Auch  Schubiger  2,  30. 
In  der  Mondseer  Hds.  (Codex  Lunaecen- 
sis),  bekannt  unter  der  Bez.  Spörrs  Lieder- 
buch, 14.  Jh.,  in  der  Hofb.  Wien,  sind 
die  ersten  31  geistlichen  Lieder  gröfsten- 
teils  von  ihm.  Erschien  in  einem  Neu- 
drucke. 

Möngal,  ein  Irländer,  trat  ins 
Kloster  zu  St.  Galleu  und  wurde 
Vorsteher  der  Klosterschule.  Er 
lebte    im    10.  Jh.    und    soU    nach 


Schubiger  2,  2  auch  im  Musik- 
fache bewandert  gewesen  sein. 

Moerenhout,  U...,  um  1772 
Organist  bei  den  Dominikanern  zu 
Brüssel,  nach  einer  Subscriptions- 
liste. 

Möring,  Joachim,  Organist  an 
der  Jakobikirche  zu  Hamburg  von 
1629  bis  zu  seinem  Tode  1631 
(Ratsakten). 

Ein  späterer  Moering^  ohne  Vor- 
namen, dirigierte  um  1763  in 
Hamburg  an  der  Jakobikirche  die 
Kirchenmusik;  sonst  ist  er  als 
Sänger  bekannt  (Sittard  1,  40). 

Moering,  Johann  Peter,  um 

1700  zu  Hildburghausen  geb., 
wurde  um  1757  als  Violinist  an 
der  Hofkapelle  zu  Zerbst  angestellt. 
Es  ist  nicht  erwiesen,  ob  er  der- 
selbe ist,  der  um  1765  Musik- 
direktor zu  Oehringen  in  Württem- 
berg war.  Fetis  erwähnt  Instru- 
mentalkompositionen im  Ms.,  die 
er  aber  nicht  näher  bezeichnet 
(Marpurg  3,  130). 

Möring,  Michael,  geb.  11.  Okt. 
1677  zu  Hildburghauseu,  Todes- 
datum unbekannt,  studierte  1698 
in  Jena  Theologie,  trat  1704  als 
Bassist  in  die  herzogl.  Kapeile  zu 
Hildburghausen  und  wurde  1710 
Pagen-Informator.  1712  erhielt  er 
die  Pfarre  zu  Seidenstadt,  wo  er 
am  10.  Nov.  ordiniert  Avurde,  nahm 
aber  schon  1713  seinen  Abschied, 
da  sie  seiner  Musikliebe  keine 
Nahrung  bot,  übernahm  das  er- 
ledigte Kautorat  zu  Hildburghausen 
und  1720  das  zu  Koburg.  Gerber 
2  erwähnt  Kirchenkompositionen, 
die  im  Ms.  bekannt  waren. 

Moers,  Marc,  ein  Organist  und 
Orgelbauer  zu  Lierre  in  Belgien, 
lebte  im  Anfange  des  16.  Jhs.  und 
wird  in  einer  Rechnung  im  Archiv 
zu  Lille  (Nr.  F.  195)  erwähnt 
(Fetis). 


Moerschel. 


16 


Moser. 


Moerschel,  Dr.  E...,  lebte  in 
der  2.  Hälfte  des  18.  Jhs.  und  ist 
in  einem  Samlbde.  Lieder  [B.  Dres- 
den Ms.  B.  91 OJ  mit  Zeitgenossen 
als  Liederkomponist  vertreten. 
Gerber  1  erwähnt  ihn  auch.  In 
Bossler's  Samlwk.  11  befindet  sich 
eine  Komposition  unter  Moerschel, 
die  ihm  wohl  angehört. 

Mörsper^er,  Hieronymus,  um 

1689  „dess  Innern  Rats  burger  und 
Organist  zu  Neuenmarkt''  (ßaiern), 
bietet  seinen  Sohn  dem  Kurf.  von 
Baiern  als  Discantist  u.  Musicus 
an  (Kreisarch.  in  Miinclien). 

Moesch,  P.  Beda,  geb.  1741 
zu  Fricken  im  Aargau,  gest.  1 .  Dez. 
1802  im  Kloster  Muri  (Schweiz), 
in  welches  er  1759  eintrat,  dort 
36  Jahre  Kapelhnoister  war  und 
viele  Kirchen kompositionon  zu  4 
St,  u.  kl.  Orchester  hinterliefs 
(Kornmüller  1,  434). 

Mösclil,  Clirysant,  geb.  um 
1745  zu  Neuburg  in  Baiern  (Ober- 
pfalz), trat  in  den  Frauziskaner- 
orden  ein,  machte  einen  Kursus 
bei  Kammerloher  durch  und  ver- 
sah darauf  im  Kloster  zu  Ingol- 
stadt den  Musikdienst  als  Sänger, 
Organist  und  Komponist.  Er  lebte 
daselbst  noch  1812  und  hinterliefs 
Kompositionen  für  die  Kirche, 
auch  wurde  gegen  1780  ein  Work 
für  Klavier   in   Berlin   gestochen: 

Unterhaltung  beyni  Ciavier  (Metten- 
leiter 2,  167.     Fetis). 

Moser,  Karl,  geb.  24.  Januar 
1774  zu  Berlin,  gest.  27.  Januar 
1851  ebd.  Bildete  sich  zum  Vio- 
linisten bei  Böttcher  aus  und  trat 
bereits  am  24/4  1784  als  Virtuose 
auf.  Auf  Empfehlung  des  Königs 
Friedrich  Wilhelm  IL  kam  er  1788 
an  die  Kapelle  des  Markgrafen 
von  Schweclt,  kehrte  nach  dem 
Tode  desselben  nach  Berlin  zurück, 
wurde   in  die  Vorbereitungsklasse 


der  Kgl.  Kapelle  aufgenommen  u. 
bildete  sich  unter  C.  Haack's  Lei- 
tung noch  weiter  aus.  Am  1/1 
1792  wurde  er  als  Kgl.  Kammer- 
musikus angestellt.  Einer  Liebes- 
geschichte mit  einer  hochgestellten 
Dame  wegen  musste  er  Berlin 
1796  verlassen  und  ging  nach 
Hamburg,  lernte  Rode  und  Viotti 
kennen  u.  bildete  sich  nach  ihnen, 
trat  darauf  eine  Konzertreise  an, 
die  er  bis  London  ausdehnte  und 
wurde  dort  von  Salomon  für  seine 
Konzerte  engagiert,  doch  verliefs 
er  wegen  eines  neuen  Liebesver- 
hältnisses London  sehr  bald,  kehrte 
nach  dem  Tode  des  Königs  von 
Preufsen  (1797)  nach  Berlin  zu- 
rück und  erhielt  seine  frühere 
Stellung  wieder.  1806  —  1811  lobte 
er  in  Petersburg  und  wurde  nach 
der  Befreiung  des  Vaterlandes  vom 
Feinde  bei  der  Neuorganisierung 
der  Kapelle  zum  Konzertmeister 
befördert,  errichtete  1813  üifent- 
liche  Streichquartett-Aufführungen, 
worin  er  hauptsächlich  Werke  des 
Dreigestirns  Haydn,  Mozart,  Beet- 
hoven, die  fast  unbekannt  waren, 
aufführte;  1816  fügt  er  diesen 
Konzerten  noch  Sinfonien  und 
Ouvertüren  hinzu  und  legte  somit 
den  Grund  zu  den  späteren  Sin- 
fonie-Konzerten der  Kgl.  Kapelle 
zum  Besten  ihres  Waisenfonds; 
1825  wurde  er  Musikdirektor,  oi'ster 
Konzertmeister  und  Leiter  der  In- 
strumentalklasse der  Kgl.  Kapelle. 
1842  feierte  er  sein  50jähriges 
Dienstjubiläum,  erhielt  den  Titel 
eines  Kapellmeisters  und  wurde 
pensioniert,  behielt  aber  die  Leitung 
der  Instrumeutalklasse  bei  (Lede- 
bur.  Rh.  Ztg.  1,  260).  Als  Kom- 
ponist leistete  er  nichts  Hervor- 
ragendes. Ledebur  giebt  ein  Verz. 
von  Gesangs-  und  Instruraental- 
kompositionen.    Nachweisbar  sind: 


Mösl. 


17 


Moiet. 


Die  Gastfreundschaft  oder  Der  Chorist 
in  der  E<iuipage.  Vaudeville  in  1  Akt. 
Ms.  14559.    P.     [B.B. 

Hymne  zu  4  Stirn,  u.  Orch.  Ms.  P. 
[Brüssel  Cons. 

Festgesang  zur  Feier  des  10.  Augast 
comp,  und  dem  Grofshzg.  von  Mecl^lbg.- 
Schwerin  gewidmet.   Ms.  P.    [Schwerin  F. 

Festgesaug  zur  Feier  des  Nameutages 
Ludwigs  X.  1823.     P.     [Darmst. 

3  Lieder  im  Ms.  von  1843.  [Berlin 
K.  H. 

2  iiLSsische  Nationalgesge.  für  Pfte. 
arrang.  mit  deutschem  Text.  Ms.  14560 
in  K.     [B.  B. 

Concei-tante  f.  Oboe,  2  Hörner,  V.  mit 
2  \.  A.  Vcl.  u.  Triangel.  Ms.  Stb.  [Briis- 
sel  Cons. 

Polonaise  militaire  p.  le  Pfte.  in  D. 
op.  3.     Lpz.,  Kühnel.     [B.  B. 

Ballmusik,  aufgef.  auf  den  Kgl.  Hof- 
bälleu.     Berhn   1815   Schlesinger.     [B.  B. 

Pas  de  deux  und  Pas  de  trois  zu  Be- 
lisar  (von  Donizetti).     Autogr.   P.     [B.  B. 

Ein  Brief  vom  23/10  1844  in  B.  B., 
Autogr.  Grasn. 

Mösl,  M . . . 

6  Aufzüge  für  3  uud  4  Trompeten, 
Pauken  und  Orgelsolo,  Posaunen  ad  lib. 
Augsbg.,  Audr.  Böhm.  Kl.-A.  [B.M.J 
Der  Verleger  A.  Böhm  gehört  his  18.  bis 
19.  Jh. 

Moessamis,  siehe  Massenus. 

Mösserer,  Mathias,  um  1655 
Praeceptor  uud  Tenorist  in  Krems- 
müuster  (Huemer  29). 

Moeth,    Egidius    und   Franz, 

im  Dienste  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen, haben  auf  Kosten  des  Her- 
zogs bei  ihrem  Vater  Egid  M.  die 
Viola  bastarda  erlernt.  10/5  1024 
(Kreisarchiv). 

Ein  Aegidius  Mo'et  ist  im  Samlwk. 
1624  b  mit  2  Mot.  vertreten  uud  kann 
wohl  der  obige  sein  (Eituer  1).  Beide 
Motetten  in  Part,  in  Hofb.  Wien,  Ms. 
19  423. 

MocuUe,  G.  de  la,  siehe  La 
Moeiille. 

MÖAving,  J. . .  H. ..,  Lebens- 
zeit unbekannt,  gab  heraus: 

Liederbuch  für  deutsche  Laudlcute. 
Lpz.     [B.  Lpz. 

Moifliii  (Moflin),  Jan,  Kapellan 
und  Sänger  an  der  kleinen  Messe 

Eob.  Eitiior's  Quellon-Lexüoii.     Bd.  7. 


d.  Hofkapelle  Philipp II.  von  Spanien 
um  1562.  1585  wurde  er  Almou- 
sier  der  Kapelle  und  erhielt  für 
seine  langen  Dienste  die  Praebende 
in  der  Abtei  St.-Winoc  (Nieder- 
lande).    Straeten  8,  41.  111.  115. 

Mog'aYero,  Antonio,  aus  Fran- 
cavilla  (Neapel,  bei  Capo  d'Otranto), 
lebte  am  Ende  des  16.  Jhs.  und 
ist  bekannt  durch: 

Canzonette  aUa  napolit.  di  . . .  Lib.  1. 
a  3,  et  4  voci  . .  Venet.  1591  G.  Vin- 
ceuti.  3  Stb.  4».  24  Gesge.  [Hofb. 
Wien. 

...  II  1.  lib.  delle  Canzonette  a  4  voci 
. . .  Yen.  1596  Amadino.  4  Stb.  4^.  21 
Gesge.     [Hofb.  Wien:  C.  A. 

...  II  3.  lib.  de  Madrigali  a  5  voci  in- 
titolato  Vezzi  ainorosi,  con  un  Dialogo  a 
8.  Nouam. . .  Yen.  1598  ib.  5  Stb.  4P. 
20  Gesge.     [Crespano:  T. 

Ln  Samlwk.  1598  b  ein  Madrigal  (Eit- 
ner  1). 

Möge,   Johannes  ßudolplius, 

Vitriensis-Gallus  (Vitry?),  ist  als 
musices  Informator  am  7/6  1715 
a/d.  Univers,  zu  Leyden  einge- 
zeichnet (Bouwst.  3,  4). 

Molirhardt,  Peter, 

um  1725  erschien  von  ihm  Sonate  a 
2  V.    2  Viele,  Fag.  e  Cent.  (Walther). 

Mohrheim ,  Friedrich  Chri- 
stian. Gerber  1  und  Adlung  S. 
711  nennen  ihn  Morheim  u.  Ad- 
lung giebt  ihm  fiilschlich  die  Vor- 
namen Christian  Samuel.  Breit- 
kopf's  Verz.  schreibt  wie  Gerber  1. 
Er  war  1718  zu  Neumark  in  Thü- 
ringen geb.,  wo  sein  Vater  Kantor 
war  uud  starb  1780  zu  Dauzig; 
er  bekleidete  daselbst  einen  Ka- 
pellmeisterposten (Titel).  Man  kennt 
von  ihm: 

Solo  per  il  Cembalo.  Danzig,  Momber. 
6  Seit.     [B.  Wagener. 

In  Breitkopf 's  Verz.  werden  1761  2 
Sonaten  u.  7  Praeludieu  für  Orgel  über 
geistliche  Lieder  in  Hds.  angezeigt. 

Moiet  (Moisl),  Eftidi,  wird  1605 
als  Trompeter  und  Instrumentist 
mit   200   Gld.    a/d.   Hofkapelle   in 

2 


Moine. 


18 


Molin,  Bastien  du. 


München  augestellt.  1635  beträgt 
sein  Gehalt  300  Gld.   (Kreisarch.). 

Moine,  siehe  Lemoine,  Le 
Moisne,  Le  Moyiie. 

3Ioito ,  (jriovanui  Battista, 
Draudius  zeigt  von  ihm  an:  Ma- 
drigal! a  6  voci.   Anversa  1(300.  4^. 

Mojon,  Benedetto,  geb.  um 
1770  zu  Genua,  gest.  im  Juni 
1849  zu  Paris.  Studierte  zu  Mont- 
pellier Medizin  und  liefs  sich  als 
Arzt    in    Paris    nieder.     Er    gab 

heraus: 

Memoria  suirutiliti'i  della  musica,  si 
nello  stato  di  salute,  come  in  quello  di 
nialattia.     Genua   1802.    8"  (nach  Fetis). 

—  französisch:  Memoire  siu-  l'utilite 
de  la  niusique  . . .  traduit  du  la  secoude 
edition  italienne,  avec  notes,  par  C.  D. 
Muggetti.  Pai-is  1803  Foin-nier.  8". 
[Biüssel. 

Memoire  sur  les  effets  de  la  castiation 
dans  le  corp  humain.  Montpellier  1803. 
8".     [Glasgow. 

Fetis  citicrt  3  Ausgaben  und  eine 
italienische,  Milane  1822  I'irotta.  12«. 
55  S.     [Bologna. 

Mol,  C.  Crerard,  stand  1571 
im  Dienste  des  Herzogs  Alba  in 
Brüssel  als  Passist  und  erhielt  die 
Summe  von  1638  Placas.  Er 
nahm  Ende  Juni  seinen  Abschied 
(Viertelj.  9,  397).  S.  398  wird  er 
in  den  Akten  bei  Nennung  seines 
Nachfolger's  Dalldux  „Sir  Xerart 
Mole"  genannt. 

Ein  Ranlequin  de  Mol  ist  im 
Leipziger  Chorbuche  des  15.  Jhs. 
(Universit.-Bibl.)  mit  der  Motette: 
Ave  decus  virginum,  4  voc.  fol. 
161  V.  vertreten. 

Moldeiüt,  Joaeliim  von,  ein 
Däne,  zu  Glückstadt  geb.,  blies 
als  Dilettant  die  Flöte,  griff 
Quantz  an,  wegen  Gebrauchs  der 
Zunge  beim  Flöteblasen  u.  nahm 
einen  Discours  in  seine  Sonaten 
auf,  den  dann  Marpurg  nebst 
Quantz'  Verteidigung  in  1,  68,  3, 
544.  4,  91  und  153  abdruckte. 
Neuerdings   wieder   abgedruckt  in 


Deutsche  Miisikerztg.  Berlin  1875 
Nr.  2  ff.  Die  Sonaten  sind  be- 
titelt: 

V)  Sonate  da  flaute  traverso  e  B.  c.  con 
un  discorso  sopra  la  maniera  di  sonar  il 
fl.  trav.  Hambg.  alla  spese  dell'Autore 
(1753).  fol.  3  BlI.  24  S.  [B.  Wagener. 
Dresd.  Mus. 

Dritter  neuester  und  letzter  Discours 
über  6  Sonaten  (Hbg.  1753  s.  nom.). 
[B.  B.     Brüssel  Cons. 

Siehe  auch  Gerber  1. 

Moles,   Peter  de  le,   siehe   Le 
Molcs. 
Molet,  Jan, 

im  Samlwk.  1556p.  eine  Chanson  zu 
4  Stirn.  (Eitner  1). 

Molette,  siehe  La  Molette. 

Molier  (Mollier,  Moliöre),  Louis 
de,  um  1642  Hofjuuker  (oder 
Stallmeister)  der  Gräfin  von  Sois- 
sons,  später  Musiker  bei  der  Kam- 
mermusik des  Königs  und  beauf- 
tragt die  Balletmusik  zu  schreiben. 

Im  6.  Bd.  der  Samlg.  PhUidor's  [C.  F.] 
ein  ,. Ballet  du  temps  dance  1654".  Fetis 
sucht  nachzuweisen,  dass  er  sich  auch 
unter  den  Tänzern  befand.  In  B.  Brässel, 
fds.  Fetis  238G:  Les  chansons  pour  dancer 
de  L.  Mollier.     Paris  1G40   Hob.  Ballard. 

3Ioliii,  Erik,  bekannt  durch 
den  Druck: 

Circulus  virtutum  porpetuus.  Üf  de 
wojiderbaarlyke  order  van"t  heel-all  open- 
geleid  in't  volkmaakt  general'  cimbal  .  .  . 
opgestelt  van  ...  Anist.  1748  M.  D.  N. 
ßidstrup.     4".     [Brüssel. 

Moliu,   siehe  Aegidius  ä  Mo- 

lendino. 

Moliu  (Mouliu,  du  Mulin),  Ba- 
stien du,  diente  bis  zum  22.  Juli 
1572  in  der  Kapelle  des  Herzogs 
Alba  in  Brüssel  als  Altist.  Vor 
dem  (1551)  begleitete  er  Marie 
von  Ungarn  nach  Spanien  u.  ging 
nach  ihrem  Tode  nach  den  Nieder- 
landen, wo  er  in  die  Kapelle  Mar- 
gareta's  von  Parma  trat  und  von 
da  in  Herzog  Alba's  Kapelle.  Sein 
weiterer  Verbleib  ist  unbekannt 
(Viertel]'.  9,  397.  398.  401.  Strae- 
ten  7,  431).     Siehe  auch  Moidin. 


Molin,  Jacques  du. 


19 


Molinaro,  Simone. 


3roliD  (Molins),  Jaoqnes  du, 
um  15S6  Säuger  a/d.  Hofkapelle 
Philipp  II.  von  Spanien  (Straeten, 
8,  116,  der  ihn  S.  168  im  Jahre 
1593  wieder  anführt).  Im  Straeten 
2,  10  ist  noch  ein  Jacques  du 
Molliii  verz.,  der  1618  Sänger  u. 
Kapellan  an  der  Kgl.  Kapelle  zu 
Brüssel  war.  Yielleicht  ist  er  der- 
selbe. 

Moliii,  Jean  du,  Fetis  setzt 
noch  einen  zweiten  Vornamen 
Remi  hinzu,  den  aber  kein  Druck 
trägt,  auch  das  von  Fetis  ange- 
führte Dokument  über  seine  Stel- 
lung nennt  ihn  nur  J.  du  Molin. 
Er  war  ein  Belgier  und  Organist 
an  der  Kirche  St.-Jean  zu  Mecheln, 
wo  er  sich  noch  1528  befand. 

Von  seinen  Kompositionen»,  deren 
Druck  in  die  Jahre  1534 — 1542  fallen, 
kennt  man  nur  4  Gesänge  in  alten  Saml- 
■wL,  darunter  eine  Missa  4  voc.  und  3 
Motetten  zu  4  und  .5  Stim.  (Eitner  1 
unter  Dumoün). 

Molina,    Bartolome    de,    ein 

spanischer  Franziskaner,  gab  her- 
aus: 

Arte  de  Canto  llano  Lux  videntis 
dicha.  Valladolid  löOü  en  casa  de  Diego 
de  Gumiel.    4».  goth.    12  BU.     [br.  Mus. 

Molina,  Pedro  de,  Contraltist 
um  1556  in  der  Kapelle  Karl  V. 
(Straeten  7,  361). 

Moliuaer,  J  . . .,  das  br.  Mus. 
besitzt  von  ihm: 

6  easy  Sonatas  for  the  pfte.  with  a 
Violiu.  London  c.  1800.  fol,  fehlt  die 
A'iulinstimme. 

3Iolinari,  Oratio,  um  1708  So- 
pranist an  S.  Marco  in  Venedig 
mit  100  Duk.  Gehalt  (Caffi  2,  44). 

Molinari  (Mollinari),  Pietro,  ein 
Kanzelredner  aus  Murano  (im  Ve- 
nedigschen),  schrieb  Opern,  die  in 
Venedig  aufgeführt  wurden  und 
zwar 

16Ü0  ,,L'Ipsicratea",  1664  „La  Bar- 
harie  del  Caso"  und  nach  Caffi  noch  1692 
„La  Teuere  travestita".  In  B.  Kassel 
fol.  34  eine  „Cantata  ä  voce  sola"  im  Ms. 


Molinaro,  Simone,  aus  Genua, 
er  war  der  Neffe  und  Schüler  des 
Gio.  Batt.  dalla  Gostena.  Im  Druck 
von  1599,  den  er  dem  Fürsten  von 
Piombino  widmet,  erklärt  er,  dass 
er  demselben  schon  längere  Zeit 
diene.  Gez.  ist  die  Dedic.  in  Genua, 
1599.  Doch  in  demselben  Jahre 
bekleidete  er  bereits  den  Kapell- 
meisterposten am  Dome  zu  Genua, 
den  er  noch  im  Jahre  1613  inne- 
hatte (siehe  Gesualdo  1613).  Mehr 
ist  aus  den  Drucken  nicht  zu  er- 
sehen. Von  seinen  Kompositionen 
ist  heute  noch  nachweisbar: 

. . .  Motectorum  quinis,  et  Missae  denis 
vocibus  Lib.  1.  Yen.  1.597  J.  Vincentius. 
5  Stb.  4".  1  Messe  (Nasce  la  pena  mia 
ä  10)  und  11  Motet.     [Bologna. 

Concerti  ecclesiastici  a  2  et  a  4  voci 
neUi  quali  si  contiene  Messa,  Motetti,  & 
Magaificat  in  tutti  li  otto  tuoni.  Con  la 
sua  partitura  per  l'org.  Di  . . .  Ven.  1605 
Amadino.  Stb.  ?  4".  70  Concerti,  dar- 
unter 1  Messe  u.  8  Maguif.  a  2  v.  und 
26  Concerti  a  4  v.     [B.  A :  C.  B. 

II  2.  lib.  de  Motetti  ä  8  voc.  Milano 
1601.     [br.Mus:  T2. 

...  II  3.  lib.  de  Motetti  ;\  5  v.,  cou  il 
Bc.  Venet.  1609  Aless.  Rauerij.  6  Stb. 
4*^.  Enthält  4  Motett.  von  seinem  Lehrer 
Gostena^  1  von  Leonardo  Levanto  und  1 
von  O.  Batt.  Slrata.     [Bologna. 

Concerti  a  1  e  2  voci  di  . . .  con  la 
partitura  per  l'orgauo.  Milano  1612  The- 
rede  S.  Tini  et  Lomazzo.  3  Stb.  4°. 
21  Gesge.,  davon  2  von  Gmcomo  Antonio 
Peisano.  3  von  Gio.  Batt.  Aicardo.  [Proske, 
fehlt  Org. 

II  1.  lib.  di  Canzouette  ä  3  e  ä  4  voci 
di  . .  .  Yen.  1595  Gardano.  3  Stb.  (?) 
40.    21  Gesge.    [Kassel:  A.B.     Bologna:  B. 

...  H  1.  lib.  de  Madrigali  ;i  5  voci .  .  . 
Milano  1599  l'herede  di  Simon  Tini,  & 
Franc.  Besozzi.  5  Stb.  4°.  22  Madr., 
davon  3  von  Gostena,  seinem  Onkel. 
[Hof b.  Wien:  C.  B.     Bologna. 

Intavolatura  di  liuto  .  . .  lib.  1.  Nel 
fjuale  si  coutengono  Saltarelli,  Pa.ss'e  mezi, 
Gagliarde  e  Fantasie.  Yen.  1599  Ama- 
dino. 25  Fantasien  von  Gostena.  [Bibl. 
naz.  in  Florenz.  Chilesotti  in  Lauten- 
spieler 14  Piecen  abgedi'uckt. 

Fatiche  spirituali  di . . .  lib.  1.  a  6  voci. 
Yen.  1610  Amadino.  7  Stb.  4»,  ein 
Samlwk.  von  ihm  herausgegeben  mit  den 

2* 


Moline. 


20 


Molino,  Francesco. 


Autoren  Ant.  Bicci,  Andr.  Gabrieli  6,  G. 
de  Macque  2,  L.  Marenzio,  Ria.  del  Mel, 
S.  Molinaro  4,  Fil.  de  Monte,  Oraz.  Vecchi 
5.  Die  Texte  sind  zum  Teil  durch  ita- 
lienische ersetzt.  [B.  A.  B.  M.  br.  Mus : 
6  a.     B.  D.  9-2. 

—  Fatiche  . .  .  lib.  2.,  a  6  voci.  ib. 
IGIO.  7  Stb.  40.  Autoren:  A.  GabrieU  3, 
Gostena,  Leon.  Levanto,  Macque  2,  Ma- 
renzio 7,  Monte  4,  G.  Mar.  Nauino,  Aless. 
Striggio,  Or.  Vecchi.    [B.  M.     br.  Mus:  6a. 

Beschreibung  in  M.  f.  M.  11,  210. 
Vogel  2,  Samlwk.  1610,  2.  3. 

Er  gab  1613  sechs  Bücher  Madrigale 
des  Gcsualdo,  Prinz  von  Venosa  heraus, 
siehe  Gesualdo. 

In  alten  Samlwk.  21  Gesge.  und  1  Se- 
stina  in  Gostena's  2.  lib.  Ganz.  4  v.  1589. 

In  neuen  Ausg.  10  Motett.  zu  5  Stirn, 
in  Commer's  Musica  sacra  Bd.  15  (Eitner 
2  Nachtrg.). 

In  Mss.  B.  B.,  T  168  Madr.  in  P. 

7  Motett.  5  voc.  B.  L. 

2  Motett.  in  B.  Br. 

Missa  super  Nigra  sum  8  voc.  Kyrie 
u.  Gloria.  Nr.  2^  Ms.  Mus.  q78a— f. 
6  Stb.  fehlen  6.  7.  vox.     [B.  Danzig. 

2  Madrigali  in  Cambridge  FW. 

Mss.  in  B.  A.  2  Mot.,  2  Madrig.,  siehe 
Kat. 

Im  br.  Mus.  Ms.  238,  Part,  von  Im- 
myns,  4  Gesge.  zu  3  u.  5  Stirn. 

Moline,  Pierre- Louis,  ^^eb.  zu 
Montpellier  in  der  Mitte  des  18. 
Jlis.,  gest.  1821  zu  Paris.  Zuerst 
Advocat  am  Parlament  und  wäh- 
rend der  Revolution  Sekretär  des 
Convents.  Er  schrieb  viele  Text- 
bücher zu  Opern,  Fetis  sagt  ,,fort 
modiocres",  auch  die  Broschüre: 

Dialogue  entro  Lulli,  Kameau  et  Urphoe, 
dans  les  champs  Elisees,  par  M.  M***. 
Amst.  et  Paris  1774  Stoupe.  8^.   [Brüssel. 

—  deiitsch  vou  Fr.  Just  Riedel  in 
.,Ueber  die  Musik  des  Ritters  Chr.  von 
Gluck"  als  3.  Gespräch.     [Brü.ssel  3963. 

In  B.  Brüssel  auch  mehrere  Textbücher 
unter  Nr.  2578.  2582.  2679. 

Molinct  (Mollinet,  Molunet),  Je- 
haii  (Johannes),  Sänger  in  der  Ka- 
pelle Kaiser  Karl  V.  von  1509  bis 
1514  (Straeten  7,  268  ff.).  Ein 
Molinet  wird  auch  in  Cretin's 
Ueploration,  Vers  277,  erwähnt. 
Er  war  Chronist  und  Dichter  und 
soll  1507  zu  Valenciennes  gestorben 


sein,  kann  also  nicht  der  obige 
sein,  obgleich  ihn  Cretin  einen 
Gramatiker,  Musiker  und  Redner 
nennt  (M.  f.  M.  11,  49). 

Der  Gesang  im  Petrucci  1503  a  „Tartara 
mon  cor"  4  voc.  mit  Molinet  gez.  könnte 
von  dem  erstereu,  wie  zweiten  sein  (siehe 
auch  Fetis  und  Eitner  1).  —  Ms.  in  B. 
Casanat.  in  Rom  (Uv.  208)  ein  Samlwk. 
Chansons,  danmter  auch  obiger,  Ms.  des 
15.  Jhs.  —  In  der  Compere'schen  Motette 
„Omnium  bonorum  plena",  4  voc,  wird 
ein  Moliuet  neben  Okeghem,  De  pres  u.  a. 
genannt  (Texte  abgedruckt  in  Viertel].  1, 
473.  490). 

In  B.  M.  Ms.  88,  7  ein  Salve  regina 
super  „0  werde  mout",  5  voc.  in  4  Tlen. 

Molino,  Alessaiidro,   war  von 

1783 — 85  Supernumerario  bei  der 
1.  Violine  an  der  Hofkapelle  zu 
Turin  (Ricordi  1891,  457). 

Molino,     Antonio.       In     den 

Dedic.  wird  er  1568  und  69  als 
ein  Mann  in  hohem  Alter  stehend 
bezeichnet.  In  1569  redet  ihn 
Madalena  Casulano  mit  „Magnifico 
Messer"  an.  Von  seinen  Werken 
sind  bekannt 

1  dilettevoli  Madrigali  a  4  voci  di  . .  . 
Lib.  1.  Ven.  1568  Claudio  da  Correggio. 
4  Stb.  qu4».  28  Madr.  [Vcncd.  Marco: 
C.  T.  B. 

...  I]  2.  lib.  de  Madr.  a  4  voci,  con 
uno  dialogo  a  8,  nouamente  da  lui  com- 
posti,  «&  ])er  Ant.  Gardano  stampati  &  dati 
in  luce.  Lib.  2.  Ven.  1569  Gard.  4  Stb. 
qu40.    20  Madr.     [Vened.  Marco :  C.  T.  B. 

Molino,  Francesco,  geb.  gegen 
1775  zu  Florenz,  gest.  um  1847 
zu  Paris.  Trat  als  Guitarrist  auf 
und  liefs  sich  um  1820  in  Paris 
nieder,  unternahm  auch  öfter  Kon- 
zertreisen, besonders  nach  Spanien. 
Fotis  verz.  eine  Anzahl  Instrumen- 
talkompositionen, sowohl  Soli  für 
die  GuitaiTe,  als  Ensemblepiecen 
mit  anderen  Instrumenten.  Be- 
kannt sind 

3  Trios  pour  Flute,  V.  et  Guit.  oe.  4. 
Lps.,  Br.  &  H.     [B.  B. 

2  gr.  Trio  concert.  p.  Fl.  ou  V.,  Va. 
et  Giüt.     oe.  45,  ib.     [B.  B. 

NouveUe  methode  coraplette  pourguitare 


Molino,  Lodovico. 


21 


Molitor.  Sebastian. 


ou  lyre.  Pai'is,  Gambaro.  1  vol.  m  fol. 
118  S.  [besafs  L.  Liepm.  und  Jos.  Baer 
iii  Augsburg. 

Molino,  Lodovico,  Musikdirek- 
tor des  Orchesters  am  Theater  zu 
Turin,  gab  1803  Airs  varies  p. 
Guit.  avec  acc.  de  V.,  Paris  chez 
Pellet  heraus  (Gerber  2).  Wasie- 
lewsky  1,  3.  Ausg.  S.  157  schreibt: 
geb.  zu  Fossauo,  wurde  1798  der 
Nachfolger  seines  Lehrers  Pugnani 
als  erster  Yiolinist  an  obigem 
Theater.  Er  war  auch  Meister 
auf  der  Harfe  und  liefs  sich  auf 
beiden  Instrumenten  1809  in  Paris 
hören.  Im  Alter  von  84  Jahren 
starb  er.  Kegli  nennt  ihn  nicht 
unter  den  Schülern  Pugnani's. 

In  Mailand  Cons.  befinden  sich  1.  Trio 
in   La   per   V.  Va.   e    Cbitarra,    in    Stb. 

2.  Duo  concertant  pour  deux  Yiolons. 
Op.  13  Nr.  2.    Paris. 

Molino,  Valentino,  1784  Brat- 
schist an  der  Theaterkapelle  zu 
Turin  mit  150  Lire  Gehalt  (Ri- 
cordi  1891,  456  ff.). 

Molitor,  Alexius,  bekannt  durch 
eine 

Missa  pro  defunctis  in  P.  Ms.  72  Bll. 
in  qufol.     [Berlin  Kircheninstit. 

Molitor,  Pater  Fidel,  geb.  13. 
Juni  1627   zu  Wyl  (Schweiz),  st. 

3.  Okt.  1685.  Trat  1645  ins  Kloster 
zu  Wettingen,  war  dort  von  1645 
bis  67  Kantor,  später  Kapellmeister, 
dann  Prior  u.  Beichtvater  in  Feld- 
bach und  Magdenau,  wo  er  starb. 
Er  gab  heraus: 

Praegustus  Musicus  seu  Cantiones  ad 
voce  sola  et  ad  lib.  binis  aut  ternis  in- 
strum.  Constautia  1659  Joau.  Geng.  fol. 
23  Gesge.  [Proske:  2  V.  2  Yiole,  Yio- 
loue  et  Org.  Upsala:  Pai"s  cantans.  2  V. 
Org.    Paris  Nat.     Einsiedeln :  Vcl.  u.  Fag. 

Cantiones  sacrae  a  voce  sola,  una  c. 
2  instruni.  Oeniponti  1664.  fol.  [br.  Mus: 
Pai-s  cantans,  V  1.  Org. 

Mensi  musicalis  quam  apparatu  piarum 
cantionum  4  voc.  &  2  V. . .,  cum  2.  choro 
&  3  instrum.  ad  decorem  ...  op.  3. 
Oenipontus  1668.  fol.  [br.  Mus:  A.  T.  B. 
conc. 

(Korumüller  1,  226.   Schubiger  2,  44.) 


Molitor,  Greorg,  aus  Gablonz 
(Böhmisch  Leipa),  war  1586  Kan- 
tor am  Kollegium  zu  Lobkowicz 
(Rgbz.  Prag)  nach  den  Titeln  seiner 
Drucke.  Im  Drucke  von  1585  ist 
das  Amt  nicht  verz.   Er  gab  heraus : 

Carmen  musicuüi  nuptiis  honostiss.  .  . 
\iri  Dn.  Chr.  Piniberi  et  .  .  Mai'garetae 
Rosenthal  .  .  5  voc.  .  .  Francof.  1585 
A.  Eichorn.  5  Stbll.  qu4P.  Admiranda 
dei.     [B.  Zw. 

Votum  nuptiis  ...  Jo.  Vene.  Popelii  . . 
:\  Lobkowicz  . .  et  Johannae  ...  (5  voc). 
Pragae  1586,  8.  Febr.  Mich.  Peterie.  5 
Stbll.  qu4'^.  Qui  capit  uxorem  in  2  Teil. 
[B.  L. 

Epithalamiou  in  honor.  nuptiar.  .  Dn. 
Vict.  Henrici  .  .  et  Annae  Hungerin  .  . 
Pragae  1586  Nigrinus.  6  Stbll.  qu4<'. 
Surge  propera  amica  6  voc.  in  2  Teil. 
[B.  L.  B.  Grimma  im  Ms.  XLIX  u.  L 
Nr.  143.  Teu.  2  fehlt. 

Molitor,  Ingenuin,  ein  Fran- 
ziskaner und  Organist  im  Klo.ster 
zu  Bozen  in  Tirol,  geb.  zu  Habach 
im  17.  Jh.,  gab  nach  Gerber  2  und 
Fetis 

6  Can Zonen  f.  2  V.  Va.  u.  Gambe 
heraus.  Ferner  12  Motetti  a  2  Sopr.  2  V. 
e  B.  Augsburg  1668.  4",  und  Fasciculus 
musicalis,  Innsbruck  1668,  4^. 

Molitor,  Johann,  Musikus  am 
kurf.  Hofe  in  München;  um  1604 
erhält  er  eine  „Gnadung"  von 
30  Gld.  (Kreisarch.). 

In  B.  Zw.  Ms.  10  Nr.  360  „Jubilate 
Deo  omuis  terra"  5  voc.  Ms.  4,  17  „Te 
aetemum  patrem"  4  voc.  Der  letztere 
Tonsatz  ist  jedenfalls  von  einem  fmheren 
gleichnamigen  Autor,  da  die  Hds.  schon 
vor  1550  angefertigi:  ist.  Bei  dem  1.  Ton- 
satz dagegen  könnte  mau  obigen  Hof- 
musikus als  Komponisten  schon  gelten 
lassen,  da  das  Ms.  aus  derselben  oben 
angegebenen  Zeit  stammt. 

Molitor,  Sebastian,  soll  nach 
Schilling  in  Lüttich  geboren,  ein 
tüchtiger  Guitarrist  gewesen  sein 
und  sich  von  1800  bis  etwa  1820 
in  Wien  aufgehalten  haben.  Fetis 
verz.  von  ihm  5  Hefte  Sonaten  f. 
Guitane  allein,  oder  mit  Fl.  oder 
Y.  und  Bratsche  und  1  Heft  Lie- 
der für  3  Stimmen.     Wenn  mich 


Molitor,  Simon. 


22 


MoUe. 


nicht  alles  trü^t,  so  hiefs  der  Kom- 
ponist nicht  Sehastian,  sondern 

Simon  Molitor  und  hat  sich 
Fctis  von  Schilling  verfüliren  lassen. 
Mir  liegen  eine  grofse  Anzahl 
Wiener  Dracke  vor,  die  alle  den 
Vornamen  S.  und  zum  Teil  den 
ausgeschriebeneu  Namen  Simon 
tragen.  Fetis  verz.  zwar  auch 
einen  Simon  nach  der  Allg.  Lpz, 
Musikzeitung,  doch  schrieb  der  um 
1838  u.  1839  literarische  Artikel. 
Obiger  Simon  ist  auch  im  Bossler 
Nr.  13  verti'eten,  gehört  also  noch 
zum  Teil  dem  18.  Jh.  an.  Manche 
seiner  Kompositionen  werden  aber 
noch  im  Leipziger  Kataloge  von 
Whistling  im  Jahre  1829  angezeigt. 
Ich  verz.  nun,  was  mir  von  Simon 
bekannt  ist.  Biographisches  ist 
unbekannt,  nur  so  viel  scheint 
sicher  zu  sein,  dass  er  in  Wien 
lebte: 

Israeliten  durch  das  rote  Meer,  für 
4  Stirn,  und  Orch.    Stb.     [Musikfr.  Wien. 

Arie  aus  dem  Lustspiele:  Der  verliebte 
Verführer.  Wien  18U5  J.  B.  Wallishauser. 
TO.-A.  qufol.  4  S.  [Hofb.  Wien.  Mu- 
sikfr. Wien. 

Die  folgenden  Gesangswerke  liegen  auf 
der  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien: 

Siegeslieder  f.  3  Stini.  Erziierzog  Karl 
gew.  —  An  die  Göttin  Musik.  —  Der 
schöne  Traum,  Fantasie  f.  Ten.  u.  Klav. 
—  Am  Scheideabeud  18:29.  —  Der  blinde 
bettelnde  Kriegsmann.  —  Geisternähe.  — 
Die  Köhlerstochter. 

Die  ilofb.  in  Wien  besitzt  von  Simon 
M.  10  Gesänge  mit  Klav.  oder  mehreren 
lustr.,  auch  Chöre.  Dabei  ein  Druck  von 
1805  aus  „der  verliebte  Verfühi-er".  Ms. 
16430.     Ferner 

Der  Mann  für  uns.  f.  2  T.  u.  2  B. 
mit  Fortep.     P.  Autogr.  1625t). 

Eundgesang  f.  Mst.    P.  Autogr.  16593. 

Lebensmüde,   Lied  mit  Klav.     18671. 

Menuette  und  Tänze  f.  Orch.  in  Stb. 
10920.  18502. 

Ms.  19239—19244  allerlei  musikhisto- 
rische, biogr.  und  bil)liogr.  Arbeiten  über 
österr.  Musik  und  Musiker,  resp.  Wiener. 
(Die  literarischen  Arbeiten  werden  dem 
jüngeren  Simon  angehören.) 

Nachträglich  verz.  ich  noch,  was  mir 


an  Gilitarrepiecen  bekannt  ist,  die  Fetis 
und  Schilling  dem  Sebastian  zuschreiben, 
während  die  Dracke  nur  ein  S.  als  Vor- 
namen sclireiben : 

Grande  Sonate  p.  Giüt.  et  V.  concer- 
tants.  oe.  3.  Vienne,  Magasin.  [B.  B., 
V.  fehlt. 

Gr.  Sonate  f.  die  Guit.  allein,  mit  einer 
historischen  Abhandig.  op.  7.  Wien, 
Artaria  &  Co.  fol.  27  S.  mit  Porträt. 
[B.  B.     B.  M. 

Serenade  f.  Guitarre  mit  Anweisung. 
[Proske-Mettenl. 

Sonaten,  Märsche,  Rondos  u.  a.  für 
Guit.  allein,  auch  einige  mit  V.  [Musikfr. 
Wien. 

In  Schnyder  von  Wartensee's  Lebens- 
erinnerungen S.  51  wird  auch  ein  Molitor 
envähnt,  der  um  1800  Organist  und  Kom- 
ponist im  Kloster  zu  Luzern  war. 

Molitor,  Fat.  Valentin,  Stifts- 
genosse und  Musikdirektor  im 
Kloster  St.  Gallen  (Schweiz)  im 
17.  Jh.  Von  seinen  Werken  sind 
in  der  Bibl.  St.  Gallen 's  vorhanden: 

Odae  genethliacae  ad  Christi  cunas,  1, 
2,  3,  5  voc.  c.  2  V.  Kempten  1668  Dreer. 
fol.  10  Stl).  15  Gesge.  [auch  in  Ein- 
siedeln und  Paris  Nat. 

—  Fetis  verz.  noch  eine  2.  Ausg.  in 
Ulm  1670.     fol. 

Missa  una  cum  3  Motetis  in  solemni 
translatione  SS.  MM.  Sergii,  Bacchi,  Hya- 
cintiii  et  Erasmi,  ab  8  vocibus  et  7  in- 
strum.  St.-Gallen  1681.  [auch  in  Ein- 
siedeln. 

Epinceon  (?)  Marianum  pro  solemnis 
niocibus  festis  B.  V.  Mariae  a  5  vocum 
concertus  c.  2  V.  St.  Galli  1683.  4».  18 
Motett.     [Einsiedeln,    fehlt  in  St.  Gallen. 

Directorium  seu  cautus  et  responsoria 
in  Processi  onibus  ordin.  per  annum  . .  . 
Juxta  Ritiiale  et  Missale  romauum.  Pro 
uniform.  Heiveto -Benedictinae.  Libri  2. 
St.  Gallen  1692.  quS".  [auch  in  Ein- 
siedeln. 

In  der  kath.  Kirche  in  Dresden  unter 
Molitor  3  Vesperae  im  Ms.  —  In  L^psala 
im  Ms.  3  Arien  mit  geistl.  lat.  Texten  für 
2  Cantus,  2  V.  oder  2  Violen  mit  Bc.  in  4". 

Moll,  Franz,  siehe  Moll. 

Moll,  TIioiu«as,  wird  am  12.  Mai 
1662  an  Stelle  Noakes  als  Kgl. 
Musikus  in  London  angestellt  (Nagel 
1,  52). 

Molle,  Henry,  ein  englischer 
Musiker  des  17.  Jhs.;  man  glaubt, 


Moller,  Daniel. 


23 


MoUo. 


dass  er  derselbe  sei,  der  an  der 
Universität  zu  Cambridge  als  Be- 
amter angestellt  war. 

Im  Ms.  98  des  br.  Mus.,  Bd.  1,  2  be- 
findet sich  ein  Abend -Service  in  Kopie. 
Im  Peterhouse  Part-books  ia  Cambridge  2 
Evening  Service,  1  Te  Deum  und  Litauia 
mit  lateinischem  Texte  und  ein  englisches 
Anthem  und  Litanei. 

Moller,  Daniel,  bez.  sich  als 
„Cant.  Rochl."  im  17.  Jh.  Unter 
„Rochl/'  kann  man  Rochlack  bei 
Königsberg,  Rochlitz  bei  Leipzig 
und  Rochlow  in  Böhmen  verstehen. 
Er  ist  nur  durch  den  Gesang: 

,,Ey  du  frommer  vnd  getreuer  Knecht," 
8  voc.  in  Ms.  Z  40,  9  Stb.  Nr.  12  in 
B.B.  bekannt. 

Moller,  Joachim,  siehe  Biirck, 
Joach.  ä. 

Moller,  Joannes,  ein  Philologe, 
geb.  um  1661  in  Flensburg,  gest. 
26.  Okt.  1725  ebd.  Studierte  zu 
Kiel,  Jena  und  Leipzig,  wurde 
1685  zu  Flensburg  am  Schul- 
kolleginm  angestellt  und  1701  da- 
selbst als  Rektor.     Sein  Werk: 

Cimbria  litterata  seu  historia  scriptonim 
ducatis  utriusque  Slewicencis  et  Holsatici, 
quibus  Lubecenses  et  Hamburgenses 
accensentur.  Kopenhag.  1744,  3  voll,  in 
fol.  enthält  auch  wertvolle  Nachrichten 
über  Musiker  und  Musikschriftsteller. 
Vorhanden  in  allen  gröfseren  öffentl. 
Bibhotheken. 

Moller,  Johann,  in  Darmstadt, 
siehe  Möller. 

Moller,  Richard,  um  1608 
Musikus  am  braunschweigischen 
Hofe  zu  Wolfenbüttel,  verheiratet 
sich  mit  Hedwig  Gasten  1608. 
Hochzeitsgesg.  von  Thom.  Man- 
cinus. 

Mollerus,  Jacobus,  de  Kempit, 
ein  Komponist   des   16. — 17.  Jhs., 

ist  im 

Ms.  100,  6  Stb.  fol.  von  1626,  in  B. 
Br.  Nr.  29  mit  einer  Missa  super  Spun- 
tavan  gia,  6  voc.  vei-treten. 

MoUet,  Jacques,  ein  französi- 
scher Musiker  des  17.  Jhs.,  der 
nach  Fetis  in  dem  mir  unbekannten 


Samlwk.  von  Ala:  Pratum  rausi- 
cum,  Antverp.  1634  mit  8  Motetten 
zu  2,  3  und  4  Stim.  vertreten 
sein  soll. 

aiollier,  Louis,  siehe  Molier. 

Mollin,  siehe  Aegidius  a  Mo- 
lendino. 

3Iollin,  Jacques  du,  siehe  Molin. 

Mollinet,  siehe  Molinet. 

Mollis,  OiOTanni  de,  1480—83 
Magister  biscantaudi,  d.  h.  Direktor 
des  Säugerchores  am  Dome  zu 
Mailand  mit  monatl.  4  fl.  Gehalt 
(Muoni  26). 

Monitor,  Thomas,  war  bis  1633 
Kantoreiknabe  a/d.  Hofkapelle  in 
München,  mutiert  zu  der  Zeit  und 
richtet  an  den  Kurfürsten  die  Ein- 
gabe ihn  zum  Musiker  ausbilden 
zu  lassen  (Kreisarchiv). 

MoUo,  Tranquillo,  zeitweise 
auch  in  Compagnie,  war  am  Ende 
des  18.  Jhs.  Musikverleger  in 
Wien,  dessen  Geschäft  1801/02 
an  Artaria  überging,  doch  ist  er 
auch  wieder  auf  Drucken  bis 
1808  gez. 

Er  veranstaltete  das  groise  Samlwk. 
über  den  Text  „In  r^uesta  tomba  oscura", 
dem  Füi-sten  Lobkowitz  am  1.  Juli  1808 
dediciert.  In  qufol.  207  S.  mit  63  Kom- 
positionen über  obigen  Text,  teils  Arien 
mit  Pfte. -Begleitung,  teils  mit  Orchester 
und  zwar  von  Ädamer,  Giuseppe;  Beet- 
hoven, L.  van;  Bevilacqua,  Matteo:  Bui-g- 
müller;  Carpani,  Giüs.  de,  2;  Czerni,  Carlo; 
Dalberg,  Frederico  di;  Danzi,  Franz; 
Dobhelhof,  Carlo  di;  Eberl,  Ant. ;  Eppinger, 
Heinr.;  Förster,  Alois;  Galatina,  Duca  di 
S.  P.;  Gelineck,  Abt.;  Gyrowetz,  A.; 
Hockel,  Jacob,  2;  Hoff  mann,  H.  A.; 
Kozeluch,  Leop, ;  Kraft,  Nicolaus ;  Lichten- 
thal,Pietro;  Liverati,  Giov.;  Mozai-t,Amad., 
figlio;  Paer,  Ferd.,  2;  Pavesi,  Steff.;  Ra- 
dicati,  Fei.;  Righiui,  Yinc;  Rohan,  Prinz 
Vittore  di ;  Roesler, . . .  Rzewuski ,  Graf 
Wenzesl.,  2;  Sahen,  Ant.,  2;  Schacht, 
Theod.;  Seidel,  F.  L.;  Sterkel,  Abt.,  3; 
Terziani,  Pietro;  Todi,  Gins.;  Tomaschecki 
Wenzel;  Vanhall,  Joh.;  Weber,  Dion.; 
Weigl,  Jos.;  Zelter,  Karl;  Zeuner,  Karl; 
ZingareUi,    Nie;     Zinicq    (oder   Zineck), 


Molnar. 


24 


Molter,  Johann  Melchior. 


Baron  von,  2.  [B.  B.  B.  M.  Musikfr. 
Wien. 

A.  Eühnel  in  Lpz.  gab  einen  teilweisen 
Nachdruck  heraus.  [B.  Kgsbg.  Samlwk. 
483. 

Molnar,  Johann,  ein  evange- 
lischer Prediger  zu  Pest,  geb.  in 
Ungarn,  gest.  28.  Nov.  1819  zu 
Pest,  verfasste  eine  Schrift 

„üeber  die  Kirchen -Singchöre,  deren 
Nothwendigkeit,  Begründung,  Einrichtung, 
Vervollkommnung;  ein  Woii  zu  seiner 
Zeit,  von  Joh.  Nie.  Foricel  mit  einigen 
nothwendigen  Abänderungen ,  Zusätzen 
und  Vorrede  herausgegeben.  Pesth  1818 
Trattner.  gr.  8".  35  S.  Dieselbe  wurde 
zuerst  im  9.  Jahrg.  des  neuen  Hannover- 
schen Magazins  S.  1437  ohne  Forkel's  Zu- 
sätze abgedruckt  [Hofb.  Wien. 

Molnory,  J...  B...,  war  Con- 
trabassist an  der  Hofkapelle  Louis 
XIV.  zu  Paris  (Castil-Blaze  146/147). 

Molter,  Johann  Markus. 

Die  Universitiits-Bibl.  in  Rostock  be- 
sitzt von  ihm  1  Concorto  pastorale  für 
2  V.  Va  u.  Bc.  Ms.  in  Stb.  und  2  Con- 
certi  für  Ob.  concert.,  2  V.  Va.  Vcl.  oder 
Cembalo.  Ms.  Stb.  Die  letzteren  sind 
zweifelhaft  ob  von  obigem. 

Molter,  Johann  Melchior,  muss 
läncore  Zeit  am  Badonschen  Hofe 
angestellt  gewesen  sein.  Die  ein- 
zige Nachricht  die  ich  fand,  giebt 
Marpurg  3,  46,  resp.  Gerber  2, 
Spalte  656  in  der  Biographie 
Hertel's,  wo  es  heifst :  der  Kapell- 
meister Molter,  Avurde  1733  von 
Durlach  nach  Eisenach  als  Direktor 
der  Kirchenmusik  verschrieben.  In 
Durlach  residierte  einst  der  Ba- 
densche  Hof.  In  Karlsruhe  be- 
finden sich  heute  noch  auf  der 
Grofsherzogl.  Bibliothek  im  Ms. 
folgende  Kompositionen  : 

Ms.  Nr.  439.  Drama  per  musica  auf 
des  Marggraf ens  u.  Landes-Piintzeu  Ihren 
Geburtstag.  Part.  3  Bogen.  „Schertzt 
u.  lacht,  vergnügte  Sinnen,"  ä  5. 

Nr.  426—433,  440,  14  Cantaten  in 
Part,  auf  deutsche  und  italienische  Texte 
für  eine  Solost.  und  kl.  Orch. 

434  u.  442  eine  Arie  u.  1  Duett  auf 
ital.  Text. 

517—685.   169  Symphonien  in  Part.  u. 


Stirn,  in  wechselnder  Besetzung,  als:  2  V. 
Violetta,  2  Ob.  Comb.,  oder  dazu  noch  2 
Clarini,  Basson  u.  Comb.,  auch  2  Corni, 
2  Ob.  2  V.  Viola,  Vcl.  u.  Cemb.  Die 
3 sätzige  Form  wiegt  vor,  ebenso  der 
Wechsel  der  Tonart.  Nr.  560—62  haben 
volles  Orchester,  doch  nirgends  die  Clari- 
nette. 

Ms.  7  Stb.:  12  Concerte  f.  2  V.  Va. 
Vcl.  Violone,  2  Ob. 

Ms.  299—359 :  61  Concerti  a  5,  meist 
in  Part,  und  Stb.,  teils  für  Kla%ner  mit 
Streichinstr.,  teils  für  Oboe,  Flöte,  Clari- 
netto  (bei  Nr.  302,  304,  334  u.  337), 
Clarino.  Nr.  317  eine  Sinfonie  concertante 
für  Clarino,  2.  Cor.  2  Ob  u.  Basson  in 
5  Sätzen,  andere  unter  328-333.  Nr.  318 
ist  für  ein  concertirendes  Vcl.  Nr.  324,  325 
u.  27  für  Ilorn,  Nr.  344—353  für  Vio- 
line. Die  meisten  Konzerte  haben  3  Sätze 
mit  wechselnder  Tonaii,  andere  wieder 
vier  und  mehr  Sätze.  Einige  im  Auto- 
graph. 

Ms.  Nr.  360—383,  22  Concertmi  a  3. 
in  Part.  u.  Stim.,  für  2  Fl.  u.  Vcl.  in  2 
Sätzen,  für  Dessus  Viole,  V.  Violetta, 
Vcl.,  Viol.  di  riuforza  u.  B.  3  Sätze;  für 
Fl.  trav.,  Soprane  di  Viola  da  Gamba, 
Viola  da  G.amba  u.  Cemb.,  3  Sätze;  Nr. 
368—372  für  Soprane  di  Viola  da  Gamba ; 
Nr.  371  für  2  Hörner,  2  FI.  u.  Vcl.  Nr. 
380—382  f.  Cembalo. 

Ms.  Nr.  384—397,  14  Ouvertüren  in 
Part.  u.  St.,  teils  für  Streich-,  teils  für 
Blasinstr.  zu  4 — 5  Sätzen,  zum  Teil  be- 
nannt mit  Namen  von  Tänzen.  Die  Ton- 
art bleibt  oft  die  gleiche. 

Nr.  444.  Quartett  für  2  Clarini  u.  2 
Corni.     Part. 

Nr.  445.  3  Quart,  f.  4  Flöten  u.  B. 
Part. 

Nr.  446—450.  Menuette  u.  Märsche 
zu  4 — 5  Stim.  in  Part. 

Nr.  451—516,  66  Sonaten  für  2  Stim. 
(Flöte  u.  Cemb.);  3  Stim.  Viol.  Cemb., 
B.;  Cemb.  u.  Viol.;  2  Fl.  u.  B.;  2  V. 
u.  B.;  für  Harfe,  Viol.  u.  Cemb.;  2  V. 
Viola  u.  Bc;  Ob.  V.  Alto,  Bc;  2  V. 
Viola,  2  Ob.  Fag.  Cemb.  Nr.  478  eine 
Sonata  possa  zu  2  Clarini,  Timpano, 
2  Ob.  Fag.  2  V.  Violetta  u.  Bc.  (6  Sätze). 
Nr.  508  Sonata  für  2  Cornu,  2  Chalumeau 
u.  Fag.  Nr.  515  im  Canon  geschrieben. 
Die  Sonaten  enthalten  2,  3  bis  6  Sätze  in 
gleicher  oder  wechselnder  Tonart. 

Ms.  Nr.  398—425,  28  Duetti,  ohne 
Bass,  für  2  Flöten  in  Part.  443,  5  Choral- 
figurationen  (für  Orgel?) 

Eine  Passion  im  Ms.  Part.  [Sonders- 
hausen, 


Molther,  Philipp  Heinrich. 


25 


Momiguy. 


2  Sinfonien  in  Bd.  u.  Dd.  Ms.  Stb. 
[Darm.st. 

1.  Sinfonia  :\  4:  2  V.  Alto  Viola  e  Bc. 
Bd.  Ms.  Stb.     [Schwerin  F. 

Im  Druck  kann  ich  nur  ein  Werk  verz. : 

Exercizio  studioso,  cont.  6  Sonate  a 
V.  solo  e  Cemb.,  op.  1.  Anist,  fol.  [br. 
Mus. 

Moltlior,    Philipp    Heinrich, 

Liedei-dichter  imd  Prediger  der 
Brüdergemeinde,  geb.  28/12  1714 
zu  Imsheim  b.  Buchsweiler  i/EIs., 
gest.  9/9  1780  zu  Bedford.  Er 
führte  ein  sehr  bewegtes  Leben, 
welches  ihn  nach  Frankreich  und 
Irland  verschlug.  Seine  geistlichen 
Lieder  für  die  Brüdergemeinde, 
die  mehrfach  gedruckt  sind,  fanden 
eine  weite  Verbreitung.  Von 
seinen  Leistungen  als  Komponist 
geben  uns  die  Kantaten  und  Ge- 
legenheitsgesänge Kunde,  die  sich 
im  Archiv  zu  Herrnhut  befinden 
(10  Stück).     (A.  d.  B.) 

Moltner,  Balthasar,  ein  Schul- 
kollege zu  Schleusingen  am  An- 
fange des  17.  Jhs. 

"Walther  verz.  von  ihm  eine  Motette 
für  G  Stimmen  auf  den  Tod  der  Frau 
Lattermannin  zu  Eisfeld.    Coburg  1614.  4". 

Molu,    Pierre,    siehe    Moillli, 
16.  Jh. 
Molunct,  siehe  Molinet. 
Molza  (Molsa),  Tarquinia,  aus 

Modena,  eine  Harfenistin  von  1583 
bis  1586  am  Hofe  zu  Modena  an- 
gestellt. Sie  war  die  Geliebte 
Jaches  Wert's  (Valdrighi  12,  52). 
In  G.  Leon.  Primavera's  I  frutti  1573 
ein  Gedicht  von  ihr.  Sie  wird  dort  Tanj. 
Molsa  da  Modena  genannt. 

Mombelli,  Domenico,  geb.  17. 
Febr.  1751  zu  Villanova  (Vercelli), 
gest.  15.  März  1835  zu  Bologna. 
Ein  Tenorist  und  Komponist,  be- 
kleidete 1775  den  Organistenposten 
zu  Crescentino  und  komponierte 
die  Oper  Didone,  kehrte  darauf 
in  seine  Geburtsstadt  zurück  und 
bildete   sich  zum  Tenoristen   aus. 


1779  trat  er  in  Parma,  dann  in 
Bologna,  Rom  und  Neapel  auf. 
Anfang  1800  sang  er  in  Madrid 
und  ging  dann  nach  Wien.  Noch 
1812  trat  er  in  Rom  mit  seinen 
zwei  Töchtern  auf  u.  wurde  dann 
vom  Könige  von  Sardinien  als 
erster  Sänger  angestellt  (Fetis.  Die 
ersten  Daten  auch  in  Masseangeli's 
Autographen-Samig.).  Von  seinen 
Kompositionen  sind  bekannt: 

La  morte,  e  la  deposizione  della  croce 
di  Gesii  Cristo.  Azione  sacra,  in  2  parti, 
ä  Soli,  core  ed  orch.  1788  in  AVien  auf- 
gef.     Ms.  P.     [Musikfr.  Wien. 

Mentre  un  soave  oblio,  Scena  e  Cava- 
tina  per  Ten.  con  orcli.  Ms.  P.   [Bologna. 

Clie  chiedi,  che  brami,  Duettino  in  sol 
a  Sopr.  e  Ten.  con  orch.  Ms.  P.  [Bo- 
logna. 

6  Ariette  italiaue  con  acc.  di  Cembalo 
0  Arpa  messe  in  musica  dal  Sigr.  .  .  . 
Vienna,  Artaria  &  Co.  qiifol.  [B.  Kgsbg. 
Dresd. 

Rondo  „Tu  mi  sprezzi".  Napoli,  L. 
Marescalchi.  P.  [Eiusiedeln.  Mailand 
Cons. 

Ana.     15  BU.  im  Autogr.     [B.  B.,  L. 

Rec.  e  Duetto.  P.  Autogr.  [Musikfr. 
Wien. 

Arie  und  Canzonette.  10  Canzouette, 
2  Duettini    e  1   Canonc.     [Musikfr.  Wien. 

Sinfonia  dell'opera  Demetrio  e  Polibio 
im  Autogr.     P.     [Mailand  Cous. 

Momia^ny,  Jerome-Joscph  de, 

geb.  20.  Jan.  1762  in  Philippeville 
(Belgien,  Prov.  Namur),  gest.  zu 
Paris  im  Juli  1838  (Geburtsreg. 
in  Gregoir's  Panth.  3,  127/128). 
Mit  12  Jahren  wurde  er  bereits 
Organist  zu  St.-Omer,  dann  zu  St- 
Colombe,  1785  zu  Lyon,  flüchtete 
während  der  Revolution  nach  der 
Schweiz,  ging  1800  nach  Paris, 
errichtete  eine  Musikhandlung,  in 
der  er  auch  seine  eigenen  Werke 
herausgab.  Später  soll  er  nach 
Tours  gegangen  sein,  da  er  aber 
in  Paris  starb,  so  muss  doch  dies 
sein  letzter  Aufenthaltsort  gewesen 
sein  (Fetis  sehr  ausführlich,  ohne 
Geburts-    und    Todesdatum).     An 


Momigny. 


26 


Monari,  demente. 


Bologna. 


Kompositionen  scheint  er  nur 
Weniges  geschaffen  zu  haben,  seine 
Hauptbestrebungen  konzen tigerten 
sich  auf  die  theoretische  Seite  der 
Musik.  Auch  darüber  berichtet  Fetis 
Ausfülirliches.    Nachweisbar  sind: 

Cours  complet  d'harmonie  et  de  com- 
position,  d'apres  une  theorie  neuve  et 
generale  de  la  musique,  basee  sur  des 
principes  incontestables  .  . .  Paris  1S0() 
chez  l'auteur.  8".  3  voll.  |B.  B.  B.M. 
Brüssel.  br.Mus.  Musikfr.Wien.  Stadtb. 
Verdun. 

Expose  succinet  du  seul  sy.steme  mu- 
sioal  f|ui  seit  vraiinout  fondö  et  coniplot 
...  Paris  (1808)  Momigny.  8".  70  S. 
2  Taf.     [B.  B.     B.  M.     Biüssel. 

La  soule  vraie  theorie  de  la  musique 
...  Paris  (1821)  chez  l'autheur.  ful. 
[Bi-üssel.     br.  Mus. 

—  La  sola  e  vera  teorica  della  nm- 
sica  . . .  Versione  dal  francose  di  E.  M. 
E.  Santerre.  Bologna  1823  Ciju-iani  e  Co. 
4".  13()  S.  84  Taf.  Musikbeilag-,  [IJrüssel. 
Musikfr.  Wien. 

Auf  eine  Obsorvatioas  sur  la  seule 
vraie  theorie  von  AI.  J.  Morel,  Paris 
1822,  antwortet  M.  mit: 

Reponse  aux  observations  de  M.  Morel 
. . .  (Paris)  de  Hocfjuet.  8".  1  Bogen. 
[Brüssel. 

Encyclopodio  methodique.  Musique, 
publice  iiar  MM.  Framoiy  et  Ginguenö 
(et  de  Momigny)  Tome  1.  1791.  T.  2. 
1818.     2  voll.    40.     [Brüssel  3110. 

Fctis  verz.  an  Kompositionen  Kantaten, 
Quartette,  Sonaten,  Trios  und  eine  Kla- 
vierschule, 11  Werke. 

Bekannt  sind  mir:  2  Romanzen  im 
Einzeldruck.  Paris  [br.  Mus.]  u.  ein  Trio 
f.  Pfte.  V.  u.  B.  op.  40.  Paris,  l'auteur. 
[Leo  Liepm. 

MoiiiTS  1  turn'd  [  Fabulist:  |  or,  | 

Vulcan's  Wedding.  |  An  Opera:  |  After  the 
Manner  of  tlio  j  Beggars  Opera,  |  As  it  is 
Perform 'd  at  the  |  Theatre-ßoyal  in  Lin- 
coLns-Inn  Fields.  |  With  the  Musick  pre- 
fix'd  to  each  Song.  ||  London:  |  Printed  for 
J.  Watts.  1729.  I  8».  79  pp.  Text  mit 
den  Melodien.     [Antiquar.  Mai  1871. 

Moiiaca.  Ricardus  a,  ein  Kar- 
raeliterraönch ,  geb.  zu  Piazza, 
Schüler  von  Pietro  Vinci,  lebte  in 
Sicilien  u.  war  durch  seine  vielen 
Kompositionen  einst  weit  bekannt 
(Gerber  2). 


Monaco,  Bartolomeo,  päpst- 
licher Sänger  und  1707  Kapell- 
meister (Haberl,  Kat.  69). 

Monachus,  Samuel,  bekannt 
d  urch : 

Meletcmata  sou  oblectamenta  musicalia 
theolog.,  medice,  histor.  concepta.  Elbing 
1649.     [B.Hbg. 

Moiiamy,  siehe  Crucc,  Joan. 
—  siehe  Flanncl,  Aegid. 

Monari ,  ßartolomeo ,  auch 
Monari  di  Bologna^  Fotis  sagt: 
genannt  il  Monarini;  geb.  zu  Bo- 
logna, ein  Schüler  Ag.  Filipuzzi's. 
1(570  erhielt  er  den  Organisten- 
dienst an  S.  Petronio  in  Bologna 
u.  nach  dem  Tode  Filipuzzi's  den 
Kapellmeisterposten  an  S.  Giovanni 
in  Monte.  1688  wurde  seine  Oper 
Catone  il  Giovano  in  Bologna  auf- 
geführt. 

Bekannt  sind  bis  jetzt  der  Gesang  Scoi'rea 
con  pio  superbo  in  Silvani's  Samhvk. 
Melpomene  von  lü85  und  3  Sonaten  für 
Orgel  im  Samlwk.  1700  Nr.  9.  10.  11 
unter  dem  Namen:  Monari  di  Bologna. 
(Eitner  1.  Im  FW.  Museum  zu  Cam- 
bridge wird  Kat.  240  der  Titel  dieses  Saml- 
wkes.  angezeigt  mit:  XVII  Sonate  da  or- 
gano  0  cimbalo  del  Sig.  Ziani,  Pollaroli, 
P>assani  e  altri  famosi  autorij.  Amst, 
Roger.)  In  Bologna  im  Autogi-.  vom  14/7 
1707  ein  Laudate  pueri  a  %  voci  c.  V. 
P.  und  in  einer  Kopie  von  Busi  70  S. 
(siehe  Kat.  2,  Bologna  S.  27.5).  —  In 
Ilofb.  AVien  ein  Miserere  ti  4  voci  con- 
cert.  c.  VV.  e  Rip.  P.  Autogr.  14  Bll. 
kl.  4".  190.50.  Nur  mit  Monari  gez.,  da- 
her fraglich,  \velch(;m  M.  es  angehört.  — 
In  Modena  1  Cantata  par  voce  sola  c. 
Bc.  in  den  28  Bden.  Cautate. 

Im  Ritter  Nr.  23  eine  Sonate  im  Neu- 
druck. 

Monari,  demente,  aus  Bo- 
logna. Gerber  1  u.  Fotis  berichten 
gegen  die  mir  vorliegenden  Nach- 
richten. Sie  sagen:  geb.  im  Her- 
zogtum Modena  und  Anfang  des 
18.  Jhs.  Kapellmeister  a/d.  Kathe- 
drale zu  Reggio.  Wogegen  ihn 
das  Ms.,  ein  Oratorium  von  1692: 
Compositore  des  Herzogs  von 
Braunschweig  Anton  Ulrich  nennt 


Monari,  Clemente. 


27 


Mondonville,  Jean-Joseph. 


und  seinem  Namen  den  Geburts- 
ort Bologna  hinzufügt.  Ebenso 
bez.  ihn  das  Textbuch  „Ballet  der 
vier  Jahreszeiten".  Braunschweig 
bei  Zilliger  1692.  Bei  den  Opern: 
Gl'amori  innocenti  in  3  atti  1692, 
II  Muzio  Cevola  in  3  atti  1692, 
La  Libussa  1692,  ist  nur  sein 
Name  als  Autor  genannt  (Chry- 
sander  1,  209).  Allacci  in  seinem 
Opernverz.  nennt  ihn  einen  Ka- 
pellmeister a/d.  Kathedrale  zu  Mai- 
land. Yon  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt  (von  obigen  Opern 
ist  scheinbar  nichts  mehr  vor- 
handen) : 

I  Bd.  Arien  im  Ms.  in  Sondershausen. 

II  fasto  depresso  uell'umiltä  esaltata. 
Oratorio,  Modena  1692.  Ms.  P.  in  Mo- 
dena  (mit  obiger  Bez.  als  Komponist  in 
Braunschweig). 

Mss.  in  B.B.  14570,  Samlbd.  P.  mit 
3  Dixit  Dnus.  5  voc.  2  V.  2  Violette 
et  Org.  —  3  Confitebor  3  v.  et  instrum. 
—  1  Nisi  Dnus.  1  Magnific.  4  voc.  2  V. 
Bc.  —  1  Missa  7  voc.  5  Instrum.  et 
Bc,  hier  fehlt  der  Vorname,  könnte  da- 
her auch  von  Bartolomeo  sein. 

—  Ms.  136  Sorgea  dal  sen  di  Teti,  Can- 
tata  per  Sopr.  col  Bc. 

Pougin  berichtet,  dass  sein  Oratorium 
La  puritä  trionfaate  del  sospetto  1711  zu 
Modena  aufgeführt  'mirde. 

Moiiariiii,  siehe  Monari,  Bartol. 

Monats  -  Früchte ,  siehe  Rud. 
Werckmeister. 

Monchin,  Miguel,  ein  Spanier, 
Zeit  unbekannt. 

Die  B.  M.  besitzt  im  Ms.  P.  Lamen- 
tatio  8  voc.  c.  org. 

Moneo,  .  .  .  war  einer  der 
Komponisten,  die  zu.  Monteverdi's 
Arianne  die  Intermezzi  schrieben. 
Die  Arianne  wurde  am  28.  Mai 
1608  zu  Mantua 
(Viertel].  3,  350). 

Moncriff,  de,  lebte  im  18.  Jh. 
und  ist  bekannt  durch 

eine  Chanson:  Le  mortel  le  plus  mit 
Melodie  im  Arnaud  (Baculard  d'). 

Montlontlone ,  siehe  Ferrari, 
Jac.  Fil.  und  Ferrari,  Girolamo. 


aufgeführt 


Mondonyille ,  Jean  -  Josepli 
Cassanea  de,  geb.  den  24.  Dez. 
1711  zu  Narbonne  (Pougin  bezeich- 
net nach  neueren  Erforschungen 
in  Narbonne  den  25.  Dez.  1711, 
obgleich  Fotis  ausdrücklich  den 
25.  als  Taufdatum  verzeichnet)  ge- 
storb.  den  8.  Oktob.  1772  (nach 
Forkel  5,  301  und  Pougin)  in 
seinem  Landhause  Belleville  bei 
Paris.  Bildete  sich  zum  Violin- 
virtuosen aus  und  reiste,  wurde 
in  Lille  1.  Violinist,  ging  1737 
nach  Paris  und  spielte  im  Concert 
spirituel,  wo  man  ihn  als  1.  Vio- 
linisten anstellte;  später  erhielt  er 
auch  in  der  Privatkapelle  des 
Königs  einen  Platz  und  wurde 
1745  zum  Surintendanten  der  Ka- 
pelle in  Versailles  ernannt.  1755 
wählte  man  ihn  zum  Direktor  des 
Concert  spirituel.  1758  zog  ersieh 
mit  einer  Pension  von  1000  Frs. 
zurück.  Durch  die  Heirat  einer 
reichen  Frau,  geb.  Mondonville, 
1747,  lebte  er  in  guten  Verhält- 
nissen, soll  aber  sehr  geizig  ge- 
wesen sein.  (Fotis  nach  Beffara. 
Biogr.  in  Revue  et  Gazette  musi- 
cale  de  Paris  von  Pougin  1860. 
M.  L.  Gilbert:  J.-J.  Cassanea  de 
Mondonville,  composit  .  .  .  Nar- 
bonne 1856  Caillard  8o.  38  S. 
—  Sein  erstes  Auftreten  als  Kom- 
ponist wurde  sehr  günstig  beur- 
teilt. Siebe  Brenet,  Les  Concerts 
en  France  1900  p.  197  ff.)  M. 
schrieb  nach  Clement  9  Opern, 
doch  hat  sich  keine  die  besondere 
Gunst  des  Publikums  erworben. 
Er  schrieb  auch  mehrere  Ora- 
torien und  andere  geistliche  Musik. 
Nachweisen  kann  ich  von  seinen 
Werken : 

12  Motetten  im  Ms.  P.  1.  Bonum  est. 
2.  Cantate  Dno.  3.  CoeH  enarrant  1740. 
4.  De  profuudis  1748.  r\  Dnus.  reguavit. 
6.  In  exitu.  7.  Jubilate.  8.  Lauda  Jeni- 
salem  1742.     9.  Laudate  Dmnum.  1756. 


Mondonville,  Jean-Joseph. 


28 


Moneta,  Giuseppe. 


10.  Magnus  Dnus.  11.  Nisi  Dnus.  1743. 
12.  Venite  exultemus  1750.  [Bibl.  der 
Tuilerien.  —  C.  P.  Nr.  2.  3.  5.  6.  10  in 
Kopie. 

Isbc,  pastorale  heroique  en  5  actes  et 
un  prologue  (10/4  1742).  Paiis,  Mme 
Boivin,  grav.  par  Hue.  F.  fol.  [Paris 
Topera.  Brässel.  B.  "Wagen  er.  Paris 
Nat.     C.  P.     Darmst. 

Le  Carnaval  du  Paniasse ,  Ballet 
heroique  en  3  act.  et  1  prol.  (23/9  1749). 
Paris,  l'auteur.  P.  fol.  [Paris  Topera. 
Dresd.  Mus.      Paris  Nat.      br.  Mus.     C  P. 

Amasis...  1749  Ms.?     [C.  P. 

Titon  et  l'Aurore.  pastorale  heroique 
en  3  actes  et  un  prolog.  (9/1  1753)  oe.  8. 
Paris,  Boiviu.  P.  fol.  205  S.  [Paris 
l'opera.  R.  C.  of.  Mus.  1  Duett  u.  Chor 
in  Ms.  1939.  Hofb.  Wien  P.  Karlsruhe. 
B.  Wagener.  ß.  M.  Dresd.  Mus.  B.B. 
Paris  Nat.     Berlin  K.H.     C.  P.     Darmst. 

Daphnis  et  A  Icimadure,  pastorale  langue- 
docienne  en  3  act.  et  1  prol.  (4/11  1754) 
oe.  9.  Paris,  chez  l'auteur.  P.  fol. 
[Paris  l'opera.  B.  B,  Paris  Nat.  Brüssel 
und  im  Cons.  br.  Mus.  Berlin  K.  H. 
P.  F.     Darmst. 

Les  festes  de  Paphos,  Ballet  hcroiquo 
en  3  act.  (9/5  1758)  oe.  10.  Paiis  chez 
l'auteur.  Grave  par  le  Sr.  Huc.  P.  fol. 
242  S.  [Paris  l'opera  P.  im  Ms.  Hofb. 
Wien  im  Druck.  B.  B.  Paiis  Nat. 
Berlin  K.H.  C.  P.  Darmst.  Biiissel 
Cons.     br.  Mus. 

Privilege  du  Roy,  mis  en  mu.sique. 
s.  1.  in  fol.  (ein  Gesang  mit  Orch.)  [Paris 
Areenal.     br.  Mus. 

Trios,  oeuv.  2.  Paris     [Paris  Nat. 

Souates  (6)  pour  le  V.  avec  la  Bc. 
Liv.  1.  Grave  p.  L.  Hue.  Paris  1733. 
Boivin.  Part.  fol.  25  S.  [B.  B.  B. 
Wagener.    Paiis  Nat. 

Pieces  de  clavecin  en  Senates,  avec 
acc.  de  Violon,  dediees . . .  par  M.  Mon- 
donville. Oe.  3.  Paris  et  Lille,  chez 
l'auteur,  au  concert  de  Lille  en  Flandre. 
fol.  37  S.  [C.  P.  B.  B.  B.  Wagener. 
Paris  Nat.  Musikfr.  Wien.  br.  Mus.  Ms. 
14590  B.B. 

—  Six  Sonatas  or  Lessons  for  the 
Harpsich.  which  may  be  Accomp.  with 
a  Violin  or  germ.  Flute.  London,  Walsh. 
P.    51  S.     [ß.  Wagener.     br.  Mus. 

Les  sons  harmouiques.  Senates  (6) 
a  Violon  seul  avec  la  ßc.  Op.  4.  Paris 
chez  l'auteur  (1735).  M^e  ßoivin.  4  S. 
Vonvort.  41  S.  Musit.  [B.  Wagener. 
Dresd.  Mus.     Paris  Nat.     br.  Mus. 

Pieces  de  clavecin  avec  voix  ou  violon, 
dediees .  .  .    maitre    de    musique    de   la 


chapolle  du  Roy.  Oe.  5.  Paris,  l'auteur, 
rue  des  Vieux-Augustins.  gr.  fol.  19  S. 
[C.  P.     B.  Wagener.    Paris  Nat.    br.  Mus. 

Ms.  Dresd.  Mus :  6  Sonate  per  il  Cem- 
balo con  un  Violine,     qufol. 

In  Maupetit's  Menuets  kommt  auch 
ein  Mondonville   mit  einem  Menuett  vor. 

Im  Alard,  5.  Serie  eine  Sonate  aus 
op.  4.  2  Sonaten  f.  Viol.  (Eitner  2 
Nachtrag.) 

MondonYÜlo  . . .  Le  jeime,  ordi- 
naire  du  musique  du  Roi,  nennt 
er  sich  in  op.  1.  Jedenfalls  der 
Sohn  des  Cassanea  de  M.,  geb.  um 
1748  zu  Paris,  bildete  sich  zum 
Violinisten  aus,  ging  aber  später 
zur  Oboe  über  und  trat  als  Kou- 
zertist  auf;  er  st.  um  1808  zu 
Paris  (Fetis).     Ich  kenne  von  ihm: 

Six  Senates  U  Violon  seul  et  Bc.  op.  1. 
Versailles,  chez  l'auteur.  [B.  Wagener. 
Paris  Nat. 

—  im  br.  Mus.  wird  der  Druck: 
6  Sonatas  or  Lessons  for  the  harps.  with 
a  V.  or  germ.  flute.  London,  fol.  mit 
Mondonville  jr.  bez.,  doch  glaube  ich,  dass 
dies  eine  Verwechselung  mit  der  englischen 
Ausgabe  von  op.  3  vom  Vater  Mondon- 
ville ist.  —  Gerber  1  leinte  ihn  1767  in 
Deutschland  als  Violinisten  kennen. 

Mondrik, . . .  lebte  als  Musiker 
in  Paris  und  gab  1792  „Air  varie 
pour  la  flute''  in  Paris  heraus 
(Gerber  2). 

Monelli,  Francesco,  lebte  um 
17.  Jh.  im  Dienste  des  Herzogs 
von  Piaccnza  und  wird  von  Fetis 
das  Werk  angeführt : 

Ercole  neU'  Erimanto  per  un'  balletto 
fatto  in  Piacenza  dal  Seren.  Sig.  Duca 
il  camevale  dell'anno  1651.  luvenzione 
e  poesia  drammatica  del  Cav.  B.  M. 
(Bernardo  Morando).  Piacenza  1651  Baz- 
zacchi.  4",  doch  ist  ihm  nur  das  Text- 
buch bekannt. 

Monet,  siehe  Monnet,  Jean. 

Moneta,  G^iovanni,  Sänger  a/d. 
Kapelle  Philipp  des  Schonen  um 
1505  bis  etwa  1514  (Straeten  1, 
162.  170). 

Moneta  Giuseppe,  nennt  sich 
Maestro  di  Toscana  corte  in  Firenze 
(Florenz).     In   dem  2.  unten  verz. 


Mooetarius. 


29 


Monferrato. 


Werke:  Maestro  onorario  della  R. 
Corte  d'Eti'uria.  Nach  Fetis  war  er 
1761  zu  Florenz  geb.  und  trat  in 
den  Jahren  1784—1791  als  Opern- 
komponist auf.  Fetis  verz.  deren 
sechs.     Bekannt  ist  nur: 

Due  Notturni  a  voce  sola  col  acc.  di 
Chitarra  fi-ancese.  Poesia  di  Fr.  Gianni 
(s.  1.  et  a.)  qu4P.  5  S.  [B.  Wagener. 
B.  ßasev'i's. 

Sei  ottave  del  canto  XIX  della  Gerusa- 
lemme  Laberata  di  Torq.  Tasso,  a  Sopr. 
solo  c.  V .  . .  Ms.  qufol.  P.  25  S.  [Bo- 
logna.    B.  Basevi's. 

Messe  di  Requiem  ii  4  voci  c.  ström. 
P.  349  S.  qufol.  Ms.  16  647.  [Hofb. 
Wien. 

Miserere  h  3  voci  con  Violette  ed  org. 
P.  73  S.  qufol.  Ms.  16  648.  [Hofb. 
Wien. 

Monetarius,    Stephanus,    aus 

Kremnitz,  lebte  als  Musiklehrer 
in  Wien  im  Anfange  des  16.  Jhs. 
Er  gab  das  theoretische  Werk 
heraus : 

Epithome  utriusque  musices  practicae . . . 
recenter  in  florentissima  Cracovia  ad  emo- 
lumentum  plerisque  harmonicae  virtutis 
tjTonibus,  quam  exactissime  contextum . . . 
Cracouie  per  Florianum  ünglerum,  s.  a. 
[Prag  Y  H  69  Nr.  1.]  Obige  Nach- 
richten nach  Ambros  3 ,  155 ,  doch 
scheint  der  Verfasser  nach  dem  Wort- 
laute des  Titels  das  Buch  für  Krakau 
geschi'ieben ,  also  auch  dort  gelebt  zu 
haben. 

Moneyo,  Joannes  de,  1394 
unter  dem  Gegenpapste  Sänger  an 
der  Kapelle  (Viertelj.  3,  213). 

Monferrato  (Montferrato),  Padre 

Natale,  Schüler  von  Kovetta,  trat 

am  22.  Febr.  1639   als  Sänger  in 

die  Kapelle   S.  Marco   zu  Venedig 

mit  60  Duk.  Gehalt  ein,  wurde  am 

20.  Jan.  1647  Yicekapellm.  und  den 

30,  Apr.  1676   Kapellmeister  ebd. 

mit  400  Duk.  Gehalt,   f  im  April 

1685  (Caffi  1,  56.  294).  Von  seinen 

Kompositionen  sind  nachweisbar: 

Salmi  concertati  a  5.  6  &  8  voci,  con 
Viol.  &  senza,  di  . . .  Op.  1.  Ven.  1647 
Gardano.  11  Stb.  40,  mit  2  V.  u.  Org. 
[B.  Br. 


Salmi  a  8  voci,  a  2  chori  con  Ii  due 
Tenoii  che  concertano  uno  per  choro.  Di . . . 
Op.  2.  Ven.  1653  Franc.  Magni.  9  Stb. 
40.  15  Ps.,  1  Magnif.  [B.  B.  B.  Br.  Ce- 
senaB.  com:  Gl.  A2.  Org. 

Motetti  concertati  ä  2,  e  3  voci  di  . . . 
Lib.  1.  Op.3.  Ven.  1655  Fr.  Magiü.  4  Stb. 
40.  20  Nrn.  [B.  Br.  Bologna  fehlt  Basso, 
im  Kat.  2,  464  die  Dedic. 

—  Ven.  1660  Fr.  Magni  detto  Gardano. 
4  Stb.  40.  20  Nm.     [Bologna. 

—  An  versa  1668  Plialesio.  [Amst:  Basso. 
Motetti  a  voce  sola  di  . . .  Lib.  1.  Op.  4. 

Ven.  1655  Ales.  Vmcenti.  2  Stb.  qu40.  21 
Gesge.  [B.  Br.  Bologna,  br.  Mus.,  Parte 
da  sonar. 

Motetti  a  voce  sola  di  . . .  Lib.  3.  Op.  6. 
Ven.  1666  Cam.  Bortoli.  Paii.  qu40.  245  BU. 
[Bologna. 

Motetti  concertati  a  2  e  3  voci  di  . .  . 
Ven.  1669  Franc.  Magni  (ohne  opus).  4 
Stb.  4''.  21  Gesge.,  1.  Fideles  properate  — 
21.  Alma  redemptons  mater.  [Bologna, 
Kat.  2,  465  Regist. 

Salmi  concertati  a  3,  4,  5,  6.  7  &  8 
voci  c.  instrom.  &  senza,  di  . . .  Lib.  2. 
Op.  8.  Ven.  1671  Magni  detto  Gardano. 
12  Stb.  dabei  Org.  2  V.  1  Viola  1.  coro. 
[Bologna. 

Salmi  brevi  a  8  voci  a  due  cori.  Di  . . . 
Op.  9.  Bologna  1675  Monti.  9  Stb.  4»,  mit 
Org.     [Bologna. 

Salmi  concertati  a  2  voci  c.  V.  et  senza 
Op.  11  di  . . .  Ven.  1676  Sala.  6  Stb.  mit 
2  V.  u.  Viola  ad.  lib.  9  Gsge.  [B.  Frkft. 
Bologna.     C.  P. 

Missae  ad  usum  cappellanira  4,  &  5 
vocibus  concinendae  .  . .  Op.  13  . .  Ven. 
1677  Jos.  Sala.  5  Stb.  4».  6  Mess.  [Bo- 
logna.   C.  P.    Paris  Nat.    Brüssel  fehlt  5a. 

Salmi  concertati  a  3,  et  4  voci  c.  V.  et 
senza,  di  . . .  Op.  16  . .  Ven.  1678  G.  Sala. 
8  Stb.  mit  Org.  2  V.  u.  Viola  ad  lib. 
[Bologna. 

Autiphonae  uuica  voce  decantandae,  . . . 
Op.  17  . .  Ven.  1678  J.  Sala.  2  Stb.  qu40. 
zu  63  imd  120  S.  [Bologna.  Paris  Nat. 
C.  P. 

Mottetti  a  2,  e  3  voci.  Di  . . .  lib.  3, 
op.  18.  Ven.  1681  Gius.  Sala.  4  Stb. 
4".     [Bologna.     Paris  Nat. 

Missae  et  Magnificat  .  .  .  op.  19.  Ve- 
netia  1681.     [Paris  Nat. 

In  alten  Samhvk.  von  Mar.  Silvani: 
Sacri  concerti  1668  der  Gesang  Dulce  sit 
vobis  2  V.  c.  Bc.  —  In  desselben  Nuova 
raccolta  di  Motetti  a  voce  sola  1670: 
Exaltabo  te  Dens. 

Mss.  in  B.  B.  14610  iu  K.  Magiiif. 
8  voc.   c.   org.    P.  —   Ms.  25  Salve  reg. 


Mongaultier. 


30 


Monn, 


3  V.  Bc.  1655.  P.  —  Ms.  T  154  ein  Chor 
in  P. 

In  B.  K.  fol.  54.  Beatus  vir  3  v.  c. 
stroni.  Coufitebor  tibi  3  v.  c.  ström.  — 
1  Caotate  a  1  v. 

In   Dresd.  Mus.  Ms.  A  463,   2  Magnif . 

4  voc.    P. 

Mongaultier,  de.  In  der  Hofb. 
Darmstadts  der  Druck; 

Le  reveil  de  Venus.  Cantate  ä  voix 
seule  avec  Symphonie.     Paris.  P. 

Mongeiiot,  . . . 

In  Laborde's  Essai  Bd.  3  eine  Chanson 
(Eitner  2  Nachtrge.).  Der  Kat.  des  Con- 
seiT.  zu  Pai'is  verz.  Duos  fraugais  avec 
orch.  und  Un  recueil  d'airs  von  einem 
Mongenot,  doch  muss  dies  ein  jüngerer 
Komponist  sein. 

Moiiger,  William,  ein  Englän- 
der am  Ende  des  18.  Jhs.,  von 
dem  bekannt  sind: 

Six  Anthems,  consisting  of  four  col- 
lects,  the  twenty  third  Püaim  and  Gloria 
Patri  . . .  Printed  for  the  Author:  Ewell. 
fol.     [hr.  Mus. 

Mongez,  Antoine,  geb.  um  1747 
zu  Lyon,  gest.  30.  Juli  1825  zu 
Paris.  Trat  in  den  Orden  Genovefa, 
erhielt  darauf  einen  Administrator- 
posten im  Finanzministerium  zu 
Paris  und  wurde  später  in  die 
Klasse  des  Instituts  der  alten  Lite- 
ratur aufgenommen,  verlor  aber 
nach  2  Jahren  1816  obige  Stellung. 

Er  veröffentlichte  in  den  Anciens  Me- 
moires  de  l'Institut  national,  classe  de 
litterature  et  beaux-aiis  t.  3,  1801  und 
tom  4,  1803  zwei  Artikel,  welche  die 
Musik  aber  nur  nebenbei  behandelt.  Liepra. 
besafs  1888  eine:  Memoire  sur  des  cygnes 
qui  chautent.    Paris  1783.   8".    39  S. 

Mongi,  Angelo,  bekannt  durch: 

Abhandlung  über  den  figuriiten  Con- 
trapunct.  Herausgegeben  von  B.  Asioli 
(übersetzt  von  C.  F.Michaelis).  Lpz. (181 6). 
8».     [br.  Mus. 

jülouich,  . . .  Musikdirektor  in 
Brandenburg  a/H.,  gest.  1809  (nach 
dem  Matrikelbuch  der  Univ.  Frank- 
furt a/0.). 

Moniglia,  OioTaimi  Andrea, 
geb.  zu  Florenz,  ein  Operukompo- 
nist,  von  dem  106 7  zu  Dresden 
„II  Teseo''  und  zu  Düsseldorf  „Gio- 


casta"  1696  aufgeführt  wurde  (Ger- 
ber 2). 

Moiiin,  Marguerite,  eine  Lau- 
tenspielerin, Schülerin  von  Bethune 
le  cadet  um  1664.  besafs  das  Lau- 
teubuch Ym  2660  in  quer  4^  der 
Bibl.  JSTat.  zu  Paris. 

Monini,  Giovanni, 

in  Pietro  Vinci's  2.  lib.  Madr.  6  v. 
1579:  Vinci  che  con  la  musa,  p.  25.  Auch 
in  Aufl.  von  1583. 

Moniot  von  Paris,  ein  Trouba- 
dour und  Komponist  des  13.  Jhs.,  ist 

im  Ms.  zu  MontpelUer  mit  einer  Mo- 
tette zu  2  Stim.  vertreten,  abgedr.  im 
Coussemaker  5,  Nr.  XXXII  u.  32,  siehe 
auch  S.  196. 

Moniot,  Jean,  Troubadour  des 
13.  Jhs.,  geb.  zu  Arras,  ein  Zeit- 
genosse Ludwig  des  Heiligen. 

Im  Ms.  7222  (aucien  fonds)  der  Natio- 
nalbibl.  zu  Paris  befinden  sich  14  Chan- 
sons mit  Melodien  (Fetis). 

Moniot,  Pierre,  von  Arras, 
Troubadour    und    Komponist    des 

13.  Jbs. 

Im  Ms.  zu  Montpellier  eine  2st.  Motette 
(dieselbe  auch  in  Paris,  Ms.  184).  Cousse- 
maker 5,  196.  Abdr.  der  Motette  ebd. 
Nr.  XXXI  und  31. 

Monissart,  Jan,  Kapellmeister 
an  der  päpstl.  Kapelle  von  1479 
bis  zu  seinem  Tode  am  12.  Aug. 
1491.  (Straeten  YI,  425.)  Er  besafs 
auch  den  Bischofsitz  zu  Tournai. 
Der  Kapellmeistertitel  war  zu  der 
Zeit  nur  ein  Ehrenamt. 

Monja,  Carlo,  ein  Komponist 
der  2ten  Hälfte  des  18.  Jhs.,  von 
dem  vorhanden  sind  ein 

Gloria  in  excelsis  a  3  voci  ed  organo. 
Ms.  P.  qufol.,  ein  Salve  regina  a  Canto 
solo  con  quartetti  und  Tantum  ergo  3  voc. 
c.  orch.     [Einsiedeln. 

Monn,  Matthias  Johann  (resp. 
Georg).  Ich  glaube  dass  dies  der- 
selbe Komponist  wie  MaWiaeus 
Georg  2Iann  ist;  sowohl  die  Lebens- 
zeit, wie  die  Stellung  als  Organist 
an  St.  Carl  in  Wien,  Lehrer  von 
Albrechtsberger   und    die    Bez.    G. 


Moun. 


31 


Moniiet. 


M.  Monn  auf  einem  Aiitogr.  von 
1741  sprechen  dafür.  Letzere  Bez. 
findet  sich  auch  auf  Ms.  14631 
der  B.  B.,  aber  ausgeschrieben  in 
Georg  Matthieu  Monn,  dann  wie- 
der Mathieu  George  Monn  auf  Six 
Quatuors  Oeuvi'.  posth.,  Vienne.  Da 
diese  Quartette  die  Lpz.  Ztg.  im 
Jahre  1808  bespricht,  so  kann  er 
erst  kurz  vor  diesem  Jahre  ge- 
storben sein.  Dies  würde  wieder 
der  Identität  mit  Mann  widerspre- 
chen, denn  dessen  Tod  wird  schon 
im  Jahre  1751  verz.  Die  Verwir- 
rung beginnt  schon  mit  Gerber  2, 
der  ihn  Matth.  Gio.  Monn  nennt, 
statt  Matthias  Georg,  aber  einen  M. 
G.  Mann  nicht  kennt.  Die  Lpz.  Ztg. 
10,  433  u.  442  bringt  einige  Lebens- 
nachrichten über  ihn,  die  sich  mit 
Mann  decken  (siehe  Mann).  Schil- 
ling macht  schon  darauf  aufmerk- 
sam, dass  der  M.  G.  Mann  und  Monn 
eine  Person  sind  und  teilt  einige 
Charakterzüge  von  ihm  mit.  Unter 
dem  Kamen  Monn  lassen  sich  fol- 
gende Kompositionen  nachweisen : 

In  der  Bibl.  der  Musikfr.  Wien: 

Missa  4  V,  c.  orch.  P.  —  2  Motetti  für 
Solo,  Chor  und  Ürch.  P. 

Im  Klosterneuburg:  Messe  in  Bd.  u.  2 
Motetten. 

Mit  Georg  Matthieu  Monn  ist  gez. 

Ms.  14631  der  ß.  B.  14  Sonate  per 
Cembalo.  —  14632,  Praeludia,  Fughe  per 
Cemb.  —  14629  in  K.  Diveiidmento  a  2 
Yiole  c.  B.  3  Stb.  —  14630  m  K.  11  Con- 
certi  per  il  Clavic.  c.  V.,  Viole,  Fl.  e  Bc. 
Stb.  —  14633,  2  Capricci  und  Die  Mühle 
f.  Clav. 

Mit  Mathieu  George  Monn  gez.  sind 

Six  Quatuors  pour  2  V.  A.  et  Vcl.  Op. 
posth.  Yienne,  Bureau  des  arts.  Liv.  1.  2. 
4  Stb.     [B.  Wageuer. 

Nur  mit  Sigr.  Monn  gez.: 

Sinfouia  a  4tro  a  V.  1.  2.  Va.  obl.  con 
fondamento  del  ...  Ms.  in  Stb.  [Brüssel 
Cons.  2279. 

Im  Kat.  der  Hofb.  Wien  schreibt  Ant. 
Schmid:  Georg  Mathias  Monn,  geb.  1720, 
gest.  17.51  (?).  Zuletzt  Organist  a/d.  Karls- 
kirche zu  Wien,  Lehrer  Albrechtsberger's. 

Die  Hof  bibl.  besitzt: 


Cum  saneto  Spiritus,  Fuga  4  voc.  P. 
Ms.  16678. 

2  Missae  in  Cm.  et  Bd.  a  4  voci  con 
ripieni  c.  orch.  composta  1741.  Dazu  noch 
ein  Credo.    Stb.  kl.  fol.  17314  15. 

Symphonia  in  Dd.  P.  Autogr.  kl.  fol. 
Ms.  18334. 

2  Trios  f.  2  V.  u.  B.    P.  Ms.  18795. 

Generalbass-Beisp.  8  Bll.  oufol.  Ms. 
19101. 

Unter  Georg  Monn  besitzen  die  Musikfr. 
i]i  Wien: 

1.  2  Partite  per  V.  A.  e  B.  in  Stb. 
2.  Fuga  in  A.  in  P.  3.  Quatiiors  op.  posth. 
4.  Concertino  fugato  a  7  mit  der  Jahres- 
zahl 1742. 

Die  übrigen  Werke  siehe  unter  Mann. 

Monuet  (Monet),  Jean,  geb.  zu 
Condrieux  bei  Lyon,  gest.  um 
1785  zu  Paris.  Wurde  bei  einem 
Onkel  erzogen,  der  ihn  aber  sehr 
vernachlässigte,  ging  dann  nach 
Paris  und  erhielt  eine  Stellung  bei 
der  Herzogin  de  Berrj.  Seit  dem 
20.  Jiiü  1719  lebte  er  ohne  Stel- 
lung und  führte  ein  imordentliches 
Leben.  1743  erhielt  er  das  Privi- 
legium der  Opera -comique,  1745 
war  er  Direktor  des  Theaters  zu 
Lyon,  1748  Direktor  des  Theaters 
franvais  in  London,  1752 — 1758 
wieder  der  Opera-comique  zu  Paris, 
eine  Zeit,  in  der  die  Opera-comi- 
que ihre  glänzendste  Periode  feierte. 
Von  da  ab  verschwand  er  von  der 
Bildfläche.  Er  selbst  gab  über  sein 
Leben  schon  früh  eine  Biographie 
heraus : 

Supplement  au  Roman  Comique.  ou 
Memoires  pour  servir  ä  la  vie  de  Jean 
Monnet.  Paris  1722  (sie?)  2  voll.  12», 
mit  Part.  Liepm.  besafe  1888  ein  Exem- 
plar- mit  Londres  s.  a.  2  voll.  gez.  Auf 
dem  Titelbl.  giebt  er  sich  auch  obige  Titel 
zu  Pans  und  Lyon,  das  Buch  kann  daher 
kurz  vor  1748  oder  sogar  nach  1748  er- 
schienen sein,  sobald  es  in  London  heraus- 
kam (Fetis).    Sonst  ist  nur  von  ihm  eine 

Anthologie  franroise ,  ou  Chausous 
choisies  depuis  le  13.  siecle  jusqu'ä  prä- 
sent bekannt  (Precedees  d'un  memoire 
historique  sur  la  chanson  par  Meunier  de 
Querion),  s.  1.  1765.  3  Bde.  in  gr.  8°  zu 
318  (64  Yorw.),  317,  320  und  110  S.,  nur 


Monnickendani. 


32 


Monsigny. 


Melod.  u.  Text,  mit  dem  Poiir.  des  Autors. 
[B.  M.  B.Lpz.  Musikfr.  Wien.  Hofb. 
Wien.    Brüssel.     Glasgow. 

Ein  4. Bd.  ist  betitelt:  Chansons  joyeuses, 
mises  au  jonr  par  un  ane-ouynie,  ouissime. 
Nouvello  c'dition  ...  Paris  1765.  8"^. 
[Brüssel. 

Moiiiiickciidam,    Simon  van, 

Organist  um  1432  an  der  Lieb- 
frauen-Bruderschaft  zu  Herzogen- 
busch (Bouwst.  2,  211). 

Monnois  oder  Monnoie  ge- 
schrieben, ein  zweifelhafter  Name. 

Die  B.  Rostock  besitzt  von  ihm  die 
Arietten  1.  L'innocence  a  Sopr.  2  V.  2  Ob. 
2  Cor.  Va.  B.  2.  Ah!  quol  tracas  quel 
embaras  f.  Sopr.  V.  B.  o.  Par  los  attraits 
de  res|H)iaiice  f.  Sopr.  2  V.  B.  Mss.  in 
Stb.  und  die  Duette.  4.  Ma  tendresse  poui- 
ma  bergere  f.  2  Sopr.  2  V.  Va.  Vcl.  5. 
Un  instant,  il  m'attend  f.  Sopr.  u.  B.  c. 
2  V.  Va.  Bc.  6.  Ah!  Eichard,  ah!  mon 
eher  ami!  f.  S.  u.  B.  c.  Fl.  trav.  2  V. 
Va.  Fag.  Vcl.  Cembalo,  2  Cor.  Ms.  in  Stb. 
Nr.  1  u.  2  aueli  in  Part. 

Monochord. 

Ein  altdeutsches  Ms.  auf  3  Seiten,  ent- 
hält die  Erklänmg  des  Monochords.  Cod. 
Lii)s.  Paul,  Nr.  14Ü3.  [IJniveisit.-Bibl.  in 
Lpz.       Siehe  Becker  1,  M3  und  2,  140. 

Monopoli,  siehe  Insnnguine. 

Monpas,  siehe  Mcudc. 

Monro,  Oeorge,  Organist  an 
St.  Peter  in  Cornhill  und  Klavier- 
spieler an  Goodman's-fields  Theater 
um  1729.     Er  st.  gegen  1731. 

Eiuige  Gesänge  von  ihm  befinden  sich 
in  dem  Samlwk.  17S1:  Musical  Miscellany 
(liawkius  5,  179).  Brown  fügt  dem  nocli 
hinzu,  dass  er  sich  zuerst  um  den  Orga- 
nistenposten au  S.  Georg,  TTanover  Square 
in  London  bewarb,  den  aber  Kosingrave 
erhielt.  Im  br.  Mus.  18  Einzeldnicke  von 
allerlei  Gesängen.  In  Longman's  CoUec- 
tion  of  Catches,  6  voll.  16  Gesge.  (Eat. 
Königsbg.  verz.).  In  einer  Samlg.  Einzel- 
drucke des  E.  C.  of  Mus.  1373  einige  Songs. 

Monro,  Henry,  geb.  zu  Lincoln 
1774,  st.  nach  1824.  Chorschüier 
an  der  Kathedrale  zu  Lincoln, 
Schüler  von  Dussek  und  Corn, 
wurde   1796   Organist   an  St.  An- 


drews, Newcastle.  Er  komponierte 
Gesänge,  Sonaten  und  andere  Kla- 
vierpiecen  (Brown.    Grove). 


Mons,  Thomas,  ein  Engländer 
des  16. — 17.  Jhs.,  ist  bekannt  durch 
Tänze  für  5  Instrumente,  die  sich 
in  FüUsack's  Samlwk.  1607  c  (2  Nrn.) 
befinden  (Eitner  1). 

Monserrjite  (Moutserrate),  An- 
dres de,  geb.  in  Catalonien  Ende 
des  16.  Jhs.  und  bekleidete  1614 
die  Stellung  eines  Kaplans  a/d. 
Kirche  St.  Martin  zu  Valencia 
(Titel).  Er  gab  die  Abhandlung 
heraus: 

Arte  breve,  y  compendiosa,  de  las  di- 
ficultades  que  se  ofrecen  en  la  musica 
practica  del  canto  llano.  Dirigida  a  la  pu- 
rissima  Virgen  Maria  ...  En  Valencia 
1614  Pedro  Patricio  Mey.  4».  124  S. 
[Brüssel  5953.  C.  P.  llofb.  Wien.  br. 
Mus.  B.  Brüssel  5273  noch  einmal  hds. 
von  Penio.  In  B. M.  im  Ms:  El  ave,  la 
planta  12  voc.,  nur  4  Stim.  vom  2.  Chore 
vorlianden. 

Monsigny  (auch  nur  M***  gez.), 
Pierre  -Alexandre,  Opernkompo- 
nist, geb.  17.  Okt.  1729  zu  Fau- 
quemberg,  eine  Burg  in  Pas -de- 
Calais, nahe  bei  St.-Omer,  gest. 
am  14.  (15.?)  Jan.  1817  zu  Paris. 
In  der  Jugend  betrieb  er  eifrig 
Violinspiel,  ohne  sich  zum  Musiker 
auszubilden,  vielmehr  übernahm 
er  1719  eine  Anstellung  in  der 
geistlichen  Rechnuugskammer  zu 
Paris  und  wurde  nach  einiger  Zeit 
Haushofmeister  des  Herzogs  von 
Orleans  (Maitre  de  hOtel),  wo  man 
ihn  auch  als  Maitre  de  musique 
gebrauchte.  Nach  Jahn  2,  205 
muss  dies  in  die  Zeit  fallen,  wo 
er  sich  bereits  einen  Namen  als 
Opernkomponist  erworben  hatte, 
denn  der  Baron  von  Grimm  über- 
schüttet 1767  in  seinen  Schriften 
seinen  vollen  Spott  über  diese 
Stellung.  Im  Jahre  1758  wurde 
sein  Kompositionstalent  durch  An- 
hörung einer  Oper  von  Pergolese 
dermafsen  erweckt,  dass  er  sich 
eine  kurze  Zeit  unter  Gianotti's 
Leitung    mit    den    Grundbegriffen 


Monsigny. 


33 


Monsigny. 


der  Komposition  vertraut  zu  machen 
suchte ;  doch  schon  nach  5  Monaten 
Studien  brachte  er  die  Oper  „Les 
aveux  indiscrets"   auf  die   Bühne, 
die  1759  im  Theater  de  la  Foire 
St.    Laurent    zur   Aufführung    ge- 
langte   und    einen    grofsen   Erfolg 
erzielte.     1760   und  1761    brachte 
dieselbe  Bühne  3  Opern  von  ihm. 
Seit  1762  wurden  seine  Opern  in 
der  Comedie   italienne   aufgeführt 
mit    immer    steigendem    Erfolge, 
der   sich    bald    bis    aufs    Ausland 
erstreckte.     Yom    Jahre    1777    ab 
schrieb  er  keine  Oper  mehr,  in  der 
Voraussetzung,  dass  es  nun  bergab 
gehen    könne.     Als    Administrator 
der    Domänen    des    Herzogs    von 
Orleans   und  Generaliuspektor  der 
Kanalbauten,    nebst    den    Zinsen 
seines     ersparten    Kapitals     hatte 
er    reichlich    zu    leben,   doch    die 
Kevoliition  nahm  ihm  alles  und  er 
wäre  in  bittere  Not  geraten,  hätte 
ihm  nicht  die  Opera  comique  eine 
Pension  von  jährlich  2400  fr.  aus- 
gesetzt.    Als    Picinni    1800   starb, 
kam  er  in  dessen  Stelle  als  Studien- 
inspektor am  Konservatorium,  fühlte 
sich   aber   der  Stellung   nicht   ge- 
wachsen u.  legte  sie  1802  wieder 
nieder.    1813  wählte  ihn  die  Aka- 
demie    an    Gretry's    Stelle     zum 
Mitgliede.     Jahn     beurteilt     seine 
Leistungen:    M.'s    Musik    zeichnet 
sich  durch  grofsen  Reichtum  leicht 
ansprechende   Melodien    aus,    und 
ein  entschiedenes  Talent  für  den 
Ausdruck  des  Gefühls  liefsen  den 
Mangel     einer    tüchtigen     Schule 
übersehen.     Viele     seiner     Opern 
hatten  deshalb  auch  einen  glänzen- 
den Erfolg,  von  denen  einige,  wie 
Le  Deserteur  einen  weitverbreiteten 
Ruhm  erlangten. 

Biographien  erschienen  1.  Notice  hi- 
storique  sur  la  vie  et  les  ouvrages  de 
Monsigny,     Paris  1818  F.  Didot.  4«  (von 

Rob.  Eitnor's  Quellen-LexLkon.    Bd.  7. 


Quatreniere  de  Quincy).  14  S.,  gelesen 
am  3/10  1818  in  der  Acadeiuie  des  beaux- 
ai-ts  de  rinstitut.  [Brüssel]  2.  Eloge 
de  M.  von  M.  Hedoin.  Paris  18'J0.  8". 
3.  Eloge  histori(|ue  de  P.  A.  Mens. . . 
Arras  1819  von  M.  Alexandre.  Ferner 
im  Fetis.  In  der  Wiener  Musikzeitung 
1,  46. 

Von  seinen  Oi)ern  sind  heute  noch 
nochweisbar  (sie  erschienen  fast  durchweg 
anonym,  manche  mit  M***  gez.): 

Aliue,  Peine  de  Golconde,  Ballet  heroi- 
que  en  3  actes.  Ms.  P.  15/4  176(3  in 
der  greisen  Oper  aufgef.  [Paris  I'opera.] 
1/10  1823  wurden  Bruchstücke  vermischt 
mit  Kompositionen  von  Berten  in  2  Akten 
aufgeführt.     Ms.  P.     [ib. 

—  im  Druck:  Paris,  Herissant.  P. 
320  S.  aufgef.  15/4  1766.  [Hofb.  Wien. 
C.  P.     Paris  Nat.     Darmst.     Brüssel  Cons. 

Les  Aveux  indiscrets.  Intcrmede  en 
1  act.  Eepr.  7.  Febr.  1759.  Pait 
Paris,  Mouthulay.     fol.     [B.  ß. 

—  Paris,  Chevardiere.  P.  99  S.  fol. 
[Hofb.  Wien.  Bi-üssel  Cons.  C.P.  Paris 
Nat.     Schwerin  F. 

La  belle  Arseue.  Comedie  feerie  en 
4  act.  (6/11  1773).  Paris,  Des-Lauriers. 
Part.  fol.  109  S.  u.  Stb.  [B.  B.  B.Lpz. 
Dresd.  Mus.  Hofb.  AVien:  adresses  ordin. 
Komponist  mit  M***  gez.  Brüssel  Cons: 
chez  Houbaut,  ein  2tes  Exemplar:  chez 
Bailleux.  C.  P.  Darmst.  br.  Mus.  ein 
Terzett. 

—  Paris,  Bailleux.     P.     [Paris  Nat. 
Le   Cadi   dupe.     Op.   bouf.   en   1   act. 

Part.  Paris  1761.  Grave  P.  E.  Charpen- 
tier.  De  la  Chevardiere.  fol.  53  S.  (en 
mus.  par  Mr.***).  [B.  B.  B.  M.  Schwe- 
rin F.  ohne  Autor.  Hofb.  Wien.  Dresd. 
Mus.  nebst  Kl.-A.  C.  P.  Paris  Nat. 
Brüssel  Cons. 

Le  Deserteur,  Drame  en  3  act.  (ohne 
Namen)  6/3  1769.  Grave  MUe.  Vendome 
et  le  S.  Moria.  Paris,  Claude  Herissant. 
P.  276  S.  [B.  M.  Dresd.  Mus.  Hofb. 
Wien.  br.Mus.  Brüssel  Cons.  Blusikfr. 
Wien.  B.  Rostock,  mit  beiliegendem 
Dialog. 

—  Ausg.  Paris,  Bailleux.  267  S.  P. 
[B.  B.  auch  im  Ms.  u.  Kl.-A.  BerlinK.H. 
Bologna.  Wolfeub.  Mailand  Cons.  Brüs- 
sel.    C.  P.     Darmst. 

—  Ausg.  Paris,  Des-Lauriers.  fol.  P. 
[B.  B.     Paris  Nat. 

—  Im  Ms.  B.  Joach.       München  Oper. 

—  Ausg.  London,  Johnston  . . .  Long- 
man  .  . .  qufol.     [br.  Mus. 

—  Neue  vollst.  Ausg.  im  Kl.-A.  von 
Kleinmichel,  mit  Dialog.     Lpz.,  Senff. 

3 


Mousigay. 


34 


Mont'Albano. 


Le  Fancon,  op. -com.  en  1  act.  1771. 
[Paris  Nat.     C.  P.     Dannst. 

Felix  ou  l'enfant  trouve,  Comed.  en 
3  act.  24/11  1777  (o.  Namen).  Paris, 
BaiUeux.  Grav.  Maiguan.  P.  [B.  M.  Paris 
Nat.     C.  P.     Brüssel  Cons. 

—  Paris,  Le  Duc  1781.  P.  u.  Stb. 
[B.  B.     Bi-üssel.     Darnist. 

L'isle  sonante,  op.  -  com.  en  3  a.  (4/1 
1768)  Paris,  Herissant.  P.  [Brüssel  Cons. 
Paris  Nat.     C.  P.     B.  B.     Darmst. 

5  Arien  und  2  Duette  aus  der  Oper 
Liicile  im  Druck.     [B.  Rostock. 

Le  maitre  en  droit,  op. -bouf,  en  2  a. 
(0.  Namen)  (13/2  1760).  Paris,  Le  Huö. 
fol.  P.  [Brüssel  Cons.  B.B.  CP.  Paris 
Nat.  Berlin  K.H.  br.  Mus:  Ausg.  in 
Nouv.  theut.  de  la  fuire.  Bd.  5.  1763. 
80.     Hofb.  Wien,  Ms.  17893. 

On  ne  s'aviso  jamais  do  tout,  Op. 
bouffon  en  1  act.  Mus.  par  Mons.  *** 
Eepr.  ü  Versailles,  2.  Dec.  1761.  Paris 
Bailleux.  fol.  [B.B.  Wolfenb.  Hofb. 
Wien.  C.  P.  br.  Mus.  in  Operetten- 
Samlg.     Bd.  2.     fol. 

—  Paris  1761  Le  Sr.  Hue  graveur. 
[B.  M.  Brüssel  Cons.  Dresd.Mus.  Paris 
Nat.     Schwerin  F.     Darmst. 

Rose  et  Colas,  Com.  en  1  act.  (8/3 
1764)  (o.  Namen).  Paris,  Herissant.  P. 
154  S.  [B.  M.  Briissel  Cons.  Hofb. 
Wien.     Schwerin  F.     Dannst. 

—  Paris,  Bailleux  1764.  P.  [Dresd. 
Mus.     C.  P. 

—  Paris  1764  Des  Lauriers.  P.  [Dresd. 
Mus.  Brüssel.  Paris  Nat.  München 
Oper  im  Ms.  P.     B.B.  Ms.  14650a. 

—  Röschen  und  Colas  im  Kl.  -  Ausz. 
Berlin,  Rellsiab.     38  S.     [B.  Wagener. 

Le  Roy  et  le  fermier.  Comedie  en  3 
actes  (o.  Autor),  repr.  22/11  1762.  Paris, 
Herissant.  P.  fol.  187  S.  [B.  B.  B.  Lpz. 
Brüssel  Cons.  Hofb.  Wien.  Paris  Nat. 
Dresd.  Mus.  im  Ms.  P.  br.  Mus.  Schwe- 
rin F.     Darmst. 

—  Paris,  Des  Lauriers.  P.  [B.  M. 
C.  P. 


Einiges  in  Lieder  u.  Gesänge,  Kopen- 
hag.,  Sonuichsen.     [B.  B. 

Gesänge  in  Joh.  Andre's  6.  Samlwk. 

In  J.  J.  Hummel's  3.  Samlwk.  —  1 
Romauce  im  Choron  (Eitner  2). 

In  John  Corri's  A  select  collection 
1788,  Bd.  2  pag.  39.  43.  14.  42.  In  Bd. 
3,  pag.  52. 

Ein  Brief  vom  9/2  1809  nebst  Porir. 
Autogr.  B.  B.  Grasn. 

Zahlreich  sind  die  einzelnen  Arien  aus 
seinen  Opern,  die  sich  im  Ms.  u.  Einzel- 


drucken befinden  und  auf  allen  gröfseren 
Bibl.  vertreten  sind. 

Das  Liceo  zu  Bologna  besitzt  im  Druck 
eine  Part,  zu  0  salutaris  hostia  für  4stim. 
Chor  mit  Pfte.     2  Bll.,  s.  1. 

Monstreul,  Joannes,  von  1458 
bis  1493  päpstl.  Sänger  (Haberl 
1,  228). 

Mont,  du,  siehe  Diimont  (Henri). 

Mout,  Joannes,  Leodiensis  dioc. 
(Liege).  Tenorist  vom  4.  Aug.  1539 
bis  1552  an  der  päpstl.  Kapelle  zu 
Rom  (Viertel].  3,  268).  Straeten 
6,  376.  406.  407  nennt  ihn  auch 
Giovan  di  Monte.  Im  üebrigen 
viel  Ungenaues. 

Montag'nana,  Rinaldo  da,  siehe 
Rinaldo  da  M. 

Montagnat,  ...  ein  Arzt,  geb. 
zu  Amberieux  in  le  Bugey  im 
18.  Jh.,  kam  jung  nach  Paris  und 
gab  über  die  menschliche  Stimme 
mehrere  Abhandlungen  heraus. 
Fetis  verz.  ohne  Fundort 

1.  Quaestio  physiologica,  au  vox  hu- 
mana  a  fidibus  sonoris  plectro  pneumatico 
motis  oriatur.  Paris  1744.  4".  —  2.  als 
Verteidigung  gegen  Angriffe:  Lettre  <ä 
M.  l'abbe  Defontaines,  en  reponse  a  la 
critique  de  M.  Burion  du  sentiment  de 
M.  Ferrein  sur  la  fonnation  de  la  voix. 
Paris  1745.  12<^.  3.  Eclaircissement  en 
forme  de  lettres  ä  M.  Bertin,  au  sujet . . . 
Paris  1746  David.     12". 

Montaii^ne,  s.  Dcmaii^ne,  Noe. 

Montaigne,  Graultier  (Walterus) 
de,  Leodiensis,  ist  am  16.  Nov. 
1674  als  Musicus  in  der  Univers, 
zu  Leyden  verzeichnet  (Bouwst.  3, 
2).  Er  soll  ein  Schäferspiel:  ,,Das 
Paradies  der  Schäfer"  komponiert 
haben. 

Mont'Albano,  Bartolomeo,  aus 
Bologna  gebürtig,  Minoriter  und 
um  1629  Kapellmeister  an  S.  Fran- 
cesco in  Palermo  (Titel).  Man 
kennt  von  ihm: 

Motetti  di  F...  Ad  1.  2.  3.  4.  &  8. 
voci,  con  il  partimento  per  l'orgauo,  et 
una  Messa  a  4.  Op.  2.  Palermo  1629 
Maringo.     5  Stb.     fol.     [Bologna. 

Motetti  di  ...  Ad  1.  2.  3.  4.  &  8.  voci 


Montali. 


35 


Montanus,  Irenius. 


(wie  obeu).  Op.  3.  Ib.  1629.  5  Stb. 
fol.  [Bolo^'ua.  Beide  opera  am  12.  April 
1629  iu  Palermo  uuterz.  Von  beiden  (V) 
eine  moderne  Part.  ebd.     466  Seiten. 

Sinfonie  ad  1  e  2  V.  a  2  e  Trombone 
c.  il  partimento  per  Torgano.  Palermo 
1629  G.  B.  Maringo.  Wasielewski  2,  38 
u.  42  Urteil  u.  Nr.  14  Abdruck  eines 
Satzes.     [Bologna. 

Montali,  Francesco,  lebte  im 
18.  Jh. 

In  B.  Karlsruhe  Nr.  686  ein  Concerto 
di  Flauto  trav.  c.  Fl.  2  V.  e  B. 

Montalva,    Don    Grarzia,    ein 

Chitaronne-Yirtuose  am  Hofe  zu 
Florenz  an  der  Wende  des  16.  Jhs. 
(Yiertelj.  5,  420). 

MontalTUS  (Monte  Calvo,  Mona- 
taltus,  de  Monte  alto),  Franciscus, 
ein  Spanier,  von  1545—46  Sänger 
am  St.  Peter  in  Rom  und  vom 
30.  Jan.  1547 — 1555  in  der  six- 
tinischen  Kapelle  (Viertel].  3,  274 
u.  Reg.;  wird  noch  1579  genannt). 

Montan  Kcrton,  siehe  Berton. 

Montanari,  Francesco,  nicht 
Antonio  wie  Hawkins,  Gerber  2 
und  Fürstenau  2  b,  86  ihn  nennen. 
Ein  berühmter  Violinist  aus  Padua 
geb.  und  seit  1717  bis  zu  seinem 
Tode  1730  am  St.  Peter  in  Rom 
als  Violinist  angestellt.  Wasie- 
lewski  1,  3.  Aufl.  S.  103  bezeich- 
net seine  Arbeiten  als  unbedeutend, 
giebt  aber  sonst  nichts  Weiteres 
an.  Die  Musikfr.  in  Wien  besitzen 
von  ihm 

6  Sonate  a  V.  e  Vcl.     op.  1. 

Divertimento  per  Flauto  e  Pfte.   op.  16. 

Montanari,   Grermintano,    ein 

Astronom  u.  Mathematiker  zu  Padua, 
geb.  um  1632  zu  Modena,  gest.  13. 
Okt.  1697  zu  Padua.    Gab  heraus: 

La  tromba  parlante ;  discorso  accademico 
sopra  gli  effetti  della  tromba  da  parlar 
da  lontano,  con  altre  considerazioni  sopra 
la  natura  del  suouo  e  dell'echo.  Guastalla 
1678.     4«  (nach  Fetis). 

Montanaro,  Antonio,  nur  be- 
kannt durch  zwei  Werke  im  Be- 
sitze der  Musikfr.  in  Wien 


1.  8  Concerti  per  2  V.  et  acc. 

2.  Sonata  per  Vcl.  e  B.     Stb. 
Montanaro    (Montanari) ,    Oio- 

vanni  Battista,  ein  Komponist 
des  16.  Jhs., 

ist  im  Samlwk.  1562  b  mit  einem  3stim. 
Madrigal  vertreten  (Eitner  1);  in  Soriano's 
2.  lib.  Madrig.  1.592  mit  dem  5stim.  Madrig. 
Come  diro  und  im  hds.  Samlwk.  Contra- 
puuto  2  mit  8  Sätzen.  Haberl  fand  im 
Archive  des  S.  Giov.  Laterano  zu  Rom 
einige  Kompositionen,  die  er  für  seine 
ßibl.  kopierte.  Nach,  der  Dedication  So- 
riano's zum  2.  Buche  des  5stim.  Madrig. 
von  1592  bez.  er  denselben  als  seinen 
verstorbeneu  Lehrer. 

Montanos,  Francisco  de,   ein 

spanischer  Ecclesiastiker  zu  Valla- 
dolid,  gab  heraus: 

Arte  de  luusica  theorica  y  pratica  de 
.  .  .  racionero  en  la  iglesio  mayor  de  Val- 
ladolid.  Valladolid  1592  Cordova.  40. 
[B.  B.     Brüssel  5330.     br.  Mus. 

Arte  de  canto  llano.  Salamanca  1610. 
4"  (Fundort  unbekannt). 

—  . . .   con   entonacioues   comunes   de 
coro  y  altar  .  . .  Nuevamente  corregido  . . 
por  S.  TiOpez  de  Velasco.     Madrid    1648 
40.     [br.  Mus. 

—  .  ,  .  par  Don  Joseph  de  Torres 
Madrid  1712  Mouille.     [Leo  Liepm. 

—  vermehrt  von  D.  Joseph  de  Torres 
Madrid  1728  Miguel  de  Rezola.  kl.  4", 
267  S.     [Bologna,     br.  Mus. 

—  corregido  y  cumendado  por  Seb 
Lopez  de  Velasco.  Zaragoza  1756  Moreno 
40.     [Brüssel  5953. 

—  nuevam.  corr.  por  J.  de  Torres. 
Madrid  1784.     40.     [br.  Mus. 

Im  Cerone  Nr.  7  ein  Canon  0.  Text 
mit  Francesco  de  Montane  gez. 

Montant  . . .  gab  vor  1783  zu 
Paris  opus  1  heraus,  6  Trios  für 
Guitarre,  Violine  und  Bass  (An- 
zeige). 

Montanus  et  Neubcrus,  Ver- 
leger und  Drucker  in  Nürnberg, 
siehe  Berg  und  Neuser.  Die 
Bd.  1  S.  456  erwähnte  Motette  aus 
15541:  Christus  resurgens  befindet 
sich  auch  im  Ms.  8,  22  der  B.  Br. 

Montanus,  Irenius,  Fetis  hält 
den  Namen  für  pseudonym.  In  der 
Bibl.  Berlin  u.  in  Dresden  befindet 
sich  eine  Abhandlung  von  ihm: 

3* 


Montanas,  Philii^pus. 


36 


Monte,  Philippe  do. 


Historische  Nachricht  von  den  (ilocken, 
oder  allerhand  curieuse  Anmerkungen  vom 
Ursprung,  Materie,  Nutzen,  (jebrauch  und 
Missbrauch  der  Glocken.  Chemnitz  1726 
Stöfsel.  80.  136  S.  Augeheftet  eine 
ähnliche  Abhandlung  von  Johann  Gott- 
fried Hauch;  Glockenspieler  an  der  Kirche 
St,  Peter  in  Fieiberg. 

Moiitjiims,  Pliilippus,  1571 
Bassist  an  der  Kathedrale  zu 
Mecheln  (Straeten  1,  3). 

Moiitariii,  . . . 

kommt  im  Sandwk.  Airs  1710b  mit 
5  Airs  vor  und  in  Eallard's  Meslanges 
1727. 

JIoHtbuissoii,  Victor  de,  Ave- 
nioucnsis  (aus  Avignon). 

Lautenstücke  im  Besardus  1603,  im 
Denss  1594,  im  Ms.  B  1030  der  B.  Dresden 
Nr.  10  eine  Courante. 

Mont<lor2;e ,  Antoine  Gautbicr 
de,   s.  Oauthier  de  Moiitdor^e. 

Monte  (Munde),  Ae^ld  de,  Altist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  mit 
12  Gld.  monatl.  vom  1.  Dez.  1564 
bis  1566  (Köche!   1). 

Monte  Calvo,  siehe  Montalviis. 

Monte,  Christophorus  de,  Ton- 
setzer um  1100  geboren  in  Feltra 
in  Italien  (Ambros  3,  472). 

Im  Ms.  Cod.  37  zu  Bologna  die  Mo- 
tetten: Plaudc  decus  niundi  4  voc.  Do- 
minicus  a  dono  4  voc. 

Monte,  Cola  Nardo  di,  s.  Cola. 

Monte,  Frauciscus  de,  Altist 
an  der  päpstl.  Kapelle;  wird  den 
2.  Sept.  1547  genannt  (Viertelj.  3, 
274);  auch  in  der  erzbischöfl.  Ka- 
pelle zu  Salzburg  diente  ein  Sänger 
gleichen  Namens  als  Tenorist  (Pere- 
grinus  59). 

Monte,  Joaehlmus  de,  ist  durch 
10  Gesänge  bekannt,  die  sich 

in  den  6  Chorbüchern  der  B.  Leyden, 
bez.  mit  A — E,  befinden.     Es  sind 

A  solis  ortus  cai'd.     E  377. 

Angelus  domini.     A  135. 

Aurea  luce  et  decore.     E  71. 

Ave  maris  Stella.     E  382. 

Benedictus  dnus.     A  160. 

Christe  qui  lux.     E  379. 

Christus  resurgens.     A  141. 

Dennis  pudici.     E  381. 


0  Elisabet.     E280. 
Surge  Petre.     A  177. 

Monte,  Joannes  de,  tritt  im 
Sept.  1447  als  päpstl.  Sänger  mit 
8  Gld.  Gehalt  ein,  erscheint  dann 
wieder  in  den  Rechnungen  im  Dez. 
1450—1458.  Er  ist  der  Lehrer 
des  Bartolomeo  Ramis  (Viertelj. 
1,  408.  3,  225—227). 

Monte,  Fra  Jos6  do  Espii'ito- 
Santo.  Ein  Geistlicher  des  18.  Jhs. 
und  Mönch  des  Ordens  Terceira, 
Vikar  zu  Lissabon  u.  Chordirektor 
im  Kloster  de  Nossa  Senhora  de 
Jesus.     Er  gab  heraus: 

Viudicias  do  Tritono  com  luiin  breve 
exame  theorico-critico  das  legitimas,  soli- 
das,  e  verdadeiras  regras  do  Canto  eccles. 
...  Lisbao  1791  Ferreira.  4«.  VIII, 
92  S.  (Vasconcellos,  Leo  Liepm.  1900, 
Kat.  144). 

.Monte,  Lanibertus,  ist  im 

Chorbuche  3  des  Stiftskapitels  zu  Aachen 
p.  59  mit  einem  Magnificat  6  voc,  p.  191 
mit  Magnum  triumphum  5  voc.  und  p.  193 
mit  Descendi  in  hoiium  meum  5  voc.  ver- 
treten.    Dieselben  sind  1579  geschrieben. 

4  geistl.  Gesge.  in  neuen  Ausg.  (Eituer  2 
Nachtrge.). 

Monte,  Lodovico,  aus  Bologna, 
siehe  Milioni,  Pictro:  Vero  e 
facil  modo. 

iMonte,  Philippe  (Filippo)  de, 
Fotis  unter  Phili])pe  de  Mons,  wie 
er  in  keinem  alten  Drucke  zu 
finden  ist.  In  den  Registern  der 
Hofkapelle  zu  Wien  ist  er  Phi- 
lippus  de  Monte  geschrieben.  Ein 
Belgier,  ob  in  Mons  oder  Mecheln 
geb.,  ist  noch  nicht  festgestellt. 
Fotis  und  Straeten  streiten  sich 
darum.  Maldeghem  im  Tresor, 
Jahrg.  10,  1874  überschreibt  eine 
Messe  von  ihm  mit  Philippus  van 
den  Berghen,  ob  aus  eigener  Er- 
findung oder  nach  Vorschrift  des 
Originals,  sagt  er  nicht.  Auf 
seinem  Porträt,  welches  Straeten 
5,  80  reproduziert,  liest  man  „aeta- 
tis  suae  73  anno  1594",  er  war 
demnach  1521  geboren.   Am  1.  Mai 


Monte,  Philippe  de. 


37 


Monte,  Philippe  de. 


1568  wird  er  zweiter  Ksl.  Kapell- 
meister  neben   Yaet   mit   30  Gld. 
monatl.    Gehalt    und    1577    erster 
Kapellmeister,  f  4.  Juli   1603  zu 
Prag    (Köchel   1,    105.   195.   285). 
Nach   Coussemaker  6,  13    war   er 
auch  Schatzmeister  und  Kanonikus 
am  Dome  zu  Cambrai,  wohnte  aber 
nur  vorübergehend   dort.     In   den 
Messen    von    1587    nennt   er  sich 
„Philippus  de  Monte,  ecclesiae  Me- 
tropolitanae  Cameracensis  Canoni- 
cus    et   Thesaurus    et   sacratissimi 
Rudolph!    IL     Imperator,     Chorus 
praefectus".       Bestätigt     demnach 
alle     oben     angeführten     Aerater. 
1592    widmet   ihm    Tib.  Massaino 
sein  Lib.  1.  Cantiones  4  voc.  und 
nennt    ihn    „Philippe    de    Monte 
Canonico     et    Thesauris    Camera- 
censi     (Cambrai)     necnon     S.    C. 
M(ajestatis)  Musicae  praefecto".    In 
der  Dedic.   selbst  bez.  er   ihn  als 
einen  „8enex  venerande"  und  dann 
mit   „Tu   enim    quantumvis    senili 
aetate".      Als    er    starb     war    er 
82  Jahr  alt.    Straeten  5,  80  druckt 
das  Lobgedicht  auf  ihn  von  Elisa- 
beth  Westen   ab.      Er   rauss   sich 
oft  in   Italien    aufgehalten    haben, 
denn     er     war    den    italienischen 
Musikverlegern  wohl  bekannt  und 
unterzeichnet    mehrere    Dedic.    in 
Venedig,  auch  bedient  er  sich  da- 
bei öfter  der  italienischen  Sprache. 
Ein    Urteil    über   seine    Komposi- 
tionen   gebe    ich    in    der    AUgem. 
deutsch,  ßiogr.  Von  seinen  Werken 
lassen  sich  heute  noch  nachweisen 
(geordnet  in  geistliche  und  welt- 
liche Kompositionen): 

Missa  ad  modulnm:  Benedicta  es  6 
voc.  .  .  .  Am  Ende:  Autv.  1579  Chr. 
Plantiuus.  Chorb.  fol.  26  Bll.  [B.  Kgsbg. 
Hofb.  Wien. 

Lib.  1.  Missaruni.  Antverp.  1587  Chr. 
Plantiuus.    Chorb.  in  fol.    7  Mess.    [B.  M. 

Missa  sex  vocum  ad  tonum  Peregrinuni 
facta  ä  . . .  Codex  4  fol.  Chorb.  29  Bll. 
Ms.     [Brieg. 


Missa  super  Mon  cueur  lere  conimande, 
5  voc.  Ms.  in  Freiberg  S.  B.  Joach.  Part. 
Berlin  Kircheninstit.  in  P. 

. .  .  Sacranim  cantiouum ,  c.  6  &  12 
vocib.  quae  vulgo  Motecta  . .  .  Lib.  1. 
Yen.  1585  Gard.  6  Stb.  qu4".  29  Bll. 
[B.  K.     B.  D. 

. . .  Sacrarum  cantionum  c.  6  voc.  quae 
vulgo  Motecta  . .  .  Lib.  2.  Yen.  1587 
Ang.  Gard.  6  Stb.  qu40.  28  Bll.  Dedic. 
in  Prag  unterz.    [Modena:  A.  B.  5  a  et  6  a. 

B.  D.      B.  K.     br.  Mus.  fehlt  6a.      Köln: 

C.  2  A.  T.  B. 

Sacrarum  cantionum  c.  5  vocibus  quae 
vulgo  Motetta  nuncupantur.  Lib.  1.  Yen. 
1572  Scotus.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn. 
[Hofb.  Wien. 

Sacrarum  cantionum  c.  5  voc.  Lib.  2. 
Yen.  1573  Scotus.     5  Stb.     qu40.     [B.  M. 

Sacrarum  cantionum  c.  5  voc.  Lib.  3. 
Yen.  1574  Scotus.  5  Stb.  qu40.  28  Nrn. 
[Hofb.  Wien.     B.  M. 

Sacranim  cantionum  c.  5  voc.  Lib.  4. 
Yen.  1575  figl.  di  Ant.  Gard.  5  Stb.  qu40. 
[B.  M.     B.  B.     B.  D. 

. . .  Sacrarum  cantionum  cum  5  vocib. 
quae  vulgo  Motetta  nuncupantur,  Lib.  5. 
Yen.  1579  haered.  H.  Scoti.  5  Stb.  4". 
[Bologna.     B.  M.     B.  L.     Modena:  A.  5a. 

Sacrarum  cantionum  c.  5  voc.  Lib.  6. 
Yen.  1584  Gardanus.  5  Stb.  qu40.  28 
Nrn.     [B.  D. 

Sacranim  cantionum  c.  5  voc.  Lib.  7. 
Yen.  1600  Gard.  5  Stb.  4».  29  Nrn. 
[Proske,  auch  in  hds.  Part. 

Sacranim  cantionum  c.  4  voc. . .  Lib.  1. 
Yen.  1596  Gardanus.  4  Stb.  qu4o.  29 
Nrn.     [Hofb.  Wien:  B. 

...  II  1.  lib.  de  Madr.  spirituali  a 
6  voci  . . .  Yen.  1583  Gard.  6  Stb.  qii40. 
29  Madr.  In  Wien  gez.  [B.  A.  B.  D. 
Yerona  S.  f :  T. 

...  II  2.  lib.  de  Madr.  spirituali  a  6 
&  7  voci  . . .  Yen.  1589  Gard.  6  Stb. 
qu4''.  22  Madr.  In  Yenedig  gez.  [B.  M. 
Florenz  B.  n.     br.  Mus:  6a. 

...  II  1.  lib.  de  Madr.  spirituali  a  5 
voci  .  .  .  Yen.  1581  Gardano.  5  Stb. 
qu40.  30  Madr.  In  Wien  gez.  [B.  A. 
B.  D. 

Eccellenze  di  Maria  Yergine  descritte 
daireccell.  Sig.  Oratio  Guarguante  Med. 
Fis.  Esposte  in  Musica  dal  ...  A  5  voci. 
Yen.  1593  Gard.  5  Stb.  qu4''.  42  Nrn. 
[Yen.  Marco:  B. 

Chansons,  Ödes  et  Sonets  de  Pierre 
Ronsard  ä  5.  6.  7  pts.  mis  en  musique 
par  .  .  .  Liv.  2.  (Liv.  1  von  Castro.) 
Lovain  et  Anvers  1575  Phalese  et  Beilere. 
5  Stb.      qu4o.      [B.  K.     B.  B:  Superius. 


Monte,  Philippe  de. 


38 


Monte,  Philippe  de. 


B.  M.  fehlt  5  a.  Upsala:  a  Paris  1575: 
A.  T.  B.  5  a. 

La  fiammetta  Canzone  di  ...  insieuie 
altre  Cauzoni  et  Madrigali  vagliissiini  a 
7  voci,  con  uu  Echo  ii  8  . . .  Lib.  1. 
Ven.  1599  Gaidano.  Dedic.  in  Venedig 
gez.  7  Stb.  40.  30  Gosge.  [ß.A:  fehlt 
5a.     B.  D.     B.Fikft:  C.  5a.  6a.     B.K: 

C.  B.    Florenz  B.  n.  fehlt  B.    Bologna:  6a. 
Musica  sopra  il  pa.stor  fido  di  . . .  Oue 

si  contengono  Canzoni,  &  Madrigali  vaghiss. 
. . .  Lib.  2.  a  7  voci.  Ven.  1600  Gard. 
7  Stb.  40.  29  Gesge.  [B.  A.  fehlt  5  a. 
Proske:  6  a.     Oxford  Ch.  Ch.  kompl. 

II  1.  lib.  de'  Madrigali  a  6  voci  di  . . . 
ristamp.  Lib.  1.  Ven.  ]569  Claudio  da 
Corregio.  6  Stb.  riu4".  25  Gesge.  [Hofb. 
Wien  fehl.  C.  6  a.  Venedig  Marco  5  Stb. 
Verona  S.  f :  C.  T.  B. 

—  .  . .  Madr.  6  v.  Von.  1570  Scotto. 
6  Stb.  4".  [B.  B:C.  br.  Mus:A.  Flo- 
renz B.  n.  fehl.  C.  T. 

—  ...  1.  lib.  Madr.  G  v.  rist.  Scotto. 
1574.  6  Stb.  40.  [Bologna:  A.  Modeua 
fehlt  6a.  Verona  S.  f :  6  Stb.  Born  Ce- 
cilia  fehlt  C     br.  Mus.  fehlt  6  a. 

—  Scotto  1582.  6  Stb.  4».  [B.  B: 
C.  A.  B.  B.  D.  B.  Köln:  C.  B.  B.  M. 
Hofb.  AVien :  C  br.  Mus.  Modena.  Bo- 
logna feiil.  T.  6  a.  Von.  Marco  fehl.  C.  A. 
Neapel  CoGs:  fehl.  T.  B. 

—  Ang.  Gardano  rist.  1592.  6  Stb. 
[Rom  Cecilia  fehl.  C.  A. 

—  l'herede  di  Girol.  Scotto  rist.  1573 
(Vogel  glaubt,  dass  es  1594  erschien,  da 
aber  Scotto  im  Sept.  1573  starb,  so  liegt 
kein  Grund  vor  an  1573  zu  zweifeln). 
6  Stb.     [Rom  Ceciha  fehlt  C 

. . .  n  2.  lib.  delli  Madr.  ä  6  voci,  di 
nuouo  da  lui  composti  . . .  Ven.  1569 
Scotto.  Dedic.  in  Wien  1569  gez.  6  Stb. 
4".  29  Madr.  [B.  M.  Mailnnd  Cons:  C. 
Rom  Cecil.  Bologna,  br.  Mus:  fehlt  6a. 
Hofb.  Wien. 

—  1571  ib.     [br.  Mus:  5a. 

—  ristamp.  Scotto's  Erben  1576.  6  Stb. 
40.    [B.  B.     Rom  Cecil.  felüt  T.     Bologna: 

A.  br.  Mus:  C 

—  rist.   ib.  1582.     6  Stb.     4°.     [B.  D. 

B.  Köln:  C  B.  Bologna:  C.  A.  B.  Mo- 
dena. Mantua  A.  G:  5  a.  Vened.  Marco 
fehlt  C.  A.  Florenz  B.  L:  5a.  br.  Mus. 
Glasgow. 

...  II  3.  lib.  de  Madr.  a  6  voci  . . . 
Lib.  3.  Ven.  1576  Ang.  Gardano.  6  Stb. 
qu40.  29  Madr.  [Vened.  Marco.  Rom 
Cecil.  fehl.  C.  A.     Paris  Nat:  A.    Modena. 

C.  P. 

—  ristamp.  ib.  1585.  6  Stb.  [B.  D. 
B.  M.    Bologna  fehlt  6  a. 


...  II  4.  lib.  de  Madr.  a  6  voci.  Ven. 
1580  Ang.  Gard.  6  Stb.  fiu40.  20  Gesge. 
[B.B:T.  B.  D.  B.  M.  Bologna:  B. 
Florenz  B.  n.  fehl.  T.  6  a.  Rom  Cecil. 
fehl.  C.  A.     Paris  Nat:  A.     br.MusiC. 

—  ristamp.    ib.  1589.      [Florenz  B.  n. 

—  ristamp.  ib.  1592.  [Bologna  fehlt  6  a. 
...  II    5.  lib.   de   Madr.   a  6  voci  .  .  . 

Ven.  1584  Ang.  Gard.  6  Stb.  qu40.  28 
Gesge.     [Bologna,     br.  Mus :  C.  T.  B. 

—  rist.     ib.  1585.     [br.  Mus:  A.  5a. 
...  II  6.  lib.  de  Madr.  ä  6  voci.   Ven. 

ib.  1591.  Dedic.  in  Venedig  25/5  1591 
gez.  6  Stb.  qu4".  29  Gesge.  [Bologna: 
A.  T.  5  a. 

...  II  7.  lib.  de  Madi-.  ä  6  voci.  Ven. 
1591  ib.  6  Stb.  (iu4o.  29  Gesge.  Dedic. 
in  Venedig  1.5/10  91  gez.     [B.  B:  B. 

...  II  8.  lib.  de  Madr.  11  6  v.  Ven. 
1594  ib.  Dedic.  in  Venedig  1/1  94  gez. 
6  Stb.     qu4<'.     29  Gesge.     [Bologna:  B. 

La  Ruzina  Canzone  di  Filippo  de  Monte, 
insieme  un'altro  di  Cipriano  de  Rore,  et 
altri  Madrigali  de  diuersi  famos,  autori  a 
6  voce.  Ven.  1591  Gardano.  6  Stb.  4» 
(.siehe  Eitner  1,  1.591  b).  [Kassel.  Proske 
fehlt  T.  6  a.  B.  A.  Modena  fehlt  T.  br. 
Mus:  C. 

Madrigali  a  5  voci  de  ...  Lib.  1. 
Roma  1554  per  Valerie  &  Luysi  Dorici 
fratelli.  5  Stb.  qu4".  26  Gesge.  [Rom 
CeciUa:  T.  A.  B. 

—  Ven.  1560  Scotto.   [Florenz  B.  L:  A. 

—  Ven.  1570  ib.  [Bologna:  C  A.  5a. 
Florenz  B.  L:  C.     br.  Mus.  T. 

—  Vineg.  1576  ib.  [Belog,  br.  Mus : 
C.  A. 

—  ib.  L580.  5  Stb.  40.  [B.  D.  B.M. 
Hofb.  Wien  fehlt  5  a.  Belog.  Neapel 
Cons.    Lincoln  Ch.  L.  kompl.,  T.  def. 

. . .  H  2.  lib.  de  Madrig.  a  5  voc.  .  . 
Ven.  1567  Gardano.  5  Stb.  qu40.  31 
Madr.  Dedic.  in  Venedig  3/3  67  gez. 
[Bologna:  T, 

—  Ven.  1570  Scotto.  5  Stb.  4«.  [Be- 
log: C.  A.  5a.  Rom  Cecil:  B.  br.  Mus: 
C.  T.  B. 

—  Ven.  1576  ib.  rist.     [Bologna. 

—  ib.  rist.  1580.  [B.  D.  B.  M.  Hofb. 
Wien:  fehlt  5a.      Bologna.      Modena:  B. 

i   Neapel  Cons.     Lincoln  Ch.  L.     br.  Mus :  C. 

—  ib.  rist.  1598.     [Florenz  fehlt  B. 
...  II  3.  lib.  delli  Madr.,  a  5  voci,  con 

uno  a  7  nel  fiue.  Ven.  1570  Scotto.  5 
Stb.  4".  20  Madr.  [Belog.  Verona  S. 
f:  T.  Rom  Cecil:  A.  B.  br.  Mus:  A. 
T.  5  a. 

—  rist.  ib.  1573.  [Bologna:  B.  5a. 
Florenz  B.  L:  C.     br.  Mus:  B. 

—  rist.  ib.  1578.     [Bologna. 


Monte,  Philippe  de. 


39 


Monte,  Philippe  de. 


—  rist.  ib.  1581.  5  Stb.  4P.  [B.  D. 
B.  M.  Hofb.  Wien  fehlt  5  a.  Bologna. 
Modena:  B.      Neapel  Cons.      br.  Mns:  C. 

...  II  4.  lib.  delli  Madr.  ii  5  voei  .  . . 
Vineg.  1571  Scotto.  5  Stb.  4".  32  Madr. 
[Hofb.  Wien.  Florenz  B.  L :  C.  br. 
Mus:  A. 

—  rist.  ib.  1576.  [Bologna.  Bolog. 
Petronio. 

—  rist.  ib.  1581.  [B.D.  B.M.  Hofb. 
Wien:  C  A.  T.  B.     Bolog:  C     Modena: 

B.  Neapel  Cons. 

Madrigali  di  ...  a  5  voc.   Lib.  5.   Ven. 

1574  Gardano.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn. 
Dedic.  in  Wien  gez.  [B.  B:T.  B.D. 
B.M.     Bolog.     Modena.     Paris Nat:  A. 

—  rist.  ib.  1592.  [Amst:  B.  Bolog. 
fehlt  B. 

. . .  n  6.  lib.  delli  Madr.  a  5  voci.    Ven. 

1575  Gardano.  5  Stb.  qu4«.  29  Nrn. 
Dedic.  in  Prag  gez.  [Hofb.  Wien :  C. 
Florenz  B.  n:  C  A.  T.  5a.     CR  5  Stb. 

—  rist.  ib.  1588.  [Hofb.  Wien:  T.  B. 
5  a.     Bologna,     br.  Mus. 

...  U  7,  lib.  delli  Madr.  ä  5  voci  .  .  . 
Ven.  1578  Gard.  5  Stb.  qu40.  24  Madr. 
Dedic.  in  Wien  gez.  [Hofb.  Wien.  Mo- 
dena: A. 

—  rist.  1583  ib.  [B.D.  B.M.  Proske: 
T.  Belog,  fehlt  5a.  Florenz  B.  n:  C.  T. 
5  a.  Brüssel:  B.  5a.  Paris  Nat:  A.  br. 
Mus:  C.  A.  T. 

. . .  L'ottavo  lib.  delli  Madrig.,  a  5  voci 
.  . .  Vineg.  1580  Scotto.  5  Stb.  40.  29 
Madr.  [B.D.  B.M.  B.  Kgsbg:  C. 
Brüssel  fehlt  A.  Hofb.  Wien.  B.  K. 
Modena.  Bolog:  C.  A.  Vened.  Marco 
fehlt  A.     Neapel  Cons. 

—  rist.  1586,  ib.     [Bologna. 

. . .  H  9.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  Vineg. 
1580  Scotto.  5  Stb.  4^.  29  Gesge.  DecUc. 
in  Prag  gez.  [B.  D.  B.  M.  B.  K.  Hofb. 
Wien.  B.  Kgsbg :  C.  Bolog.  Modena. 
Neapel  Cons.     br.  Mus.  fehlt  A. 

...  n  10.  lib.  deUi  Madr.,  a  5  voci 
. . .  Vineg.  1581  Scotto.  5  Stb.  4°.  28 
Madr.  dedic.  in  Wien.  [B.  D.  B.  M.  B. 
Kgsbg:  C.  Bolog.  fehlt  A.  Florenz  B. 
R:  A.  5  a  mit  falschem  Titelbl.  Hofb. 
Wien.  Rom  Cecil.  Rom  Casanat:  C-  B. 
5  a.     Modena:  B.     Neapel  Cons.     br.  Mus, 

C.  P. 

.  . .  L'vndecimo  lib.  delli  Madr.  ä  5  v. 
. . .  Ven.  1586  Gard.  5  Stb.  qu40.  28 
Nrn.  Dedic.  in  Prag  gez.  [B.  B :  B. 
B.D.     Bologna  fehlt  5a. 

...  II  12.  lib.  delli  Madr.  ä  5  v.  .  .  . 
Ven.  1587  Gard.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn. 
Dedic.  in  Prag  gez.  [B.  D.  Hofb.  Wien: 
T.  B.  5  a. 


...  II  13.  üb.  delli  Madr.  ä  5  v.  .  .  . 
ib.  1588.  5  Stb.  qu40.  26  Nrn.  [B.  A. 
B.  B:  B.  B.D.  Hofb.  Wien:  T.  B.  5  a. 
Modena.     Bolog:     fehlt  5a. 

...  II  14.  lib.  delli  Madr.  ä  5  v.  .  .  . 
ib.  1590.  5  Stb.  qu4o.  29  Nrn.  Dedic. 
in  Wien  gez.  [Hofb.  Wien:  T.  B.  5a. 
Modena  fehlt  B.     br.  Mus :  5  a. 

II  15.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  di  .  .  . 
Ven.  1592  Gai-d.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn. 
In  Venedig  unterz.  [B.  B :  B.  Bolog. 
br.  Mus.  fehlt  A. 

II  16.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  di  . . .  ib. 
1593.  5  Stb.  qix4".  29  Nrn.  Dedic.  in 
Venedig  gez.     [B.  B.     Bologna. 

...  II  17.  lib.  delli  Madr.  ä  5  v.  .  .  . 
ib.  1595.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn.  In 
Venedig  dedic.  [B.  B :  B.  Bologna.  Flo- 
renz B.  n:  A. 

. . .  H  18.  üb.  de  Madr.  a  5  v.  . . .  ib. 

1597.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn.  In  Vened. 
dedic.     [B.B:  B. 

...  II  19.  lib.  delli  Madr.  ä  5  v.  . .  ib. 

1598.  5  Stb.  qu40.  29  Nrn.  In  Prag- 
dedic.     [B.  B:B.     Bologna  fehlt  5  a. 

...  II  1.  üb.  de  Madr,  a  4  voci  .  .  . 
Ven.  1562  Ant.  Gard.  4  Stb.  qu40.  31 
Madr.  Dedic.  in  Neapel  gez.  [Verona 
S.  f.     Florenz  B.  L:  T. 

—  rist.  1586  Scotto.  4  Stb.  4«.  [Hofb. 
Wien. 

...  II  2.  Üb.  delli  Madi'.,  a  4  v.  .  .  . 
Vineg.  1569  Scotto.  4  Stb.  4".  31  Nrn. 
In  Neapel  dedic.  [Bologna:  C.     br.Mus:T. 

—  rist.  1585  Scotto.  [Hofb.  Wien. 
Bologna. 

11  3.  lib.  de  Madr.  ;\  4  v.  di  . . .  ristamp. 
Ven.  1585  Scotto,  4  Stb.  4^.  29  Nrn. 
dabei  eine  von  cle  la  Oostena,  p.  31. 
[Hofb.  Wien.  Bolog.  Florenz  B.  n:  C. 
A.  B.     Neapel  Cons:  C.  T.  B. 

...  II  4.  lib.   de   Madr.   a  4  v.     Ven. 

1581  Gardano.  4  Stb.  qu40.  21  Madr. 
Dedic.  in  Wien.  [B.M.  Bolog.  Ven. 
Marco:  C.  T.  B.  Brüssel:  C.  T.  B.  Paris 
Nat:  A.     C  P.  4  Stb. 

—  rist.  ib.  1588.  [Wolfenb.  Bolog. 
Neapel  Cons:  C  T.  B. 

...  II  1.  lib.  de  Madr.  a  3  voci.   Ven. 

1582  Gardano.  3  Stb.  qu4*>.  29  Madr. 
[B.  B.     Bolog. 

84  Gesänge  in  alten  Samlwk.  (Eitner 
1).  Ferner  in  Stef.  Felis  Lib.  3  Motett. 
1591  p.  19:  Ave  virgo  gratiosa  5  voc.  — 
In  desselben  6.  lib.  de  Madrig.  1591  p.  7 : 
AI  discioglier  d'un  groppo.  —  In  Scotto's 
2.  lib.  de  Madr.  1567:  Si  dolcemente  e 
anior.  Donna  da  bei  vostr'  occhi.  —  In 
G.  B.  Mosto's  1.  üb.  fiore  deUa  Ghirlanda 
1577:  Caro  pegno  del  oielo.   Amor  m'ac- 


Monte,  Philippe  de. 


40 


Monte,  Philippe  de. 


cende.  —  In  Vincenti's  Musica  de  div. 
autori  1584:  Crudel  aspro  dolore  8  v.  — 
In  Yonge's  Musica  transalpina  1588:  1. 
Per  diviua  bellezza  4  v.  2.  In  quel  parte 
del  ciel  5  v.  3.  Per  divina  bellezza  2.  p. 
—  In  P.  Bozi's  Giardinetto  1588:  Caro 
dolce  niio  3  v.  —  In  Ang.  Gardano's 
Dialoghi  music.  1590,  5  Gesge.  zu  7,  8 
u.  10  Stim.  —  In  Aniadino's  Florindo 
1593 :  Poi  che  piu  volte  5  v.  —  In  Pha- 
lese's   Paradiso   löOii:    Tu   nii   piagasti  a 


morte  5  voc. 


In  Phalese's  Ghirlanda 


1601:  S'io  ti  segno.  fii  mi  dicesti.  — 
In  Ang.  Gardauo's  I  diporti  1601  fünf 
Gesänge  mit  II  Verno  überschi'ieben.  — 
In  Orfeo  Vecchi's  Scelta  de  Madr.  1604: 
Che  fai  alma  (Tu  es  gloi'ia).  Tall'hor  tace 
2.  p.  —  In  Moliuaro's  Faticho  spirit.  Lib. 
1.  1610:  Se  giainai  teui])0  (0  beate  Lau- 
renti)  und  im  2.  Buch  1610:  4  Motetten 
mit  Italien.  Text.  —  In  La  Hele's  Messen- 
Samlwk.  1577  eine  6stim.  Messe. 

In  neuen  Ausg.  17  Gesge.   (Eitner  2). 

Manuscripte : 

In  B.B: 

Ms.  Z15.  Chorbuch,  16.  Jh.  Fol.  66. 
Missa  6  voc.  sup.  Nasce  la  pena  mia. 
Schluss  fehlt. 

—  Z25.  Chorbuch,  16.  Jh.  Fol.  30 
Missa:  Anchor  che  col  partire  4  v.  — 
Fol.  166.  Missa  6  voc.  (Disc.  d.  d  eis  d 
f  e). 

Ms.  14,  670.  Part,  neuerer  Ild.  Missa 
5  voc.    (Cant.  1 :  d.  g  d.  e  f  e  d  c  b  a). 

—  Z27.  Part,  von  1624.  Enth.  31 
Motetten  zu  5—8  Stim.  auf  S.  273  ff. 
313  ff.  337  ff.  371  ff.  440  ff. 

—  Z28.  Part,  von  1599.  S.  123: 
Laudate  Dnum.  3  voc. 

—  W34,  359—60  in  Part.  Beati  qui 
habitant  5  v.  Nou  turbetur  cor  vestruni 
5  voc. 

12612.     Ad  te   levavi   5  v.  1583.  P. 

L821.    Madrigale  6  v.  del  libro  9.  P. 

—  Z32.  Lautenbuch  des  16.  Jhs.  S. 
146:  Priucipio  deUa  Battaglia. 

In  B.  Breslau  (siehe  Kat.)  9  Messen 
und  6  Motetten. 

In  B.  Zw.  (s.  Kat.)  1  Messe  u.  2  Mot. 

786  in  B.  Prosle,  Motetten,  Tenor 
fehlt  (8  Stb.) 

In  B.  A:  6  Canz.,  1  Magnif.  und  1 
Messe,  s.  Kat. 

B.  Danxi'u :  Missa  sup.  Nasce  la  pena 
mia,  6  voc.  Nr.  7  im  Ms.  Mus.  qS9 
a— f.  6  Stb.  qu40.  Ebd.  Nr.  9  Missa  sup. 
Cum  Sit  omnipotens  6  voc.  —  Nr.  41, 
Tulenmt  Duum.  6  voc.  c.  2.  p. 

In  B.  M.    4  Missae    1.   super  Aspice 


Dne.  6  voc.  2.  sup.  Benedicta  es  6  et 
8  voc.  3.  sup.  Si  ambulavero  6  v.  4. 
sup.  Ad  te  levavi  5  v.  in  Chorb.  —  4  Mo- 
tett.  und  1  Litania  7  voc.  in  Part.  —  5 
Motett.  in  Talnüatur.  —  1  Madrigal. 

In  Proske  774.  786.  813  u.  879  aller- 
lei Gesge. 

In  B.  L.  5  Mot.  5—7  voc.  (siehe  Kat.). 

In  Hofb.  Wien,  Ms.  15606  in  Part.  2 
Missae:  sup.  Ad  te  levavi,  5  voc.  Si 
ambulavero,  6  voc.  Die  1.  Messe  auch 
Ms.  18486. 

—  15946.     Chorb.  Hofb.  Wien: 
Missa  sup.    Mon  coeur  le  recominauda, 

5  voc,    fo.  94. 

Missa  sup.  Nasce  la  pena  mia,  6  voc. 
fol.  119. 

Missa  s.  n.  (Disc.  a.  a  a  a  c.  h  a  g  a 
a  g.)  6  voc.    fol.  144. 

—  15948,  ib.  Chorbuch: 

Missa  s.  n.  6  voc.  dieselbe  wie  vor- 
her,    fo.  1. 

Missa  sup.  Quando  lieta  speray  5  v. 
fo.  23. 

Missa  sup.  Ultimi  miei  sospiri,  6  voc. 
fo.  48. 

Missa  s.  n.  6  voc.  (Disc.  Pause  d  f  f 
g  g  b  c  d  0  f  c).     fo.  149. 

Missa  pro  defunctis  5  voc.    fo.  206. 

—  15  951,    ib.  Chorb.  des  16.  Jhs: 
Missa  s.  n,    (Disc.  d.  d  e  fis  g.  f  e  d  c 

h  a  h.  c  d.).   fo.  1. 

Missa  sup.  Cum  tu  omnipotens,  6  voc. 
fol.  28. 

Missa  sup.  Cara  la  vita  mia,  5  voc. 
fo.  91. 

Mis.sa  s.  n.  8  voc.   fo.  183. 

—  16194,  ib.  Chorb.  16.  Jhs.  Missa 
sup.  Nasce  la  pena  mia  6  voc.  fo.  33 
(wie  Ms.  15945).  Missa  8  voc.  (Di.sc.  g 
h  a  a  h  c  d  c  h  a  h)   fo.  75. 

Ambraser  Samlg.  in  Uofb.  Wien,  Chorb., 
16.  Jh.  Missa  de  Sancta  Trinitate  4  voc. 
Nr.  4. 

—  16693  ib.  Chorb.  Asperges  me  5 
voc.   fo.  33. 

—  19189  ib.  Chorb.  Nr.  34:  Domine 
Jhesu  Christe,  5  voc. 

Ms.  Codex  in  der  Salvatorkapelle  der 
Kirche  S.  Maria  auf  dem  Capitol  in  Rom 
enth.  4  Messen  (u.  1  von  Lassus).  Com- 
mer,  Mus.  sacr.  Bd.  24  druckt  eine  da- 
von ab. 

Bologna  (Kat.  2,  169),  P.  eines  geistl. 
Satzes.  Kat.  2,  466:  Stella  quain  vide- 
rant,  7  voc.   P. 

In  1881  des  R.  C.  of  Mus.  3  Madr.  in 
Stb.  Ein  anderes  in  1940  und  1943.  2 
Madr.  u.  1  Mot.  in  Lautentab.  in  1964. 

Im  br.  Mus.  Ms.  238  P.  von  2  Madrig. 


Monte,  Eyckaert  de. 


41 


Monteclair. 


Monte,  Ryckaert  de,  Lautenist 
am  Hofe  Ks.  Karl  V.  um  1530 
(nach  Straeten). 

Monte,  Tilinianns  de,  tritt  im 
Mai  1471  als  päpstl.  Sänger  ein 
und  ist  bis  1475  zu  verfolgen. 
1473  ist  sein  Name  Worst  ge- 
schrieben (Viertelj.  3,  230  ff.). 

Monteacuto,  Martin  us  de,  1522 
päpstl.  Sänger  (Viertel].  3,  259). 

MontecalYo,  Ricardo  de,  1475 
bis  76  päpstl.  Sänger  mit  6  Gld. 
Gehalt  (Viertelj.  3,  231). 

Monteeeneri,    D.    Benedetto, 

Vikar  an  S.  Michele  in  Boco  im 
Anfange  des  17.  Jhs.,  nur  bekannt 
durch  ein 

Coucerto  a  voce  sola  in  Adr.  Banchieri's 
3.  lib.  di  nuovi  pensieri  ecclesiastici  1613, 
Bl.  30. 

Monteclair,   Michel  Pignolet 

de,  geb.  um  1666  zu  Chaumont 
en  ßassigny,  gest.  im  Sept.  1737 
in  seinem  Landhanse  bei  St.  Denis. 
Knabensänger  an  der  Kathedrale 
zu  Langres,  wo  er  auch  seine 
Studien  machte.  Nachdem  er  an 
verschiedenen  Kirchen  der  Provinz 
Dienste  geleistet  hatte,  engagierte 
ihn  der  Prinz  von  Vaudemont  als 
Musikmeister  und  nahm  ihn  als 
Begleiter  mit  nach  Italien.  1700 
lebte  er  in  Paris  und  wurde  1707 
im  Orchester  der  grofsen  Oper  als 
Contrabassist  angestellt.  Am  1. 
Juli  1737  wurde  er  pensioniert 
(Fetis).  Er  war  ein  tüchtiger  Kom- 
ponist und  hat  theoretische  und 
praktische  Werke  hinterlassen.  An 
Opern  sind  bekannt: 

Les  festes  de  l'ete,  Opera -ballet  en 
3  actes  et  un  prologue,  repres.  12/6  1716. 
Paris,  Chr.  Ballard.  Part.  fol.  [Upsala. 
Paris  l'opera.  C.  P.  Brüssel.  Paris  Nat. 
in  2.  Ausg.     br.  Mus. 

Jephte,  ti'agedie  lyrique  (tiree  de  l'ecri- 
ture  sainte)  eu  5  actes  et  un  prologue, 
repres.  28'2  1732  (et  remise  lT33j.  Paris, 
Boivin.  P.  fol.  [Brüssel.  C.  P.  Brüssel 
Cons.    Paris  Nat.    Dresd,  Mus. 


—  2.  edit.     [Paris  l'opera.     Paris  Nat. 

■ —  3.  edit.  augmentce,  ib.  Part.  232  S. 
[B.  Wagener.     Paris  Nat.     br.  Mus. 

2  Motets  im  Ms.     Paris  Nat. 

Cantates  fran(,-aises  et  italiennes.  Liv. 
1—3.  Paris  1709  —  1717.  [Paris  Nat. 
Paris  Arsenal.     B.  Hbg.  Liv.  1-2.     C.  P. 

Cantates  a  1  et  ä  2  voix  et  avec  Sin- 
fonie ...  2.  liv.  Paris,  grav.  par  Du 
Plessis.     fol.     7  Cant.     [br.  Mus.     C.  P. 

4  Cantates  im  Ms.  P.  1.  Le  depit. 
2.  Le  Triomphe.  3.  La  Badine.  4.  La 
niort  de  Didon.     [Fundort  fehlt. 

Brunetes  anciens  et  modernes  appro- 
priees  ä  la  flute  trav.  av.  uue  basse  d  acc. 

1.  recueil  cont.  12  suittes,  qui  peuvent 
aussy  se  jouer  sur  la  Flute  a  bec,  sur  le 
V.,  Hautb.  et  autres  iustrument.  Paris. 
4".     [Rostock.     C.P. 

Serenade,  ou  Concert,  divise  en  3  suites 
de  pieces  pour  les  V.,  Fl.  et  Haut-bois 
composees  d'airs  de  fanfares,  d'aires  ten- 
dres,  et  d'aires  cbampestres,  propres  a 
danser,  par  .  .  .  Pai'is  1697  Chrstph. 
Ballard.  3  Stb.  qul».  [Ilofb.  Wien : 
Dessus  1.  2.     Paris  Nat.  kompl. 

6  Coucerts  pour  2  Flütes  seules.  Paris. 
[C.  P.     Paris  Nat. 

Methode  pour  apprendre  la  musique, 
avec  plusieurs  le^^ons  ä  une  et  deux  voix 
divisees  en  4  classes.  Paris  1700.  4*^. 
[Paris  Nat.     Bibl.  der  Stadt  Rennes. 

Fetis  sagt:  es  giebt  eine  2.  Ausg.  von 
1737. 

Noxivelle  methode  pour  appi'endre  la 
musique  pai'  des  demonstrations  faciles, 
suivies  d'un  grand  nombre  de  lecous  ä  1 
et  ä  2  voix,  avec  des  tables  qui  facilitent 
Fhabitude  des  transpositions ,  dediee  ä 
M.  Couperin.  Paris  1709  l'auteur.  4". 
64  S.  [B.  B:  Paris  chez  Foucault.  fol. 
B.  Wagener.  Dresd.  Brüssel.  Glasgow. 
Paris  Nat.  Paris  Mazariu.  Stadtb.  Amiens. 
Stadtb.  Rennes.     Stadtb.  Ronen.     Bologna. 

Eine  2.  Ausg.  soll  nach  Fetis  1736  er- 
schienen sein. 

Methode  facile  pour  apprendre  a  jouer 
le  "Violon  avec  un  abrege  des  Principes 
de  musique  necessaires  pour  cet  Instru- 
ment. Paris  (1711)  Foucault.  kl.  qu4'^. 
25  S.     [B.  Wagener.     Paris  Nat. 

Nach  Fetis  erschien  eine  2.  Ausg. 
Paris  1736. 

Principes  de  musique.  Divisez  en  4 
parties.  Paris  1736.  fol.  (vielleicht  ist 
dies     die     von    Fetis     vorher     erwähnte 

2.  Ausg.).  [B.  B.  ohne  Jahr.  Glasgow. 
Stadtb.  Besanyon.     br.  Mus.  s.  a. 

Eine  Chanson  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2 
Nachträge). 


Monteiro. 


42 


Montemayor,  Cristoforo. 


Monteiro,  Joao  Meiides,  geb. 
zu  Evora  in  Portugal  im  16.  Jh. 
Studierte  unter  Manuel  Mendes. 
Die  zerstörte  Bibl.  zu  Lissabon  be- 
safs  einige  seiner  Kompositionen 
im  Ms.  (Vasconcellos). 

Moiitella,  GrioYanni  Domenico, 

aus  Neapel  geb.  Im  Drucke  von 
1594  nennt  er  sich  einen  Laute- 
nisten der  Kgl.  Kapelle  zu  Neapel, 
auch  Romano  Micheli  führt  ihn 
in  seiner  Musica  vaga  als  Mitglied 
der  Kgl.  Kapelle  an.  Florimo  1,  69 
bez.  ihn  als  Organisten,  Harfenisten 
und  Lautenisten.  Da  das  Werk 
1602  sein  Schwanengesang  genannt 
wird,  so  muss  er  wohl  1601  oder 
1602  gestorben  sein.  Seine  ^Yerke 
erschienen  noch  bis  1612,  Vogel 
giebt  zwar  hie  und  da  einen  Aus- 
zug aus  den  Dedic,  doch  ist  bei 
der  Unterschrift  nie  der  Name  des 
Schreibers  genannt.  Bei  Nr.  9  von 
1604  (Vogel  1,  498)  heifst  es  aber 
„me«  Madrigali  ä  4  voci''  und 
dies  kann  doch  nur  der  Autor 
selbst  schreiben,  dagegen  müssen 
den  Dedic.  zufolge  die  Werke  von 
1607  ab  von  anderen  herausgegeben 
worden  sein,  wie  auch  der  Titel 
zum  2.  Buch  4stim.  Madrigali  aus- 
sagt. Von  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt: 

Lamentationes  et  alia  ad  officium  heb- 
dom.  sanctae  4  voc.  Napoli  1602  Jo.  Jac. 
Carlinus.  4  Stb.  40.  16  Nrn.  [Cap. 
Later. 

Moteetorum  5  voc.  Hb.  1.  Napoli  1603 
Vitalis.     5  Stb.     fol.     [Florenz  B.  n. 

Psalmi  ad  completorium  octo  et  qua- 
tuor  voc.  Napoli  (s.  a.)  SubtUis.  [Flo- 
renz B.  n:  B. 

1.  lib.  de  Madrigali  a  5  voci  di  . . . 
Napolitauo.  Napoli  1594  (1595?)  stam- 
pata  dello  Stigliola  ä  Porta  regale.  5  Stb. 
40.  23  Nm.  In  der  Dedic,  gez.  Napoli 
28/6  94,  teilt  er  mit,  dass  dies  sein  erstes 
AVerk  sei.     [Modena.     Bologna:  C. 

2.  lib.  de  Madrig.  a  5  voci  di  .  .  . 
Ven.  appr.  G.  Vincenti.  Dedic.  mit  16  9 
1596  gez.   5  Stb.   4».   21  Nrn.   [Modena. 


3.  lib.  de  Madrig.  a  5  voci  di  . . .  Nap. 
1G02  G.  Jac.  Carlino.  5  Stb.  4».  21 
Madr.     [Florenz  B.  n:  C.  B.  oa. 

4.  lib.   de  Madr.   a  5  v.   di  ...     Nap. 

1602  ib.  5  Stb.  4».  21  Madr.  [Florenz 
B.  n.  A.  T.  B.  5  a.    Neapel  Cons :  C  A.  B.  5  a. 

5.  lib.   de   Madr.   a  5  v.  di  . . .     Nap. 

1603  Ant.  Face.  5  Stb.  4".  21  Madr. 
[Florenz  B.  n:  A.  T.  B.  5a. 

6.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  di  . . .     Napoli 

1603  Jo.  Felix  Paduan'  incidit.  5  Stb.  4». 
21  Madr.  [Florenz  B.  n:  C.  A.  B.  5  a. 
Neapel  Cons:  C.  T.  5a. 

7.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  di  . . ,  Napoli 
1605  G.  B.  Sottile.  5  Stb.  4P.  21  Madr. 
[Florenz  B.  n:  A.  T.  5  a.  Neapel  B.  n:  A. 
br.  Mus. 

8.  lib.  de  Madr.  a  5  v.  di  . . .  Napoli 
1607  Sottile,  per  Scipione  Bonino.  5  Stb. 
40.  21  Nrn.  [Hofb.  Wien.  B.K:C.  A. 
T.  B.     Neapel  Cons:  A.  T.  B. 

1.  lib.  de 'Madrig.  a  4  voci  di  . .  .    Nap. 

1604  Sottile.  4  Stb.  4«.  21  Madr.  [Flo- 
renz B.  n:  B.     Neapel  Cons:  C.  A. 

2.  lib.  de  Madr.  a  4  voci  di  . . .  Rac- 
colti  e  dati  in  luce  per  Gio.  Fr.  Benna. 
Nap.  1607  stampa  di  Sottile.  per  Scip. 
Bonino.  4  Stb.  4".  21  Madr.  [Bologna: 
B.     Neapel  B.  n:  A.     br.  Mus:  T. 

3.  lib.  di  Villanelle  a  4,  et  Arie  ä  2 
voci.  Di  . . .  Nap.  1613  Gargano  & 
Nucci. . .  P.  Paolo  Riccio  libr.  4  Stb.  4". 
21  Madi-.     [Florenz  B.  n:  T.  defect. 

4.  lib.  di  VillaneUo  a  4  v.  di  . . .  Nap. 
1612  Carlino.  4  Stb.  4".  21  Madr. 
[Florenz  B.  u:  T.  B. 

Siehe  auch  Montelli,  Mico. 

Montelli,  .  .  .  Die  Bibl.  der 
Musikfr.  in  Wien  besitzt: 

3  Terzetti  per  Fl.  Va.  Vcl.  —  3  Trios 
per  Fl.  Clarinette  et  Alto.  Er  lebte  viel- 
leicht noch  im  18.  Jh. 

Montelli,  Mico. 

In  Ancina's  Tempio  armonico  von  1599 
die  Madrigale:  Deh  tram'  in  pace.  —  Ri- 
fondi  ä  Talma  mia.  —  S'al  tiio  felice 
sguai-do.  —  0  Vergine  Maria.  —  Aprimi 
'1  petto.  —  Vergin  donna  del  ciel  3  voci. 
—  In  Arascione's  Nuove  Laudi  ariose 
1600  p.  34  ein  Ge.sg.  zu  4  Stirn.  Der 
Kat.  Bologna  2,  350  u.  im  Reg.  klammert 
den  Namen  Domenico  MonteUa  ein,  dem- 
nach mixsste  er  derselbe  wie  der  vorher- 
gehende Giovanni  Domenico  MonteUa  sein. 

Montemayor,  Cristoforo.     In 

Ancina's  Tempio  armonico  von 
1599  befinden  sich  die  Gesänge: 
Sorgi  dal  sonno  c.  2.  p.  —  0  Donna 


Montemayor,  Francisco. 


43 


Monteverdi,  Claudio. 


gloriosa  3  voc.  und  in  Arascione's 
Nuove  Laudi  ariose  1600  auf  pag.  4, 
17,  22  u.  29  vier  Gesge.  zu  4  Stirn. 

Montemayor,  P.  Fr.  Francisco, 

ein  Spanier  des  17.  Jhs.  Ein  Re- 
quiem 8  voc.  im  Eslava  (Eituer  1). 
3Ionte-3I6r,  Jorge  de,  geb.  um 
1520.  Micbaud  erwähnt  seiner  um 
1552  in  Portugal  lebend,  gest.  zu 
Turin  den  26.  Febr.  1561.  Yas- 
concellos  widmet  ihm  einen  länge- 
ren Artikel  und  feiert  ihn  als  be- 
deutenden Musiker,  ohne  ein  Werk 
von  ihm  namhaft  machen  zu  können. 


Montenclos, 


bekannt  durch: 


Eobert  le  Bossu,  ou  trois  soeurs.  Yaude- 
ville  en  1  acte  par  la  Citoyenne  . . .  Repres. 
sur  le  theatre  Montansier-Vaiietes,  le  22. 
Pluviuse  au  7  (1.  Febr.  1799).  Paiis  chez 
l'auteur  an  7.  8*^.  Nur  Textb.  in  Schwe- 
rin F. 

Monte  Negro,  Domenico,  gab 

das  Samlwk.  heraus: 

II  1.  lib.  deUe  YiUanelle  a  3  voci  di . . . 
E  altri  Auttori  Nouamente  composte  . . . 
Yen.  1590  Yincenti.  3  Stb.  8».  27  Ge- 
sänge von  Gasp.  Locatelli,  MetaUo  19,  Ag. 
de  Mitis,  Dom.  Montenegro  2,  Giorg. 
Montenegro,  Gio.  de  Piccoli,  Oratio  San- 
guigno  2  (siehe  das  Reg.  bei  Yogel  1,  500). 
[Hofb.  ^'ien.     Rom  Cecilia:  B. 

Montenegro,  Oiorgio, 

in  obigem  Samlwk.  von  Monte  Negro 
der  Gesang:  Fuggimi  pur  3  voc. 

Monte  dell'Olmo,  Girolamo  da, 
siehe  Grirolamo. 

Monte  regali,  s.  Eustachius. 

Monteriso,  Criuseffo,  Sopranist 
an  der  Hof  kapeile  in  Wien  mit 
700,  dann  1400  Gld.  Gehalt  vom 
1.  Okt.  1716  bis  1.  April  1749; 
wird  Pension.,  ist  aber  von  1756 
bis  1769  wieder  als  Sänger  ver- 
zeichnet (Köchel  1). 

Monterotundo,  Hannibal  de, 
1545—1551  Sänger  am  St.  Peter 
in  Rom  (Yiertelj.  3,  277). 

Montesano,  Alfonso,  da  Maida, 
sein  Geburtsort  im  Neapolitanischen. 
Er  gab  heraus: 

Madrigali  a  5  voci  di  Don. . .    Lib.  1. 


Napoli  1622  Ottav.  Beltrano.  5  Stb.  40. 
21  Madr.,  dabei  3  von  Franc.  Oemino. 
[Bologna:  C.  T.  B. 

Montesardo  (Monte  Sardo,  Monti- 
sarduus,  Monsardus),  (xirolamo  del, 

war  um  1608  Kapellmeister  an  der 
Kathedrale  zu  Fano  (römische  Pro- 
vinz). 1612  lebte  er  in  Neapel, 
nach   der  Dedic.    und  gab  heraus: 

Ecclesiastici  Concentus;  Yna.  2.  3.  4. 
5,  &  8.  vocibus  canendi.  Cum  Basso  ad 
Organum.  Opera  8.  Yen.  1608  Ang.  Gar- 
danus. 5  Stb.  40.  22  Gesänge.  [B.  Br. 
fehlt  Bc]  Obiges  Amt  und  Namenvaiian- 
ten  nach  dem  Titel. 

Amphiteatmm  angelicum  divinaium  can- 
tionum  1.  2.  3.-8.  voc.  Op.  12.  Yen. 
1612  Yincentius.     [B.  M:  B. 

In  alten  Samlwk.  4  Motet.   (Eitner  1). 

I  lieti  giorni  di  Napoli  concertini  ita- 
liani  in  aria  spagnuola  ä  2,  e  3  voci  con 
le  lettere  dell'Alfabeto  per  la  Chitarra 
Madrigal  etti,  et  Arie  gi-avi  passaggiate  ä  uua, 
e  due  voci  per  cantare  alla  Tiorba,  Graue- 
cimbalo,  Arpa  doppia,  &  altri  Istrum.  Di 
. . .  Op.  11.  NapoH  1612  Gargano  &  Nucci. 
Ad  instanza  di  P.  P.  Riccio.  Dedic.  gez. 
in  Neapel  am  1/3  1611.  Er  ging  also 
nicht  nur  nach  Neapel,  um  den  Druck 
zu  leiten,  sondern  muss  daselbst  gelebt 
haben.  1  vol.  in  4».  40  S.  19  Gesge., 
dabei   ein   Franc.  Lamharcli.     [Glasgow. 

Fetis  nennt  ihn  einen  Guitarristen,  der 
zu  Florenz  geb.  und  auch  dort  lebte  (sie?) 
und  herausgab:  Nuova  inventione  d'inta- 
volatura  per  sonare  i  balletti  sopra  la 
chitarra  spagnuola,  seuza  numeri  e  note. 
Firenze  1606.  4°.  Die  B.  der  Musikfr. 
in  Wien  besitzt  ein  Exemplai-,  doch  ist 
der  Autor  Montessardo.,  Oirolamo^  ge- 
zeichnet. 

In  B.  Br.  im  Ms.  ein  Puer  qui  natus 
est  nobis,  s.  Kat. 

Montevenuti,  Carlo,  geb.  zu 
Faenza;  um  1727  wurde  er  Kapell- 
meister an  der  Kathedrale  zu  Ro- 
vigo,  wo  er  auch  um  1737  starb. 
Fetis  zeigt  von  ihm  an: 

Sonate  da  chiesa  a  piü  stiiiraenti.  Bo- 
logna. Eine  andere  Ausgabe  erschien  bei 
Roger  in  Amsterdam. 

Montererdi  (in  alten  Drucken 
fast  durchweg  Monteverde),  Clau- 
dio, geb.  im  Mai  1567  zu  Cre- 
mona,  getauft  am  15.  Mai,  gest. 
29.  Nov.  1643  zu  Venedig.    Schii- 


Monteverdi,  Claudio. 


44 


Monteverdi,  Claudio. 


1er  des  Marc'Ant.  Ingegnieri.  Mit 
16  Jahren  trat  er  bereits  als  Kom- 
ponist auf.  Er  war  auch  ein  treff- 
licher Violaspieler.  Kurz  vor  1590 
hielt  er  sich  einige  Zeit  in  Mai- 
land auf,  wo  er  besonders  durch 
sein  Yiolaspiel  Bewunderung  er- 
regte. In  demselben  Jahre  tritt 
er  in  den  Dienst  des  Herzogs  von 
Mantua,  anfänglich  mutmafslich  als 
Violaspieler  und  Sänger  und  erst 
1602  als  Kapeilmeister.  Schon 
vor  1595  hatte  er  sich  mit  der 
Sängerin  Claudia  Cattaneo  ver- 
heiratet, doch  schon  1007  starb 
sie.  Nach  dem  Tode  des  Herzogs 
Vincenz  vorliefs  er  1612  Mantua 
und  ging  zu  seinem  Vater  in  Cre- 
mona,  erst  am  19.  Aug.  1613 
wurde  er  zum  Kapellmeister  an 
S.  Marco  in  Venedig  gewählt  mit 
einem  Gehalte  von  300  Dukaten, 
der  1616  auf  400  erhöht  wurde.*) 
Erst  im  Jahre  1632  trat  er  in  den 
Priesterstand.  Eine  ausführliche 
mit  Dokumenten  reich  versehene 
Biographie  von  Dr.  E.  Vogel  be- 
findet sich  in  der  Viertel].  3.  Jhrg. 
S.  315,  dort  findet  man  auch  die 
von  anderen  heriührenden  Biogr. 
verz.  Ferner:  Daviri,  Notizie  biogr. 
di  Cl.  M.  Mondovi  1885.  —  Liud- 
ner  2,  33  u.  36.  —  Briefe  in  La 
Mara  1,  51.  —  Im  Caffi  1,  56. 
215.  2,  135.  169.  225.  —  Florimo 
1,  115.  —  G.  Eoberti  Biogr.  in 
Ricordi's  Gazzetta  mus.  1890,  566 
(M.  f.  M.  23,  18).  Von  seinen 
Kompositionen  sind  nachweisbar 
(im  Vogel  chronologisch  mitgeteilt 
S.  407  u.  S.  416  die  Texte  alpha- 
betisch geordnet;  hier  nach  dem 
Inhalte  geordnet  in  geistliche  und 
weltliche  Gesänge): 

Sanctissimae  Virgini  Missa  senis  voci- 
bus  ac  Vesperae  pluribus  decantandae 
cum    nonmülis     sacris    concentibus    .  .  . 

*)  1  Dukaten  etwa  3,35  M. 


Paul  V.  dedic.  Yen.  1610  Ämadinus.  8 
Stb.  4".  B.  gen.  in  fol.  1  Messe  u.  a. 
[B.  Br.     Rom  Casan:  T.     Bologna. 

Messa  a  4  voci,  et  Salmi  a  una,  duo, 
tre,  quattro,  cinque,  sei,  sette  &  otto  voci, 
concertati,  e  parte  da  cappella,  &  con  le 
Letanie  della  B.  V. . .  Yen.  1650  Aless. 
Vincenti.  9  Stb.  4».  Dudic.  vom  Ver- 
leger, 1  Messe  u.  a.  [B.  Br.  Rom  Casan. 
Bologna  fehlen  AI.  C2. 

Selva  morale  et  spirituale  di  . . .  Ven. 
1641  B.  Magni.  10  Stb.  dabei  2  Y.  u. 
Bc.  in  4".  1  Messe,  Messeuteile,  Mo- 
tetten, Psabnen,  Hymnen,  Magnif.,  Salve 
regina,  ineistens  begleitet  mit  V.  Viola 
u.  Posaunen.  [B.  Br.  Bologna.  MusikCr, 
Wien.     Brässel  ohne  C2.  VI.  Bl. 

Madrigali  spirituali  a  4  voci,  posti  in 
musica  da  .  .  .  Brescia  1583  Vinc.  Sabbio, 
ad  instanza  di  Pietro  Bozzola,  bbr.  in 
Cremona.  4  Stb.  4".  21  Gesge.  [Bo- 
logna: B. 

Aquilino  Coppini  legte  unter  M.'s  Ma- 
drigale lateinischen  Text  unter  und  gab 
sie  unter  dem  Titel  heraus: 

Musica  tolta  da  i  Madrigali  di  Cl.  M., 
0  d'altri  autori  a  5  iV  G  voci,  e  fatta 
spirituale  da  A.  C.  Accadeniico  Inquieto 
. . .  Milane  1Ü07  Ag.  Tradate.  7  Stb.  4». 
24  Gesge.,  von  Monte  Verde  11,  Adr. 
Banchieri,  Andr.  Gabrieli  2,  Rugg.  Gio- 
vanelli  6,  L.  Marenzio,  G.  M.  Nanino, 
Orat.  Vecchi  2.  [Mailand  Ambr.  Bologna. 
Die  Partito  von  lull  in  Cremona  B.  gov. 

—  Das  2.  Euch  enthält:  Montev.  8, 
G.  P.  Cima  2,  G.  Croce,  G.  P.  Flaccomio 
2,  Rugg.  Giovanolli  4,  L.  Marenzio,  Cl. 
Merulo,  Flam.  Trcsti.  [Maild.  Ainbr.  6 
Stb.    4». 

—  Das  3.  Buch:  della  Musica  di  Cl. 
M.  a  5  voci  . .  .  1609  ib.,  enth.  20  Gesge. 
nur  von  Cl.  M.  [Maild.  Ambr.  6  Stb. 
Gent.  U.  B:  Basso. 

In  Manuscripten: 

B.  B.  Ms.  58,  Missa:  In  illo  tempore 
6  V.  P.  —  13  Motett.,  1  Magnif.,  1  So- 
nata sopra  Sancta  Maria  f.  Ge.sg.  u.  Instr. 
aus  1610.  —  Ms.  89,  Confitebor,  5  voc, 
Magnif ic,  4  voc.  aus  1644.  —  Ms.  T7  u. 
39"geisti.  Gesge.  in  P.  —  14570  Samlbd. 
Part.  Nr.  10,  Resurrexit  de  sepulcro, 
Concerto  ä  8:  2  C.  A.  2  T.  B.  2  V.  Bc. 
4  Bll.  —  AV103  Nr.  1705:  Crucifixus 
4  V.    P. 

Ms.  in  Upsala  in  Tabulatui-part.  1. 
Confitebor  tibi,  C.  5  V.  Org.  2.  Pascha 
celebranda  5  v.  2  V.  3.  Resurrexit  et 
sepulchro,  7  v.  4  Viele,  Bc.  4.  Beatus 
vir  6  voc,  2  Y.  Bc.  in  40. 

In  B.  Br.  2  Motett.  im  Ms. 


Moüteverdi,  Claudio. 


45 


Monteverdi,  Claudio. 


Ms.  in  Kremsmünster  L.  Bd.  4  p.  205: 
Litauea  6  voc  c.  org. 

Ms.  Cap.  sistina,  Cod.  107,  Missa  in 
honorem  B.  M.  V. 

Ms.  Proske,  28  Gesge.  im  Ms.  967  u.  974. 

Ms.  B.  Kassel  fol.  öl  u.  57:  Laudate 
pueri  6  voc.    —   Presso  ua  fiume  7  voc. 


L'Orfeo,  favola  in  musica  da  . . .  ra- 
presentata  in  Mantova  l'auuo  1607.  .  . 
Yen.  1609  Amadino.  fol.  100  S.  [B.  B. 
Rom  Cecilia.  Modeua.  Genua  üuiv.- 
Bibl. 

—  1615  ib.,  rist.  fol.  52  Bll.  [B.  Br. 
Brüssel.  London  Buckingh.  Palast.  Ox- 
ford Bodleian.     Brüssel  Cons.  in  Kopie.  P. 

—  Neue  Ausg.  im  10.  Bde.  der  Publi- 
kation. —  Eine  Kopie  nach  1615  in  B.  B., 
W80. 

Combattiniento  di  Taucredi  e  Clorinda, 
Ms.  AVSO  Nr.  960,  B.  B. 

Ballo  deiringrate  von  Rinuccini  1608. 
Textb.  Florenz  B.  n.  Die  Musik  in  Ma- 
drigale guerrieri  1638  erhalten. 

Arianna  von  Einuecini  1608.  Nur  das 
Lamento  d'Arianna  erhalten  im  Samhvk: 
Ilmaggio  fiorito,  Orvieto  1623  ohne  Autor 
(Vogel  851.  415).  Ex.  in  Bologna.  Ferner 
legte  M,  später  einen  lat.  Text  unter  und 
nahm  es  in  die  Selva  morale  1641  auf. 
Im  6.  üb.  de'Madr.  1614  befindet  sich 
ein  Teil  des  Lamento  in  5stim.  Bear- 
beitung. Ein  Textbuch,  Ven.  1640,  in 
Bologna. 

—  Lamento  d'Ariana  del  ...  Et  con 
due  lettere  amorose  in  genere  rapresen- 
tatiuo.  Ven.  1623  Magni.  1  vol.  4». 
29  S.     [Gent  U.  B. 

—  Der  vollständige  Lamento  in  der 
Originalnotierung,  85  Verse,  ist  hds.  in 
Florenz  B.  n.  (Vogel  352).  Ms.  W49 
Nr.  664  in  B.  B.  eine  Kopie. 

L"incoronazione  di  Poppea.  Opera  di 
Buseuella  in  3  atti  e  prologo.  Ms.  439 
P.  in  Ven.  Marco,  1642  komponiert.  Ein 
Satz  daraus  in  M.  f.  M.  33  Beilage  zu  4/5. 

Die  in  der  Hofb.  zu  Wien  befindliche 
Oper:  11  ritorno  d'ülisse  kann  nicht  mit 
Sicherheit  M.  zugeschrieben  werden.  Ms. 
18763  (Vogel  404). 

Verloren  gegangene  Opern:  1.  Madda- 
lena,  ein  geistl.  Schauspiel,  gedichtet  von 
Andreini,  komp.  von  Muz.  Effrem,  Salom. 
Rossi,  Ales.  Guivizzani  u.  M.  4  Bll.  in 
Bologna,  s.  Kat.  3,  7.  2.  La  fiuta  pazza 
Licori ,  1627.  3.  Intermezzi  und  der 
Tomeo  für  Parma  1628.  4.  I  cinrpie 
fratelli,  Souetti  di  Giulio  Strozzi.  Textb. 
in  Florenz  B.  n.  von  1628.  5.  Proserpina 
rapita  von  Strozzi,  1630  aufgef.  6.  L'Adone 


1639.  7.  Nozze  d'Enea  con  Laviuia  1641. 
8.  II  ritorno  d'Ulisse  in  patria  1041.  Nr. 
6  u.  7  die  Textb.  in  der  Marcus-Bibl. 


Madrigali  a  5  voci  di  . . .  Cremonese, 
discepolo  del  Sig.  Marc'Ant.  Ingigueri. 
Nouamente  . . .  Lib.  1.  Ven.  1587  Ang. 
Gardano.     5  Stb.    (iu40.    21  Madr.    [B.D. 

—  II  1.  Hb.  de  . . .  rist.  Yen.  1607 
Ales.  Eaverii.  5  Stb.  4P.  21  Nra.  [B.B: 
C.  B.    Bologna. 

—  rist.  Ven.  1621  B.  Magni.  [Proske 
fehlt  B.  Modena.  Rom  Casan:  C.  B.  5  a. 
Oxford. 

II  2.  lib.  de  Madr.  a  5  voci  (wie  beim 
1.  Buche).  Ven.  1590  Gard.  Dedic.  in 
Cremona  gez.  5  Stb.  ([w-i'^.  21  Madr. 
[Hofb.  Wien:  T.  B.  5a.     br.Mus:  5a. 

—  rist.  Ven.  1607  Raverii.  [B.  B:  C 
B.  Bologna.  Rom  Casan:  C.  B.  5a. 
Lincoln  Ch.  L.     br.  Mus.  kompl. 

—  Ausg.  von  1609  in  einem  Kat.  von 
Rev.  G.  Goddard.     Loud.  1878.     S.  8. 

—  rist.  B.  Magni  1621.  [Proske  fehlt 
B.     Bolog:  T.     Oxford  Ch.  Ch. 

II  3.  lib.  de  Madr.  a  5  voci  . . .  Ven. 
1592  Amadino.  5  Stb.  4«.  20  Madr. 
[Bologna. 

—  rist.  ib.  1594.  [Wolfenb:  T.  Bo- 
logna. 

—  rist.  ib.  1600.     [Bologna. 

—  rist.  ib.  1604.  [B.  K.  Bolog:  C. 
T.  5a.     br.Mus:  B. 

—  rist.  ib.  1607.  [B.B:  C.  B.  Rom 
Casan:  C.  B.  5a. 

—  rist.  ib.  1611.     [Bologna. 

—  Di  Cl.  M. . .  Con  ii  Bc.  per  il 
Clauicembano ,  Cittharoue  (?)  ed  altro  si- 
mile  istroni.  Anversa  1615  P.  Phalesio. 
6  Stb.     qu40.     [ß.  D.  f.  Bc.      AVolfenb.  f. 

A.  5a.     Gent:  Bc.  Oxford  Ch.  Ch.  6  Stb. 

—  rist.  B.  Magni  1621.  5  Stb.  4». 
|B.  Hbg.  Proske  f.  B.  Modeua.  Bolog: 
T.     br.Mus:  5a.     Oxford  5  Stb. 

II  4.  lib.  de  Madr.  a  5  voci  di  .  .  . 
Ven.  1603  Amadino.  5  Stb.  4".  20  Nrn. 
[Ferrara  B.  com. 

—  rist.  ib.  1605.     [B.  B :  B.     Florenz 

B.  R:  5a. 

—  rist.  ib.  1607.     [B.B:  C.  B. 

—  rist.  ib.  1011.  [Rom  Casan:  C.  B. 
5  a.     Lincoln  Ch.  L. 

—  rist.  ib.   1615.     [Bologna. 

—  Con  il  Bc.  per  il  Clauicembano, 
Citharone,  ed  altro  simile  istrom.  Anversa 
1615  Phalesio.    6  Stb.    fiu40.     [Wolfenb: 

C.  T.  B.      Brüssel  f.  5  a.  Bc.       R.  C.  of 
Mus.  f.  5  a.  Bc.      Oxford  Ch.  Ch.  6  Stb. 

—  rist.  1622  B.  Magni.  5  Stb.  4». 
[Proske  f.  B.     Bolog:  T.     Oxford  Ch.  Ch. 


Monteverdi;  Claudio. 


46 


Monteverdi,  Claudio. 


—  Phalesio,  c.  Bc.  1644,  wie  1615. 
6  Stb.    qu40.    [Brüssel:  C.  5a.  Bc. 

II  5.  lib.  de  Madrigali  a  5  voci  di  . , . 
Col  Bc.  per  il  Clauicembano  Chitarrone 
ed  altro  simile  istrom.  fatto  particolar- 
mente  per  li  sei  Ultimi,  &  per  li  altii  a 
beneplacito  . . .  Ven.  1605  Amadino.  6 
Stb.  40.  19  Nrn.  [B.  A.  f.  C.  B.  ß:B. 
B.  K.  Belog:  Bc.  Ferrara  B.  com.  f. 
Bc.  Mailand  B.  A:  Bc.  Verona  S.  f. 
br.  Mus :  Bc. 

—  rist.  Amadino  1606.    [Mailand B.  A: 

A.  T.  B.     Korn  Casau  :  C.  B.  5  a. 

—  rist.  ib.  1608.  [B.B:  C  B.  Brüs- 
sel.    Bolog:  f.  Bc. 

—  rist.  ib.  1610.     [Bolog:  A.  Bc. 

—  rist.  ib.  1611.     [Bolog:  C  T.  ß. 

—  rist.  ib.  1613.     [G.P. 

—  rist.  ib.  1615  col  Bc.  [Biiissel  f. 
5  a.  Bologna.  Verona  S.  f:  A.  T.  br. 
Mus:  C. 

—  Anversa  1615  Phalesio.  6  Stb. 
qu4o.  [Wolfenb:  C  T.  B.  B.  D.  f.  Bc. 
Gent  U.  B:  Bc.      Oxford  Ch.  Ch.  6  Stb. 

—  B.  Magai  1620.  [B.  B :  A.  Bc.  ß. 
Hbg.      Proske:  Bc.      Bologna.      Ferrara 

B.  c:  Bc.     Modena.     Oxford  Ch.  Ch. 

H  6.  üb.  de  Madr.  a  5  voci  con  uno 
Dialogo  a  7,  con  il  suo  Bc.  . . .  Ven. 
1614  Amadino.  6  Stb.  4«.  18  Madr., 
die  letzten  4  „concertato".  [Bologna. 
Biiissel  f.  5  a. 

—  rist.  ib.  1615.     [Bologna. 

—  rist.  B.  Magni  1620.  [B.  B:  A.  Bc. 
B.  Hbg.  Proske  f.  B.  Bologna.  Rom 
Casan :  C.  B.  5  a.  Ferrara  B.  c :  Bc.  br. 
Mus.     Oxford  Ch.  Ch.     Paris  Nat. 

—  rist.  Anversa  1639  Phalesio.  6  Stb. 
qu4*'.     [Amst:  5  a. 

Concerto  7.  lib.  de  Madr.  AI.  2.  3.  4. 
et  6  voci,  con  altri  generi  de  Canti,  di 
. . .  Ven.  1619  B.  Magni.  6  Stb.  40.  39 
Gesge.  beginnt  mit  einer  Symphonia.  [B. 
Hbg.  Bologna.  Florenz.  Ferrara  B.  c: 
Bc.     Verona  S.  f:  C.  A.  T. 

—  ib.  1622.  [Bologna:  B.  Vened. 
Marco:  B.     Verona  S.  f:  C.  B. 

—  ib.  1623.  [B.B:  A.  Bc.  Bolog: T. 
Vened.  Marco:  C.  T.  5a.  Bc.  Verona  S. 
f'  5  a.  Bc. 

'  —  ib.  1628.  [Proske  f.  B.  Brüssel. 
C.P:  A.  5a.  Bolog:  C.  B.  Vened. 
Marco:  A.  Bc.     Oxford  Ch.  Ch. 

—  ib.  1641.  [B.  Br.  B.  B.  Bolog. 
Maild.  Ambros:  f.  T. 

Madrigali  guerrieri,  et  amorosi  con  al- 
cuni  opuscoli  in  genere  rappresentatiuo, 
che  saranno  per  breui  Episodij  irä  i  canti 
senza  gesto.  Ldb.  8.  di  . . .  Ven.  1638 
Ales.     Vincenti.     9    Stb.     4».     29    Nrn. 


[B.  Br.  B.Hbg.  B.  B.  f.  Bc.  Upsala: 
f.  Bc.     Bologna.     Vened.  Marco  f.  Bc. 

Madrigali  e  Canzonette  a  2,  e  3,  voci, 
del  ...  Lib.  9.  Ven.  1651  Ales.  Vin- 
centi. Dedic.  vom  Verleger.  4  Stb.  4''. 
35  Gesge.  [B.  Br.  Bolog.  Vened.  Marco : 
T.  ß. 

Canzonette  a  3  voci  di  . , .  Lib.  1. 
Ven.  1584  Vincenzi  et  Amadino.  Dedic. 
in  Cremona  mit  Monte  Verde  unterz.  3 
Stb.  8».  21  Gesge.  [B.  M.  Bolog:  C. 
br.  Mus :  B. 

Scherzi  musicali  a  3  voci  di  raccolti 
da  Giulio  Cesare  Monteverde  suo  fratello, 
et  nouamente  . . .  Con  la  Dichiaratione  di 
ima  Lettera,  che  si  ritrova  stampato  nel 
5.  Libro  de  suoi  Madrigali  . . .  Ven.  1607 
Amadino.  1  vol.  fol.  40  S.  18  Gesge., 
dabei  2  vom  Herausgeber.     [Bologna. 

—  rist.  ib.  1609.  [B.  B.  Bologna. 
Rom  Cecilia.     Venedig  Museo  civ. 

—  rist.  ib.  1615,  3.  irapressione.  fol. 
38  S.     [Oxford  Ch.  Ch.     Rom  cap.  Julia. 

—  rist.  ib.  3.  impress.  (?)  [C.  P.,  einst 
B.  Borghese. 

—  B.  Magni.  1628.     [br.  Mus. 
Scherzi  musicali  cioe  Arie,  &  Madrigali 

in  Stil  recitatiuo,  con  una  Ciaccona  A  1. 
&  2.  voci,  del  ...  Raccolti  da  B.  Magni. 
Ven.  16.32  Magni.  10  Gesge.  1  vol.  in 
40.     52  S.     [Bibl.  Bolin  in  Breslau. 

Dedications  -  Abdrucke  obiger  Werke 
teilt  Vogel  1  und  der  Kat.  2  vmd  3  der 
B.  Bologna  mit.  Vogel  1  giebt  auch  in 
Anmerkungen  diejenigen  Gesänge  an,  die 
sich  oft  mit  and.  Text  in  alten  Samlwk. 
finden. 

42  Gesänge  in  alten  Samlwk.  (Eitner 
1).  Ferner  1  Litania  a  6  voci  in  Lor. 
Calvi  3.  —  In  G.  B.  Bonometti's  Par- 
nassus  1615  eine  Motette  zu  2  Stim.  u. 
Bc.  —  In  Fr.  Sammaruco's  Sacri  affetti 
1625 :  Ego  dormio  a  Sopr.  e  B:  —  4  Mo- 
tetten in  Giul.  Ces.  Bianchi's  Motett. 
lib.  1,  1620.  —  In  P.  Lappi's  Coucerti 
sacri  1623  ein  3  stim.  Gesg.  nach  dem 
Madrig.  „Vaga  su  spina  ascosa".  —  Ecce 
sacrum  paratum  in  PhU.  Fr.  Böddecker's 
Sacra  Partitura  1651  p.  34.  —  In  Magni- 
Gardano's  Motetti  a  voce  sola  1645:  Ve- 
nite  videte.  —  In  Gasp.  Casati's  Raccolta 
di  Motett.  1651  eine  Mot.  —  In  G.  B. 
Camarella's  Madrig.  1633  zwei  Nrn.  — 
In  Am.  Franzoni's  In  nuovi  fioretti  1607 
eine  Nr.  —  In  C.  Milanuzzi's  Quarte 
Scherzi  1624  \ier  Gesge.  —  In  Ant. 
Morsolir.o's  1.  lib.  Canzonette  1594  vier 
Gesge.  —  In  Phalese's  II  HeUcone  1616: 
Lumi  mei,  cari  lumi.  —  In  Rocchiani's 
U  maggio  fiorito  1623  aus  dem  Lamento: 


Monteverdi,  Francesco. 


47 


Montgaultier. 


Lasciatemi  morire.  —  In  Andi-eini's  Mu- 
siche  per  la  Maddalena  1617  der  Prolog 
und  ein  Eitornello  f.  Instr.  ä  5  von  M. 
—  In  G.  B.  Ala's  Lusciuia  1633  ein 
Tonsatz. 

Mss.  in  B.  B.  W  85  Nr.  980/981:  2 
Madr.  5  v.  in  P. ;  in  Ms.  14  690  dieselben. 

Ms.  B.  M.  3  Madr.  .5  voc.  in  P. 

In  Modena  1  Cautata  per  voce  sola  c. 
Bc.  in  den  28  Bden.  Cantate. 

Tq  Brüssel  2289.  Samhvk.  Madr.  in  P. 

1  Mad.  im  Ms.  238  des  br.  Mus.  in  P. 

22  Gesänge  in  neuen  Ausg.  (Eitner  1) 
exclusive  der  Oper  Orieo,  siebe  dort.  — 
Ferner:  Straccianü  piu'  il  core,  5  voci. 
Mil.,  Eicordi. 

Von  der  Abhaudliujg  Seconda  pratica 
oder  Melodia,  overo  seconda  pratica  mu- 
sicale  ist  nicbts  erbalten.  1633  beschäf- 
tigte er  sich  eingehend  mit  ikr  (Vogel 
394). 

Ein  Brief  im  Facs.  vom  26/2  1621  aus 
Venedig  (Bertolotti  79). 

Dr.  Vogel  besitzt  die  meisten  Werke 
M.'s  in  eigener  bds.  Partitur. 

Jlonteyerdi,  Fraucesco,  Solm 
des  Claudio,  geb.  1600  zu  Mantua, 
studierte  in  Padua  und  Bologna 
Jura,  doch  zog  ihn  die  Musik  mehr 
an  als  die  Wissenschaft.  Schon 
1615  erhielt  er  von  den  Proku- 
ratoren zu  Venedig  am  20.  April 
eine  Belohnung  für  geleistete 
Dienste  als  Sänger  bei  Festlich- 
keiten am  S.  Marco  von  12  Buk. 
(Caffi  2,  35).  1619  trat  er  in  den 
Orden  der  Padri  Carmelitani  Scalzi 
riformati  zu  Mailand  (Yiertelj.  3, 
373).  162]  sang  er  zu  Venedig  in 
der  Marcuskirche  ein  Solo  seines 
Vaters  bei  der  Trauerfeierlichkeit 
zu  Ehren  des  Grofsherzogs  Cosi- 
mo  n.  von  Toscana  (1.  c.  377). 
Später  wurde  er  nach  Caffi  am 
1.  Juli  1623  am  S.  Marco  als 
Sänger  angestellt  (1.  c.  378). 

Als  Komponist  ist  er  nur  vertreten 
durch  2  Gesäuge  in  C.  Milanuzzi"s  Quarto 
Scherzi  1624:  Ahi  che  morir  mi  seuto  uud 
Ama  pur  Ninfa  gradita  für  1  Stirn,  und 
GuitaiTe. 

Monteverdi ,    Giidio    Cesare, 

Bruder  des  Claudio,  geb.  1573  zu 
Cremona,  bildete  sich  zum  Musiker 


aus  und  kam  an  den  Hof  zu  Man- 
tua ( Viertel].  3,  317  ff.  siehe  Reg.). 
Von  seinen  Kompositionen  sind 
bekannt: 

Affetti  Musici  Lib.  1.  di  . .  .  Ne  quali 
si  contengono  Motetti  h  una,  2,  3,  4  & 
6  voci.  Col  modo  per  concertarli  ueU' 
Basso  per  l'organo  . . .  Ven.  1620  B. 
Magni.  Dedic.  Francesco  Gonzaga.  7  Stb. 
40.  25  Gesge.  mit  lat.  Texte.  [B.  Frkft., 
Reg.  im  Kat. 

1607  gab  er  die  Scherzi  musicali 
Claudio's  mit  einer  Vorrede  heraus,  ab- 
gediTickt  im  Vogel  1,  .515,  daiin  zwei 
3stim.  Gesge.  von  ihm  1.  Deh  chi  tace, 
il  bei  pensiero  S.  31.  2.  Dispiegate  guance 
amate.  ^  In  Am.  Frauconi's  I  nuovi  fio- 
retti  1607:  Occhi  nidi  d'amore  3  voc.  c.  Bc. 

Vogel  in  Viertel]'.  3,  350  erwähnt  4 
Intermezzi,  von  denen  das  4.  von  obigem 
komponiert  ist.     Musik  verloren. 

Monteze,  Camillo,  ein  franzö- 
sischer Musiker  des  18.  Jhs.,  gab 
heraus : 

6  Sonates  pour  le  Clave(;'in  ou  forte 
piano.  Grave  p.  Mad.  Oger.  Paris,  Le 
Duo.  fol.  (Nach  dem  Magazin  1781.) 
[B.  B. 

Ferner  werden  Bearbeitungen  aus 
Gluck's  Armide  für  Klavier,  V.  u.  Fl.  an- 
gezeigt. 

Moiitfaiieoii,  Bernhard  de,  ein 

gelehrter  Benediktiner,  geb.  17. 
Jan.  1655  im  Schlosse  de  Soulage 
in  Languedoc,  gest.  21.  Dez.  1741 
zu  Paris.  In  seinen  Werken  fin- 
den sich  auch  Nachrichten  über 
die  alte  Notation  und  Instrumente 
(Näheres  im  Fetis  und  Forkel's 
Literatur  p.  471). 

Montferini,  . . . 

machte  sich  1782  durch  6  Partien  füi' 
Clarinetten,  Oboen,  Hürner  und  Fagott 
im  Ms.  bekannt  (Gerber  1). 

Montferrato,  Natale,  siehe  Mon- 
ferrato. 

Montfort,  Corneille  de,  siehe 
Brockland. 

Montgaultier,  . . .  unbekannter 
Komponist,  von  dem  die  National- 
bibl.  zu  Paris  3  Werke  besitzt; 

La  puissauce  de  Bacchus,  cantatille. 
Paris.  —  Le  reveil  de  Venus,   cantatille. 


Montgeroult. 


48 


Monti,  Henrico  de. 


Paris.    —    Les    adieux    h   la   melancolie, 
cantatille.    Paris. 

Montgeroult,  Madame  Helene 
de  Nei'Yode,  Comtesse  de  Char- 
nay^  geb.  2.  März  1764  zu  Lyon, 
gest.  20.  Mai  1836  zu  Florenz. 
Schülerin  von  Hulmandel  und 
Dussek.  Kam  1786  nach  Paris 
und  zeichnete  sich  als  Pianistin 
aus.  Während  der  Eevolution  lebte 
sie  in  Berlin  und  gab  dort  1796 
Sonaten  heraus,  kehrte  aber  später 
wieder  nach  Paris  zurück.  18.35 
verlebte  sie  den  Winter  in  Florenz 
und  beendigte  dort  ihr  Leben 
(Fctis).  Derselbe  verz.  6  Werke 
Klavierpiecen  und  1  Gesangswerk 

nebst  dem  Schul -Werke: 

Cours  complet  pour  renseignement  du 
forte-piauo ,  conduisant  progressivement 
des  Premiers  eleineiits  aux  plus  gi'andes 
difficultes.  Paris,  .lanet  et  Cotelle.  3  voll, 
in  fol.     [ein  Ex.  besals  einst  Leo  Liepm. 

Sonates  de  clavecin  . .  1800,  im  Be- 
sitze des  Conserv.  zu  Paris. 

Monthau,Sylvaiii  de,  Orchester- 
direktor zu  Strafsburg  um  1803, 
gab  nach  Gerber  3  Sonaten  f.  Pfte. 
zu  Paris  heraus. 

Monthly  Mask,  siehe  Masqiie 
und  die  Nachträge: 

The  Monthly  Mask 

of  Vocal  niusic,  or,  the  newest  songs 
made  for  the  theatres  &  other  occasions 
for  the  year  170.3.  Part.  Loud.  1703. 
fol.     [R.  C.  of  Mus.  fehlt  der  Dezember. 

Monthhf  Mask  (The).  The  whole  vo- 
lume  compleat  the  M.  M.,  cout.  aU  the 
choicest  songs  bj'  the  best  masters.  Made 
for  the  play-houses,  publick  consorts  . . . 
for  the  year  1704.  London,  fol.  Von 
1720 — 22  erschienen  10  folgende  Nrn. 
[Glasgow.    E.  C.  of  Mus.  von  1704—1722. 

In  der  Privatbibl.  des  Sir  John  Stainer 
in  Oxford  (Kat.  1891  gedr.)  befindet  sich 
Seite  54  ein  ähnlich  betiteltes  Samlwk: 
Monthhj  Masque  (The);  or,  an  Enteiiain- 
ment  of  Musick.  Consisting  of  four  cele- 
brated  songs,  set  for  the  V.  Fl.  and 
Hai-psich.,  by  the  best  Masters.  Dublin 
c.  17.Ö6  Mainwaring.     20  Nm.     fol. 

Monti,  Alessandro,  Lebenszeit 
unbekannt. 


Die  Bibl.  der  Kgl.  Musikalien  -  Samlg. 
in  Dresden  be.sitzt  von  ih)n  im  Ms.  480 
eine  Aria  a  Soprane  con  strum.  P.  qufol. 

Monti,  Antonio,  da  Prato,  Or- 
ganist am  Dome  zu  Mailand  139.5, 
am  10.  Juni  angestellt.  Erhielt 
jährl.  48  Gld.,  sp.  50  Gld.  und  ist 
noch  bis  1416  erwähnt  (Muoni  24). 

Monti,  Gabriele,  Sänger  am 
Hofe  zu  Modena  um  1598  (Vai- 
drighi  12,  18). 

Monti,  Oaetano,  geb.  zu  Fusig- 
nano  bei  Ferrara  gegen  1740;  er 
war  der  Bruder  des  Dichters  Vin- 
cenzo  i\Ionti  und  starb  zu  Neapel 
um  1816.  Florimo  4  verzeichnet 
ihn  1758  als  Sänger  am  Theater 
nuovo  zu  Neapel  und  als  Kom- 
ponist der  Opern: 

1.  11  Cicisbeo  discacciato,  Commedia, 
Napoli  1777  und  2.  La  Fuga,  Com.  ib. 
1777.  3.  II  Molaforbici  1782.  4.  Lo 
Studente  1783.  .5.  Le  donne  vendicate 
1796,  sämtlich  Komedien  im  Theat.  nuovo 
gegeben.  Dann  im  Teatro  del  fondo  zu 
Neapel:  6.  11  Geloso  sincerato,  Farsa  1779 
im  Herbst  und  7.  La  donna  fedele,  Com- 
media, 1784,  1.  Sept.  Nachweisbar  sind 
von  ihm  noch: 

La  Contadina  accorta.  Intermezzo  ä 
5  voci.  Part.  2  Bde.  iiufol.  [Dresd.  Mus. 
Ms.  487. 

Le  donne  vendicate,  opera,  Ms.  P. 
[Neapel  Turch. 

Ms.  359  im  br.  Mus:  Arien  und  Duette 
in  P. 

Monti,  Henrico  de,  geb.  gegen 
1758  zu  Padua,  bildete  sich  zum 
Musiker  aus,  ging  nach  Wien,  Prag 
und  liefs  sich  später  in  Edinburgh 
und  dann  in  Glasgow  in  Schott- 
land als  Musiklehrer  nieder,  wo  er 
noch  1830  lebte.     Er  gab  heraus: 

The  Self-taught  Musician ;  a  treatise  on 
music.  Edinburgh  1796.  8''.  [Glasgow] 
und  als  Gegner  von  Logier's  Methode  (wie 
Fetis  sagt):  Strictures  on  Mr.  Logier's 
svsteni  of  musical  educatiou.  By  H.  de 
Monti.  Glasgow  1817  W.  Turnbiül  & 
C.  J.  A.  de  Monti.  8".  [Brüssel  6314. 
Glasgow. 

Im  br.  Mus.  befinden  sich  auch  Werke 
eines  H.  de  Monti,  doch  gehört  dieser  der 
Mitte  des  19.  Jhs.  an. 


Monti,  Noferi. 


49 


Montii,  J  . . .  M 


Monti,  Noferi,  scheint  ein  Buch- 
händler gewesen  zu  sein,  der  1657 
zu  Florenz  lebte  und  folgendes 
"Werk  drucken  liefs: 

Scelta  di  laude  spirituali,  raccolte  de 
piü  divote  e  virtuose  persone.  Di  nuovo 
stampate,  e  ricorrette  coa  l'aggiuuta  della 
3.  parte.  Ad  instanza  di  Noferi  Monti. 
Firenze  1657  G.  F.  Barbetti.  120.  [Brüs- 
sel 1325. 

Monti,  Pandolfo,  aus  Modena, 
Sänger  am  Hofe  daselbst  um  1600, 
geht  1601  nach  Polen  (Yaldrighi 
12,  19.  60). 

Monticelli,  Angelo,  ein  Sopra- 
nist, geb.  gegen  1715  zu  Mailand, 
gest.  in  Dresden  um  1764.  Er 
sang  zu  Neapel,  Wien  und  Lon- 
don.*) Genaueres  wissen  wir  nur 
über  seine  Stellung  in  Wien; 
Köchel  1  Terz,  ihn  vom  1.  Jan. 
1733—1740,  wo  er  abging,  aber 
1741  wieder  eintrat  und  bis  1760 
zu  verfolgen  ist,  Fetis  Angaben 
sind  von  wenig  Wert.  Er  lässt 
ihn  zuletzt  in  Dresden  an  der 
Oper  debütieren,  durch  Hasse  heran- 
gezogen. Wie  ich  sehe,  hat  sich 
Fetis  durch  Fürstenau  1,  141  ver- 
führen lassen,  der  einen  Angelo 
Maria  Monticelli  von  1750 — 1765  f 
verz.  Da  aber  der  obige  M.  in 
Wien  zur  Zeit  angestellt  war,  so 
ist  die  Angabe  Fürstenau's  ent- 
weder falsch,  oder  bezieht  sich  auf 
einen  anderen  Sänger,  der  Angelo 
Maria  hiefs. 

Von  Angelo  besitzt  das  br.  Mus.  im 
Ms.  345  einen  Samlbd.  von  Arien,  Duetten 
und  Kantaten,  der  einige  Kompositionen 
von  M.  enthält. 

Montiffni,  siehe  Valette. 
Montillot,  Maiiot  de,   ein  um 

1786   zu  Paris   lebender  Musiker, 


*)  Biirney  4,  559  setzt  das  Jahr  1739 
an,  doch  muss  es  vor  1733  oder  nach  1740 
gewesen  sein,  da  er  während  diesen  Jahren 
in  "Wien  angestellt  war,  doch  könnte  man 
auch  auf  einen  Urlaub  schliefsen. 

Kob.  Eitners  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


von  dem  6  Sinfonien  im  Stich  er- 
schienen (Fetis). 

Montniolin,  ...  ein  Pariser 
Musiker,  der  1797  verschiedene 
Kompositionen  veröffentlichte  (Ger- 
ber 2). 

Montoija,  Pietro,  aus  Spanien, 
1594  päpstl.  Sänger  in  Rom  (Strae- 
ten  6,  455). 

Monton,  Pierre,  war  Säuger 
an  der  Hofkapelle  Louis  XII. 
(f  1515),  wie  Fetis  im  Artikel  Di- 
vitis  nach  einem  Dokument  mitteilt. 

Montorio  (Montoro),  Antonio, 
lebte  vielleicht  in  Neapel,  denn 
die  Bibl.  des  Conservatorio  Tur- 
chiüi  besitzt  von  ihm: 

Nuraa,  a  2  Canti  con  piü  strumenti. 
Ms.  in  P.  —  Im  Conservat.  zu  Mailand 
unter  Auf.  Montoro:  7  Sinfonie  per  2  V. 
2  Ob.  e  B.  Stb.  im  Ms.  —  6  Pastoraü 
per  2  V.  e  B.  Stb.  Ms.  —  Inno:  Che 
^iva  Fernando,  per  2  Sopr.  c.  2  Corni, 
2  Clarinet.  e  Fag.  —  Nach  allen  An- 
zeichen lebte  er  an  der  "Wende  des  18. 
Jhs.  bis  ins  19.  hinein, 

Montout,  ...  ein  Pariser  Kom- 
ponist, der  1783  sechs  Trios  f. 
Güitarre,  V.  u.  B.  als  oeuvre  1 
herausgab  (Gerber  1). 


Montreuil 


Im    Laborde 


eine  Chanson  (Eitner  2  Nachträge). 
Vielleicht  derselbe,  der  1458  bis 
1460  unter  Jo.  Moiitreul  als  päpstl. 
Sänger  mit  monatl.  8  Gld.  verz. 
ist,  dann  wieder  von  1470—1493 
unter  Montreul  (Viertel]'.  3,  228 
bis  246). 

Montserrate,  Andr.,  siehe  Mon- 
serrate. 

Montü,  J  . . .  M  . . .,  gab  am 
Ende  des  18.  Jhs.  heraus: 

Six  Ariettes  avec  Tacc.  de  Güitarre 
(poesies  de  Metastasio)  . . .  liv.  1.  Hbg., 
J.  A.  Boehme.     qufol.     [Schwei'in  F. 

Ein  A.  Montii,  der  sich  Mitglied 
der  Akademie  Philharmonie  zu 
Bologna  nennt,  gab  heraus: 

Numeration  harmonique,  ou  echeUe 
d'arithmetique,  pour  servir  ä  l'explication 
des    lois    de    l'hai'monie ;    par  . .  .     Paris 


Montuoli. 


50 


Monza,  Carlo. 


(1802)  Colnot,  impr.  de  Luran.    4».    32  S. 
[Brüssel.    Bologna. 

Der  Katalog  1, 283  von  Bologna  schreibt : 
Die  Bibl.  des  Liceo  besitzt  im  Ms.  eine 
Autifona,  gez.  mit  28.  Sett.  1784,  zur  Auf- 
nahme in  die  Akademie  philh.  geschrieben. 
Dieser  Moutu  war  zu  Chieri  in  Piemont 
geb.  und  Schüler  Stanislao  Mattei. 

Montuoli,  Coriolaiio.  Die  Bibl. 
des  Liceo  miis.  in  Bologna  besitzt 
von  ihm  eine 

Cantate  (ohne  Titelbl.)  auf  den  Text: 
Scorgo  l'arco  di  un  fulgido  ciglio,  Poesia 
di  Gio.  Ag.  Polineri,  in  einem  Samlwk. 
(Kat.  3,  202).  —  In  der  Kgl.  Bibl.  zu 
Brüssel,  im  Ms.  2430,  einem  Samlwk. 
italienischer  Kantaten,  wird  er  ein  Bo- 
logneser genannt  und  einige  Kantaten  von 
ihm  mitgeteilt. 

Montuoli,  FederiRO  Francesco, 

gest.  zu  Neapel  1724.  Er  schrieb 
mehrere  Bücher  für  die  Brüder- 
schaft der  hlg.  Cäcilia  (Nerici  164). 
Montuoli,  Oiuscppc,  in  Lucca 
1GÜ7  geb.,  mit  18  Jahren  (also 
1685)  wurde  er  Kapellmeister  am 
Dome  zu  Lucca.  Er  war  ein 
Schüler  des  Bera.  Roncaglia  (nach 
einem  Ms.  Martiniano,  mitgeteilt 
im  Kat.  2  S.  467  von  Bologna). 
Nerici  163  dagegen  sagt,  dass  er 
erst  am  2.  Okt.  1692  zum  Kapell- 
meister gewählt  wurde,  am  2.  Juli 
1717  zum  Organisten  an  S.  Mar- 
tino,  1720  in  Bologna  sein  Ora- 
torium: Le  passione  convinte  auf- 
führte und  am  13.  Nov.  1739  zu 
Lucca  starb.  Von  seinen  Werken 
sind  bekannt: 

1.  Lettioni  per  notteggiare  ä  voce  sola 
con  il  suo  Bc.  del  .  .  .  Maestro  di  Capp. 
della  Seren.  Republic.  di  Lucca.  Lucca 
1702  B.  Gregoi-i.  1  vol.  kl.  qu40.  144  S. 
[B.  B.     B.  Wagener.     Bologna,      br.  Mus. 

Der  Verleger  sagt  in  einer  Bemerkg., 
dass  dies  die  ersten  esercizj  di  niusica 
des  M.  sind. 

2.  Bologna  (Liceo  mus.)  besitzt  noch 
einen  Bd.  von  128  S.  ohne  Titelbl.,  Mo- 
tetten für  1  Stimme  u.  Bc.  enthaltend, 
10  für  Sopr.  und  2  füi'  Bass,  in  80,  eben- 
dort  erschienen. 

Im  br.  Mus.,  Ms.  363,  364,  365  drei 
Kantaten  für  Sopr.  u.  Bc. 


Montvallon,  Andre  Barrigue  de, 
siehe  Barrig'ue  de  M. 

Monville,  de,  ein  Musiker  des 
18.  Jhs.,  ist  bekannt  durch 

Les  amours  de  village  ou  Lisette  et 
Colin,  Scene  pastoralle,  avec  acc.  de  harpe, 
V.,  Quinte  et  Clavecin.  Part,  im  Stich. 
Befindet  sich  in  der  Bibl.  der  Oper  zu 
Paris  (Pougin.    Lajarte  zeigt  es  nicht  an). 

Monvoisin,  Sire  Piere,  diente 
in  der  Kapelle  des  Herzogs  Alba 
in  Brüssel  1572/73  und  erhielt 
für  369  Tage  3555  Placas  an  Ge- 
halt (Viertelj.  9,  398.  402). 

Monza,  Cavaliero  Carlo,  geb. 
um  1740  zu  Mailand,  gest.  im 
August  1801  ebd.  Schüler  Fioroni's, 
wurde  um  1787  Kapollm.  am  Dome 
zu  Mailand  (Fctis.  Muoni  33).  In 
allen  Fächern  der  Komposition  ver- 
suchte er  seine  Feder.  Nachw^eisen 
lassen  sich  heute  noch  an  Opern: 

Attilio  regolo,  Opera  iu  3  atti.  Ms.  P. 
[B.  M.,  1777  für  München  komponiert, 
deren  Aufführung  aber  durch  den  am 
3.  Dez.  erfolgten  Tod  des  Kurf.  vereitelt 
wurde. 

Achille  in  Sciro,  Milano  1760.  Ms.  P. 
[Neaiiel  Turch. 

Adriano  in  Siria  1796.  Ms.  P.  [Ne- 
apel Turch. 

Cleopatra,  opera  in  3  atti.  P.  Ms.  [C.  P. 

II  Demetriü.  Dramma  c.  orch.  in  3  atti. 
P.  Ms.     3  voll,     qufol.     [Bologna. 

Ifigenia,  op.  in  3  atti.     P.  Ms.     (C.  P. 

Sesostri.  Milano  17(30.  Ms.  P.  [Ne- 
apel Turch. 

Temistocle,  opera,  Ms.  P.  [Neapel Turch. 

Im  Jouinal  d'Ariettes  Italien.  1779 
bis  82.     [br.  Mus. 

Mss.  in  B.  B.  14719  in  K.  Scherza  il 
uocchier,  Aria  per  Sopr.  c.  V.  e  B.  P.  — 
Ms.  119,  128,  2  Arien  in  P.  —  Ms.  136 
Non  temer  bell  idol,  Cantata  per  Sopr.  c. 
ström.    P. 

Ms.  468  in  Dresd.  Mus.  Recit.  e  Rondo 
u  Sopr.  c.  ström.  P.  4«  und  3  Ai'ien  ä 
Sopr.  und  ä  Tenore  c.  ström.  P. 

Ms.  307  in  Wolfenb.  1  Aria  c.  orch: 
Involarmi  il  mio  tesoro. 

Ms.  Miisf'kfr.  Wien:  3  Duette  aus  Opern. 
P.  —  Ms.  br.  Mus.  346  Arien  u.  Duette. 

Einlagen  zu  Galuppi's  Oper  „11  Vil- 
lano"  (siehe  Galuppi).  [Hofb.  Wien  Ms. 
18073. 

Mss.    iu    Mailand  Cunserv.    Recit.   ed 


Monza,  Carlo  Antonio. 


51 


Moore,  Thomas  I. 


Aria:  Deh!  cessate,  funesti  pensieri,  a 
Sopr.  c.  ß. 

Ms.  Brüssel  2626  Duetti. 

Im  Conscrv.  %u  Paris  eine  Samlg. 
Kirchenmusik  und  eine  Samlg.  Sceuen, 
Arien,  Duette,  Terzette  u.  a. 

Sei  Quartett!  per  2  V.  Viola  e  Vcl. 
op.  2.  London,  .1.  Bland.  4  Stb.  [B. 
Wagener.     br.  Mus. 

Sei  Trio  concertanti  per  2  V.  e  Vcl. 
obl.  op.  1.  London,  J.  Bland.  3  Stb. 
[ß.  AVageuer.     Musikfr.  Wien.     br.  Mus. 

Hier  ist  er  mit  Kgl.  Kapellm.  zu  Mai- 
land bez. 

Mss.  in  B.  M:  5  Sonate  a  2  V,  e  B. 
und  2  Trios  a  2  V.  o  B.  in  Stb. 

Mss.  in  B.B.  Ms.  14721:  Sonata  — 
Notturno  a  3.  P.  —  Ms.  14722,  2  Sonate 
ä  Cembalo.  —  Ms.  14720  Pastorale  per 
organo. 

Mss.  in  Malland  Cons:  11  Sinfonie 
per  orch.  in  Stb. 

Ms.  in  Darinst.  1  Sinfönia  in  Dd.  Ms. 
Stb. 

Monza,  Carlo  Antonio,  geb. 
zu  Mailand,  um  1735  Kanonikus 
und  Kapellmeister  an  der  Kathe- 
drale zu  Yercelli  (Sardinien),  wo 
er  um  1739  starb.  Fotis  fühi-t  von 
ihm  den  Druck  an :  Pieces  modernes 
pour  le  clavecin,  Turin. 

Monza,  Gaetano,  scheint  noch 
dem  18.  Jh.  anzugehören. 

Das  Cons.  zu  Mailand  besitzt  von  ihm 
im  Ms.  1.  Canzonetüi  „Non  mi  dir"  per 
2  Sopr.  col  B.  2.  Trio  per  2  V.  e  B. 
Stb.     3.  Sonata  in  C  per  Mandolino  c.  B. 

Von  einem  Monxa  ohne  Vornamen 
finden  sichln  einem  hds.  Samlwke:  Airs 
in  P.  einige  Nrn.      [R.  C.  of  Mus.  1891. 

Monza,  Luigi,  ein  Theorbist, 
erhielt  ein  Patent  am  22/9  ICSI 
(Bertülotti  112). 

Monzani,  Teobaldo,  geb.  um 
1762  im  Modenaschen,  gest.  14. 
Juli  1839  zu  London,  77  Jahr  alt; 
bildete  sich  zum  Flötisten  aus  und 
trat  1784  in  London  als  Virtuose 
auf  (Pohl  2,  372),  wurde  am  Or- 
chester der  italienischen  Oper  und 
an  Salomon's  Konzerten  angestellt. 
Er  gründete  um  1800  ein  Musik- 
magazin u.  eine  Fabrik  für  Flöten, 


die  sich  eines  guten  Eufes  er- 
freuten. Von  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt: 

III  Trio  for  2  Flutes  or  Flute,  V.  & 
Vcl.  op.  9.  London,  G.  Walcker.  3  Stb. 
[B.  Wagener.     br.  Mus. 

3  Duetts  for  2  germ.  flutes,  op.  10. 
London.     2  Stb.     fol.     [br.  Mus. 

Das  br.  Mus.  besitzt  von  ihm  noch 
25  ähnliche  Werke  wie  die  obigen  im 
Druck  uud  erwarb  neuerdings  A  selection 
of  12  Psalms  and  Hymns  .  . .  to  which  is 
prefixed  a  priut  . .  the  drawiug  &  engra- 
ving  by  .  .  .  Eigaud  and  Gardiaer  .  .  . 
(Lond.  1793)  to  be  had  of  M-"  Monzani. 
qufol. 

Ln  R.  C.  of  Mus.  in  einem  Samlwke. 
Quartette,  Ms.  1557,  zwei  Quartette  f. 
2  V.  Va.  u.  Vcl. 

Monzini  (Monzino)  Uiacomo, 
Lebenszeit  unbekannt. 

Die  Kgl.  Musikalieu-Samlg.  in  Dresden 
besitzt  im  Ms.  239  ein  Kyrie  e  Gloria  ä 
4  voc.  c.  ström,  in  P.  mit  Monzini  gez., 
(auch  in  Dresd.  kath.  Kirche)  und  die 
Musikfr.  in  Wien  unter  vollem  Namen, 
aber  Monzino  geschrieben,  eine  Metodo 
per  Chitarra  o  Lira,  op.  18.  Milano. 

Moor,  de,  Altist  an  der  Kgl. 
Kapelle  in  Brüssel  von  1763—1773 
(Straeten  5,  183). 

Moor,  Ferdinando  de,  ist  im 
Kataloge  von  St.  Walburge  zu  Au- 
denard  mit  Kompositionen  um 
1752  verz.  (Straeten  1,  226). 

Moore,  James,  wurde  gegen 
1716  Sänger  an  der  Kgl.  Kapelle 
in  London.  1727  fehlt  er  in  den 
Listen  (Viertel j.  8,  516). 

Moore,  Thomas  I.,  ein  schot- 
tischer Musiklehrer  zu  Glasgow,  der 
am  22.  Nov.  1756  im  Hutcheson's 
Hospital  als  Musiklehrer  angestellt 
wurde.  Er  gab  1787  die  Stelle 
auf  nnd  starb  1792  zu  Glasgow 
(Stephen).     Man  kennt  von  ihm: 

The  Psalm  -  singer's  delightful  pocket 
companion.  With  a  plaiu  &  easy  intro- 
duction  to  musick.  Glasgow  1756.  12^. 
[Glasgow. 

—  Glasgow  (1758).     4".     [br.  Mus. 

The  Psalm  Singer's.  Complet  tutor  & 
divine  Companion.  2.  edit.  London  for 
the  author.    2  voll.    Enth.  Komposit.  von 

4* 


Moore,  Thomas  II. 


52 


Moorehead,  John. 


J.  Bishop,  J.  Blow,  J.  Chesham,  J.  Church, 
Jerem.  Clark,  G.  Gibbs,  Haendel,  F.  Hicks, 
P  . . .  D  . . .,  H.  Purcell,  Rojner,  Sheeles, 
W.  Tansur  und  M.  Wise.     [br.  Mus. 

Browne  zeigt  noch  eine  Ausg.  von  1762 
und  Tlie  Yocal  Concert  1761  an.  Letz- 
teres besitzt  ohne  Titelbl.  das  br.  Mus. 

The  Meriy  musician ;  or  a  eure  for  the 
spieen.  2.  ed.  London  1730.  4  voll. 
12^.  [Glasgow]  ist  jedenfalls  von  einem 
älteren  T.  Moore. 

In  einem  8amlwk:  Enghsh  Songs.  Lon- 
don. Kl.-A.  1  vol.  in  fol.  20  Gesänge 
aus  Opern,  ist  Nr.  9  mit  Thomas  Moore 
gez.,  die  wahi'scheiulich  obigem  Autor  an- 
gehört.    [B.  .Joach.  Nr.  .574. 

Moore,  Thomas  II.,  der  be- 
kannte Dichter,  geb.  28.  Mai  1779 
zu  Dublin,  gest.  25.  Febr.  1852 
zu  Sloperton  Cottage  bei  Devizes. 
Ausfülirliciie  Biograpliien  findet 
man  im  Grove,  in  der  englischen 
AUg.  Biographie  und  in  jedem 
lexikalischen  Werke.  Er  hatte 
aber  nur  eine  obertlächliche  Musik- 
Vorbildung.  Die  Melodien  zu  den 
irischen  Volksweisen  sind  zum  Teil 
ungenau,  zum  Teil  verdorben.  Die 
Texte  derselben  dichtete  er  um. 

Seine  „Irish  Melodies''  erschienen  in 
10  Heften  von  1807—1834,  vorhanden 
in  allen  gröfseren  Bibliotheken.  Die 
Bibl.  in  Glasgow  besitzt  eine  Ausg.  ohne 
Jahr:  A  selection  of  Irish  melodies.  Lond. 
5  voll,  in  fol. 

Die  B.  M.  eine  Ausgabe:  Irish  Melodies 
with  Sj'mphonies  &  acc.  by  Sir  John 
Stevenson,  Mus.  Dr.  and  characteristic 
words  by  Tli.  Moore.  New  ed.,  edited  by 
J.  W.  Glover  Esq.  Dublin  (1859)  J.  DuiU. 
Mit  Moore's  Portr.  4  BU.  33  S.  [auch 
in  B.  Wagener.  br.  Mus.  B.  B.  dieselbe 
Ausgabe  und  •  A  selection  of  Irish  M . . . 
London,  J.  Power.  2  voU.  fol.  B.ß:  Irish 
M.    Lond.  18.57  Lougman.    1  vol.    gr.  8°. 

National  Airs;  v&  other  sougs,  now  first 
coUected.  London  1S58  Longman;  fiir 
1  Singst,  mit  Pfte.     [B.  B. 

Im  br.  Mus.  Ms.  628  im  Autogr.  eine 
Samlg.  National-Melodien,  arrangiert  von 
Sir  H.  R.  Bishop.  —  Ferner  besitzt  sie 
Ausg.  und  Bearbeitungen  von  Balte,  Rim- 
bault,  Bishop,  Gare,  Macfarren,  Glover, 
Römer,  Montgomery  u.  Shrivall  im  Di-uck. 

Die  folgenden  "Werke  sind  sehr  zweifel- 
haft, welchem  Thomas  M.  sie  angehören: 
Es  sind: 


For  thee  alone,  a  Bailad.  London, 
Gramer,  Addison  &  Beale.     [B.  M. 

Lefs  take  this  world,  ib.     [B.  M. 

A  coUection  of  the  vocal  music  of  . . . 
Lond.     fol.     [br.  Mus. 

The  songs  of  . .  .  the  music  &  words 
complete.     Lond.   (1859).     8".     [br.  Mus. 

A  set  of  glees,  written  &  comp,  by . . . 
Lond.     fol.     [Glasgow. 

Im  br.  Mus.  aufserdem  151  Einzel- 
drucke und  Samlg.  von  Sougs,  Ballads 
u.  a.  in  alten  und  neuen  Ausg. 

Notes  from  the  letters  of  .  . .  to  bis 
music  publisher,  James  Power,  with  an 
introductoiy  letter  from  Thomas  Groft  on 
Croker  Esq.  New  York  1854.  8.  [Glas- 
gow. 

Moore,  IVilliam,  ein  blinder 
Harfner  im  Orchester  der  Kgl.  Ka- 
pelle zu  London  1515  mit  18  ^ 
Gehalt  angestellt.  1516  ist  er 
nicht  mehr  verz.  (Nagel  1,  12.  13.) 
Der  von  Burney  (5,  4  um  1550 
erwähnte  ist  wohl  William  More, 
ein  Sänger  der  Kgl.  Kapelle. 

Moorecocke(Moorcock),  Robert, 
ein  Kleriker  an  der  Hofkapelle  in 
London,  wurde  im  Februar  1561 
Clerke  of  the  Cheque  und  starb 
den  15.  Juni  1581  (Rimbault). 

In  John  Baldwin's  hds.  Samlg.  befinden 
sich  einige  Motetten  von  ihm. 

3Ioorehea(l,  F  . . .,  schrieb  am 
Ende  des  18.  Jhs.  für  die  Lon- 
doner Bühne.     Bekannt  ist  nur: 

The  Naval  PiUar.  The  overture,  songs, 
glees  &  dauces  in  the  new  populär  enter- 
taiument  of  .  .  .  (by  T.  Dibdin).  London 
c.  1799.  fol.  Grove  schreibt  es  fälsch- 
lich John  M.  zu.     [br.  Mus. 

Moorehead,  John,  in  Irland 
geboren,  ging  nach  London,  wurde 
Mitglied  an  Sadler's  Wells  Theater, 
1798  im  Orchester  des  Covent 
Garden  angestellt  und  starb  1804 
irrsinnig  zu  Deal  (Brown.  Stephen. 
Grove).  Er  schrieb  Mehreres  fürs 
Theater: 

Family  Quarreis,  a  comic  opera,  von 
Braham.  Einige  Gesge.  von  M.  [br.  Mus. 
R.  C.  of  Mus. 

Harleriuin  Habeas,  The  favorite  Over- 
ture (u.  einige  Gesge.).  Kl.-A.  Lond.  fol. 
[br.  Mus. 


Moque. 


53 


Moraies,  Cristobal. 


Tlie  Perouse.  Ovei-ture  in  the  grande 
pantomime  drania  of  . . .  or,  The  desolate 
Island.     London  (1801).     fol.     [br.  Mus. 

Speed  the  plough.  The  favorite  dauce 
introduced  in  the  coniedv  called  . .  .  Kl.-A. 
London  1799.     fol.     [br.  Mus. 

The  Yolcano.  Overture  with  the  luove- 
ments  descriptive  of  the  Volcanic  Eruption, 
in  . .  .     London,     fol.     [br.  Mus. 

Mit  Thom.  Attwood  komponier-te  er  die 
Singspiele:  11  Bondocani  und  Dominion 
of  FancY.  London  1800  und  1801.  P.  im 
K.  C.  of  Mus.  Ebendort  noch  The  Cabinet 
1802  gemeinsam  mit  Brahani,  Davy  und 
Eeeve. 

Im  br.  Mus.  noch  9  Einzeldnicke  um 
1790  geschrieben,  Songs  und  Balladen 
umfassend. 

Moqne,  siehe  Moucque. 

Mor,  ...  Im  Reichard  1780, 
278  wird  er  als  Violinist  au  der 
Hofkapelle  in  Kassel  angeführt. 

Morabin, ...  gab  heraus: 

Dialogue  sur  la  musique  des  anciens. 
Paris  17:35.     [Musikfr.  ■\Yien. 

Moradelli,  siehe  Mai*a(lelli,G.B. 

Moraes,  Joäo,  de  Silva,  geb. 
27.  Dez.  1689  zu  Lissabon,  wurde 
1727  Kapellmeister  an  der  Kathe- 
drale zu  Lissabon  und  bekleidete 
das  Amt  noch  1747.  Er  war  ein 
fruchtbarer  Komponist  und  besafs 
die  zerstörte  Bibl.  zu  Lissabon 
einst  61  meist  geistliche  Werke 
im  Ms.,  die  Yasconcellos  genau 
verz. 

Morago,  Esteväo  Lopes,  in 
der  Mitte  des  18.  Jhs.  Kapell- 
meister an  der  Kathedrale  zu  Vi- 
zeu  in  Portugal  und  ein  guter 
Komponist,  wie  Yasconcellos  sagt. 

Moraies ,  Cristobal  (Christo- 
phorus,  auch  mit  Moraies  Büspa- 
lensis  oder  Hispani,  auch  nur 
Clericus  Hispalensis  genannt),  geb. 
2.  Jan.  1512  zu  Sevilla,  gest.  14. 
Juni  1553  zu  Malaga?  Ein  Priester. 
Vom  1.  Sept.  1535  —  1540  päpstl. 
Sänger  in  Rom  (Viertel].  3,  261  ff.). 
Von  1544 — 1545  soll  er  Kapell- 
meister an  der  Kathedrale  zu  To- 
ledo   gewesen   sein,    doch    fehlen 


die  Dokumente  darüber.  Nach 
Bermudo  dagegen  war  er  um  1550 
Kapellmeister  des  Herzogs  von 
Arcos.  In  den  Akten  des  Kapitels 
der  Kathedrale  zu  Malaga  ist  M. 
am  27,11  1551  als  Säuger  verz. 
und  wird  ihm  zur  selben  Zeit  die 
Kapellmeisterstelle  anvertraut  nebst 
einer  Praebende.  1552  besucht 
er  seinen  Heimatsort,  möglich  dass 
er  dort  gestorben  ist,  denn  man 
erfährt  aus  den  Akten  zu  Malaga 
nur  seinen  Tod  durch  die  Wahl 
seines  Nachfolgers. 

(Pedrell,  Hispaniae  schola  rausic.  Bd.  1. 
Barcelona  1894  Ambros  3,  570.  Haw- 
kins  3,  8ß  sein  Porträt.  Der  von  Strae- 
ten  7,  105  angeführte  Cristoval  de  Mo- 
raies ist  ein  älterer  und  die  Bemerkung, 
dass  Christoph  von  Rom  aus  ad.  Hof 
Philipp  des  Schönen  ging,  kann  sich  auch 
nicht  auf  obigen  beziehen,  da  Philipp 
schon  1506  starb.  In  einem  Dnicke 
wird  er  mit  dem  Titel  eines  ,,Portionarii" 
bez.,  welches  nach  Du  Cange's  Glossar 
ein  Amt  ist,  das  aus  einer  halben  Prae- 
bende an  einer  Kathedrale  besteht  und 
zur  Vertretung  des  Kanonikus  dient). 
Moraies'  Kompositionen  gehören  zum 
Besten  was  die  Zeit  geleistet  hat.  Es 
herrscht  ein  Wohlklang  und  dabei  eine 
Einfachheit  und  Innigkeit  darin,  die  den 
Zuhörer  vollkommen  gefangen  nimmt. 
Von  seinen  Werken  sind  nachweisbar: 

. . .  Missannn :  Liber  1 ,  am  Ende 
(ßomae)  per  Valer.  Doricum  et  Ludovi- 
cum  fratres  1544.  Chorb.  in  fol.  [B.  B. 
B.  M.  S.  Pietro  in  Rom.  Cap.  Lat.  ohne 
Titel.     Modena  im  Dome.     FeiTara. 

Enthält  die  Messen  1.  sup.  de  beata 
Virgina  4  v.  2.  Aspice  Dne.  4  v.  3. 
Vulnerasti  cor  meum  4  v.  4.  Ave  maris 
Stella  5  v.  5.  Quaeramus  cum  pastoribus 
5  V.  6.  L'homme  arme  5  v.  7.  Mille 
regretz  6  v.  8.  Si  bona  suscepimus  6  v. 
—  In  Samlwken.  ei-schienen  schon  1540 
und  1542  Messen  auf  deren  Titeln  sein 
Name  allein  genannt  wird  (s.  Eitner  1). 

—  gleicher  Titel.  Lugduni  1545  Mo- 
derne. Chorb.  in  fol.  150  Ell.  [B.  M. 
B.  Kgsbg.  und  Hofb.  Wien  von  1546. 
Ebenso  in  B.  Eostock. 

—  Missae  c.  4  voc.  Lib.  1.  Ven.  1563 
Scotus.  4  Stb.  nur  die  obigen  4  ersten 
Messen.     [Celle. 

—  Missarum  quinque  cum  4  vocib.  2. 


Morales,  Cristobal. 


54 


Morales,  Cristobal. 


Liber.  4  vocuni.  Yen.  1544  Ant.  Gar- 
damis.  4  Stb.  qu40.  Enth.  die  obigen 
3  vierst.  Messen  uud  eine  von  Fiuot  und 
P.  Certon.     [Bologna.     Cap.  Lat. 

—  Lib.  2.  Missarum  (juinque  c.  4  v. 
Yen.  1544  Scotus.  4  Stb.  [Verona  S.  f : 
A.  T.  B. 

. . .  Missanim  Lib.  2.  Ani  Ende :  Iin- 
pressuni  Rome  per  Val.  Doricum  et  Lu- 
dovicuni  fr.  1544.  Chorb.  in  gr.  fol. 
1.38  Bll.     [B.M.     Bologna.     Cap.  sistina. 

Enth.  die  Messen  1.  super  l\i  es  vas 
electiones.  2.  Benedicta  es  celorum.  3. 
Ave  Maria.  4.  Gaudo  Barbara.  5.  L'homme 
arme  4  vocib.  G.  Do  beata  virgine.  7. 
Quem  dicunt  homines.  8.  Pro  defunctis 
5  voc. 

—  gleicher  Titel:  Lugduni  1551  (1552) 
Moderaus.  Chorb,  in  fol.  138  Bll.  [Hofb. 
Wien.  B.  Kgsbg.  Eom  cap.  lat.  Nr.  40 
und  im  St.  Peter  mit  1552  gez. 

Quinque  Missarum  Harmonia  cum  5 
vocib.  quanim  nomina  subsequuntur.  Mo- 
ralis  Hi.spaiii.  Lomme  Arme.  C^ueiainus 
cum  pastoribus.  De  beata  virgine. 
Joannis  Luppi.  Surrexit  pastor  bouus. 
Ycui  sponsa  Christi.  Recens  in  lucem 
aodita,  ac  denuo  .  .  .  recognita.  Yen.  15G5 
Scotus.     5  Stb.     qu4".     [br.  Mus:  A. 

Missae  quatuor,  cum  4  voc.  Yen. 
1580  Ales.  Gardanus.  4  Stb.  4P.  4 
Messen,  Die  3.  aus  lib.  1  u.  die  4.  aus 
lib.  2  von  1544  entnommen.     [B.  M, 

Die  Stiftsbibl.  in  Einsiedeln  zeigt  einen 
Drack  an:  „Asperges  nie  a  10  voc.  oder 
Missarum  liber  ad  initum.    Ptuis  1568.  8". 

...  Et  reliqvorvm  Musica,  vocum  qua- 
tuor, cujus  ])ars  est,  aequaii  voce,  reliqua 
impari  decantanda.  Modo  in  lucem  emissa. 
Yen.  1543  Scotus.  4  Stb.  qul".  25  Gesg. 
—  Der  Cantus  abweichend :  ...  et  mul- 
torum  eximiae  artis  vironim  musica  cum 
vocibus  quatuor,  vulgo  Motecta  . . .  [B.M. 
B.B.     Bologna:  B. 

—  ...  et  multorum  (wie  der  Cautus 
von  1543).  Yen.  1546  Gardanus.  4  Stb. 
qu40.  9  Mot.  fehlen,  dafür  sind  neu 
hinzugetreten  fol.  18,  20,  24,  33,  36. 
[B.  M.  B.  Kgsbg.  B.  B:  A.  T.  Bologna. 
Hofb.  Wien.  Kgl.  baiersche  Regierung 
von  Mittelfranken:  Bassus. 

Lameutationi  di  Morales  a  4,  a  5  et 
a  6  voci  . . .  Yen.  1564  Ant.  Gardano. 
5  Stb.  qu40.  [B.  M.  Bologna  fehlt  B, 
Upsala. 

Magnificat  M.  Hisp.  alioruraque  au- 
thorum.  Lib.  1.  Yen.  1542  Scotus.  4  Stb. 
qu4<'.  Derselbe  Lihalt  wie  das  Samlwk. 
1544  b  (Eitner  1)  von  fol.  1  bis  fol.  23, 
womit  Scotto  abschliofst.     Enth.  5  Magn. 


von  Morales,  2  von  Jachet,  1  von  Loyset 
Pieton,  1  von  Richafoi-t,  1  von  Tugdual 
und  1  Incertus.     [B.Jena.     Bologna. 

Magnificat  Moralis  Ispaui  cum  4  vocib, 
Lib.  1.  Yen.  1545  Gardane.  4  Stb.  qu40. 
8  Magnif.     [B.  M.     B.  B.     Bologna. 

—  Ib.  1559.     4  Stb.    qu4".     [br.  Mus. 

A.  defekt. 

—  Yen.  1563  Rampazetto.  [br.Mus:  T. 
Magnificat    omnitouum     cum     4    voc. 

Yen.  1562  Gardanus.  Chorb.  in  fol.  Enth. 
16  von  Morales,  2  von  Carpentras,  1 
Jachet  und  1  Richafort.  [Cai).  Lat.  Nr. 
45.     Cap.  si.stina.     Bologna.     Brüssel. 

Magnificat  4  vocum.  Yen.  1583  Gar- 
danus.    4  Stb.     4".     [B.  KiCantift. 

Magnif.  M.  Ilispan.  4  vocib.    Yen,  1614 

B.  Magni.     4  Stb.     4".     [Bologna. 


Ms.  24,  B.  A.  Chorb.  in  fol.  von  1602 
ein  Magnificat  4  voc. 

M.SS.  B.B.  14  740  Missa  sup.  Thomme 
arme  5  voc.  P.  ohne  Text.  —  L175 
Lamontabatur  5  voc.  P.  In  Ms.  294 
zu  6  Stirn.  P.  —  L176,  Magnific.  aninia 
mea,  4  v.  P.  —  L321,  Magnif.  del  3. 
toni  3  V.  P.  —  L294,  Yeni  Domine  6  v. 
P.  —  Wl  Nr.  103:  Lamentabor  5  voc, 
zweimal. 

Ms.  B,  Br.  2  Motetten  (s.  Kat.). 

Ms.  Breslau  Kircheninst.  2  Missae  sup. 
de  Beata  Virg.  u.  A'ulnerasti  4  voc.  1 
Magnif.  4  voc,  in  P.,  Bd,  157. 

In  Dresd.  Mus.  Ms.  Da  2  a  16  Magni- 
ficat k  4  von  2 — 6  Stim.  von  Zelenka 
kopiert.  112  S.  —  Ms.  A47  Nr,  3  Kyrie 
und  Gloria  4  v.     P. 

Ms.  840.  916.  931:  5  Gesge.    [Proske. 

Mss.  B.M:    Missae  sup.   Aspice  Dne. 

4  v.  Ave  maris  Stella  .5  v.  De  beata 
virg.  4  v,  L'homme  arme  5  v.  Mille 
regrets  6  v.   Quaoramus  cum  pastor.  5  v. 

j   P.   u.   im   Chorbuch   Si    bona  suscepimus 
6  V.     Yulncrasti  cor  4  v.     Pro  defunctis 

5  voc,  sämilich  in  Part. 

—  Asperges  4  v.    Lamentab.  5  voc,  P. 

—  Magnif.  4  voc.  P.  —  3  Sicut  erat 
in  princ.  6  voc.    P. 

Ms.  Rostock  (Kat.  unter  Messen)  1 
Messe  Nr.  12. 

2  Tonsätze  in  Contrapunto,   Ms.  B.B. 

In  Hofb.  Wien,  Ms.  15604,  0  sacnini 
convivium.  Christus  resurgens  5  voc. 
Part.  —  Ms.  15943,  Magnificat  4  voc. 
Chorb.  —  Ms.  16237,  Christus  resurgens 
5  voc.  P.  —  Ms.  18467,  Lamentabatur 
Jacob,  5  voc.  —  19426  Chorb.  1  Magnif. 
4  voc. 

Mss.  Cap.  sistina,  Cod.  17,  Missa  Tris- 
tezas  me  matan  triste  di  me  5  v,  —  M. 


Morales,  Cristobal. 


55 


Moralt. 


Mille  regi'etz  6  voc.  —  Cod.  19,  Missa 
de  B.  M.  Virg.  5  v.  —  Cod.  32,  Missa 
Benedicta  es  4  v.  —  Cod.  l'A,  Missa  Si 
bona  suscepimus  ö  v.  —  Cod.  13,  17,  19, 
21,  61,  64  u.  198  Motetten,  Hymnen,  La- 
nientat. ,  Mag-nif.  (siehe  them.  Kat.  von 
Haberl). 

Ms.  Bologna:  Intlina  domine  aurem 
4  V.  aus  1541.  —  Lamentatio,  fehlt  B. 

Ms.  Dom  zu  Maihind,  Cod.  des  16.  Jh. 
mit  Missae,  1  Magnifie. 

Ms.  Leiden  Chorb.  C2:  Missa  de  do- 
mina. 

37  Gesge.  in  Samhvk.  (Eitner  1).  Feraer 

3  Mot.  in  Gombeifs  Musiea  4  voc.  lib.  1. 
1541  (s.  a.).  --  In  Ant.  Gardane's  Lib.  4. 
Missanim    1544    die    Me.sse    Ave    raails, 

4  Teuori.  —  In  Scotto's  1.  lib.  de'Motetti 
a  5  V-  1549  ein  Morales.  —  In  Merulo's 
Nachdruck  der  Motectarum  diviuitatis 
lib.  1,  5  V.  1569  nur  5  a  in  Bologna  vor- 
handen. —  In  Archadelt's  4.  lib.  Madr. 
1539  ff.  Ditemi  o  si.  —  In  Vincenti's 
Nuova  spogiia  1593:   Quando  lieta  sperai 

5  voc.  —  In  Sotto's  Missae  4  voc.  s.  a. 
(1541)  die  Messe:  De  beata  Virginis.  — 
Im  Valderravaua  1547  ein  Tonsatz.  — 
In  Paolucci  2,  232  ein  Sicut  erat  in  prin- 
cipio,  Canon  in  Subdiatessaron  6  voc,  ist 
ein  anderer  Satz  als  der  im  Martini  und 
Choron,  siehe  Eitner  2. 

In  neuen  Ausg.  16  Nrn.  (Eitner  2), 
ferner  in  Phil.  PedreU's  Hispaniae  schola 
musiea  sacra,  Barcelona  1894  Pujol  y  Co. 
fol.  (siehe  M.  f.  M.  27,  28)  und  in  Am- 
bros  5,  595:  Sancte  Antoni  c.  2.  p.  4  voc. 
(1541).  In  Smith's  Musiea  antiqua  p.  110: 
Ditemi  o  si,  o  no  senza  timore,  4  voc. 

Morales,  CristOTal  de: 

Discursos  sobre  a  perfei(,'ao  do  diathe- 
saron  e  louvores  do  numero  quaternario, 
em  que  eile  se  contem,  con  um  encomio 
sobre  o  papel  que  mando  imprimir  o 
Serenissimo  Rei  D.  Joäo  IV,  em  defesa 
da  moderna  musiea,  e  reposta  sobra  os 
dois  breves  negros  de  . . .  Lisboa,  por 
Ant.  Craesbeck  1662.  40  (Straeten  8, 
230).  Im  br.  Mus.  mit  A'arianten:  sobre 
OS  tres  breves  negros  de  . .  .  1662  J.  A. 
Frouvo.  4*^.  Jedenfalls  ein  anderer  als 
der  Spanier  Morales. 

Morales,  Francisco  de,  Ka- 
pellan und  Säuger  an  der  Kapelle 
der  Königin  Isabella  zu  Sevilla  um 
1490  (Straeten  VII,  104).  Pedrell 
zeigt  im  Vorwort  I,  XVIII  seiner 
Hispaniae  schola  musiea  einen 
Knabensänger   Christophe  de  Mo- 


rales an,  der  zur  selben  Zeit  (1490) 
in  der  Hofkapelle  zu  Sevilla  diente. 
Auch  einen  Francisco  de  Morales, 
aber  nicht  als  Kaplau,  sondern  als 
fourrier  de  chapelle.  Wahrschein- 
lich ist  Straeten's  Angabe  wie  so 
oft  ungenau. 

Morales,  Ildepüonso,  ein  Spa- 
nier, stand  im  Dienste  der  Kgl. 
Kapelle  zu  Brüssel ,  nach  dem 
verloren  gegangenen  1.  Bl.  des 
Ms.  3  der  B.  M.  (siehe  Kat.  von 
Maier). 

Moralt,  eine  Musikerfamilie  von 
fünf  Brüdern,  die  an  der  Mün- 
chener Hofkapelle  nach  1778  an- 
gestellt waren,  nur  der  Jüngste,  ein 
Violaspieler,  vielleicht  W(ilhelm?), 
ging  nach  London  und  trat  ins 
philharmonische  Orchester  ein,  wo 
er  bis  1842  verz.  ist.  Die  anderen 
Brüder  hiefsen  Joseph  (1775  geb., 
wird  1/5  1800  Konzertmeister), 
Pküi'pj)  (Violoncellist  1780  bis  f 
18/3  1847),  Geor(j  (Bratschist  1781 
bis  1818).  Grove  erwähnt  noch 
einen  Jalrjb^  w^as  dann  der  sechste 
Moralt  wäre,  Zwillingsbruder  des 
Philipp's,  ein  Instrumentist  in  der 
Kapelle,  den  die  Akten  des  Kreis- 
archivs in  München  1800  erwäh- 
nen, als  er  eine  Gehaltszulage  er- 
hielt.    Der  Bedeutendste  war 

Johann  Baptist  Moralt^  geb. 
1777  (?),  denn  er  starb  den  7.  Okt. 
1825,  48  (?)  Jahr  alt  in  München 
(Nekrolog  in  der  Lpz.  Ztg.  28,  42). 
Er  war  Violinist  zuerst  a/d.  Mann- 
heimer Hofkapelle,  dann  von  1  778  (?) 
bis  zu  seinem  Tode  in  München. 
Die  Gebrüder  M.  hatten  einen  Ruf 
als  vortreffliche  Quartettspieler.  Die 
obigen  Daten  sind  sämtlich  sehr 
fraglich  und  bedürfen  sehr  der 
Nachhilfe.  An  Kompositionen  sind 
von  letzterem  bekannt: 

Deutsche  Messe  für  4  Stimmen  mit 
Orgel,  im  Autograph.     [B.  M. 


Morambert. 


56 


Morandi,  Pietro. 


Sinfonie  ä  gr.  orch.  (ohne  Clarinetten). 
Lpz.,  Br.  &  Haertel.  13  Stb.  fol.  [B.  B. 
Musikfr.  Wien. 

Le^ons  methodique  pour  Je  Violen  avec 
acc.  d'un  2.  V.  Mayence,  Schott,  2.  partie. 
2  Stb.    fol.     [B.  B. 

Wahrscheinlich  ist  das  Lied  im  Musi- 
kal.  Jugendfieuud  1.  Heft.  München  1814 
bei  Sidler  Nr.  51  auch  von  ihm.    [B.  Kgsbg. 

2  Sinfonien  für  grofses  Orch.  Esd.  u. 
Gd.,  eine  in  Bonn,  die  andere  in  Lpz. 
erschienen.  Stb.     [Darmst. 

Ueber  Joscpli  Moralt  berichtet 
die  Niederrh.  Ztg.  3,  384:  geb.  5. 
Aug.  1775  zu  Schwetzingen  bei 
Mannheim,  wird  1786  Kammer- 
musikus, Violoncellist,  am  1/5  1800 
Konzertmeister  in  München,  1827 
Musikdirektor,  starb  14.  Nov.  1855. 

Morambert,  Aiitoine  -Jacques 
Labbet,  Abbe  de,  geb.  um  1721 
zu  Paris,  soll  nach  Fotis  in  Paris 
Musiklehrer  gewesen  sein;  der  Bei- 
name Lubbot  bei  Fotis  ist  falsch. 
Er  gab  anonym  heraus: 

Sentiment  d'un  harmnniphilo,  sur  diffe- 
rens  ouvrage  de  musiquo.  .Ämst.  (175G) 
et  a  Paris,  Jombert  etc.  8".  84  S.  Text 
und  8  Seit.  Musik.     [Dresden. 

Die  Bibl.  nationale  zu  Paris  besitzt 
unter  Morambert  1.  Domine  qui  habitabit, 
avec  orch.  Ms.  P.  2.  Le  triomphe  de 
l'amour,  cantatille,  gravee.     Paris  s.  a. 

Moran,  Antonio  de,  um  1666 
Sopranist  (Kastrat)  a/d.  Hofkapelle 
in  Dresden  mit  800  Echthr.  Gehalt. 
Wird  1680  in  den  Akten  nicht 
mehr  genannt  (Fürstenau  1,  92). 

Morancl,  Pierre  de,  ein  Dichter, 
geb.  um  1701  zu  Arles,  gest.  26. 
Juli  1757  zu  Paris  (Fetis  Näheres). 
Er  liefs  sich  mit  Eousseau  in  einen 
Federkrieg  ein  und  gab  heraus: 

Justification  de  la  jnusique  frauyoise, 
contre  la  quereile  qui  lui  a  ete  faite  par 
un  AUemand  et  un  AUobroge.  Adressee 
par  elle-nieme  au  coin  de  la  reine  le  jour 
qu'avec  Titon  et  l'Aurore  eile  s'est  remise 
en  possession  de  son  theatre  (anonym). 
La  Haye  1754.  8".  [B.  B.  Brüssel. 
Brüssel  Cons.     br.  Mus.     Bologna. 

Morandi,  (xiovanni,  geb.  12. 
Mai    1774    zu    Pergola    (römische 


Provinz  bei  Urbino),  gest.  23.  Febr. 
1836*1  zu  Senigallia  (Sinigaglia), 
Sohn  des  Pietro,  verheiratet  mit 
der  Sängerin  Rosa  Morandi.  Zuerst 
Organist  (wo?),  dann  Nachfolger 
seines  Vaters  als  Kapellmeister  zu 
Senigallia  (Masseangeli's  Autogr.). 
In  dessen  Autographen-Samlg.,  Phil- 
harmonie zu  Bologna,  ein  Brief 
von  1834  nebst  einem  Autogr. 
seiner  Frau  (f  1824). 

Ich  kenne  nur  1.  Sonate  per  gli  organi 
moderni,  oj).  2.  Milane,  Kicordi.  2.  11 
Santo  natale,  pastorale  per  gli  organi  mo- 
derni, ib.  'A.  Grau  Sonata  pastorale  in  F 
per  oi'gano,  Ms.  4.  3  Rondeaux  ]30ur  le 
Pfte.  Turin,  Roycend.  [Mailand  Cons. 
Nr.  1  auch  in  Brüssel. 

Im  Besitze  des  Herrn  Giov.  Morandi 
in  Sinigaglia:  Musioa  per  organo,  Sonate 
etc.     2  voll.     Milane,  Eicordi. 

Ein  Arrangement  f.  Pfte.  von  G.  Simon 
Mayr's  Adela,sia  ed  Aleramo.  Milano, 
Ricordi.  [B.  Bologna  Kat.  3,  317.]  Ueber 
seine  Frau  siehe  den  Catalogo  der  Autogr. 
Masseangeli's. 

Morandi,  Pietro,  geb.  zu  Bo- 
logna um  1739,  gest.  8.  Dez.  1815 
zu  Ancona,  Schüler  vom  Pat.  Mar- 
tini, wurde  darauf  Kapellmeister 
zu  Pergola,  dann  zu  Senigallia; 
seit  1764  Mitglied  der  Philharmonie 
zu  Bologna. 

Er  schrieb  für  die  Kirche  und  fürs 
Theater  die  Opern:  (Jli  Usurpatori  delusi 
lind  L'Inglese  stravagante.  Zuletzt  wurde 
er  Kapellmeister  in  Ancona  (Fetis.  Masse- 
angeli's Autogr.).  Das  Liceo  mus.  zu  Bo- 
logna besitzt  von  ihm  teils  im  Autogr., 
teils  in  Kopien:  Egredimini  et  videte,  In- 
troito  ä  4  voci  col  oig.  —  Kyrie  4  voc. 
con  ström.  —  Dixit  4  voc.  c.  ström.  — 
Beatus  vir  4  v.  c.  ström.  —  Heros  ui- 
tenti  desujjer,  Alto  solo  c.  V.  —  Magni- 
ficat  4  voc.  c.  Strom.  —  Ecce  nunc  ä  C. 
e  A.  c.  V.  composte  l'anno  1763.  Ferner: 
Alla  gioventü  dilettante  XII  Duetti  di . .  . 
Bologuese  Accademico  Filarm.,  e  Maestro 
di  cappella  di  Pergola.  Innocente  Ales- 
sandri  incise  in  Venetia.  Part.  ([ufol. 
20  S. 


*)  Der  Kat.  3,  246  von  Bologna  schreibt 
statt  1836  nach  Ricordi's  Gazzetta  musi- 
cale,  24.  Jhg.  Nr.  12  S.  94:  1856. 


Morandi,  Victoria  Amadeo. 


57 


MorateUi. 


In  der  Accademia  filarm.  zu  Bologna 
eine  Antifona  a  4  parti,  Autogr.  von  1764. 
Im  Kataloge  der  Autogr.  Masseangeli's 
werden  noch  eine  Anzahl  Kompositionen 
angefühi-t. 

12  Duetti  . . .  Venez.     [C.  P. 

Morandi,    Victoria    Ainadeo, 

wird  1714  vom  Markgrafen  von 
Bayreuth  als  Musiker  dem  Kur- 
fürsten von  Sachsen  empfohlen  (s. 
Staatsarchiv). 

Morang-e,  A. . .  de,  Orchester- 
direktor am  Theater  des  Jeunes 
Eleves  zu  Paris  um  1800,  schrieb 
die  Operetten: 

Les  quiproquo  nocturnes,  in  1  Akt 
1799.  —  Les  petits  Auvergnats,  in  1  Akt 
und  die  Melodramen:  La  bataille  de 
Dunes  u.  l'enfant  prodigue,  deren  Ouver- 
türe in  Paris  bei  Mme.  Duhan  erschien 
(Fetis).  Pougin  führt  noch  einige  Ope- 
retten u.  Melodramas  an  uud  sagt  ferner, 
dass  er  um  1805  Orchesterdirektor  am 
Theater  de  la  Gaite  war,  aber  1806  das 
Amt  schon  nicht  mehr  besafs. 

Moranus,  siehe  Moravius,  Aug. 

Morari.  Man  kennt  bis  jetzt 
vier  Musiker  dieses  Namens,  weifs 
aber  nicht  ob  sie  Brüder  oder 
Verwandte  waren,  obgleich  sie  alle 
vier  zu  gleicher  Zeit  dem  Kur- 
fürsten von  Baiern  als  Violinisten 
dienten.  Antonio  war  auch  Kom- 
ponist und  aus  dem  Titel  des  ge- 
druckten Werkes  erfährt  man,  dass 
er  aus  Bergamo  stammte,  von  den 
anderen  kennt  man  nur  die  Thätig- 
keit  in  München.  In  alphabetischer 
Ordnung  nach  den  Akten  mitge- 
teilt waren  es 

Achilusen  {?)  J/.,  wird  nur  1577 
als  Geiger  angeführt  mit  einem 
Gehalt  von  180  Gld.  und  einem 
Geschenk  von  30  Gld.  (Sandberger 
3,  96). 

Annibale  Jf.,  in  den  Akten  ge- 
wöhnlich nur  mit  Hanival  Oeigcr 
angeführt;  er  tritt  1568  mit  144 
Gld.  Gehalt,  später  mit  180  ein  u. 
stirbt  Ende  1595.  Er  hatte  sich 
1000  Gld.  erspart,  die  ihm  1578  zu 


einem  Besuche  in  Italien  aus- 
gezahlt wurden,  doch  scheint  er 
denselben  erst  1579  angetreten  zu 
haben,  denn  es  werden  ihm  noch- 
mals zur  Reise  30  Gld.  gezahlt. 
Den  20/7  1589  wird  er  wieder 
beurlaubt  und  tritt  erst  Ende  1590 
wieder  ein  (Sandberger  3  u.  Haberl 
Jahrb.  1896,  25). 

Antonio  Jf.,  in  den  Akten  nur 
Anthony  Geiger  gez.,  erst  1577 
mit  vollem  Namen,  tritt  im  Jahre 
1568  in  die  Münchener  Kapelle 
mit  180  Gld.  Gehalt  ein.  Er  war 
aus  Bergamo  gebürtig.  Sein  Ge- 
halt steigerte  sich  bis  962  Gld.  u. 
bekleidete  er  die  Direktorstelle 
über  die  Instruraentisteu.  Im  ersten 
Quartal  des  Jahres  1597  stirbt  er. 
Er  war  ein  sparsamer  Mann  von 
dem  die  Akten  mehrfach  auf  Zinsen 
angelegte  Gelder  verzeichnen  (Sand- 
berger 3  und  Haberl  Jahrb.  1896, 
24  ff.).     Er  gab  heraus: 

II  1.  IIb.  de  Madrigali  a  4  voci  di 
Antonio  Morari  da  Bergamo.  Capo  della 
musica  instrumentale  del  Seren.  Sig.  Duca 
di  Bauera  (?)  . . .  Ven.  1587  Gardano.  4 
Stb.  qu4".  21  Madr.  [B.  D.  Bologna. 
Verona  S.  f :  C  A.  B. 

2  Magnificat  5  et  6  voc.  Chorb.  Ms. 
[B.  M.]  —  Ebd.  2  Motetten  in  Tabulatur- 
partitur. 

Falsibordoni  8  tonorum,  4  voc.  Ms. 
Chorb.     [B.  M. 

In  alten  Samlwk.  5  Gesge.  (Eitner  1). 
In  neuer  Ausg.  1  Motette  (Eitner  2). 

Giovanni  Battista  31.,  in  den 
Akten  meist  nur  Joan  Babtista 
Geiger,  auch  nur  Babtista  Geiger 
genannt,  tritt  1568  mit  180  (}ld. 
Gehalt  in  die  Kapelle  und  stirbt 
nach  Pfingsten  1577  (ib.). 

Moratelli,  Sebastiano,  Altist 
a/d.  Hofkapelle  in  Wien  von  1691 
bis  94  (Köchel  1).  Von  hier  ging 
er  als  Kapellmeister  an  den  Düssel- 
dorfer Hof  unter  Kurfürst  Johann 
Wilhelm,  mit  dem  er  bereits  seit 
dem    Jahre    1687    in    brieflicher 


Moratelli. 


58 


More. 


Verbindung  stand  (im  Besitze  des 
Archivs  zu  Düsseldorf)  und  eine 
in  Wien  komponierte  Oper  „Di- 
done"  übersandte,  die  1688  zur 
Hochzeitsfeier  Karl  PhiJipp's  in 
Düsseldorf  aufgeführt  wurde.  Der 
Textdichter  war  G.  M.  Rapparini. 
Doch  schon  ein  Jahr  vorher  wurde 
zu  Heidelberg  zur  Feier  der  Hoch- 
zeit Peter  II.  von  Portugal  mit 
der  pfälzischen  Prinzessin  Maria 
Sophia  Elisabeth  eine  Oper  Mora- 
telli's  „La  gemma  Ceraunia"  (das 
Kleinod  Ceraunia  von  Ulissipone 
jetzo  genannt  Lisbano)  von  Nic.Minati 
aufgeführt.  Walter  49  glaubt,  dass 
Moratelli  zur  Zeit  am  Heidelberger 
Hofe  lebte.  Das  Textbuch  zur 
Oper  Didone  bez.  Moratelli  als 
„Kammermusikus  S.  M.  des  Kaisers, 
Ehrenkaplan  der  Erzherzogin  Maria 
Anna  von  Oesterreich  und  Kapell- 
meister des  Kui-fürsten.  Walter 
S.  59  berichtet,  dass  sich  der  Kur- 
fürst Karl  Philipp  1687  mit  dem 
am  Hofe  zu  Heidelberg  befind- 
lichen Komponisten  in  Verbindung 
setzte  und  ihn  als  Kapellmeister 
nach  Düsseldorf  berief.  Wie  sich 
dies  mit  den  Angaben  Köchel's 
verbinden  lässt,  bedarf  noch  ge- 
nauerer Untersuchung;  dass  M. 
schon  vor  1691  in  kaiserl.  Diensten 
stand,  beweist  das  Textbuch  von 
1687.  Wahrscheinlich  stand  M.  in 
gleichem  Verhcältnis  zum  Düssel- 
dorfer Hofe  wie  Gilles  Heine  (M. 
f.  M.  28,  89  ff.).  Walter  führt 
noch  die  Opern  M.'s  an:  Erminia 
ne  boschi  und  Erminia  al  campo, 
1687  und  1688  in  Düsseldorf  auf- 
geführt. 1695  wird  die  Oper  „H 
fabro  pittore"  von  ihm  in  Düssel- 
dorf gegeben.  Wilderer  wurde 
sein  Nachfolger.  Die  Düsseldorfer 
Akten,  die  Walter  benützt,  geben 
in  betreff  der  Hofkapelle  äufserst 
dürftige  Nachrichten. 


Morato,  Joiio  Vaz  Barradas 
Muito-Päo  e,  geb.  30.  April  1689 
zu  Portalegre  in  Portugal.  Er  war 
Musiklehrer  im  Kollegium  dos  reis 
da  casa  de  Braganza  und  Chor- 
direktor an  St.  Nicolai  zu  Lissa- 
bon, wo  er  noch  1747  lebte.  Vas- 
concellos  führt  ein  theoretisches 
Werk  im  Ms.  und  zwei  Drucke 
an,  betitelt: 

Flores  musicaes  colhidas  no  jardim  da 
nielhor  Li<,-5o  de  varios  Authores.  Arte 
pratica  de  canto  de  orgäo  . . .  Lisboa  Occi- 
dental 1735  na  officina  da  Musica.  G  Bll. 
113  Seit,  in  4".  [Vascoiicellos  und  Leo 
Licpm.  Nr.  144.  Vasconcellos  führt  noch 
eine  Ausgabe  Texte  von  1738  an. 

Breve  resunio  de  Cantochäo  com  as 
regras  inais  principaes,  e  a  forma  qne 
deve  guardar,  o  Director  do  Coro  i)ara 
0  .sustentai'  firme  na  corda  chamada  Coral, 
e  0  Organista  quando  o  acompanha .  .  . 
Ibid.  1735.  59  S.  in  4".  [br.  Mus.  und 
Licpm.  144. 

Moravia,  siehe  Hicronymus. 
Maravius  (Moranus)  Augustinus, 

Bassist  an  der  Hofkapelle  in  Wien 
mit  21  Gld.  monatl.  vom  1.  Dez. 
1564  bis  t  11.  August  1568 
(Köchel  1). 

Morawecz,  Wenzel,  ein  böh- 
mischer Organist  und  Komponist, 

von  dessen  Arbeit  sich  auf  dem  Kirchen- 
chore zu  Rauduitz  1786  noch  9  Messen 
und  4  Litaneyen  befanden  (Dlabacz). 

Morawctz,  Johann;  Gerber  2 
vermutet,  dass  er  um  1799  m 
Wien  lebte,  weil  in  Traeg's  Musik- 
verz.  (Wien  1799)  3  Sinfonien,  1 
Concertino,  8  Notturni  ä  Fl.  d'a- 
more,  Fl.  trav,  2  Viele,  2  Corni 
e  V.,  1  Sestetto  a  2  V.  Ob.  Fl. 
Alto  e  Vcl.  und  Harmonie  Musik 
befinden.  Um  1809  war  er  Or- 
chesterdirektor des  Theaters  zu 
Pest. 

More,  .  .  .  (Davey  nennt  ihn 
William  More),  ein  englischer 
Komponist  des  16.  Jhs.,  von  dem 
sich 

im  Ms.  100  des  br.  Mus.  der  Gesang 


Moreau,  Gilet. 


59 


Morel, 


,,Ad  Domiuuüi  cum  tribiüarer"  befindet. 
Ebenso  im  Ms.  7578  Harleian,  Ms.  Add. 
30480-4  ein  Anthem,  Ms.  31226:  Levavi 
ooulos  (nach.  Davey). 

Moreau  (Moureau)  (xilet,  Sänger 
am  Hofe  Philipp  des  Schönen,  als 
er  1501  zu  Zeeland  residierte, 
ebenso  auch  noch  1505,  dann  be- 
fand er  sich  im  Dienste  Ks.  Karl  V. 
bis  1514  (Straeten  7,  108.  162). 

Moreau,  Henri,  geb.  zu  Lüt- 
tich den  15.  Juli  1728,  gest.  ebd. 
den  3.  Nov.  1803.  War  um  1755 
Kapellmeister  zu  Lüttich  und 
Lehrer  am  Kollegium  St.  Paul. 
Fetis  bez.  ihn  als  einen  der  aus- 
gezeichnetsten Musiker  Belgiens. 
Aufser  einigen  Weihnachtsgesängen 
ist  er  nur  durch  seine  theoretischen 
Arbeiten  bekannt.  Nachweisbar 
ist: 

L'harmonie  mise  en  pratique  avec 
un  tableau  de  tous  las  accords,  la 
niethode  de  s'en  servir,  et  des  regles  uti- 
les  ä  ceux  qui  etudient  la  composition  ou 
racconipagnenient.  Liege  1783  J.  G.  M, 
Loxhay.  S».  128  S.  15  Taf.  [Brüssel. 
Glasgow. 

Nouveaux  priucipes  d'barmonie,  selon 
le  Systeme  d'Autoiue  Ximenes,  precedes 
d'observations  sur  la  theorie  de  Rameaii, 
et  suivis  de  remarques  sur  plusieurs  dis- 
sonances,  ainsi  qua  des  regles  pour  la 
composition  de  la  musique  a  2,  3,  4  par- 
ties  et  plus.  [Ms.  im  Besitze  des  Kano- 
nikus de  Vroye  zu  Lüttich. 

Moreau,  JejinAndr^,  geb.  den 
13.  Mai  1768  zu  Paris,  gest. 
gegen  1828  ebd.  Knabensänger 
an  der  Kathedrale  zu  Amiens, 
wurde  Kapellmeister  zu  Bethune, 
dann  Organist  zu  Peronne,  kam 
während  der  Revolution  nach 
Paris  und  wurde  nach  einem 
wechselvollen  Leben  später  an  der 
Bibliothek  des  Konservatoriums 
angestellt,  doch  ereilte  ihn  bald 
darauf  der  Tod. 

Fetis  führt  von  ihm  allerlei  Klavier- 
Tageslitaratur  an,  auch  zwei  Samlg.  Eo- 
manzan.  Im  Ms.  hiuterlieis  er  Streich- 
quintetts  und   Quartetts.   —   In  Mailand 


Cons:  Nouveau  choix  da  cantiques  de 
St.  Sulpice  pour  une  ou  deux  voix  av. 
acc.  d'orgue  ou  de  pfte.  op.  35.  Paris, 
Carli. 

Moreau,  Jean-Baptiste,  geb. 
zu  Angers  um  1656,  gest.  zu 
Paris  den  24.  Aug.  1733.  Knaben- 
sänger an  der  Kirche  zu  Angers, 
wurde  dann  Kapellmeister  zu 
Langres  bei  Dijon,  ging  darauf 
nach  Paris  und  erhielt  durch  den 
Dauphin  eine  Anstellung  in  der 
Kgl.  Kapelle.  Fetis  verz.  mehrere 
Werke  für  die  Bühne,  Kantaten, 
Chansons  und  einige  geistliche 
Werke.     Bekannt  sind : 

Athalie,  tragedie,  choeurs.  Paris  1690 
Ballard.     [C  P. 

Choeurs  de  la  tragedie  d'Esther.  Paris 
1(J89  Ballard.     [B.  B.     C.  P.     br.  Mus. 

Iiitennedes  de  la  tragedie  d'Esther. 
ib.  1689.     [Paris  Arsenal. 

—  Ausg.  ib.  1696.  [Paris  Nat.  C.  P. 
besafs  auch  Leo  Liepm. 

Cantiques,  chantes  devant  le  roy  . . . 
Paris  1695  Chr.  Ballard.  [C.  P.  Kat. 
Liepm. 

Wahrscheinlich  ist  die  Cantatille. 
„Zaire".  Paris.  P.  nur  mit  Moreau  gez. 
auch  von  ihm.     [Darmst. 

In  der  Neuausgabe  Racine's  1873  sind 
die  Cantiques  von  M.  und  La  Lande  ab- 
gedruckt (siehe  Katalog  Brüssel  Cons. 
Nr.  532  Anmkg. 

Moreau,  NicoLis,  Kapellan  und 
Bassist  Ende  des  16.  Jhs.,  beteiligte 
sich  am  Concurse  zu  Evreux  (M. 
f.  M.  22,  206). 

Moreau,  Simon,  ein  Komponist 
des  16.  Jhs., 

der  in  Samlwken.  um  1555  mit  8  Mo- 
tetten vertreten  ist  (Eitner  1).  In  einem 
hds.  Samlwk.  der  B.  Kassel  in  5  Stb. 
(Mus.  4,  91)  befinden  sich  unter  Nr.  25: 
Expurgate  vetus  fermentum  6  voc.  und 
Nr.  35  zwei  Gesänge.  Ferner  1  Tonsatz 
in  Gallus  Dressler's  Practica  modoram 
1561.  —  In  der  B.  B.,  T  141  einige  Ge- 
sänge in  P.  —  Ein  Tu  es  Petrus  5  voc. 
Ms.  Chorb.  2,  147  in  Aachen.  —  Expur- 
gate vetus  fermentum  im  Ms.  B.  Br. 

Morde,  siehe  La  Morde. 

Morel,  . . .  bekannt  durch : 

Les   Tuilleries,   Cantate   ä  voix   seule 


Morel, 


60 


Morellati. 


(mit  B.  u.  V.).  Paris  1717  i'auteur  et  le 
Foucault.     fol.     10  S.     |B.  M. 

Vielleicht  sind  von  demselben  folgende 
■Kompositionen: 

ler  livre  de  pieces  de  Viele.  Paris 
1709  I'auteur.     [Paris  Nat. 

Einige  Airs  im  Samlwk.   Airs   1710b. 

Morel,  . . .  Kanonikus  zu  Mont- 
pellier in  der  Mitte  des  18.  Jhs., 
gab  heraus: 

Nouvelle  theorie  pliysique  de  la  voix 
par  M.  Morel.  Paris  1746  Prault  pere. 
12».     32  S.     [Bnissel  (siehe  Fetis). 

Morel,  Alexandre  -  Jean,  geb. 
26.  März  1776  zu  Loisey  (Meuse), 
gest.  31.  Okt.  1825  zu  Paris.  Trat 
in  die  polytechnische  Schule,  wurde 
Chef  einer  Brigade,  dann  Prof.  der 
Mathematik  an  der  Artillerieschule 
der  Garde,  dabei  ein  Musiklieb- 
haher, der  sich  mit  Akustik  be- 
schäftigte.    Man  kennt  von  ihm 

Principe  acoustique  nouveau  et  uni- 
versel  de  la  theorie  musicale,  ou  musique 
expliquee,  par  . . .  Paris  1816  Bachelier. 
8°.  Vm  u.  506  S.  12  Taf.  Kapitel- 
anzeige im  Becker  2,  52.  [B.  B.  B.  M. 
B.  Lpz.  Hofb.Wien.  Brüssel.  Glasgow. 
Musikfr.  Wien. 

Systeme  acousti(iue  nouveau  et  uni- 
versel  de  la  theorie  musicale  ou  musique 
expliquee,  par  , . .  Paris  1824  Fain.  8^. 
28  S.  Ein  Auszug  aus  dem  Dictionnaire 
de  'decouvertes.     [Hof b.  Wien. 

Observations  sur  la  seule  vraie  theorie 
de  la  musique  de  M.  de  Momigny.  Paris 
1822  Bachelier.  8».  72  S.  [Brüssel. 
Brüssel  Cons.     Glasgow. 

M.  schrieb  auch  einige  Aiükel  über 
Musik  füi'  den  Moniteur. 

Das  Conservatoire  zu  Paris  besitzt  unter 
dem  Namen  Morel  folgende  Kompositionen, 
ob  im  Ünick  oder  Ms.  sagt  der  Kat.  nicht : 

1.  Le  sommeil  cantatüle  a  V.  seul. 

2.  La  traduction  du  Te  Deum. 

3.  Un  recueil  de  pieces  de  Viele. 

Morel,  Clement,  nur  bekannt 
durch 

21  Gesänge,  meistens  Chansons  zu 
4  Stim.  in  alten  Samlwk.,  zum  Teil  ohne 
Vornamen,  die  von  1539  —  1554  erschienen. 
Ich  habe  zwei  davon  in  Partitur  gesetzt. 
Sie  sind  geschickt  gearbeitet,  zeigen  einen 
durchgebildeten  Musiker,  doch  stehen  sie 
gegen  andere  im  Ausdrucke  zurück  (Eit- 


ner  1  getrennt  in  diejenigen  mit  und  ohne 
Vornamen). 

Ferner  befinden  sich  in  Bosco's  Samlwk. 
lib.  1,  1554  eine  Motette  und  in  Mss.  ein 
Tota  pulchra  es,  4  voc.  Ms.  Chorbuch  2 
in  fol.  in  Glashütte,  jetzt  in  Dresden.  — 
In  Ms.  940  B.  Proske  1  Gesg.  —  In  Ms. 
B.  Bi".  das  bekannte  Tota  pulchra  es.  — 
Im  Ms.  22,  6  Stb.  des  16.  .Ths.,  im  br. 
Mus.  enthält  „Bon  jour,  bou  au"',  fol.  2. 
In  Ms.  224  die  P.  zu  Vivons  joyeusement 
4  voc.  —  Dame  de  beaulte  4  voc.  in  Neu- 
ausgabe, Publikation  Bd.  23. 

Morel  (Morrel),  Magister  Jean, 
war  von  c.  1561  bis  1572  Bassist 
an  der  Hofknpolle  Philipp  IL  von 
Spanion  und  erliielt  1562  die  Prae- 
benden  zu  B6thune  und  Hesdin  in 
den  Niederlanden  (Straeten  1,  246. 
8,  41.  4.3). 

Morel,  Jenin,  Sänger  in  der 
Kapelle  Ks.  Karl  V.  von  1518  bis 
1521  (Straeten  7,  295). 

Morel,  Nielas,  geb.  zu  Eouen 
in  der  Mitte  des  16.  Jhs.,  war 
Chordirektor  an  der  Kathedrale  zu 
Ronen. 

Er  l)eteiligte  sich  1584  am  Concourse 
zu  Evreux  und  gewann  mit  der  Chanson 
„Je  poi-te  en  mon  bouquet"  und  1586  mit 
„D'oü  vicnt  belle"  Preise  (Fetis). 

Morel,  Pieter,  um  1596  Sang- 
meister an  St.  Walpurge  in  Aude- 
narde  (Audenarde  15). 

Morel,  MUe.  Virginie,  Pianistin 
„de  S.  A.  R.  Mad.  la  Duchesse  de 
Berry"    im    18.  Jh.?     Man   kennt 

von  ihr: 

Sonate  pour  Piano  avec  acc.  de  Viel., 
comp. . .  op.  1.  Paris,  I'auteur  &  H.  Le- 
moin.     2  Stb.     fol.     [B.  B. 

Morel  de  Voleine,  L  . . .,  be- 
kannt durch: 

Messe  en  musique.  Roanne  (s.  a.)  Im- 
primerie  de  Ferlay.  8^.  3  BU.  34  S. 
[B.  M. 

Morell,    David    und    Johann, 

dienten  um  1605  bis  c.  1625  an 
der  Hofkapelle  in  Stuttgart  als 
Musici  (Sittard  2,  34). 

Morellati,  Paolo,  aus  Vi- 
cenza,    Schüler    von    Martini    im 


Morellet. 


61 


Moret-de-Lescer. 


18.  Jh.,  wurde  am  1.  Sept.  1763 
in  die  Akademie  filarmouica  zu 
Bologna  aufgenommen.  Im  Auto- 
graphen-Katalog von  Succi  (Belog. 
1888)  wird  gesagt,  dass  er  die 
Pianoforte-Mechanik  vervollkomm- 
nete. Dort  auch  ein  Brief  von 
1765.  In  den  Lettera  von  1780 
wird  er  bez.  mit  „celebre  Maestro 
di  Musica  vicentino". 

In  einem  Ms.  der  Bibl.  Bologna  ist  er 
mit  sogenannten  Fugen  vertreten,  und 
zwar  1.  Et  in  saecula.  2.  Chine  eleison. 
3.  Cum  sancto  spiritu. 

Lettera  scritta  dal  sig. .  .,  intorno  aU' 
eccellente  cembalo  a  martelli  da  lui  costruito 
(Sta  nell'Antologia  di  Eoma,  num.  XLI, 
aprile  1780  pag.  324).     [Bologna. 

Im  Liceo  zu  Bologna  im  Aiitogr.  1  Qualis 
est  delecta  nostra,  Graduale  a  C.  ed  A.  c. 
istrom.  1762.  P.  —  Nisi  Dnus.  3  v.  c. 
istrom.  1762,  P.  —  Nunc  dimittis  4  v. 
c.  Strom.  1763,  P.  —  Cliirie  4  v.  c.  ström. 
1762.  —  Gloria  4  voc.  c.  ström.,  1763 
aufgeführt.     1  vol.  von  100  ßU. 

Morellet,  Andre,  geb.  7.  März 
1727  zu  Lyon,  gest.  12.  Jan.  1819 
zu  Paris.  Besitzer  einer  Papier- 
handlung, lebte  aber  später  in 
Paris  den  Wissenschaften  und 
wurde  Mitglied  der  Akademie 
franyaise.     Er  schrieb 

De  l'expressiou  en  niusique,   für  den 

Mercure    1771    Nov.   p.  113   und   in  den 

Arcliives  litteraires,  Bd.  6,  145.     Er  war 
auch  ein  eifriger  Piccinist  (Fetis). 

Morelli,  Beriiardino,  ein  Kom- 
ponist des  16.  Jhs.,  bekannt  durch 

Motetta  5  voc.  Ven.  1598  Ainadinus. 
[B.  Lpz.  (?)    Haberl  inkomplet. 

2  Motetten  in  neuen  Ausg.  (Eitner  2). 

In  B.  Schmid's  Orgelbuck  1607  eine 
Mot.  in  Tabulatur.  In  ß.  Dresden  Ms. 
B  1249  a,  1  ein  Domine  salvum  fac  regem, 
Part. 

Morelli,  Oiaeomo,  Bibliothekar 
am  St.  Marcus  zu  Venedig,  geb. 
14.  April  1745  ebd.,  gest.  5.  Mai 
1819.     Er  gab  heraus: 

Aristidis  Oratio  adversus  Leptinem, 
Libanii  declamatio  pro  Socrate,  Aristoxeni 
rhythmicorum  elemeutorum  fragmenta,  ex 
bibliotheca  Veneta  D.  Marci  nunc  primum 


edita,  cum  annotationibus,  graece  et  latine. 
Venetia  1785.     8«  (Fetis). 

Moreno,  Miguel  Diaz,  ein  spa- 
nischer Organist  um  1669  (Strae- 
ten  8,  214). 

Von  einem  Moreno  ohne  Vornamen 
besitzt  die  B.  M.  eine  Missa  4  voc.  cum 
organo.  Ms.  in  P. 

Morera,  Francisco,  ein  spa- 
nischer Musiker,  der  von  1768  bis 
1793  Kapellmeister  an  der  Kathe- 
drale zu  Valencia  war  (Ph.  Pedrell 
aus  den  Akten  in  seiner  Partitur- 
ausgabe J.  Gl.  Perez'  1896,  Vor- 
wort). 

Moresclii,  Cliambattista  Ales- 
sandro,  Mitglied  der  Akademie 
de  Fervidi  zu  Bologna  in  der  2ten 
Hälfte  des  18.  Jhs.,  gab  heraus: 

Orazione  in  lode  del  Padre  Maestro 
Giamb.  Martini,  recitata  da  . . .  nella  so- 
lenne accademia  de'Fervidi  Fultimo  gioriio 
dell'anno  1784.  Bologna  1786  St.  di  S. 
Tom.  d'Aquino.  4".  38  S.  [Dresd.  Mus. 
B.  B.     Brüssel.     B.  Wagener.      Bologna. 

Morese,  GlioYanni,  aus  Ancoua, 
lebte  um  1640  als  Komponist 
und  ist 

im  Samlwk.  1646a  mit  einem  3stim. 
Gesge.  vertreten  (Eitner  1).  Der  Antiquar 
Rosenthal  besafs  eine  Cantusstimme  ohne 
Titel  von  c.  1650,  welche  2  Gesge.  von 
ihm  enthielt. 

Moresini,  Prete  Bartolommeo, 

seit  dem  2.  April  1608  Vice -Ka- 
pellmeister an  S.  Marco  in  Venedig 
(Caffi  1,  55.  207).  1612  wurde 
er  zum  Pfarrer  au  S.  Geremia  ge- 
wählt. 

Moret  -  de  -  Lescer ,  Antoine- 
Charles,  geb.  um  1741  zu  Charle- 
ville,  lebte  seit  etwa  1765  zu 
Lüttich  als  Musiklehrer.  Fetis  verz. 
von  ihm: 

Science  de  la  musique  vocale.  Liege 
1768.  4''.  Ein  Vorwort  zu  Solfeggien. 
Dictionnaire  raisonne,  ou  histoire  generale 
de  la  musique  et  da  la  lutherie,  enrichi 
de  gravures  en  taille-douce  ...  13  voll. 
8",  von  400  S.  Eine  Ankündigung  im 
Journal  Esprit  des  Jouruaux,  Sept.  1775 
p.  402,  doch  ist  das  Werk  nicht  erschienen 
(Fetis). 


Moret,  Theodore. 


62 


Morgenroth. 


Moret,  Theodore,  ein  Jesuit, 
geb.  um  1602  zu  Antwerpen,  lebte 
zu  Prag,  01m ätz  und  Breslau,  wo 
er  am  6.  Nov.  1667  starb.  Fetis 
verz.  von  ihm  die  Abhandlung: 

De  Maguitudine  soni.  Vratislavia 
1664.     40. 

Moretti ,  . . .  ein  Spanier ,  be- 
kannt durch  den  Druck: 

Doce  cauciones  con  accomp.  de  gui- 
tarra  . . .  por  el  Brigadier  . . .  arrcgiadas 
para  el  Pfte.  por  D.  Man.  ßüeker.  op.  24. 
London,  Clementi,  Banger,  Collard,  Devis 
&  CoUard.     fol.     [B.  M. 

Ebendort  der  Originaldnick:  Madrid,  de 
B.  Wirms.     fol.     (Mus.    pr.  20  Nr.  537.) 

Moretti,  Andrea,  geb.  zu  Siena 
(Toscana)  in  der  Mitte  des  16.  Jhs. 
Er  war  ein  berühmter  Spieler  auf 
der  italienischen  Cetarone  oder 
Chitarone  genannt  und  besuchte 
abwechselnd  die  Höfe  Italiens;  zu- 
letzt war  er  zu  Siena  im  Orchester 
der  Kathedrale  augestellt  (Fetis 
nach  Azzolini  Ugurgieri's  Pompe 
Senesi). 

Moretti,  D.  Carlo,  aus  Recanati 
(römische  Provinz),  Schüler  von 
Virg.  Mazzocchi,  ist 

im  Samlwk.  1646a  mit  2  Gesgen.  ver- 
treten (Eitner  1). 

Moretti,  ü.  Federig^o,  nennt 
sich  einen  Dilettanten.  Man  kennt 
von  ihm 

Grand  Duo  par  2  Lyres  ou  2  Guitares. 
Paris.     [Dresden. 

Prime  lezioni  per  chitarra.  Ms.  [Mai- 
land Cons. 

Principe  per  la  chitarra.  Napoli,  Mares- 
calchi.  qufol.  30  S.  [Maild.  Cons.  Bo- 
logna. 

Principios  para  tocar  la  guitarra  de 
seis  ordenes,  precedidos  de  los  elenientos 
generales  de  la  musica.  Madrid  1799 
Grabados  por  Jos.  Eico.  qufol.  2  part. 
[br.  Mus. 

—  Madrid  1807  Iniprenta  de  Sancha. 
2  Teile  in  1  vol.  in  fjufol.  [Leo  Liepm.  144. 

Metodo  per  la  chitarra  a  6  corde  con 
gli  elementi  generali  della  musica.  3.  ediz. 
tradotta  dallo  spagnuolo  e  dallo  stesso 
autore  accresciuta  di  scale,  accordi,  ar- 
peggi  a  quattro  dita  ...  Op.  1.  Napoli 
1804.     [Mailand  Cons. 


Sistema  uniclave  ö  ensayo  sobre  uni- 
formar  las  claves  de  la  musica,  sujet 
andolas  a  una  sola  escala,  por  .  .  .  el  ca- 
bailero  don  F.  M.  Madrid  1824  Sancha. 
23  S.  in  80.     [Brüssel.     Bologna. 

Moretti,  D.  Mattia,  aus  Recanati, 

bekannt  durch  eine  3  stim.  Motette  mit 
Bc.  1646  a  (Eitner  1). 

Morgan,  George,  trat  1748  in 
die  Kgl.  Kapelle  in  London  ein 
(Viertelj.  8,  519). 

Im  br.  Mus:  A  song  (Why  should  Love) 
the  words  by  Mr  Theobald.     s.  1.     4P. 

Morgan,  Jolm,  geb.  um  1711 
zu  Newburgh  (Insel  Anglesey),  soll 
der  letzte  Barde  gewesen  sein,  der 
noch  den  Crwth  spielte.  Er  lebte 
noch  1771  (Fetis  nach  der  Archae- 
ologia  or  miscell.  tracts  relating  to 
antiquity.  Bd.  3,  32). 

In  Longman's  Collection  of  Catches  das 
3 stim.  Catch:  Quotli  Jack  on  a  time,  nur 
mit  Morgan  gez. 

Morgan,  Nicliolas,  schwor  am 
9/12  1566  als  Gentleman  an  der 
Kgl.  Kapelle  in  London  (Rim- 
bault  2). 

Von  einem  Morgan  des  17.  oder  18.  Jhs. 
befinden  sich  in  Ililton's  Catch  that  Catch, 
Ausg.  Playford  1707:  Pleasant  mus.  Comp., 
2.  book  und  ebenso  in  der  Ausg.  Young's 
von  1720  und  von  Walsh  einige  Gesänge. 
Auch  in  J.  Simpson's  Thesaurus  ist  ein 
Gesg.  zu  finden. 

Im  Ms.  1978  des  E.  C.  of  Mus.  ist  ein 
Morgan  vom  Ende  des  17.  Jhs.  mit  Sing- 
spielen und  engüschen  Opern  vertreten 
und  zwar  1.  The  younger  brother  1696. 
2.  The  mock  marriage  1696.  3.  Psyche 
1695?  4.  The  matchless  niaids  (V)  ohne 
Jahr. 

Im  br.  Mus.  Ms.  85  eine  Flötenstimme 
vom  Jahre  1686,  worin  auch  ein  Morgan 
genannt  wird.  —  In  Oxford,  Chr.  Ch.  im 
Ms.  unter  Morgan  eine  Overture  u.  a. 

Morgan  ist  noch  vertreten  im  Catch 
Club  1,  2.  Teil,  in  Eaf.  Corte vil's  Samlwk. 
von  1686.     Im  Catch  Club  3,  Bd.  1. 

Morgenrotli ,    Franz    Anton, 

geb.  8.  Febr.  1780  in  Namslau  in 
Schlesien,  gest.  14.  (7.?)  Aug.  1847 
in  Dresden.  Studierte  in  Breslau, 
1798  in  Warschau  u.  wurde  dort 
im  Kriegs-  und  Domänenfache  an- 


Morgenroth. 


63 


Mori,  Giacomo. 


gestellt.  1805  Leihhauskontroleiir 
mit  400  Tblr.  Gebalt.  180G  ver- 
trieb ibu  der  Krieg,  er  ging  nacb 
Dresden  und  widmete  sich  ganz 
der  Musik,  studierte  1810/11  bei 
Weinlig,  kam  1810  in  die  Kgl. 
Kapelle  und  wurde  am  4/4  1812 
Kgl.  Kammermusikus,  Violinist  mit 
150  Tblr.,  die  1817  bis  300  Tblr. 
erböbt  Avurden,  am  1/10  1828 
Vicekonzertmeister,  1838  nacb  A. 
Rolla's  Tode  Konzertmeister  (Für- 
stenau  1, 177.  180. 188.  A. d.  Biogr.) 

M.  hat  über  die  Vorlesungen  des  Gene- 
ralbasses uud  der  Kompositionslehre  bei 
Weinlig  3  Bde.  hds.  hinterlassen,  die  sich 
in  der  Kgl.  Bibl.  zu  Dresden  befinden. 

An  Kompositionen  sind  bekannt: 

6  Gesänge  f.  1  Singst,  mit  Pfte.  op.  2. 
Lpz.,  Br.  &  Haertel.     [Dresd. 

5  Maurer-Lieder  f.  1  Singst,  mit  Pfte. 
Autogr.     [Dresd. 

Sehnsucht  f.  1  Singst,  mit  Pfte.,  Fl. 
uud  Guit.  s.  1.     [Dresden. 

Das  Vaterhaus.  Mein  Lebewohl.  2 
Lieder.    Dresden,  Paul.     [B.  B. 

Mss.  in  B.  Dresden  sehr  zahlreich  ver- 
treten, sowohl  an  geistl.  Gesängen,  In- 
strumentalwerken, als  auch  mit  34  welt- 
lichen Liedern  (s.  Kat.). 

Morgenstern,  Johann  Grottlieb, 

um  1733  Bratscbist  a/d.  Hofkapelle 
in  Dresden  mit  250  Tblr.  Gebalt 
(Fürstenau  1,  134). 

Morguet,  Engrand,  aus  Arras, 
Kapellan  und  Sänger,  wird  1569 
a/d.  Hofkapelle  in  Madrid  ange- 
stellt und  lässt  sieb  bis  1598  ver- 
folgen (Sti-aeten  8,  84.  111.  160. 
168.  399). 

3Iorhar(lt,  Christoph,  Nach- 
folger seines  Vaters  Peter  als  Or- 
ganist an  St.  Michaelis  zu  Lüne- 
burg von  1696—1707,  in  welchem 
Jahre  er  pensioniert  wurde  (Jung- 
bans 39). 

Morhardt,  Peter,  Organist  an 
St.  Michaelis  zu  Lüneburg  von 
1664  bis  1694  (?),  Jungbans  33 
und  S.  38  giebt  ein  Verz.  von 
Kompositionen,  von  denen 


die  Orgelpiecen  sich  auf  der  Stadtb. 
zu  Lüneburg  in  der  Hds.  19,  ein  Orgel- 
tabulaturbuch,  befinden.  Es  sind  Nr.  60, 
Aus  tiefer  Noht  schrey  ich  zu  dir,  nm- 
mit  P.  M.  gez.  Nr.  67,  Was  fürchstu 
feind  Herodes  sehr,  auf  2  Clav.  u.  Ped. 
gez.  P.  M.  Die  auf  S.  38  verz.  sind  ver- 
loren gegangen.  Junghans  rechnet  aber 
die  mit  P.  M.  IL  gez.  auch  Morhardt  zu 
und  das  halte  ich  für  falsch,  da  man  in 
der  "Weise  den  Namen  nie  als  Monogramm 
darstellte.     Siehe  die  Nrn.  29.  50.  66. 

Morheim,   Christian  Samuel, 

geb.  1718  zu  Neumark  (Thüringen), 
wo  sein  Vater  Kantor  und  Schul- 
kollege war,  um  1758  Vicekapell- 
meister  in  Danzig  und  der  Eidam 
Ereislicb's  (Adlung  711.  Gerber 
1.  2  und  das  Magazin  nennen  ihn 
Friedrich  Christian,  siehe  diesen). 
Spitta  nennt  ibu  F.  Christian  Samuel 
und  besafs  das  Choralvorsp :  Vom  Himmel 
hoch  da  komm  ich  her.  Ms.  [Berlin 
Hochsch. 

Morheim,  Friedrich  Christian ; 

meiner  Meinung  nach  ist  er  der- 
selbe wie  Christian  Samuel  M., 
wie  ihn  Adlung  nennt.  Er  war 
1718  zu  Neumark  in  Thüringen 
geb.,  wo  sein  Vater  Kantor  und 
Scbullehrer  war  und  starb  1780. 
Um  1742  wurde  er  zu  Danzig  als 
Kapellmeister  angestellt.  Da  sein 
Nachfolger  Löblein  war,  der  1779 
den  Dienst  erhielt,  so  muss  er  in 
dem  Jahre  pensioniert  worden 
sein.  Obige  Jabreszabl  1742  rührt 
aus  einem  Autogr.  der  KgJ.  Bibl. 
Berlin's  her  (Gerber  1.  2.  Maga- 
zin). Vorbanden  sind  von  seinen 
Kompositionen: 

Ms.  190  Autogr.  7  Praeludien  über 
geistliche  Lieder  für  Orgel.  —  Ms.  18040, 
6  Vorspiele  zu  Chorälen.     [B.  B. 

Vergleiche  den  vorhergehenden  Artikel. 

Mori,  Alessandro,  wird  1723 
als  Sopranist  am  Pfälzer  Hofe  ge- 
nannt (Walter  69). 

Mori,   Griacomo,   geb.  zu  Via- 

daua  (Lombardei)   im  16.  Jh.     Er 

gab  heraus: 

Concerti   ecclesiastici    1,   2,    3    et   4 


Mori,  Pietro. 


64 


Morigi,  Pancrazio. 


vocum.  Cum  B.  cont.  ad  Organum.  Editio 
altera.  Antuerpiae  1(321  ap.  P.  Phalesium. 
Stb.  ia  40.     [br.  Mus:  C2.  B.  Bc. 

Mori,  Pietro,  ein  Komponist 
des  17.  Jlis.;  um  1640  Organist 
zu  Volterra  und  um  1647  Kapell- 
meister u.  Organist  am  Kollegium 
zu  San  Gemignano  heute  Gimignano 
genannt,  im  Toscaniscben  bei  Siena. 
Von  seinen  Kompositionen  sind 
vorhanden: 

Salnii  a  5  voci  in  concerto  di  .  . .  Or- 
ganista  della  Cathedrale  di  Volterra  .  .  . 
Ven.  1640  AI.  Viucenti.  6  Stb.  mit  Bc. 
4".     [Bologna. 

Compieta  e  Litanie  della  B.  V.  a  4  in 
concerto  di  .  • .  Op.  2.  Ven.  1641  AI. 
Vincenti.     .5  Stb.  mit  Bc.    4<'.     [Bologna. 

Vespertinae  Psalmodiae  concentuum  4 
vocibus  a  ...  in  San  Geminianensi  .  .  . 
Musicae  Magistro  atque  Organi  Moderatore 
...  op.  3...  Ven.  1647  Alex.  Vincentius. 

5  Stb.     40.     [Bologna. 

Messe  a  4  e  5  voci;  in  Concerto  di 
Pietro  Mori  maestro  di  cappella  nell'in- 
signe  collegiata  propositura  di  San  Gemig- 
nano,   op.  4...    Ven.    1651   AI    Vincenti. 

6  Stb.     40.     [Bologna. 

Moria,  ...  ein  Violoncellist,  der 
sich  1755  zu  Paris  im  Concert 
spirituel  mit  eigenen  Kompositionen 
hören  liefs  (Gerber  1).  Brenet  in 
Les  Concerts  en  France  1900,  269 
verz.  ihn  1755  als  Violinvirtuosen. 

Moriaiii,  Giuseppe,  geb.  16.  Aug. 
1752  zu  Livorno ,  Schüler  von 
Cambini  und  Xardini  im  Violin- 
spiel und  im  Kontrapunkt  von 
Carole  Boccherini.  Besonders  als 
Quartettspieler  soll  er  sich  ausge- 
zeichnet haben.  Um  1812  war  er 
Orchesterdirigent  am  Theater  zu 
Livorno.  Er  soll  auch  Konzerte 
und  Sonaten  geschrieben  haben 
(Felis).  Ein  Brief  im  Autogr.  in 
der  Samlg.  Masseangeli's  vom  8. 
Sept.  1814  aus  Livorno. 

Moriari  (viell.  Morari,  Antonio), 

ist  im  Samlwk.  Latrobe's,  London 
1806— 2.Ö  in  6  Bd.  mit  einem  Cum  sancto 
4  voc.  verti'eten. 

Morias,  Kaspar,  bekannt  durch: 


Psalmodia  sacra.  Eostoch.  1636.  [B. 
Lpz.  I.  n.  vox. 

Hvmnodia  sacra,  geistl.  Concerte  mit 
2  Stfm.  u.  Bc.  Eostoch.  1639.  [B.  Lpz. 
Cl.  2. 

Morigi,  Angelo  (Angiolo),  geb. 
um  1752  zu  Rimini,  gest.  um  1788 
zu  Parma.  Violinschüler  von  Tar- 
tini,  wie  er  auf  op.  2  selbst  an- 
zeigt und  im  Kontrapunkt  von 
Vallotti  zu  Padua.  Er  wurde  als 
Violinist  am  Hofe  zu  Parma  an- 
gestellt und  crliielt  später  den  Titel 
eines  Musikdirektors.  Fetis  begeht 
den  Irrtum  seine  Anstellung  mit 
dem  Jahre  1758  zu  bezeichnen, 
also  im  Alter  von  6  Jahren.  Im 
Kat.  Masseangeli's  ist  kein  Datum 
verz.  Daselbst  ein  Brief  von  1772, 
ein  anderer  im  Liceo  Bologna, 
unter  Martini's  Samlg.  Bd.  5.  Er 
hinterliefs  eine  theoretische  Ab- 
handlung, die  sein  Schüler  B. 
Asioli  nach  seinem  Tode  heraus- 
gab, betitelt: 

Trattato  di  contrappunto  fugato  di  A. 
M.  giii  direttore  dell'orchestra  della  real 
Corte  di  Parma,  pubbl.  da  ß.  A. . .  Mi- 
lane, G.  Eicordi.  8".  3.5  Seit.  16  Taf. 
[B.  B.  Bologna.  Brüssel.  br.  Mus. 
Mailand  Cons.    Musikfr.  Wien. 

—  deutsch  von  Michaelis:  Abhandig. 
über  den  fugirten  Contrapunct.  Lpz. 
(1815)  Br.  k  Ilaertel.  kl.  8».  45  S.  u. 
16  Taf.  [B.  B.  Dresd.  Freising.  Mu- 
sikfr. AVien.     Brüssel,     br.  Mus. 

An  Kompositionen: 

Six  Sonatas  for  2  Violins  with  a  Thor. 
B.  Lond.,  Walsh.  3  Stb.  [br.  Mus.  B. 
Wagener. 

Sonate  (6)  a  Violine  e  B.  op.  2. 
London,  J.  Johnson.  P.  24  S.  [br.  Mus. 
B.  Wagener. 

2  Sonate  a  V.  c.  Bc.  P.  [Musikfr. 
Wien.     Brüssel  Cons.  Ms.  in  Stb. 

NB.  In  Petersburg  war  1734  ein 
Sänger  Morigi  aus  Bologna  angestellt 
(Eicordi's  Gazz.  mus.  1853,  85). 

Morigi,  Canonico  Pancrazio, 
ein  Komponist  der  2ten  Hälfte  des 
18.  Jhs.,  der  noch  1806  lebte.  Das 
Liceo  in  Bologna  besitzt  von  ihm 
im  Ms. 


Morimens. 


65 


Moris,  . . . 


2  Credo,  5  Gloria,  1  Kyrie,  1  Qui  tollis 
suscipe  im  Autograph  zu  4  Stirn,  mit  lu- 
strura.  An  Jahreszahlen  kommen  1766 
und  1806  vor.  Ferner  1  Miserere  1765 
komp.  a  4  voc.  col'org.  1  Stabat  mater  a 
•2  voci  (Ten.  e  B.)  con  l'org.  Autogr.  u. 
1  Litania  della  B.  V.  4  voci  c.  stiaim. 
P.  im  Autogr. 

Morimens,  Henri. 

In  der  Hds.  des  Cod.  der  Bibl.  Basevi, 
Istituto  music.  zu  Bologna,  die  Gesänge: 
Qui  veut  jouer  und  Je  nie  fie  en  tout, 
in  Sth. 

Morin,  Jean-Baptiste,  geb.  um 
1677  zu  Orleans,  gest.  zu  Paris 
um  1745.  Er  trat  in  den  Orden 
der  St.-Lazare  ein,  später  enga- 
gierte iim  die  3.  Tochter  Pliilipp's 
von  Orleans,  die  Aebtissin  von 
Chelles,  als  Kapellmeister  mit  einer 
Pension  von  500  livres,  die  später 
in  eine  Pension  von  1500  livres 
auf  das  Erzbistum  Rouen  umge- 
wandelt wurde,  aufserdem  gewährte 
sie  ihm  ihr  Bildnis  u.  verschiedene 
Wohlthateu  (Fetis  nach  Les  hom- 
mes  illustres  de  l'Orleanais,  Bd.  1, 
74  und  einem  Ms.  von  Boisgelon). 
Nach  den  Titeln  seiner  Werke 
muss  er  auch  als  Eammermusikus: 
„ordinaire  de  la  musique  de  S.  A. 
R.  Mouseigneur  le  Duc  d 'Orleans" 
gedient  haben  und  zwar  in  den 
Jahren  1706,  1708,  1709  u.  1734, 
soweit  ich  die  Titel  genau  kenne. 
Von  seineu  Kompositionen  sind 
nachweisbar : 

Motets  (10)  ä  1  et  2  voix,  melez  de 
Svmphonies.  Liv.  1.  Paris  1704  Bailard. 
fol.     [üpsala.     C.  P.     br.  Mus.     Bologna. 

—  Liv.  2.  ib.  1709.  [Paris  Nat.  Paris 
Arsenal.     C.  P.     br.  Mus.      Bologna. 

Cantates  f ranr-oises ,  ti  uue  et  deux 
Toix,  melees  de  Svmphonies,  par  .  .  . 
Liv.  1.  Paris  1706  Ballaid.  1  vol.  qu40. 
142  S.  in  Typendr.  [Paris  Nat.  Paris 
Arsenal.     C.  P.     Glasgow. 

—  Nouvelle  ed.  1709  ib.  [B.  Joach. 
br.  Mus. 

—  Liv.  2.  ib.  1707.  1  vol.  qu40. 
121  S.,  6  Cant.  u.  12  Airs.  [B.  Joach. 
ParLs  Nat.  Paris  Arsenal.  C.  P.  br. 
Mus.     Glasgow.     Moden  a. 

Rob.  Eitner's  Qnellen-LexLkon.    Bd.  7. 


—  Liv.  3.  ib.  1712.  1  vol.  qu40. 
[Paris  Nat.     Paris  Arsenal.     C.  P. 

La  chasse  du  cerf,  Divertissement 
chante  devaut  Sa  Majeste,  a  Fontaine- 
bleau  le  25.  jour  d'Aoiist  1708.  Mis  en 
musique  par  ...  Ce  divertiss.  est  mele 
de  plusieurs  Airs  ä  boire.  Paris  1709 
Christophe  Ballard.  1  vol.  7  BU.  160 
Seit.  Pai-t.  [Hofb.  AVien.  Paris  Nat. 
Paris  Arsenal.     C.  P.     br.  Mus. 

—  Nouvelle  ed.  Pbris  1734  J.  B. 
Chrstphe.  Ballard.  7  Bll.  152  S.  Part. 
[B. Joach. 

Kecueil  d'airs  k  boire  ä  2  voix,  oeuv. 
7.  Paris  1714.     [Paris  Nat. 

L"  hymen  et  l'amour ,  epithalame. 
[Paris  Nat. 

Le  triomphe  de  l'amour  et  de  Thymen. 
Ms.     [Paris  Nat. 

2  Kantaten:  La  Rose  und  Euone  mit 
Symphonie  in  B.  Rostock.  Ebendort  au 
Monsiguy  gebunden  4.  Le  naufrage  d' 
Ulisse,  Cantate  ä  voix  seul  av.  Sympho- 
nie. 5.  Dom  Quichotte,  ebenso.  6.  L' 
amaut  mal-mene.  7.  La  Muzette.  8. 
Pirame  et  Tisbe,  ebenso. 

Morini,  Antonio. 

Im  Liceo  zu  Bologna:  Signori  deH'or- 
chestra  riveriti,  Aria  per  B.  con  orch, 
P.  Ms.  27  Bll.  Lebenszeit  mir  un- 
bekannt. 

Morino,  . . .  der  Kat.  der  Bibl. 

Estense  zu  Modena  sagt,  wahr- 
scheinlich ist  Carlo  Antonio  und 
nicht  Biagio  gemeint.  lieber  keinen 
derselben  konnte  ich  Nachrichten 
auffinden. 

In  Modena  im  Ms:  Sonate  (20)  da  ca- 
mera  a  3  ström:  2  V.  Violone  e  Spinetta 
(ad  lib.)  op.  1.  3  Stb.  Unter  Violone 
wird  die  Gambe  verstanden,  die  später 
das  Yioloucell  ersetzte.  In  englischen 
Nachdrucken  italienischer  Kompositionen 
fand  ich  mehrfach  statt  des  italienischen 
Violone  das  Violoncell  dafür  genannt. 

Moris,  . . .  1749  Musikus  an  der 
Hofkapelle  in  Brüssel,  um  1791 
gestorben  (Straeten  4,  320.   5,  4). 

—  Ein  A.  Moris  war  ebd.  um  1763 
Tenorist  (Straeten  5,  183). 

—  Oilks  M.,  ein  Altist  um  1729  ebd. 
(ib.  5,  153). 

—  Henri  Moris  (Mauiice),  Bassist  von 
1745  bis  etwa  1774  ebd.  mit  450  Gld. 
Gehalt,  wird  in  späterer  Zeit  mit  l'aine 
bez.  (ib.  5,  181  ff.). 

—  Jan  Carolus  if.,  starb  den  24.  Dez. 

5 


Moiitz  der  Gelehrte. 


66 


Moritz,  C 


T.., 


1755  zu  Lierre,  69  Jahr  alt,  war  GO  Jahre 
lang  Musiker  im  Dienste  der  Kirche  Gom- 
maire  zu  Lierre  (Gregoir,  Galerie,  nach 
seinem  Grabsteine  in  der  dortigen  Kirche). 
—  N.  Moris  war  1780  an  der  Hof- 
kapelle in  Brüssel  Tenorist  und  wird  als 
sehr  guter  Musiker  bez.,  der  zu  Gunsten 
des  van  Helmont  zuiiicktrat  (Straeten  5, 
170.  171). 

Moritz  der  Gelehrte,  Landgraf 
von  Hessen -Kassel,  geb.  25.  Mai 
1572,  gest.  14.  März  1G32  in  Esch- 
wege, nachdem  er  1()27  die  Re- 
gierung niedergelegt  hatte.  Trat 
1()05  zur  reformierten  Confcssion 
und  führte  sie  in  seinem  Lande 
ein,  dadurcii  geriet  er  in  vStreit 
mit  der  Geistlichkeit  und  Ritter- 
schaft, die  ihn  im  dreifsigj ährigen 
Kriege  im  Stiche  iiei's.  Er  war  in 
der  musikalischen  Setzkunst  wohl 
bewandert  und  als  Schüler  des 
Kapellmeisters  Georg  Otto  hat  er 
sich  vielfach  mit  Komponieren  be- 
schäftigt, die  einen  begabten  und 
unterrichteten  Verfasser  bekunden. 
Nachweisbar  sind  folgende  Werke: 

Christlich  Gesangbuch  von  allorhandt 
geistl.  Psalmen  und  Liedern,  so  von  D. 
Mart.  Luth.  seligen,  und  andern  gottseligen 
Mämiern  .  .  .  jetzo  von  dem  . .  .  Herrn 
Moritzen,  Landgraven  .  . .  mit  etzlichen 
lieblichen  Melodiis  vermehret  . . .  Geifs- 
mar  IGOl  S.  Schadewitz,  verlegt  von  "W. 
Mencken  in  Cassel.  8".  3  Teüe  mit  49, 
51  und  70  (?)  Liedern,  letzter  T.  defekt. 
24  Melodien  von  Moritz  selbst  erfunden, 
siehe  Zahn  G,  99.  [Im  Besitze  Dr.  Volck- 
mar's  in  Homberg. 

— ■  Eine  andere  Ausg.  mit  gleichem 
Titel  hat  4stim.  Satz  und  zei-fällt  auch 
in  3  Teile:  Ca.ssel  1G12  Wilh.  Wessel. 
fol.  202  Bll.  mit  einem  Verz.  der  Dichter. 
[B.  Br.     B.B.    B.  Lpz.     B.  Liegnitz. 

—  die  vierst.  Ausg.  von  1612  in  neuer 
Aufl:  Cas.sel  1649  Wessel.  foL  [B.  M. 
im  Ms.  P.  Staatsarchiv  in  Marburg:  Hoff, 
Geissmar,  Sal.  Schadewitz. 

Psalmeu  Davids,  nach  fnintzösischer 
Melodey  vnd  Reymen  art  in  teutsche 
Keymen  artig  gebracht,  durch  Ambrosium 
Lobwasser  . . .  Auf  belehl  des  . . .  Herrn 
Moritzen,  Landgrafen  . . .  Vnd  haben  ihre 
F.  Gn.  die  übrige  Psalmen  so  nicht  eigene 
Melodias   gehabt,    mit   andern   Heblichen 


Melodiis  per  otiuni  gezieret,  vnd  mit  4 
Stim.  componiret  . . .  Cassel  1()12  W. 
Wessel.    fol.    ]92  Bll.     [B.  Br.     br.  Mus. 

—  Ausg.  von  1G49  Cassel  bei  Wessel. 
fol.     [B.  B. 

—  46  vierstimmige  Gesänge  aus  beiden 
AVerken  sind  in  neuer  Ausg.  erschienen 
(Eitner  2). 

„Zwei  Gesänge  (Madrigale)  für  Discantis, 
Sexta  vox,  Altis,  Tenor,  Quinta  vox  und 
Basis.  Nach  den  auf  der  Löwenburg  bei 
Kassel  befindlichen,  in  einen  Tisch  ein- 
gedruckten Notenzeichen,  angeblich  com- 
ponirt  von  Landgraf  Moritz  von  Hessen, 
zusammengestellt  und  für  die  Pauitur 
eingerichtet  von  L.  Spengler.  Eigenthum 
und  Selbstverlag  von  L.  Spengler."  Neu- 
ausgabe: 1.  Musica  cum  Musis.  2.  Die 
Music  gönnt  uns  Gott  zur  Freud.  [Bibl. 
Kassel  fol. 82.    Schwerin  F.  unter  Spengler. 

In  der  Laudesbibl.  zu  Kassel  befinden 
sich  im  Ms: 

Fugae  ä  4  voc.  13  Nrn.  4  Stb.  sign. 
4.  23. 

2  Magnificat  4  voc.  6  Stb.  1600. 
4.  97. 

Cantiones  ;\  6,  7,  8  voc.    9  Stb.   4,  98  a. 

Psalmus  CXX  ä  12  voc.     4,  98  b. 

Magnificat  4  voc.     4,  98c. 

Maguificat  per  XII  modos.  1600.  1  vul. 
gr.  fol.     fol.  2. 

Motetten  zu  Geuckius  unvollendetem 
Werke,     fol.  6. 

Villanelle  24  con  parole  del  (unleser- 
lich) comijoste  a  cantare  e  suonare  dal 
Illustr.  Principe  M.  H.  L.  ä  4  voci.  4  Stb. 
fol.  45. 

Madrigal i  4  voc.     4  Stb.     fol.  46. 

Psalmus  CL.  12  voc.     fol.  53  i. 

Ganzen.  5.  toni  ä  8  voc.     fol.  59s. 

Et  exultabit  Spiritus  mens  3  v.  nur  B. 
vorh.     8.  5. 

Paduanen,  Galliarden  4.  72.  anonym, 
sind  zum  Teil,  wenn  nicht  ganz  von  ihm. 

Dens  in  nomine  tuo  12  voc.  fol.  47, 
fraglich. 

Ms.  T  33  in  B.  B.  Choralgesänge  in  P. 

Mss.  B.  Liegn.   8  vierst.  geistl.  Lieder. 

Im  Bodenschatz  1618  ein  8stim.  Ho- 
sianna (Eitner  1).    Auch  im  Ms.  in  B.  Br. 

In  Dr.  Hugo  Eiemann's  Oid  Chamber 
Music,  London,  Augener  1  Fuga  4  voc.  — 
In  Zelle's  Ein  fe.ste  bürg  Programm  U, 
1  Tonsatz. 

Moritz,  (' . . .  T  . . .,  ein  Kom- 
ponist am  Ende  des  18.  und  An- 
fange des  19.  Jhs.,  bekannt  durch: 

Grande  Sonate  conceriante  p.  le  Pfte. 
et  la  Flute,    oe.  8.   Lips.,  Peters.    [Lübeck. 


Morland. 


67 


Morley,  Thomas, 


Morlaiul,  Samuele.  Ein  Mu- 
siker des  17.  Jlis.,   bekannt  durch 

Inuentioue  d'uiia  tromba  per  parlar 
lontano.  Roma  1672  N.  A.  Tinassi.  In 
Kopie  8».     12  Bll.  m  B.  Bologna. 

Morlaye,  Griiillaume,  ein  fiau- 
zösisclier  Lautenist,  der  in  der 
IVIitte  des  16.  Jhs.  zu  Paris  gelebt 
liat,  gab  heraus: 

Premier  livre  de  tabulahire  de  leut, 
coütenant  plusieurs  chansons,  fantasies, 
motetz,  pavanes  et  gaillardes.  Composees 
par  Maistre  . . .,  et  autres  bons  autlieurs. 
Paris  1552  imprim.  de  Michel  Fezandat. 
qu4".     [B.  M.     Brüssel. 

—  2.  et  3.  liv.  gleiche  Titel  und  Firma. 
1558.  1558.     [ib. 

Premier  livre  de  psalmes  mis  en  mus. 
par  Maistie  Pierre  Ccrtoti.  Keduitz  en 
tabulature  de  leut  par  .  .  .  reserve  la 
paiiie  du  dessus  qui  est  note  pour  chauter 
en  jouaut.  Paris  1554  ib.  qu4".  [B.  M. 
Brüssel. 

Fetis  verz.  noch :  Tabulature  de  guiterne 
üü  sont  chansons,  gaillardes,  pavanes, 
bransles,  allemandes,  fantaisies  . . .  Paris 
1550  ib. 

Morley,  Thomas,  geb.  nach 
Sadler's  Ms.  1557,  lebte  noch 
1602,  denn  seine  Stelle  in  Wind- 
sor  wird  erst  am  7/10  1602  durch 
G.  Woodson  besetzt.  Schüler  von 
Byrd,  wird  am  8/7  1588  Bacca- 
laureus  in  Oxford,  etwas  vor  1591 
Organist  an  St.  Paul  in  London, 
gab  das  Amt  auf,  als  er  am  24/7 
1592  zum  Gentleman  (Sänger)  an 
der  Kgl.  Kapelle  ernannt  wurde. 
Er  bekleidete  auch  die  Aerater 
eines  Epistlers  und  Gospellers, 
beides  geistliche  niedere  Aemter. 
Am  11.  Sept.  1598  erhält  er  ein 
Patent  zum  Musikdrucken.  Sein 
Stil  streift  schon  an  die  BeAveg- 
lichkeit  des  17.  Jhs.,  ist  aber  me- 
lodisch kontrapunktisch  (Rimbault. 
Nagel  1.  2.  Grove.  Davey.  Bur- 
ney  6,  99  ff.  Hawkins  3,  334  mit 
1  Tonsatze  und  Auszügen  seines 
theoretischen  Werkes).  Von  seinen 
"Werken  sind  nachweisbar: 

A   plaine    and    easie    Introduction    to 


practicall  Musicke,  set  downe  in  forme  of 
a  dialogue:  Dividcd  into  3  partes.  The 
1.  teacheth  to  sing  "with  all  things  neces- 
sary  for  the  knowledge  of  prickt  song. 
The  2.  treateth  uf  descante  and  to  sing 

2  parts  in  oue  upou  a  piain  song  or 
ground,  with  other  things  necessaiy  for 
a  descanter.  The  3.  and  last  part  entrea- 
teth  of  compositiou  of  3,  4,  5  or  more 
parts,  with  mauy  profitable  rules  to  that 
effect.  With  new  songs  of  2,  3,  4  and 
5  parts.    London  1597  Peter  Short,    kl.  fol. 

3  Bll.  183  S.  5  Bll.  Musik,  12  Bll.  An- 
merkg.  [B.  Wagener.  Brüssel  5334.  br. 
Mus.  Glasgow.  R.  C.  of  Mus.  Paris  Nat. 
Bologna. 

—  Ausg.  Lond.  1CÜ8  Humfrey  Lownes. 
kl.  fol.  [br.  Mus.  K.  C.  of  Mus.  C.  P. 
Paris  Mazarin.  Wolfenb.  Cambridge  FW. 
ohne  Titel,  Ausg.  fraglich.  Oxford  Bodl. 
Dublin  Univers.  Royal  Academy  of  Mus. 
Lambeth. 

—  Now  reprinted  for  Will.  Randall. 
Lond.  1771  Randall  -  Walsh.  4».  5  B'l. 
257  S.  29  S.  Mus.  in  Part.  [B,  B.  B. 
Wagen  er.  Brüssel.  R.  C.  of  Mus.  Glas- 
gow, br.  Mus.  Dublin  Univers.  Brighton. 
Dr.  Cummiugs  besitzt  alle  Ausgaben. 

Man  schreibt  Joh.  Kasp.  Trost  eine 
deutsche  Uebersetzung  zu,  doch  lässt  sie 
sich  bis  jetzt  nicht  nachweisen. 

Madiigalls  to  4  voyces  newly  publ. 
by  ...  The  1.  booke.'  Lond.  1594  Th. 
Este-W.  Byrd.     4  Stb.    4».     [br.  Mus. 

—  with  some  songs  added  by  the 
author.  Lond.  IGOÜ  ib.  [br.Mus:T.  B. 
R.  C.  of  Mus.     B.  Hbg.     Dublin  Uuiversit. 

Canzonets  or  httle  short  songs  to  3  voyc: 
newly  published  by  Th.  M.  Bachiler  of 
Musicke,  and  one  of  the  Gent,  of  bis 
Majesties  royall  chappel.  London  1593 
Th.  Este,  the  assigne  of  Will.  Byrd.  3  Stb. 
4".  20  Nrn.  [br.  Mus.  Kassel,  Kat.  der 
Index.     R.  C.  oEMus:  B.  und  im  Ms. 

—  London  1606  Th.  Este.  [br.  Mus. 
R.  C.  ofMus:  Altus. 

—  London  1631  by  Will.  Stansby, 
Richard  Hawkings,  G.  Latham.  4".  [br. 
Mus. 

Daniel  Fridcrici  gab  sie  unter  dem 
Titel  heraus:  Th.  Morley's  lustige  vnd 
artige  dreystimmige  weltliche  Liedlein: 
Wie  sie  durch  Joh.  von  Steinbach  mit 
teudtschen  Texten  vuterleget.  Itzo  wieder- 
umb  auffs  newe  vbersehen  . . .  Rostock 
1624  Hallervords.  3  Stb.  40.  Nr.  1—20 
von  M.  Nr.  21—24  walirsch.  von  Fride- 
rici.     [Hannover:  C.     B.  Lpz.  A.B. 

Of  Th.  M.  the  first  booke  of  Canzonets 
to    two    voyces.     Lond.    1595    Th.  Este. 


Morley,  Thomas. 


68 


Morley,  Thomas. 


2  Stb.    40.    [br.  Mus.     R.  C.  of  Mus.,  auch 
im  Ms.     B.  Hbg. 

—  Lood.  1619  lirinted  by  Th.  Suodham, 
for  Matthew  Lownes  &  J.  Browne.  2  Stb. 
4».     [br.Mus:  C 

—  In  Kopie  in  2  voll,  von  Alcock 
1746.     [R.  C.  of  Mus. 

—  6  Canzonets  in  2  parts.  Lond., 
Welcker,  im  Neudruck.  [Cambridge  FW., 
32  F  25. 

Canzonets  or  litle  shoii  Aers  to  5  and 
0  voices.  By  .  .  .  Lond.  1597  printed  by 
P.  Short.  5  Stb.  (die  6  a  im  Tenor).  4". 
21  Nrn.  Der  Cantus  hat  für  die  ersten 
16  Canz.  eine  Lautentabulatur.    (br.Mus. 

The  Canzonets  (20)  und  Madrigals  (20) 
for  3  &  4  voices  accomj).  in  the  regulär 
Order  of  score  and  collated  with  peculiar 
. . .  a  Ms.  in  tl)o  Bodleian  IJibl.  by  W.  W. 
Holland  &  W.  Cooke  ( )xün.  Lond.  (17  .  .) 
by  Clementi.  <ju4'^.  164  S.  [B.  Wagener. 
Brüssel  2343.     Glasgow.     Einsiedeln. 

Of  Th.  M.  the  fiist  booke  of  Balletts 
to  5  voyces.  Lond.  1595  Th.  Este.  5  Stb. 
4".  [br.  Mus.  R.  C.  of  Mus.,  auch  im 
Ms.  1095. 

—  Di  T.  M.  il  1.  libio  delle  Ballette 
a  5  voci.  Th.  Este,  London,  1595.  5  Stb. 
40.     [br.Mus:  A. 

—  Titel  englisch  wie  oben.  Lond.  1600 
ib.     [br.Mus:  C.  B.     B.  Hl)g. 

—  Liebliche  froliche  Ballette  mit  5. 
Stim.,  welche  zuvor  von  Th.  M.  vnter 
italianische  texte  gesetzt,  jetzo  aber  .  .  . 
mit  vnterleguug  teutscher  texte  auffs 
Neue  inn  truck  gegeben  durch  Valent. 
Haitfimrnin  Geibipol.  Nürnbg.  1609  P. 
Kauffmann.  5  Stb.  4».  22  Nru.  [B.  Br. 
Chemnitz,  Jacobi-Kirche. 

—  english,  scored  from  the  original 
paii  books  . .  .  and  edited  by  E.  F.  Rim- 
bault.  Lond.  1842  Mus.  Antiquar.  Society, 
fol.  Part.  [B.  Kgsbg.  br.  Mus.  Brüssel 
2353.     R.  C.  of  Mus.     Hofb.  Wien.     B.  B. 

The  first  booke  of  Aires,  or  little  short 
songs  to  sing  and  i)lay  to  the  Lute  with 
the  Base- Viel.  Newly  published  by  Th.  M. 
London  1600.  [Im  Besitze  der  Coi'po- 
ration  zu  Birmingham  (ob  bei  dem  Brande 
der  Shakespeare -Bibliothek  1879  auch 
obiger  Druck  verbrannte,  bedarf  der 
Untersuchung).  Die  Hallwell  -  Philhpp's 
Sammlung  besitzt  den  Druck  auch  (Davey). 

The  first  booke  of  Consort  Lessons, 
made  by  divers  exquisite  authors  for  sixe 
iustrum.  to  play  together,  viz:  the  Treble 
Lute,  the  Pandora,  the  Citterne,  the  Base 
Yioll,  the  Lute,  and  the  Treble  Violl. 
CoUected  by  . .  .  London  1611  Th.Snodhara 
for  J.  Browne  .  .  the  assigne  of  WiU.  Bar- 


ley.  Die  1.  Ausg.  erschien  1599  und  be- 
sitzt Oxford  Bodl.  nur  die  Citternestimme. 
Obige  von  1611  bestand  aus  6  Stb.  4". 
[R.  C.  of  Mus:  Treble  Violl.  br.  Mus: 
Flute. 

Canzonets  or  little  short  songs  to  4  voyc. 
collected  out  of  the  best  and  approued 
Italian  Authors.  By  Th.  M.  Gent. . .  Im- 
printed  at  Lond.  1597  by  Peter  Short. 
4  Stb.  40.  Ein  Samlwk.  enthaltend  Fei. 
Anerio  6,  G.  Bassano  3,  G.  Croce  5,  T. 
Morley  2,  L.  Viadana,  H.  Vecchi  3.  [br. 
Mus.  Oxford  Ch.  Ch.  R.  C.  of  Mus.  im 
Druck  und  im  Ms.  Part. 

Madrigals  to  five  voyces,  collected  out 
of  the  best  approued  italian  authors,  by 
Th.  M.  Lond.  1598  Th.  Este.  5  Stb.  4". 
24  Nrn.  von  G.  Belli,  Alfonso  Ferabosco 
5,  G.  Ferretti  3,  Rüg.  Giovauelli  4,  G.  de 
Macque,  L.  Mareuzio,  B.  Mosto,  Ales. 
Orologio,  P.  Pliilipps  2,  llip.  Sabino,  0. 
Vecchi  2 ,  St.  Veuturi ,  1  Incertus.  Mit 
englischen  Texten,     [lir.  Mus. 

Madrigales:  The  Triumphs  of  Oriana, 
to  5  &  6  voyces:  composed  by  divers 
several  authors.  Newly  publislied  by  Th.  M. 
Lond.  1601  Th.  Este.  6  Stb.  40.  25  Nrn. 
Entiiält  J.  Bennet,  R.  Carlton,  M.  Caven- 
dish,  W.  Cobbold,  M.  Este,  J.  Farmer, 
E.  Gibbons,  J.  ililton,  .1.  Holmes,  Th.  Hunt, 
Edw.  Johnson,  R.  .Jones,  G.  Kirbye,  J. 
Lisley,  G.  Marson,  J.  Milton,  Th.  Morley, 
J.  Mundy,  R.  Nicolsou,  Dan.  Norcome, 
Th.  Toinkins,  Th.  Weelkes  u.  .1.  Wilbye. 
[R.  C.  of  Mus.     br.  Mus. 

—  Im  Neudruck  von  W.  Hawes.  Lon- 
don 1814.  Part.  [B.  B.  br.Mus.  Brüs- 
sel.    R.  C.  of  Mus.     Einsiedeln. 

—  Edited  by  Will.  Shore  in  5  Stb. 
London  18..     8».     [R.  C.  of  Mus. 

Neuausg:  The  Canzonets  and  Madrigals 
for  3  and  4  voices,  arranged  ...  by  W. 
W.  Holland  &  W.  Cooke.  Lond.  c.  1808. 
qufol.     [br.  Mus. 

Mss.  in  B.  Wagener:  12  Duets,  20 
Canzon.    Part.    qu4''.    Kopie. 

Mss.  in  Cambridge  FW.  23  F  14  Madrig. 
von  1600  in  P.  -  23  F  15.  16.  17.  Can- 
zonets in  P.  Ballets  in  P.  —  23  F 16 
Canz.,  2  and  3  v.  in  P.  —  23  F  17  Madr. 
u.  Canz.  in  P.  —  23  F 18  Triumph  of 
Oriana  1601  in  P.  —  30  G5:  12  Canz. 
von  1595  in  P.  —  30  G  6  zwei  Gesge. 
2  F  22  fünf  Madr.  —  Das  Reg.  zum  gedr. 
Kat.  giebt  die  Textanfge.  über  103  Gesge., 
oft  in  verscluedeneu  Mss.  12  Nrn.  Kla- 
vierpiec.    1  Service. 

Ms.  3095  Brüssel  einige  geistl.  Gesge. 
und  Madrigale. 

Ms.  Buckiugham  Palast,  2  Klavierp.  in 


Morley,  Thoraas. 


69 


Moruington. 


Will.  Forster's  Virgiual  book  von  1624. 
Ms.  iu  &>.    238  BU. 

Ms.  Musikfr.  Wien  2  Madr.  5  voc.  aus 
159.5  in  P. 

Ms.  br.  Mus.  624,  4  Stb.  fehlen  4  Stb. 
enth.  Messen.  Mot.  u.  Madr.  von  3  bis 
8  Stirn,  von  Verschiedeneu.  —  Ebd.  403 
eine  Mot.  zu  5  Stim.  —  Ms.  599  ein 
Autliem.  —  Ms.  98  Bd.  1  drei  Anthems, 
1  Evening  Service.  Ms.  174,  Part.  S.  289 
ein  Funeral  Service.  Ms.  238,  Part.  8  Ge- 
.sänge.     Näheres  im  gedruckt.  Kat. 

Im  Virginal  book  im  FW.  Museum  zu 
Cambridge  12  Nrn.  (^ird  neu  herausgeg. 
von  Squire  u.  Maitlaud  in  London  1894  ff.). 

In  Mss.  des  R.  C  of  Mus.  1881  drei 
Madr. 

In  J.  Barnard's  Samhvk.  Anthems  and 
Services  im  Druck  und  vermehrt  im  Ms. 
im  R,  C.  ofMus.  Ms.  1642  vier  Gesge.  — 
Im  R.  C.  of  Mus.  1884:  Arise,  awake,  Madr. 
und  0  amica  mea,  Mot.  im  Ms.  Part.  — 
Ebd.  Ms.  1939:  12  Canzonets  2  v.  7  Ganz. 
3  v.  9  Madr.  4  v.  —  Ms.  1940:  April 
is  in  niy  mi.stress'face.  Come,  lovers, 
foUow  me.  Ho!  who  comes  here.  In 
dew  of  roses.  Per  che  tormi.  Withiu 
an  arbour.  —  Ms.  1941  De  profuudis  6  v. 

—  Ms.  1944  Cease  mine  eyes,  3  v. 
Mss.  in  Oxford,  Chr.  Ch.  22  Canzonen 

und  sacred  Madrigal,  1  Service  (3—2  voyc), 
1  Magnificat  4  voyc,  1  Fancies  a  5. 
In  John  Bland's  Samhvk.  4  einige  Nrn. 

—  1  Anthem  in  Boyce's  Cathedr.  Mus. 
1760.  —  In  Bremner  3  einige  Nni.  — 
In  Jos.  Gvrilfs  Collection  1815  ein  Gesg. 

—  In  Hilton's  Catch  that  Catch,  Ausg. 
1672/73  von  Playford  unter  Companion 
einige  Gesge.  —  In  Lancelott's  Standard 
ed.  einige  Gesge.  —  In  Longman's  Col- 
lection of  Catches  Nr.  202  u.  239  zwei 
Madrig.  aus  1595.  —  Im  Catch  Club  3, 
Bd.  3.  —  In  Rieh.  Webb's  collect,  of 
Madrigals  1  Nr.     [br.  Mus.] 

Aufserdem  sind  im  Eitner  2,  31  Gesge. 
in  Neuausg.  verz. 

Morley,  William,  wurde  den 
17.  Juli  1713  zu  Oxford  Bacca- 
laureus  und  am  8.  Aug.  1715  nach 
dem  Chequebook  au  der  Kgl.  Ka- 
pelle unter  Georg  I.  von  England 
als  Gentleman  angestellt,  ging  vor 
1723  wieder  ab  und  starb  am 
29.  Okt.  1731  (Hawkins  5,  59. 
Viertel]'.  8,  521.  523.  Grove.  Rim- 
bault). 

In  Boyce  Cathedral  Mus.  2.  Bd.  p.  306 


ein  Gesg.  Mit  Johu  Isham  gab  er  1720 
heraus:  A  collection  of  new  sougs  set  so 
musick. 

Morli^re,  siebe  Lamorli^re. 
MornaWe,    Aiitoine    de,    ein 

französischer  Komponist  des  16. 
Jhs.,  über  dessen  Leben  nichts 
bekannt  ist,  dagegen  kennt  man 
von  seinen  Werken: 

Motettorum  musicalium  lib.  1.  Paris 
1546  Attaing-nant.  4  Stb.  qu4".  25  Mot. 
zu  4-8  Stim.     [B.  M. 

47  Gescänge  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1) 
und  2  Chansons  in  Granjon's  Trophee, 
liv.  1,  1559. 

Aus  Attaingnant's  Samlwk.  von  35 
Büchern  Chansons  von  1538—1549  habe 
ich  4  Chansons  von  M.  spaitiert.  Man 
lernt  hier  eine  ganz  eigene  Gattung  Kom- 
positionen kennen,  die  sich  von  denen 
der  Italiener  und  De\itschen  wesentlich 
unterscheiden  und  wie  in  der  Mitte 
stehend  zwischen  der  italienischen  Frot- 
tole  und  dem  deutschen  Liede  von  jedem 
etwas  Eigenes  tragen:  Den  harmonischen 
Zusammenklang  und  das  gemeinsame  Fort- 
schreiten aller  Stimmen  von  dem  Einen 
und  wieder  die  kontivapunktische  Behand- 
lung der  Stimmen  der  anderen  Art  und 
zwar  letzteres  oft  in  der  gewandtesten 
und  strengsten  Weise,  die  fast  an  den 
Kanon  anstreift;  dabei  wird  der  Wohl- 
klang selten  verletzt  und  der  Ausdruck 
steigert  sich  hin  und  wieder  bis  zur  Innig- 
keit. Der  Charakter  des  französischen 
Volksliedes  zeigi  sich  in  keiner  Komposi- 
tion, trotzdem  ich  über  hundert  Chansons 
des  Samlwkes.  in  Partitur  setzte.  Auch  die 
Form  ist  beinahe  durchweg  die  gleichartige 
und  bildet  die  Dreiteiligkeit  die  Mehrheit; 
dadurch  erhalten  die  Sätze  auch  einen 
inneren  Zusammenhang  und  bei  der  Kürze 
derselben  prcägt  sich  der  Eindruck  leichter 
ins  Gedächtnis  des  Hörers.  Die  Form 
und  die  Behandlung  der  Stimmen  ist  so 
Allgemeingut  bei  den  Franzosen  dieser 
Zeit  geworden,  dass  eine  gewisse  Ähnlich- 
keit aller  Ton.sätze  entsteht  und  nur  die 
höhere  oder  geringere  Ausdrucksfähigkeit 
sie  von  einander  untersclieidet. 

In  B.  M.  Ms.  205  drei  Chansons,  be- 
kannt in  alten  Drucken  und  1  Mot.  in 
Ms.  132. 

0  mes  amys  und  Uu  seul  desir  4  voix 
in  Part,  in  Publikation  Bd.  23  Nr.  44.  45. 

Morniiigton,  Garrett  CoUey 
Wellesley,  Earl  of,  geb.  19.  Juli 


Mornington. 


70 


Moro,  Jacopo. 


1735  zu  Dangan  in  Irland,  gest. 
22.  Mai  1781.  Ein  irischer  Peer 
und  Yater  des  Herzogs  von  Wel- 
lington. Er  führte  den  Titel  Dr. 
der  Musik  und  war  ein  beliebter 
Komponist,  dessen  Gesänge  heute 
noch  in  England  gepflegt  werden. 
Auch  im  Catch-Club  zu  London 
gewann  er  in  den  Jahren  1776, 
1777  und  1779  Preise  (Brown. 
Grove).  In  Daines  Barrington's 
Miscellanies  (über  Wunderkinder) 
Lond.  1781,  4°,  ist  er  auch  er- 
wähnt. Ex.  im  R.  C.  of  Mus.  Man 
kennt  von  ihm 

The  Glees  and  Madrigals  composod  by 
.  .  .  Edited  by  Sir  Ileury  K.  Bishop. 
London  1846.  fol.  P.  [R.  C.  of  Mus. 
Glasgow. 

9  Glees  in  John  Sale's  .3  Collections 
Nr.  1.  2.  London,  qufol.  [R.  C.  of  Mus. 
Nr.  1182.]  —  In  Bishop's  collection.   [B.  B. 

2  Gesge.  in  Longnian's  collect,  of  Catches. 
Nr.  42  u.  113.  —  In  Wai-ren's  Collect, 
und  Horsley's  Vocal  Harmony.  —  In 
Bishop's  coli,  of  glees,  G. 

In  Amüsement  1791  Catches.  —  In 
J.  Blaud's  Samhvk.  4.  —  In  Lancelott's 
Standard  edit.     [in:  Mus.]     Im  Catch  Club 

3  Bd.  1. 

Madiigal:  Como  Shepherds,  come  away, 

4  V.    Lond.,  G.  Walker  &  son.    fol.    [ß.  B. 

Here  in  cool  grot.  A  Glee  (for  3  v.) 
arrang.  by  John  Parry.  Lond.,  Goulding 
&  d'Almaine.  fol.  [B.  B.  B.M:  London 
by  Bland  &  Weller  (1779  das  Glee  selbst 
gez.).    Musikfr.  Wien. 

4  Gesge.  in  neuen  Ausg.  (Eitner  2). 

Moro  da  Padova,   siehe  Ratti, 
Bartol. 
Moro,    Abate    OioYaniii;    auf 

dem  Titel  der  Gehörigen  Motette 
nennt  er  sich :  Direttore  dell'Con- 
servatorio  di  musica,  wahrschein- 
lich in  Mailand.  Er  scheint  dem 
Wortlaute  seiner  Titel  nach  noch 
dem  Ende  des  18.  Jhs.  anzugehören 
und  lebte  bis  ins   19.  Jh.  hinein: 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
yon  ihm:  1.  0  sacrum  eonvivium  a  100 
voci  (!),  in  P.  2.  Motetto  a  G  chori  ossia 
24  voci,  P.  3.  2  Canoni  a  niolti  cori: 
Salve  regina  a  48  voci,  P.     4.   Sonata  p. 


Clavic.  e  Fl.  5.  Divertimento  p.  Clavic. 
e  Vcl.  op.  9.  G.  Fantasia  avec  Var.  op.  1. 
7.  Fantasia  op.  10.  8.  Introduzione  e 
Rondo  op.  8.  9.  Variazione  neU  opera 
Tancredo  di  Pavesi  per  Clavic.  (Pavesi's 
Oper  Tancredi  wurde  am  18.  Jan.  1812 
in  Mailand  aufgefiihi-t.  —  In  Bologna  be- 
findet sich  „Palesano  i  cieli  la  gloria  del 
Signore,  Motetto  a  6  cori  reali  ossia  24  voc. 
. . .  Milano  presso  F.  Lucca.  fol.  30  S. 
(jedenfalls  dieselbe  Mot.  wie  in  der  Bibl. 
der  Musikfr.)     [auch  in  B.  B. 

In  B.  B.  noch:  Inno.  Dio  conservo 
Ferdinande  a  16  voci  reali  da  eseguir.si 
senza  strumenti.  Milano,  Lucca.  Part, 
fol.  —  Salve  regina  a  4  v.  c.  acc.  d'or- 
gano.    ib.    P.     qufol. 

Moro,  triiilio,  von  Ferrara, 
diente  1607  zu  Mantua  (Berto- 
lotti  87). 

Die  Kgl.  Musikalien-Samlg.  zu  Dresden 
besitzt  von  ihm  im  Ms.  247  ein  Salve 
regina  ä  Sopr.  solo  con  ström,  in  P.  (das- 
selbe in  Dresd.  kath.  Kirche). 

Moro  (Muri),  Jaeopo  (Giacomo) 
da  Viadana,  Viadana  im  Mantua- 
schen,  ein  Serviten- Mönch  (Fotis 
unter  Moro  und  unter  Viadana. 
In  den  Bibliothekskatalogen  meist 
unter  Viadana  gestellt).  ]kan  kennt 
von  ihm 

Psalmi  ad  Vespertinas  omnium  solemni- 
tatum  horas,  Beatiieque  V.  Canticum  . . . 
5  voc.  Ven.  1595  Viucenti.  5  Stb.  4«. 
[Ce.sena  B.  com:  A.  B.  5a. 

Officium  et  Missa  defunctorum  octonis 
vocibus.      A  . .  .     Ven.    1599    Amadinus. 

8  Stb.  40.  [Bologna:  A.  B  2.  Hofb. 
Wien:  C. 

Sacraiiun  Cantionum.  Cantus  vel  Te- 
nor, ohne  Titelbl.     [Stockhohn. 

Concerti  ecclesiastici  di  . .  .  Nelli  quali 
si  conteugono  Mottetti,  Magnificat,  &  Falsi 
bordoni  a  una,  2,  3,  4,  5,  6,  &  8  voci, 
alcuni  de  quali  sono  con  passaggi  che 
seruono  non  solo  alle  voci,  nia  ad  ogni 
Sorte  di  stromenti.  Una  compieta  a  8 
con  le  sue  Antiphone  della  B.  Vergine. 
Messa  a  8.  Litanie  che  si  cantano  nella 
Santa  Casa  di  Loretto  a  8.  Canzoni  a  4 
per  suouare  con  diuersi  stromenti.  Con 
il  Bc. . .    Opera  8  a.    Ven.  1604  Amadino. 

9  Stb.     40.     [Bologna,     br.  Mus:  T  1.  A2. 

—  Concerti  ecclesiastici  I.  II.  III.  et 
IUI.  vocuni.  cum  Bc.  ad.  org.  Antverp. 
1613  Phalesius.  4  Stb.  4».  13  Gesge. 
[B.B:  Cl.  2.  B.,  Bc.  fehlt. 


Moro,  Lodo\'ico  il. 


71 


Mors,  Jakob. 


—  Edit.  altera,  ib.  1621.  [Amst:  Cl. 
Lib.  3.  de'Concerti  ecclesiastici  . . .  con- 
tengono  Motetti  &  Magnificat  ä  1,  ä  2, 
ä  3,  &  ä  4  voci,  con  alcune  Canzonette 
alla  fraacesa  ä  3,  &  ä  4  voci  . . .  Con  il 
ßc.  Op.  10.  Yen.  1607  Vincenti.  .5  Stb. 
40.     23  Gesge.     [B.  B. 

Gli  encomi  musicali  del  Moro  a  4  et 
a  5  voci  . . .  Yen.  1585  Vincenzi.  4  Stb. 
40,  20  Nrn.,  davon  die  letzte  von  Gio. 
Agost.  Vecigio.     [B.  D.    Modena. 

Canzonette  alla  Napolitana  di  . . .  II 
1.  lib.  a  3  voci,  con  uno  Dialogo  &  2  Canz. 
ä  4  V  . .  Yen.  1581  AI.  Gardano.  Dedic. 
in  Viadana  1581  gez.  3  Stb.  4".  21  Nrn., 
davon  S.  17,  18  zwei  von  G.  A.  Veggio. 
[Bologna.     Crespano:  C. 

Im  Samlwk.  16  Gesge.  (Eitner  1  unter 
Viadana),  ferner  in  Ang.  Gai-dano's  L'arao- 
rosa  1588:  Fugivano  le  belve  5  v.  Ebenso 
in  der  Ausg.  1592. 

In  B.  B.  im  Ms.  38,  10:  Qui  habitat 
in  protectione  Dei,  8  vco. 

Moro,  LodoTico  il,  1484  Ka- 
pellmeister an  der  herz.  Kapelle 
in  Mailand  (Muoni  26).  Motta 
pag.  45  verz.  ihn  1477  als  Laute- 
nist am  Hofe  zu  Florenz. 

Moro,  Paolo,  lebte  in  Ferrara 
und  gab  nach  Canal  97  im  Jahre 
1591  ein  Buch  Madrigaletti  di 
musica  heraus,  die  er  dem  Her- 
zoge von  Mantua  widmete. 

Morottus,  Nicolaus,  de  Fabri, 
von  1545—1551  Coutraltist  am 
St.  Peter  in  Rom  (Viertel].  3,  277). 
Morpaiii,  ...  ein  Komponist  aus 
der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhs.,  der 
in  Attaingnant's  Samlwk.  von  1540 
bis  1547  mit  7  vierstim.  Chansons 
vertreten  ist, 
Morrat,  Andreas, 

bekannt  durch  ein  Hochzeit -Concert 
mit  3  Stirn.     Hambg.    1649.     [Hannover. 

Morree,  Pierre,  von  1747  bis 
1750  t  Organist  an  der  Waalschen 
Kirche  zu  Leyden  (Bouwst.  2,  169). 

Morrel,  Joannes,  s.  Morel,  Jean. 

Morrice,  Richard,  kam  1579 
aus  Gloucester  und  schwor  am  1/4 
als  Gentleman  an  der  Kgl.  Kapelle 
in  London;  1583  in  "Windsor  (Rim- 
bault). 


Mors,  Antonius.  In  der  üni- 
versitätsbibl.  zu  Rostock  befinden 
sich  von  ihm  geschriebene  Stb.  in 
40  ohne  Jahr,  mit  dem  Titel: 

Auserlesene  deutsche  Gesänge  mit  4 
und  5  Stimmen,  so  ganz  lieblich  zu  singen, 
und  auf  allerley  Instrument  zu  gebrauchen. 
Dem  AVortlaute  nach  gehört  das  V^'erk  dem 
Ende  des  16.  oder  Anfange  des  17.  Jhs.  an. 

Nach  Kade's  archivarischen  Unter- 
suchuDgen  war  ein  Antonius  Mors,  Sohn 
des  Jacob  sen.,  in  Antwerpen  Orgelbauer, 
bei  dem  die  grofse  Orgel  1555  für  den 
Dom  in  Schwerin  Mecklenbg.  bestellt  und 
1557  abgeliefert  wurde.  1559  liefs  ihn 
der  Kui-farst  Joachim  von  Brandenburg 
nach   Berlin  kommen   (M.  f.  M.  29,  44). 

Mors,  Hieronymus,  Bruder  des 
Antonius,  Orgelbauer  in  Antwer- 
pen, wurde  1552  als  Organist  am 
Dome  zu  Schwerin  Mecklbg.  ange- 
stellt und  hielt  sich  1560  in  Berlin 
auf;  1597  starb  er.  (M.  f.  M. 
29,  43). 

Mors  (Morfse  in  den  Akten  von 
1555   genannt),  Jakol),  Sohn   des 
Orgelbauers  Jakob  M.  in  Antwerpen, 
wurde   am    1/1   1554  als  Hoforga- 
nist in  Dresden  angestellt,  ging  von 
hier  aus  1572  als  Organist  in  den 
Dienst    der   Hofkapelle    zu    Berlin 
mit  40  Thlr.  quartaliter   und  wird 
noch    1585    genannt   (Monatshefte 
9,    238.     Schneider    6,    20).     Im 
Sachs.    Staatsarchiv    befindet    sich 
die  Nachricht,   die  sich  jedenfalls 
auf  denselben   Mors  bezieht,  dass 
Jakob  Morsien,  kurfürstl.  branden- 
burgischer   Organist    einen    Sohn 
hat,  der   in    der  Musica   und   den 
Instrumenten  wohl  geübt  ist  und 
dem    Kurfürsten    von    Sachsen    in 
Annaberg    im  Jahre   1578    vorge- 
stellt werden  soll.    Wahrscheinlich 
ist    dies   Joachim   Mors,   der    am 
8/10    1579    in   Dresden    als   Hof- 
organist   angestellt    wurde.      (Die 
Angabe  Kade's  in  M.  f.  M.  29,  43 
u.  44,  dass  Jakob  M.  1579  gestor- 
ben sein  muss,  ist  ein  Irrtum.    K. 


Mors,  Joachim. 


72 


Moiiaro. 


"wusste  nicht,  dass  Jakob  nach 
Berlin  ging). 

Mors  (Morfs),  Joacliim,  Sohn 
des  Jakob  M.,  wird  am  8.  Okt. 
1579  als  Hof  Organist  in  Dresden 
mit  jährl.  80  Gld.  Gehalt  angestellt, 
nimmt  aber  am  12.  Dez.  1581 
seinen  Abschied  (Aug.  Nöringer 
wird  sein  Nachfolger)  und  geht  in 
die  Dienste  der  Berliner  Hofkapelle. 
Er  hatte  dort  auch  die  Instrumente 
in  Verwahrung.  Schneider  S.  20 
u.  21  berichtet,  dass  er  seit  1603 
als  Organist  25  Thlr  viertel],  und 
später  142  Thlr.  jährlich  erhielt. 
Friedländer  in  seinen  Dokumenten 
sagt,  dass  er  1585  schon  15  Jahre 
im  Dienst  sei.  Die  Jahresz.  1585 
wird  demnach  1595  heifsen  müssen. 
(M.  f.  M.  29,  45). 

Mors,  John. 

In  Hilton's  Catch  that  C.  Kachtrag  von 
1682  oder  83  einige  Catches.  Ebenso  in 
der  Ansg.  von  Playfcjrd  lOSG,  2.  book. 

Morseliiio,  Olovaiiiii  IJattista, 

1590  Organist  am  Domo  zu  Mai- 
land (Muoni  25). 

Im  Ms.  1G70Ö,  Chorb.  des  16.  Jhs., 
1  Motette  zu  6  Stini.  De  Omnibus  sanc- 
tis:  Gaudent  in  coelis.     [ITofb.  Wien. 

Morsia,  Cornelia  la,  eine  Kom- 
ponistiu  des  IG.  Jhs.,  die  im 

Samlwk.  Flaccomio's  Le  risa  avicenda 
5  voc,  1598  mit  den  Madrigalen  vei-treten 
ist:  Son  le  risa.     Non  son  risa,  2.  parte. 

Morsolino,  Antonio,  nur  be- 
kannt durch  den  Druck: 

11  1.  lib.  della  Cauzonetto  a  3  voci,  di 
A.  M.  (oliue  Bez.  eines  Amtes),  con  al- 
cune  altre  de  diuersi  eccell.  musici . . . 
Yen.  1.594  Amadino.  3  Stb.  4».  8  von  M., 
4  von  Iiuomobuo7io  Marsolini,  4  von  Cl. 
Monteverde,  1  von  Orazio  Vecchi,  4  Ano- 
nymi,    [br.  Mus. 

In  Sabbio's  L'amorosa  ero  1588:  Ero  cosi 
dicea  cb'era  4  voc. 

Morsolino,  Huomobuono, 

•  im  Smlwk.  des  Antonio  Morsolino  4  Can- 
zonen  zu  3  Stim.  von  1594. 

Mortaro,  Antonio,  aus  Brescia. 
Diruta  in  seinem  Transilvano  nennt 
ihn  Antonio  Mortaro  della  l'Alber- 


gona.  Nach  den  Titeln  seiner 
Werke  lebte  er  in  Brescia  bis  etwa 
1597  und  trat  während  der  Zeit, 
etwa  1595  als  Novize  in  das  dor- 
tige Minoriterkloster.  1598  findet 
man  ihn  im  Franziskanerkloster  zu 
Mailand,  1()02  ist  er  Organist  a/d. 
Kathedrale  zu  Novara  (auf  dem 
Titel  heilst  es  „ad  sacrum  Assisien. 
Conventum  ex  voto").  1606  lebt 
er  wieder  in  Brescia  und  auch  1608 
zeichnet  er  die  Dedic.  im  Kloster 
zu  Brescia.  Seine  eilialtenen  Werke 
sind  folgende: 

Missae,  Motecta,  Cantica  B.  M.  V.  ijui 
partim  oetonis,  partimque  duodenis  vocib. 
modulantur.  Lib.  2  . . .  Ven.  1595  Ama- 
dinus.  8  Stb.  4«.  13  Nrn.  [B.B.:  C2. 
RomCecilia:  A.T.B.  1.  T2.  Bologna:  C. 
A.  T.  B  1.,  Abdr.  der  Dedic.  Kat.  2,  113. 

Messa,  Salmi,  Motetti,  et  Magnificat 
a  3  chori.  Di....  Ven.  1608  Amadino. 
14  Stb.  40,  mit  2  Partituren  in  fol.  [Bo- 
logna. Die  2te  Part,  in  der  ersten  Ausg. 
von  1599. 

Missarum,  atque  sacrarum  cantionum 
novem  vocibus.  Lib.  3  . .  .  Ven  1606 
Amadinus.  10  Stb.  mit  B.  ad  org.,  4", 
die  Sj)artitura  im  Titel  etwas  abweicliend. 
3  Mess.  u.  8  Mot.  [B.  Br.  Cap.  Laterano. 
Bologna. 

Secondo  lib.  delle  Messe,  Salmi,  Magni- 
ficat, Canzoni  da  suonai-e,  &  Falsa  Bor- 
doni,  :\  XIII.  di  . .  .  Milano  1610  Tini  & 
Lomazzo.  14  Stb.  zu  3  Chören  und  Bc. 
[Bologna  C.  T.  B.  1.      C  A.  T.  B.  2.      C. 

A.  5a.  3.  choro.  B.  per  l'org.  Mailand  Braid. 
die  Part.  =  Bc.     br.  Mus:  C2.  A  1. 

Partitio  sacraram  cantionum  3  vocibus, 
. . .  Medlolani  1598  haered.  Sim.  Tini  &  Jo. 
Franc.  Bisutius.  1  vol.  in  4**.  16  Nrn. 
Pai'tit.  ohne  Text.      [Bologna. 

Sacrarum  cantionum  4,  5  et  6  vocibus; 
lib.  1  ...  Mediolani  1602  haerd.  S.  Tini 
et  Fr.  Besutius.     5  Stb.     4".       [Bologna. 

Sacrae  contiones  3  voc,  Ven.  1603. 
[br.  Mus:  C2. 

—  Sacrae  cantiones  3  voc.     Una  cum 

B.  ad  Org.  Ven.  1610  Amadinus.  4  Stb. 
4".  22  Gesg,,  davon  2  von  Ludov.  Cornali 
und  1  von  Liicrex.  Venturi.  [B.  Haberl. 
Proske:  C2.B.  Hofb.Wienfehlt3. Stimme.] 
(Sind  vielleicht  dieselben  wie  in  1508  mit 
einem  Bc.  versehen,  wie  es  bei  den  Psal- 
men von  1599  auch  in  Ausg.  1604  ge- 
schehen ist.) 


Mortaro. 


73 


Mortellari,  Michele. 


Psalmi  ad  Vesperas,  triaque  Cantica  B.V., 
8  vocibus  . . .  Yen.  1599  Aiiiadinus.  8  Stb. 
4*'.  17  Gesge.  [Bologna:  C 1.  Florenz 
B.  n.  nur  4  Stb.     Hofb.^\len:  C 

—  ...  Addita  partium  grauium  sec- 
tione  pro  organi  pulsatoris  commoditate. 
Ven.  1604  Amadinus.  9  Stb.  [Bologna. 
Rom  Cecilia:  C.  A.  T.  B.  2. 

—  Ven.  1G07  ib.  9  Stb.  4",  euth. 
17  Gesge.  und  Falsi  bordoni.  [B.  Br. 
Bologna,  der  Be.  mit  1609  gez. 

Baritonantium  divisio  pro  organi  pulsa- 
tore  in  Aut.  Mortarii  Vespertinos  Psalmos, 
8  voc.  Ven.  1603  Amadinus.  4".  Ist 
nur  der  Bc.  im  Besitze  des  Antiquar 
Eosentbai  und  gehört  wahrscheinlich  zur 
2.  Ausg.  von  1599:   Psalmi  ad  Vesperao. 

II  1.  lib.  delli  Salmi  a  5  voci  con  il 
suo  Bc.  Di..  Op.  13.  Ven.  1608  Ama- 
dinus.    6  Stb.     4".      [Bologna:  CT.  B. 

Fiammelle  araorose  a  3  voci,  di . . .  üb. 
1.  rist.  Ven.  1594  Amadino.  3  Stb.  4^». 
22  Gesge.     [Kassel:  T.  B.     Bologna. 

—  rist.  ib.  1602.     3  Stb.     [br.  Mus. 
II  2.  lib.  delle  fiammelle  amorose,  a  3  v. 

di .  .  .     Ven.  1590  Amadino.     3  Stb.     4". 
21  Nrn.     [B.  B.:  C. 

—  rist.  1594  ib.  3  Stb.  4".  22  Nrn. 
[Kassel :  T.  B.     Bologna. 

—  rist.  1599  ib.     [br.  Mus. 

II  3.  lib.  delle  . . .  a  3  voci.  Ven.  1592 
ib.  3  Stb.  40.  21  Nrn.,  eine  von  Lei. 
Bertemi.  [Kassel:!.  B.  Hof  b.  Wien. 
Bologna. 

—  rist.  1596  ib.  3  Stb.  4".  22  Nrn. 
[B.D. 

II  4.  lib.  delle  .  . .  a  3  voci.  Ven.  1596 
ib.  3  Stb.  40.  21  Nrn.  [Mainz:  B. 
Bologna. 

16  Gesänge  in  alten  Samhvk.  (Eitner  1). 
2  Motetten  in  Phalese's  Corona  sacra 
1620. 

Ms.  in  B.B.,  T,  167  ein  Lied  mit 
deutschem  Text  aus  1624.  —  Ms.  Z.  39, 
12  Stb.  von  1628  Nr.  40:  Quantas  osten- 
disti  mihi  8  voc.  —  In  B.  L.  derselbe 
Text  zu  6  Stirn.? 

Eine  Canzone  ohne  Text  mit  einer 
Partitur  auf  2  Notensystemen  diminuirt, 
d.  h.  mit  Verzienuigeu,  Passagen  versehen 
(^Viertel].  8,  379  aus  Diruta's  Transilvano 
1609,  siehe  auch  Anmkg.  —  Im  Ritter 
Nr.  10  ohne  Diminuatio. 

2  Madrigale  im  Ms.  1881.  [R.  C.  of 
Mus. 

In  B.Br.  Ms.  21,  201  das  bekannte 
Quantas  osteudisti  mihi,  8  voc. 

In  B.  M.  Ms.  107,  4  Psalmodiae  8  tonor. 
4  voc.  In  Ms.  121a  dieselbe  zum  7.  Tone. 
—  1  Motette  in  Tabulatur. 


In  Hoß.  Wie9i,  Ms.  16707  eine  Missa 
sup.  Erano  i  capei  d'oro,  12  voc.  3  Chorb. 
inkompl.  Ms.  16  708,  3  Chorb.:  10  lat. 
Gesge  zu  12  Sttm.     3.  Chorb.  fehlt. 

3  Lautenstücke  in  Bemli.  Schmidt  jun. 
1607.  —  Ein  Lautenst.  in  Terzi's   1599. 

Mortellari,  Antonio,  vielleicht 
ein  Sohn  Michele's,  der  ebenfalls 
im  Anfange  des  19.  Jhs.  sich  als 
Komponist     in     London     bekannt 

machte. 

Das  br.  Mus.  besitzt  von  ihm  12  Ariette 
. .  .  with  the  pfte.  Lond.  querfol.  6 
favourite  italian  duetts,  op.  5.  Lond. 
qufol.  12  italian  vocal  pieces  for  1  &  2 
voices.     Lond.     qufol. 

Mortellari,  Michele,  geb.  zu 
Palermo  um  1750,  besuchte  das 
Conservatorio  de'figliuoli  dispersi 
de  Muratori,  ging  dann  nach 
Neapel,  wo  er  Piccinni's  Schüler 
wurde  und  schrieb  darauf  1770 
für  Rom  die  Oper  Troja  distrutta, 
die  dann  1778  in  Mailand  in 
neuer  Bearbeitung  zur  Aufführung 
gelangte.  In  schneller  Folge  kam 
nun  Oper  auf  Oper  auf  die  Bühne. 
Um  1785  ging  er  nach  London, 
wo  1786  seine  erste  Oper  gegeben 
wurde  (Armide).  Es  scheint,  als 
wenn  er  sich  in  London  nieder- 
gelassen hätte. 

Ein  Sohn  von  ihm  ist  um  1809 
Musiklehrer  daselbst  und  gab  eine 
Anzahl  Musikpiecen  heraus,  von 
denen  das  br.  Mus.  21  Nrn.  be- 
sitzt, er  hiefs  wie  der  Vater.  Eben- 
dort  auch  das  Ballet:  Anacreon 
ou  l'amour  fugitif,  a  grande  ballet 
(Kl.-A.  mit  Flöte)  London,  fol.  von 
letzterem  (Fetis).  Vom  Vater  sind 
nachweisbar : 

Domiue  ad  adjuvandum  4  voc.  coucert. 
c.  insti-um.     Ms.  P.     [Bologna. 

Messa  a  4  voci  c.  orch.  Ms.  P.  ohne 
Vornamen.     [Einsiedeln. 

Antigona  in  Tebe.  Opera  in  3  atti 
rappresent.  in  Venezia  al  teatro  di  S. 
Benedetto  l'Ascenza  1776.  2  voll.  Ms, 
P.     [Bologna.     C.  P.  von  1778. 

Armida.  The  favorite  songs  in  the 
opera  . . .  London,  fol.     [br.  Mus. 


Mortellari,  Michele. 


74 


Mortimer. 


Didone.  The  favorite  songs  in  the  opera 
. . .  (a  pasticcio,  c.  1775)  fol.     [br.  Mus. 

Ezio,    opera    1777.     P,    M.     [Darmst. 

Semiraniide ,  opera  in  3  atti  (Milano 
1785)  Ms.  P.     [C.  P. 

Troja  distrutta  in  3  atti  (neu  bear- 
beitet für  Mailand  1778).  [C.  P.  Darmst. 
Ms.  P.  u.  Stb. 

Venus  &  Adonis.  12  piecps  of  music, 
selected  from  the  . .  .  drania  ...  op.  7. 
Lond.,  Breuiner.  P.  fol.  [br.  Mus.  B.B. 
Text  Italien,  von  J.  Giannini. 

Aria  (L'affanno  in  sen  nii  lascera)  per 
Sopr.  c.  orch.  Paris,  Erard.  Stb.  [Briis- 
sei  Cons. 

2  Arien  in  A.  Bailleux'  Journal.  — 
Arie  im  Journal  5. 

Rondeaux  chantö  par  ton  Dures.  1778. 
[C.  P. 

In  B.  B.,  P 177  ein  Druck  (?). 

12  Ariettes  for  a  Single  voico  with  the 
pfte.     op.  12.     Lond.     qufol.     [br.  Mus. 

8  Canzoni  with  the  pfte.  op.  6.  Lond. 
[br.  Mus. 

6  Canzoni  dito,  dedic.  to  the  Countess 
Spencer.     Lond.    f[u4'*.     [br.  Mus. 

2  Songs  in  Londoner  Einzeldrucken,  [ib. 

Im  Bossler  13  eine  Piece.  —  Ein 
Gesg.  in  Corri's  A  select  collect.  Bd.  1 
p.  78  [Bologna].  —  Im  Journal  d'Aiiettes 
italien.  1779—82.     [br.  Mus. 

Mss.  in  B.  B.  ohne  Sign.  2  Arien  für 
Sopr.  und  Instr.  im  Kl.-A.  u.  Part.  — 
Mss.  119.  128.  131:  4  Sopranarien  mit 
Instr.     P. 

Mss.  Dresden  Mus.  480  und  1150:  4 
Arien  mit  Orch.  in  P.  Letztere  von 
1775:  Ombra  fedele  tornerva. 

Mss.  B.  M.  1.  L'amante  disprezzato, 
Canzone  p.  Sopr.  c.  Cemb.  8  Bll.  2. 
Licita  moriboudo,  Cantata.  3.  Soi  piarti 
deir Aurora,  Arietta.  4.  La  notte  io  non 
riposa,  Canzone.  5.  G  Canzoni.  6.  1 
Cantata. 

Se  fu  colpa  d'un  amaute,  Rondo  per 
Sopr.  et  instr.     Ms.  P.  u.  Stb.     [B.  Zw. 

2  Arien  im  Ms.  P.     [BeriinK.  H. 

II  Giuramento,  Cantata  ä  2  voci  c. 
cori,  V.  Viole,  Fag.  Vcl.  e  B.  Ms.  in 
B.  Basevi. 

II  trofeo  d'un'alma  imbelle,  Aria  per 
T.  c.  orch.     Ms.  P.     [Bologna. 

Scenes  et  aires,  1  vol.  in  P.  Ms.  [C.P. 

Mss.  in  Musikfr.  Wien:  1  Rondo  und 
2  Duette  in  P.  u.  Kl.-A. 

Mss.  in  Mailand  Cons.  8  Sinfonie  per 
orch.,  Stb.  und  6  Quatuors  in  Stb. 

Ms.  in  Wolfenb.  (Nr.  166)  Rondo  „Se 
fu  colpa  d'un  amante"  (aus:  Moise  1781) 
f.  Sopr.  mit  Klavier. 


Mss.  in  Padua  Ant.  1  Terzette  (Si, 
carina)  c.  orch.  —  Aria  „Io  ti  lascio"  p. 
Sopr.  nell'Arsace,  Padova  1775. 

Ein  Amen  eines  Stabat  mat.  zu  4  St. 
u.  Instr.  im  Autogr.  B.  B.,  Grasu. 

l.'L'ascenzaS.  Benedetto.  1778.  Ms.  P. 
2.  Se  fu  colpa  d'un  amante  per  Sopr. 
Ms.  Stb. 

3.  Aria  e  Coro.     Ms.  Stb.     [Darmst. 

Ms.  Dresden,  B708,  17  s.  eine  Arie. 

3  Sinfonien  in  Bd.  Cd.  Dd.  Ms.  in  Stb. 
[Darmst. 

In  Viertel].  5,  254  wird  noch  eine 
Oper  II  rivali  ridicoli,  Text  von  G.  Ber- 
tati, Venedig  1780  angeführt.  Musik  nicht 
bekannt. 

Mortera,  . . . 

im  Samiwk.  von  Moderne  1539  c  die 
Motette:  Tribulationes  civitatum,  4  voc. 
(Eitner  1). 

Mortior,  Pierre,  Musikverleger 
in  Amsterdam   um  1738,    gab  das 

Samiwk.  heraus: 

Duos  anglois  de  differents  maltres  a 
2  Flutes  ou  Violons.  Livre  2.  A. . .  2  Stb. 
in  fiu4".  43  Duos  von  E.  D.  2,  Eccle 
(Eccles'P)  3,  Finger,  Gaspariui,  King  3, 
Purcell  2,  Tonoe  2,  Weiden  2  u.  Ano- 
nymi.    (Wolfenb. 

Mortier,  Severin  du,  um  U)73 
Kapellan -Sänger  an  der  Kgl.  Ka- 
pelle in  Brüssel  (8traeten  5,  146). 

Mortimer,  Peter,  geb.  5.  Dez. 
1750  in  i'uttiugliam  (England), 
gest.  8.  Jan.  1828  zu  Herrnhut. 
Bildete  sieh  im  theologischen  Se- 
minar der  Brüdergemeinde  zu 
Barby  zum  Lehrer  aus  und  be- 
kleidete seit  1774  zu  Ebersdorf 
die  Stelle  eines  Lehrers  u.  Orga- 
nisten, kam  1775  nach  Niesky  u. 
1777  nach  Neuwied  a/Rh.  Später 
wirkte  er  in  Herrnhut,  wie  die 
Vorrede  einer  üebersetzung  der 
„]\Iissions  -  Societät  in  England" 
1797  bezeugt.  Er  war  ein  aus- 
gezeichneter Orgelspieler,  tüchtiger 
Dirigent  und  leistete  auch  als 
Komponist  Anerkennenswertes.  Am 
bekanntesten    hat    ihn    aber    das 

Werk  gemacht: 

Der  Choralgesang  zur  Zeit  der  Refor- 
mation.    Berlin  1821  Georg  Reimer.    4". 


Mortnianski. 


75 


Mosca.  Giuseppe. 


YIII,   153  n.  112  S.   mit    16^   Chorälen, 
[ß.  B.       B.  Dresden  und  allen  gröfseren 

Bibl.  ..    . 

Das  Werk  ^wrde  vom  preufeischen 
Ministerium  auf  Zelters  Gutachten  her- 
ausgegeben. Die  Bmdergemenide  nahm 
eine  Anzahl  Choräle  in  ihr  Choralbuch 
und  singt  noch  heute  die  Lieder:  Ehre 
sei  Gott,  —  Selig  sind  die  reinen  Herzens, 
—  Dein  Seufzen  und  Stöhnen  u.  _a.  nach 
seinen  ei-fuudenen  Melodien.  Seit  1780 
redigierte  er  die  üemeindenachrichten  u. 
wohnte  den  Svnoden  bei.  (Zum  Teil  nach 
der  AUg.  d.  Biogi-.  und  der  Leipz.  Ztg. 
21,  277.     43,  725.) 

Moi-tniaiiski,    Demetrio,    ein 

russischer  Opernkomponist  zu  Mos- 
kau, der  1784  im  Indice  de'spettac. 
teatro  angeführt  wird. 

Morton,  Edward,  schwor  am 
12/4  1685  als  Gentleman  exti'ord. 
an  der  Kgl.  Kapelle  in  London 
und  war  der  Nachfolger  Wise's, 
der  seines  Amtes  entsetzt  wurde 
(Rimbault.     Hawkins  4,  430). 

Morton  (Mourton ,  Morthon), 
Messire  Kobert,  ein  Kleriker  der 
Kapelle  Philipp  des  Guten,  Herzog 
von  Bourgogne,  um  1464  bis  etwa 
1478,  wahrscheinlich  auch  im 
Dienste  Karl  des  Kühnen.  Fotis 
citiert  eine  Reihe  Aktenstücke,  die 
sich  im  Kgl.  Archiv  von  Belgien 
befinden.  Von  seinen  Kompo- 
sitionen sind  bekannt: 

L'homme  arme,  4  voc.  Chans,  im  Ms. 
Codex  0.  V.  208  der  Bibl.  Casanat.  zu 
Rom,  geschrieben  von  1450—1460.  — 
Das  Ms.  Siippl.  fr.  n».  15123  derNational- 
bibl.  zu  Paris  enth.  neben  Ockeghem, 
Busuois,  Caron  u.  a.  auch  die  Chanson 
„Mon  bien  m'a  joyeuK'N  3  voix  von  M. 
—  Ms.  180  zu  Peiagia  eine  Chans:  Est 
temps.  —  Andere  Chans,  im  Ms.  126  zu 
Florenz  B.  u.,  Ms.  Othby.  Auch  im  Ms. 
zu  Dijou  von  Morelot  mitgeteilt  (Viertel]. 
1,  426  und  Ambros  2,  463.  3,  57,  der 
ihn  aber  ßorton  nennt).  Davey  glaubt, 
dass  er  aus  England  stammt. 

Mosca,  (Filiseppe,  geb.  um  1772 
zu  Neapel,  gest.  14.  Sept.  1839  zu 
Messina.  Er  besuchte  das  Conser- 
vatorio    della  Madonna    di   Loreto 


zu  Neapel  unter  Fenaroli's  Direktion 
und    trat    darauf   ums   Jahr    1791 
mit   seiner   ersten   Oper   „Silvia  e 
Nardone"   in  Rom   auf,    der   dann 
bald  viele  andere   folgten,   welche 
die  Bühnen  Italiens  überschritten. 
1803  kam   er  nach  Paris   als  Ac- 
compagnateur  am  Klaviere  an  der 
italienischen  Oper.    Fetis  schreibt: 
Ich    habe    ihn   gekannt.     Er   war 
ein   Musiker   ohne   Genie,   schrieb 
aber  mit  grofser  Leichtigkeit.    Für 
die    Pariser    Bühne    verfasste    er 
viele  Einlagen  in  Opern   und  die 
zwei  Opern:  II  ritorno  inaspettato 
und   L'Impostura,   die    aber   beide 
keinen  Erfolg  erzielten.    Als  dann 
1809    Spontini    die   Direktion    des 
italienischen    Theaters    übernahm, 
kehrte  er  nach  Italien  zurück  und 
fand   dann   1817  in  Palermo    eine 
feste    Stellung    als    Musikdirektor 
am  Theater.     1821   ging  er  nach 
Mailand    und    kehrte     erst    1823 
nach    Sicilien    zurück,    wo    er    in 
Messina  eine  ähnliche  Stellung  am 
Theater  fand     (Fetis.     Florimo  2, 
450).  Von  seinen  zahlreichen  Opern 
sir^d  nachweisbar: 

L'abate   de  l'Epee,    op.   buf.   in   2   at. 
Nap.  1826.     [B.Neapel. 

Gli  Amori  e  l'armi,  opera  buffa  m  2 
atti.     Florenz  1812.    Ms.  P.     [B.  Neapel. 
Attila,    ossia    II   Trionfo    del   Re    de' 
Frauchi,  opera  in  2  atti.     Ms.  P.      [Mai- 
land Cons. 

La  Diligenza,  op.  buf.  in  2  atti.  Florenz 

1813.     Ms.  P.     [B.  Neapel  im  Autograph. 

Federico   11.      Re    di   Prussia,    Melo- 

dramma  in  2  at.,  scritto  per  Palermo  nel 

1817.     Nap.  1824.    Ms.  P.       [B.Neapel. 

II  filosofo,  opera.     C.  P.    Ms.  P. 

II   Folletto,    op.   buffa.     Napoli   1797. 

Ms.  P.     [B.Neapel.     Neapel Turch. 

D.  Gregorio  in  inibarazzato,  op.  buf. 
in  2  atti.  Roma  1813.  Nap.  1814.  Ms.  P. 
[B.  Neapel.     Mailand  Cons. 

La  poetessa  errante,  op.  buf.  in  2  atti. 
Nap.  1822.     Ms.  P.     [B.Neapel. 

I  pretendenti  delusi,  ossia  Con  amore 
non  si  scherza,  op.  buffa  in  2  atti.  Mi- 
lane 1811.  Neapel  1814.  Ms.  P.  2  voll. 
c[ufol.    [Bologna.    B.  Neapel. 


Mosca,  Giuseppe. 


76 


Mosca,  Luigi. 


I  tre  mariti,  farsa.  Roma  1813.  Napoli 
1814.     Ms.  P.     [B.  Neapel. 

Romanza  „Tranquillo  nel  suo  cor  la 
villanella"  ]>.  So])r.  neU'opera  Le  Bestie 
inuomini.  Milano,  Ricordi.     [Mailand  Cons. 

Scena  e  Rondo  „Mentre  guardo"  per 
Sopr.  nell'op.  Le  Bestie.  Mi!.,  Ricordi. 
[Maild.  Cons. 

Terzette  „Con  rispetto  e  riveronza"  per 
T.  e  2  B.  neU'op.  I  Pretendenti.  ib. 
[Maild.  Cons. 

Sinfonia  dell'opera  La  sciocca  per 
astuzia,  ridotta  per  coinbalo  da  Dionig. 
Brogialdi.     ib.     [Maild.  Cons. 

]n  Dresd.  Mus.  47.3  Cavatina  a  Sopr. 
neir  opera  ,,La  Sciocca  per  Astuzia". 
Milano  Ricordi.  Kl.-A.  qufol.  —  Duotto 
a  Sopr.  e  B.  nell'op.  (wie  vorher)  ib. 
Kl.-A.  —  Ms.  in.'j,  Ductto  „Far  Calzetto" 
(dieselbe  Oper)  ib.  Kl.-A.  —  Ms.  1156 
Cavatina  „Or  che  sinibrana  il  cid'',  a 
Sopr.  c.  pfte.     qufol.  —  Ms.  5a? 

Ms.  in  Bannst.  Dolce  cosa  e  far  l'a- 
more.  P. 

Arietten  im  Samlwk.  der  Mlles.  Erard. 

5  Gesänge  aus  Opern  im  Kl.-A.  u.  P. 
[Musikfr.  Wien. 

Mss.  in  Bologna:  1.  Qual  soave  e  dolce. 
Scena  ed  Aria  p.  Sopr.  c.  orch.  aus  der 
Oper  II  filosüfo.  P.  IG  BU.  2.  Dolce 
cosa  e  far  Tamore.  Cavatina  p.  Sopr.  c. 
Orch.,  aus  dei'selben  Oper.  P.  14  Bll. 
3.  Dammi  uu  segnale  £Ümeno.  Scena  ed 
Aria  p.  Mezzosopr.  c.  orch.  P.  21  BU. 

Mss.  in  Mailand  Cons.  1.  Duette 
„Stella  del  ciel  sereua",  p.  Sopr.  e  B.  nell' 
op.  Amore  ed  armi.  2.  Rec.  e  Duetto 
„Quando  sposa  mi  sarai",  j).  2  Sopr.  nell' 
op.  La  foi-tunato  combiuazione.  3.  noch 
6  Duette  und  6  Arien,  Cavatinen  u.  Chöre. 

Mosca,  Luigi  (Ludovico),  geb. 
um  1775  zu  Neapel,  gest.  30.  Nov. 
1824  ebd.,  49  Jahr  alt,  Bruder 
des  Giuseppe,  besuchte  das  Con- 
servatorio  della  pieta  dei  Turchini 
1787  unter  Fenaroli.  1797  schrieb 
er  für  das  Theater  Nuovo  seine 
erste  komische  Oper  L'Impresario 
burlato  und  bekleidete  während 
der  Zeit  am  Theater  San  Carlo 
die  Stelle  eines  Accompaguatore 
al  Cembalo.  1806  schrieb  er  für 
Palermo  eine  grofse  Messe  und 
das  Oratorium  Gioas,  die  beide 
mit  Erfolg  daselbst  aufgeführt 
wurden.    Zahlreich  sind  die  Opern, 


die  er  für  die  verschiedenen  Städte 
Italiens  schrieb,  deren  Einübung 
er  nach  alter  Sitte  selbst  leitete. 
In  Neapel  bekleidete  er  die  Stel- 
lungen eines  Gesanglehrers  am 
Kgl.  Musik-Kollegium  S.  Sebastiano 
und  an  der  Kgl.  Kapelle  die  des 
2ten  Kapellmeisters.  (Florimo  3, 
24  u.  82.  Urteile  in  der  Lpz.  Ztg. 
7,  565.  16,  257.  18,  688).  Von 
seinen  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar: 

2  Missae  4  voc.  cum  instr.  Ms.  P. 
1789.     (B.Neapel. 

Missa  in  G  4  voc.  c.  archi  e  corni. 
Ms.  —  Missa  in  D  a  3  voci  con  oi'g.  Ms. 

—  3  Lamentazioni   p.   Sopr.   c.   org.  Ms. 

—  Magnif.  3  voc.  c.  org.  —  Pange  lingua 
4  V.  c.  orch.  —  Salve  regina  p.  Sopr.  ed 
Alto  cou  org.  im  Autogr.  —  S  Tantum 
ergo.  —  2  Pastorale.  —  4  Sinfonien  zu 
Opern.     [Mss.  in  Mailand  Cons. 

2  Tantum  ergo  —  2  Pange  lingua,  4 
voc.  c.  orcli.     Ms.  P.    1789.     [ß.  Neapel. 

L'amore  per  inganno,  ossia  L'amoroso 
inganno,  op.  buf.  in  2  at.  Nap.  1801. 
Ms.  P.     [B.  Neapel. 

L'Audacia  delusa,  (j]>.  buf.  in  2  at. 
Napoli  1813.     [B.Neapel. 

I  finti  viaggiatori,  opera  buffa  in  2  at. 
Napoli  1807.     [B.Neapel.     C.  P. 

Gelosi  burlato,  op.  buf.  in  2  atti.  [C.  P., 
wahrscheinlich  dieselbe  wie  „L'Impresario 
burlato". 

L'Impresario  burlato,  opera  giocosa  in 
2  atti.  Milano.  Ms.  P.  [Brüssel  Cons. 
B.  Neapel:  Napoli  1797.  Neapel  Turch. 
schreibt  sie  Giuseppe  zu(?). 

L'lmpostore,  op.  buf.  in  2  at.  1813. 
[B.  Neapel. 

II  Salto  di  Leucade,  op.  ser.  in  2  at. 
Napoli  1812.     [B.Neapel. 

La  Sposa  a  soite,  op.  buf.  in  2  at.  1813. 
[B.  Neapel. 

Gli  sposi  in  cimffnto.  op.  buf.  in  2  at. 
Nap.  1800.     Ms.  P.     [B.Neapel. 

Le  strayaganze  d'amore,  op.  buf.  in  2 
atti.     Napoli  1800.     Ms.  P.       [B.Neapel. 

Im  Florimo  ein  vollständigeres  Verz. 
seiner  Opern  ohne  Fundort. 

Einzelnes  noch  in  B.M:  Far  calzette, 
Duetto  della  finta  sciocca.  Paris,  Carli. 
P.     20  S. 

In  B.  B. :  Duetto  „Quest  aura  lusin- 
ghiera",  arrang.  p.  pfte.  Paris,  Mlles. 
Erard.  —  In  Ariettes  Italien  13044  Nr.  31 
ein  Gesg. 


Moscaglia. 


77 


Mosel,  Ignaz  Franz. 


Im  Ms.  B.  Bologna :  Da  si  galante  og- 
getto.     Aria  per  B.  c.  orch.  P.  10  Bll. 

Duetto  „Ai  capricci  della  sorte"  per 
Sopr.  e  B.  neirop.  Lltaliana.  in  Algeri. 
Milauo,  Kicordi.     [Mailand  Cons. 

Mss.  in  Mailand  Cons:  1  Terzett,  4 
Duette,  2  Cavatinen,  5  Arien,  1  Cauzo- 
nette.  Solfeggi  3  Bände.  1  Walzer  f. 
Pfte.  und  Priucipi  di  musica. 

Autogr.  in  B.  B.  Grasn.  1.  Salnio  4  voc. 
2.  Amen. 

1  Arie  und  1  Duett  in  B.  Dresd.    Ms. 

B  508  a.  b. 

Moscaglia,  (xiovaiiiii  Battista, 

aus  Rom^  wo  er  auch  lebte.  Ob 
er  daselbst  eine  Anstellung  be- 
kleidete ist  aus  den  Titeln  nicht 
zu  ersehen.  Aus  den  dreistimmigen 
Neapolitanen  von  1585  c  lernen 
wir  auch  den  Namen  seiner  Frau 
kennen,  welche  das  Werk  heraus- 
giebt  und  sich  mit  Lucretia  Gui- 
dotti  unterzeichnet.  Der  Grund, 
warum  seine  Frau  das  Werk  heraus- 
giebt  ist  niclit  ersichtlich,  denn 
das  4.  Buch  Madrigale  von  1587 
unterzeichnet  M.  wieder  selbst  und 
kann  daher  1585  nicht  schon  ge- 
storben sein.  Man  kennt  von  ihm 
die  Kompositionen: 

1579  ...  n  2.  lib.  de  Madrigali  a  5 
voci.  Nouamente  da  lui  composti  ...  con 
un'  Madrigale  a  6  uel  fine.  Yen.  1579 
heredi  di  Fr.  Ranipazetto.  5  Stb.  qu40. 
31  Madr.     TModena.     einst,  in  B.  Borghese. 

1585  a.  ". . .  U  3.  lib.  de  Madrigali  a  5 
voci  .  . .  Yen.  1585  Scotto.  5  Stb.  4". 
22  Madr.     [B.  B.  5  a.     Modeua. 

1585b.  ...  11  2.  lib.  de  Madr.  a  4  voci: 
con  alcuni  di  diuersi  eccell.  musici  di 
Roma.  Nouam.  composti.  Yen.  1585 
Vincenzi  &  Amadino  compagni.  4  Stb. 
40.  11  von  M.,  die  übrigen  sind  im  Eit- 
ner  1  und  Vogel  1,  527  verz.  Die  Dedic. 
schon  1582  gez.  [B.  D.  WoLfenb.  Ve- 
ronas, f:  A. 

1585c.  ...  II  1.  lib.  delle  Napolitane 
a  3  voci  Nuouam.  poste  in  luce.  Vineg. 
1585  Scotto.  3  Stb.  8».  21  Nrn.,  die 
letzte  zu  ü  Stim.     [Hofb.  Wien. 

1587  ...  II  4.  lib.  de  suoi  Madrigali 
;i  5  voci  nouamente  composti  . .  .  Inti- 
tolato  Aniorosi  fioretti.  Vineg.  1587  Scoto. 
5  Stb.  40.  22  Nrn.  [B.  D.  Florenz  B. 
n.  kompl.  T.  def.    Modena. 


17  Madrigale  in  alten  Samlwk.  inclus. 
dem  obigen  Samlwk.  von  1585  b  (Eit- 
uer  1),  ferner  in  Vincenti's  Fiori  musicali 
1590:  Filii  vaga  e  gentil  3  v.  —  Für 
Laute  arrangiert  im  Hove. 

Moscatelli,  Antonio  Francesco, 

Theorbist,  wird  im  Nov.  1692  an 
der  Hofkapelle  zu  Berlin  mit  500 
Thlr.  angestellt  (Schneider  50). 

Mosclieni,  Giovanni  Battista, 
geb.  im  Febr.  1674  in  Lucca,  gest. 
30.  Juni  1757  ebd.  Er  war  Ka- 
nonikus an  der  Kirche  St.  Paolino 
e  Donato  und  als  ausgezeichneter 
Orgelspieler,  wie  als  Komponist 
geschätzt.  1715  wurde  das  Ora- 
torium S.  Agnese  in  Lucca  auf- 
geführt    (Nerici  315.  329). 

Mosclieroscli,  J. . .  M. . .,  gab 
Georg  Gumpelzhaimer's  Gymnasma 
de  exercitiis  academicorum  1652 
heraus.   (Gerber  2  unter  Gumpelzh.) 

Mosclietti,  Vincenzo, 

ein  Kyrie  und  Gloria  für  Chor  und  Orch. 
in  r.  Zeit  mir  unbekannt.    [Musikfr.  Wien. 

Moscliini,  Baccio, 

ist  im  Samlwk.  1539"  mit  2  itaüenischen 
vier-  und  fünfstim.  Gesgen.  vertreten. 
Ambros  3,  588  glaubt,  dass  er  in  Florenz 
unter  Cosmo  l.  von  Medici  diente.  Nach- 
weisbar ist  nur,  dass  er  zu  dessen  Hoch- 
zeit mit  Eieonora  von  Toledo  obige  2  Gesge. 
im  Vereine  mit  anderen  komponierte  (Vier- 
tel]'. 5,  399). 

Mosel,  Ignaz  Franz,  Edler  von, 
geb.  2.  April  1772  zu  Wien  (Rie- 
mann  schreibt  den  1.  April),  gest. 
8.  April  1844  ebd.,  beschäftigte 
sich  nur  als  Diüettant  mit  Musik 
und  widmete  sich  als  Lebensberuf 
dem  Staatsdienste,  trat  bereits  1788 
in  denselben  em,  erhielt  das  Prä- 
dikat k.  k.  Hofi-at,  wurde  1818  ge- 
adelt, 1821  zum  Vicedirektor  der 
Hofbühnen  ernannt  und  1829  zum 
Kustos  der  Hofbibliothek.  Hans- 
lick  bezeichnet  ihn  S.  150  in  den 
Jahren  1812—16  als  Hofsekretär. 
Neben  diesen  öffentlichen  Aemtern 
widmete  er  der  Ausübung  der 
Musik  seine   volle   freie  Zeit,   so- 


Mosel,  Ignaz  Franz. 


78 


Mosel,  Ignaz  Franz. 


wohl  als  Theoretiker,  Komponist, 
wie  als  Dirigent  und  zwar  mit  so 
entschiedenem  Talente,  dass  er  an 
der  Spitze  aller  öffentlichen  Musik- 
ausübungen stand.  1812  leitete  er 
die  Aufführung  der  Gesellschaft 
der  Musikfreunde,  deren  Mitglied 
er  war,  1813  führte  er  den  Messias 
auf,  1815  den  Samson  in  Gegen- 
wart des  Wiener  Kongresses,  1819 
die  Jephta  u.  s.  f.  Er  entwickelte 
ti'otz  seinen  amtlichen  Stellungen 
eine  staunenswerte  Fruchtbarkeit 
als  Komponist,  die  bei  den  Zeit- 
genossen viel  Anerkennung  fand, 
allerdings  heute  längst  vergessen 
ist  (Schilling  ausfiilirlich.  Denk- 
steine. Biographien  über  M.  u.  a. 
von  Dr.  Aug.  Schmidt.  Wien  1848). 
Verzeichnis  seiner  AVerke  soweit 
sie  sich  nachweisen  lassen: 

Schriften : 

Versuch  einer  Aesthetik  des  drama- 
tischen Tonsatzes.  Wien  1813  Straufs. 
8».  83  S.  [B.  B.  B.  M.  Musikfr.  Wien. 
B.  Lpz.     Brüssel. 

Ueber  das  Leben  und  die  Werke  des 
Antmi  Salieri.  "\Vieu  1827  "WalJishauser. 
80.  212  S.  [B.  B.  B.  Wagener.  Musikfr. 
Wien.  B.  Lpz.  Bmssel.  Einsiedeln. 
Arast. 

Ueber  die  Original-Partitur  des  Requiem 
von  W.A.Mozart...  AVieu  1839  Straufs.  8". 
[B.  B.     B.  M.     Musikfr.  Wien.     B.  Lpz. 

Ueber  die  Oper.  Cäcilia  von  Schott, 
Bd.  2,  233.  Entgegnungen  ebd.  von  Dr. 
Wöltje  Bd.  7,  251. 

Geschichte  der  K.  K.  Hofbibl.  zu  Wien. 
Wien  1835  Beck.  8».  398  S.  Von  345 
ab  über  seltene  Musikalien.  [Wiener 
Bibliotheken. 

Vaudex-ille,  Liederspiel,  Singspiel  und 
Oper.  Musikal.  Ztg.  Wien  1820  S.  681  ff. 
—  Ebeudoi-t  1818  S.  437  ff:  Ueber  die 
Grundlage  und  den  Charakter  der  neueren 
tragisch-dramatischen  Musik  in  Frankreich. 
[Ibid. 

Ueber  die  Oper.  Beurthlg.  des  Werkes: 
De  I'opera  en  France  (von  F.  II.  J.  Blaze, 
in  Jahrb.  der  Literatur)  Sonderabdr.  Wien 
1821.     8«.      [br.  Mus. 

Er  übersetzte  G.  Jones  Geschichte  der 
Tonkunst  ins  Deutsche.  Wien  1821.  8«. 
227  S.     [B.  B.     Musikfr.  Wien.     Briissel. 

In  der  Lpz.  Ztg.  Bd.  36,  117  ein  Ar- 


tikel über  die  Gebrüder  Müller.  In  der- 
selben Ztg.  vielfache  Urteile  über  seine 
Werke. 

Necrolog  des  grofsen  Tonsetzers  Herrn 
Abbe  Max  Stadler,  herausgeg.  von  Diet- 
richstein.   Wien  1864  Brauuaüller.     [B.  B. 

Die  Tonkunst  in  Wien,  während  der 
letzten  fünf  Dezennien.  Eine  Skizze.  In 
Stuttgarts  Jahrbuch  der  deutschen  Ton- 
kunst 1842.     [Musikfr.  Wien  im  Ms. 

Koinpositioncn : 

Missa  in  Dm.  f.  Chor  u.  Orch.  [Mu- 
sikfr. Wien,  soll  1871  makuliert  sein].  — 
Messe  in  Cd.  Ms.  in  Klosterneubiug.  — 
Ebendort  1  Veni  sancte  im  Ms. 

Sieh  mein  Aug,  nach  Zions,  4stim.  P. 
gedr.     [Berl.  Singakademie. 

Der  120.  Psalm,  zu  2  Sopr.  u.  2  Alt- 
stim. Wien,  Steiner  &  Co.  Part.  [B.  B. 
Hofb.  Wien.  Musikfr.  Wien  im  Autogr. 
nebst  dem  G.  Psalm.     Darmst. 

—  2.  Aufl.  Wien,IIasliuger.     [B.Kgsbg. 

Danklied  an  den  Ewigen  .  .  .  aus  dem 
9.  Psalm  für  Gstim.  Chor  ohne  Instrum. 
Wien,  Ila-slinger.  P.  u.  Stb.  [Ilofb.Wien. 
Musikfr. Wien.  Dresden.  Proske-Metten- 
leiter. 

Hymne  von  Klopstock :  Dank,  Ehr  und 
Preis  f.  4  Singst.  Comp.  7/5  1832.  P. 
Autogr.     16486.     [Ilofb.Wien. 

3  Hymnen  aus  dem  Trauerspiele  Brutus 
von  Mathaeus  von  Collin.  Mit  Orchester. 
Wien.  Steiner  &  Co.  P.  81  S.  in  kl.  fol. 
[Hofb. Wien.  Musikfr.Wien.  B.B.  Proske. 
br.  Mus.     Einsiedeln.     Darmst. 

Die  Feuerprobe,  Operette  in  1  Akt. 
(Wien  Dez.  1810,  16  mal  wiederholt)  Ms. 
P.  [Brässel  Cons.  Hofb.  Wien,  Autogr. 
15747. 

Cyrus  und  Astyages,  Oper  in  3  Akten, 
1816  komp.  1818  in  Wien  aufgeführt, 
dann  in  Dresd.  [Dresd.  Oper  Ms.  P.  u. 
Stim,      Darmst.      Hofb.  Wien  Ms.  16535. 

Die  Eückkehr.  Festspiel  in  1  Akte. 
Ms.  Stb.     [Musik-fr.  Wien. 

Die  Horatier,  Lyrische  Tragödie  in  3  Act. 
1844  (ohne  Autor)     P.    Autogr.     16613. 

Salem.  Eine  lyr.  Trag,  in  4  Act. 
5/3  1813.     P.  Autogr.     18613. 

Die  Annäherung  des  Feindes,  Chor.  P. 
18774.     Autogr. 

Einleitung  zu  Collin's  Feyer,  comp. 
1811.     P.     18773.     Alle  in  Hofb.  Wien. 

Tag  und  Nacht.  Gedicht  von  Seydel, 
für  4  Singstim.  mit  Pfte.  Wien,  Has- 
liuger.  P.  kl.  fol.  9  S.  [Hofb.  Wien. 
Musikfr.Wien.     Amst. 

Die  Wolken  (für  4  Singst.).  Beilage 
zur  Wiener  Musikztg.  1842,  1  Bl.  [B  B. 
MusiMr.  Wien  im  Autogr. 


Mosel,  Ignaz  Franz. 


79 


Moser,  Maunis. 


Abschied  von  Lilienfeld,  für  2  S.  2  A. 
P.  AutogT.  [Musikfr.  Wien.]  —  Ebendort 
noch:  Morgenlied:  Auch  noch  heute,  f. 
2  S.  2  A.  P.  Autogr.  —  An  Aphrodite 
und  an  Bacchos,  f.  Chor  u.  Orch.  P.  — 
Harmonia:  Der  Hpin  verstummt,  f.  8  Stirn. 
u.  Orch.  P. 

Hermes  und  Flora.  Eine  Cantate  von 
Veith.  Wien  14/6  1812.  P.  Autogr. 
15  744.     [Hofb.  AVien. 

Hygea  an  Wiens  adelichen  Frauen- 
verein. Wien  6,3  1814.  P.  Autogr. 
15  744.     [Hofb.  AVien. 

Aria  (Yuoi  per  sempre)  Yienna,  Steiner 
&  Co.  qufol.  7  S.  [Hofb.  Wien.  Mu- 
sikfr. Wien  nebst  5  Arien  aus  Opern. 

3  Sanilg.  je  6  Gedichte  f.  1  Singst,  mit 
Pfte.  AVien,  Steiner  &  Co.  13,  21  u. 
21  S.  [Hofb.  AA^ien.  Musikfr.  AAlen. 
B.  B. :  2.  Samlg.     Dresd.  Mus :  1.  Samlg. 

Lieder  mit  Begltg.  der  Guitarre  in  ver- 
schiedenen Schauspielen  gesungen.  AVien, 
Steiner  &  Co.     [Hofb.  Wien. 

Das  Lied  der  Mignon  v.  Goethe  mit 
Pfte.  AVien,  Steiner  &  Co.  [Dresd.  Mus. 
B.  B. :   im  A'^erlage  von  Cappi  &  Diabelli. 

Zur  Heimath.  —  Maria  an  ihren  Vater. 

—  Dorothea  s  Lied.     [Musikfr.  Wien. 

26  Nin.  „musikal.  Arbeiten"  für  das 
k.  k.  Hofburgtheater.  P,  Autogr.  16554. 
[Hofb.  AVien. 

2  Lieder  im  Ms.  B.  Dresden. 

KrönuDgs-Marschf.Blasinstr.  P.  18632. 
[Hofb.  Wien. 

Ouvertüre  zur  Oper  Cyrus  u.  Ast>'ages. 
Part.  Wien,  Steiner  &  Co.  fol.  [B.  ß. 
Musikfr.  Wien  noch  die  .Ouvert.  zu  Salem 
uud  Ottocar  f.  gr.  Orch.  in  P.     Eiusiedeln. 

Six  Duos  p.  2  V.  oe.  1.  Amst., 
Schmitt.     2  Stb.     [Lübeck. 

12  Menuetten  und  12  Trios  f.  gr.  Orch. 

—  12  deutsche  Tänze  uud  12  Trios  nebst 
Codaf.gr.  Orch.  1806.  Stb.  [Musikfr.AVien. 

12  deutsche  Tänze  mit  12  Trios  und 
12  Menuetts  mit  12  Trios  f.  Orch.  P. 
16597.  Dann  ebensoviel  in  Hofb.  AA'ien 
Mss.  18501  u.  18598. 

Er  bearbeitete  und  übersetzte  auch  das 
Oratorium  Jephta  von  Händel.  Zürich. 
8°.     [Einsiedeln. 

Im  Autogr.  B.  B.  Grasn. ,  Textüber- 
setzung nebst  den  Recitativen  zu  Mozart's 
Figaro. 

Mosel,  Prosper,  um  1806  Ka- 
nonikus in  Klosterneuburg  bei  Wien; 

gab  in  den  Jahren  1805—1807  meh- 
rere Instrumentalwerke  heraus,  wie  Trios, 
Variationen  u.  a..  die  in  der  Lpz.  Ztg.  9, 
125  u.  10,  686   besprochen  werden.     In 


dem  Samlwk.  Künstlerverein  ist  ein  Mosel 
aufgenommen  mit  A'ariationen  über  ein 
Thema  von  Diabelli  für  Pfte.,  fraglich 
welcher. 

Mosell  (Mosel),  GrioTanni  Feiice, 

geh.  um  1754  zu  Florenz,  Schüler 
seines  Täters,  der  ein  Schüler 
Tartini's  war  und  später  Schüler 
Nardini's.  Trat  schon  mit  15  Jahren 
als  Yirtuose  auf,  wurde  in  der  Ka- 
pelle des  Grofsherzogs  Leopold  von 
Florenz  augestellt  und  1793  als 
Nachfolger  seines  Lehrers  erster 
Violinist  und  Musikdirektor  (capo) 
in  der  Kapelle.  Dies  bestätigt  ein 
Textbuch  von  1795.  Im  Magazin 
von  1786  wird  er  „celebre  Pro- 
fessore  di  Fiorenze"  genannt.  1812 
war  er  in  gleicher  Stellung  am 
Theater  de  la  Pergola  (Fetis  nach 
Gervasoni's  Nuova   teoria   di   mu- 

sica  p.  195). 

Fetis  verz.  4  Samlg.  Instrumentalmusik. 
Bekannt  sind  mir  nur  6  Duetti  per  2  Vio- 
lino  und  Sonata  per  V.  e.  B.  in  Stb. 
[Musikfr.  Wien. 

Im  br.  Mus.  ein  Johann  Felix  Mosel 
mit  ,.6  Gedichte  für  1  Singstim.  mit  Pfte. 
AVien"  c.  1810  qufol. 

Moser,  Friedrich,  geb.  um  1767 
zu  Berlin,  betrieb  die  Musik  nur 
als  Dilettant  und  war  geheimer 
Rat  im   preuTsischen  Ministerium. 

Er  schrieb  imter  den  Buchstaben  F.  M. 
eine  Biographie  Rode's,  betitelt:  Pierre 
Eode;  dedie  ä  ses  amis.  Berlin  1831. 
14  S.     [B.  B. 

Moser,  Joseph,  Bassist  an  der 
Hofkapelle  in  Wien  mit  400  Gld., 
später  500  Gld.  jährl.  von  1726 
bis  t  8.  Juli  1750,  50  Jahr  alt 
(Köchel  1).  In  Köchel  2,  230  wird 
ein  Joseph  Moser  als  Hofscholar 
an  der  Wiener  Hofkapelle  von 
1724—1729  erwähnt.  Wahrschein- 
lich ist  es  derselbe.  Der  in  der 
Lpz.  Ztg.  8  als  Komponist  von 
Violinconcerten  genannte  Moser 
soll  Moeser  in  Berlin  sein. 

Moser,  Maiirus,  Mönch  im  Bene- 
diktinerkloster St.  Trudpertus,  wie 


Moses. 


80 


Mossi. 


der  Titel  aussagt,  dagegen  Fetis: 
im  Kloster  Beuedictbeuera  in 
Baiern.     Gab  heraus: 

Cantiones  sacrae  ab  1  et  2  voc.  c.  Viol. 
necessariis  ac  3  iustrum.  ad  lib.  Lib.  1. 
Ulmae  1685  (1G8G)  suiiipt.  Dan.  Gürlini, 
literis  Matth.  Wagneri.  32  Gesge.  [ß.  B: 
8  Stb.     B.M:  V  2. 

Viridarium  nuisiciun,  seu  cantiones 
sacrae,  1  et  2  voc,  c.  V.  Lib.  1.  Ulmae 
168.Ö.     [Paris  Nat. 

Moses,  Johann  Oottlried,  Or- 
ganist zu  Auerbach,  Kreis  Zwickau, 
ist  bekannt  durch  die  Drucke: 

Versuch  einiger  Oden  und  Lieder  .  . . 
Lpz.  1781  Breitkopf.  10  Lieder.  [B.  Lpz. 
MusiJifr.  "Wien.     Brüssel  Cons. 

Handbuch  für  Orgelspieler.  1.  Till. 
Drcsd.  1785.     [B.  Lpz.     B.  B. 

—  2.  Thl.,  Naumann  dedic.  Dresd., 
Hilscher.  kl.  (iu4".  21  und  23  S.,  das 
2.  Buch  des  2.  Thls.  Burney  dedic.  [B.  B. 
B.  "Wagener.  Brüssel  2  Teile:  Leipzig, 
Hilscher.  ([ui^. 

Gerber  1  zeigt  noch  Einiges  an. 

Mosi,  . . .  KapcHmeister  an  der 
Kirche  St.  Apustuli  in  Rom  und 
Sänger  in  der  päpstl.  Kapelle,  starb 
im  April  1772  (Burney  1,  195). 

Mosmayr  (Mosmaier,  Moosmayr), 
Johann  H(aptist?),  war  Hoforganist 
in  München,  seit  etwa  1770  mit 
400  Gld.,  später  nur  880  Gld.  Ge- 
halt. Ist  noch  1799  im  Dienste 
(Kreisarchiv). 

Die  B.  M.  besitzt  von  ihm  1.  Tribula- 
tiones  cordis  mei  4  voc.  c.  2  Clariuetti, 
2  Viole,  c.  org.  Ms.  9  Stb.  2.  Exurge 
Dne.  —  Alleluja,  Veui  Domiue  4  voc.  mit 
gleicher  Besetzung.     Ms.  in  Stb. 

Mosmajr  junior,  vielleicht  der  Sohn 
des  obigen,  ebendaselbst  um  1789  mit 
100  Gld.  Gehalt  als  Hoforganist  angestellt. 
Er  lebte  noch  1830.  Die  B.  M.  besitzt 
von  ihm  1.  AUemaude,  Polonaise,  Anglaise 
und  2  "Walzer  f.  Klav.  1803.  Ms.  — 
2.  Sonata  per  il  urgano,  composto  1830. 
Ms.  (fälschlich  im  Kat.  der  Bibl.  unter 
J.  B.  Mosm.  gestellt). 

Mosmayr,  Marlin,  war  Priester 
und  Hofmusikus  um  1734  an  der 
Münchener    Kapelle    (Kreisarchiv). 

Moss,  John;  Hawkins  4,  373. 
375  bezeichnet  ihn   um    1679   als 


Gambisten  (Yiolaspieler  sagt  er)  an 
der  Kgl.  Kapelle  zu  London.  In 
5,  26  sagt  er,  dass  sich  im  Samlwk. 
Treasury  of  music  einige  Gesänge 
befinden.  Der  Antiquar  Alb.  Cohn 
zu  Berlin  besafs  1878  folgendes 
Druckwerk  von  ihm: 

Lessons  for  the  Basse-  Viol  on  the  Com- 
mon-Tuning,  and  many  other  New-Tunings: 
cont.,  Allnuins,  Corants,  Sarabands,  Jigg 
Allmans;  in  all  the  usual  Keys  of  the  Scale 
of  musick;  together  with  a  Thorough-Bass. 
Composed  by  John  Moss,  for  the  use  of 
his  scholars.  Loud.,  printed  by  "VV.  God- 
bid  für  tlio  author,  and  are  to  be  sold  by 
Julin  Playford  . .  .  1671.  2.  voU.  <iu4". 
Vorwort  gez.  mitSaraceus-Head,  Nov.  1670. 
105  S.  Musik.  6  Notenliuien  mit  Buch- 
staben-Notienmg,  dai'übor  Noten  als 
Wertzeichen,  eine  Gambentabulatur.  2. 
Buch  105  Nrn:  The  Thor. -Base  to  the 
Lessons  ou  the  Basse-Viol . .  Typendruck. 
[Li  Floi-enz  B.  n.  auch  ein  Ex. 

In  Locke's  Samlwk.  von  1673  vier 
Tänze  für  Klavier  (Eitner  1).  In  Henr. 
Lawes'  Select  ayres  and  dialogues  1669 
Playford's  Choice  ayres  1679  einige  Songs. 

Mossato,  Alberto  (Albrecht), 
Instrumentist  an  der  Hofkapelle  in 
München  von  1582—89  mit  180 
Gld.  Gehalt.  Im  Jahre  1586  be- 
siiciite  er  Italien.  1590  wird  er 
mit  Organist  bezeichnet  und  ver- 
lässt  München.  Nach  Lipovvsky 
war  er  aus  Cremona  geb.  und 
schon  1556  (sie?)  an  der  Hof- 
kapelle angestellt,  von  wo  er  dann 
in  Ksl.  Dienste  trat  (Kreisarchiv). 

Mosseder,  Magister  Franz  Ru- 
dolph, w^urde  1768  Chordirektor 
an  8t.  Aurelien  zu  Strafsburg  und 
am  29.  Aug.  1771  an  8t.  Thomas 
ebd.  bis  c.  1786  (Lobstein  71.  95). 

Mossi,  Oiovanni,  geb.  zu  Rom, 
Schüler  Corelli's,  trat  um  1720 
als  Violinist    und   Komponist   auf. 

Fetis  verz.  von  ihm  4  Drucke:  Kon- 
zerte und  Sonaten  für  Violine  op.  1.  2. 
4.  5  ohne  Fundort.  Bekannt  sind  mir 
1.  12  Concerti  in  2  Heften  für  2  V. 
obl.  2  Viola  di  grosso  (zum  12  Konz. 
noch  3.  u.  4  Viohno  obl.  und  3.  u.  4 
Viola  ripieno)   Vcl.   u.  Bc.     Amsterdam, 


Most. 


81 


Mosto,  Giov.  Batt. 


Le  Cene.  fol.  [Rostock,  br.  Mus:V3. 
4.  V  4.  oblig.]  'J.  Suuate  a  Violine  e 
Violone  e  Cembalo,  op.  1.  Prima  parte. 
Amst.,  Le  Cene.  qiifol.  12  Sou.  [Dresd. 
Mus.  Liepm.  besal's  eine  Ausgabe :  Anist, 
Boyer.  Paris  Nat.  la.  et  II.  parte,  br. 
Mus.]  3.  12  Sonate  o  Sinfonie  a  V.  solo 
con  il  Vcl.  op.  5.  Amst.,  Le  Cene.  Nr. 
542.     qu40.     51  S.     [B.  Wagener. 

1  Sonate  f.  V.  u.  B.  in  Hare's  Samlwk. 

1  Concerto  in  6  Concerti,  Samlwk.  von 
Koger. 

1  Solo  for  a  V.  in  Pagin's  6  Soli.  fol. 
[br.  Mus. 

3[ost,  Fraiieiscus,  ein  Ziiikeu- 

und  Posaunenbläser  a/d.  Hofkapelle 
in  München,  von  etwa  1568 — 1573 
mit  180  Gld.  jährlich  (Kreisarchiv). 

Mostart  (Mostaert),  Darid,  lebte 
als  Notar  um  1598  (f  1646)  in 
Amsterdam  und  gab  den  Psalmen 
Davids  von  Dathenus  eine  Musik- 
unterweisung bei.  Im  Kataloge 
der  Bibl.  des  Js.  de  Long  Nr.  1219 
ist  folgender  Druck  angezeigt: 

„De  Psalmen  Davids  von  P.  Datbenus, 
geheel  op  Muzyk- Noten;  met  den  Cate- 
cbismus  en  Ceremonien.  Item  körte 
ouderwysinge  van  de  Musyk-konste  en 
samenspreekiuge  over  bot  misbniyk  der 
Wijseu  en  des  Siugens,  door  David  Mos- 
taei"t,  in  Rym,  opgedraagen  aan  de  Ee- 
geering  van  Amsterdam.  Amst,  by  Corn. 
Claesz,     1598.     12". 

In  der  Ausgabe  von  1614  (Amst,  Jac. 
Isbrantsz.  Bos)  tritt  er  aucb  als  Yerbesserer 
der  Siugweisen  auf  und  ist  nur  mit  den 
Buchstaben  D.  M.  angezeigt,  doch  ist  sein 
Name  im  Vorworte  genannt  (Bouwst  2, 
111). 

Die  Bibl.  des  niederländ.  Musikvereins 
zu  Amst.  besitzt  2  Briefe  von  ihm  mit 
D.  Mostart  1629  gez. 

3[ostiers,  . . . 

nur  bekannt  durch  eine  viej'st.  Chan- 
sons im  Sainlwk.  Moderne's  von  1541  f 
(Eituer  1). 

Mosto,  Beriiardino  (di,  auch 
abgekürzt  in  B.  D.  M.).  Auf  dem 
Drucke  von  1588  bez.  er  sich  als 
Organist  des  Herzogs  Ernst  von 
Baiern,  Kurfürst  von  Köln.  An 
der  Hofkapello  zu  Wien  wird  vom 
1.  Aug.  1614—1616  ein  Bernhard 
Mosto     als    Kammermusikus     mit 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


20  Gld.  monatl.  verzeichnet,  der 
wohl  der  obige  sein  könnte  (Köchel 
1,  368).     Bekannt  ist  von  ihm  eine 

Öamlg. 

Madrigali  di . . .  Nouamente  composti . . . 
A  5  voci.  Anversa  15S8  Phalesio  &  Bellero. 
5  Stb.     (iu4».     21  Gesge.     [B.  M. 

2  Madrigale  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1). 
In  einem  Orgeltabulaturbuche  im  Ms.,  B. 
Thorn  (Lit.  K.  fol.  Nr.  16)  ist  er  unter 
den  Buchstaben  B.  D.  M.  vertreten. 

Mosto  Francesco,  diente  nebst 

2  Brüdern  seit  dem  2.  Mai  1573 
der  herzog].  Kapelle  in  München 
als  Zinkenbläser  und  erhielt  Weih- 
nachten 74  für  ein  Vierteljahr 
45  Gld.  Empfing  auch  mehrere 
Gnadengelder.  Im  Jahre  1577 
fehlt  er  in  den  Listen  (Kreisarch.). 
Im  Samlwk.  1575a  ein  2teiliges 
5stiin.  Madrigal  (Eitner  1). 

Mosto,  (jrioYaiini  Battista,  detto 
da  Udine,  sein  Geburtsort.  In 
seinem  Samlwke.  von  1577  erklärt 
er,  dass  Claudio  Merulo  sein  Lehrer 
war.  Vom  7.  Nov.  1580  bis  1.  Mai 
1589  Kapellmeister  am  Dome  zu 
Padua,  diente  dann  dem  Fürst- 
Kardinal  Sigism.Bathori  von  Sieben- 
bürgen, wo  er  sich  noch  1595  be- 
fand (siehe  auch  das  17.  lib.  von 
Monte's  Madrig.  von  1595)  und 
ging  darauf  nach  Mantua  zum  Be- 
suche; Canal  89  sagt,  dass  er  1594 
von  Krakau  (sie?)  zum  Besuche 
nach  Mantua  ging.  Die  Stellung 
in  Padua  und  Siebenbürgen  wird 
auch  durch  die  Titel  seiner  Drucke 
bestätigt.  Von  seinen  Kompositionen 
sind  bekannt: 

1578  ...  II  1.  lib.  de  Madrigali  a  5  voci 
Con  uu  Ecco  a  dieci  nel  fine  . .  .  Vineg. 
1578  Scotto.   5  Stb.    4".    23  Madr.,  davon 

3  von  Merulo.     [br.  Mus.     Bologna:  CA. 

1584  ...  n  2.  lib.  de  Madr.  a  5  voci 
. . .  Ven.  1584  Vinconti  &  Amadino.  5  Stb. 
40.  20  Madr.  [B.  M.  br.  Mus.  Modena 
fehlt  T.      Verona  S.  f.:  C      Bologna:  B. 

1588  ...  II  3.  lib.  de  Madr.  a  5  voci 
.  . .    Ven.    1588   Gardano.     5   Stb.     qu40. 

21  Madr.      [Modena.      br.  Mus.  fehlt  5  a. 

6 


Müsto,  Giov.  Batt. 


82 


Motz. 


1595  ...  II  1.  lib.  de  Madr.  a  6  voci 
. .  .  Ven.  1595  Gardano.  ü  Stb.  4».  21 
Madr.  In  der  Dedic.  sagt  er,  dass  er 
schon  viele  .Taliro  dem  Fürst  -  Kardinal 
diene.      [Proske.     Modeua.     Wolfenb:  T. 

—  Ausg.  Anversa  1600  Pbalcsio.  6  Stb. 
40.     [Brüssel. 

Er  gab  auch  das  Sanüwk.  1579  a  heraus 
(Eitner  1):  Corona  de  Madrigal!  a  6  voci 
di  diversi  eccellent.  musici  . .  .  Lib.  1. 
Vineg.  1579  Scotto.  0  Stb.  4".  21  Madr. 
(Reg.  bei  Vogel).  [B.  D.  B.  K.  br.  Mus: 
B.      Venedig  Marco:   CA.      Bologna:  A. 

Ein  früheres  ist  betitelt:  II  1.  fiore 
della  (ibirlaiida  niusieale  a  5  voci  Con  uii 
Dialogo  a  noue.  Di  diversi  eccellent. 
musici  ...  Vineg.  1577  Scotto.  5  Stb. 
40.  2S  Madr.  davon  4  \uu  Mosto.  Reg. 
bei  Vogel  2,  42ü.     [Bologna:  C.  A. 

15  italiea.  Gesge.  in  alten  Sanüwk. 
inclus.  seines  eigenen  Samlwk.  von  1579 
(Eitner  1),  ferner  in  den  Kaiulwken.  Viu- 
centi's  &  Aina<lino's  Musica  de  diversi 
auttori  1584:  Mentre  uel  vostro  8  v. 
Amor  io  nioro,  9  voci.  —  In  G.  Vincenti 
De'floridi  virtuosi  1592:  Si)ira  da  la  dolc' 
aria.  —  In  Ainadino's  Florindo  e  ai'milla 
1593:  Resto  il  pastor.  —  In  Ang.  Gar- 
dano's  Madr.  pastoiali  (ein  Nachdruck  von 
1594  a  mit  Aenderungen):  Lieta  negli 
occhi.  —  In  Morley's  Triumphs  of  Oriaua: 
Sweetly  pleasing. 

Ms.  B.  L.    Ivegina  coeli  5  voc.  Nr.  7. 

Für  Laute  arrangiert  im  Denis  und 
Rüde. 

Mosto,  Marc'  Antonio,  Kum- 
incrnuisikiis  und  Instniiiientist  a/d. 
Hotka[)eJle  zu  Wien  mit  15  Gld., 
später  18  Gld.  monatl.  Gehalt  von 
1603 — 1612  und  dann  wieder  vom 
1.  Aug.  16U— 1616  (Küchel  1  und 
p.  127). 

Mota,  Antonius  de,  Contraltist 
am  8t.  Peter  in  Rom  von  1471 
bis  1474  (Viertel].  3,  237). 

Motettae,  Anonymi  im  Druck, 
siehe  die  gedruckten  Kataloge,  wo 
sie  entweder  unter  Anonymi  oder 
im  Register  stehen,  ferner  Eitner 
1  und  2. 

In  B.  M.  der  spanische  Druck:  Motetos 
y  obras  diferentes  al  Santissimo  y  Nrä 
Srä.  Heniandes  Motriti  sculpsit.  1  vol. 
40.     54  S.  mit  2— 4 st.  Gesgen.  u.  Bc. 

Iq  Hds.  sind  sie  auf  öffentlichen  Bib- 


liotheken   zahlreich    vertreten,    verlieren 
aber  durch  die  Anonymität  au  Interesse. 

Motliscliiedler,  Friedricli  Plii- 
lipi)  Christian,  geh.  17.  Okt.  1774 
zu  Heinrichs  b.  Suhl,  1808  Uni- 
versitäts-Musikdir.  in  Halle  (Leipz. 
Ztg.  37,  700). 

Motley,  liicliard,  lebte  im  An- 
fange des  18.  Jhs.  wahrscheinlich 
zu  London  und  gab  heraus: 

A  coUecliou  of  ayres,  in  3  parts,  cont. 
46  tunes  in  8  sets.  London  1701  W.  Pe- 
arson.  (jul".  [br.  Mus:  Bassus,  1.  Tieb- 
les  d('fect. 

Motta,  D.  Artemio,  geb.  zu 
Parma,  lebte  um  1710  und  gab 
nach  Gerber  2 

X  Concei-ti  ä  2  V.  A.  Ten.  Viola  c 
Bc,  op.  1  in  Amsterdam  heraus.  Bekannt 
sind:  Cantato  a  voce  sola  consacrate  al 
morito  sopragrande  . . .  Contessa  Bernieii 
Riva  ...  Op,  2.  Bologna  1704  Silvani. 
Dedic.  in  Parma  untcrz.  1  vol.  4  Bll.  u. 
92  S      (Bologna. 

Motta  (Motte),  Daniel  de,  Teno- 
rist a/d.  Hof  kapeile  zu  Wien  mit 
12  Gld.  monatl.  (iehalt  vom  1.  Dez. 
1564  bis  zu  seinem  Tode  am 
1.  April  1590  (Küchel  1). 

Motte,  Franz  La,  siehe  La- 
niotte. 

Motte,  Äfaistre  Robert,  Priester 
und  Pfairer  von  Guarguesalle, 
Sänger  der  K.  Kapelle  Est.  Michel; 
beteiligte  sich  1573  an  der  Grün- 
dung des  Concurses  zu  Evreux 
(M.  f.  M.  22,  190.  Seite  205  ist 
sein  Tod  mit  1587  angezeigt). 

Motterus,  CIi . . .,  bekannt  durch : 

Cithara  germanicae  querula  una  cum 
triumphali  tuba  sonante  belgica.  Arn- 
hemii  1G31.    4".    ohne  Autor.     [Brüssel. 

Motte ux,  PieiTe  le,  siehe  Le 
Motteux. 

Motz,  Oeor?;',  geb.  1653  in 
Augsburg,  studiert  1669  in  Worms, 
geht  darauf  zur  Musik  über,  wird 
Musikus  beim  Fürsten  zu  Eggen- 
berg, geht  1679  nach  Italien,  wurde 
nach  1680  in  Krumau  in  Böhmen 
Organist,  begab  sich  1681  auf  die 


Motz. 


83 


Moulinglien. 


"Wanderschaft  nud  fand  endlich 
am  2.  Febr.  1682  in  Tilsit  (in 
Prenfsenj  als  Kantor  nnd  Musik- 
direktor der  Kgl.  Provinzial-Schule 
eine  Anstellung,  avo  er  noch  im 
Jahre  1724  lebte  (Mattheson  l, 
234,  Abdruck  im  Gerber  2).  Als 
Komponist  soll  er  nur  Geringes 
geleistet  haben,  nur  als  Schrift- 
steller machte  er  sich  bekannt, 
worüber  sich  Mattheson  lobend 
ausspricht  und  die  Werke  näher 
beleuchtet.    Bekannt  sind  von  ihm: 

Die  veiiheidigte  Kirchenniusie  oder  .  .  . 
Beweis,  welcher  gestalteu  Herr  . . .  Chri- 
stiau  Gerber,  Pastor  in  Lockwitz  (Losch- 
witz V)  bei  Dresden  in  seinem  Buche  uu- 
erkiuidte  Sünden  der  Welt  nennet  ...  da 
er  von  dem  Missbrauch  der  Kirchenmusik 
geschrieben  ...  s.  1.  1703.  8».  154  S. 
[B.B.  B.IIbg.  B.  Lpz.  B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien.  Brüssel.  (Vollständiger 
Titel  bei  Gerber  2,  Jahreszahl  und  Seiten- 
angabe sind  falsch). 

—  Abgenöthigte  Fortsetzung  ...  s.  1. 
1708.  208  S.  iu  8«.  [B.  B.  B.  Wagener. 
Brüssel. 

Die  Sclirift  von  Christn.  Gerber  befindet 
sich  in  der  B.  B. 

Das  Ms.  was  noch  Mattheson  erwähnt, 
scheint  verloren  zu  sein. 

Mouche,  ...  ein  Pariser  Kom- 
ponist, der  1796: 

3  Sonates  p.  le  Clav.  op.  1  und  1708: 
Le  Flageolet  d'amour  av.  acc.  de  Pfte. 
herausgab  (Gerber  2). 

Mouchean  (Moucean),  Joannes, 
wird  am  15.  Nov.  1538—1539 
päpstl.  Sänger  (Viertel].  3,  267). 

Mouchiet,  Jacques,  Sänger  am 
Hofe  Philipp  des  Schönen,  der 
seit  1496  —  1501  zu  Middelburg 
in  Zeeland  residierte  (Sti"aeten  7, 
108.  178). 

Mouchy,  F. . .  D. . .,  ein  Pariser 
Komponist,  den  Gerber  2  im  Jahre 
1796  erwähnt  u.  der  in  der  B.M.  mit 

3  Sonates  pour  le  pfte.  av.  V.  ad  üb. 
oe.  2  de  Sonates.  Paris,  Doisy,  2  Stb. 
vertreten  ist.  Im  Jahre  1803  werden 
ohne  Vurnamen  Guitarrepiecen  angezeigt. 

Mottcke,  Francesco,  lebte  um 
1732. 


Im    Ms.  L315    der   B.  B.    S.  15    ein 

Pauge  lingua   per  B.  e  Cent.,   aus  einem 
Florenzer  Drucke  von  1732. 

Mouill,  Erasmus,  Bassist  an 
der  Hof  kapeile  in  Wien  mit  12 
Gld.  raonatl.  von  1569  bis  1575 
(Köchel  1). 

Moulcls,  John,  ein  Engländer 
der    2ten  Hälfte  des  18.  Jhs.    gab 

heraus : 

A  collection  of  favorite  songs,  sung.  .  . 
at  Eanelagh.     London,     fol.     [br.  Mus. 

The  ßetrospector ;  a  collection  of  son- 
nets,  cont.  spring,  summer,  autumn,  & 
wiuter .  .  .     London,     qufol.     [br.  Mus. 

Clarissa  Harlow,  or  the  histoiy  of 
a  young  Lady,  Consisting  of  4  Ballads 
in  different  periuds  of  her  life .  .  .  the 
words  by  the  author  of  the  Suffering 
Negro.  London,  printed  for  G.  Goulding. 
qufol.     [br.  Mus. 

Three  .  .  .  Sonatas  for  the  harps.  or 
Piauo  Forte  with  an  acc.  for  a  V.  Op.  X. 
London,  G.  Goulding.     fol.     [br.  Mus. 

Im  br.  Mus.  noch  49  Einzeldnicke  von 
Songs,  Ballads  u.  a. 

Moulet,  Joseph-Agricole,  be- 
kannt durch  eine 

Hynme  a  la  liberte  (Paris  c.  1794) 
chez  Fröre,     kl.  (ju80.     [br.  Mus. 

Mouliu,  Ouillaunie  du, 

„  Bdsticn  da^ 

„  Romhaidt  dii^    Sänger 

in  der  Kapelle  der  Statthalterin 
Maria  von  Ungarn,  als  sie  1551 
nach  Spanien  ging  (Straeten  7,  431. 
Siehe  Basticn  du  Moliu). 

MouHn,  Jean  du,  siehe  Molin, 
durch  Ambros  3,  330  in  Moulin 
verdreht. 

Mouling'hen  (Fetis  fälschHch 
Moulinghem),  Jean-Baptiste,  geb. 
um  1751  zu  Harlem,  bildete  sich 
zum  Violinisten  aus,  kam  nach 
Paris  und  wurde  um  1774  Mit- 
glied des  Orchesters  der  Comedie 
italienne  bis  1809,  in  welchem 
Jahre  er  pensioniert  wurde.  Er 
schrieb  die  Opera- Yaudeville  ,,Nym- 
phes  de  Diane'^  und  Instrumental- 
werke (Fetis). 

Bekannt  ist  nur  eine  Symphonie  perio- 

6* 


Moulinie. 


84 


Mount  Edgcunibe. 


dique    DO.    1,    ä    giand    orchestre.     Paris 
BailloD.     [Paris  Nat. 

—  Ein  Bruder  von  ihm,  Louis- Charles, 
um  1753  zu  Harlem  geb.,  ebenfalls  Vio- 
linist, ging  nach  Brüssel  und  trat  in  die 
Kapelle  des  Prinzen  Charles  de  Lorraine, 
später  wurde  er  Musikdirektor  bei  herum- 
ziehenden Trappen.  1785  kam  er  nach 
Paris.  Fetis  verz.  von  ihm  7  Operetten, 
die  er  für  verschiedene  kleine  Theater 
schrieb.     Das  br.  Mus.  besitzt  von  ihm: 

Sinfonia  pöriodique  ä  piü  stromeuti. 
Paris  (1784).    fol. 

Moulinie,  Etieiiiie,  geb.  in 
Languedoc,  kam  1G26  nach  Paris 
und  trat  in  die  Kapelle  des  Her- 
zogs von  Orleans  als  Musikdirektor 
(1635  im  3.  Buche  Airs  nennt  er 
sich  Chef  der  Kapelle),  später 
Avurde  er  städtischer  Musikdirektor 
in  Languedoc  (Futis).  Nuitter  29 
schreibt:  Moulinier  (sie?),  Etienne, 
aus  dem  Hause  Gaston,  war  ein 
gelehrter  Musiker  und  Komponist 
von  Airs  auf  Dichtungen  von 
Perrin  . . .  Von  seinen  Kompo- 
sitionen sind  nachweisbar: 

Missa  pro  defunctis  5  voc.  Paris  1636 
Ballard.     [Paris  Nat. 

Ms.  in  Paris  Nat.  (Vm^  1171  fol.  140 
bis  141)  1.  0  bone  Jesu.  2.  Congratu- 
lamini.     3.  Flores  apparuerunt  5  voc. 

Airs  avec  la  tablaturc  de  lutli  de  .  .  . 
Premier,  Second,  Troisicismo,  Quatriesme 
et  Cinquiesme  livres.  Paris,  Pierre  Bal- 
lard 1624-1635.  1  vol.  in  40.  [Brüssel 
2382. 

"    —  1.  livre  von  1624.     [Stadtb.  in  Be- 
sannen,    br.  Mus. 

—  5.  livre  von  1G35.  23  Piecen  für 
1  Singst,  mit  Laute.  [Paris  Nat.  Paris 
Arsenal.     Paris  Mazariue. 

Deuxieme  livre  d'airs  de  cour  .  .  . 
Paris  1025.     kl.  (iu40.     [br.  Mus. 

Troisieme  (quatrieme  et  cinquieme) 
livre  d'airs  de  cour  ä  quatre  (et  cinc^) 
parties,  par...  Paris  1635 — 39  Pierre 
Ballard.  4  Stb.  in  quS".  [Brüssel  2326. 
Das  3.  u.  4.  Buch  besafs  auch  George 
Becker  in  Lancj-:  Dessus  u.  B. 

Airs  ä  quatre  parties  avec  la  Bc.  par 
.  . .  cy  devant  chef  ordinaire  de  la  musi- 
que  de  feu  Son  Altesse  . . .  le  Duc  d" 
Orleans  et  ä  present  Maistre  de  la  musi- 
que  des  Estats  de  Languedoc.  A  Paris 
1668   Rob.    Ballard.     4  Stb.     kl.  qu40   ä 


24  BU.  [besafs  G.  Becker  in  Lancy: 
Dessus. 

Das  Conservatoire  zu  Paris  besitzt 
Melangos  ,  Cantates  und  viele  Motetten 
(im  Ms?). 

Mersenue  teilt  2  Airs  in  seiner  Harm, 
univ.  Bd.  2  S.  411  mit. 

Im  4.  Theil  der  Arien  Heiur.  Albert's 
1651  ein  Satz  von  ihm. 

Mr.  Brenet  führt  in  Les  Concerts  en 
France,  1900  p.  61  einen  Bruder  Etienne's 
an  mit  Vornamen  Antoine^  der  Ba.ssist 
von  1619  bis  1658  an  der  Kapelle  des 
Königs  und  der  Königin  war.  Etienne 
widmete  ihm  das  4.  Buch  der  Airs  de 
cour. 

3Ioulu  (MouUu,  Molu),  Pierre, 
lebte  im  Anfange  des  16.  Jiis.  u. 
war  ein  Schüler  Josquin's  (M.  f. 
M.  3,  212).  Ambros  3,  273  be- 
spricht seine  Messen.  Yon  seinen 
AVerkcn  sind  bekannt: 

22  Gesge.  in  alten  Sainlwken,  (Eitner 
1).  In  Archadelt's  Madrig.  3  voc.  1542 
die  Motette:  In  hoc  ego  .sperabo  fol.  13. 
Ilerm.  Finck  in  seiner  Practica  musica 
teilt  das  1.  Kyrie  der  Messe  „ToUo  jnoras 
placido''  aus  der  Missa  duarum  facierum 
ohne  Autor  mit  (nach  Ambros).  Im  Cod. 
39,  Ms.  der  Cap.  sistina  zu  Rom:  1. 
Missa  Alma  redeinpt.  4  (5)  voc.  2.  Cod. 
55,  Missa  super  Missus  est  4  voc.  und 
Missa  Stephane  gloriose.  3.  Cod.  38, 
Yulnerasti  cor  5  voc.  —  Im  Chorbuche 
C2G5  der  B.  Leiden  dieselbe  Mot.  Vul- 
nerasti.  —  In  li.  Froske  Ms.  773  Nr.  1 
die  Missa  duarum  facierum  4  voc.  —  In 
B.  Cainbral  Ms.  3  Nr.  6  Missa  saus 
pause,  ist  dieselbe  Messe  wie  A  deux 
villaiges  ou  plus  (Coussem.  6,  28).  —  In 
B.  Kassel.  Ms.  4.  24,  4  Stb.  von  1550 
Nr.  67:  Domine  dominus  noster  4  voc. 
—  In  Bolwjna  im  Ms.  Kat.  2,  342,  16.  Jh. 
nur  Teuor.  Kat.  3,  3  ein  Chorb.  des 
15.  Jhs.  in  kl.  4".  Bl.  1  „Jay"  Text  fehlt, 
3  voc.  Bl.  80,  Quam  pulchra  es  4  voc. 
Bl.  92,  Salve  reg.  4  voc.  Bl.  99,  In  illo 
tempore  4  voc.  Bl.  111,  O  dulcis  amica 
Del  4  voc.  —  In  B.  Zw.  Ms.  16,  87 
Quam  pulchra  es. 

3Iouiit   Ed^cuuibe,    Kicliard, 

Earl  of  (Fetis  fälschlich  Edgecumbe), 
geb.  13.  Sept.  1764,  gest.  26.  Sept. 
1839.  Ein  tüchtiger  Musikdilettant, 
trat  als  Komponist  der  Oper  „Zenobia'' 
auf,  aufgef.  1800  im  King's  Theater  zu 
London   und    schrieb  das  Buch:    Musical 


Mouque. 


85 


Eeminiscences  of  an  old  amateur,  cluefly 
respecting  the  Italiau  opera  in  England 
frora  the  year  177B  to  the  present  time. 
London  1827  W.  Clarke,  (2.  Ausg.,  die 
erste  erschien  s.  1. 1823).  12".  [B.  Brüssel. 
br.Mus.     Oxford  Bodl. 

3  Auo-.  vermeliii  bis  zum  Jahre  IhJb, 
ib.  1828r  120.    [ß.B.     Briissel.     br.Mus. 

4  Ausg.  vermehrt  mit  der  Beschrei- 
bung des  Händelfestes  1834.  Lond.  1834. 
12".  [R.  C.  of  Mus.  Glasgow,  br.  Mus. 
Bibl.  Davey  in  Brighton. 

Fetis  teilt  Einiges  über  den  Inhalt  mit. 

Movique  (Moucque,  Mocque), 
Antoine,  ein  Vikar,  soll  in  Ost- 
ende im  17.  Jh.  geb.  sein  u.  starb 
gegen  1723  ebd.  Sti\aeten  bringt 
zahlreiche  Dokumente  an  verschie- 
denen Orten  aus  denen  sich  er- 
giebt,  dass  er  schon  vor  1688  Or- 
ganist au  St.  Donatien  in  Brügge 
war  u.  1692  Sangmeister  in  Ost- 
ende mit  540  livre  jahrl.  Gehalt. 
1722  wird  er  daselbst  als  Priester 

genannt. 

Eo"-er  zeigt  1706  Motetten  von  ihm 
an,  auch  im  Kat.  der  Kirche  St.  Walburge 
in  Audenarde  ist  er  mit  Kompositionen 
verz.  (Straeteu  la,  40.  1,  212.  220  ff. 
5    '>19    '^-^l) 

'  Moiira,   P.  Jos6  Luiz  Oomes 

de,  geb.  in  Pousad eures  in  Portu- 
gal, trat  19/3  1763  in  den  Orden 
der  Operarios  ein  und  starb  1817 
zu  Coimbra.  Vasconcellos  verz. 
zwei  Abhandlungen  über  den  Ri- 
tual-Gesang der  katholischen  Kirche. 
Moura,  Pedro  Alvares  de, 
Kanonikus  a/d.  Kathedrale  Lamego 
zu  Coimbra.'  Lebte  einige  Zeit  in 

Rom. 

Yasconcellos  verz.  1  Buch  Motetten  zu 
4—7  Stirn.  Romae  1594  apud  Nie.  Mutium, 
und  ein  Buch  Messen  im  Ms.,  einst  m 
der  Lissaboner  Bibl.  befindlich. 

Mouraii,  ... 

ist  im  Echo  ou  Journal  1758  und  59 
mit  Piecen  vertreten. 

Moureau,  siehe  Merean. 

Mourerseyk,  (xerard,  ist  am 
23/2  1702  als  ein  die  „Musicam 
docef'  an  der  Universit.  zu  Lej^den 
eingeschrieben  (Bouwst.  3,  4). 


Mouret. 

Moiiret,  Jean-Joseph,  geb.  zu 
Avignon  16.  April  1682,  gest.  22. 
Dez.  1738  in  der  Charito  zu  Cha- 
reuton.    Bildete  sich  zum  Musiker 
aus,    kam    1707    nach    Paris   und 
fand  bald  darauf   eine  Anstellung 
bei  der  Herzogin  du  Maine.     Auf 
dem    Titel    von    1714    heilst    es: 
„Ordinaire    de    la    musique    de   la 
duchesse   du  Maine".     Er  kompo- 
nierte   Opern,    Ballets,   Divertisse- 
ments u.  a.    Später  erhielt  er  auch 
in   der   Kgl.  Kapelle    einen   Platz, 
wurde  Direktor  der  Concerts  spir- 
tuels  und  Komponist  a/d.  Comedie 
italienne.     Die     beiden     letzteren 
Anstellungen   verlor  er  1736   und 
der    Tod    der    Herzogin    beraubte 
ihn     auch     dieses     Amtes     (Fetis 
Näheres).     Von     seinen     Kompo- 
sitionen sind  nachweisbar: 

Les  amours  des  dieux,  Opera-ballet  en 
4  entrees  et  un  prologue,  repres.  16/9 
1727.  Paris  1727  Boivin.  [Paris  Fopera 
in  3  Ausg.  Paris Nat.  C.P.  br.Mus. 
Modena.     Darmst.  . 

Les  amours  de  Ragonde,  Comedie  lyn- 
nue  en  3  act.  (30.  oder  31/1  1742).  Paris, 
chez  la  veuve  Mouret.  Part,  trägt  den 
Titel-  Ragonde  ou  les  Soirees  de  viUage. 
—  Ausg.  Amst.,  Le  Cene.  qu40.  Part. 
[Paris  Fopera  beide  Ausg.  Paris  Nat: 
Ausg.  Amst.  C.P.  Pariser  Ausg.  Dresd. 
Mus.  Pariser  Ausg. 

Ariane,  tragedie  lyrique  en  5  actes  et 
un  proL,  repres.  6/4  1717  Pfis  1718 
J  B  Chrstph.  Ballard.  qu40.  P.  [Paris 
l'opera.  Paris  Nat.  C.P.  Dresden. 
Brüssel,    br.  Mus. 

\rlequin  Pluton.  Comedie  du  nouveau 
theutre  italien.  Avec  une  Vaudeville  de 
la  Comedie :  Le  jeu  d'amour,  compose  . .  - 
et  un  Menuet  du  bal  d'Auteuil  compose 
par  Miio  Marie  Anticr.  Paris  (1719)  P. 
kl.  40.     10  Bll.     [Hof  b.  Wien. 

Des  divertissemens  du  nouveau  theätre 
italien.     Paris,  6  Stb.     qu4«.     [Glasgow. 

Les  festes  de  Thalie.  Opera-ballet^  en 
3  actes  et  un  prologue,  repres.  19/8  1714 
Paris  1714  Chrstph.  Ballard.    1  vol.  qu4". 


spi 


[Paris  l'opera,  auch  im  Ms.  mit  den 
^i,äteren  Entrees  die  ebd.  1727  erschienen. 
Paris  Nat  br.  Mus.  nebst  dem  nouvelle 
Entree-  La  Proven^ale,  ib.  1722.  qu40. 
B  Hbg.     C.  P.    Rostock  nebst  einer  nou- 


Mouret. 


86 


Mouton, 


velle  entree,  1714  und  2  anderen:  Cari- 
selli  und  La  veuvo  1715.  Brüssel  Cons: 
Les  festes  ou  le  Triomph  de  Thalie,  mit 
den  Entrees :  La  Critique  ...  La  veuve 
Coquette.  La  Proven^-ale  und  der  neuen 
Ausg.  von  1720. 

Les  Graces,  ballet  heroi'que  en  3  aet. 
et  1  prolog.,  repres.  5/5  1735.  Paris, 
gravee.  F.  [Paris  l'opera,  Druck  u.  Ms. 
Paris  Nat.  C.  P.  br.  Mus.  Brüssel  Cons: 
Paris  chez  veuve  Mouret. 

Pan  et  Doris.  Pastorale.  Paris  (1738). 
qu40.     P.     [br.Mus.     C.  P. 

Pirithoüs,  Trag.  lyr.  en  5  act.  et  1 
prol. ..,  repres.  17/1  1723.  Paris  gravo 
Louis  Hue,  chez  Tautour.  qu4".  [Paris 
l'opera.  Paris  Nat.  Drcsd.  Mus.  C.  P. 
Brüssel. 

La  Proven^ale,  Entree  zu  Les  festes 
de  Thalie. 

Le  teniplo  de  Guide,  pastorale  eu  1 
act.  repres.  14/10  1741.  Ms.  P.  [Paris 
l'opera.     Paris  Nat.     C.  P. 

Trioniphe  de  Italic,  Ballet  1714.   [C.  P. 

Le  triomphe  des  sens,  Op. -ballet  en 
5  entröos  et  1  prol.  repres.  5/(j  1732. 
Paris  (s.  a.)  chez  la  veuve  Mouret.  [Pai-is 
Nat.  Paris  l'opera  im  Druck  u.  Ms. 
C.  P.  B.  B.  und  B.  G.  Ausg.  von  1718 
nur  Singst,  n.  Ix  1  vol.  in  4*^.  br.  Mus. 
Ausg.  1732.  Darm.st.  Biüssel  Cons: 
Paris,  chez  l'auteur. 

Ei)italame,  cantatille  franyais.  Paris. 
P.     qui".     [l»r.  Mus. 

L'amour  et  riiyinen.  Epitalamo  .  .  . 
Gravee  par  Le  Sr.  Ilue.  Paris  chez  la 
veuve  Mouret.     qu8".      [br.  Mus. 

Hjmne  a  l'aniour.  Cantatille  fran^-. 
. . .  Gravee  par  Mlle.  Louise  Roussel. 
qu8''.     [br.  Mus. 

Lcda.  Cantatille  fraucj-oise  . . .  Gravee 
par  Mnie.  Leclair.  Paris  chez  Ye.  Mad. 
Mouret.     qu8''.     [br.  Mus. 

Motets  ä  1  et  2  voix,  av.  simphonie  . . . 
Nr.  5.  G.  Graves  p.  Labassee.  Paris  1742 
Veuve  Mouret.   fol.     [br.  Mus. 

Le  Racomodement.  Cantatille  . . .  Gr. 
parMme.  Leclair.  Paris,  veuve  Md.  Mouret. 
quS^.     [ib. 

Eagonde,  ou  la  soiree  de  village,  mise 
en  mus.  par  feu  Mr.  Mouret. . .  Gr.  par 
le  Sr.  Ilue.  Paris,  veuve  Mouret.  quS".  [ib. 

Airs  serieux  et  ü  boire.  A  une  et 
deux  voix.  Avec  des  acconip.  Se  vend 
ä  Pai'is  che  l'auteur.  Paris  1719.  [Paris 
Nat.     br.  Mus. 

—  a.  Aufl.  von  1738.  qufol.  [Dresd. 
Mus. 

—  2.  recueil.  D'airs  . . .  Paris,  l'auteur. 
qufol.    [Dresd.  Mus.     Paris  Nat.  von  1719. 


—  3.  Livre  d'airs  serieux  et  u  boire, 
et  de  plusieurs  parodies  bachiques.  Paris 
1727  l'auteur.  (Er  nennt  sich  hier  „or- 
dinaire  de  la  mus.  de  la  chambre  du 
roi-'.  Euth.  1-  u.  2stim.  Chans,  mit  Bc.) 
P.  qu40.  [Dresd.  Mus.  Paris  Nat.  Mo- 
dena. 

Im  br.  Mus.  noch  4  Cantatille,  gedr.  um 
1740  zu  Paris,  grav.  par  Mme.  Leclair 
und  Le  Sr.  IIüc.     (iu8'^. 

Im  Conservat.^  zu  Paris  noch  einige 
Bde.  Musique  d'Eglise,  Cantatos  u.  Can- 
tatilles  (im  Ms?) 

Pougiü  giebt  eine  Liste  von  52  Opern, 

Mourtois,  Jean,  ein  Komponist 
aus  der  1.  Hälfte  des  16.  Jhs.,  der 
im  Ott  1587  mit  einer  zweiteiligen 
vierstim.  Motette  vertreten  ist 
(Kitner  1). 

Mouschct,  Jacques,  um  1492 
bis  95  Sänger  der  hohen  Messe  in 
der  Kapelle  der  Maria  von  Bur- 
gund,  Avelchen  dann  Maxmilian  I. 
in  seinen  Dienst  nahm  (Stracten  B, 
218). 

Moufs,  Adrian,  ein  Sänger  a/d. 
Hofkapello  zu  Dresden  zu  Regier 
Michael's  Zeit,  c.  1590  mit  150  (Jld. 
Gehalt  (s.  Staatsarchiv). 

Mouteroii,  .  .  .  bezeichnet  sicli 
selbst  mit  Dilettant  und  gab  1780 
eine  Samlg.  Airs  in  Paris  heraus 
(Magazin). 

Mouton, ...  der  Lautenist,  Seh  iiler 
von  Gaultier  (von  welchem  ist  nicht 
bestimmbar),  lebte  am  Ende  des 
17.  Jhs.  zu  Turin,  ging  darauf 
mehrfach  nach  Paris  1675,  1678 
wegen  eines  Prozesses  und  siedelte 
dann  gegen  1700—1720  ganz  nach 
Paris  über.  1678  wohnte  er  zu 
Paris  in  der  rue  de  l'Esperon 
(Weckerlin,  Kat.  p.  485.  Viertelj.  2 
siehe  Reg.  Walther  erAvähnt  ihn 
nur  als  Herausgeber  von  4  Lauten- 
büchern, die  La  Coste  in  Amster- 
dam, Nachfolger  Roger's,  in  seinem 
Kataloge  anzeigt.  Auch  Le  Sage 
de  Richce    erwähnt   seiner    1695). 

Nur  Weniges  hat  sich  von  seinen  einst 
weitverbreiteten  Kompositionen   erhalten : 


Mouton,  Jean. 


87 


Mouton,  Jean. 


Im  Couservat.  zu  Paris  befindet  sich  das 
Samlwk:  Recueil  des  plus  belies  pieces 
de  lut  des  meilleurs  niaitres,  sur  les  14 
modes  de  la  musif[ue,  savoir  sept  en 
bemol,  et  sept  en  becare.  Ms.  qul2.  Nach 
Weckerliu  um  1725  geschrieben.  Enthält 
18  Lauteupiecen  von  Mouton,  17  von 
Gautier  u.  a.,  siehe  Weckerlin  Kat.  486. 
Im  Conservat.  auch  das  Porträt  M.'s,  gra- 
viert durch  Edelinck  nach  einem  gemalten 
Bilde  von  De  Troy. 

In  der  Nationalb.  Paris,  Ms.  Vm  2660, 
qu40,  auch  einige  Piecen  von  M.  —  In 
B.  Augsbg.,  Lautenb.,  c.  J759  geschrieben, 
mit  und  ohne  Begleitung  als  Duo,  Trio, 
Quartett,  Quintett  etc.     Einiges  von  M. 

Herr  Ad.  Lindgren  in  Stockholm  besitzt 
im  Stich  „Pieces  de  Luth  sur  differents 
modes.  Paris,  l'auteur."  17.  Jh.,  mit  dem 
hds.  Vermerk:  Paris  lo  27  Febr.  l'an 
1699.  Den  Piecen  geht  eine  Abhdlg.  über 
Lautentabulatur  voran.  [Auch  in  B.Kgsb. 
mit  der  Bemerkg:  (Amst.,  Roger  &  Mortier.) 
fol.  64  S.  S.  2—5  ein  AvertissementJ). 
Beschrieben  mit  Facsim.  des  Titels  und 
1  Tousatze  in  M.  f.  M.  23,  4  f f .  8  Ton- 
sätze in  moderner  Notation. 

Mouton,  Jean,  liiefs  eigentlich 
Jemi  (Je  HoUin<)iie,  dit  Mouton. 
Holliugue  ist  wahrscheinlich  sein 
Geburtsort,  der  unweit  Metz  in 
Lotlu'ingen  liegt,  doch  bezeichnet  er 
sich  auch  mit  dem  Orte  „Samera- 
censis''  was  Samer  bei  Boulogne 
ist.  Er  lebte  zu  Paris,  wo  ihn 
auch  Glarean  kennen  lernte  und 
sprach  (S.  320,  in  der  Uebersetzg. 
S.  279)  und  befand  sich  als  Sänger 
im  Dienste  Louis  XII.  und  Franz  L, 
war  also  im  15.  Jh.  geboren  und 
starb  am  30.  Oktob.  1522  als  Ka- 
nonikus von  Thorouanne  im  Kol- 
legium zu  8t.-Quentin,  wo  er  auch 
in  der  dortigen  Kirche  begraben 
liegt.  Fetis  teilt  neben  den  obigen 
Nachrichten  auch  den  Wortlaut 
des  Grabsteins  mit.  Ambros  3, 
262.  278.  282  wiederholt  es,  ebenso 
Thoinan  84  u.  91.  Valdrighi  12, 
46  teilt  ein  Dokument  mit.  Von 
seinen  Werken  sind  bekannt: 

Missanini  Joanuis  mouton.  |  Liber  pri- 
mus.  I  Missa  sine  nomine.  |  Alleluya.  | 
Alma  redemptoris.  |  Item  alia  sine  nomine. 


I  Regina  meanxm.  ]  Am  Ende  des  Bassus: 
Impressum  Forosempronii  per  Oct.  Pe- 
tratium  .  .  .  Anno  Dni.  1515.  die  11 
Augusti ...  4  Stb.  qu40.  [br.  Mus.  Hof  b. 
Wien  fehlt  B.  B.  B.  fehlt  A.  Fetis  zeigt 
eine  Ausg.  von  1508  an,  die  in  der  Pariser 
Nationalbibl.  liegen  soll,  da  aber  nur  die 
Tenorstim.  vorhanden  ist,  so  fehlt  die 
Druckfirma  und  die  Annahme  von  1508 
kann  nur  mutmafslich  sein. 

In  alten  Samlwken.  93  Gsge.  aller 
Gattung  von  1505 — 1572  (Eitner  1,  man 
verbessere  und  setze  hinzu  S.  740:  Gaude 
virgo  Katharina  1534  h  steht  im  Bassus 
Gombert  als  Autor.  S.  741  Nesciens 
inater  steht  auch  1534  d  im  Attaingnant 
fo.  5.  S.  742  lies  Puer  natus  est  nobis . . .).  — 
p]in  Messen-  und  Motetten -Samlwk.,  nur 
Tenor  bekannt,  ohne  Druckfirma,  be- 
schrieben in  M.  f.  M.  23,  141  ff.  einige 
Messen  und  Mot.  von  Mouton.  —  In  einem 
Samlwk.  ohne  Titel  von  1558  (M.  f.  M. 
24,  157)  eine  Missa  super  Quem  dicunt 
1559.  Chorbuch.  —  In  Scotto's  3.  lib. 
delle  Muse:  Le  grant  desir,  3  voc. 

Für  Laute  arrangierte  Gesänge  im 
Barbetta,  Hans  und  Melchior  Newsidler 
und  Ochsenkuhn. 

In  neuen  Ausg.  4  Gesge.  (Eitner  2), 
und  in  Smith's  Musica  antiqua:  0  amica 
mea. 

Die  B.  M.  besitzt  ein  Blatt  in  fol.,  be- 
titelt: Carmen  4  voc.  (En  venant  de 
Lyon)  ex  una  fluentium,  quibus  alias 
12  . . .  Fuga  addebat  Petrus  Massenus 
Moderatus.     Aug.   Vind.  1548  Kriesstein. 

In  Mss.  B.B.  14800  in  K.  Christus 
resurgens  4  v.  —  FiJiae  Jerusalem  4  voc. 
(aus  der  Ambraser  Samlg.)  P.  —  Ms. 
17226,  Salve  mater  4  v.  P.  Letzteres 
auch  in  Musikfr.  Wien. 

Mss.  in  B.  M.  Ms.  1  fo.  31  Missa  de 
Almania  (Regina  mearum)  4  v.  —  Ms.  4. 
Missa  Tua  est  poteutia.  Missa  Dittes-moy. 
M.  Benedictus  4  voc.  —  Ms.  5,  Missa 
Alleluja  4  v.  —  Ms.  11  wie  Cod.  1  u.  5. 
—  Motetten  in  92.  127.  132.  202.  204 
ohne  Text.  —  Hymnen  in  202  u.  132 
(siehe  Kat.) 

Mss.  B.  Proske,  17  Gesänge  in  alten 
Hds.  siehe  Kat.  AIV.,  siehe  auch  Ms.  940. 

Ms.  Basel  Fx  1—4  Nr.  116:  Adieu 
amours  4  voc. 

Ilo/h.  Wien.,  Missa  de  Almania  4  v. 
alte  Sign.  I,  37.    Tua  est  potentia  5  voc. 


Sign.  1,   40. 


7  vierstim.  liturg.  Gesge. 


ohne  Bl  in  Ms.  15941  Nr.  7,  14,  17,  22, 
24,  27,  33.  —  Ms.  18825,  4  Stb.  5  Ton- 
sätze Nr.  1—3.  6.  7. 

Capeila  sistina  in  Rom  1.  Missa  Dictes 


Mouton,  Jean. 


88 


Moy. 


moy  toutes  vos  pensees,  4  v.  2.  Missa 
Alma  redempt.  4  v.  3.  Missa  Verbum 
boiium  4  V.  4.  M.  Tu  est  Petrus,  5  v. 
5.  M.  sine  nom.  6.  M.  Tua  est  potentia 
4  V.  Ave  Maria  5  v.  und  noch  14  Ge- 
sänge ,  siehe  theinat.  Kat.  von  Haberl 
S.  151. 

Ms.  B.  Br.  1.  Angelus  ad  pastores. 
2.  Salva  nos  Doniine.  3.  Verbum  bonum. 
4.  Verbum  cai'o  factum  est. 

Mss.  Leiden^  G  Chorbücher,  darin 
Missa  super  Faulte  d'ai'gent.  2  Magni- 
ficat,  und  die  Mot:  Tua  est  potentia. 

Ms.  B.  Florenz  Marjliabccch.  Nr.  58, 
10  Gesge.  zu  4  St.,  verz.  in  M.  f.  M.  9, 
34.  Nur  die  Gesge.  unter  a  und  i  sind 
nicht  im  Druck  bekannt. 

Ms.  3  Nr.  f)  in  B.  Cambrai:  Missa 
Sans  cadence  4  v.  Ms.  124  Nr.  73/74  Quam 
pulchra  es  und  Missa  Tua  potentia  4  voc. 
Stb. 

Im  hr.  Mus.  Ms.  103  in  Paititur  mit 
dem  Titel  nach  einem  Druckwerke:  Joannis 
Mouton  Sameracensis  (V),  musici  [iraestau- 
ässimi,  selecti  aliquot  ModuH,  et  in  4,  5, 
6  et  8  vocum  harmoniam  distincti.  Lib.  1. 
Parisiis  1,555.  Kojjie  des  18.  Jhs.  —  In 
Ms.  174  p.  301  in  Part: 

Miseremini  mei  und  Cutis  niea.  Ms. 
222  u.  225  Ko|)ien  von  Burney.  Ms.  403 
eine  Motette  zu  5  St.  Ms.  630  drei  Mo- 
tetten. 

Mss.  in  Bologna  (Kat.  3,  3)  unter 
Giovanni  Moton  14  lateinische  Gesge., 
dabei  eine  Lectio  und  Magnificat,  Codex 
des  16.  Jbs.  —  Kat.  2,  341:  4  Stb.  16.  Jh. 
Nr.  6  Inter  natos  mulionira.  Nr.  12 
Veni  .sancte.  Nr.  27  Usquequo  Dne. 
obliviscere. 

Ms.  Codex  IG.  Jh.  Autiphonae  etPsalmi 
(Motetti)  in  Verojuu  Domkapitel :  In  diebus 
illis.     Suscipe  domine. 

Ms.  Chorb.  des  16.  Jhs.  in  Modena,  ein 
Samlwk.  von  Me.ssen  und  Motett.  zu  4/5 
Stim.,  darunter  5  von  M. 

Ms.  B.  Zw.  IG,  43:  Ave  Maria. 

Ms.  B.  Rostock  in  einem  Samlbd.  in 
P.  Nr.  7,  La  nouvelle  messe  sur:  a  deux 
visaige  ou  plus.   Nr.  8  Missa  sur  Nigra  sum. 

In  Valderravano's  Lautenbuch  von  1547 
einige  arrangieite  Gesge. 

4  Gesge.  in  neuen  Au.sg.  (Eitner  2). 

MoAiiis,  Kaspar,  bezeichnet 
sicli  mit  ,,LGontinus  Marchiciis'''  u. 
mit  Theolooiae  Studiosus,  dann  mit 
Subrector  an  der  Scliule  zu  Stral- 
sund 1636  u.  f.  Von  seinen  Kom- 
positionen kennt  man : 


Psalmodia  sacra  nnva,  d.  i.  Geistlicher 
Concerten  newes  "\Vej-ck,  darinnen  aufs- 
erlesene teutsche  Kirchen-Gesänge  vnd 
Hymni  sacri,  mit  3.  Stimmen  vnd  dem 
General-Bafs  enthalten  werden  .  . .  Ro- 
stock 1636  Joh.  liaUervord.  4  Stb.  40. 
30  Gesge.  mit  4  Magnificat.  |B.  Br. 
B.  D.  85. 

Ilymnodia  sacra  d.  i.  Newe  geistliche 
Concerten,  dai  unter  schöne  biblische 
Sprüche,  und  aiifserlesene .  gebräuclüiche 
Kirchen-Gesänge,  mit  2  Stimmen  und 
dem  Basso  cont. . .  (2.  Aufl.)  Sampt  einem 
Ap])endice,  darinn  etliche  Hochzeit:  Ehren: 
und  Frewden  Lieder  3  vocum,  verfeitiget 
von  .  . .  Rcstock  1639  Ilallervord.  3  Stb. 
40.  I B.  lllig.     B.  D.  85.     B.  Frkft.  fehlt  Bc. 

Triumphus  musicus  spiritualis:  d.  i. 
Newe  geistliche  Trium[)h  Lieder,  Dai'unter 
aiifsorlesene  deutsche  Kirchen -Gesänge, 
trostreiche  Psalmen,  vnd  andere  schöne 
biblische  Spiniche;  mit  6.  vnd  8.  Stimmen 
sampt  dem  Bc.  .  .  Ib.  1640.  9  Stb.  in  4». 
10  Gsge.  [B.  Elbing  9  Stb.  B.  D.  86: 
Cl.  AI.  2.  T2.  Bl.  Bc.  B.  B.  8  Stb. 
B.  irbg.  8  Stb.  fehlt  AI.  B.  L:  Tl.  Bc. 
Stockholm:  B2.     br.  Mus:  fehlt  Bc. 

Ehren  Liedlein  zur  Hochzeit  II.  G. 
Gesii.     Rostock  1633.     [B.  Hbg. 

Ms.  0.  Sign,  in  B.  B.  8  Stb.  in  4". 
llds.  von  Gräffenhain  1643,  Nr.  183  Nun 
dancket  alle  Gott,  8  voc.  —  In  B.  Br.  in 
Mss.  7  deutsche  geistl.  Gesge.  (s.  Kat.) 

Ms.  B.  Kgsbg.  Motette  7  voc.  (2  Singst. 
u.  5  Instnim.)  „AVol  dem,  der  ein  tugend- 
sam Weib  hat."  Caspari  Movii  Stralsund 
1676.  40.  7  Stb.  Ein  2tes  Exempl.  be- 
titelt: Concertus  7  voc.     8  Stb. 

Mowcr,  R. . . 

Im  Ms.  Add.  5665  des  br.  Museum, 
ein  Samlwk.  des  16.  Jh.s.  (1510/11),  aus 
117  Gesängen  bestehend,  kommt  obiger 
Autor  mit  1  Gesge.  vor. 

3Ioy,  Louis  de.  In  der  Uni- 
versitätsbibl.  zu  Eostock  befinden 
sich  folgende  Werke: 

1.  Le  petit  Boucquet,  de  frise  Orien- 
tale, contenant  quelques  Chansonnettes 
musicales,  pour  touchor  du  Luth  join 
deux  Violes  des  Gambes  par  . . .  mules 
vois:  et  autres  Paduanes  pour  le  Luth  et 
Violons  communes,  avec  diverses  pieces 
fort  faciles  pour  toucher  du  Luth  seul, 
nouvellement  compose  par  le  Musicien  or- 
dinaire  .  . .  1631.     4". 

2.  Airs  de  cour  ä  trois  parties,  nou- 
vellement composee  .  . .  Embden  1632.  8". 

Da  auf  der  Rückseite  des  Titelbl.  von 
Nr.  1  das  fürstl.  hessische  u.  ostfriesische 


Moyana. 


89 


Mozart,  Leopold. 


"Wappen  eingemalt  ist,  so  diente  er  wahr- 
scheinlich, an  diesem  Hofe. 

Moyana,  Pietro,  Lebenszeit  im- 
bekannt,  ist  in  der 

Bil)l.  der  Musikfr.  zu  Wien  mit  .,Emma 
di  fondi-',  Melodramma  iu  1  atto.  Kl.-A. 
vertreten. 

Moyeii,  J. ..  N. ..,  war  a/d. 
Hofkapelle  Louis  XIY.  Spieler  der 
Taille  de  Yiolon  =  Tenor  Viola 
(Castil-Blaze  146  n.  147). 

Moyne ,  Jean  -  Bapt.  Le  und 
Gabriel,  siehe  Lemoyne. 

Moyiiy  (Metin),  Noe  de,  Altist 
a/d.  Hofkapelle  in  Wien  mit  12 
Gld.  monatl.  vom  1.  Dez.  1564  bis 
1572  (Köchel  1). 

Moyreaii, . . .  Organist  zu  Orleans, 
bekannt  durch 

oeiivres  I.,  oe.  V.,  pieces  de  clavecin 
avec  ou  sans  accompt.  Paris,  1754  chez 
Mlle.  Mangean.  [Paris  Nat.  B.  AYagener 
ohne  Jahreszahl  oe.  1.     2  BlI.  u.  57  S. 

Moysard,  Michel,  Klarinettist 
an  der  Oper  in  Antwerpen,  geb. 
um  1777  zu  Orleans,  gest.  14.  Juni 
1824  zu  Antwerpen  (Gregoir,  Panth. 
6,  48). 

Mozart,  spätere  Frau  vo?i  Bercht- 
liokl  ■x.u  Somienburg^  Maria  Anna 
Walburga  Ignatia  (Nannerl  in 
der  Familie  genannt),  Schwester 
W.  A.  Mozart's,  geb.  30.  Juli  1751 
zu  Salzburg,  gest.  29.  Okt.  1829 
ebd.,  trat  1762  u.  f.  Jahre  mit 
ihrem  Bruder  gemeinsam  als  Yir- 
tuosin  auf,  komponierte  auch,  gab 
Klavierunterricht  u.  heiratete  1784 
obigen  Salzburgischen  Hofrat  und 
Pfleger  zu  St.  Gilgen.  1801  kehrte 
sie  als  Wittwe  nach  Salzburg  zu- 
rück u.  hatte  ihr  reichliches  Aus- 
kommen. 1820  erblindete  sie.  Sie 
fand  in  Salzburg  grofse  Anhäng- 
lichkeit (Jahn  1,  133). 

Mozart,  Johann  Georg  Leopold, 
Yater  des  AY.  A.  Mozart,  geb.  14. 
Nov.  1719  in  Augsburg,  gest.  28. 
Mai     1787     zu     Salzburg.     Durch 


eigene  Kraft  and  festen  "Willen 
arbeitete  er  sich  aus  einer  unter- 
geordneten Stelkmg  zu  einem  an- 
gesehenen Manne  empor.  Als 
Knabe  war  er  Discantist  am  Kloster 
St.  Ulrich  und  zum  hlg.  Kreuz  in 
Augsburg  und  versah  später  den 
Organistendienst.  Unter  grofsen 
Entbehrungen  studierte  er  Jura 
und  ging  deshalb  nach  Salzburg. 
Da  er  aber  nach  vollendeten  Stu- 
dien keine  Anstellung  finden  konnte, 
trat  er  als  Kammerdiener  in  den 
Dienst  des  Grafen  von  Thurn,  Dom- 
herr in  Salzburg.  Er  hatte  stets 
die  Musik  eifrig  gepflegt  u.  zeich- 
nete sich  besonders  als  Yiolin- 
spieler  aus,  so  dass  ihn  der  Erz- 
bischof von  Salzburg  1743  als 
Hofmusikus  anstellte,  später  zum 
Hofkomponisten  und  1.  Violinisten 
und  1762  zum  Yicekapellmeister 
ernannte.  Schubart  rühmt  ihm 
nach,  dass  er  sich  um  die  Musik 
in  Salzburg  grofse  Verdienste  er- 
worben habe.  In  den  früheren 
Jahren  war  er  als  Komponist  sehr 
fieifsig  und  schuf  in  allen  Musik- 
forraen,  als  aber  sein  Sohn  als 
Komponist  auftrat,  wollte  er  in 
keiner  Weise  mit  ihm  in  Con- 
currenz  treten  (Jahn  1 ,  1.  13). 
Durch  seine  Yiolinschule  aber,  die 
erste  ihrer  Art,  erwarb  er  sich  einen 
Welti'uf  (ib.  14).  Am  21.  Nov. 
1747  verheiratete  er  sich  mit  Anna 
Maria  Pertiin  (Bertiin)  (ib.  24). 
Nach  Peregrinus  war  er  von  1777 
bis  1787  Yicekapellmeister  und 
Klavierlehrer  am  Kapellinstitute 
am  Dome.  (Bnff,  Ad:  Moz.'s  Augs- 
burger Vorfahren.  Zum  5.  Dez. 
1891.  Sonderabdruck  a/d.  Zeit- 
schrift des  bist.  Vereins  f.  Schwaben 
u.  Neuburg.  18.  Jhg.  1891.)  Seine 
Violinschule  zeigt  ihn  als  einen 
gewandten  und  logisch  gebildeten 
Schriftsteller.     Seine     Ausdrucks- 


Mozart,  Leopold. 


90 


Mozart,  Leopold. 


weise  ist  klar  und  verständig.  Er 
sagt  nicht  mehr  wie  er  sagen 
nuiss.  Die  Anordnung  des  Lehr- 
stoffes ist  musterhaft  und  da  er 
kein  Vorbild  hatte:  genial.  Die 
historische  Einleitung  ist  allerdings 
schwach,  so  schwach  wie  die  seiner 
Nebenmänner,  sobald  er  aber  in 
die  Gegenwart  tritt,  beherrscht  er 
seinen  Stoff  in  überraschend  klarer 
Weise.  Die  Beschreibung  der  da- 
mals gebräuchlichen  Streichinstru- 
mente ist  von  grofsem  Wert, 
ebenso  diejenige  der  Verzierungen, 
die  noch  dadurch  besonders  klar 
gemacht  werden,  dass  er  die  Aus- 
führung in  Noten  darunter  setzt. 
Man  ersieht  übrigens  daraus,  dass 
jeder  einst  mit  grofser  Willkür 
verfiiiir  und  sie  auf  sehr  verschie- 
dene Weise  ausführen  konnte.  An 
Etüden  ist  das  Werk  arm,  doch 
war  dies  auch  nicht  sein  Zweck. 
Sehr  charakteristisch  ist  der  Aus- 
spruch im  4.  Hauptstücke  S.  92 
(2.  Aufl.)  „Hier  sind  die  Stücke 
zur  Hebung.  Je  unschmackhafter 
man  sie  findet,  je  mehr  vergnügt 
es  mich:  also  gedachte  icli  sie 
nämlich  zu  machen."  Heber  seine 
Klaviersonaten  urteilt  Faifst  (Cae- 
cilia  26,  82):  M.  steht  dem  Stile 
Em.  Bach's  ziemlich  fern  u.  seine 
Sonaten  nähern  sich  viel  mehr 
denen  der  folgenden  Periode.  Man 
meint  in  der  That  schon  seinen 
grofsen  Sohn  zu  hören,  so  stark 
ist  die  Aehnlichkeit  im  Ausdrucke 
und  in  der  Form.  Von  seinen 
Werken  sind  bekannt: 

Missa  solemnis  4  voci  2  V.  2  Clarini, 
Va.  Timp.  2  Coini  c.  org.  14  Stb.  im 
Ms.     [B.  M. 

Messe  iu  C.  und  1  Offertor.  f.  Chor 
und  Orch.     Ms.  P.     [Musikfr.  AVieu. 

Parasti  in  conspoctu,  Offertorium,  4 
voc.  2  V.  3  Pos.  Bc.  Ad.  P.  Ms.  15000. 
[B.  B. 

Mss.  im  Dome  zu  Salzburg:  1  Offer- 
torium (Ad.),   1  Missa  brevis  (Ad.)  3  Li- 


taneien breves  (G.  B.  Esd.)  für  4  Singst. 
2  V.  2  Hörn.  B.  u.  Orgel,  die  eine  Litanei 
noch  mit  oblig.  Posaunen. 

Ms.  im  Mozarteum,  Autogr.,  Litania 
de  venerabili,  April  1762. 

Pignus  futurae  gloriae,  fuga  duplex  in 
diapason  4  voc.  c.  Bc.  Dd.  P.  Ms.  9875. 
[B.  B.,  auch  im  Autogr. 

Die  von  Gerber  1  und  2  angeführten 
Opern  „Semiramis'''  und  Bastien  und 
Bastienne  sind  von  W.  A.  Mozart  (Jahn 
1,  11). 

Aria:  "Weicht,  zweifelnde  Klagen,  für 
Ten.  und  Instr.  Autogr.  in  P.  [Musikfr. 
Wien. 

So  straft  Herodes  die  Verräther,  Arie 
f.  Ten.  mit  Orch.  P.  Autogr.  10  Bll. 
gr.  qu40.     Ms.  16543.     [Hof b.  Wien. 

Jagd  Sinfonie  für  4  V.  2  Violen,  4 
Hörner,  Bass  und  Kiigclbüchsen.  Ms. 
Stb.     [Musikfr.  Wien. 

1  Sinfonie  f.  ,KIavier  in  Breitkopfs 
Samlwk.  10. 

18  Sinfonioii,  thematisch  vorz.  in  Ca- 
talogo  di  Br.  &  H.  PI.  1762  p.  22. 
Suppl.  I,  17G()  p.  14,  Suppl.  X,  177.5, 
ji.  3.  Die  letztaugeführto  in  Gd.  ist 
siiiiter  in  Part,  gestochen  und  fälschlich 
AV.  A.  Mozart  zugoschrioben  (Br.  &  IT. 
Nr.  12).  —  1  Divertimento  a  4  instr.  in 
Dd.  ebd.  Sui)pl.  II,  1767  p.  11. 

Coucerto  per  il  Clarino  solo  c.  ström. 
Aug.  1762.     F.  im  Autogr.     []].  M. 

6  Divertimenti  a  2  V.  e  Vcl.  3  Stb. 
im  Ms.     [B.  M. 

Der  Morgen  und  der  Abend  den  In- 
wohnern der  Hochf.  Residenz-Stadt  Salz- 
l)urg  melodisch  und  harmonisch  ange- 
kündigt. Oder  12  Musikstücke  für  das 
Ciavier,  deren  eines  täglich  in  der  Vestung 
Hohensalzburg  auf  dem  sogenannten 
Hammerwerke  Morgens  und  Abends  ge- 
spielet wird  .  . .  sammt  einer  kurzen  Ge- 
schichte . . .  der  Vestung  . . .  Augspurg 
1759  Job.  Jac.  Lotters  seel.  Erben.  6  von 
L.  Mozart,  5  von  J.  E.  Eberlin  und  1 
anonym,  [besafs  einst  Schletterer  in 
Augsburg. 

Musikalische  Schlittenfahrt  arrangiert 
für  das  Pfte.  Lpz.,  A.  Kühnel.  9  Seit. 
[B.  Wagener. 

Im  Autogr.,  B.  B.,  Grasn :  1  Aria,  4 
Briefe  u.  sein  Porträt.  Auch  Herr  Felix 
Moscheies  in  London  besitzt  ein  Autogr., 
wahrscheinlich  eine  Partitur. 

In  Bossler's  Samlwken.  5  u.  13  niu' 
mit  Mozart  gez.,  daher  fraglich  von  wel- 
chem. —  In  Marpurg's  kritischen  Briefen 
4  Bde.  17.59—60  einige  Klavierstücke. 

Vei'sucli     einer    gründlichen     Violin- 


Mozart,  Leopold. 


91 


Mozart,  "Wolfg.  Amad. 


schule,  entworfen  und  mit  4  Kupfei"taf. 
sammt  einer  Tabelle  versehen.  Im  Ver- 
lag'B  des  Verfassers.  Augsburg  1756  Joh. 
Jac.  Lotter.  4».  8  Ell.  264  S.  4  Taf. 
1  Notentaf.  4  Ell.  Reg.  [E.  E.  B.  Hbg. 
E.  Dresd.  E.  Wagener.  Salzburg.  Mu- 
sikfr.  Wien. 

—  Violinschule,  Vorbericht  17.56.  3 
Ell.  u.  183  S.     1  vol.  fol.  Autogr.    [E.E. 

—  2.  Aufl.  1769  (1770).  Augsp.,  Lotter. 
40.  [E.  B.  B.  Wagener.  Auch  von  1770 
in  B.  B.     Proske.     Brüssel.     Bologna. 

—  3.  Aufl.  1787  vermehrt.  Ib.  [B. 
Hbg.     B.  Wagener.     E.  Lpz.     Einsiedeln. 

—  4.  Aufl.  1791.  Frankf.  u.  Lpz. 
[B.  E.  Dresd.  Musikal.  R.  C.  of  Mus. 
Einsiedeln. 

—  4.  Aufl.  (?)  1800.  Augsbg.  bei 
Lotter  &  Sohn.     [Salzburg. 

—  M.  u.  J.  Pierlinger:  Theoretisch  u. 
praktische  Violinschule.  1.  Thl.  Wien 
1801  Täubel.    4P.     [E.E.     Musikfr.Wien. 

—  Neue  umgearbeitete  Violinschule. 
Lpz.  1804  Hoffmeister  &  Kühnel.  fol. 
[besafs  einst  Liepm. 

—  Neue  theoret.  u.  prakt.  Violinsch. 
Ein  Auszug  von  Schiedermayr.  Hanibg., 
Böhme,     fol.     [E.  E. 

—  üebersetzuugen:  Groudig  ouderwys 
in  het  behandelen  der  Viool.  Met  4  pl. 
enz.     Haarlem  1766.     4".     [Amsterd. 

—  Methode  raisonnee  pour  apprendre 
a  jouer  du  Violou,  trad.  de  Tallem.  par 
W.  Roeser.  Paris  (1770)  Le  Menü.  fol. 
89  S.  Am  Ende  12  Duos  f.  2  V.  [be- 
safs Leo  Liepm. 

3  Klaviersonaten  in  neuen  Ausg.  (Eit- 
ner  2). 

Mozart,    Wolfgang-   Amadeiis 

(Theophiliis)  geb.  27.  Jan.  1756  zu 
Salzburg,  gest.  5.  Dez.  1791  zu  Wien. 
Schon  mit  5  Jahren  zeigten  sich 
seine  wunderbaren  Anlagen  für 
Musik.  1762  ging  der  Vater  schon 
mit  der  Tochter  Maria  Anna, 
Nanneil  genannt  (geb.  30.  Juli 
1751  in  Salzburg)  und  Wolfgang 
nach  München  und  stellte  sie  als 
Virtuosen  dem  Kurfürsten  vor;  am 
19.  Sept.  desselben  Jahres  nach 
Wien  (Jahn  1,  36).  1763  im  Juli 
begab  sich  der  Vater  mit  seinen 
beiden  Wunderkindern  abermals 
auf  die  Reise,  ging  durch  Süd- 
deutschland,   Belgien,    Frankreich, 


England,  Holland,  Schweiz  und 
kam  erst  im  Nov.  1766  wieder 
nach  Salzburg  (über  den  Aufent- 
halt in  England  siehe  Pohl).  Gegen 
Ende  des  Jahres  1767  reiste 
Mozart  mit  seiner  ganzen  Familie 
nach  Wien,  dort  brachen  die 
Blattern  aus  und  Mozart  flüchtete 
nach  01m ütz,  doch  wurden  dennoch 
beide  Kinder  davon  befallen.  Nach 
der  Rückkehr  nach  Wien  war  ihm 
aber  das  Glück  nicht  günstig,  auch 
die  vom  Kaiser  selbst  bei  M.  be- 
stellte Oper  „La  fiuta  semplice" 
wurde  durch  feindliche  Gegen- 
strömungen nicht  aufgeführt  (88). 
Bastion  u.  Bastienne  wurde  da- 
gegen privatim  in  Wien  aufgeführt 
(113).  M.  wird  in  Salzburg  vom 
Erzbischof  1769  oder  1770  zum 
Konzertmeister  ernannt.  Die  Zeit 
der  Ruhe  wird  fleifsig  zum  Studium 
benützt  (173).  Anfangs  Dezember 
1769  reiste  Vater  und  Sohn  nach 
Italien  (183).  8.  Juli  1770  erhielt 
er  vom  Papste  das  Ordenskreuz 
vom  goldenen  Sporn;  Gluck  und 
Dittersdorf  besafsen  denselben  Or- 
den (204).  Mozart  fehlte  es  zu 
sehr  an  Selbstgefühl,  um  wie 
andere  seinen  Vorteil  daraus  zu 
ziehen  (205).  Auch  von  der  Aka- 
demie filarmonica  in  Bologna 
wurde  er  am  10/10  1770  als  Mit- 
glied aufgenommen  (207).  18/10 
war  er  in  Mailand  und  schrieb 
auf  Bestellung  die  Oper  Mitridate, 
re  di  Pento  in  3  Akten,  Text  von 
Cigna-Sarti,  die  am  26/12  über 
die  Bühne  ging  (215).  Im  März 
1771  waren  sie  wieder  in  Salz- 
burg. Die  Bestellung  einer  Sere- 
nata  für  Mailand  führten  Vater 
und  Sohn  am  21.  August  1771 
wieder  dorthin.  Im  Dez.  waren 
sie  wieder  zu  Hause.  Der  Erz- 
bischof von  Salzburg  st.  am  16. 
Dez.   und  zum   Nachfolger   wurde 


Mozai-t,  "Wolfg.  Aniad. 


92 


Mozart,  Wolfg.  Ainad. 


Hieronymus  Joseph  Franz  von 
Paula  gewählt,  der  sich  in  der 
Geschichte  der  Musik  eine  traurige 
Berühmtheit  gesichert  hat  (227). 
Ende  Oktober  1772  reisten  sie 
wieder  nach  Mailand  und  langten 
am  4.  Nov.  an.  Wolfgang  kom- 
ponierte dort  die  Oper  Lucio  Silla, 
die  am  26/12  aufgeführt  wurde 
(231).  1773  waren  sie  in  Wien, 
wahrscheinlich  um  für  Wolfgang 
eine  Stellung  zu  suchen.  1774 
wurde  er  aufgefordert  für  Mün- 
chen eine  komische  Oper  zu 
schreiben.  Er  reiste  im  Dezember 
dorthin  und  am  13/1  1775  war 
die  erste  Aufführung  der  Oper  La 
fiuta  (jiardiniera.  Sie  gefiel  sehr 
(237).  Am  7.  März  1775  war  er 
wieder  in  Salzburg.  Trotzdem  der 
Erzbischof  zur  selben  Zeit  auch 
in  München  war  und  viel  Kompli- 
mente über  Mozart  zu  hören  be- 
kam, so  waren  dieselben  doch 
nicht  im  stände  seinen  harten 
Sinn  zu  ändern.  Noch  in  dem- 
selben Jahre  erhielt  M.  den  Auf- 
trag die  Festoper  //  rc  pastore  zu 
komponieren  (239).  1777  kündigte 
er  dem  Erzbischofe  den  Dienst  u. 
reiste  in  Begleitung  seiner  Mutter 
am  23.  Sept.  nach  München.  Hier 
erwartete  er  eine  Anstellung  oder 
Aufträge  (2,  41),  doch  vergeblich. 
Am  11/10  gingen  sie  nach  Augs- 
burg. Den  28/10  nach  Hohen- 
altheim,  30/10  nach  Mannheim, 
wo  er  bis  zum  14/1  1778  blieb 
und  durch  die  vorzüglichen  Mu- 
siker, wie  durch  das  in  seiner  Art 
damals  einzige  Zusammenspiel  des 
Orchesters  ungemein  viel  lernte. 
Am  23/3  war  Mutter  und  Sohn 
in  Paris.  Nur  einmal  kam  er 
nachweislich  mit  einer  Sinfonie 
im  Concert  spirituel  zu  Gehör,  alle 
anderen  Bemühungen  missglückten 
(2,  256  ff.).    Ende  Juni  1778  ver- 


lor er  seine  Mutter,  seine  treue 
Begleiterin  in  Paris  durch  den 
Tod.  Seite  297  weist  Jahn  nach, 
dass  er  bereits  während  des  Pariser 
Aufenthaltes  in  betreff  der  Oper 
von  „der  reinen  italienischen  Lehre" 
abgefallen  war  und  sah  in  Gluck 's 
und  Grt'try's  Bestrebungen,  welche 
die  französische  Oper  reformierten, 
die  Wege  vorgezeichnet,  die  er 
zu  gehen  habe.  Am  26.  Sept. 
1778  vorliefs  Mozart  Paris,  nach- 
dem er  am  Salzburgerhofe  wieder 
als  Konzertmeister  mit  500  Gld. 
angestellt  war  (312.  321).  Statt 
aber  gleich  nach  Salzburg  zu 
fahren,  geht  er  nach  Strafsburg  u. 
dann  nach  Mannheim.  Dort  war 
man  eifrig  bemüht  den  Verlust 
des  Hofes  und  der  Kapelle  in 
anderer  Weise  zu  ersetzen,  und 
war  besonders  Freiherr  von  Dal- 
berg  darin  thätig.  M.  war  voller 
Hoffnung  eine  Stellung  zu  finden, 
wurde  auch  mit  schönen  Ver- 
sprechungen hingehalten,  Avährend 
der  Vater  in  Angst  und  Sorge  in 
Salzburg  auf  seinen  Sohn  wartete 
und  ihm  einen  Brief  um  den 
andern  sandte  mit  der  Aufforde- 
rung, schleunigst  nach  Hause  zu 
kommen.  Statt  dessen  reiste  er 
mitdem  Reichsprälaten  von  Kaysers- 
heim  über  Kaysersheim  nach  Mün- 
chen, wo  er  am  25.  Dez.  anlangte. 
Hier  hielt  ihn  die  seit  dem  ersten 
Mannheimer  Aufenthalte  gefasste 
Liebe  zu  Aloise  Webet\  Tochter 
des  Notenkopisten,  der  nun  nach 
München  versetzt  war,  fest,  doch 
sie  wies  ihn  jetzt  kalt  ab  (345). 
Dies  beschleunigte  seine  endliche 
Abreise  nach  Salzburg,  wo  er  am 
7.  Jan.  1779  anlangte.  Von  all 
den  schönen  Hoffnungen  mit  denen 
er  auszog,  war  keine  in  Erfüllung 
gegangen.  Endlich  erhielt  er  von 
München    den    Auftrag    für    den 


Mozart,  Wolfg.  Aniad. 


93 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


Karneval  1781  eine  Oper  zu 
schreiben.  Der  Abbate  Varesco 
in  Salzburg  verfasste  den  Text  zu 
Idonieneo  und  Schachtner  in  Salz- 
burg übersetzte  ihn  ins  Deutsche, 
so  dass  drei  Salzburger  für  Mün- 
chen arbeiteten  (421).  Anfang 
Xov.  1780  reiste  er  nach  Mim- 
chen,  am  29.  Jan.  1781  fand  die 
Aufführung  statt,  zu  der  auch 
A'ater  und  Schwester  gekommen 
"waren.  Ueber  den  Erfolg  der 
Oper  ist  nichts  auf  uns  gekommen 
(444  ff.).  Mitte  31ärz  traf  ihn  der 
Befehl  von  München  nach  "Wien 
zu  kommen,  wohin  sich  der  Erz- 
bischof von  Salzburg  schon  Ende 

1780  begeben  hatte.  Mozart,  am 
16.  März  in  ^Yieu  angelangt,  em- 
pfand nun  hier  das  abhängige  Ver- 
hältnis um  so  mehr,  da  ihm  der 
Erzbischof  jede  Gelegenheit  ab- 
schnitt sich  selbständig  hören  zu 
lassen,  ihn  überhaupt  in  merk- 
würdiger und  gehässiger  Weise 
behandelte,  während  ihn  die  übrige 
Weit  auf  Händen  trug  (3,  1).  Das 
A'erhältnis  erreichte  schliefslich 
einen  Grad  von  Erbitterung  auf 
selten  Mozart's,  dass  es  nur  eines 
Tropfens  bedurfte,  um  das  volle 
Gefäfs  zum  Überfhefsen  zu  bringen. 
Die  Trennung   muss   Anfang   Mai 

1781  geschehen  sein  (3, 17).  Schon 
im  Juli  wurde  ihm  der  Auftrag 
die  Oper  Belmoute  und  Constanze 
(Entführung)  für  Wien  zu  kompo- 
nieren (3,  44).  Auch  hier  traten 
allerlei  Kabalen  dazwischen,  bis 
sie  endlich  am  12.  Juli  1782  auf 
ausdrücklichen  Befehl  des  Kaisers 
gegeben  wurde.  Sie  hatte  grofsen 
Erfolg  (3,  69),  trotzdem  dass  eine 
Gegenpartei  viel  Lärm  während 
der  Aufführung  machte.  Sie  wurde 
im  Laufe  des  Jahres  16 mal  ge- 
geben bei  immer  vollem  Hause. 
Selbst  Gluck   sagte  Mozart   Ange- 


nehmes u.  lud  ihn  zu  Tische  ein. 
M."s  Neigung  zur  Schwester  seiner 
ersten  Liebe,  Konstauze,  trieb  zu 
derselben  Zeit  mächtig  Wurzel  u. 
trotz  des  Vaters  Abraten  und 
Warnen  stürzte  ei'  sich  kopfüber 
und  heimlich  hinein  und  heiratete 
am  4.  Aug.  1782  (Jahn  3,  157). 
(Ueber  das  Leben  seiner  Schwä- 
gerin Aloyse  Lange,  seiner  ersten 
Geliebten,  siehe  Jahn  3,  140.)  Da 
er  keine  Aussicht  hatte  in  Wien 
eine  feste  Stellung  zu  erlangen, 
so  beschloss  er  nach  England  zu 
gehen,  worin  ihn  die  damals  in 
Wien  lebenden  Engländer  Kelly 
und  Storace  bestärkten.  Der  Vater 
M.'s  that  jedoch  sein  Aeufserstes 
ihm  die  Idee  auszureden,  doch 
war  die  Absicht  nach  England  zu 
gehen  doch  bis  zu  des  Kaisers 
Ohren  gelangt  und  er  ernannte 
ihn  am  7/12  1787  zum  Ksl.  Kam- 
mermusikus mit  800  Gld.  Gehalt 
(3,  185).  Unterricht  erteilen  und 
konzertieren  musste  das  Uebrige 
beschaffen  (193  ff.).  Seine  Sorg- 
losigkeit und  Gutmütigkeit  ver- 
setzte ihn  oft  in  die  unangenehm- 
sten Geldverlegenheiten  und  wenn 
er  auch  nicht  über  reiche  Mittel 
zu  verfügen  hatte,  so  wären  sie 
doch  bei  guter  Oekonomie  aus- 
reichend gewesen.  Als  der  Vater 
ihn  im  Jahre  1785  in  Wien  be- 
suchte, rechnete  er  aus  den  Ein- 
nahmen des  Sohnes  während  der 
Zeit  aus,  dass  er  mindestens  2000 
Gld.  auf  die  Bank  legen  könne. 
Er  wusste  nicht,  dass  sein  Sohn 
gerade  in  dieser  Zeit  sich  in  den 
grofsten  Geldverlegenheiten  befand. 
Wie  das  möglich  war,  ist  unbe- 
greiflich (Jahn  3.  Ausg.  1,  831  ff.) 
1786  am  1.  Mai  kam  sein  Figaro  in 
Wien  zur  Aufführung  (4,  184  ff.). 
1787,  29.  Oktober  in  Prag  der 
Don  Juan  (4,  296  ff.;    siehe   Don 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


94 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


Juan  von  Freisauf.  Salzbg.  1887, 
M.  f.  M.  19,  157).  1789  machte 
er  Kunstreisen  nach  Leipzig  und 
Berlin.  In  Berlin  bot  ihm  Fried- 
rich Wilhelm  11.  eine  Stellung  mit 
3000  Thlr.  an,  er  schlug  sie  aus, 
um  bei  seinem  Kaiser  zu  bleiben 
(4,  468  ff.  Ueber  den  Erfolg  der 
Reisen  giebt  ein  Aitikel  in  Less- 
mann's  Musikzeitung  1899  Nr.  28 
bis  36  von  R.  Geliert  wertvolle 
Beiträge.)  1789,  26/1  kommt 
Cos/'  fem  tutii  in  Wien  auf  die 
Bühne  (488).  9.  Okt.  1790  geht 
er  nach  Frankfurt  a/M.  und  hofft 
seiner  geschwächten  Kasse  dort 
aufzuhelfen,  denn  er  hatte  in  AVien 
nur  noch  zwei  Schüler,  und  mit 
den  Konzerton  wollte  es  auch  nicht 
mehr  gehen 
er  nach  München 


Von  Frankfurt  ging 
In  seiner  Not 


griff  er  z[im  Acufsersten  u.  mel- 
dete sich  beim  Magistrat  von  AVien 
als  Adjunkt  des  kränklichen  Dom- 
kapoUmeisteis Hoffmann.  Der  Magi- 
strat willigte  am  9.  Mai  1791  ein, 
dass  er  Hoffmann  unentgeltlich 
vertreten  könne  und  sichert  ihm 
nach  dessen  Tode  die  Stelle  als 
Nachfolger  zu  (3,  190).  Im  Früh- 
jahre 1791  übernimmt  er  die  Kom- 
position zu  Schikaneder's  Zauber- 
flöte (4,  562).  Mozart  führte  bei 
demselben  ein  vergnügliches  Leben 
(564).  Im  Juli  erhält  er  den  Auf- 
trag eines  Unbekannten  ein  Re- 
quiem zu  schreiben.  Heute  wissen 
wir,  dass  es  Graf  von  Walsegg  zu 
Stuppach  war,  der  es  dann  als 
seine  eigene  Komposition  ausgab 
(565).  Auch  die  Festoper  zur 
Krönung  Leopold  IL  Avurde  ihm 
aufgetragen  (Titus,  567),  die  am 
6.  Sept.  1791  in  Prag  aufgeführt 
wurde.  Die  Musik  gefiel  nicht. 
Schon  krank,  kam  er  nach  Prag. 
Mitte  Sept.  kehrte  er  leidend  nach 
Wien  zurück    und   vollendete  die 


Zauberflöte,  die  am  30.  Sept.  zur 
Aufführung  gelangte.  Anfangs  ge- 
fiel sie  wenig,  erst  nach  u.  nach 
gewann  sie  das  Publikum  lieb  u. 
am  22/10  1795  kündigte  Schika- 
neder  schon  die  200.  Vorstellung 
an.  Jetzt  warf  sich  M.  mit  Eifer 
auf  die  Komposition  des  Requiem's 
und  lehnte  alles  ab,  was  ihn  darin 
störte  (679).  Sein  krankhafter  Zu- 
stand verschlimmerte  sich,  er  sah 
sein  Ende  vor  Augen  und  fühlte, 
dass  er  sich  sein  eigenes  Rociuiem 
schrieb.  Seine  Frau  nahm  ihm 
die  Arbeit  weg  und  zog  ihn  in 
Zerstreuungen;  er  erholte  sich  auch 
wirklich  scheinbar  u.  leitete  noch 
am  1.5/11  eine  Aufführung  in  der 
Loge.  Das  Requiem  wurde  wieder 
hervorgeholt,  doch  schon  nach 
einigen  Tagen  bemächtigte  sich 
scinei"  wieder  die  trübe  Stimmung 
und  das  Gefühl,  er  sei  vergiftet. 
Seine  Ki'äfte  nahmen  sichtlich  ab, 
es  trat  Geschwulst  an  Händen  und 
Füfsen  ein.  Soweit  es  möglich 
war  komponierte  er  am  Rc({uiem 
und  besprach  sich  mit  Sül'smayr 
meln-fach  darüber  (684).  Am  5. 
Dez.  1791  starb  er  an  den  Folgen 
einer  Gehirnentzündung  (685).  Das 
Begräbnis  wurde  auf  die  billigste 
Weise  eingerichtet  und  er  erhielt 
nur  ein  sogenanntes  Massen -Grab; 
am  Tage  der  Beerdigung  war  so 
schlechtes  Wetter,  dass  selbst  die 
wenigen  Freunde,  Avelche  den  Sarg 
begleiteten,  schon  am  Stubenthor 
umkehrten.  Kein  Freund  stand 
an  der  Gruft,  als  man  die  Leiche 
hinabsenkte.  Als  die  Wittwe 
später  das  Grab  besuchen  wollte, 
fand  sie  einen  neuen  Totengräber, 
der  ihr  das  Grab  nicht  zeigen 
konnte  und  alles  Suchen  war  ver- 
geblich (687).  Die  Wittwe  hei- 
ratete 1809  Georg  Nie.  Nissen. 
1820  zogen  sie  nach  Salzburg,  wo 


Mozart,  Woifg.  Amad. 


95 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


sie  am  6/3  1842  starb.  Von  Mo- 
zart's  Söhnen  Karl  und  Wolfgang 
wurde  der  ältere  österreichischer 
Beamter  in  Mailand,  wo  er  1859 
starb.  Anfangs  widmete  er  sich 
dem  Kaufmannsstande,  trieb  dann 
eine  Zeitlang  Musik,  spielte  gut 
Klavier  und  leitete  im  Hause  des 
Oberst  Casella  die  musikalischen 
Aufführungen.  Der  jüngere  wurde 
Musiker,  Klavierspieler  und  Kom- 
ponist, geb.  1791  und  starb  1844 
in  Karlsbad.  Er  nahm  nur  eine 
bescheidene  Stellung  als  Musiker 
ein  (4,  741.  Genaueres  in  Joh. 
Ev.  Engl's  Studien  ü.  Moz.  2.  Folge 
Salzbg.  1894  S.  4  ff.). 

Mozart's  Werke  sind  durch  L.  von 
Köcbel  (Chrouolog.  -  theniat.  Verz.  Lpz., 
Br.  &  H.  1862,  gr.  S».  551  und  Nachtrag 
1889,  32  S.),  so  vortrefflich  und  voll- 
ständig mit  genauer  Quellenangabe  ver- 
zeichnet, nnd  die  Gesamtausgabe  seiner 
"Werke  bei  Br.  &  H.  giebt  aufserdem 
noch  so  ausgiebige  Quelleu  -  Nachweise, 
dass  ich  nur  auf  diese  2  Werke  hinzuweisen 
brauche.  Die  Kgl.  Bibl.  zu  Berhn  u.  a. 
Bibl.  besitzen  zwar  manche  erste  Ausgabe 
seiner  "Werke,  doch  sind  dieselben  in  der 
Gesanitausgabe  so  sorgfältig  benützt,  dass 
die  Ausgabe  allen  Aus]n-üchen  genügt. 

Nur  auf  einige  Nachträge  mochte  ich 
noch  aufmerksam  machen: 

Sonates  jjour  le  clavecin,  qui  peuvent 
se  jouer  avec  l'acc.  de  violon,  dedies  ä 
Mme.  Victoire  de  France,  par  J.  ü.  "Wolf- 
gang Mozart  de  Salzburg,  age  de  sept  aus. 
Oeuvre  1.  Gravee  par  Mme.  Vendome  . . 
ä  Pai-is  ("Weckerlin  3,  277  mit  Abdrack 
der  Dedic.     Köcliel  S.  28). 

Die  Oper:  Bastion  et  Bastiene  im 
Autogr.  in  Briissel  2815. 

Mitridate,  Oper,  P.  im  Autogr.  85  BU. 
1770.    [Herr  J.  E.  Cornish  in  Manchester. 

Autographe  in  der  Hofb.  AYien  im 
Köchel  und  im  Nachtrage  nicht  verz.  oder 
mit  alter  Signatur  versehen: 

Beispiele  zum  Unterricht  in  der  Kom- 
position, im  Jahre  1784  eigenhändig  einem 
Schüler  (Jahn  3,  197  sagt  einer  Schülerin, 
der  Niclite  des  Abbe  Stadler)  aufgeschrie- 
ben. Zum  Ted  Autogr.  20  BU.  quful. 
17  559. 

Die  Missa  brevis,  Fd.,  Köchel  192,  ist 
Ms.  17044,  qufol. 


Ave  verum  corpus  1791,  Köchel  618, 
ist  Ms.  18975. 

Missa  solemnis  Cd.  1780,  Köchel  337, 
ist  Ms.  18975. 

Quartett  f.  FI.  V.  Va.  Vcl.  1778,  Köchel 
298,  ist  Ms.  17  560,   nur  6  BIl.  in  qufol. 

Eequiem,  99  BU.  qufol.  2  Hefte,  Ms. 
17561.  Skizzen  u.  Fragm.  3  Bll.  in  kl.  foL, 
Ms.  16474. 

Verzeichnis  der  Biographien,  Biblio- 
graphien, Schriften,  Zeitungsartikel  u.  a. 
über  Mozart: 

Älherti,  C.  E.  R.,  Raphael  und  Mozart. 
Eine  Parallele,  Vortrag  zur  Feier  des 
lOOjähr.  Geburtstags  Mozart's  am  28.  Jan. 
1856  gehalten.  Stettin  1856  von  der 
Nahmer.     8«.     44  S. 

Andrt\  A.,  Thematischer  Catalog  wie 
M.  solchen  von  1784—1791  eigenhändig 
geschrieben  hat,  nebst  erläuterndem  Vor- 
bericht.   Offenb.  (1805)  Andre.    40.    [B.  B. 

—  Revidierte  Ausg.  mit  Portr.  ib.  8*^. 
1828.     [B.  B. 

—  Thematisches  Verzeichniss  derjenigen 
Originalhds.  von  M.,  welche  Hofrath  Andre 
in  Offenb.  a/M.  besitzt.  Offenb.  1841.  8». 
[B.  B. 

Arnold ^  Ignaz  Ferd.,  M.'s  Geist.  Seine 
kurze  Biografie  u.  aesthet.  Darstellung 
seiner  Werke.  Erfurt  1803.  kl.  8".  12 
u.  452  S.     [B.  B. 

Biographie  de  Mozart.    Lille  1859.    16*^. 

Biograpliische  Skizze  von  .  . .  Moz., 
nach  richtigen  Quellen  bearbeitet.  Salz- 
burg 1837  Oberer.     12"  mit  Portr. 

Bitter,  C.  H.,  M.'s  Don  Juan  u.  Gluck's 
Iphigenia  in  Tauris.  Ein  Versuch  neuer 
Uebersetzung  von  .  .  Berlin  1866  Schnei- 
der,    gr.  80.     V  u.  487  S.     [B.  B. 

Boiubct,  L.  A.  C.  (ist  Henri  Beyle), 
Lettres  ecrites  de  Vienne  en  Autriche  sur 
le  celebre  compositeur  Jos.  Haydn,  suivies 
d'uue  vie  de  Mozart  . .  Paris  1814  Didot. 
8».  [B.  B.  Musikfr.Wien  (nach  Carpani's 
Haydine). 

—  The  lives  of  Haydn  and  Mozart  . . 
trauslated  from  the  french  (by  Rob.  Bre- 
win).     Lond.  1818.     8«.     [R.  C.  ofMus. 

Buchner,  W. :  Mozart,  ein  Lebensbild. 
Lahr  1870  Schauenburg.     16".     121  S. 

Buff,  A.,  M.'s  Augsburger  Vorfahren. 
Augsburg  1891.     8». 

Glirysander,  Fr.,  Die  Oper  Don  Gio- 
vanni von  Gazzaniga  und  M.  In  Vierteil'. 
Bd.  4. 

Courxon,  siehe  Lettres. 

Gramer,  Ch.  Fr.,  Auecdotes  sur  ... 
Traductes  de  l'allemand  par  . .  .  Paris 
1801  l'editeur.     8".     [B.  B. 

De)ine-BaroH,  Dieudonne.  Moz.  pai" . . . 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


96 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


Extr.  de  la  Nouv.  biogr.  generale  de  Didot. 
Paris  1861  Didot.     8". 

Döring^  Dr.  Henri,  Biographie  und 
Charakteristik.  AVolfenbüttel  s.  a.  4».  15  S. 

—  W.  A.  Moz.,  par  le  Dr. .  .,  traduc- 
tion  de  rallemaud  par  C.  Viel.  Paris 
1860  Bohne.     Brux.,  van  Meeueu.     9fi. 

Engl,  J.  Ev.,  Moz.  in  der  Schilderung 
seiner  Biographen,  in  seinen  körperlichen 
Erscheinungen  im  Leben  und  im  Bilde, 
nebst  Mittheilgen.  Mit  5  Beilg.  Salzbg. 
1887.     8». 

—  Festschrift  zur  Mozart -Centenar- 
feier  in  Salzburg  1891.  Salzbg.,  Dieter. 
8».     123  S.  mit  Port.  (M.  f.  M.  24,  14). 

—  Studien  über  M.  Salzbg.  1893  Selbst- 
verlag. 8«.  23  S.  (M.  f.  M.  25,  J82).  — 
2.  Folge  ib.  1894  (ib.  2Ü,  lÜO).  —  3.  Folge 
ib.  1895  (ib.  27,  171). 

Engel,  Karl,  Die  Don  Juan -Sage  auf 
der  Bühne.     Dresden  u.  Lpz.   1887.    8». 

Epstein,  Th.,  Don  Giovanni  v.  M.  Eine 
Studie  zur  Oper  auf  Gnindlage  des  da 
Ponte'schen  Textes  nebst  einer  verbess. 
Uebersetzg.  des  letzteren.  Frankfurt  a/M. 
1870  (Offenb.,  Andre).  8".  10  u.  137  S. 
[B.  B. 

Ergebnisse  der  bisherigen  Forschungen 
über  die  Echtheit  des  Mozart'schen  Re- 
quiem's  von  Gottfr.  Weber.  In  Sehott's 
Caecilia  182G.  8*^  (siehe  auch  Mosel, 
Sievers,  Stadler  u.  Weber). 

Erinnertmg  an  das  erste  Sängerfest 
der  Mozartstiftung,  gehalten  zu  Frankft. 
a/M.  den  29.  und  30.  July  1838.  gr.  4» 
mit  2  Litogr.  u.  2  Musikbig. 

Erin}icrungsblättrr  an  M.'s  Säcularfest 
im  Sept.  1850  zu  Salzbuig.  Mit  dem 
Facsim.  einer  musikal.  u.  briefl.  Hds.  M.'s. 
Siüzburg  1856.     IG».     [Dresd.    B.  B. 

Fischer,  Jos.  . . .,  Eine  biogr.  Skizze, 
sowie  zwei  bisher  unbekannte  Briefe  M.'s 
(Vater)  von  . . .  Kaiisbad  (1889).  8». 
[B.  Dresd. 

Fitgcr,  Arth.,  Mozart-Album.  Original- 
Zeichnungen  pliotogr.  1.  Serie.  Don  Juan. 
Berlin  1867  Grieben,     fol.     6  Bll. 

Fleischer,  Dr.  Osktu',  Mozart,  mit  2 
Bildern.  33.  Bd.  der  Gcisteshelden.  Ber- 
lin 1900  E.  Hofmanu  &  Co.     8". 

Freisaiif,  E.  von,  M.'s  Don  Juan  1787 
bis  1887.  Ein  Beitrag'  der  Geschichte 
dieser  Oper.  Mit  9  Kunstbeilg.  Salzbg. 
1887  Kerber.  8".  8  u.  197  S.  (M.  f.  M. 
19,  157).     [Dresd. 

{Fuchs,  Alovs.)  In  Sachen  Mozart's. 
Wien  1851.     8".     27  S.     (B.  B. 

Oedächtnissfeyer  am  5.  Dez.  1796,  s.  1. 
[Dresd. 

Qenee,  Eud. ,  siehe  Mozai't-Gemeinde. 


Gervais,  Et.,  Moz.  ou  la  jeunesse  d'un 

graud    artiste.     Tours    1866   Maine.     12". 

Ooschler,  J.,  siehe  Mozart.     Vie  1857. 

—  Mozart  d'apres  de  nouveaux  docu- 
raents  (Le  Correspondent,  25.  Nov.  1865 
et  25.  Jan.  1866).   Paris  1866  Douniol.  8". 

Grosser,  J.  C.,  Lebensbeschreibung  des 
.  . .  Breslau  1826.  8".  [B.  B.  Musikfr. 
Wien. 

Grüel,  C.,  Aufschlüsse  über  die  Be- 
deutung des  angebhch  Schikaneder'schen 
Textes  zu  M.'s  Zauberflöte.  Magdeburg 
1868  Creutz.    80.     28  S.     [B.  B. 

Hahn,  Alb.,  M.'s  Requiem.  Zum  bes- 
seren Verständniss  bei  Aufführungen  mit 
einer  neuen  Uebersetzung,  nebst  einem 
Nachtrage  u.  den  Resultaten  eines  Ver- 
gleiches der  Breitkopf  u.  Haertel'schen 
Part,  mit  dem  Autogr.  der  K.  K.  Hofb. 
zu  Wien.    Bielefeld  1867  Sulzer.    8".  96  S. 

Ila))imerlc,  A.  J.,  Moz.  und  einige  Zeit- 
genossen. Salzbg.  1877  Selbstverlag.  8**. 
[Musikfr.  Wien. 

Hau^halter,  C,  Geschichte  des  Mozart- 
Verein.  Denkschrift  zur  lOOjährg.  Jubel- 
feier M.'s,  actenmäfsig  dargestellt.  Erfurt 
1856   Körner.     8".     12    u.    70  S.     [B.  B. 

llaydn,  M.  u.  Beethoven,  ihr  Leben 
u.  ihre  Werke.  Drei  erläuternde  Vor- 
träge für  Spieler  u.  Hörer.  Dresd.  1866. 
gr.  8".     58  S. 

Haydn  über  Mozart.  Wien,  Musikztg. 
1,  218. 

Herzog,  Aut.,  Wahre  und  ausführliche 
Geschichte  des  Requiem  von  M.  1791  bis 
1839.     s.  1.     (Wien  1839.)    4°.     [B.  B. 

Hirsch,  R. ,  M.'s  Schauspieldirector. 
Musik-Remini.scenzen.  Lpz.  1859  Matthes. 
kl.  8».     7  u.  96  S.     [Dresd.     B.  B. 

Hoffmaiin,  Frz.,  M.'s  Jugendjahre, 
van  Beethoven.  Der  Jugend  erzählt.  Mit 
2  Bdd.  Neue  Au.sg.  Stuttgart  1882  Schmidt 
&  Spring.     8'\ 

Holmes,  Edw.,  The  life  of  M.  including 
his  correspondence.  Lond.  1845  Chapman 
&  Hall.     8».     364  S     [Brüssel.     B.  B. 

Homer,  J.,  Katalog  des  Mozart-Museums 
im  Geburts-  u.  Wohnzimmer  M.'s  in  Salz- 
bm-g.     1882.     8". 

Jahn,  Otto,  W.  A.  Mozart.  Lpz.  1856 
bis  59  Br.  &  H.     4  Bde.  in  8». 

3  Auflagen  in  abgekürzter  Form.  2  Bde. 
ib.  1867—1891. 

—  schwedische  Uebersetzung  af  0. 
Strandberg.     Stockholm  1865.     2  Bde. 

Jullien,  Ad.,  M.,  ses  söjours  ä  Paris. 
Article  extrait  du  Correspondant  25.  Sept. 
1873  p.  1144. 

Kayser,  Job.  Frdr.,  Moz.  Album.  Fest- 
gabe zu  M.  lOÜjähr.  Geburtstage.    Hani- 


Mozart,  "\Yolfg.  Amad. 


97 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


turg  1856  Trupp.     4  Taf.     52  S.  Musik. 
5  u.  136  S.  Text  in  4».     [B.  B. 

K'öchel^  Ludw.  von,  Mozart.  Zu  seiner 
Säcularfeier  im  Jahre  1856.  Canzouen. 
Salzbg.  1856.     8'\ 

—  Ueber  den  Umfang  der  musiial. 
Productivität  M.'s.  (Mittheilg.  der  Gesell- 
schaft f.  Salzburger  Landeskunde.  8". 
11  S.     Salzbg.  1862  Mayr.) 

Korganoiv,  W.,  Mozart.  Eine  biogr. 
Skizze  (in  russischer  Sprache,  1900  er- 
schienen). 

Kugler,  Fr.,  Bemerkungen  über  Don 
Juan  und  Figaro.    8^.    18  S.  (Ausschnitt.) 

Kwif,  Karl,  Ueber  M.'s  Zauberflöte  von 
.  .  .     Wien  1842.     [Musikfr.  Wien. 

Lamartine,  La  musique  de  Mozart 
(Cours  familier  de  litterature  de  l'auteur). 
Fans  1858.     gr.  80. 

Lettres  de  W.  A.  M.  traduction  com- 
plete  avec  une  introduction  et  des  notes 
par  Henri  de  Courxon.  Paris  1888 
Hachette  &  Co.     8». 

Lichtenthai,  Dr.  F.,  Cenni  biografici 
intorno  al  celebre  . . .  estratti  (nach  Nissen) 
da  dati  autentici  . .  Milauo  1816  Silvestri. 
8«.     40  S.     [B.  B. 

—  Mozart  e  le  sue  creazioni.  Memo- 
rial.    Müano  1842  Eicordi.     8^.     [B.  B. 

Lorenx,  Dr.  Frz.,  Haydn,  Mozart  und 
Beethoven's  Kirchenmusik  und  ihre  katho- 
lischen u.  protestantischen  Gegner,  Bres- 
lau 1866  Leuckart.  8°.  YIU  u.  96  S. 
[B.  B. 

—  "W".  A.  Moz.  als  Clavier-Componist. 
Breslau  1866  Leuckart.  8°.  63  S.  1 
Musikbig.  Urteil  in  Lpz.  Ztg.  1864,  48. 
[B.  B. 

—  In  Sachen  M.'s.  Wien  1851  Sol- 
linger. 

Lucani^  J.  von.  Die  Grabesfrage  M.'s. 
Nach  brieflichen  Original  -  Urkunden  der 
Wittwe  M.'s.  Mit  Portr.  u.  Grabmal. 
Wien  1856.     8».     [B.  B.     Musikfr.  Wien. 

Meinardus,  L.  Mozart,  ein  Künstler- 
leben. Mit  2  Portr.  Lpz.  1883.  8°. 
[Dresd. 

Maltäz^  Freiherr  G.  A.  von:  Denkmal, 
den  berühmten  musikal.  Künstlern  M  .  . . 
geweiht.  Lpz.  u.  Hambg.,  Schuberth. 
s.  a.     8».     [B.  B. 

Mielichhofer,  Ludw.,  Das  Mozart-Denk- 
mal zu  Salzbg.  u.  dessen  Enthüllungsfeier 
im  Sept.  1842.  Salzbg.  1843.  8«.  [B.  B. 
B.  Dresd. 

Mörike,  Ed.,  Moz.  auf  der  Reise  nach 
Prag.  Novelle.  Stuttg.  1856  Cotta.  8". 
3  u.  115  S.  [B.  B.]  —  Französisch  über- 
setzt von  A.  Rolland.  Bruxelles  1859 
Dumont.     18". 

Eob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


Mosel,  J.  F.  von,  Ueber  die  Original- 
partitur des  Requiem  . . .  Wien  1839. 
[B.  B. 

Moyses^  Karl,  Systematischer  Katalog 
der  im  Mozarteum  ...  zu  Salzburg  be- 
findlichen Autografe  M.'s.  Salzburg  1862. 
[B.  B. 

Mozart's  Leben.  Grätz  1794  Kurz- 
beck. 8».  32  S.  mit  gutem  Portr.  [B. 
Lpz.     B.  B. 

Moxart,  . . .  Sein  Leben  und  Wirken. 
Gedenkbuch  zu  seinem  lOOjähr.  Geburts- 
tage am  27.  Jan.  1856.  Stuttg.  1856 
Köhler.     8».     8  u.  158  S. 

Moxart  und  Haydn.  Nachträge  zu 
ihren  Biogr.  u.  aesthet.  Darstellg.  ihrer 
AYerke.  Versuch  einer  Parallele.  Erfurt 
1810.     kl.  8".     [Dresd.     B.  B. 

Moxart^  Vie  d'un  artiste  chi'etien  au 
XVIHe  siecle,  exti-aite  de  sa  correspon- 
dance  authentique,  traduite  et  publice  . . 
par  J.  Goschler.  Paris  1857  Douniol. 
12°  (nach  Nissen).     [Brüssel. 

M.'s  Säcularfest  am  6.-9.  Sept.  1856 
in  Salzbg.    Salz  hg.  1856  Zaunrith.    [B.  B. 

Moxart  -  Gemeinde  in  Berlin.  Von 
R.  Genee  erscheinen  seit  1895  bei  Mitt- 
ler &  Sohn  zwanglose  Hefte  mit  Mit- 
teilungen u.  Notenbeilagen. 

M.'s  Leben  und  Wirken.  Salzburg 
1842.     [B.  B. 

M.  Eine  Biographie.  Mit  Portr.  Cassel 
1854.     120.     [^mst 

Mozart.,  Die  Zauberflöte,  Text -Er- 
läuterung. Lpz.  1866  Lissner.  [B.  B. 
Dresd. 

Moxart.  Zur  400sten  Aufführung  der 
Oper  Don  Juan.    Beriin  1870.    4".    [B.B. 

—  Katalog  des  Mozarteums  zu  Salz- 
burg.    Salzbg.  1882.     [Musikfr.  Wien. 

Mozarteum  zu  Salzburg.  Jahresberichte 
1843  u.  f.     8°. 

Müller,  A.  E.,  Anweisung  zum  genauen 
Vortrage  der  Mozart'schen  Clavierconcerte. 
Lpz.  (1796)  Schmiedt  &  Rau.    4».    [B.  B. 

Naumann,  Emil,  Wolfg.  Moz.  in  von 
Waldersee's  Samlg.  musik.  Vorträge  Nr.  6. 
Lpz.,  Br.  &  H.  1879.     [B.  B. 

Neumann,  W.,  Eine  Biographie.  Cassel 
1854  Bälde.     18".     Portr.     [l!.  B. 

Niemtschek,  Frz.  Xaver,  Leben  des  . .  . 
nach  Originalquellen  beschrieben  . .  Prag 
1798  Herrlisch.   4".   78  S.    [Dresd.    B.  B. 

—  2.  Aufl.  Lebensbeschreibung  . . .  aus 
Originahiuellen.  Prag  1808.  8».  [B.B. 
B.  Lpz. 

Nissen,  G.  N.  von,  Biographie  von  . . . 
Nach  Oxiginalbriefen  . . .  Nach  dem  Tode 
N.'s  herausgeg.  von  Constanze,  AVittwe 
von   N.,   fniher  Wittwe   M.    Mit   einem 

7 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


98 


Mozart,  "Wolfg.  Amad. 


Vorwort  von  Dr.  Feuerbach.    Nebst  An- 
hang.   Lpz.  1828.    2  Thl.    8».    [}3.  B.  etc. 

—  2.  wohlfeile  Aufl.  Lpz.  1849  Senf  f. 
80.     44  u.  922  S.  mit  8  Taf.  u.  Musik. 

—  französisch  von  Alb.  Sominski: 
Histoire  de  W.  A.  Moz.  Paris  1869 
Ganiier  freres.     8^. 

Nohl,  L.,  Mozart.  Stuttgart  1863  Bruck- 
raann.     qu40  u.  8«.     5  u.  .f)92  S. 

—  2.  Ausg.    M.'s   Leben.     Lpz.   1870. 

—  W.  A.  Moz.  Ein  Beitrag  zur  Aesthe- 
tik  der  Tonkunst.  Heidelbg.  1860  Bangel 
u.  Schmitt.     8".     82  S. 

—  Die  Zauberflöte.  Betrachtungen 
über  die  Bedeutung  der  diamatischen 
Musik  in  der  Geschichte  des  mensch- 
lichen Geistes.  Frankft.  a/M.  1862  Sauer- 
länder.    8».     7  u.  319  S. 

—  M.  nach  den  Schilderungen  seiner 
Zeitgenossen.  Lpz.  1880.  4  Bildn. 
410  S.  in  80. 

—  M.'s  Briefe.  Nach  dem  Oi'iginal 
herausgegeben  von  . . .  Mit  1  Facs.  Salz- 
burg 1865  Mayr.     8".     Ib  u.  498  S. 

—  2.  Aufl.  mit  Portr.  u.  Facs.  Lpz. 
1877. 

Notice  biographique ,   siehe   Winckler. 

Notice  sur  Don  Juan,  drame  bouffon 
. . .     (Paris  1845.)    kl.  4".     32  S. 

Nottebokm,  G.,  Mozartiana:  von  M. 
berj'ührende  und  ihn  betreffende  zum 
grofsen  Theil  noch  nicht  veröffentlichte 
Schriftstücke.  Lpz.  1880  Br.  &  H.  8". 
[B.  B. 

Oulibichcff^  Alex.,  Nouvelle  biographie 
de  M.,  suivio  d'un  apergu  sur  l'histoire 
gencral  de  la  mus.  de  l'analyse  des  prin- 
cipales  oeuvres  de  M. ,  par  .  .  Moscou 
1848  Semen.     3  voll.     S».     [B.  B. 

—  M.'s  Leben  nebst  einer  Uebersicht 
der  allgemeinen  Geschichte  der  Musik  u. 
einer  Analyse  der  Haui)twerke  M.'s.  Für 
deutsche  Leser  bearbeitet  von  A.  Sckrais- 
huon.  Stuttgart  1847.  3  Bde.  kl.  8». 
[B.  B. 

—  M.'s  Leben  und  Werke.  2.  Aufl. 
Mit  Zugrundlegung  der  Schraishuon'schen 
LTebersetzg.  neu  bearbeitet  und  wesentl. 
erweitert  von  L.  Gantter.  4  Bde.  gr. 
16».  20  u.  524  S.  Stuttg.  1859  Becher. 
[B.  B. 

—  M.'s  Opern.  Kritische  Erläuterung 
von  . .  .  Aus  dem  franz.  Originale  über- 
setzt von  C.  Kossmaly.  Mit  einer  Ein- 
leitg.  und  Nachrichten  über  den  Verfasser 
von  A.  Kahlert.  Lpz.  1848  Br.  &  H. 
26  u.  302  S.     [B.  B. 

Pirckmayer,    Friedr.,    Zur    Lebensge- 
schichte M.'s.  Salzburg  1876.    8o.     [B.  B. 
Pohl^  C.  F.,    Mozart    und    Haydn    in 


London.  Wien  1867  Gerold,  kl.  8".  188 
und  390  S.  nebst  Beilag. 

Poisot^  Gh.,  Lecture  sur  les  trois 
sejours  de  Moz.  Paris  1873  Chamerot. 
180. 

Ponte,  Lorenzo  da,  Memoires  de  . . . 
pocte  Venetien,  coUaborateur  de  M.  Trad. 
de  l'ital.  par  de  la  Ciiavanne.  Paris  1860. 
[B.  B. 

Pricf/er^  K.,  Urtheile  berühmter  Dichter, 
Philosophen  und  Musiker  über  M.  Wies- 
baden 1885. 

—  Ueber  M.'s  Requiem.  Aeufserungen 
von  Stockhausen,  Pressel,  Dräseke,  Ilelm- 
holtz,  Zelter  u.  von  Geissei.  (In  LTrteile 
ü.  Moz.  (lesainmelt  von  .  .  .)  2.  Aufl. 
Wiesbaden  1886.     [B.  ß. 

Prochdxka^  R.  Freih.,  Mozart  in  Prag. 
Zum  lOOjähr.  Gedächtniss  seines  Todes. 
Mit  3  Beilg.  und  5  Abbildg.  Prag  1892 
IL  Dominicus  (Th.  Gruss).  8«.  8  und 
236  Seit.  (M.  f.  M.  24,  184).  Auch  in 
seinen  Arpeggicn  1897  Vieles  über  Mozart 
(M.  f.  M.  29,  119). 

Pogge ,  IL  C. ,  De  opvoeringen  van 
Mozart's  Don  Juan  in  Nederland.  Amsterd. 
1887.     80. 

Sattler^  lleinr.,  M.  Erinnerung  an  sein 
Leben  u.  AVirken  nebst  Bemerkgen.  über 
dessen  Bedeutung  f.  die  Tonkunst.  Langen- 
salza 1856  Grcsslor.     8«.     3  u.  56  S. 

Schfurleer,  D.  F.,  Moz.'s  verblijf  in 
Nederland,  en  het  muziekleven  aldaar  in 
de  laatste  helft  der  18»  eeuw.  's  Graven- 
hage.     1883.     8".     [Dresd. 

ScJtlic/itef/roll,  Friedr.,  Nekrolog  auf 
das  Jahr  1791.  Gotha  1792  J.  Perthes. 
2  Bde.  kl.  80.  In  Bd.  2,  Seit.  82—112 
über  M. 

Schlosser,  J.  A.,  W.  A.  Moz.  Eine 
begründete  und  ausführliche  Biograjjhie 
. . .  Prag  1828.  8°.  192  Seit.  [B.  Lpz. 
Dresd.     B.  B. 

Schneider,  L.,  M.'z  Schauspieldirektor. 
Schotfs  Cäcilia,  Bd.  24  S.  148. 

SchoU,  I5ernli. ,  W.  A.  Mozart  und 
seine  Stellung  in  der  Geschichte  der  Musik 
.  . .  Frankft.  a/M.  1891  B.  Firnberg.  8». 
15  S. 

Scudo ,  P. ,  Moz.  et  son  Don  Juan 
(Revue  des  deux  mondes  du  15  mars 
1849)  Paris  1849.     8o. 

Siegmayer,  J.  G.,  Theorie  der  Tonsetz- 
kunst mit  Bezugnahme  auf  die  Theorie 
von  M.  2.  Aufl.  Berlin  1834  A.  W. 
Logier.     40.     [Dresd.     B.  B. 

—  Fundament  des  General-Basses  von 
W.  A.  Moz.,  herausgeg.  u.  mit  Anmerkg. 
begleitet.  Berlin  1822  Schüppel.  40. 
50  S.     [Dresd.     B.  B. 


Mozart,  Wolfg.  Amad. 


99 


Mozart,  "Wolfg.  Amad. 


Sievers,  G.  L.  P.,  Moz.  u,  Süssniayer, 
ein  neues  Plagiat,  ersterm  zur  Last  ge- 
legt, und  eine  neue  Verniuthung  die  Ent- 
stehung des  Requiems  betreffend.  Mainz 
1829  Schott.     8".     [B.Lpz.     Dresd. 

Sonnleitlmer  ^  Dr.  Leop.,  Ueber  M.'s 
Opern  aus  seiner  früheren  Jugend.  Schott's 
Cäcilia,  Bd.  23  S.  233.    Forts.  Bd.  24.  25. 

Sou-inski,  siehe  Nissen,  französisch 
übersetzt. 

Spiro  ^  Fr.,  Die  Entstehung  einer 
M.'schen  Konzertarie.    In  Viertel].  Bd.  4. 

Stadler,  Abbe,  Vertheidigung  der  Echt- 
heit des  M.'schen  Requiems.  Wien 
1826.     8". 

—  Nachtrag  zur  Vertheidigung  .  .  . 
Wien  1827.     8». 

Stage^  Thematisches  Verz.  werthvoller 
noch  ungedruckter  Origüialhds.  Berlin 
(185.  .).     [B.  B. 

Stendhal^  de,  Vies  de  Haydn,  de  Mozart 
et  de  Metastase.  Nouvelle  editiou.  Paris 
1854  Levy.     kl.  8». 

—  Andere  Ausg.  ib.  1866.    8».    [B.  B. 
Sterbehmcs    zur   Feier  der   100 jährig. 

Geburts  -  Tage.  Wien  1853,  Jos.  Berm. 
[B.B. 

Sterneck,  C.  Freih.  von,  Studien  1896 
(M.  f.  M.  28,  139). 

Sticc/lüx.,  Heinr. ,  M.'s  Gedächtsniss- 
feier.     Gedicht.     München  1837.     8"^. 

Viardot^  Louis,  Manuscrit  autographe 
du  D.  Giovauni  de  Mozart.  Separatabzug 
(Paris  186. .)  8».     [B.  B. 

Waldersee^  Graf  von,  Die  Gesamtaus- 
gabe der  Werke  M.'s.  In  seinen  Samlg. 
mus.  Vorträge  Nr.  7.    Lpz.  1879  Br,  &  IL 

Weber,  Gottfr.,  Ergebnisse  der  bis- 
heiigen  Forschungen,  über  die  Echtheit 
des  M.'schen  Requiem.  Mainz  1826.  8*^ 
(siehe  auch  unter  Ergebnisse). 

—  Weitere  Ergebnisse  . . .  als  Fort- 
setzung.    Mainz  1827.     8". 

Wilder,  Vict.,  Moz.,  l'homme  et  l'ar- 
tiste.  Histoire  de  sa  vie  d'apres  les  docu- 
ments  authentique  et  les  travaux  les 
plus  recents.     Paris  1880.     gr.  8". 

Winckler,  Th.  Fred.,  Notice  biographi- 
que  sur  J.  W.  Moz.  Paris  1801  Fuchs. 
8".     48  S.     [Brüssel.     B.  B. 

Wolxogeu,  Alfr.  von,  Ueber  die  sceni- 
sche  Darstellung  von  M.'s  Don  Giovanni, 
mit  Berücksichtigung  des  urspriinglichen 
Textbuches  von  Lor.  da  Ponte.  Breslau 
1860  Leuckart.  8".  50  S.  1  Musikbgl. 
[B.  B.     Briissel. 

—  Don  Juan  v.  M.,  auf  Grundlage  der 
neuen  Textübersetzung  von  B.  von  Gugler, 
neu  scenirt  und  mit  Erläuterungen  ver- 
sehen von  . . .  Breslau  1869.    8".     [ß.  B. 


Wurxhach,  Const.  von,  Mozart -Buch. 
Wien  1869  Wallishauser.  8'-*.  9  u.  304 
Seit.     [B.  B.     Dresd. 

ZaubeiHöte,  siehe  Mozart. 


Zu  Eöchel's  chronol.-themat.  Verz.  er- 
schien in  gleichem  Format  ein 

Nachtrag  zum  .  .  .  Lpz.  1889  Br.  &  Et. 
32  S.  Er  enthält  1.  den  Nachweis  von 
Autographen.  Hier  ist  hinzuzufügen,  dass 
die  Autogr.-Samlg.  Grasnick's  die  B.  B. 
erworben  hat.  Ferner  fehlen  die  Autogr. 
im  Besitze  des  Mozarteums  zu  Salzburg, 
worüber  1862  ein  Verz.  erschien.  Siehe 
unter  Moyses.  Bei  Nr.  23  Aria:  Con- 
servati  fedele  füge  man  bei,  jetzt  in  B.  M. 

—  Der  Canon  0  wunderschön  ist  Gottes 
Erde,  Küchel,  chrouol.  Verz.  S.  207  ist 
nicht  von  Mozart,  sondern  von  Will.  Byrd 
auf  den  Text  „Non  nobis  Domine".  (Siehe 
Pohl  2,  375,  den  aber  Köchel  fälschlich 
mit  S.  208  bez.)  2.  Ein  nach  Serien  ge- 
ordnetes Vei'zeichnis  der  Gesamtau.sgabe 
von  Br.  &  H.  —  Zu  bemerken  ist  noch, 
dass  Köchel  im  chronol.  -  themat.  Verz. 
die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  mit 
„Wiener  Musik- Vereins- Archiv"  bez.,  eine 
Bez.  wie  sie  im  Wiener  Publikum  Ge- 
brauch ist. 

Nachträge  zu  Köchel's  Verz.  von  ihm 
selbst  in  der  Allg.  mus.  Ztg.  Lpz.  1864 
p.  493  ff. 

Anselm  Hüttenbrenner  in  Graz  soll  an 
Autogr.,  die  ihm  M.  selbst  schenkte,  be- 
sessen haben:  Die  Bergknappen musik  in 
8  Stücken. 

Nachträge  zum  Verz.  der  Werke  M.'s 
in  der  Niederrh.  Ztg.  12,  246. 

Systematischer  Katalog,  siehe  Moyses. 

Abbildungen,  verz.  von  Fuchs  in  der 
Wiener  Musikztg.  5,  584. 

Nachlass  M.'s  in  Bagge's  Deutsche 
Musikzeitung  1861  Nr.  35. 

Requiem.  Geheimgeschichte  des  Moz,- 
schen  Requiem.  In  deutsche  Musikztg. 
von  Bagge.     Wien  1861,  2.  Jhrg.  p.  380. 

—  In  derselben  Ztg.,  3.  Jahrg.  1860  bis 
1862  noch  mehrere  Ai-tikel  über  M.'s 
Werke. 

In  der  Cäcilia  von  Schott's  Söhne  und 
der  Allgem.  mus.  Ztg.  Leipzig  Bd.  1 — 50 
zahlreiche  Artikel  über  Mozart.  In  ersterer 
siehe  das  Register  im  10.  Bde.  über  Re- 
quiem. —  In  Monatshefte  für  Musikge- 
schichte Generalreg.  1  unter  Mozart. 

Totenschein  der  Mutter.  Niederrhein. 
Ztg.  5,  8. 

Im  Pohl  1  befindet  sich  eine  Tafel 
mit  dem  facsim.  Autograph,  welches  sich 
vom   Jahre    1765   im   br.  Mus.    befindet. 


Moze. 


100 


Mucken-Netz. 


Es  ist  der  4stim.  Chor  „God  is  our  re- 
fuge".  Siehe  auch  Alig.  mus.  Ztg.  Neue 
Folge.     Lpz.  1863  Nr.  51. 

Neue  Ausg.  des  Mitridate's  von  Chrj'- 
sander,  angezeigt  in  lipz.  Ztg.  1882,  8  ff. 
mit  sehr  treffenden  Aussprüchen  von 
Jahn^  Sp.  .56  ff. 

Nach  Han,slic]i's  Untersuchungen  iu 
seiner  Geschichte  Wiens  S.  120  i.st  Moz. 
als  der  Erste  anzusehen,  der  als  Klavier- 
virtuose eigene  Konzerte  öffentlich  in 
Wien  gab. 

Jahn  1,  Vorwoii  IX  giebt  eine  kriti- 
sche Beleuchtung  der  Mozart-Biographien. 

Moze,  . . . 

1  „Ayr"  im  Samlwk.  Airs  von  1776b. 

Ein  anderer  Moxe^  Organist  iin  18.  Jh., 
gab  mit  Peter  Prelleur  die  divine  Melodj- 
1758  heraus  (siehe  ProUeur). 

Moziii,  Theodor,  geb.  um  1766 
zu  Paris,  gest.  14.  Nov.  1850  ebd. 
Ein  Pianist  und  Komponist,  stu- 
dierte in  der  Kgl.  Musii^schule  für 
Gesang  und  Deklamation  unter 
Gossec,  trat  1787  ins  Leben  und 
liefs  sich  als  Klavierlehrer  nieder. 
1795  wurde  er  als  Lehrer  ins 
Conscrvatoire  berufen,  verlor  aber 
den  Posten  1802.  1796  konzer- 
tierte er  in  Brüssel.  Fetis  führt 
von  ihm  eine  Anzahl  Komposi- 
tionen an.  —  Ein  Bruder  von 
ihm,  Denotf-Frcü/nois,  bildete  sich 
an  demselben  Institute  zum  Mu- 
siker aus,  zog  sich  1830  nach 
Severs  zurück  und  starb  im  Dez. 
1857,  91  Jahr  alt.  Auch  er  gab 
Einiges  für  Klavier  heraus  (Fetis). 

Mraseck,  Fräulein, 

gab  1802  sechs  Arien  mit  Begleitung 
der  Guitarre  heraus  (Gerber  2). 

Mratsehek,  Karl,  Violinist  an 
der  Hofkapelle  in  Wien  vom  1. 
März  1787  bis  f  H-  März  1831, 
78  J.  alt;  bezog  150  Gld.  jährl. 
(Köchel  1). 

Mraw  (Mraf),  Franz,  aus  Böh- 
men geb.,  Violinist  an  der  Ester- 
hazy 'sehen  Kapelle  von  1784 — 86 
mit  480  Gld.,  freier  Wohnung  u.  a. 
Vordem  befand  er  sich  in  der  Ka- 
pelle des  Grafen  Kolowrat  in  Prag, 


ging  dann  1786  zum  Fürsten 
Bathyäni  nach  Pressburg  und  st. 
1792  iu  Diensten  des  Fürsten 
Grassalkovics  in  Ungarn  (Pohl  4, 
18.  Dlabacz). 
Mucliaeus,  Caspar,  gab  eine 

Disseitatio  de  musica.  Nev-Ruppin 
1714  [B.  B.]  heraus. 

Mucbsel,  . . . 

bekannt  durch  eine  Serenata  per  Vio- 
line, Viola  e  Guitarre.     [Musikfr.  AVien. 

3Iuek,  Friedrich  JoLaiiii  Al- 
breelit  (nicht  Albert,  wie  Fetis 
schreibt),  soll  gegen  1768  in  Nürn- 
berg geboren  sein  und  war  um 
1823  Dekan  und  Hauptprediger 
zu  Rothenburg  a/d.  Tauber  (Titel). 
Gerber  2  schreibt  Friedrich  Muck, 
der  jedenfalls  derselbe  ist,  doch 
sagt  er:  geb.  im  Öttingischen, 
Pfarrer  zu  Euerbach,  gab  in  Leip- 
zig 1793  bei  Breitkopf  eine  Samlg. 
Lieder  heraus,  deren  Dichter  und 
Komponist  er  war.  Fetis  zeigt 
eine  Musikalische  Handfibel  von 
1815  und  Lieder  für  2  Soprane 
an.     Bekannt  ist  mir: 

Biogra]ihische  Notizen  über  die  Coni- 
ponisten  der  Clioralmelodien  im  Baierischeu 
neuen  Choral-Buche.  Erlangen  1823  .1.  J. 
Palm  u.  Ernst  Enke.  8".  101  S.  [B.  B. 
Freising. 

Die  B.  M.  besitzt  nur  mit  Muck  gez. 
das  Lied  „die  Elfen".  Was  unterm 
Monde  gleicht,  mit  Klavierbegleitung 
im  Ms. 

üb  „Die  Nazarener  in  Pompeji",  Ms. 
in  Stb.  in  Darmst.,  von  obigem  ist,  be- 
darf des  Beweises. 

Auch  in  dem  Archiv  zu  Dresden,  kath. 
Kirche,  befindet  sich  unter  Muck  eine 
Litauia  lauretana  a  4  voci,  c.  VV.  Va. 
Ob.  Cor.  ed  org.  im  Ms.  P.  u.  St. 

Mucken -Netz 

oder  Gemüts -Erfrischung,  in  welcher 
vielfältige  Widerwärtige  einfliegende  Ge- 
danken u.  melancholische  Anstöfs  abzu- 
halten durch  etliche  fröliche  Gesänglein 
mit  eignen  Melodeyen  u.  Arien  . . .  an- 
gestimmet  in  Saltzburg.  Saltzbg.  1694  J. 
B.  Mayer.  1.  Thl.  4».  4,  105  S.  mit 
12  Lied.  f.  Mel.  u.  bez.  B. 

—  Anhang  zu  dem  1.  Theil  des  M.-N. 
oder  Bart-Streit  in  3  Theüen.     [B.  M. 


Muclas. 


101 


Mülicli,  Michel. 


Muclas,  Diego,  ein  Spanier, 
foli?te  1723  Juan  Perez  Roldan  als 
Kapellmeister  am  Augustinerkloster 
in  Madrid  (siehe  Roldan). 

Miularra,  Aloiiso,   gab  heraus: 

Musica  en  cifras  para  vibuela.  Sevilla 
1546  (nach  Straeten  8,  444).  Der  Inhalt 
besteht  aus  bearbeiteten  Gesängen  be- 
nihmter  Meister  und  sollen  2  Bücher 
existieren  (CoUection  Barbieri). 

Miitld  (Mudde),  John,  ein  Or- 
ganist an  der  Kirche  zu  Peterboro 
von  1583—1629  (West). 

In  Ely  befinden  sich  1  Service  und 
4  Anthems.  Im  br.  Mus.  Ms.  98  das  An- 
them  „God,  which  hast  prepared,  Bd.  4 
und  in  Ms.  623,  5  Stb.,  unter  Thomas 
Mudde  einige  Instnimeutalpiecen  für 
4  Violen  und  Bc.  Davey  179  führt  noch 
im  br.  Miis.  das  Ms.  Add.  31 390  aus  dem 
Jahre  c.  1600  an,  in  dem  sich  ein  Ton- 
satz von  Mudd  befindet.  —  Auch  ein 
Thomas  Mudd  zu  Cambridge  wird  1598 
genannt  und  ein  späterer  Mudd  zu  Lin- 
coln 1662,  beide  als  Organisten  (West). 

Miidge , . . .  ein  englischer  Kom- 
ponist von  dem  man  kennt: 

6  Coucertos  in  7  parts,  5  for  4  Violins, 
T.  &  Vcl.  with  Thor.  B.  and  one  Con- 
certo  for  the  organ  or  harps.  with  In- 
strum. To  which  is  added  Non  nobis  Do- 
mine in  8  parts.  Amst.,  Roger.  [Cam- 
bridge FW. 

Mücliler,  Johann  Oeorg-,  geb. 

23.  Sept.  1724  zu  Drecho  in  Pom- 
mern, gest.  9.  Aug.  1819  zu  Berlin. 
Musiklehrer  (Professeur  sagt  Fetis) 
zu  Stargard,  ging  1773  nach  Berlin. 
Er  verdeutschte  die  Schrift  Harris': 
Drey  Abhandlungen  über  Kunst,  Musik, 
Dichtkunst  und  Glückseeligkeit.  Dantzig 
1756.  80.  [Musikfr.Wien.  Brüssel  Cons.] 
Auch  J.  C.  F.  Schultz  gab  eine  deutsche 
Uebersetzung  heraus  (Fetis). 

Müglin,   siehe   Heinrich   von. 

Müh],  Ferdinand,  1750  Orga- 
nist an  der  Hofkapelle  in  München 
mit  285  Gld.  Gehalt  (Kreisarchiv). 

Mühle,  Nilfolaus,  von  etwa 
1776  ab  Musikdirektor  am  Privat- 
theater in  Petersburg,  dann  1783 
Korrepetitor  an  der  Schnch 'sehen 
Truppe  in  Mitau,  Danzig,  Königs- 
berg u,  a.  Orten. 


Reichard  verz.  in  seinen  Gothaischen 
Kalendern  zahlreiclie  Singspiele  nebst 
obigen  Aemtern,  wie  Der  Irrwisch  1783, 
Lindor  und  Ismene,  Der  Aepfeldieb,  Mit 
dem  Glockeuschlag  zwölf,  Eremit  u.  For- 
mentera,  Die  Wilddiebe,  Das  Opfer  der 
Treue.  Sie  reichen  bis  zum  Jahre  1792. 
In  der  Bibl.  Kgsbg.  das  Textbuch  zur 
„Schönen  Fürstin",  Schwank  von  Lang- 
bein.    1799  s.  1. 

Muelas,  Don  Diego,  ein  Spanier. 
Eslava  teilt  6  Gesge.  mit  (Eitner  2). 

Muelen,  Servacius  Yander, 

im  Samlwk.  von  Baethen's  duytsche 
Liedekens  1554:  Altijt  so  moet  ic  trueren, 
4stim. 

Mülen  (Meilen),  Wilhelm  Tan, 

am  1.  Dez.  1564  Altist  an  der 
Hof  kapeile  zu  Wien  mit  12  Gld. 
Gehalt;  von  1567  bis  zu  seinem 
Tode  am  25.  Jan.  1598  als  Orga- 
nist ebd.  mit  16  Gld.  monatl.  an- 
gestellt (Köchel  1,  siehe  auch 
S.  111). 
Mülich    (Mulichius) ,    Johann, 

16.  Jh.? 

bekannt  durch  die  Mss.  365:  Yerbum 
caro  factum  est.  —  Puer  natus.  —  AUe- 
luja.  —  Ehre  sey  Gott,  4stim.  [B.  Proske.] 
Ebd.  Ms.  506  ein  Alleluja  4  voc.  und 
Ms.  1009  ein  Salve  regina  5  voc.  mit 
Johann  Mu.  gez. 

In  Pioske's  Bibl.,  Abtlg.  Butsch,  3  Stb. 
in  hoch  4"  Lederbd.  befinden  sich  aus 
der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhs.  6  latein. 
und  deutsche  3  stim.  Gesänge  mit  Johannes 
Stomius  von  Müling  gez.  Es  ist  nicht 
glaublieh,  dass  dies  der  obige  Joh.  Mülich 
sein  könnte. 

Dagegen  komponierte  P.  Hornberger 
1620  für  einen  Johann  Midicnhis  einen 
Geburtstag- Gesaug,  womit  vielleicht  der 
obige  Mülich  geraeint  ist. 

Mettenleiter  1,  154  verz.  einen  Jo- 
hannes Mullichms  aus  Franken,  Kanoni- 
kus au  der  alten  Kapelle  zu  Regensburg 
um  1620,  der  wahrscheinlich  der  oben 
zuerst  genannte  ist.  In  der  alten  Kapelle 
daselbst  befand  sich  einst  ein  Cantionale 
von  1610,  welches  mehrere  Salve  regina 
von  ihm  enthielt. 

Mülieh,  Michel,  um  1590  Chi- 
tarrist  an  der  Hofkapelle  in  Dresden 
mit  120  Gld.  Gehalt  (Fürstenau 
1,  36). 


Müller, 


102 


Müller,  Aug.  Eberh. 


Müller,  . . .  geb.  zu  Stotterheim 
bei  Erfurt  um  1750.  lernte  bei 
dem  Stadtmusikus  in  "Weimar  die 
Musik,  bildete  sich  besonders  als 
Waldhomist  aus,  ging  nach  Lon- 
don und  wurde  Mitglied  der  Kgl. 
Kapelle  (Gerber  1.  2). 

Müller,  18.  Jh.,  bekannt  durch 

Six    Duos    poiir    V.    et    Alto,    op.  2. 

Franekfurt  a/M.,  Haueisen.   [Mailand  Cons. 

Müller,  . . . 

im  Samlwk.  Arien,  Neue  Samlg.  vor- 
zügl.  u.  beliebter  Arien  . . .  Wien  1800 
einige  Nm. 

Müller,  . . . 

In  ß.  Briissel  Cons.  868  die  Kantate 
In  feste  Michaelis:  Ich  bin  sicher  und 
getrost  für  Sopr.,  2  V.  A.  Bc.  Ms.  P.  fol. 

Müller,  Adolph  Heinrich,  Bru- 
der des  August  Eberhardt,  geb.  5. 
Nov.  1769,  1798  Organist  an  der 
Petrikirche  und  seit  1804  als 
Nachfolger  seines  Bruders  an  der 
Nikolaildrche  zu  Leipzig  (Gerber  2. 
Lpz.  Ztg.  36,  854). 

Müller,  Aea^idius,  geb.  2.  Juli 
1766  zu  Görsbach  bei  Nordhausen, 
gest.  14.  Aug.  1841  zu  Braun- 
schweig, wo  er  Kammermusiker 
war.  Er  ist  der  Vater  der  vier 
Gebrüder  Müller,  die  einst  als 
Qaartettisten  ein  hohes  Ansehen 
genossen  (siehe  A.  d.  B.  von  Bern- 
hard Müller  verfasst). 

Müller  (Mylius),  Amhrosius, 
aus  Navena-Marchicum  (Nauen), 
war  um  1616  Kantor  zu  Straufs- 
berg   und    1618    zu   Neu-Ruppin. 

Er  gab  heraus: 

Concentus  musicus,  Ruth.  c.  3,  v.  10. 
&  11.  Zu  Hochzeitlichen  Ehren  . .  dem 
. .  Herrn  Andreae  Wassaeo,  beyder  Rech- 
ten Doctori  . .  so  Tvol  auch  der  . .  Jung-fer 
Ureulen  .  .  Hemphisch  .  .  Mit  8  Stim. 
Durch  Ambrosium  Müllern  Navena-Marchi- 
cum, zu  Strauszbergk  Cantorem.  Berlin 
1616  G.  Runge.  8  Stbll.  4".  „Boas 
sprach  zu  Ruth."     [B.  Hbg. 

Deutscher  Gesaug  dem  . .  Th.  Schön- 
bergk  ..  Rector  zu  New-Ruppin  ..  und 
der  Braut  (Schröder)  . .  Mit  6  Stim.  von 
Ambr.  Myüo.    Berlin  1618  Runge.    6  Stbll. 


4".     ,,Nach   Gottes   allerreichsten   Gnad." 
[B.  Hbg. 

Ad  aeolium  connexum,  Christlicher 
Auffzug  mit  12  Stim.  zu  hochzeitl.  Ehreu 
dem  .  .  Caspari  Kl  andern  u.  Jung-frau 
Mariae  (Zützels).  Berlin  1619  Runge. 
Stbll.  40.  1.  Meine  Freundin  du  bist. 
2.  Ego  flos  campi.     [B.  Hbg. 

Müller,  Andreas,  wie  ihn  Ger- 
ber und  Fetis  nennen,   s.  Myller. 

Müller,  August  Eberhard,  geb. 
13.  Dez.  1767  zu  Nordheim  (Han- 
nover), gest.  3.  Dez.  1817  zu 
Weimar.  Anfänglich  Schüler  seines 
Vaters  der  in  Nordheim  Organist 
war,  später  Schüler  des  Johann 
Christoph  Friedrich  Bach ,  der 
Bückeburger.  Mit  14  Jahren  ging 
auf  Reisen   und   liefs   sich    als 


er 


,    Orgel-  und  Flötenspieler 
1789    wurde    er    an    der 


Klavier 
hören. 

Ulrichskirche  zu  Magdeburg  Orga- 
nist als  Nachfolger  Rabort's,  dessen 
Tochter,  eine  tüchtige  Klavier- 
spielerin, er  in  demselben  Jahre 
heiratete.  1794  kam  er  nach 
Leipzig,   trat  ins  Konzertorchester 


als  erster  Flötist  ein,  erhielt  bald 
darauf  die  Organistenstelle  an  der 
Nikolaikirche,  wurde  dem  alternden 
Hiller  am  2/9  1800  als  Unter- 
stützung an  der  Thomasschule  bei- 
geordnet und  erhielt  die  Stelle 
als  Kantor  nach  Hiller's  Tode 
(1804).  Die  Konzerte  im  Gewand- 
hause unterstützte  er  und  seine 
Frau  durch  öfteres  Auftreten  als 
Virtuosen,  auch  war  er  der  Erste, 
der  die  Schöpfung  von  Haydn  in 
Leipzig  20/12  1801  aufführte.  Im 
Dez.  1809  nahm  er  als  Kantor 
seinen  Abschied,  um  die  Stelle 
als  Grofsherzogl.  Kapellmeister  in 
Weimar  anzutreten.  Ein  jahre- 
langes Leiden  was  schliefslich  in 
Wassersucht  sich  äusserte,  trübte 
seine  letzte  Lebenszeit  und  raffte 
ihn  früh  dahin.  Seine  Wittwe 
zog  nach   Leipzig    und    liefs    sieb 


Müller,  Aug.  Eberh. 


103 


Müller,  Aug.  Eberh. 


melirfach  daselbst  hören  (Dörffel 
2,  28.  Lpz.  Ztg.  1817  p.  885  von 
Rochlitz.  Wiener  Allg.  miisikal. 
Ztg.  1818  Sp.  59  mit  Rochlitz 
übereinstimmend).  Seine  Kompo- 
sitionen waren  einst  noch  bis  in 
die  50er  Jahre  des  19.  Jhs.  be- 
liebte Piecen  und  seine  Klavier- 
schule war  lange  das  Yorbild  für 
ähnliche  Unternehmungen.  Nach- 
weisbar sind  heute  noch: 

Gerechte,  frohloctet  dem  Herrn.  Can- 
Me  von  Eoehlitz,  f.  4  Singst.  2  V.  2 
Violen.  2  Fl.  2  Ob.  4  Hörn.  Pauken  und 
Bc.    P.    [Leipz.  Thom.     B.  B.,  Ms.  15650. 

Siehe,  ich  verkündige  euch,  Cantate  f. 
4  St.  2  V.  Violen,  Fl.  Tromp.  Pauken. 
P.     [B.B.     Ms.  10802. 

Cantate:  Preis  und  Dank.  P.  Ms. 
[Leipz.  Thom. 

Der  Polterabend.  Singspiel  in  1  Act 
von  Alex.  Wolff,  Clav.-Auszg.  vom  Kom- 
ponisten, Nachgelassenes  Werk.  Lpz., 
Peters,     qufol.     [Dresd.  Mus. 

Cantatine  zu  Familienfesten,  f.  4  Singst, 
und  Orch.,  nachgelassenes  Werk.  Lpz., 
Fr.  Hofmeister.  Part.  [B.  B.  Musikfr. 
Wien. 

Chorgesänge  op.  2.  3.     [B.  M. 

Der  Sachsen  Freude  als  Friedrich 
Anglist  die  Köuigswürde  annahm  (1806). 
Ein  Lied  für  Alle  mit  Begltg.  des  Pfte. 
Lpz.,  A.  Kühnel.     qufol.     [Dresden  Mus. 

Venus  und  Amor,  oder  die  Reize  der 
Liebe,  in  zwey  Liedern  für  das  Forte- 
piano,  in  Music  gesetzt  von  ...  Lpz., 
Breitkopf.     qu4".     [Brüssel  Cons.  373. 

6  deutsche  Lieder  mit  Ciavier.  Braun- 
schweig, Magazin.     [B.  B. 

YJ  deutsche  Lieder  mit  Begltg.  des 
Pfte.  Hamburg,  Günther  und  Böhme. 
[Darmst.     Biüssel  Cods. 

VI  deutsche  Lieder  mit  Begltg.  des 
Claviers,  comp,  von  .  . .  Zweyte  Samlg., 
Lpz.,  Br.  &  H.     qu40.     [Brüssel  Cons. 

Concert  p.  le  Clav,  ou  Pfte.  avec  in- 
strum.  Hummel  a  Berlin.  Klav.  und  9 
Stb.  fol.     [B.  B. 

Concerto  (in  A)  p.  Pfte.  et  orch. 
Amst.,  Hummel.  Stb.     [Biiiss.  Cons. 

Concert  p.  la  Flute  av.  Orch.  oe.  16. 
Lpz.,  Br.  &  H.  14  Stb.  [B.  B.  Musikfr. 
Wien. 

dito  oe.  20.  22.  24.  30.  Das  10.  und 
11.  Concert  bei  Peters  in  Lpz.     [B.B. 

Trio  (in  B.)  p.  Pfte.  V.  et  Vcl.  op. 
17.    Breitk.  &  H.    Stb.     [Brüssel  Cons. 


Vingt  petits  Duos  tres  faciles  p.  2  Fl. 
op.  19.     Paris,  Sieber.     [Schwerin  F. 

3  Duos,  oe.  20.  Hambg.,  J.  A.  Böhme. 
[B.M. 

3  gr.  Duos  p.  2  Flutes.  [Musikfr. 
Wien. 

Gr.  Sonate  p.  Qav.  et  Fl.  oe.  38. 
Lpz.,  Kühnel.  [Musikfr.  Wien.  B.  B., 
auch  Lpz.,  Peters. 

3  Senates  p.  le  Clav.  oe.  3.  üffenb.. 
Andre.     [B.  B. 

3  Sonates  p.  le  Clav,  ou  Pfte.  oe.  7. 
Lpz.,  Breitkopf.     28  S.     [B.  Wagener. 

3  Sonates  p.  le  Clav.  oe.  13.  Vienue, 
Hoffiueister  &  Co.    [B.M.     Musikfr. Wien. 

3  Sonates  p.  le  Pfte.  oe.  14.  Lpz., 
Peters.  [B.B.  B.  Wagener:  Lps.  en 
comniission  chez  Br.  &  H.  26  S.  Brüssel 
Cons.    Musikfr.  Wien. 

3  Sonatines  progressiv,  oe.  18.  Lpz., 
Peters.  [B.B.  Brüssel  Cons.  Musikfr. 
Wien. 

Sonate  p.  le  Clavec.  ou  Pfte.  oe.  26. 
Lpz.,  Petei-s.  13  S.  (Diese  Sonate  er- 
schien zuerst  unter  Mozart's  Namen  im 
Magazin  de  Thonus).  [B.  B.  B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien. 

6  gr.  Caprices  p.  le  Clav.  oe.  29.  Lps., 
A.  Kühnel.     [B.  M.     B.  B.  chez  Peters. 

Caprice  p.  le  Clav.  oe.  4.  Offenb., 
Andre.     [B.  ß. 

op.  31,  3  gr.  Caprices,  op.  34  dito, 
oe.  41  dito.  Lips.  Peters.  [B.  B.  B.  M. 
Musikfr.  Wien. 

Fantaisie  p.  le  Clav.  oe.  35.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Fantasia  op.  40  per  Fl.  solo  c.  aco. 
deU'orch.  P.  Autogr.  20  Bll.  qufol.  Ms. 
15735.     [Hofb.  Wien. 

Andante  avec  Variat.  p.  le  Clav.  oe.  8. 
Lps.,  Breitkopf.     [B.B. 

6  Variat.  p.  le  Pfte.  sui-  l'air  „Jüngst 
sprach  mein  Herr  der  Bader."  Hbg., 
Böhme,  qufol.  [Dresd.  Mus.  Musikfr. 
Wien. 

Vai-iat.  p.  le  Clav.  oe.  9.  32.  37  u. 
oe.  posth.     [Musikfr.  Wien. 

Variat.  f.  Klav.  1  Bl.  Autogr.  18431. 
[Hofb.  Wien. 

Marche  du  General  Bonaparte  variee. 
oe.  15.  Lps.  Br.  &  H.  [B.  B.  B.  Kgsbg. 
in  Kopie. 

Cadenzen  zu  Mozai-t's  Concerten,  nach- 
gelassenes Werk.     Lpz.,    Peters.     [B.  B. 

Sammlung  von  Orgelstücken  1.  Heft. 
Lpz.  1798  Br.  &  H.   fol.    [B.B.     B.Lpz. 

Klavier-  und  Fortepiano  Schule  oder 
Anweisung  zur  richtigen  und  geschmack- 
vollen Spielart  beider  Instrumente,  nebst 
einem    Anhange    vom    Generalbafs.    Mit 


Müller,  Chrstn.  Friedr. 


104 


Müller,  F, 


1  Kupfertafol.  Leipzig.  Presd.  Mus. 
Musikfr.  Wien. 

—  Fortepiano-Schule.  7.  Aufl.  Lpz., 
Peters.     [B.  B.     B.  M.     Einsiedeln. 

—  Grofe  Fortepiano-Schule  mit  vielen 
neuen  Beispielen  u.  einem  vollständigen 
Anhange  vom  Generalbass,  versehen  von 
C.  Czerny.    Lpz.  (1825)  qufol.     [Brüssel. 

Kleines  Elementarbuch  für  Klavier- 
spieler. Lpz.,  Peters.  4".  [B.  B.  Mu- 
sikfr. Wien  in  mehreren  Aufl. 

Uebungsstücke  f.  Pfte.  1.  Heft.  Lpz., 
Br.  &  H.     [B.  B. 

Instructive  Uebungsstücke.  Heft  1—6. 
Nene  Ausg.    Lpz.,  Peters.    [B.  B.     Dresd. 

Orgelstücke  in  C.  F.  Beckor's  Caecilia. 
Leipzig. 

Anweisung  zum  genauen  Vortrage  der 
Mozart'sehen  Ciavier -Concei'te.  Leipzig 
(1796)  Schmiodt  &  Rau.    fol.     [B.  B. 

Insti-uctive  Flöten  stücke  f.  Anfänger. 
Lpz.,  Peters.     [Musikfr.  "Wien. 

Ein  Moderato  f.  Orgel  iu  neuer  Ausg. 
(Eituer  2). 

Im  Autogr.  Grasn.  in  B.  B:  Etüden  f. 
Klav.  u.  s.  Portr. 

Müller,   Cbristiaii  Friedrich, 

geb.  29.  Dez.  1752  zu  Rlioin.sberg, 
gest.  1809  in  Stockholm.  Ein  Vio- 
linist, der  eine  Zeit  Jang  in  der 
Kapelle  des  Prinzen  Heinrich  von 
Preufseu  sich  befand,  1778  mit 
der  Sängerin  Mara  auf  Konzert- 
reisen ging,  verheiratete  sich  dann 
mit  der  Sängerin  Karoliue  Friede- 
rike Walther,  mit  der  er  sich 
meist  auf  Konzertreisen  befand. 
An  Kompositionen  soll  er  nur 
Weniges  geschaffen  haben  (Ger- 
ber 1). 

Müller,  Christian  Heinrich, 
geb.  10.  Okt.  1734  zu  Halberstadt, 
gest.  29.  Aug.  1782  ebd.,  wurde 
Domorganist  zu  Halberstadt  und 
soll  ein  vorzüglicher  Orgelspieler 
gewesen  sein  (Gerber  1.  Fetis). 
Gerber  führt  einen  Jahrgang  Kir- 
chenmusik im  Ms.  an,  auch  das 
folgende  Druckwerk : 

Drey  Sonaten  fürs  Ciavier,  als  Doppel- 
stücke für  zwo  Personen  mit  4  Händen 
(sie?),  ge'nidmet  dem  Donkapitel  zu 
Halberstadt.  Auf  Kosten  des  Verfassers. 
Berlm  1782  F.  W.  Birnstiel.    35  S.    fol. 


[B.  Wagener.     B.  B.  Ms.  15680  in  K.  in 
Kopie.     Brüssel  Cons.  im  Druck,     br.  Mus. 
Müller,  Ch...  P. ..,  gab  1793 
zu  Landshut 

Lieder  auf  alle  Sonn-  und  Festtage  des 
Herrn,  zum  Gottesdienst  in  der  römisch- 
kathol.  Kirche  für  die  Orgel  u.  2  Singst, 
heraus  (Gerber  2). 

Müller,  Eduard,  unbekannter 
Autor,  von  dem  sicli  im  Conserv. 
zu  Brüssel  eine 

Kantate  f.  Ten.,    Chor   u.  Orch.    in  P. 

Ms.  befindet. 

Müller,  Ernst,  bekannt  durch: 
Das  holie  Lied  Salomons  (8  Melodien 

von  J.  H.  Seip).     Leipzig   1662   Vulpius. 

[B.  Lpz. 

Müller,  genannt  Miller,  Ernst 
Ludwig,  schrieb  unter  dem  Na- 
men Krasinski;  ein  Flötist,  der 
um  17 00  in  Berlin  lebte,  1768 
nach  Frankreich  ging,  in  Dijon 
lebte,  dann  in  Auxonne,  wo  er 
sich  verheiratete.  Eine  Tochter 
von  ihm  wurde  eine  berühmte 
Tänzerin,  die  sich  Miller  nannte 
nnd  einen  Gardel  heiratete.  1776 
lebte  er  in  Paris  unter  dem  Namen 
Miller.  Er  schrieb  dort  die  Bal- 
lette : 

Le  Deserteur,  Ballet -pantomime  en  3 
actes,  reprcs.  (a/d.  grofsen  Oper)  16/1 
1788.  2  voll,  im  Ms.  in  40  im  Archiv 
der  gr.  Oper  zu  Paris.  Sein  Schwieger- 
sohn Gardel  richtete  die  Tänze  ein. 

Telemaque  dans  l'ile  de  Calypso,  Ballet- 
heroique  en  'A  act.  repres.  23/2  1790  eben- 
dort.  3  voll,  im  Ms.  4°  u.  von  Gardel 
eingerichtet.     [Paris  l'opera. 

Psyche,  B.-pant.  en  3  act.,  repres. 
14/12  1790.  Paroles  de  Pierre  Gardel. 
3  voll.  Ms.  (2.  edit.)  P.  [Paris  l'opera. 
Im  Lajarte  Nähei'es  über  die  3  Ballette. 

Seine  Flötenkompositionen  erschienen 
unter  dem  Namen  Krasinski  (Fetis  nach 
Boisjelou). 

Er  starb  15.  April  1811  zu  Paris  (La- 
jarte 2.  53). 

Müller,  F...,  bekannt  durch: 

Etwas  von  und  über  Musik  fürs  Jahr 
1777  (u.  1778)  anonym.  Frankfurt  a/M., 
Eschenberg.  Wird  von  anderen  Jos. 
Kraus,  oder  F.  Fischer,  auch  Wagner  zu- 
geschrieben. [B.  B.  3  Ex.  B.  Leipzig. 
Dresden. 


Müller,  F . . .  A , 


105 


Müller,  Heinrich  T, 


Müller,  F...  A...,  gab  1796 
in  Berlin  bei  Rellstab  heraus: 

BiTinnenlied  mit  2  Melodien;  3  Sonatine 
p.  il  Fortep.  0  Arpa,  acc.  da  2  Corni  e 
V.;  3  Sonatiues  p.  la  harpe  ou  Pft.,  So- 
nate et  Rondo  en  Caprice  p.  le  Clav. 
1800  (Gerber  2). 

Müller,  Franz,  Violinist  a/d. 
Hofkapelle  in  Wien  mit  30  Gld. 
raonatl,  vom  1.  Juni  1687  bis  f 
im  Juni  1701  (Köchel  1). 

Müller,  Franz  Heinrich,  um 
1690  Organist  und  Sänger  zu 
Glückstadt  (Mattheson  1,  173). 

Slüller,  Friedrich,  muss  gegen 
1760  in  Paris  gelebt  haben,  denn 
er  gab  dort  heraus: 

Sei  Sonate  a  Violino  solo  col  Basso. 
Gravee  par  Mme.  Yendome.  Paris,  aux 
adresses  ordinaires.  qufol.  [besafs  einst 
Leo  Liepm. 

Müller,  Gr...,  ein  Komponist 
der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhs., 

der  im  Forster  1549  i  Nr.  2  mit  einem 
4stim.  deutscheu  Liede  vertreten  ist  (Eit- 
ner  1  und  M.  f.  M.  26,  115). 

Müller,    Grottfried    Ephraim, 

geb.  1712  zu  Wolkenstein,  gest. 
12.  Mai  1752  zu  Eibenstock,  wo 
er  Pastor  war,  schrieb: 

Historisch  -  philosophisches  Sendschrei- 
ben an  einen  hohen  Gönner,  von  Orgeln, 
ihrem  Ursprung . . .  Dresden  1748  Walther. 
8»  40  Seit.  Becker  1,  124  giebt  den 
Inhalt  au.  [B.  B.  Dresden.  B.  Lpz. 
Musikfr.  Wien.     B.  Hbg. 

Müller,    Gottlieh    Friedrich, 

Kammermusikus  und  Hoforganist 
in  Dessau,  wie  er  auch  im  Sami- 
wk.  1760b  von  Breitkopf  genannt 
wird,  auch  Burney  erwähnt  seiner 
1772.     Bekannt  sind  mir: 

Angenehme  und  zärtliche  Lieder  .  .  . 
Dessau  1760  Cömerische  Buchhdlg.  qufol. 
20  S.     20  Lied.     [B.  G.     Brüssel  Cons. 

6  Senates  p.  le  Clave9in.  Lps.  1762 
Breitkopf,  [besaiis  einst  Prof.  Rust  in 
Leipzig. 

2  Sonaten  f.  Klav.  von  1752  in  Bd. 
u.  Fd.  und  1  Suite  im  Autogr.     [ebd. 

Im  Breitkopf  9  einige  Piecen. 

Müller,  Pater  Grregor,  geb.  zu 
Villingen  (Württemberg),  trat  1762 


ins  Kloster  Mariastein  (Schweiz), 
war  Prof.  der  Philosophie  und 
Theologie,  wurde  Prior  in  seinem 
Kloster,  dann  Oekonom  in  Bein- 
will und  st.  1818.  Er  hinterliefs 
eine  deutsche  Messe,  Improperien 
u.  a.  (Kornmüller  1,  421). 

Müller,  Heinrich  I.,  Pastor  an 
der  St.  Marienkirche  zu  Rostock 
und  Prof.  a/d.  Universität.  Geb. 
18.  Okt.  1631  zu  Lübeck,  gest. 
17.  Sept.  1675  zu  Rostock.  Ein 
geistlicher  Liederdichter,  dessen 
Liederbücher  von  Verschiedenen 
in  Musik  gesetzt  wurden  u.  unter 
den  Titeln  erschienen: 

Geistliche  Seelen -Musik,  bestehend  in 
zehen  Betrachtungen,  und  400  auser- 
lesenen Geist-  und  Xraft-reichen,  so  wol 
alten,  als  neuen  Gesängen  mit  allerhand 
schönen,  unter  andern  50  gantz  neuea 
Melodeyen  gezieret. . .  Franckfurt  a/M. 
1659  Chnstoph  Wust  (Zahn  schreibt: 
Rostock  bey  Joh.  Eicheln,  d.  i.  der  Drucker). 
120.  11  Bll.  216  S.  die  Betrachtungen. 
Dann  neuer  Titel: 

Himlische  Liebes  -  Flamme  .  . .  oder 
Zehen  geistl.  Liebes-Lieder  ...  931  Seit, 
mit  124  Melod.  10  u.  40  von  Nie.  Hasse 
(1  fälschl.  bez.,  so  dass  es  49  Melodien 
sind),  28  von  Schop,  unbez..  11  von  Joh. 
Crüger,  9  von  Albert  ohne  Autor  bez., 
2  von  Joseph  s.  n.,  2  von  Hammerschmidt 
s.  n.,  je  1  von  Schein,  Scheidemann,  J. 
Schultz,  Gregor  Richter,  J.  H.  S.  und 
Incerti  (Genaueres  bei  Zahn  6 ,  209). 
[B.  Hbg.  B.  Stuttgart.  B.  Rostock  fehlen 
die  letzten  Bll. 

—  ib.  1668  „die  andere  Edition  vom 
autore  selbst  revidirt  und  verbessert'''. 
[B.  Hbg. 

—  ib.  1684  gleicher  Titel,  ohne  Aende- 
rung.  12".  388  Lieder  mit  88  Melod. 
[B.  Kgsbg.     B.  Lpz. 

Der  Geistlichen  Erquickstunden  des 
Fiirtreffl.  Tbeologi  H.  Doct.  . .  .  Poetischer 
Andachtklang:  von  denen  Pegnitz-Blum- 
genossen  verfasset;  und  in  Arien  gesetzet 
durch  Joh.  Löhner  der  Sing  -  Dichtkimst 
Befhssenen.  Nürnberg  1673  W.  Eb. 
Felsecker.  12°.  295  S.  mit  50  Mel.  u. 
B.  [B.M.  Stadtb.  Nürnberg.  B.  Hbg. 
(Zahn  6,  235). 

—  ib.  1691  „anjetzo  mit  60  Liedern 
vermehret,  und  von  unterschiedlichen 
Ton -Künstlern   in   Arien    gesetzet".     S**. 


Müller,  Heinrich  II. 


106 


Müller,  Johann  V. 


5  Bll  620  S.  mit  112  Melod.  u.  B.  von 
P.  Fr.  Endter  2,  J.  C.  Feuerlein  2,  J. 
Löhner  51  (49  in  der  1,  Ausg.),  Ch.  Ad. 
Negelein  IG,  J.  Ö.  Richter  7,  G.  Schütz 
1,  G.  G.  Schütz  1,  J.  B.  Schütz  8,  B. 
Schultheiss  1.3,  H.  Schwemmer  2,  C. 
Wecker  7  (Zahn  Näheres  G,  263).  [B.  Lpz. 
B.  AVernig.  B.  M.  B.Hbg.  B.  Wagener. 
Brüssel.     Hofb.  Wien. 

Müller,  Heinrich  II.,  Lebens- 
zeit unbekannt. 

Die  Kgl.  Musikaliensamlg.  in  Dresden 
besitzt  von  ihm  1.  Gradualo  a  4  voc.  P. 
Ms.  249.  2.  Kirchenlied  f.  1  St.  u.  Kla- 
vierbgltg.  Ms.  249  a.  3.  Pastorale  f.  Orgel 
in  4**.  Ms.  12  a.  Allem  Anscheine  nach 
gehört  er  dem  p]nde  des  18.  .Ihs.  an. 

Müller,   Ileiiiricli   Friedrieh, 

Violinist  am  Hofe  zu  Braunschweig, 
starb    in    vorgerücktem   Alter    um 

1818. 

Im  Jahre  1805  werden  Piecen  für 
Flöte  op.  7  von  ihm  angezeigt,  1806 
Tänze  f.  Pfte.,  1807  Sonatincu.  Fetis 
zeigt  7  Werke  an. 

Müller,  Jakob,  von  1621  bis 
1626  Lehrer  und  Kantor  an  der 
Pfarrkirche  zu  Torgau  (Taubert 
1,  17). 

Müller,  Jeremias,  war  um  1555 
Tenorist  a/d.  Hofkapelle  zu  Dresd. 
mit  monatl.  29  GId.  Gehalt  (Für- 
stenau  1,  25). 

Müller,  Johann  1.,  gehört  der 
ersten  Hälfte  des  16.  Jhs.  an  und 
ist  im 

Ott  1544  mit  3  deutschen  4-  u.  5stim. 
Liedern  vertreten  (siehe  Eitner  1).  Das 
letztere  „Weil  ich  grofs  gunst"  trägt  den 
Namen  Joh.  Mülner,  ist  5stim.  und  steht 
in  der  neuen  Ausgabe  unter  Nr.  100. 
M.  f.  M.  26,  115  werden  die  beiden  G. 
Müller  und  Joh.  Müller  verglichen  und 
so  weit  dies  möglich  ist  zu  beurteilen, 
als  zwei  verschiedene  Komponisten  be- 
zeichnet. 

Im  Ms.  940  Nr.  241  in  B.  Proske  das 
4stim.  Lied:  Guckguckh  hat  sich  zu  todt 
gefallen. 

Müller,   Johann  II.  III.  IV. 

In  der  kurf.  Hofkapelle  in  Dresden 
war  um  1632  ein  J.  M.  als  In- 
strumentist augestellt  (Fürstenau 
1,    58).      Das    s.   Staatsarchiv    er- 


wähnt ihn  schon  1631  und  bez. 
ihn  als  Organisten,  der  um  eine 
Begnadigung  (Geschenk)  bittet. 
Dies  ist  jedenfalls  derselbe,  den 
Gerber  2  erwähnt:  geb.  in  Dres- 
den, Schüler  des  Perandi,  blühte 
um  1640    und    starb   gegen  1670. 

Nach  Draudius  schrieb  er  1,  Newe 
teutsche  Motetten  mit  5  vnd  8  Stim., 
Darmbstatt  1611.  4^.  2.  Jubilaeuni  Sionis. 
Jena  1649.  4"  (nach  Draudius  u.  Walther). 
Das  Werk  von  1611  kann  unmöglich  von 
ihm  sein.  Fürstenau  2  a,  264  bemerkt 
noch  aus  den  Akten  über  obigen  Müller  11., 
dass  er  schon  1621  Hoforganist  mit  250 
Thlr.  Gehalt  war.  Das  letztere  oben  er- 
wähnte Werk  besitzt  die  B.  Z\vickau,  doch 
geht  aus  dem  Titel  hervor,  dass  dies 
weder  der  von  Fürstenau,  noch  von  Ger- 
ber erwähnte  Joh.  Müller  ist: 

Jubilum  Sionis,  d.  i.  Fried-  vnd  Frcu- 
deus  Jaucbtzer  . . .  wegen  defs  .  .  .  be- 
schlossenen Friedens  ...  von  Johanne 
Mullero ,  Gossitio  -  Varisco  (?) ,  Musicae 
])racticae  addicto  Scholao  Ziegenrüci  mo- 
deratore  .  . .  Jehna  1649  Sengenwald. 
9  Stbll.  fol.  Te.xt:  Jetzt  ist  es  Zeit, 
8 stim.  in  2  Teilen. 

Ein  3.  Joh.  M.  war  um  1666 
Männer- Altist  und  Instrumentist 
mit  100  Thlr.  Gehalt,  der  1680 
sich  auf  150  Rhtr.  belief  (Fürste- 
nau 1,  93,  98).  .  2  a,  264  schreibt 
er:  der  Altist  und  Instrumentist 
Joh.  M.  erhielt  1682  den  Musik- 
unterricht der  Kapellknaben  an 
der  Dresdner  Hof  kapeile  und  wird 
noch  1692  erwähnt. 

Ein  4.  Joh.  M.  wird  von  Taubert 
1,  33  von  1663—1698  als  Organist 
an  der  Stadtkirche  in  Torgau  be- 
zeichnet. 

In  der  B.  B.,  Ms.  14570,  eine  Hds.  des 
17. — 18.  Jhs.  enthält  von  einem  Johann 
Müller.,  Samlbd.  Nr.  11:  ,,0  Jesu  Christe 
Gottes  Sohn".  5  voc.  5  Instr.  et  Cont. 
6  Bll.  und  Nr.  12,  Dein  Wort  ist  meines 
Fufses  Leuchte,  Motette  concertato  ä  5: 
2  V.  2  Cantus,  B.  et  Cont.  4  Bll.  Viel- 
leicht rühren  sie  von  Joh.  M.  3  her. 

Müller,  Johann  V.,  ein  Böhme, 
aus  Dobrawicz  geb.,  wo  er  auch 
später  als  Schullehrer  und  Chor- 


Müller,  Johann  VI.  VII.  Vni. 


107 


Müller,  Job.  Heinr.  Friedr. 


regens  angestellt  war.  Er  miiss 
in  der  Mitte  des  18.  Jhs.  gelebt 
haben. 

Dlabacz  fand  1786  auf  dem  Eaudnitzer 
Xirchenchore  noch  2  Messen  und  3  Lita- 
neien von  ihm  im  Ms. 

Müller,  Johann  YI.  VII.  Vni. 

Gerber  2  erwähnt  noch  zwei  J.  M., 
einen  Magister  zu  Halle  (165.5  bis 
1682)  u.  einen  Diakonus  zu  Nürn- 
berg (1692-1744),  der  1715  eine 

Disseiiatio  de  Elisaeo  ad  musices  so- 
num  propheta.  Helmstadius,  drucken  liefs. 
Exemplar  in  Bibl.  Hambg. 

Ein  8.  Joh.  Müller,  von  Gerber  2  er- 
wähnt, gab  heraus:  Kurze  und  leichte 
Anweisung  zum  Singen  der  Choralmelo- 
dieu,  zunächst  für  Schüler  . .  .  Frankft. 
a  M.  1793  Hermann.  26  Seit,  in  #. 
[ßiüssel. 

Müller,  J...  A...,  bekannt 
durch 

3  Duos  concertants  pour  V.  et  A.  op.  2. 
Offenb.,  Andre.     [Mailand  Cons. 

6  Duos  conc.  p.  V.  et  Alto.  Paris, 
Sieber.     [Mailand  Cons.  nur  Nr.  1 — 3. 

Scheint  dem  18.  Jh.  anzugeöhren. 

Müller,  Johann  Christian,  geb. 
in  Langen -Sohland  bei  Bautzen; 
da  er  bei  seinem  Tode  46  Jahr 
alt  war,  so  muss  er  1750  geb. 
sein,  gest.  den  4.  Nov.  1796  zu 
Leipzig,  besuchte  die  Schule  zu 
Bautzen,  Zittau  und  Lauban,  an 
welchem  letzteren  Orte  er  Praefekt 
des  Singechors  wurde.  1778  kam 
er  nach  Leipzig  und  wurde  als 
erster  Violinist  am  Orchester  an- 
gestellt und  in  den  Gewandhaus- 
konzerten als  Flügelspieler  (Ger- 
ber 2,  Dörffel  2,  236).  Von  seinen 
Kompositionen   sind    nachweisbar: 

Schiller's  Ode  an  die  Freude,  der  Loge 
in  Görlitz  dedic.  Lpz.  1786  Breitkopf.  4". 
4  S.     [B.  B.     Dresd.     B.  Lpz. 

—  In  Joh.  Aug.  Böhme's  14  Com  Po- 
sitionen zu  Schiller's  Ode  an  die  Freude 
wieder  aufgenommen. 

Choeur  de  chasseurs  ,,Allons  amis  la 
chasse  est  une  fete'',  av.  orch.  Stb.  Ms. 
[Mailand  Cons. 

Six  fugues,  compos.  par  J.  Chretien  M. 
op.  2.  Amst.,  S.  Markordt.  fol.  [Brüs- 
sel,   br.  Mus. 


Anleitung  zum  Selbstunterricht  auf  der 
Harmonika.  Lpz.  1788  Crusius.  4",  mit 
Portr.  von  Franklin.  [B.  B.  B.  M.  Dresd. 
B.  Lpz.  Dresd.  Mus.  Musikfr.  Wien. 
Binissel.     Bologna. 

Müller,  Johann  Daniel,  Ger- 
ber 2  nennt  ihn  Konzertdirektor 
in  Frankfurt  a/M.,  der  ein  Choral- 
buch L754  herausgab.  Israel  34, 
35  führt  einen  Musikus  um  1748 
ebd.  an,  der  am  3/10  1747  als 
Violinist  im  eigenen  Konzert  mit 
der  Sängerin  Santa  Tasca  auf- 
tritt, nur  Müller  genannt;  mutmafs- 
lich  sind  beide  dieselben.  Das 
oben    erwähnte    Choralbuch    trägt 

den  Titel: 

Vollständiges  Hessen-Hauauisches  Psal- 
men- und  Choralbuch.  2.  Titel  . . .  Ha- 
nauisches Choral -Buch,  welches  so  wohl 
die  Melodien  (mit  Bass)  der  150.  Psalmen 
David's,  als  anderer  in  beyden  evangel. 
Kirchen  .  . .  alten  und  neuen  Lieder  in 
sich  fasset  . . .  herausgeg.  von  Joh.  Daniel 
M.  Franckf.  a/M.  1754  Stock's  Erben, 
SchiUing  und  Weber.  4«.  1.  Thl.  116  S. 
Musik.  2.  Thl.  744  Melod.  mit  bez.  Bass. 
(Näheres  bei  Zahn  6,  339.)  [B.  B.  B.  Lpz. 
B.  K.     B.  M.     Hofb.  Wien.     Brüssel. 

Gerber  1   erwähnt  uuter   dem  Artikel 
Hiller    (S.  640)    einen    Gambisten    J.  D. 
Müller^    der    an    der   gräfl.  Brührschen 
Kapelle  und  am  grolsen  Konzert  in  Leip- 
zig von  1765—68  angestellt  war  (Dörffel 
2  erwähnt  ihn  nicht).  —   Auch  Beichard 
I    1791,  141   nennt  einen  Müller^   Musikus 
i   in  Leipzig,  der  in  dem  Jahre  die  Kom- 
i   Position    zu:    Preis    für    Vaterland    und 
i   Menschliebe,     von    Schochner    gedichtet, 
schrieb.    Den  Joh.  Daniel  Mylius,  17.  Jh., 
siehe  unter  Mylius. 

Müller,  Johann  Grottfried,  ein 

Musiker  des  18.  Jhs., 
I         von  dein  man  3  Sonaten  f.  Klavier  im 
Ms.  [Brüssel  Cons.]  kennt. 

I      Müller,  JohannHeinrichFried- 

rich,  ein  Schauspieler  in  Wien, 
ist  der  Verfasser  eines  Theater- 
kalenders über  die  beiden  Wiener 
Theater.  Sie  erschienen  in  Press- 
burg 1772  u.  1773  in  2  Bd.  S\ 
betitelt: 

„Genaue  Nachrichten  von  den  beyden 
Ksl.  öffentl.  Schaubühnen  u.  andern  öffentl. 
Ergötzlichkeiten  in  Wien"  (Gerber  2).   Die 


Müller,  Johann  Immanuel. 


108 


Müller,  Johann  Michael  11. 


Musikfr.  in  "Wien  besitzen  unter  denselben 
Namen  eine  „Anweisung  zum  Singen  der 
Choral-Melodien".     Franckf.  1793. 

Müller,    Johann    Immanuel, 

geb.  1.  Jan.  1774  zu  Schloss  Vip- 
pach,  gest.  25.  April  1839  zu 
Erfurt.  1785  Sängerknabe  unter 
Weimar  in  Erfurt,  dann  Schüler 
von  Kluge  und  Kitte],  erhielt  1795 
den  Organistenposten  an  der  Regler- 
kirche daselbst  und  wurde  bald 
darauf  zu  Kerspleben  bei  Weimar 
Organist,  1810  Kantor  an  der  Kauf- 
mannskirche zu  Erfurt  und  1820 
Musikdirektor  am  Gymnasium  (Ne- 
krolog in  Schi  Hing's  Jahrb.  1839, 
198.  Biogr.  Leipz.  Ztg.  41,  378. 
773).  Er  war  ein  fi'uchtbarer  Kom- 
ponist im  Ausdrucke  und  Fertig- 
keit seiner  Zeit.  Nachweisen  lassen 
sich  (Schilling,  Supplementbd.  zeigt 
87  Werke  an,  Fetis  teilt  sie  etwas 
genauer  mit,  auch  die  Lpz.  Ztg. 
bespricht  einige): 

Dr.  Mart.  Luthers  Verdienste  um  die 
Musik,  nebst  einem  Verzeichnis  . . .  Erfurt 
1817  Müllersche  Buchhdlg.  S».  24  S. 
[B.  B.     B.  M.     Brüssel.     B.  Lpz. 

Cramers  Hj^mnus  an  Oolt.  Erfurt, 
Job.  Dan.  Weimar.  P.  19  Bll.  [B.  B. 
B.  Wagener. 

Hochgesang  der  jireufsischen  Völker 
1830.     Ms.  15  705  in  B.  B. 

Kleine  Singschule.  Erfurt  1823  Maring. 
40.     [B.  B. 

1  Kantate  im  Ms.  [B.  Gotha.  Ebd. 
ohne  Vornamen,  fraglich  von  wem :  3  Kan- 
taten im  Ms. 

Müller,    Johann  Jakob,    war 

von  c.  1717  bis  1731  unter  Fürst 
Leopold  von  Köthen,  Organist  an 
der  reformierten  Hauptkirche  in 
Köthen  (Hosäus  7.  Spitta  1,  615). 
In  einem  Samlbd.  Orgelpiecen  in  B. 
Brüssel  2037  ist  auch  ein  J.  J.  Müller 
vertreten. 

Müller,  Johann  Konrad,  um 

1800  Musiklehrer  in  Frankfurt  a/M., 
gab  Gesänge,  1798  u.  1801  Klavier- 
stücke und  Tänze  heraus  (Gerber  2. 
Anzeigen). 
Müller,  Johann  Leonhard,  ein 


Komponist  der  2ten  Hälfte  des 
18.  Jhs.,  bekannt  durch: 

6  (?)  Requiem  (4  voc.  et  org.)  2  V.  ad  üb. 
et  Vcl.  op.  1.  Aug.  Vind.  1780  J.  J.  Lotter. 
Stb.     [Einsiedeln. 

Man  zeigt  auch  eine  Triumph-Ode  1798 
von  ihm  an  (Gerber  2). 

Müller,  Johann  Ludwig.    Das 

Sachs.  Staatsarchiv  berichtet,  dass 
er  1653  als  Musiker  an  den  Kur- 
fürsten von  Sachsen  empfohlen 
wurde. 

Müller,  Johann  Michael  I.,  geb. 
um  1683  zu  Schmalkalden,  war 
von  etwa  1718  bis  1736  Musik- 
direktor, Organist  und  Praeceptor 
am    Gymnasium    zu    Hanau.      Er 

gab  heraus: 

Zions  narj)ffen- Lieder,  bestehend  in 
150  Psalmen  Davids,  welche  nach  einer 
leichten  und  füglichen  Manier  auffgesetzt, 
und  mit  einem  richtigen  Bass  aufs  neu 
versehen  sind  ...  Franckf urt  a/M.  1718 
Stock.    40.     [B.  B.     Brüssel. 

Neu  aufgesetztes,  vollständiges  und 
nach  der  neu-  und  reinesten  Composition 
eingerichtetes  Psalm-  und  Choral  -  Buch 
. . .  nebst  des  Neanders  Bundes  Liedern 
...  in  fügliche  Melodien  gesetzt  und  ins- 
gesamt auf  das  Ciavier  mit  einem  rich- 
tigen Bafs  aufs  neue  versehen  . .  .  Franckf. 
a/M.  1718  J.  A.  Stock,  gedr.  bey  B.  Diehl. 
40.  Der  2.  Teil  trägt  die  Jahresz.  1719. 
150  Psalmen  u.  198  geistl.  Lieder.  (Nähe- 
res bei  Zahn  6,  .301.)     [B.  B. 

—  2.  Aufl.  Fj'anckf.  a/M.  1735  (1736) 
bey  Stock  sei.  Erben  und  J.  G.  Schilling. 
40.  235  Lieder  (siehe  Zahn  6,  315).  [B. 
Lpz.     B.  Kgsbg. 

Anhang  zu  dem  Müller'schen  Psalmen- 
und  Choral-Buch  ...  ib.  1739.  4».  10  Bll. 
61  Choräle  mit  bez.  Bass.     [B.  Lpz. 

Gerber  2  führt  noch  12  Sonaten  f. 
Oboe  mit  Begltg.  von  Blasiustrum.  op.  1. 
Amsterd.  1730  an,  doch  ist  es  sehr  frag- 
lich, ob  dieselben  von  obigem  Joh.  Michael 
sind. 

Müller,   Johann  Michael  II., 

geb.  8.  Aug.  1772  zu  Schwetzingen, 
gest.  13.  Dez.  1835  in  Stuttgart. 
Erhielt  seine  musikalische  Aus- 
bildung als  Violinist  in  Paris  und 
besuchte  das  dortige  Conservatoire, 
leitete  dann  zu  Bern  die  Konzerte, 


Müller,  Johann  Nikolaus. 


109 


Müller,  M  . . 


kam  als  Musikdirektor  nach  Bay- 
reuth und  ging  bald  darauf  als 
Tirtuose  auf  Reisen.  1802  wurde 
er  Konzertgeiger  in  Frankfurt  a/M. 
und  nach  Karl  Cannabich's  Ab- 
gange übernahm  er  die  Leitung 
der  Oper,  ging  1804  als  Konzert- 
meister nach  Weimar,  1806  nach 
Breslau,  leitete  eine  Zeitlang  die 
Oper,  ging  wieder  auf  Konzert- 
reisen und  fand  endlich  in  Stutt- 
gart dauernden  Aufenthalt,  wo  er 
Konzertgeiger  und  2.  Orchester- 
direktor wurde.  Während  3  Jahren 
war  er  auch  in  Wien  beim  Fürsten 
Esterhazy  als  Yorgeiger  (A.  d. 
Biogr.). 

Nachweisbar  sind  2  Quatuors  pour  Cla- 
veyiü,  Y.  Ya.  et  B.     [Musikfr.  Wien. 

Yen  einem  Joh.  M.  Müller  im  Autogr., 
B.  B.,  Grasn.  „Meeresstille"  f.  4  Männerst. 

In  Darmst.  im  Ms.  mit  J.  M.  Müller 
gez.  ein  Stabat  mater.    Part. 

Müller,  Joliaiin  Nikolaus,  lebte 
in  der  ersten  Hälfte  des  18.  Jhs. 
und  bezeichnet  sich  als  Actuarius 
justit.  juratus  zu  Wurzbach  bei 
Lobensteiu.  Er  schrieb  mehrere 
Klavierstücke  in  Partien  zu  4  bis 
5  Sätzen,  die  von  einer  fi-ischen 
Erfindungskraft  in  kleinem  Rahmen 
zeugen.    Sie  erschienen  unter  den 

Titeln: 

Des  musicalischen  Frauenzimmers  musi- 
caUsches  Divertissement.  1.  Partie,  be- 
stehend in  einen  (!)  vor  das  Ciavier  gesetzten 
Allegro,  Balletto,  Largo,  Polonoise,  Ten- 
trefsement,  2  Menuets,  March  und  Gique, 
componirt  von  .  .  .  Nrnbg.  (1736)  B. 
Schmid.  qufol.  Enthält  mehrere  Gesang- 
sätze, 3  Concerte,  davon  eins  von  Krause 
u.  a.     [B.  B.     Dresd.  Mus. 

—  In  Bibl.  des  Conservatoire  zu  Biüs- 
sel  eine  Ausgabe  mit  2  Partien,  ib.  1736 
(Titel  im  Kat.  verstümmelt). 

Des  musicalischen Frauenzimmers  musi- 
calisches Diveitissement  bestehend  Aus 
3  leichten  vor  das  Ciavier  gesetzten  Par- 
tien . . .  Aria,  Menuet,  Bourre,  Mourky, 
Polonese,  Gique  ...  Zu  finden  bey  Balth. 
Schmidt  in  Nrnbg.  qufol.  14  S.  [B.  B. 
B.  M. 

Harmonische    Kirchenlust,    bestehend 


aus  12  Arien,  12  Praeludien  und  12  kurzen 
leichten  Fugen  vor  Orgel  oder  Ciavier. 
Nrnbg.  s.  a.  Ulr.  Haffner  Nr.  69.  qufol. 
17  S.     [B.  B.     B.  Wagener. 

Müller,  Jost,  von  Uri,  Lebens- 
zeit mir  unbekannt.  Im  Stifte  Ein- 
siedeln ein  Gloria  4  voc.  c.  orch. 
P.  Ms. 

Müller,  Karl,  Herzogl.  Braun- 
schweig'scher  Hofmusikus  am  Ende 

des  18.  Jhs., 

gab  nach  Gerber  2  Lieder,  Offenb. 
1793,  ein  Konzert  f.  Klav.  und  Orch., 
Braunschweig  1794  u.  12  Yaiiat.  1798 
heraus. 

Yon  einem  Carlo  Müller  besitzen  die 
Musikfr.  in  Wien  eine  Kantate:  11  natale 
di  Giove  in  P.  —  Auch  die  Sinfonia  della 
Grotta  di  Trofonio  arrangierte  ein  Carlo 
Müller  f.  Pfte.  u.  V. 

Im  Autogr.  B.  B.,  Grasn.,  Issicraten  in 
P.  mit  Carl  Müller  gez. 

Müller,  Karl  Willielin,  geb.  zu 
Halberstadt  um  1769  (?),  gest.  8. 
Nov.  1819  ebd.,  wo  er  am  Dome 
den  Organistenposten  bekleidete 
(Felis  und  Gerber  2).  Die  Bibl. 
zu  Königsbg.  in  Preufsen  besitzt 
von  ihm: 

Ariette  avec  dix  Yariat.  p.  le  Clavecin 
composes  pai'  Ch.  Guill.  M.  oe.  6.  Brons- 
vic,  Magasin.     qufol.     7  S. 

Andante  av.  7  Yar.  ...  oe.  19.  ib. 
qufol.     7  S. 

3  Senates  faciles  pour  le  Pfte.  oe.  19  (?). 
Lps.,  A.  Kühnel.     qufol.     17  S. 

Redouten -Tänze  f.  2  V.  Bratsche,  B. 
Flöte,  Claiinetten  und  Homer.  2.  Samlg. 
Lpz.,  Br.  &  H.     Stb.     [Mailand  Cons. 

Die  Lpz.  Ztg.  beurteilt  ihn  in  Bd.  2. 
3.  6. 

Im  Autogr.  B.  B.,  Grasn.  „Miscelles 
p.  Fortep." 

Müller,  M  . . .,  lebte  am  Ende 
des  18.  Jhs.  und  gab  1796  in 
Bremen  ein  Konzert  auf  der  Har- 
monika, wozu  er  ein 

Programm  drucken  liefs,  worauf  die 
Anzeige  des  Konzexi:s  sich  befindet  nebst 
einer  Beschreibung  des  Instruments  auf 
15  S.  [B.  B.]  Diese  Schrift  wird  sehr 
oft  Wilhelm  Christian  zugeschrieben.  Ger- 
ber 2  führt  noch  2  Samlg.  Lieder  mit 
Klav.,  Lingen  1788,  an. 

Gerber  2    verz.    noch    einen    zweiten 


Müller,  Marianus. 


HO 


Müller,  Wenzel  I. 


71/.  Müller,  der  um  1798  Organist  au  der 
Nikolaikirche  zu  Rinteln  Avar  und  eine 
Samlg.  Lieder  anzeigt.  Vielleicht  sind 
die  beiden  eine  Person. 

Von  einem  MaWiacus,  der  1787  in 
Rinteln  lebte,  also  der  obige  sein  wird, 
liegen  mir  vor:  Scherzhafte  und  mora- 
lische Lieder  zum  Singen  beym  Ciavier. 
Rinteln  (1787)  Böseudahl.  4".  40  S. 
[Hannover. 

Müller,  Fat.  Marianus,  geb. 
1724  zu  Aesch,  gest.  1780  als 
Fürstabt  in  St.  Einsiedeln  (Schweiz). 
Trat  1743  in  den  ßenediktiner- 
orden  in  letzterem  Kloster  ein 
und  wurde  1778  zum  Abte  ge- 
wählt. In  Mailand  liatte  er  seiner 
Zeit  unter  Gius.  Paladine  Musik 
studiert.  Er  komponierte  Messen 
u.  a.  Kirchenmusik  (Schubiger  2,  51). 

Müller,  xllatthaeus;  auf  einer 
Quittung  in  B.  B.,  Autogr.  Grasn., 
nennt  er  sich  „gewesener  Schuel- 
meister  und  Tenorist  zu  Herrnales 
(Hernais  bei  AVien),  empfing  1027" 
seine  Besoldung.  Einen  Matthaeus 
des  18.  Jhs.  siehe  im  Artikel 
M.  Müller. 

Müller,  P...,  Lebenszeit  un- 
bekannt, gab  heraus: 

Lieder  und  Chore  mit  Begleitung  der 
Orgel  oder  des  Claviors  zu  Müncbs  Fest- 
tagsfeier.    Darmst.     P.     [Darmst. 

Vielleiclit  ist  auch  von  ihm  (ebenso 
gez.)  Die  letzten  Tage  von  Pompeji.  Ms. 
Stb.     [Darmst. 

Ebenso:  12  Männerchöre  für  3  und 
4  Singst.     Darmst.     [Darmst. 

Müller,  Paul  Christian,  Sohn 
des  Job.  4,  wurde  1698—1700  sein 
Nachfolger  im  Amte  als  Organist 
der  Stadtkirche  in  Torgau  (Taubert 
1,  3H). 

Müller,  Kiebard,  trat  1606  in 
herzogl.  Braunschweig.  Dienste  zu 
Wolfenbüttel  mit  100  Thh-.  Gehalt 
(Chrysander  1,  150), 

Müller,  Sebastian,  von  1652 
bis  1675  Chordirektor  an  St.  Aure- 
lien  zu  Strafsburg  i/Els.  (Lobstein 
94). 


Müller,  Selm.ir,  lebte  Endo  des 
18.  Jhs.  und  gab  heraus: 

Ist  es  Wpnne,  ist  es  Schmerz,  Gedicht 
von  Luise  von  Ploe .  . .  für  1  Singst,  mit 
Pfte.  und  Viollette  oder  Violine,  Flöte. 
Braunschwg.,  J.  P.  Spehr.  Part.  3  S. 
[B.  Wagener. 

Müller,  SilYester,  gab  Anfang 
des  19.  Jhs. 

op.  3,  Streichquartette  heraus.  In  der 
Kgl.  Musikaliensamlg.  zu  Dresden  befin- 
den sich  im  Ms.  6  Quataors  p.  2  V.  Viole 
et  Vcl.  Vienne,  C.  Torriceila.  4  Stb.  fol. 
Auch  Gerbor  2  orwilhnt  ihn  mit  Liedern, 
die  in  Tracg's  Ivat.  Wien  1799  angezeigt 
sind.  —  In  Mailands  Consorvatorium  be- 
finden sich  obige  ü  Quatuors  im  Druck, 
ferner  12  C^uartetti  im  Ms.  in  Stb..  2  Quar- 
tetti  coucertanti  im  Ms.  und  1  Quart,  für 
Pfto.  arrangiert. 

Müller,  Simon,  war  um  1606 
Tenorist  an  der  Hofkapelle  zu  Dres- 
den mit  150  Gld.  Gehalt  und  ist 
bis  1612  zu  verfolgen  (Fürstenau 
1,  88.  47). 

Müller,  Tbomas,  geb.  gegen 
1774  zu  Strakonitz  in  Böhmen, 
lebte  zuerst  in  Wien  als  Violinist 
am  Theater  Marinelli,  später  ging 
er  nach  der  Schweiz.  Dhibacz  u. 
Fotis  verz.  von  ilnn  8  Instrumen- 
talwerke, als  Quartette,  Duos,  So- 
naten u.  a. 

Müller,  Tbomas  Samuel,  be- 
kannt durch 

5  Quintetti  ä  V.  Violetta,  2  Corni  obl. 
e  Basso,  Ms.  in  r^ufol.  [Dresd.  Mus.] ;  ge- 
hört jodonfalls  dem  18.  Jh.  an. 

Müller,  Vincenz. 

Die  Bibl.  Proske  -  Mettenleiter  besitzt 
von  ihm :  Sonate  für  2  V.  u.  Vcl.  Lebens- 
zeit unbekannt. 

Müller,  Wenzel  I.  Es  giebt 
zwei  Wenzel,  die  zu  gleicher  Zeit 
in  Wien  lebten  und  heute  schwer 
von  einander  zu  trennen  sind. 
Die  einzig  beglaubigte  Nachricht 
bringt  Köchel  1,  1225.  1297:  Vio- 
linist an  der  Ksl.  Kapelle  zu  Wien 
von  1789  bis  zu  seinem  Tode  am 
24.  Juli  1794.  Da  er  58  Jahr  alt 
w^ar,    so   muss   er    1736    geboren 


Müller,  Wenzel  II. 


111 


Müller,  Wenzel  II. 


sein.  Sein  Gehalt  betrug  225  Gld. 
Gyrowetz  S.  8  in  seiner  Selbst- 
biogr.  sagt,  er  war  um  1780  Ka- 
pellmeister an  der  Oper  zu  Brunn, 
doch  kann  sich  dies  nur  auf 
Wenzel  11.  beziehen. 

Dlabacz  führt  S.  355  noch  einen 
dritten  Wenxel  an,  der  den  9.  Aug. 
1746  zu  Aurzinowes  in  Böhmen 
geb.  und  am  19.  Febr.  1788  zu 
Prag  starb,  wo  er  seit  1780  Cho- 
ralsänger au  St.  Yeit  war. 

Müller,  Wenzel  II.,  geb.  26. 
Sept.  1767  zu  Türnau  in  Mähren, 
gest.  3.  Aug.  1835  zu  Baden  bei 
Wien.  Sein  Vater  war  Pächter 
eines  Meierhofes  zu  Tyrnau,  starb 
aber  früh  und  die  Mutter  zog  nach 
Kornitz.  Sein  Musiktalent  zeigte 
sich  sehr  früh,  sowohl  im  Instru- 
mentspielen, als  in  der  Kompo- 
sition, obgleich  sein  Unterricht 
äufserst  mangelhaft  war  und  nur 
von  Dorf  schullehrern  geleitet  wurde. 
Bald  darauf  kam  er  in  das  Bene- 
diktinerstift Raigern  bei  Brunn, 
wo  er  besseren  Unterricht  erhielt 
und  sich  mit  seinen  Kompositionen 
die  Gunst  des  Prälaten  erwarb, 
der  ihn  zum  Grafen  Schaf gotsch 
nach  Johannesberg  sandte,  um  bei 
Dittersdorf  gründlichere  Studien 
zu  machen.  Zurückgekehrt  erhielt 
er  am  Brünner  Theater  eine  Stelle 
als  dritter  Violinist  mit  einem 
sehr  kleinen  Gehalte  und  der  Be- 
dingung, eine  Operette  zu  schreiben. 
Nach  Aufführung  derselben  wurde 
er  1783  zum  2.  Kapellmeister  er- 
nannt. Durch  glückliche  Umstände 
kam  er  1785  nach  AVien  u.  wurde 
1786  Kapellmeister  bei  der  Mari- 
nelli'schen  Theatergesellschaft,  die 
im  Josephstädter  Theater  spielte. 
Dagegen  liest  man  auf  einem  Au- 
tograph der  Hofb.  in  Wien  (Ms. 
16804)  „Die  von  mir,  Wenzel 
Müller,    Kapellmeister   des   K.   K. 


Privileg.  Theaters  in  der  Leopold- 
stadt in  Wien  komponierten  Opern 
von  1786  bis  1828'^  Hier  errang 
er  nach  und  nach  mit  seinen  Ope- 
retten einen  Ruf,  der  sich  über 
ganz  Europa  verbreitete  und  ihn 
zum  Liebling  des  Publikums  machte. 
Man  rechnet  ihm  gegen  230  Opern, 
Operetten,  Singspiele  und  Panto- 
mimen nach,  die  er  von  1786  bis 
zu  seinem  Tode  schrieb.  Seine 
Tochter  Therese  Grünbaum,  eine 
berühmte  Sängerin,  wurde  im  März 
1807  in  Prag  an  der  Bühne  an- 
gestellt und  man  bewog  ihn  eben- 
falls als  Kapellmeister  nach  Prag 
zu  kommen,  doch  diese  höhere 
Stellung,  die  ihn  von  seinen  Volks- 
possen entfernte,  konnte  ihm  nicht 
behagen  und  nach  sieben  Jahren, 
1813,  zog  es  ihn  wieder  nach 
Wieu  in  seinen  alten  Wirkungs- 
kreis und  nun  begann  seine  alte 
Rührigkeit  und  Schaffenslust  von 
neuem  und  blieb  noch  22  Jahre 
der  Marinelli 'sehen  Truppe  treu, 
die  er  trotz  aller  ungünstigen  Ver- 
hältnisse über  Wasser  hielt  (Riehl, 
musikal.  Charakterköpfe  1,  3.  Jahn 
4,  598.  d'Elvert  Geschichte  der 
Musik  in  Mähren  und  Österreich. 
Schlesien  S.  144.  Allg.  d.  Biogr. 
von  Pohl  mit  einem  teilweisen 
Verz.  seiner  Theaterstücke).  Von 
seinen  Kompositionen  hat  sich 
eigentlich  nur  erhalten,  was  aufser- 
halb  Wiens  gekommen  ist,  wenig- 
stens scheint  es  als  wenn  Wien 
am  wenigsten  davon  besäfse.  Nach- 
weisbar sind: 

Cantate  „Auf  Christen  bringet  Preis 
und  Ehr''.  —  Ode  „Preifs  dem  Todes- 
Ueberwinder".     2  Ms.  in  P.     [B.  B. 

Cantate  f.  Sopr.  mit  2  V.  A.  u.  B. 
Ms.  in  Stb.     [Brüssel  Cons. 

Der  Ali^enkönig  und  der  Menschen- 
feind. P.  u.  Stb.  im  Ms.  [Darmst.  B.  B. 
Münchner  Oper. 

—  Kl.-A.  Hbg.,  Aug.  Cranz.  qufol. 
[B.B. 


Müller,  Wenzel  11. 


112 


Müller,  Wenzel  II. 


Der  alte  Ueberall  u.  Nirgends.  Schau- 
spiel in  2  Akt.  1796.  Ms.  P.  Stb.  [Darnist. 
B.  B.     Brüssel  Cons.     Münchner  Oper. 

Der  Barometermacher  auf  der  Zauber- 
insel. Zauberposse.  Ms,  P.  und  Stb. 
[Müncbner  Oper. 

Der  deutsche  Grenadier.  Ms.  P.  [Dresd. 
Oper.  Münchner  Oper:  Der  bayersche 
Grenadier  in  1  Alvt. 

Doctor  Faust's  Mantel.  Eine  Zauber- 
oper mit  Gesg.  in  2  Aufz.  Ms.  P.  [Berlin 
Hochschule. 

Don  Quichote,  Siu^sp.  in  2  Akt.  Wien 
c.  1804.     Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Die  Entführung  der  Piinzessin.  Ms. 
P.     [B.  B. 

Europa,  oder  so  geht  es  im  Olymp  zu. 
Ms.  P.     [B.  B. 

Evakatel  und  Prinz  Schnudi,  oder  die 
Belagerung  von  Ypsilon,  in  2  Akt.  Ms. 
P.     [Münchner  Oper. 

Der  Fagottist  oder  die  Zauberzither. 
Singsp.  in  3  Akten  1792.  P.  und  Stb. 
[Darmst.,  auch  für  Blasinstmm.  von  Sar- 
torius  gesetzt.     Brüssel  Cons. 

—  Kl.-A.  Dresd.,  Hilscher.  [Dresd. 
Mus. 

Die  Fee  aus  Frankreich,  oder  Liebes- 
qualen eines  Hagestolzen,  Zauberposse  in 
2  Akt.     Ms.  P.     [Münchner  Oper. 

Die  gefesselte  Fantasie.  Ms.  P.  [Münch- 
ner Oper. 

Das  lustige  Beylager.  Singsp.  in  2  Akt. 
Ms.  P.     [B.  B.     Münchner  Oper. 

Der  lustige  Schuster,  Singsp.  in  3  Akt. 
Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Lustig,  lebendig,  oder  die  Schlitten- 
fahrt. Singsp.  in  2  Akten.  [Wien  c. 
1802.     Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Die  Milchschwester  von  Petersdorf. 
Singspiel.     Ms.  P.     [Münchner  Oper. 

Das  neue  Sonntagskind.  Singsp.  in  2 
Akt.  Ms.  P.  Stb.  u.  Einlagen.  [Darmst. 
B.  B.     Münchner  Oper.     Dresd.  Oper  . 

—  Kl.-A.  Wien,  Artaria.  [B.  B.  Mu- 
sikfr.  Wien. 

Der  Pächter  und  der  Tod,  Operette  in 
1  Akt.     Ms.  P.     [Münchner  Oper. 

Der  Prinz  aus  Irrtbum.    Ms.  P.    [B.  B. 

Pizzichi  oder  die  Fortsetzung  des  Fa- 
gottisten. Singspiel  1793.  Ms.  P.  [Darmst., 
auch  für  Blasinstium.  von  Sartorius  ge- 
setzt. 

—  Kl.-A.  Braunschwg.,  Magazin.  [B.  M. 
Musikfr.  AVien. 

Das  Schlangenfest  in  Sangora.  Oper 
in  2  Aufz.     Ms.  P.     [B.  B.     Dresd.  Mus. 

Der  Schlossgärtner  und  WindmüUer. 
Ms.  P.     [B.  B. 

Der  Schuster  Feierabend,   kom.    Oper 


in    3  Akt.     Ms.    P.     [B.  B.        Münchner 
Oper. 

Die  Schwestern  von  Prag.  Komisches 
Singspiel  in  2  Akten.  Ms.  P.  u.  Stb. 
[Darnist.  MünchnerOper.  B.B.  Proske. 
Brüssel  Cons.     Dresd.  Oper. 

—  Kl.-Auszg.  Braixuschweig.  [Darmst. 

—  Neue  Ausg.  mit  Dialog.  Kl.  -  A. 
Lpz.,  Senff.     [B.  B. 

Das  Sonnenfest  der  Braminen.  Sing- 
spiel in  2  Akten.  Ms.  P.  u.  Stb.  [Darmst. 
B.B.     Münchner  Oper. 

—  Kl.-Auszg.  Brauuschweig.  [Darmst. 
Musikfr.  Wien. 

Staberl  in  Floribus,  Zauberposse  in  2 
Akt.     Ms.  P.  u.  Stb.     [Münchner  Oper. 

Taddädl,  der  30  jährige  A.  B.  C  Schütze, 
Singsp.  in  2  Akten.  Ms.  P.  [Münchner 
Oper. 

Die  Teufelsmüble  vom  Winerbergsee. 
Oper.  Ms.  P.  u.  Stb.  [Darmst.  Dresd. 
Mus.     Dresd.  Oper. 

—  Die  Teufelsmühle.  Seitenstück  zum 
Donauweibchen.  Kom.  Oper.  Braunschwg., 
Magazin.     Kl.-A.     [B.B.     Musikfr.  Wien. 

Der  Teufelstein  in  Nördlingen.  in  3 
Akt.     Ms.  P.     [Münchner  Oper.    B.  B. 

Tischl  deck  dich.     Ms.  P.     [Proske-M. 

Die  unruhige  Nachbarschaft.  Oper  in 
2  Akt.  P.  Stb.  und  Einlagen  im  Ms. 
[Darmst.  Proske.  Brüssel  Cons.  Münch- 
ner Oper. 

Die  Wiener  in  Berlin.  Ms.  P.  [Proske- 
Mettenl. 

Zampa.    Ms.   P.     [Proske-M. 

Die  Zaubertrommel,  kom.  Oper  in  3 
Akt.     Ms.  P.  u.  Stb.     [Münchner  Oper. 

Die  Zauberzitter  in  3  Akt.  Ms.  P. 
[Münchner  Oper,  (ist  wahrsch.  das  Sing- 
spiel ,,der  Fagottist"). 

Die  zwölf  schlafenden  Jungfrauen.  Ms. 
P.     [Darmst.     B.  B. 

Der  Grenadier,  Operette.  2  Nrn.  in 
P.     [Dresd. 

Duett  aus  die  Zauberzitter.  Dresden, 
Hilscher.     [B.  B. 

Zwei  kom.  Duette  f.  Gesg.  Wien, 
Steiner.     [B.  B. 

Arien  und  Duette.  Breslau,  Förster. 
[B.B. 

Einzelnes  aus  Das  neue  Sonntagskind. 
'  Teufelsmühle.  Zaubertrommel  u.  Zauber- 
zitter.    [B.  M. 

2  Arien  im  Ms.     [B.  M. 

1  Arie  und  2  Couplets  im  Ms.  in  B. 
Dresden. 

2  Duette  und  1  Chor  aus  Der  Alte 
überall  u.  nirgends  in  Stb.     [B.  Zw. 

Zahlreiche  Gesge.  aus  Opern  im  Kl.-A. 
[Musikfr.  Wien. 


Müller,  Wilh.  Clu-stn. 


113 


Münclihausen. 


In  Freimaurer  Lieder  s.  a.  Maurer  u. 
Gesellschafts  L.     Berlin,  1  Lied. 

In  Grass  &  Barth's   Sainlwk.   4  Arien. 

Im  Autogr.,  B.  B.,  Grasn. ,  Arie  aus 
einer  kom.  Oper  und  sein  Portr. 

Autogr.  in  Hofb.  Wien  16804:  1  Arie, 
2  Quartette  aus  Opern.  Ein  Yerz.  seiner 
Kompos.  von  1786—1828.  8  Bll.  in  4». 
—  In  Ms.  18830  die  Arie:  Die  Katze 
Itösst  das  Mausen  nicht,  aus  das  Sonuen- 
fest.     P. 

Müller,  Dr.  Wilhelm  Christian, 

geb.  7.  März  1752  in  AYasungen 
bei  Meiningen,  gest.  6.  Juli  1831 
zu  Bremen.  Studierte  Theologie 
u.  Musik  und  wurde  später  Lehrer 
a/d.  Domschule,  Musikdirektor  am 
Dome  zu  Bremen  und  errichtete 
1782  ein  eigenes  Erziehungs- In- 
stitut. 1817  wurde  er  vom  Dom- 
kapitel pensioniert.  Eine  ausführ- 
liche Biographie  nach  Müller's 
eigenen  Angaben  im  Gerber  2. 
Nekrolog  in  Lpz.  Ztg.  33,  753. 
Er  gab  heraus: 

Aesthetisch  -  historische  Einleitung  in 
die  Wissenschaft  der  Tonkunst.  2  Theile. 
Lpz.  1830  Breitk.  &  H.  8».  437  Seit. 
[B.  B.  Dresd,  Hannover.  Brüssel. 
(Urteil  in  Lpz.  Ztg.  34,  573.) 
Die  von  Eetis  erwähnte  Schrift  über 
die  Harmonica  von  1796  ist  von  M.  Miüler. 

Müller,  Zacharias, 

bekannt  durch  2  Kantaten  aus  dem 
17.  oder  18.  Jh.  1.  Christus  ist  aufge- 
fahren gen  Himmel,  für  Sopr.  mit  V.  u. 
Bc.  2.  Wer  mag  wohl  im  Himmelreich 
(Feste  Michaelis)  für  Sopr.  mit  2  V.  A. 
Bc.     [Brüssel  Cons. 

Mülliiiger ,    Johann    Kasi)ar, 

um  1800  Musikus  am  Herzog! 
Hofe  zu  Hildburghausen  (Anzeige). 

Müllner,  Johanna  (Gerber  2 
und  Fetis  nennen  sie  Josepha), 
geb.  1769  zu  \\^ien,  bildete  sich 
als  Harfenistin  auf  der  Pedalharfe 
aus,  ging  auf  Reisen  und  gab  seit 
1805  auch  Kompositionen  heraus. 
Nach  Köchel  1  Nr.  1260,  der  sie 
Johanna  Müllner  (Gollenhofer) 
nennt,  war  sie  von  1811—1823 
als  Harfeumeisterin  a/d.  Ksl.  Hof- 

Eob.  Eitner's  Quellen-Lexüon.    Bd.  7. 


kapeile  in  Wien  angestellt.  Be- 
merkt muss  werden,  dass  Köchel 
im  Register  ,,Jos."  und  im  Text 
,,Joh.''  schreibt,  so  dass  Josepha 
vielleicht  doch  der  richtige  Name 
sein  kann.  Die  Lpz.  Ztg.,  die  in 
den  ersten  Jahrgängen  vielfach 
über  sie  berichtet,  nennt  sie  nur 
Mademoiselle ,  später  Madame 
Müllner -GoUnhof er.  In  der  An- 
zeige einer  Komposition  von  1805 
heilst  sie  nur  J.  Müllner.  Gerber 
2  ausführlich. 

Mttlsner  (Moliner),  Georg,  von 
Zwickau,  um  1575  Altist  (sächs. 
Staatsarchiv). 

Mtinch  Ton  Saltzhnrg,  siehe 
Mönch. 

Miuichen,  C. . .  Cr. . .,  bekannt 
durch 

Amenaide  und  Tancred,  Ballet  im  Kl.- 
Auszg.     [Musikfr.  AVieu  im  Rudolphinum. 

Mtinchliausen ,  Adolph  auch 
August  auf  op.  1  genannt  Baron 
(Freihen-)  Ton ,  Kammerherr  Sr. 
Maj.  des  Königs  Friedrich  Wil- 
helm IL  von  Preufsen  (1786  bis 
1797),  wie  er  sich  auf  op.  5  nennt. 
Nach  Gerber  2  war  er  vordem 
Kammerherr  beim  Prinzen  Hein- 
rich von  Preufsen  in  Rheinsberg. 
Er  war  ein  gebildeter  Musikdilet- 
tant und  fleifsiger  Komponist,  von 
dem  sich  erhalten  haben: 

3  Simphonies  avec  accomp.  oe.  1. 
Berlin  et  Amst.,  Hummel.  Stb,  (Mer  nennt 
er  sich  Bai'on  August  von  M.)  Kammer- 
herr S.  Hoheit  des  Herzog  von  Braun- 
schweig. Ob  dies  ein  anderer  ist  oder 
der  obige,  kann  ich  nicht  feststellen. 
[B.  B.  Schwerin  F.  Dresd.  Mus.  mit  der 
Verlagsfirma:  Bi'onsvic  ä  la  Hbrairie  des 
Orphelins.    fol.     Ebenso  in  Wolfenbüttel. 

2  Senates  pour  le  Pfte.  ä  4  mains. 
oe.  2.  Paiis,  Cesar.  qufol.  [Pai'is  Nat. 
Schwerin  F.     C.  P.     B.  B.  mit  dem  Titel: 

Two  Sonatas  for  2  performers  on  1 
Pfte.  London,  Mouzani  et  Cimador.  fol., 
angebunden  an  Nr.  5997. 

Une  Sonate  ä  4  ras.  oe.  3.  Paris, 
Cesar.     [Schwerin  F. 

Dix  Ariettes  av.  lacc.  de  Clavecin  ou 

8 


Münchhausen. 


114 


Munter. 


Pfte.     oeuv.   4.     Berlia,    Hummel,     fol. 
[Scliwerin  F. 

2  Simphonies  ä  plus,  instrum.  oe.  5. 
Berlin,  Hummel.  9  Stb.  [B.  B.  Wol- 
feub.  8  Stb. 

2  Coucertos  p.  Clavecin  ou  Pfte.  avec 
les  accomp.  oe.  7.  Paris,  chez  Bouin. 
fol.     [Dresd.  Mus.      Berlin  K.  H.  in  Stb. 

Sonate  p.  i*fte.  et  V.  obl.  comp. .  . 
oe.  8.  Paris,  Pieyel.  qufol.  2  Stb.  [B.  B. 
Dresd.  Mus;  Sonate  pour  le  Clavecin  ou 
Pfte.  av.  acc.  d'Alto  Viola  ou  Flute,  oe.  8. 
Mayeuce,  Schott. 

Grande  Symphonie  concert.  suivie  d'un 
Menuet  vario,  ])Our  tous  les  instrum.,  et 
d'uue  Allegro  Finale,  oe.  9.  Paris,  Mo- 
migny.   Stb.  in  fol.    [Dresd.  Mus.     Darmst. 

Grande  Simphonie  conceit.  suivie  d'un 
Allegro  graziöse,  avec  de  Cors  obliges  et 
d'un  Allegro  Finale,  oe.  10.  Paris,  Mo- 
migny.  fol.  Stb.  [Dresd.  Mus.  Mailand 
Cous.     Darmst. 

Grande  Sonate  pour  lo  Pfte.  av.  acc. 
d'Alto.  oe.  10.  Paris,  Chapelle  (siehe 
den  Titel  bei  oe.  8  im  Besitze  von  Dresd. 
Mus.).     [Dresd.  Mus. 

Ms.  131  in  ß.  B.  2  Senates  p.  le  Vio- 
len et  1  Menuet,  2  Valses  et  1  Air  ital., 
accomp.  de  la  Guitarre  espagnol. 

Ms.  Schwerin  F:  Sonatine  p.  le  Clav, 
ou  Pfte.  a  4  ms.     4u4<^. 

Mss.  in  Wolfenb.  170:  Tempo  di  Mi- 
nuetto  ä  2  V.  2  Fl.  2  Fag-.  2  Corni  Va. 
e  B.  Gd.  10  Stb.  —  Ms.  171:  3  Sym- 
phouies  p.  le  Chivec.  tres  hublement 
Offertes  a  S.  A.  R.  de  Bronsvic.  D.  C. 
Esd.  Dies  sind  dieselben,  die  als  op.  1 
erschienen  und  den  Namen  August  von 
M.  tragen.  —  172:  Quatuor  arrange  en 
Sonate'^p.  le  Clav.  V.  Vcl.  Dd.  -  173 
dito  in  Gd.  —  Ms.  312  Sinfouia  Dd.  f. 
Klavier. 

Gerber  2  verz.  seine  "Werke  von  1793 
bis  1800. 

Müiiiiicli,  Johann,  lebte  um 
1611  und  gab  heraus: 

Sacrarum  cautionum  4 — 8  voc.  lib.  1. 
1611.  Die  Quelle  kenne  ich  nicht.  Felis 
nennt  ihn  Johannes  Münnius  und  zeigt 
obiges  Werk  an:  Lib.  1  cant.  sacr.  4,  5, 
6  et  8  vocum.  Strafsburg  1611  (Cercagli). 
—  In  einem  Orgeltabnlaturbuche  im  Besitze 
des  Fürsten  Thurn  und  Taxis  in  ßegens- 
burg  kommt  auch  ein  Joh.  Miinmch  als 
Komponist  vor. 

Münnicher,  Michael,  1621  in 
Königsberg  in  Pr.  Hofmusikus 
(Schneider  37). 


Münster ,  Joseph  Joachim 
Benedict;  er  hez.  sich  mit  „J.  C. 
Not.  publ.  und  Regente  Chore  in 
der  Ksi.  Gränitz-Stadt  Reichenhall 
in  Ober-Baiern  bey  Salzburg",  um 
1756.     Er  gab  heraus: 

Scala  Jacob  ascendendo  et  descendendo, 
d.  i.  kürtzlich  doch  wohlgegründete  An- 
leitung, und  vollkommener  Unterricht,  die 
edle  Choral-Music,  denen  Regeln  gemäfs 
recht  aus  dem  Fundament  zu  erlernen.  . . 
Augspurg  1743  Letter.  qu40.  [B.  B. 
Eiusiedeln. 

—  2.  Aiifl.  Augsp.  1756  Joh.  Jac. 
Lotter§  Erben.  qu4»  [B.  M.  B.  B. 
Salzburg.  Musikfr.  Wien.  Brässel.  br. 
Mus.     Einsiedelu. 

Musices  instructio  in  brevissimo  regu- 
lari  compendio  radicaliter  data.  Das  ist: 
Kürtzest  doch  wolil  griindlicher  Weg,  u. 
wahrer  Unterricht  die  edle  Sing-Kunst  . . 
zu  erlernen.  3.  Aufl.  Augspurg  1748 
Letter.     fju40.     [B.  B. 

—  4.  Auflage.  Leiters  Erben  1751. 
[Brüssel. 

—  5.  Aufl.  ib.  1756.  [B.  B.  Ein- 
siedeln. 

—  6.  Aufl.     ib.  1761.     [br.  Mus. 

—  7.  Aufl.   ib.  1764.  [br.  Mus.     Proske. 

—  8.  Aufl.     ib.  1768.     [Leo  Liepm. 

—  9.  Aufl.  ib.  1781.  [B.  B.  Stadtb. 
Ueberlingen  a/See  (Baden). 

Nach  Gerber  2  erschien  die  1.  Ausg. 
in  Schwäbisch  Hall  1732  und  die  2te  in 
Augsburg  1741. 

Sacrificium  Vespertinum,  seu  Vespeivae 
longiores  festivae  et  de  beatissim.  V.  M. . . 
ä  C.  A.  T.  B.  2  V. . .  cum  dupl.  Bg.  op. 
1.     Aug.  Vindel  1729.     fol.     [br.  Mus. 

Ilelicou  sacer  seu  Vesperae  pro  toto 
anno,  4  Antiph.,  5  Psalm,  a  4  voc.  2  V. 
concert.,  2  Clarinis  ...  dupl.  Bg.  Aug. 
Vindel.  1743  Lotter  haered.  [B.  M:  11  Stb. 

Epithalamion  mysticum,  d.  i.  geistliches 
Hochzeitlied,  bestehend  in  60  solennen 
und  anmuthigen  teutschen  Arien,  op.  3. 
ib.  1740.    Stb.     [Einsiedeln. 

Föns  signatus  seu  VII  Lytaniae  de 
venet  angust.  Altar  sacra  una  c.  Te 
Deum,  op.  6.     ib.  Stb.     [Einsiedeln. 

Munter,  Balthasar,  Dichter  der 
geistlichen  Lieder,  die  Joh.  Chri- 
stoph Friedrich  Bach  u.  a.  kompo- 
nierten und  in  der  Samlg.  1773 
u.  1774  herausgaben  (siehe  J.  Chr. 
Fr.  Bach).  Er  war  geb.  24/3  1735 
zu   Lübeck   und   starb   5/10  1793 


Müntz. 


115 


Müthel. 


zu  Kopenhagen,  wo  er  Prediger 
an  der  deutsclien  Petrikirche  war 
(Brummer  2,  78). 

aiüiitz,  Joliann  Koiirad,  war 

um  169-1  Organist  und  gab  die 

Psalmen  Davids  deutsch  von  Lobwasser 
mit  Melodien  in  Herborn  1004  heraus. 
LB.  Hbg. 

Müiitzl)erger  (Müntz  Berger), 
Joseph;  auf  seinen  Drucken  nennt 
er  sicli  ^Jje  jeune'-';  die  auf  den 
Titeln  verz.  Stellungen  beweisen, 
dass  es  derselbe  ist,  den  Fetis  ohne 
die  Bez.  Le  jeune  meint.  Geb. 
um  17G9  zu  Brüssel,  gest.  im  Jan. 
1814  zu  Paris.  Sein  Vater  stand 
in  der  Kapelle  des  Prinzen  Karl, 
Gouverneur  der  Niederlau  de.  Joseph 
bildete  sich  zum  Violoncellisten 
aus,  ging  1783  nach  Paris,  trat 
1790  ins  Orchester  der  komischen 
Oper,  später  in  dasjenige  Favart's, 
wo  er  Solospieler  war.  1830  zog 
er  sich  mit  Pension  zurück.  Auch 
in  der  Ksl.  und  späteren  Kgl.  Ka- 
pelle war  er  Mitglied.  Fetis  teilt 
zahlreiche  Werke  fürs  Violoncell 
mit.     Nachweisbar  sind: 

1er  Concerto  p.  Vol.  et  orch.  Paris, 
Nadermanu.    Stb.     [Brüssel  Cons. 

2e  Couc.  dito.  oe.  34.  Paris,  Coehet. 
Stb.     [ib. 

3  Trios  pour  Ycl.  oblige  avec  acc.  de 
Y.  et  B.  2.  oeuv.  de  Trios.  3  Stb.  Paris, 
Sieber.     [B.  B. 

Trio  a  Vcl.  obl.  av.  de  V.  et  B.  Paris, 
Magasiu.     [B.  B. 

—  Ausg.  Zuric,  Naegueli.     [B.  B. 

3  Sonates  p.  Vcl.  et  ßc.  oe.  2.  Paris, 
Coehet.  Stb.     [Brüssel  Cons. 

3  gr.  Duos  pour  2  Vcl.  oeuv.  2  de 
Duos.     Offenb-,  Andre.     [B.  B. 

3  Duos  concert.  p.  Alto  et  Vcl.  oe.  7. 
ib.     [Brüssel  Cons. 

3  Sonates  pour  Ycl.  avec  B.  Zuric, 
Naigueli.    2  Stb.     [B.  B. 

Nocturnes  dialogues  pour  2  YcUes.  oe. 
10.     Paris.     [Paris  Nat. 

3  Nocturnes  en  Duos  p.  Pfte.  et  Vcl. 
Part.     Lps.,  Br.  &  H.     [B.B. 

Airs  varies  p.  Vcl.  av.  Bc.  Paris, 
Coehet.     [Brüssel  Cons. 

Thema  d"una  Cavatina  variato  per  Pfte. 


V.  0  Corno.  Ms.  15  750  in  K.  [B.  B : 
nur  Pfte.  vorh. 

Etüde   pour  le  Vcl.    Leips.     [Darinst. 

. .  .'s  Circular  Modulatious  through  the 
24  major  &  minor  keys  for  Ycl.  with 
acc.  for  a  2.  Vcl.     fol.     [Kat.  Eeeves. 

3IUschiier,  ...  ein  Komponist 
des  17. — 18.  Jhs.,  von  dem  die 
B.  in  Upsala  im  Ms.  besitzt: 

Concerto  ä  6 :  Viol.  concert.,  2  V.  Alto, 
Vcl.  Bc.  in  fol. 

Mütliel,  Joliann  Gottfried,  geb. 
um  1720  (nicht  1729  wie  Gerber  1 
sagt,  da  M.,  wie  Gerber  selbst  sagt, 
mit  17  (resp.  18)  Jahren  1738  in 
Seh  werin  angestellt  wurde)  zu  Mollen 
(Lauenburg),  Sohn  eines  Organisten, 
Schüler  von  J.  P.  Kunzen  in  Lübeck, 
dann  1738  Kammermusikus  u.  Hof- 
organist am  Mecklenburg- Schwe- 
riner Hofe,  wo  er  auch  den  herzgl. 
Kindern  Musikunterricht  erteilte 
(Kade,  Kat.  2,  73).  Um  1750  er- 
hielt er  die  Erlaubnis  nach  Leipzig 
zu  gehen,  um  sich  unter  Seb.  Bach's 
Leitung  noch  zu  vervollkommnen. 
Ein  Schreiben  des  Herzogs  an 
Bach  öffnete  ihm  Bach's  Vertrauen, 
so  dass  er  selbst  in  dessen  Hause 
wohnte.  Er  wurde  Zeuge  des  Hin- 
scheidens  Bach's  und  ging  darauf 
zu  Bach's  Schwiegersohne  Altnikol, 
bei  welchem  er  noch  am  2.  Juni 
1751  verw^eilte  (Spitta's  Bach  2, 
728).  Besuchte  darauf  Dresden, 
Berlin  u.  Potsdam,  wo  er  Emauuel 
Bach  kennen  lernte  und  mit  ihm 
Freundschaft  schloss;  von  hier  ging 
er  nach  Hamburg  zu  Telemann. 
Nach  Schwerin  zurückgekehrt, 
wollte  ihm  die  dortige  Musikti^ei- 
berei  nicht  mehr  gefallen  und  er 
nahm  im  Juni  1753  einen  Ruf 
nach  Riga  an,  leitete  anfänglich 
die  Kapelle  des  russischen  Geh. 
Rats  von  Vietingheff  und  erhielt 
dann  gegen  1755  die  Anwartschaft 
auf  die  Organistenstelle  an  der 
Hauptkirche  5    die    er   auch   später 

8* 


Müthel. 


116 


Muffat,  Georg. 


antrat.  (Gerber  1  aus  Bode's  deut- 
scher Aus^.  der  Reisen  Burney's, 
der  sich  über  Müthel  sehr  vorteil- 
haft äufsert.  Schubart  p.  105  nennt 
ihn  einen  der  ersten  und  tief- 
sinnigsten Orgel-  und  Flügelspieler. 
Seine  Stücke  haben  ein  ganz  eigen- 
tümliches Gepräge :  dunkel,  finster, 
ungewöhnlich  moduliert,  eigensin- 
nig in  den  Gängen  und  unbeug- 
sam gegen  den  Modegeschmack 
seiner  Zeitgenossen.  Er  verdiente 
wohl  bekannter  zu  werden,  allein 
er  hüllt  sich  in  seine  Verborgen- 
heit ein  und  liefert  uns  nur  von 
Zeit  zu  Zeit  Konzerte,  Sonaten 
»und  andere  Klavierstücke.)  Von 
seinen  Kompositionen  sind  nach- 
weisbar: 

Auserlesene  Oden  und  Lieder  von  ver- 
schiedeneu Dichtern:  zum  musilialischen 
Vergnügen  in  die  Musik  gesetzt  von  .  . . 
Hamhg.  1759  Brandt,  fol.  2  ßU.  67  S. 
[B.  Kgsbg.  B.  B.  B.  M.  Brüssel  Cons. 
br.  Mus. 

4  Ciavier- Concerte  im  Autogr.  fol. 
[B.  B.,  ebd.  2  Conceili  p.  Cemb.  2  V. 
2  Fag-.  3  Vol.  Va.  e  Bc,  oder  Cembalo, 
2  V.  Va.  Bc.   Stb.  in  Kopie,  Ms.  15  760. 

Conceito  I.  (Cmoll)  per  il  Cemb.  con- 
certato  acc.  2  V.  Violetta  e  B.  Eiga  e 
Mietau  1767  J.  Fr.  Hartknoch.  5  Stb. 
fol.  [B.  B.  B.  Hbg.  B.Wagener.  Brüs- 
sel Cons. 

Concerto  11.  (Dmoll)  per  il  Cemb.  con- 
cert.  acc.  2  V.  2  Bassoni  6  Vcl.,  Violetta 
e  B.  ib.  1767.  7  Stb.  in  fol.  [B.  B. 
B.  Hbg.  B.  Wagener.  Brüssel  Cons.  B. 
Lpz.  im  Ms. 

Duetto  für  2  Claviere,  2  Flügel  oder 
2  Fortepiano.  Riga  1771  bei  Hartknoch. 
Part.  fol.  [B.  B.  B.Wagener.  br.  Mus. 
Brüssel. 

3  Sonate  in  Bd.  Cd.  u.  Esd.  für  Ciavier, 
im  Autogr.  in  B.  B.  in  fol.,  zusammen- 
gebunden mit  obigen  Konzerten. 

3  Senates  et  2  Ariosi  avec  12  Varia- 
tiones  pour  le  Clavessin.  Noribg.,  Haffner 
Nr.  87.  fol.  55  S.  [B.  B.  B.  Lpz.  B. 
Wagener.     br.  Mus. 

Three  Sonatas  for  the  Pfte.  or  Harps. 
London,  R.  Bremner.  29  S.  |B.  Wage- 
ner. B.  Hbg:  London  by  Preston  mit 
gleichem  Titel. 

2  Menuetten    fürs    Clavier.      Autogr. 


(16742)  in  kl.  fol.  [Hofb.Wien.  In  B.  B. 
im  Autogr.  mehrere  Klavierpiecen. 

Im  Autogr.,  B.  B.,  Grasn.,  Sonate  f.  Pfte. 

Mützel,  J  . . .  0  . . .,  ein  Kom- 
ponist des  18.  Jhs.,  von  dem  die 

Musikalien-Samlg.  des  Grofsherzogs  von 
Schwenn-Mecklenbg.  besitzt:  Cantate  4 
vocum:  Auf,  auf,  du  werthes  Volck  der 
Christen,  auf  die  Einweihung  der  neuen 
Orgel  zu  Parelüm,  zu  2  Trorap.,  2  Ob., 
2  V.  u.  Oigel.     P.  u.  Stb. 

Muffat,    Friedrich,    war    um 

1723  Stabkammerdiener  und  Hof- 
musikus in  Mannheim  (Stollbrock 
S.  64  in  Georg  Muffat's  Biogr. 
schreibt  statt  Mannheim  in  Mün- 
chen, Avas  ein  Irrtum  ist,  denn 
Fr.  Walter  verz.  ihn  S.  369  als 
Violinisten  in  Mannheim  1723). 

Muffat,  Grcorg,  aus  einer  schot- 
tischen Familie  stammend,  dessen 
Vorältern  aber  wahrscheinlich 
wegen  Keligionsbedrängnis  nach 
dem  Festlande  auswanderten  und 
sich  in  Deutschland  und  Savoyen 
niederliefsen.  Geburtsdatum  u.  Ort 
bisher  unbekannt.  Pfarrer  Vogeleis 
schreibt  in  der  Cäcilia,  Strafsbg. 
1898,  Jahrg.  15,  Seite  30  ff:  geb. 
um  1645  zu  Schlettstadt  i/Els., 
gest.  23.  Febr.  1704  in  Passau 
(M.  f.  M.  3,  127).  Aus  den  Vor- 
reden seiner  Werke  erfahren  wir 
nur,  dass  er  sich  6  Jahre  lang  in 
Paris  aufgehalten  und  sich  die 
LuUy'sche  Manier  zu  eigen  ge- 
macht habe.  Von  da  ging  er 
„zurück''  nach  dem  Elsass.  Das 
schliefst  also  einen  dortigen  Aid^ent- 
halt  schon  vor  der  Pariser  Reise 
in  sich  und  spricht  für  obige  Ge- 
burtsstadt. Hier  wurde  er  am 
Münster  in  Strafsburg  Organist 
resp.  im  Hochstifte  in  Molsheim. 
(Das  Hohe  Capitel  der  Strafsburger 
Stiftsherrn  (Kanoniker)  war  1605 
wegen  der  protestantischen  Wirren 
von  der  Bischofstadt  Strafsburg 
entfernt  und  in  das  stille  Bischof- 


Muffat,  Georg. 


117 


Muffat,  Gottfried. 


Städtchen  Molsheim  am  Fufse  der 
Yogesen  verlegt  worden.  Dort 
wurde  der  katholische  Gottesdienst 
abgehalten  und  dort  war  Muffat 
Organist,  dagegen  in  Strafsburg 
nie.  Nach  Yogeleis.)  1674  ver- 
lässt  M.  mit  vielen  anderen  bischöfl. 
Beamten  das  vom  Kriege  arg  ver- 
wüstete Elsass  und  flieht  nach 
OesteiTeich,  wo  sich  Kaiser  Leo- 
pold I.  seiner  annimmt,  wie  aus 
den  Vorreden  seiner  Werke  zu 
entnehmen  ist,  in  denen  er  sich 
auf  AVohlthaten  bezieht,  die  er 
vom  Kaiser  genossen  hat.  Er  soll 
sich  auch  einige  Zeit  in  Böhmen 
aufgehalten  haben.  Um  1678  oder 
79  wurde  er  Organist  und  Kam- 
merdiener beim  Erzbischofe  von 
Salzburg,  der  ihm  1681  die  Mittel 
bewilligte  zu  einer  Studienreise 
nach  Italien  und  wurde  Schüler 
des  Bern.  Pasquini  in  Rom.  Hier 
machte  er  sich  die  italienische 
Manier  zu  eigen  und  in  Verbin- 
dung mit  der  französischen  schuf 
er  den  gemischten  Geschmack  wie 
er  selbst  sagt  (Fürstenau  2,  62). 
In  den  ersten  Monaten  des  Jahres 
1690  tritt  M.  in  die  Dienste  des 
Erzbischofs  Job.  Philipp  Graf  von 
Lemberg  zu  Passau  als  Organist 
und  Edelknaben-Hofmeister.  Erst 
später  wurde  er  Kapellmeister.  Im 
Jahre  1690  war  er  auch  mit  dem 
Ksl.  Hofe  in  Augsburg,  wo  Joseph  I. 
seinen  Sohn  zum  römischen  Könige 
krönen  liefs.  Vielleicht  erhielt  er 
durch  Vermitteluug  des  Kaisers 
obigen  Posten  (Stollbrock,  Die  Kom- 
ponisten Georg  u.  Gottlieb  Muffat. 
Dissertation.  Rostock  1888.  8», 
und  M.  f.  M.  22,  87.  23,  37.  Ha- 
berl,  Jahrb.  1893  eine  Biogr.  über 
beide  Muffat's.  Die  sichersten 
Daten  in  obiger  Cäcilia  vom  Pfar- 
rer Vogeleis).  Nachweisbar  sind 
von  seinen  Kompositionen: 


1.  Armonieo  tributo  cioe  Sonate  di 
Camera  cominodissime  a  pocchi,  ö  a  molti 
stromeuti.  Salisburgo  1682  G.  B.  Ma^T. 
in  .5  Stb.  fol.  2  V.  2  Viole,  Cemb.  Eine 
hds.  Part,  in  B.  M.  [B.  Proske.  Paris 
Nat.     Darmst:  V2. 

2.  Apparatus-Musico-Organisticus  ... 
1690.  fol.  2  BU.  66  S.  —  Neue  Ausg. 
von  de  Lange,  Lpz.  Rieter -Bied.  1888. 
(jufol.  —  Tresor  des  pianistes.  Paris  1865. 
Bd.  2.  [Original :  B.  B.  Kircheninst.  Ber- 
lin. B.  Lpz.  Hofb.Wien.  Kremsraünster. 
Musikfr.  Wien.     Benedictinerstift  Melk. 

3.  Svaviores  harmoniae  instrum.  hy- 
porchematicae  Florilegium  L  (50)  4  5  fidi- 
bus  c.  Bc.  Aug.  Yind.  1695.  5  Stb:  Y. 
Viola,  Violetta,  Violone,  Bc.  [ITpsala. 
Kat.  Rosenthal.     Hofb.  Wien:  Bc. 

4.  Suavioris  harmoniae,  Instrumentalis 
Hyporchematicae  Florilegium  secundum, 
sexaginta  duabus  excultis  Modulationibus 

Passavij  1698  tvpis  Georg  Adam 
HöUer.  Bc.  kl.  fol.  [Hofb.Wien.  Bibl. 
des  Fürsten  Moiitz  v.  Lobkowitz  kompl. 
Beide  Werke  3  u.  4  im  Neudruck: 
Denkmäler  der  Tonkunst  in  Oesterreich. 
Bd.  1.  2. 

5.  Exquisitioiis  harmoniae  instrumen- 
talis  gravi -jucundae  selectus  primus  ... 
una  cum  Bc,  ad  üb.  in  duos  veluti  choros 
. . .  Passavii  1701  typis  Yiduae  Mariae 
Margar.  Höllerin,  12  Concerti  grossi  f. 
2  Y.  2  Yiolen,  Yiolone  und  Cembalo  = 
5  Stb.  in  kl.  fol.  [Hofb.  Wien  4  Stb.  Yio- 
Une  2  fehlt. 

Ms.  6712  B.  B.  ein  Sammelband  von 
Muffat,  dessen  3.  theoretischer  Teil  wahr- 
scheinlich von  ihm  selbst  herrührt. 

Im  br.  Mus.  Ms.  386  Klavierpiecen  mit 
Gregor  M.  gez.,  was  wohl  nur  ein  Irrtum 
sein  wird. 

Ms.  im  Besitze  des  Fürsten  Esterhäzy 
in  Eisenstadt  eine  Messe  „In  labore  re- 
quies''  8  voc.    12  Instnim.    Paii. 

Ms.  Hofb.  Wien  18685  Nova  Cyclo- 
poedia  harmonica  mit  Gottl.  M.  und  Fux 
zusammen. 

Themat.Yerz.  seiner  Kompos.  angefertigt 
von  AI.  Fuchs  1838.    Ms.  4°.  96.    [B.  B. 

In  neuen  Ausg.  4  Instramentalsätze 
(Eitner  2,  zu  bemerken  ist,  dass  der  dort 
verz.  2.  3.  und  4.  Satz  von  Gottlieb  sind). 
Ferner  in  Werra's  2.  Orgelbuche  1  Satz 
(M.  f.  M.  26,  22).  Eine  Passacaglia  für 
Streichinstr.  ed.  von  Stollbrock.  P.  Lpz., 
R.  Biedermann.  2  Orgelstücke  im  Ritter 
Nr.  96,97. 

Muifat,  Oottfried,  Violinist  an 
der  Hofkapelle  in  Wien  mit  45  Gld. 


Muffat,  Gottlieb. 


118 


Muffat,  Gottlieb. 


monatl.  vom  1.  Juli  1701  bis  f  1709 

(Köchel  1). 

Muffat,  Oottliel)  (Teofilo),  ge- 
tauft am  25.  April  1690  zu  Passau, 
Sobu  des  Georg,  gest.  10.  Dez.  1770 
zu  Wien.  Bald  nach  1704  (viel- 
leicht um  1705)  kam  er  nach  Wien, 
1711  wurde  er  Hofscholar  an  der 
Ksl.  Hofkapelle  unter  Fux,  auf  be- 
sondere Empfehlung  des  Letzteren. 
Er  empfing  an  Gehalt  360  Gld. 
(Köchel  2,  321)  und  wurde  Schüler 
Fax'.  Muffat  rechnet  sich  noch 
später  zu  seinen  Schülern  und  sagt, 
dass  er  30  Jahre  hindurch  dessen 
Anweisung  genossen  habe  (das 
kann  er  nur  sinnbildlich  meinen, 
indem  er  damit  seinen  näheren 
Umgang  mit  Fux  bezeichnen  Avill). 
Am  3.  April  1717  wurde  er  2ter 
Hof  Organist  und  erhielt  Urlaub  zu 
einer  Studienreise.  Sein  Gehalt 
betrug  720  Gld.  Er  hatte  auch 
im  Orchester  den  Flügel  zu  spielen. 
1741  rückte  er  zum  ersten  Orga- 
nisten mit  900  Gld.  herauf,  17^63 
wurde  er  pensioniert  (Köchel  1. 
2,  223.  230.  259.  381.  Stollbrock 
siehe  Georg  M.  Eine  Eingabe  in 
La  Mara  1,  177).  Auf  den  Com- 
ponimenti  musicale  nennt  er  sich: 
„Organista  di  Corte  e  Camera  di 
Sua  Sacra  Cesarea  Cattolica  . . . 
Carlo  VI.  Imperatore  di  Sua  . . . 
Amalia  Vedova  e  Maestro  di  Cem- 
balo d'ambidue  le  Seren.  Arci- 
Duchesse  regnanti,  e  purimente  di 
Sua  Altezza  Reale  Duca  di  Lorena 
e  Gran  Duca  di  Toscana."  An 
Kompositionen  lassen  sich  nach- 
weisen : 

1.  72  Versetl  Sammt  12  Toccatea  be- 
sonders beim  Kirchen-Dienst,  bey  Choral 
Aenibtern  und  Yespern  dienlich.  F.  A. 
Dietell  sc.  Vien.  Kupfertitel.  3  BU.  u. 
88  S.  in  qu40.  Dedic.  Wien  1726  gez. 
[ß.  lll)g.  B.  B.  Dresden.  B.  Wagener. 
Dresd.  Mus.  Hofb.  Wien.  Salzburg,  br. 
Mus.  ohne  Titel. 


2.  Coniponimenti  musicaJi  per  il  Cem- 
balo . . .  Scolpsit  da  G.  Chrstn.  Leopold 
Intagliatore  in  Augusta.  qufol.  4  Bll. 
106  S.,  kann  etwa  um  1735  erschienen 
sein;  Stollbrock  56.  Neue  Ausg.  im  Tre- 
sor des  piauistes,  Paris  1865.  —  Schlet- 
terer  2  Suiten  bei  Rieter- Biederm.  — 
Prachtausg.  in  Denkmäler  der  Tonkunst 
in  Oesterreich  3.  Bd.  3.  Teil.  Wien  1896 
Artaria  &  Co.  gr.  fol.  mit  facs.  Original- 
titel. Chrvsander  im  Händel  Supplement 
5.  [Originaldrack:  B.  B.  C.  P.  Hofb. 
Wien.  Stadtb.  Augsbg.  ohne  Titel.  Mino- 
ritenconvent  in  Wien.  B.  M.  Musikfr. 
Wien.  Dresd.  Mus.  B.  Lpz.  Brüssel. 
Berlin  Hochschule. 

Mss.  iu  B.B: 

15780.  Toccate,  Fughe  e  Capricj  (No- 
tation auf  6  u.  8  Noteulinien).  In  Haberl's 
Jahrb.  1893  p.  51  thematiscli  verz.,  sowie 
noch  einige  Themen,  die  Comraer  fälsch- 
lich Georg  M.  zuschreibt. 

15781.  Toccate  e  Fug.  p.  l'organo. 
15785  in  K.  1.  Parthie  en  g|?.  2.  Pieces 

p.  le  Clav. 

199  in  K.  p.  6,  Prelude. 

164  in  K.  2  Fugen  zu  4  St. 

163  in  K.  Fugen.  Tocc.  u.  1  Fastorella. 

Ms.  3209  in  B.  Whj.  12  Toccaten  (siehe 
Nr.  1).  Folgen  noch  Orgelstücke  von  Seb. 
Bach,  Eberlin,  Froberger,  Kerl,  Mursch- 
hauser  und  Neumüller.  1738  von  Joh. 
Ant.  Graf  geschrieben. 

Fuga  ex  Gdur  del  Sigr. . .  kop.  1764. 
Ms.     1  Bog.     fol.     [Beilin  Kirch eninst. 

Mss.  in  Hofb.  Wien  : 

Parthie  en  C.  sur  le  clav.  8  Bll.  qu40. 
15  935. 

Nova  Cyclopoedia  harmonica  (Ouver- 
türen und  Tänze  f.  d.  Klav.  (von  Georg 
und  Theoph.  Muffat  und  Joh.  Fux.  41  Bll. 
qufol.     18685. 

Praoludien,  Fugen,  Toccaten  u.  Tänze 
f.   Ciavier.     Ms.  18691.     48  Bll.     qufol. 

Sonata  pastorale  a  3.  2  V.  e  Vol. 
9  Stb.    gr.  40.     Ms.  16933. 

Tänze  u.  andere  Piecen  fürs  Ciavier. 
Ms.  18780.  98  Bll.  qufol.  In  19172  ein 
Prelude.  Ms.  19319  figurierter  Kontra- 
jinnkt. 

Ms.  Musikfr.  Wien:  12  kleine  Fugen 
samt  Toccaten.    Nr.  1  Praeambida  e  Fuga. 

In  neuen  Ausgaben  16  Instrumental- 
sätze (Eitner  2.  Zu  berichtigen  sind  der 
2.  3.  u.  4.  Satz  unter  Georg,  die  Gottlieb 
zugehören.  Ferner  in  Werra's  2.  Orgel- 
buche 9  Sätze  (M.  f.  M.  26,  22).  Andere 
Neuausgaben  sind  oben  verz. 

In  B.  B.  Ms.  40  96  ein  von  AI.  Fuchs 
angefertigtes  thematisches  Terz. 


Muffat,  Johann. 


119 


Mundy,  "U^illiam. 


Muffat,  Johann,  Yiolinist  an 
der  Domkapelle  in  Wien,  vor  1740 
(Pohl  3,  47). 

Miiifat,  Johann  Ernst,  stand 
schon  unter  Kaiser  Joseph  11.  in 
Wien  als  Violinist  in  Diensten 
der  Hofkapelle,  wurde  bei  der  Re- 
duction  der  Mitglieder  entlassen, 
bittet  1728  um  Wiederanstelluug 
und  erhält  sie  am  1.  Dez.  1730 
mit  500  Gld.  jährl.  f  25.  Juni 
1746,  48  Jahr  alt  (Köchel  1  und 
2,  420). 

Muffat,  Joseph,  ein  Sohn  Gott- 
lieb's,  geb.  1721  in  Wien,  war 
von  1734  bis  f  1^56  Hofscholar 
an  der  Ksl.  Hofkapelle  zu  Wien. 
Seine  Leistungen  müssen  sehr  un- 
genügend gewesen  sein,  da  er  nicht 
angestellt  wurde   (Köchel  2,  231). 

Mugnie,  John,  schrieb  um  1800 
allerlei  kleine  Klavierstücke,  die  in 
London  erschienen. 

Das  br.  Mus.  besitzt  davon  in  Einzel- 
drucken 15  Nrn.,  darunter  auch  6  Sonaten 
f.  Pfte.  und  V.  oder  Flöte.  In  Cambridge 
FW.  4  Piecen  für  Pfte. 

Mulasco,   GrioTanni   Antonio, 

aus  San  Colombano,  war  um  1592 
Musiker  am  Dome  zu  Mailand. 
Scarabella  widmet  ihm  und  12 
anderen  seine  Samlg.  Motetten  von 
1592. 

Mule  (Mole),  Ouillaume  de  la, 
erhielt  im  Okt.  1553  das  städtische 
Kantorat  in  Genf  (M.  f.  M.  16,  21). 

Muliehius,  Joh.,  s.  Mülich. 

MuHu,  siehe  Molin  u.  3Ioulin. 

Muller,  Frans,  aus  Leydeu,  ist 
am  20/2  1789  und  8/3  1794  als 
Musicus  an  der  Universität  zu  Ley- 
den  eingeschrieben  (Bouwst  3,  11). 

Mulner,  Wilhelm  (auch  Wal- 
ner gez.), 

ist  im  Samlwk.  von  1549  a  mit  einer 
2stim.  Motette  in  2  Teilen  vertreten  (Eit- 
ner  1). 

Munchhausen,  de,  s.  Münch- 
hausen. 


Munde,  siehe  Monte,  Aegid.  de. 

Mundy,  John,  Mus.  Doct.,  Sohn 
des  William,  wurde  Organist  am 
Eton-Kollegium,  1585  an  der  St. 
Georgskapeile  in  Windsor.  Am 
9.  Juli  1586  erwarb  er  sich  den 
Grad  eines  Baccalaureus  zu  Oxford, 
1624  den  eines  Doct.  der  Musik. 
Vater  und  Sohn  werden  in  einem 
Gedichte  von  John  Baldwin  1591 
als  berühmte  Sänger  und  Musiker 
ihrer  Zeit  erwähnt.  Um  1630  soll 
er  zu  Windsor  gestorben  sein,  sein 
Nachfolger  W.  Cliild  erhielt  aber 
erst  1636  den  Posten.  Auf  dem 
Titel  seiner  Psalmen  von  1594 
nennt  er  sich  „Gentleman,  Bachi- 
1er  of  Musicke,  and  one  of  the 
Organists  of  his  Maj.  free  chappel 
of  Windsor".  (Siehe  Grove.  ßur- 
ney  6,  54.  Hawkins  3,  360.  4,  27.) 
Von  seinen  Kompositionen  sind 
nachweisbar: 

Songs  and  Psalmes  comp,  into  3,  4  & 
5  parts  for  the  use  &  delight  of  all  such 
as  either  love  or  learn  musicke.  Lond. 
1594  Tho.  Este.     4  Stb.  in  4".      [br.  Mus. 

In  Sammelwerken:  Triumphs  of  Oriaua 
von  Morley  1601  ein  Gesg:  Lightly  she 
tripped.  5  Klaviei'jj.  im  Virgiual  Buch  in 
Cambridge  (wird  neu  herausgegeben  1896). 
In  Joh.  Baruard's  Selected  church  musick 
1  Gesg.  [R.  C.  of  Mus.  1642.]  Ebend. 
Ms.  1737  neun  lat.  Mot.  nur  mit  Mundy 
gez.,  können  daher  auch  von  William  sein. 
Im  Ms.  624  im  br.  Mus.,  4  Stb.  (fehlen 
•4  Stb.)  ein  Samhvk.  von  Messen,  Mot.  u. 
Madr.  zu  3  —  8  St.  von  Verschiedenen. 
—  Ebd.  Ms.  227  in  Burney's  Excerpten 
3  Psolmen  zu  3  und  4  St.  m  Part. 

Ms.  des  Dean  and  Chapter  of  Durham, 
enthaltend  Orgelst,  des  17.  Jhs.  darunter 
auch  Muudy  ohne  Vornamen. 

Ms.  Oxford  Chr.  Ch,  ein  Anthem  im 
Ms:  0  Lord  the  maker,  4  voyc.  In  der 
Musikschule  ein  Band  mit  In  nomines. 

In  neuen  Ausg.  2  Gesge.  (Eitner  2). 

Mundy  (Muuday,  Mundaies  liest 
man  in  den  Rechnungen  der  Kgl. 
Kapelle),  William,  Vater  des  John, 
schwor  am  21/2  1563  als  Gentle- 
man an  der  Kgl.  Kapelle  zu  Lon- 
don.    War  auch  Choral -Vikar  an 


Mundy,  "William. 


120 


Muratori, 


St.  Paul.  Morley  erwähnt  ihn  in 
seiner  Introduction.  Da  seine 
Stelle  an  der  Kgl.  Kapelle  am 
12/10  1591  Anth.  Anderson  er- 
hielt, so  glaubt  man,  dass  er  kurz 
vordem  gestorben  ist  (Rimbault. 
Grove).  Die  in  den  Lexika  ihm 
zugeschriebenen  Kompositionen  in 
alten  Samhvken.  tragen  meistens 
keinen  Vornamen  und  werden 
willkürlich  William  oder  John  zu- 
geschrieben; auch  gab  es  noch 
einen  älteren  John.     (Davey.) 

Den  vollen  Namen  tragen  7  Gesge.  in 
Barnard's  Sanilwk.  von  1641.  Einige 
Motetten  befinden  sich  in  John  Baldwin's 
hds.  Saralg. 

Mss.  im  br.  Mus.  Nr  98  Anthem,  0 
Lord,  I  bow  the  knees,  auch  in  Ms.  174 
p.  241  in  P.  —  Ms.  100,  Propare  you, 
tinie  werith  awaye.  —  Ms.  5GS  Samlwk. 
in  5  Stb.  1  Nr.  —  Ms.  .ö74  neun  Motett. 
in   4  Stb.  Iß  .Th.  ohne  Vornamen. 

Ms.  Cambridge  FW.  0  Lord,  I  bow  the 
knees,  in  2  Kopien. 

Ms.  in  Chi-.  Ch.  zu  Oxford :  1  Anthem 
ä  5,  1  Service,  1  Te  Deum  und  Benedic- 
tus,  17  Motetten  zu  3,  4  u.  5  Stirn., 
2  Anthems.  In  der  Musikschule  ein  In 
Nomine.  Durch  das  öftere  fehlen  der 
Vornamen  ist  die  Autorschaft  schwer 
festzustellen. 

Muneford,  . . . 

In  der  Bibl.  der  Chr.  Ch.  zu  Oxford 
eine  Oveiture  u.  a.  im  Ms. 

Munerat,  Jean  Le,  siehe  Le 
Mimerat. 

Muiiic,  A. ..  P. ..,   17/18.  Jh. 

Die  Kirchenbibl.  St.  Walburge's  zu  Au- 
denarde  besafs  einst  1  Mot.  zu  5  Stirn, 
mit  Instr,  (Straeten  1,  218). 

Muiiier  (rHaiuUmoiit ,  siehe 
Hauclimont,  Etienne. 

Muimiuekx,  P. . .  F. . .,  Kom- 
ponist des  18.  Jhs.,  von  dem  in 
einem  alten  Auktionskataloge  ver- 
zeichnet sind: 

BaUetti,  Allemande,  Corante,  Sarabande 
cum  tribus  instrumentis. 

Pevernage  in  seinen  Landes  Vesper- 
tinae  von  1604  bringt  einen  Tonsatz  mit 
OiiUchnns  Munhichx  gezeichnet. 

Munnikhuizen,  Anthony,  geb. 
1732    zu  Borstheeld    (auf   seinem 


Porträt  von  1808  liest  man  „aetatis 
76").  Er  war  Organist  in  Amster- 
dam (Bouwst.  1,  97.  2,  45)  u.  gab 
heraus : 

Zangwyzen  der  Psalmen  en  Gezangen, 
teu  gebruike  der  gemeentens  toeged.  de 
onverand.  Ausgsbg.  geloofs-belydenis,  so 
voor  het  orgel,  clavier  als  ook  andere 
instnimenten.  Amsteldam  1781.  qu40. 
[Amst. 

Ein  Hendrik  Mimm'kJmisen  war  um 
1738  Violist  zu  Amsterdam  (ib.). 

Munoz,  Luis,  1611  Ministreis 
an  der  Kgl.  Kapelle  in  Granada 
(Straeten  8,  477). 

Mnnroe,  Alexander,  ein  ge- 
borener Schottländer,  der  zu  Paris 
lebte  und  eine  Sammlung  schotti- 
scher Lieder  für  Flöte  mit  Yaria- 
tionen  um  1730  herausgab  (Haw- 
kins  4,  7.) 

Munster,  Hendrik  van,  Orga- 
nist und  Glockenist  in  Zwolle  von 
1653 — 1672,  Dokumente  aus  dieser 
Zeit  in  Bouwst.  2,  175.  Sein  Sohn 
Jan  wurde  ihm  1667  zur  Aus- 
hülfe beigegeben. 

Murat,  Antoine,  ein  Armenier, 
war  um  1780  bei  der  schwedischen 
Gesandtschaft  in  Konstantinopel 
angestellt  und  schrieb  die  Ab- 
handlung: 

Essai  sur  la  melodie  Orientale,  ou  ex- 
pUcation  du  Systeme  des  modes  et  des 
mesures  de  la  musique  turque.  Dieses 
Buch  ist  nur  durch  eine  Analyse  in  Rei- 
chardt's  Kunst -Magazin  Seit.  51  und  in 
Schlözer's  Briefwechsel  bekannt.  Näheres 
im  Becker  1,  558. 

Muratori,  . . .  schrieb  um  1724 
gegen  die  Oper;  Uebersetzung  in 
Mizler's  Musik.  Bibl.  2.  Bd.  p.lei. 
—  Wahrscheinlich  ist  Ludov.  An- 
tonio Muratori  aus  Vignola  (1672 
bis  1750)  gemeint,  der  sich  als 
Schriftsteller  bekannt  machte  und 
schrieb : 

„Della  perfetta  poesia  italiana,  spiegata 
e  dimostrata.  Modena  1706.  2  Bde. 
3.  Aufl.  1748.  Becker  1  verz.  seine 
Sckriften. 


Muratori,  Giacomo. 


121 


Muris,  Joannes  de. 


Dissertazioni  sopra  le  antichita  italiane, 
giä  composte  e  pubblicate  in  latino,  e  da 
esso  poscia  compendiate  e  trasportate 
nell'italiana  favella. . .  Milano  1751  Pas- 
quali.     3  voll.     4P.     [Bologna. 

Muratori,  Giacomo,  Bassist  an 
der  Hofkapelle  in  Wien  mit  60 
Gld.  raonatl.  vom  1.  April  1662 
bis  t  1680  (Köchel  1). 

Mure,  Conrad  de,  ein  Kanoni- 
kus u.  Sänger  des  13.  Jhs.  (1273) 
zu  Zürich, 

in  dessen  Werk  „No\Tas  Graecismus" 
sich  Abhandlungen  über  die  Orgel,  des 
Nablions,  Psalteriums,  Cj^ara,  Lyra, 
Fistula,  Tympanum,  und  der  „Vidulae 
vidulantus  ad  ai-tem  ludunt"  befinden. 
Forkel  8,  220  führt  nach  Possevinus  auch 
eine  Abhandlung  ,,De  musica''  an  (G. 
Becker  19). 

Murer,  Bernardo  di  Stefani- 

no,  ATurde  am  15.  April  1445 
zum  Organisten  an  S.  Marco  in 
Venedig  gewählt.  Sein  Nachfolger 
trat  am  12.  Okt.  1459  ein.  Winter- 
feld 4,  198  schreibt  fälschlich 
Mured  (Caffi  1,  53). 

Muret,  M. . .  A. . .  de,  ein  Chan- 
sonskomponist aus  der  Mitte   des 

16.  Jhs., 

der  in  Samlwken.  mit  2  vierst.  Chan- 
sons vertreten  ist  (Eitner  1).  Ebenso  in 
P.  de  Ronsard's  Les  amours  1553. 

Murette,  Michel  de  la,  siehe 
La  Murette. 

Murgatroyd,  Cliarles,  Organist 
zu  York  1715 — 21,  sodann  zu  Lin- 
coln, starb  1741.  Sein  Nachfolger 
war  William  Middlehrook,  starb 
1756  (West). 

Murieu,  Oiles. 

Im  Archiv  des  S.  Pietro  zu  Rom  be- 
befindet sich  in  einem  Ms.  in  4*^  eine 
Samlg.  von  107  Chansons  von  Verschie- 
denen, unter  denen  auch  obiger  Autor 
vertreten  ist. 

Murino  de,  siehe  Aegidius. 

Muris,  Joannes  de.  Der  Name 
Jean  de  Meurs  ist  nur  eine  An- 
nahme, ebenso  dass  er  ein  Eng- 
länder ist.  Seine  Nationalität  ist 
bis  jetzt  noch   nicht  festzustellen 


möglich.  Dr.  W.  Nagel  in  seiner 
Gesch.  der  Musik  in  England  geht 
S.  41  aufs  Genaueste  alle  Momente 
die  für  England  sprechen  könnten 
durch,  doch  ist  das  Resultat  immer- 
hin nur  ein  Unbestimmtes.  Fetis 
zieht  alle  Citate  zusammen,  er- 
reicht aber  auch  kein  Resultat. 
Dr.  Hirschfeld  in  seiner  Abhand- 
lung über  M.  und  seine  Werke, 
Lpz.,  Breitk.  &  H.  1884.  8«.  67  S. 
(siehe  M.  f.  M.  16,  97)  sagt  über 
Muris  Persönlichkeit,  dass  es  frag- 
lich ist,  ob  der  Mathematiker  und 
Astronom  an  der  Sorbonne  in 
Paris  der  Musiktheoretiker  Muris 
ist.  Wäre  dies  der  Pall,  dann 
könnte  man,  wie  Dr.  Nagel  an- 
nimmt, wohl  behaupten,  er  war 
von  Geburt  ein  Franzose.  Dr. 
Hirschfeld  nimmt  an,  dass  sein 
Speculum  musicae  wahrscheinlich 
ins  Jahr  1321  fällt^  und  da  sich 
M.  zu  der  Zeit  schon  in  einem 
hohen  Alter  befand,  so  kann  man 
das  Geburtsjahr  weit  ins  13.  Jh. 
hinein  verlegen.  Dr.  Nagel  ist 
die  Bestimmung  obiger  Jahreszahl 
zweifelhaft.  Dr.  Hirschfeld  stützt 
diese  Annahme  auf  die  Thatsache, 
dass  er  sich  voll  und  ganz  auf 
die  Lehre  Franco's  stützt.  Was 
nun  seine  theoretischen  Werke 
betrifft,  so  sucht  Dr.  Hirschfeld  zu 
beweisen,  dass  eigentlich  nur  der 
Tractat  „Speculum  musicae''  ihm 
sicher  zuzuschreiben  ist.  In  allen 
anderen  Tractaten,  die  in  den  ver- 
schiedenen Kopien  seinen  Namen 
tragen,  wird  er  öfter  als  dritte 
Person  genannt,  oder  als  Autorität 
angeführt,  die  auf  einen  fremden 
Verfasser  schliefsen  lässt.  Dr. 
Nagel  schiebt  dagegen  Vieles  auf 
die  Kopisten,  die  sich  manchen 
eigenen  Zusatz  erlaubt  haben  mögen, 
da  sie  selbst  Sachverständige  waren, 
doch  weist   wieder  Dr.  Hirschfeld 


Muris,  Joannes  de. 


122 


Muris,  Joannes  de. 


nach,  dass  M.  in  seinem  Specnlum 
Einzelnes  aus  den  „Quaestiones'', 
der  „Musica  speculativa"  u.  ,,Mu- 
sica  practica",  anführt  und  aas- 
driickiich  auf  einen  fremden  Autor 
hinweist.  Dr.  H.  Riemaun  nimmt 
einen  Jo.  de  Muris  Normannus  c. 
1275 — 1350  u.  einen  Jo.  de  Muris 
de  Francia  von  1275  — 1350  an 
und  verteidigt  seine  Annahme  in 
beweisführender  Weise  (siehe  im 
Reg.  unter  Johannes).  Muris  war 
ein  Verfechter  und  eifriger  Lehrer 
der  älteren  theoretischen  Anschau- 
ungen und  verwirft  in  rahiger 
Auseinandersetzung  die  Yerirrun- 
gen  der  neueren  Richtung,  wäh- 
rend er  selbst  in  der  heftigsten 
Weise  von  den  Neueren  (z,  B. 
Philipp  de  Vitiy)  angegriffen  wird, 
worüber  sich  M.  bitter  beklagt. 
Von  seinen  ihm  zugeschriebenen 
Tractaten  sind  im  Druck  erschienen : 

In  Gerbeit's  Scriptores: 

Tractatus  de  musica,  Bd.  3,  189—248. 

Musica  speculativa^  sive  Hieoretica,  ib. 
249—255. 

Musica  Theorica,  ib.  255—283. 

De  numeris,  qui  musicas  retinent  con- 
sonantias,  secundum  Ptoloniaeum  de  Pa- 
risiis, ib.  284—286. 

Tractatus  de  proportionibus,  ib.  286 
bis  291. 

Secundus  liber,  sequitur,  quid  Magister 
J.  de  Muris  dicat  de  practica  musica,  seu 
de  meusurabili,  ib.  292 — 301. 

Item  J.  de  M.  quaestiones  super  partes 
musicae,  ib.  301 — 312. 

Ars  Discantus  data  a  Mag.  . .  abbre- 
viando,  ib.  312 — 315. 

In  Coussemaker's  Scriptores: 

Cujusdam  Carthusiensis  Tractatus  de 
musica  plana:  Sequitur  Tract.  de  natura 
et  distinctione  8  touorum  musicae,  Bd.  2. 
434. 

Ars  intonandi  secundum  regulas  ab  in- 
stitutoribus  musicae  traditas,  ib.  450. 

Quaedam  varia,  S.  460. 

Qualiter  faciendum  est  Monocordum  et 
qualiter  invenitur,  S.  462. 

Istud  pertinet  ad  tractatum  de  distinc- 
tione touorum,  S.  466. 

De  tonis  et  quibusdam  ad  eos  perti- 
neutibus,  S.  467. 


Brevis  et  utilis  informatio  modulandi 
planum  cantum,  S.  477. 

Stet  protestatio  ista  facta  supra  folio 
LXYI,  Ö.  483. 

Forkel  teilt  einen  Satz  einer  Diaphonie 
mit,  wieder  abgedruckt  im  Fröhlich  (Eit- 
ner  2  Nachträge). 

Ueber  Mss.,  Inhalt  und  Bedeutung  im 
Lafage    2,    239.   380.      In    der   Viertel]". 


Bd.  1—10  siehe  General -Reg. 


M.  f. 


M.  17,  66.    4,  164.   5,  62.    22,  41. 

Universit.-Bibl.  zu  Pisa,  Ms.  IV,  9 
enth.  die  Musica  speculat.  und  Arte  prac- 
tica mensurabiils.  —  Ars  coutrapuncti. 

Burney  5,  413.  420  beschreibt  einen 
Kommentar,  von  John  Wjdde  geschrieben, 
im  br.  Mus.  Ms.  105  fol.  94.  Siehe  auch 
Ms.  141. 

Paris  Nat :  Speculum  musicae,  Mss.  lat. 
7207  A.  —  Tractatus  de  musica.  Ms.  15. 
Jh.  ib.  7207. 

Cambridge,  Magdalen  -  College,  Collect. 
Pepysian,  ge.schrieben  1415:  Tractatus 
musicae.     Burney  5,  383.  388. 

Rom,  ValUcellaua  B.  83.  —  Florenz 
Riccardiana  Nr.  134.  Im  Lafage  be- 
schrieben. 

Bologna  Liceo:  Expositiones  tractatus 
practice  cantus  mensurabilis  Magistri  J. 
de  M.  a  Magistro  Prosdocimo  de  Belde- 
mandis  de  Padua  compilate.  15.  Jh.  fol. 
(Kat.  1,  194). 

6  Tractate  zum  Teil  in  späterer  Zeit 
kopiert,  Kat.  1,  236.  237  ebd. 

Stadtb.  Gent:  Ars  discantus  et  argu- 
menta musicae. 

B.  Proske,  Ms.  theor.  98.  15.  Jh.  Seit. 
369-378:  De  proportionibus. 

Stadtb.  Tours,  Ms.  15.  Jh.  Proportio- 
num  musicalium. 

B.  Brüssel  in  Ms.  5270.  des  13.  Jhs. 
4.  Tract.  Incipit  ars  contrapuuctis.  Ms. 
5276  De  musica  et  de  coutrapuncti  ru- 
gulis.     16.  Jh.     40. 

Noch  seien  einige  alte  Drucke  erwähnt : 

Epytoma  Johannis  de  Muris  in  musi- 
cam  Boecii.  in  quo  omnes  conclusiones 
musice  est  inter  Septem  artes  liberales 
primaria,  miraceleritate  mathematico  more 
demonstrantur.  4"  gothisch,  44  S.  Am 
Ende:  Explicit  musica  . . .  nup.  per  Mag. 
Ambros.  Lacher  de  Merspurgk  . . .  im- 
pressa  in  frankfordiano  1508.  [B.  B. 
Upsala. 

Quadruvii  practici  epitomata.  Arith- 
meticae  . . .  Speculativa  musica  J.  de  M, 
metrice  conscripta  .  . .  Am  Ende:  Impress. 
Colonie  apud  predicatores,  s.  a.  4''  gothisch. 
[Brässei. 

Schriften  über  Muris.    Dr.  Hirschfeld 


Muris,  Michael  de. 


123      MurscKhauser,  Franz  Xaver  Anton. 


siehe  oben.  —  Th.  Nisard:  Jean  de  M. 
gr.  8".  [Brüssel]  —  Hugo  Eiemann, 
Gesch.  d.  Musiktheone  1898. 

Siehe  auch  den  Artikel  bei  Fetis. 

Muris,  Michael,  Galliculus  de, 
citiert  von  Ormtoparcluis  in  seinem 
Micrologus  von  1517,  welcher  einen 
Tractat  über  die  Gesangskunst  ge- 
schrieben hat  (Hawkins  2,  393). 

Murlos,  Bernhard,  Lebenszeit 
unbekannt. 

Die  B.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
von  ihm:  1  Messe,  1  Te  Deum,  Laudate 
pueri  und  Sah^m  fac,  für  2  Ten.,  1  B. 
u.  Orch.  in  P.  u.  Stb. 

MuiTuellius,  Joannes,  lebte  im 
Anfange  des  16.  Jhs;   bekannt  ist  \ 
von  ihm  ein  Gedicht   nebst  Kom-  | 
Positionen  unter  dem  Titel: 

Protrepticus  studiosorum  poetices  Joan. 
M.  Ruremundensis.  Joan.  M.  auditoribus 
suis  Salutem  ...  1517.  8".  Am  Schlüsse: 
Vitebergae  apud  Georg.  Rhav.  Die  oben 
genannte  Stadt  ist  Roermonde  in  Holland, 
sein  Geburtsort.  Enth.  3  lat.  Gesänge  zu 
4  Stim.    [Zwickau,  Kat.  Nr.  228  Beschrbg. 

3Iurr,  Christoph  Grottlieb  Ton, 

ein  gelehrter  Schriftsteller,  geb. 
1733  zu  Nürnberg,  gest.  8.  April 
1811  ebd.  Machte  viele  Reisen, 
um  die  Schätze  der  Bibliotheken 
kennen  zu  lernen.  Neben  zahl- 
reichen Werken  schrieb  er  auch: 
Xotitia  duorum  codicujn  musicoiura 
Guidonis  Aretini  saec.  XI  et  S.  Wilhelmi 
Hirsaugiensis  saec.  XK  in  membranis 
exaratorum.  Temporis  nostri  Orpheo  Do- 
mino Josepho  Haydu  dicavit  .  . .  Cum  2 
tabulis  aeneis.  Noiinibg.  1801  Monath  et 
Kussler.  4«.  mit  2  Tat.  [B.  B.  Dresden. 
Musikfr.  "\Men.     Bmssel.     B.  Lpz. 

Philodem  von  der  Musik.  Ein  Auszug 
aus  dessen  4.  Buche.  Aus  dem  Griechi- 
schen einer  herkulanischen  Papynxsrolle 
übersetzt  von  . . .  Nebst  einer  F'robe  des 
Hvmnenstils  altgiiechischer  Musik.  Berlin 
1806  Frölich.  4«.  64  S.  mit  Facs.  [B.  B. 
Musikfr.  "Wien.  Brü.ssel.  Briissel  Conserv. 
B.  Lpz.      Näheres  bei  Fetis. 

Murray,  Lady  Edith,  lebte  in 
der  Mitte  des  18.  Jhs.  und  ist  be- 
kannt durch  die  Drucke : 

The  priiice  of  AVales.  "Waltz,  London. 
The  London  music  Publishing,     fol. 

Legende  pour  Piano  et  Violon,  jouee 


par  Signor  Pagini  (Pagin)  . . .  London, 
Cunningham  Boosey  &  Spragne. 

Vorwärts  March  for  the  pfte.  comp. 
. .  .  London,  ib.  Dedic.  Prince  "Wilhelm 
von  Preufseu  [sämtlich  in  Schwerin  F. 

Herr  Davey  glaubt,  dass  die  Ver- 
fa.sserin  um  1860 — 1880  ihre  Komposi- 
tionen herausgab. 

Murschhauser,  Franz  Xaver 
Anton,  getauft  am  1.  Juli  1663 
in  Zabern  i/Els.,  gest.  am  6.  Jan. 
1738  zu  München.  Schüler  von 
Kaspar  Kerl  in  München.  1691 
erhielt  er  an  der  Frauenkirche  zu 
München  die  Chorregentenstelle, 
die  er  bis  au  sein  Lebensende  be- 
kleidete. Am  24.  Sept.  1691  hei- 
ratete er  Maria  Oberhoffer  (Kirchen- 
buch). Eine  auf  Quellen  gestützte 
Biographie  nebst  Beurteilung  seiner 
Werke  vom  Pfarrer  Vogeleis  in 
Haberrs  Jahrbuch  1901  p.  1,  der 
mir  noch  brieflich  berichtet,  dass 
der  Yater  am  30.  Sept.  1655  von 
Mosburg  bei  Landshut  in  Baiern 
durch  Yermittelung  der  Jesuiten 
nach  Schlettstadt  i/Els.  versetzt 
wurde,  wo  er  die  Stelle  eines 
lateinischen  Schulmeisters  erhielt 
und  im  Oktober  1658  nach  Zabern 
zog.  Das  Terzeichnis  von  Franz' 
erhaltenen   "Werken   ist   folgendes: 

1696.  Octi-touium  novum  organicum, 
octo  tonis  ecclesiasticis,  ad  Psalmos,  & 
Magnificat  adhiberi  ...  Ex  diversi  musici 
artificij  fontibus  derivatum,  cum  Appen- 
dice  nounullarum  Inventionum,  ac  imi- 
tationum  pro  tempore  .  . .  Op.  1.  Aug. 
Vind.  1696  Laur.  Kronigei-us  &  haer. 
Teoph.  Goebelius.  1  vol.  in  qufol.  4  BU. 
u.  89  Orgelpiecen  im  Stich,  auch  Vari- 
ationen dabei.  [Berlin  Kii'cheniust.  B.  M. 
B.  Wagener.     Minoritenconvent  Vien. 

1700.  Vespertiuus  Latriae,  &  Hyper- 
duliae  cultus,  sive  Psalmi  vespertiui  con- 
sueti  de  Dominica,  et  beatissima  Yirgine, 
8  tonis  eccles.  per  diversas  Contrapuncti 
leges  alHgati:  A  4  vocibus  concert.  2.  Yiol. 
obl.  &  4  voc.  in  ripieno,  cum  annexo, 
pro  coronide,  Psalmo:  Laudate  pueri  ä 
Basso  solo,  &  4.  Instr.  conc.  Opus  2. 
Aufhöre  . . .  Ulmae  Suevorum  1700  Joh. 
Com-.  Wohlerus.  12  Stb.  4».  8  Singst. 
2  V.  u.    1  Violone  nebt  Bc.    10  Psalm. 


Murschhauser,  Fi'anz  Xaver  Anton.      124 


Muscovius. 


1  Laudate,  daninter  5  Nrn.  a  capella. 
[B.  B.     Zürich  Musikgesellschaft. 

(1700).  Prototypen  Longo -breve  or- 
ganicum,  exhibeus,  super  tonos  figuratos 
magis  usitatos,  niodum  novum  ac  arti- 
ficiosuni,  tarn  constringendi  quam  didu- 
cendi,  pro  necessitate,  vel  etiam  libitu, 
FugaseiPraeaiHhula.,  juxta  genuinas  contra- 
puncti . . .  Noribg.  s.  a.  Wolf.  Maur.  Endter. 
kl.  qu40.  3  BU.  34  Orgelst,  im  Stich 
ohne  Autornamen. 

—  Pars  secunda  (wie  oben)  3  Vorbll. 
42  S.  Orgelst,  vom  8.  bis  12.  Tone,  ohne 
Autornamen.  [Beide  Teile  zusammenge- 
bunden in  B.  B.  br.  Mus.  Glasgow. 
Minoritencouvent  Wien.     Hofb.  Wien. 

1707.  Fundamentalische  kurz,  und  be- 
queme Haudleitung  .  .  .  zur  Figural-  und 
Choralmusik  .  .  .  München  1707  beym 
Autor,  qufol.  17  BU.  [B.  B.  B.  M. 
Proske. 

1721.  Academia  musico-poetica  bipar- 
tita.  Oder:  Hohe  Schul  der  musicaüschen 
Com  Position.  2  Theile  (die  Titel  sind 
sämtlich  endlos  lang.  Mehr  am  Ende  die 
unglücklichen  Worte:)  ,,um  dem  vortreff- 
lichen Herrn  Matthoson  ein  mehrers  Licht 
zu  geben"...  Augsburg  1721  Wolfg. 
Mor.  Endter,  gedr.  bei  Job.  Ernst  Adel- 
bulner.  fol.  14  u.  18G  Seiten  nebst 
Reg.  Vollständige  Titel  im  Kat.  Joach. 
Nr.  613,  im  Forkel  8  und  Becker  1. 
[B.  B.  B.  Joach.  B  M.  üresd.  Basel. 
B.  Wagener.  Musikfr.  Wien.  Freising. 
B.  Lpz.     Einsiedeln.      Brüssel,     br.  Mus. 

Leider  strotzt  das  Werk  von  Dinick- 
fehlern  und  Mattheson  war  gleich  bereit 
ihm  mit  seinem  Lichte  heimzuleuchten 
und  zwar  in  der  Critica  musica  in  den 
3  Abhandlungen  .,Die  melopoetische  Licht- 
scheere  in  3  Schneuzungen." 

1  Toccata  per  il  Pfte.  Part.  Ms.  in 
Berliner  Singak.  Zwar  mit  F.  A.  Mursch- 
hauser gez.,  doch  kann  es  wohl  nur  der 
obige  sein. 

1  figurierter  Kontrapunkt  in  Ms.  19319. 
LHofb.  Wien. 

Ms.  3209  in  B.  Hbg.  in  12  Toccaten, 
dabei  ein  Orgelst,  von  Murschhauser. 

17  Orgel-  und  Klavierstücke  in  neuen 
Ausg.  (Eitner  2).     Im  Bitter  Nr.  98. 

Murschhauser,  Ignaz,  ist  seit 
etwa  1699  Bassist  an  der  Hof-  i 
kapeile  in  München  mit  300  Gld.  I 
Gehalt,  die  aher  bis  zum  20/3  1700 
um  die  Hälfte  wegen  Geldmangels 
verkürzt  werden.  1726  beträgt 
sein  Gehalt  340  Gld.    Nach  dem 


Totenreg.  der  Frauenkirche  starb  er 
(oder  wird  begraben)  am  10.  Mai 
1734.  1706  bez.  er  sich  in  einer 
Eingabe  als  ein  alter  Manu,  der 
schon  20  Jahre  demKurfürsten  diene. 
Mattheson  3,  175  erwähnt  noch 
einen  Murschhauser,  der  seit  60 
Jahren  Organist  in  Regensburg 
war  und  1724  oder  1725  starb. 

Murtin,  Vincenz,  Lebenszeit 
unbekannt. 

Im  Archiv  des  Dresdner  Hoftheaters 
das  Singspiel:  Lilla,  oder  Schönheit  und 
Tugend.     Ms.  P.  u.  Stb. 

Musa,  Anthoiiius,  ein  Kompo- 
nist aus  dem  Anfange  des  16.  Jhs. 

Im  Ms.  4  der  Bibl.  Zw.,  welches  schon 
die  Jahreszahl  1534  aufweist  (nicht  erst 
1547  wie  der  Kat.  anzeigt;),  befindet  sich 
unter  Nr.  108  der  4-  u.  5stim.  Tonsatz: 
Coelum  dives,  überschrieben:  Martinus 
Abrahae. 

Musaeus,  Johann  Anton,  ein 

dänischer  Musiker,  der  in  Kopen- 
hagen im  18.  Jh.  lebte  und  nach 
Fctis  herausgab: 

Divertimento  nuisico  per  il  cembalo 
solo  . . .  Kopenhag.  1765.  fol.  Es  ent- 
hält Sonaten  u.  a.  Im  Vorworte  behandelt 
er  den  Eindruck  der  Musik  auf  die  mensch- 
liche Seele. 

Musatti,  Vincenzo,  aus  Bo- 
logna, ein  Priester,  wurde  am  26. 
Nov.  1571  als  Sänger  in  die  päpstl. 
Kapelle  aufgenommen,  bekleidete 
für  1583  das  Amt  eines  Punkta- 
tors  und  lässt  sich  bis  1594  ver- 
folgen (Straeten  6,  455  mit  Dokum.). 

Musbeck,  F  . . .  A  . . .,  lebte  um 
1799  zu  Rawicz  (Posen)  als  Musik- 
lehrer und  gab  bei  A.  Gehr  &  Co. 
in  Breslau  6  Sonaten  für  Klavier 
heraus  (Gerber  2). 

MuscotIus,  Johann,  geb.  2.  Juni 
1635  zu  Grofs-Graba  (Oberlausitz), 
gest.  17.  Okt.  1695  zu  Lauban,  wo 
er  erster  Pastor,  Kirchen-  und 
Schul-Inspektor  war.     Er  schrieb: 

Bestrafter  Missbrauch  der  Kirchenmusik 
und  Kirchhöfe  (gegen  Chrstn.  Schiff  ge- 
richtet).   Lauban  1694.    8".    110  S.    [B.B. 


Musculus. 


125 


Musica. 


Musculus,  Balthasar,  ein  Schul- 
meister in  Ziegenrück  im  Yogt- 
lande,  scheint  1597  schon  ein 
Verstorbener  gewesen  zu  sein,  da 
Georg  Körber  von  seineu  Liedern 
eine  2te  Ausg.  veraustaltet.  Die 
erste  Ausg.  ist  nicht  bekannt.  8 
sind  von  Orazio  Yecchi  mit  deut- 
schen Texten,  7  von  J.  Meilaud 
und  13  von  G.  Körber,  Nr.  1—40 
von  Muscuhis;  betitelt: 

Vierzig  schöue  geistliche  Gesenglein 
mit  4  stimmen  .  .  .  Am  Ende:  Nürnbg. 
1597  AI.  Ph.  Dieterich.  4  Stb.  i[\\4». 
G8  Nrn.     [B.  Zw.     Hofb.  Wien:  Disc. 

—  ß.  M.  aufserlesene  anmutige,  schöne, 
mit  trostreichen,  geistlichen  Texten  ge- 
stellte und  coUigirte  Gesänglein,  von  newem 
übersehen  . .  darbei  auch  etliche  . .  von 
Hör.  Yecchi,  Regnardi,  Orlandi,  Meilandi, 
Ricci,  Hasleri,  Vulpii,  Hausmanni,  Wid- 
manni  vnd  anderer,  auf  4.  5.  vnd  6.  Stirn. 
. .  Durch  Erasm.  Widmannum  Hallensem 
(herausgeg.).  Nürnberg  1G22  Sim.  Halb- 
mayer. 5  Stb.  40.  75  Gesge.  [B.B:C. 
Basel  kompl.     ß.  Lpz:  5a  &  6a  vox. 

—  Sacra  Cithara,  Das  ist:  Achtzig 
schöne  geistl.  Gesang,  mit  4.  vnd  5.  Stim. 
, ,  Auetoribus :  B.  M.,  Hör.  Yeccho,  Jac. 
Mailando  \nd  andern.  Jetzo  von  neuem 
wider  auffgelegt  . . .  Sampt  einem  Com- 
pendio  artis  musices.  Nürmbg.  1625 
"Wagenmann.  4  Stb.  sehr  kl.  Format, 
[br.  Mus. 

Näheres  Eitner  1  unter  den  obigen 
Jahresz.  und  Seite  743  das  Verz.  der  Ge- 
sänge. Aufserdem  fand  ich  ihn  noch  in 
E.  Widmann's  Geistl.  4  stim.  Psalmen  1639 
(1604).  —  In  Erhardi's  Gesgb.  von  1659 
4  Gesge.  und  in  Joh.  Kasp.  Suter's  Geistl. 
Seeleumusik  1662. 

Dr.  Em.  Bobn  giebt  noch  die  Titel 
obigen  Samlwkes.  in  Ausgaben  von  1602 
und  1609  ohne  Fundort  an. 

In  B.  Zw.  hds.  an  505,  drei  geistl.  4  stim. 
Gesge.  und  in  49  ein  Tonsatz  ohne  Text. 

In  B.  B.  Ms.  Peitsch  Z112,  4  Stb. 
Nr.  167 :  So  war  ich  leb  spricht  G.  4  voc. 
Nr.  168:  Last  singen  u.  G.  loben,  4  voc. 

Musel,  Joamies,  von  1474  bis 
76  päpstl.  Säuger  in  Rom  (Viertelj. 
3,  231). 

Muser,  Franz,  kam  1555  von 
Metz  nach  Strafsburg  u.  wurde  an 
St.  Thomas  Organist  (Lobstein  59). 


Muses'  delight  (The). 

An  accurate  collect,  of  EngHsh  and 
ItaJian  Songs,  Cantatas  and  Duetts . . . 
with  Insti-uctions  for  the  voice,  Y.  harps. 
or  spinnet,  Genn.  flute,  common  flute, 
hautboy,  french-horn,  bassoon  and  several 
hundred  English,  Irish  and  Scots  Songs, 
without  the  Music.  Liverpool  1754  John 
Sadler.     [br.  Mus. 

Muset,  Colin,  ein  Menestrel  des 
13.  Jhs. 

von  dem  die  Nationalb.  zu  Paris  3  Chan- 
sons mit  Melodien  besitzt.    Fetis  Näheres. 

Musica  —  Musik — Musikalisch. 

Mores  Musice  omnis  cantus  gregoriani. 
Argentine  1488  Prj'fs,  siehe  Hugo  von 
Reutlingen. 

Musica.  In  dem  Samlwk.  Patrol.  latina 
edit.  Migne,  Paris  1853  die  anonymen 
Tractate  Bd.  151,  B1391,  1.  Musica. 
2.  Tractatus  de  musica.  3.  Fragmentum 
musices. 

Musica,  De.  Ms.  15.  Jahrh.  [C.  P. 
Katalog  p.  89. 

Musica,  de  arte  musica.  Hds.  kopiert 
von  Leo  de  Burbure  nach  einem  Ms.  zu 
Gent  des  16.  Jhs.  Man  schreibt  sie  dem 
Dionysius  de  Karthusius  zu.     [Amst. 

Musica  poetica  brevis  43  BU.  Ms.  4^, 
Nr.  42  in  B.  B.  —  Ebd.  Musica  ist  ain 
kunst  recht  zu  singen.  Am  Ende  1528. 
23  Bll.    Ms.  8«.    Nr.  127. 

Musicae  rudimenta  latino  -  belgica  ex 
prolixioribus  musicorum  praeceptis  ex- 
cerpta,  in  usum  iUustris  gymnasü  Geldro- 
Yelavici,  quod  est  Hardervici.  Ed.  2. 
recogn.  et  aucta.  Amstelod.  1645  Joh. 
Janssonius.  40.  [C.  P.,  Kai  203  Be- 
schrbg.  Die  1.  Ausg.  Hardervici  apud 
Gedeon  de  Haes,  1621,  in  kl.  4°  beschreibt 
Boers  in  Bouwsteene  1,  26. 

Studiosum  musicae,  sive  quaestionem 
an  Studium  in  Musica  arte  et  quantum 
quidem  ponere  liceat  optimaruni  artium 
studioso  . . .  Tide  Henricus  a  Lith  (Prof. 
der  Eloquent.)  Frankofort  a/Y.  1692  Joh. 
Coepsehus.     fol.     1  Bog.     [B.  B. 

Musica  Oxoniensis.  A  coUect.  of  songs 
for  1  &  2  voic.  with  th.-b.  Oxf.  1698. 
fol.     [Glasgow. 

Musica  parabolica  1754,  siehe  H.  G, 
Neufs. 

Musicae  vocalis  deliciae;  being  a  col- 
lection  of  . . .  Madrigals,  Glees,  Catches 
etc.  In  score,  vol.  1.  2.  Lond.,  T.  Skil- 
lem.  80.  [br.Mus:  vol.  1.  R.  Cef  Mus. 
vol.  2. 

Musica.  Partieen  pro  liutho,  Yiolino, 
Basso . .  Author.  Sig.  Bloek^  Christ.,  Fieh- 


Musica. 


126 


Musica. 


tel^  Laüff^  Sig.  Meckh,  Serta,  M.  Weis, 
Sigm.  Weis.  45  Piecen  auf  53  Ell.  in 
fol.    Ms.  des  17.— 18.  Jhs.     [Salzburg. 

Musica  Transalpiua,  siehe   Yonge,  Nie. 

Musica  beliicosa,  or,  warlike  music. 
Being  a  choice  collection  of  68  Marches 
&  Trumpet  times  for  the  Germ,  flute,  Y. 
&  Hautb.,  with  a  Th.  B.  to  the  whole,  to 
■\vhich  is  added  Geminiani's  and  Duhourys 
Serauading  Trumpet  tunes  and  a  scale 
of  the  Gamut  for  the  Basson.  2  parts. 
Lond.,  AYalsh.     qu40.     [R.  Cef  Mus. 

Musica  scelta  d'autichi  maestri  italiani, 
pubblicata  dalla  societä  „Cecilia".  Copen- 
hagen,  P,  W.  Olsen,  fol.  (mit  Klavier- 
begltg.  von  Heinr.  Rung). 

Heft  1:   Stradella,   Scarlatti,  Tenaglia. 

Heft  2:   Scarlatti,  2  anonymi. 

Heft  3  (Mainz  b.  Schott's  S.  1860): 
Tenaglia,  Scarlatti,  Cavalli.  [B.  M.  Brüs- 
sel 2440  Heft  1  und  ein  2tes,  im  Kat. 
nicht  genannt. 

The  Musicall  compass:  three  cuts  de- 
signed  to  stew  how  thee  eight  notes  circu- 
late  in  their  perpetuall  order  . . .  Lond. 
1686.     4».     [br.  Mus. 

Musico-ListrumentaliscbeGemüths-Lust 
bestehend  in  sechs  aufserlösenen  Parthyen 
(mit  vier  Geigen)  sambt  dem  Cembalo  ad 
Lybitum.  Woriunen  unterschiedliche  cu- 
rieuse  Overturen,  Arien,  Meuueten,  Bu- 
reen,  Ballet,  Chaconuen,  und  andere  der- 
gleichen auf  jetzo  zu  Tag  im  Schwung 
gehende  neueste  Art  und  Manier  ein- 
gerichter Stück  enthalten,  so  bey  Coraö- 
dien,  Tafel-Musicen,  Serenaden  und  solcher- 
ley  ...  zu  gebrauchen  seynd.  Yerfafst 
von  einem  Edlen  Liebhaber  diser  Kunst. 
Anno  1712.  4  Stb.  4».  (V.  Yioletta, 
Viola,  Yiolone  o  Cemb.)  12  Nrn.  aus  je 
4—5  Piecen  bestehend.     [Musikfr.  AYien. 

Musical  MisceUauy  (The)  .  . .  London 
1729—31.     6  voll.     Siehe  Watts. 

Musical  direction  (A)  for  the  year  1794, 
cont.  the  names  &  addresses  of  most  of 
the  Professors  of  music,  with  the  parts 
they  respectively  perform,  &c:  and  an 
historical  sketch  of  the  Academy  of  Ancient 
lAusic.    Lond.  1794.    kl.  8«.    [R.C  ofMus. 

Musical  Biography;  or  memoirs  of  the 
lives  &  "writings  of  the  most  eminent 
musical  composers  . .  .  Lond.  1814.  2  voU. 
8".     [Glasgow. 

Musicaale  Toon-  ordre  Zynde  het  op 
klimmen  en  afdaalen  der  toonen  van  het 
eene  octaav  in  het  andere.  Ms.  des 
18.  Jhs.     5  Bll.  in  4».     [Amst. 

Musician.  The  Alamode  .  .  .  Lond. 
1698.     Fol.     [br.  Museum. 

Musico  practico  1683.     [B.  Proske. 


Musick's  recreation  of  the  Lyra  Viel, 
siehe  Playford,  John  (1656?). 

Musicus  curiosus.  Musicus  magnani- 
mus.  Musicus  vexatus  1690/91  sind  ano- 
nyme, resp.  Pseudonyme  satyrische  Schrif- 
ten von  Joh.  KiihnoH,  die  man  bisher 
Kaspar  Printz  nach  Forkel's  Angabe  zu- 
schrieb. 

Musik -Master  (The  modern),  or  the 
universal  musician,  containing:  I.  An  in- 
troduction  to  singing  ...  11.  Direction 
for  playing  the  flute  . . .  IQ.  The  newest 
method  for  learners  on  the  German  flute, 
as  improv'd  by  the  greatest  masters  of 
the  age  . . .  (bis  VI  nebst  einem  Dictio- 
nary).  London  1730.  gr.  8^.  graviert. 
[Brüssel  5379  mit  vollständigem  Titel. 

Musicus  autodidactos,  siehe  Eiset  1738. 

(Musicus)  Der  wohl  geplagte  Musicus, 
s.  1.  1772  anonym.     8".     [ß.  B. 

(Musik)  Etwas  von  und  über  Musik 
1777  u.  1778.     Siehe  F.  Müller. 

La  Musique  du  diable  ou  le  Mercure 
galant  devalise.  Paris  1711  Robert  le 
Türe.    120.    381  S.    [Bologna,  Kat.  1,  344. 

Musique  a  Tusage  des  fetes  nationales 
1.  livraison  bis  6.  livr.  Mois  de  Germinal 
an  II.  de  la  Kepublique  une  et  indivisible 
(1791—94,  bis  Mois  de  Fructidor).  Paris, 
de  l'impr.  de  Richomme.  Jede  Piece 
einzeln  in  fol.  Enthält  Gesäuge  und  In- 
strmnentalpiecen  von  Catel,  Dalayrac, 
Devienne,  Fred.  Duvernoy,  F.  Gebauer, 
Gossec,  L.  Jadin,  Langte,  Lefevre,  Mchul, 
Ozi,  Solle.  [Pai'is  Nat.  Jahrg.  2,  6  Monate 
mit  obigen  Autoren.  B.  Brüssel  2.  und 
3.  Jahrg.,  der  Kat.  giebt  keinen  Inhalt  an, 

Musique.  Choix  de  M.,  dedie  a  S.  A.  S. 
Monseigneur  le  Duc  Regnant  des  Deux- 
Ponts.     (Paris  1783—84.)    4».     [br.  Mus. 

Eine  periodisch  erscheinende  Ztg.  mit 
Vokal-  und  Instrumental-Piecen  von  Baron 
de  Rumling,  Devienne  jr.,  G.  Andreozzi, 
Karr,  Lachnith  Taiue,  P.  Sales,  Mereau, 
de  Nerciat,  B.  Mengozzi,  de  St.  George, 
Fontaine,  H.  J.  Rigel,  Bianchi,  Abbe  Rose, 
Toeschi,  L.  Mayer,  G.  Hemerlein,  Abt 
Vogler,  Gossec,  Maitini,  C,  Mayer,  de 
Fontenet,  Gretry,  Nittel,  TYiUiam,  Dezai- 
des,  PaisieUo,  Sivol,  Lenoble,  Bartelmont, 
Edelmann,  Tapray,  Foignet.  Sacchini, 
Piccini,  Haydn,  Clementi,  Blin  de  la  Codre, 
Couperin,  Mlle.  Ray,  Mlle.  Pomllard  und 
MUe.  de  Beaumesnil. 

Musique,  De  la,  vide  Chahanon. 

Musique,  La,  rendue  1762,  vide  Choquel. 

Musikalisches  Alleiiey  1761.  Siehe 
Birnstiel,  F.  W. 

Musikalische  Correspondenz,  siehe  Boss- 
ler, Foilsetzg.  der  Realzeitung. 


Musica. 


127 


Mussele. 


Musikalische  Dialoge  1805.  Siehe 
Heinse^  Wilh. 

Musicalisch  -  Türkischer  Euleu  -  Spiegel, 
Das  ist:  Seltzame  Possen  von  einem  sehr 
gescheidten  Türkisch  -  Kayserlichen  Hof- 
und  Feld -Narren,  welcher  uachgehends 
gar  Muff ti  worden;  etc.  Mit  einer  Tenor- 
Sing- Stimm,  2.  VioL,  auch  2.  Violen,  so 
ad  placitum,  samt  doppeltem  General- 
Bass  .  .  .  compon.  von  dem  bekandten 
Daciauischen  Simplicissimo  zu  Güniz.  Da- 
selbst gedruckt  1688.  6  Stb.  4».  41  Nrn. 
[B.  W.  in  einen  Bd.  gebunden. 

Musicalischen  (Des)  Frauenzimmers 
Musicalisches  Divertissement.  Ms.  A493 
Samlbd.  letzte  Nr.     [Dresd.  Mus. 

Musicalischer  Leuthe  Spiegel,  siehe 
Leuthe-Spiegel. 

Musikalisches  Magazin.  Siehe  Breit- 
kopf Nr.  7  1763. 

Musikalisches  Magazin.  Enthaltend 
Lieder,  Englische  Tänze,  Menuetten, 
Märsche,  leichte  Sonaten  etc.  Für  das 
Klavier.  1.  Heft.  Brauuschweig,  Kircher 
(Ende  des  18.  Jhs.).     [Schwerin  F.  \ 

1.  Heft:  2  Klavierp.  u.  3  Lieder  nur 
mit  Anagramms  gez. 

2.  Heft:  1  Menuet,  3  Angloise,  1  Qua- 
drille, 5  Lieder,  ebenso  gez. 

3.  Heft:  6  Lieder,  1  Marche,  4  davon 
mit  Vaders  und  je  1  von  Fleischer  und 
Reinwild,  wenn  damit  nicht  die  Dichter 
gemeint  sind. 

4.  Heft:  2  Sonatinen,  1  Sinf.,  1  Rondo, 
3  Arien  von  Chr.  Heinr.  Hartmann. 

Musikalisches  Mancherley.  1762.  Siehe 
"Winter,  Verleger  in  Berlin. 

Musikalische  Neujahrsblätter  und  Neu- 
jahrsgeschenke, siehe  unter  Neujalir. 

Musikalische  Patriot  1741.  Siehe  Henke. 

Musikalisches  Pot-Pourri  s.  Breitkopf  b. 

Von  der  musikalischen  Poesie.  Berlin 
1752  Joh.  Fr.  Vofs.  8^^.  [Dresd.  B.  B. 
(1753). 

Musikalische  Quacksalber  1700.  — 
Musicus  curiosus  1691.  ^  Musicus  mag- 
nanimus  1691.  —  Musicus  vexatus  1690 
sind  anonyme  Schriften  von  Johann 
Kulnuiu. 

Musikalisches  Quodlibet,  Ms.  in  Dresd. 
Mus.  82  Seit,  in  fol.  Enth.  Instnunen- 
talpiecen  und  1  Arie;  an  Autoren  werden 
genannt  Scherlitz,  Beuda,  Fischer,  J.  C. 
F.  Bach,  C.  P.  E.  Bach,  C.  F.  Wolf. 

Musicalischer  -  Trichter  .  ..  Frauckft. 
a/d.  Spree  1706.  Siehe  Fuhrmann.  Die 
Mehrzahl  seiner  Schriften  erschien  Pseu- 
donym. 

Musikalisches  Vielerley  1770.  Siehe 
Karl  Ph.  Em.  Bach. 


Musikal.-wöchentl.  Belustigungs-Lieder 
zu  1—3  Stirn.  Zürich  1775.  [Kat.  Cal- 
vary  in  Berlin. 

Musikalisches  Wochenbl.  und  Musika- 
lische Monatsschrift  1791.  1792.  Beide 
von  Eeichardt  und  Kunzen  (Friedr.  Ludw. 
Aemilius). 

Musicalischer  Zeitvertreiber  1609,  siehe 
Kauffmann,  Paul. 

Musicalischer  Zeitvertreib,  welchen  man 
sich  bey  vergönten  Stunden,  auf  dem  be- 
hebten Ciavier,  durch  Singen  und  Spielen 
auserlesener  Oden,  vergnüglich  machen 
kan.  Franckfurt  und  Leipzig  1743.  8^. 
32  Lieder  mit  Begitg. ,  ohne  Autoren. 
[Musikfr.  Wien. 

—  Des  Musicalischen  Zeit-Vertreibs 
Zweyter  Theil.  Welchen  man  sich  bey 
vergönten  Stunden  auf  dem  Ciavier  mit 
...  V.  oder  Fl.  durch  Singen  ...  Ib. 
1746.  40.  34  Lied,  mit  1  Flöte  u.  bez. 
Bass.     [Musikfr.  Wien.     Hofb.  Wien, 

Miisigiiy,  Madame  de,  Schüle- 
rin des  Harfenisten  Kriimbholz, 
lebte  1788  zu  Paris  und  gab  da- 
selbst heraus: 

VI  Romances  d'Estelle  avec  acc.  de 
harpe  ou  pfte.     Paris  (Gerber  2). 

Musikalisch,  s.  unter  Musica. 

Musiii,  s.  Furlanetto,  Bonav. 

Musotti,  Stefano,  aus  Bologna, 
gab  heraus: 

L'anima  sospirante  in  contemplando  i 
dolori  di  Christe,  Madrigali  a  3  voci  Cou 
il  Bc.  Ven.  1621  Magni.  4  Stb.  4". 
[Musikfr.  Wien. 

Mussard,  ...  ein  französischer 
Musiker  des  18.  Jhs.  Er  nennt 
sich  Maitre  de  flute,  lebte  um 
1780  in  Paris  und  ist  ein  Viel- 
schreiber für  sein  Instrument  (Im 
Magazin  wird  er  vielfach  genannt). 
Ich  fand  nur: 

ü"ie  recueil  d'airs  des  operas  de  Coli- 
nette  ä  la  cour  de  Thesee,  des  deux  Ge- 
meaux  de  Bergarae,  des  Amour  d'ete  et 
autres,  arranges  p.  2  Fl.  ou  V. .  .  Paris, 
Tauteur.     Stb.     [Schwerin  F. 

Nouveaux  principes  pour  apprendre  ä 
jouer  de  la  flutte  travers.  Paris.  fiu4^. 
[br.  Mus. 

Es  gab  auch  um  1780  in  Paris  eine 
Musikalienhandlung  Mussard.  Vielleicht 
ist  der  obige  damit  gemeint. 

Mussele,  N. ..,  lebte  zur  Zeit 
G.   de  la  Hele's   als   Sängerknabe 


Mussenborg. 


128 


Mussiüi. 


a/d.  Kathedrale  zu  Toumai,  ging 
mit  Hole  a/d.  Hof  Kg.  Philipp  H. 
und  trat  dann  später  in  den  Orden 
der  Kapuziner  des  hlg.  Franciscus, 
wo  er  nach  einem  langen  Leben 
starb  (Catullius  1652,  nach  ihm 
Sti-aeten  2,  3  ff.). 

Mussenborg,  Jean,  1660  Sänger 
an  der  Kgl.  Kapelle  in  Brüssel 
(Straeten  5,  154). 

Miissi,  (xiulio,  aus  Lodi,  war 
um  1 625  städtischer  Kapellmeister 
zuPordenone  (Lombardei bei  üdine) 
und  ist  bekannt  durch: 

H  1.  IIb.  delle  Cauzoni  da  sonare  ä  2 
voci  di  . . .  Op.  5.  Cou  il  B.  per  sonar 
Et  nel  fine  vna  Toccata  iu  Ecco  ä  2 
Soprani.  Ven.  1620  Aless.  Vincenti.  3 
Stb.  4P.  16  Instrumentalsätze  mit  Nainea 
benannt.     [B.  M.     Bologna. 

—  Nouaniente  ristanip.  ib.  1625.  3 
Stb.     [B.  Br. 

Miissini,  Natalc  (nicht  Nicolo), 
Sänger,  Tenorist,  war  1792  nebst 
seiner  Frau  in  London  am  Theater 
engagiert,  sang  dann  in  Hannover; 
1793  trat  er  in  Kassel  als  Violi- 
nist und  Guitarrist  auf,  sang  dann 
in  Hamburg  in  der  Oper  La  Ca- 
meriera  astuta.  Von  hier  ging  er 
nach  Berlin,  wurde  an  der  Oper 
angestellt,  doch  war  seine  Stimme 
schon  im  Abnehmen,  so  dass  er 
1798  verabschiedet  wurde,  trat 
jedoch  als  Kapellmeister  u.  Kam- 
merkomponist in  die  Dienste  der 
verwittweten  Königin  von  Preufsen, 
wo  er  1813  oder  14  starb.  Helene 
Mussini,  wahrsch.  seine  Tochter, 
war  eine  ausgezeichnete  Klavier- 
spielerin und  Schülerin  Lud. 
Berger's.  Ledebur  zeigt  von  Na- 
tale  Oratorien,  Opern,  Lieder  und 
lustrumentalwerke  an.  Nachweis- 
bar sind: 

Die  Oper  „üichterlaiinen".  Ms.  15800. 
P.     [B.  B. 

La  guerra  aperta  (La  gara  di  servi), 
Opera.     P.  u.  Stb.  im  Ms.     [Berlin  K.  H. 

L'auteur  dans  son  menage,  op.  com. 
en  1  Acte.    Ms.  P.     [Berlin  K.H. 


L'Arcadia  liberata,  Operetta  in  3  atti 
k  3  voci.     Ms.  P.     qu40.     [Schwerin  F. 

6  Ariettes  oeuv.  1.  Berlin,  Schlesinger. 
[B.  B.     Dresd:  oe.  1  in  Hambg.  1796. 

6  Ariettes  nouvelles  avec  acc,  de 
Fortep.  . .  .  oeuv.  2.  Berlin  chez  Morino 
au  Pont  des  chasseurs.  qufol.  [Schwe- 
rin F.  B.  B.  Berlin  K.H.  Dresd: 
Hambg.  1796.  Dresd.  Mus:  Berlin  chez 
l'auteur. 

2  Ariettes  im  Ms.  B.  Kgsbg. 

Six  Romances,  op.  3,  con  Pfte.  e  V. 
Berlin,  Schlesinger.     [B.  B.     Berlin  K.  H. 

Six  Romances,  op.  4,  con  Pfte.  e  V. 
Ib.     [B.B.     Berlin  K.H.    Dresden. 

Six  Romances,  op.  5,  con  Pfte.  e  V. 
Berlin,  Morino.  [ß.  B.  Berlin  K.  H.  br. 
Mus. 

6  Cauoui,  08.  6.  Berlin,  Schlesinger. 
4  Bll.     [B.B.     Berlin  K.H.     Dresd. 

Rosier  de  six  roses,  oeuv.  7.  Berlin, 
Schlesinger.     [B.  B.     Berlin  K.  H. 

3  Duetti  (Sopr.  et  Ten.)  op.  9.  Peters- 
burg, Dalmas.     [Berlin  K.  H. 

6  Duetti  da  camera  per  2  Sopr.  c.  Pfte. 
Berlin,  Gröbenschütz  u.  Seiler.  [B.  B. 
Berlin  K.  H.  im  Ms. 

Duettino  per  Sopr.  e  Tenor.  Berlin, 
Schlesinger.     [B.  B.    Dresd. 

Bouton  de  Rose.  Berlin,  Comptoir.  [B.B. 

La  femme  et  le  philosophe.  Duo  pour 
le  chant.  Berlin,  Werckmeister.  Er 
nennt  sich  hier  „Cidevant  maitre  de  cha- 
pelle  de  feu  S.  M.  la  reine  mere  de 
Prasse".     [B.  B. 

Ariette  (Voi  che).   Hbg.,  Böhme.   [B,  B. 

Six  Ariettes  av.  acc.  de  Forte  -  piano, 
ou  Guittare  seul.  dediees  ä  sa  Maj.  la 
Reine  de  Prasse,  composees  par  Natale 
Mussini,  Chanteur  du  Roi.  s.  1.  qufol. 
22  S.     [Berlin  K.  H. 

Mss.  iu  B.  B.  131 ,  3  Arien ,  6  Ro- 
manzen ,  6  Arietten,  1  Cauzoncina,  mit 
Klav.  und  auch  einige  mit  anderen  In- 
strum, begleitet.  —  Ms.  15630,  11:  Sento 
in  sene,  Arie  c.  Cemb.,  in  Ms.  119  mit 
Orch.  in  P. 

Mss.  Berlin  K.  H.  2  Romanzen,  6 
Duetti  notturni,  CanzoneVenezianavariata. 

Ms.  in  Schwerin  F.  Aria:  Bella  rosa, 
S.  et  Bc. 

Mss.  Dresd.  Mus. ,  alle  mit  Nicolo  M. 
gez.  (in  Kopie)  1100,  Duetto  per  S.  e  T. 
del  opera  Ademiroe.  P.  1103,  Duetto 
del  Alsinda.  P.  —  Scena  ed  Aria  d'Al- 
sinda  nel  Scipione.  P.  —  6  Ariette  c. 
Pfte.  —  Duetto  per  2  Ten.  P.  —  Recit. 
e  Rondo  per  Ten.  P.  —  Cavatina  per  T. 
con  Fag.  obig.  P.  —  L'inciampo  nella 
caccia.  Rec.  ed  Aiia.    P.  —  Duetto  delle 


Mussolini. 


129 


Mutzenbecher. 


dramma  di  Brenno  p.  S.  e  T.  Cautanto 
da  Ostilia  Romana  e  Fabio.  Cousolo  di 
Roma.     P. 

6  Quatuors  ä  V.  princ,  2  A.  et  Vcl. 
Nr.  4—6  Milano.  fol.  [br.  Mus.  Mu- 
sikfr.  AVien,  vielleicht  andere  Quartette 
mit  2  V.  lA.  u    Vcl.,  fehlt  VI. 

3  grands  Duos  concertaus  pour  2  V. 
5.  Liv.  des  Duos.  Berlin,  Schlesinger. 
[B.  B.    B.  Wagener. 

Ms.  174  in  Wolfenb.  Arie  cou  Recit. 
ohne  Text.  Der  Kat.  schreibt  Nicolo,  ob 
aber  das  Ms.  auch  Nicolo  schreibt,  be- 
zweifle ich.  —  Ebenso  in  B.  Kgsbg: 
Ariettes  de  Mussiui.  Ms.  fol,  enth.  2 
Arien. 

NB.  Auf  den  Titeln  seiner  Werke 
nennt  er  sich  entweder  Natale  oder  nur 
N.,  nie  aber  Nicolo;  wo  er  dagegen  in 
den  Mss.  Nicolo  genannt  wird,  ist  dies 
eine  AVillkür  des  Abschreibers  oder  Biblio- 
thekars, der  sich  nach  Gerber  oder  Fetis 
richtet. 

Mussolini,  Cesare,  lebte  im 
18.  Jh.  als  Lehrer  der  italienischen 
Sprache  wahrscheinlich  in  London, 
scheint  aber  ursprünglich  Musiker 
gewesen  zu  sein,  denn  man  kennt 

von  ihm: 

A  new  and  complete  treatise  on  tlie 
theory  and  practice  of  music,  with  sol- 
feggio.  London  1795  Richardson  . . .  fol. 
[Brüssel. 

Six  new  songs  and  six  Minuets  with 
a  pastoral.     London,     [br.  Mus. 

Six  new  English  songs  for  the  harps. 
London.     [Leo  Liepm. 

Mussotto,  Alberto,  bekannt 
durch  ein  5  stim.  Madrigal  (Eit- 
ner  1). 

Mustafti,  Domenico, 

ist  in  der  Capella  sistina  in  Rom  mit 
mehreren  Benedictus,  Qui  veuit  und  Mo- 
tetten in  Part,  vertreten.  Lebenszeit  mir 
unbekannt. 

Mustateller,  Marcus,  erzbischöf- 
licher Musiker,  bez.  sich  mit  „Gre- 
nips.  Musicus" ,  Granipalatinensis 
=  Aachen. 

In  der  Proskeschen  bischöfl.  Bibl,  Ab- 
teilung Butsch,  5  Stb.  in  qu4"  von  1538, 
ein  Accessist  ad  pedes  Jesu,  4  voc.  in  4 
part.    Ms. 

Musteaus  (Musteaux?),  Petrus, 
nach   Mameranus   1550   um   1547 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


u.  48  Ksl.  Säuger,  Bassist,  der 
kleinen  Kapelle  Karl  V.  Butkens 
schreibt  Musteaux  (Straeten  1,  233 
und  3,  146  schreibt  ihn  Mustiau, 
Musteaus,  Musteaux). 

Musti,  Griovanni  Battista,  be- 
kannt durch : 

Motecta  5  vocum  Hb.  1.  Venetia 
1590.     5  Stb.     4".     [B.Kassel. 

Mutan,  Autoine,  um  1679  als 
Geiger,  wahrsch.  der  „petit  Yiolon" 
an  der  Hofkapelle  in  Dresden  mit 
250  Thlr.  angestellt  (Fürstenau  2  a, 
201). 

Muti,  Giovanni  Battista,  nennt 
sich  in  Radesca's  2,  lib.  delle  Can- 
zonette  Venetia  1616  p.  18  „Vio- 
line di  S.  A.  S.  et  Musico  di  Ca- 
mera deirEccell.  Sig.  D.  Amadeo 
di  Sauoia''.  Radesca  teilt  eine 
Corrente  für  Instrumente  mit. 

Mutianus,  fertigte  eine  Ueber- 
setzung  des  Gaudentius  an,  die 
aber  verloren  gegangen  ist  (Bram- 
bach,  Musikiit.  1883,  2). 

Mutii,  Pellegriiio, 

im  Samlwk.  Fabio  Costantini's  Ghirlan- 
detta  1621  mit  „Mentre  che  Febo"  2  v. 
c.  Bc.  vertreten.  —  In  desselben  L'aurata 
cintia  armonica  1622:  La  mia  Clori  vez- 
zosa,  2  voc.  c  Basso  per  il  Cembalo.  — 
In  Robletti's  Vezzosetti  fiori  1622:  Vaghi 
rai  di  cigli  und  Mille  scherzi,  ä  2  voci 
c.  Bc. 

Mutina,  Ludovico  de,  ist  Fogli- 
ano,  Lodovico. 

Mutio,  siehe  Macedonio  di 
Mutio. 

Mutis,  Angelis  de,  de  Urbe, 
päpstl.  Sänger  (primacerius  scol. 
cantor.)  um  1362  (Viertelj.  3,  208). 

3Iuton,  (xianni,  wird  am  19. 
April  1518  als  Komponist  an  der 
Hofkapelle  in  Modena  angestellt 
(Valdrighi  12,  46). 

Mutzenbecher ,  Dr.  Ludwig 
Samuel  Dietericli,  geb.  4.  Febr. 
1766  zu  Bordeaux,  gest.  23.  Mai 
1838  zu  Altena,  war  1800  Kgl. 
dänischer  Postmeister  u.  Justizrat 

9 


Muxol. 


130 


Mylius,  Joli.  Daniel. 


in  Altona.  Betrieb  dabei  Musik 
und  philosophische  Studien  (Biogr. 
Lpz.  Ztg.  40,  44.5.  .515).  Er  be- 
safs  eine  bedeutende  Musikbiblio- 
thek, über  die  nach  seinem  Tode 
ein  Katalog  in  Altona  18.38  er- 
schien (Brüssel  fds.  Fotis  5177 
besitzt  ein  ExempL).     Er  schrieb: 

Ideen  zu  einem  niiisi kalischeu  Verein 
in  Altona.  1819.  24  S.  [B.  B.,  ange- 
bunden noch  11  Schriften  über  den  Dilet- 
tanten-Verein daselbst  von  1824  —  1832. 
8*^  ohne  Namen. 

Aus  denselben  geht  hervor,  dass  M. 
der  Gründer  der  Gesellschaft  zur  Beför- 
derung der  Tonkunst  in  Altona  war  und 
1832  zweiter  Dii'ektor  derselben. 

In  der  Lpz.  Ztg.  XI,  625  veröffent- 
lichte er  die  Artikel  „Ueber  Rüffeisens 
ueuerfundene  Melodica"  und  Bd.  13,  278 
,, Berichtigung  wegen  des  Leppich'schen 
Panmelodicon." 

Pougin  ist  trotz  Behauptung  mit  dem 
Todesdatum  im  Irrtume,  denn  wäre  er 
erst  1839  gest.,  so  konnte  die  Lpz.  Ztg. 
seinen  Tod  nicht  1838  anzeigen.  Auch 
der  1838  erschienene  Kat.  seines  Nach- 
lasses spricht  für  letzteres  Jahr. 

Muxol,  .  .  .  dirigierte  um  1763 
in  der  Nikolaikirche  zu  Hamburg 
die   Kirchenmusik  (Sittard  1,  40). 

Muys,    du,    ein    französischer 

Komponist   aus   der   ersten  Hälfte 

des  16.  Jhs.,  der 

in  Attaingnaut's  Samlwk.  von  1548d 
mit  einer  vierstim.  Chanson  vertreten  ist 
(Eitner  1). 

Muys  winkle,  Joannes,  1584 
Kapellan  u.  Sänger  an  der  spani- 
schen Hofkapolle  (Straeten  8,  111). 

De  Muzlkontlerwyzer  of 

volledig  ouderwys  in  de  gronden  der 
muzyk-kunde.  3  st.  Rotterdam  1780  L. 
J.  Burgvliet.  1  vol.  mit  Musiktaf.  8". 
[Amst.     Brüssel  von  1770? 

Muziekstukjes  (6)  voor  de  Proeve  van 
kleine  gedigten  voor  kinderen  van  Hier, 
van  Alphen.  Gecomp.  door  een  liefhaber 
der  muziekkunst.  Amst.  1788.  kl.  8^. 
[Amst. 

Muzio  da  Ferrara,  Kapell- 
meister an  St.  Petronio  in  Bologna 
von  1474—1480  (Ambros  3,  587). 


Muzio  Scaevola. 

The  most  favorite  songs  in  the  opera 
of .  . .  comp,  by  3  famous  masters  (Ariosti, 
Bononcini  &  Handel.  Text  von  P.  A. 
Rolli).     London  (1721)  fol.     [br.  Mus. 

Muzzoli,   Pellegrini,   war  im 

Jan.  1595  Instrumentist  (Violino) 
an  S.  Petronio  in  Bologna  mit  L.  1. 
10  Gehalt  (Gaspari  1,  8). 

Myert,  Theodoricus,  um  1489 
Organist  an  der  grofsen  Kirche  zu 
Utrecht.  Tijdschrift  2,  209.  Seite 
211  liest  man:  Theodor.  Meijert, 
1489  Organist  an  St.  Peter  ebd. 
Dass  es  sicli  hier  um  dieselbe 
Person  iiaudelt  ist  unzweifelhaft. 

Mylczewsky,  Martin,  s.  Mielc- 
zewski. 

Mylich,  . . .  nach  Gerber  2  soll 
er  am  Ende  des  18.  Jhs.  in  Berlin 
gelebt  und  eine  Samlg.  kleine 
Klavierstücke  für  Kinder  bei  Hum- 
mel herausgegeben  haben.  Ich 
fand  ihn  in  einer  Anzeige  von 
1799  als  Komponist  verzeichnet. 

Mylius,  Ambrosius,  s.  Müller. 

Mylius,  Georg,  unbekannter 
Autor,  von  dem  sich 

in  der  B.  Zw.  hds.  eine  Motette  „Gratia 
Deo  pietas"  befindet,  vorhanden  2  T. 
u.  1  B. 

Mylius,  Joli.  Daniel,  wird  1618 
in  den  Kechnungen  der  St.  Bartho- 
lomäuskirchc  (jetzige  Domkirche) 
in  Frankfurt  a/M.  als  mediciuae 
candidatus,  Bürger  und  Lautenist 
bezeichnet,  der  sich  Sonntags  auf 
der  Laute  von  der  Orgel  begleitet 
hören  lässt  und  ihm  dafür  von 
der  Stadt  16  Gld.  jährl  bewilligt 
werden  (M.  f.  M.  23,  186).  Er  gab 
heraus : 

Thesaurus  gratiarum,  in  quibus  conti- 
nentiu-  diversoiiim  authorum  cantioues 
selectissimae,  utpote:  Praeambula,  Tocca- 
dae,  Fugae,  Fantasiae,  GalUardae,  Cou- 
rantes ,  Voltae ,  Alemandi ,  Passomezi, 
Branles  et  ejus  generis  Choreae  ad  Tcstu- 
cUnis  tabulaturam  . . .  Francof.  a/M.  1622 
Hartmann  Palthenius.  fol.  4  Bll.  99  S. 
Lautenstücke  im  Stich.     [B.  D.    B.  B. 


Mylius,  "Wolfg.  Mich. 


131 


Myslevezeck. 


Mylius,    Wol^äng    Michael, 

Kapellmeister  in  Gotha  um  1686. 
Gerber  berichtet,  dass  er  aus  Wei- 
mar stammte,  Theologie  studierte, 
Schüler  des  Christoph  Bernhard  in 
der  Musik  war,  um  1700  (sie?) 
als  Kantor  nach  Kirchberg  berufen 
und  von  da  aus  nach  Gotha  kam, 
wo  er  1712  oder  13  gestorben  ist. 
Dass  Gerber  seine  Anstellung  in 
Gotha  zu  spät  ansetzt,  wie  die 
Austeilung  in  Kirchberg,  ersieht 
man  aus  dem  Titel  seines  Werkes 
und  dem  Anagramm  seines  Na- 
mens, denn  er  schreibt  1686: 
THolfg.)  il/(ichael)  J/(ylius)  J(muss 
sein  Geburtsort  sein)  C(apell) 
l/(eister)  6^(otha).  So  lassen  sich 
die  Buchstaben  nur  auflösen.  Man 
kennt  von  ihm: 

Rudimeuta  musices,  das  ist :  Eine  kurtze 
und  grundrichtige  Anweisung  zur  Singe- 
kuust  von  W.  M.  M.  T.  C.  M.  G.  Gotha 
1686  gedruckt  bey  Brückner.  qu6*'.  12 
Bog.  mit  vielen  Beisp.,  auch  geistlichen 
Liedern.     [B.  B.     B.  Lpz. 

Myller,  Andreas,  aus  Haramel- 
burg  (Baiern,  Unterfranken),  war 
1603  in  Frankfurt  a/M.  Musicus 
Ordinarius  und  wird  1608  als  ein 
Verstorbener  bezeichnet,  der  5 
Wochen  vor  dem  10.  April  in 
Frankfurt  a/M.  als  „bestellter  Mu- 
sicus" gestorben  ist.  Wir  besitzen 
von  ihm: 

Newe  teutsche  weltliche  Canzonette, 
deren  etUche   auff  ein  besondere  art  der 


italianischen  Concerten  gerichtet  .  . .  mit 
vier,  5,  6,  7  vnd  8  Stim.  .  .  Franckft. 
a/M.  1603  W.  Richter.  Stb.?  4P.  [B.Lpz: 
C.  A.  5  a. 

Er  sammelte  auch  dreistimmige  Can- 
zonetten  von  italienischen  Komponisten, 
legte  deutsche  Texte  unter,  vollendete 
aber  nicht  die  Arbeit,  da  ihn  der  Tod 
abrief,  so  dass  sie  erst  Mich.  Casp.  Luu- 
dorff  1608  herausgab.  3  davon  sind  von 
MyUer  (Eitner  1,  1608  a).  [B.  Hamburg. 
Bautzen,  Stadtrats- Bibl.        Brüssel  2299. 

Ferner  gab  er  1608  das  1.  Buch  Ma- 
drigale zu  5  Stim.  von  Ä.  Ägaxxari  mit 
deutschen  Texten  in  Frankfurt  bei  Stein 
heraus.     Siehe  Agazzari. 

Mynecomius,    Matthias,     ein 

Mitglied  des  Kreuzträgerordens  aus 
Mastricht,  der  um  1495  lebte  uud 
ein  Compendium  aus  Boethius  de 
Musica  schrieb  (Gesner,  Bibl. 
univ.). 

Mynors,  Joliu,  im  Juni  1611 
in  Diensten  der  Kgl.  Kapelle  in 
London  mit  40  £  Gehalt  (Haw- 
kins  4,  15). 

Myriell,  Thomas,  lebte  im  An- 
fange des  17.  Jhs.  und  schrieb  die 
umfangreiche 

Sammlung  von  Anthems  und  Madrigals, 
die  sich  jetzt  im  british  Museum,  Addit. 
Mss.  29372—77,  befindet.  Jedes  Buch 
trägt  ein  gedrucktes  Titelblatt  mit  dem 
handschriftlichen  Datum  1616.  Auch 
kommt  sein  Name  in  der  handschrift- 
lichen Sammlung  der  Kgl.  Bibl.  Brüssel, 
fonds  Fetis  3095,  vor. 

Mysleyezeck,  s.  Msliweczek, 

Joseph. 


N... 


132 


Nadale. 


N. 


N  . . . :  Nais. 

Nouvelle  cantatille  ä  voix  seiüe  av.  acc. 
de  V.  Fl.  Basson  etc.    Paris.   P.    [Daruist. 

N.  B.  ==  Blüccus,  Nicolaus. 

N.  B.,  bekannt  durch  das  Sam- 
melwerk Robletti's: 

Le  Risooanti  vou  l(j29  mit  dem  Gesge: 
Si  si  .si  voglio  amar,  1  voc.  c.  Bc.  (Eituer  1). 

N.  B.  N.  siehe  Exercitium  1(360. 

N.  C.  =  Nicolaus  Craen^  oder 
Nicasius  Clihano? 

Im  Petnicci  1509:  Deh  che  parieia 
piu  la  lingua,  fol.  49  (Eitner  1). 

N.  C: 

DomiDe,  Dominus  noster,  4  Bassi  c. 
ß.  g.  in  Pace's  Samlwk.  164Ga  (Eitner  1). 

N.  H.  =  Nikohuis  Hasse. 

N.  K.  =  Nikolaus  Kropstein. 

N.,  Michael,  ich  vermute,  dass 
dies  M.  Nkjidius  ist,  ein  Bruder 
des  Verfassers  der  Dedikation  zum 
Samlwk.  1551a,  der  in  Marburg 
zur  Zeit  lebte  (Eitner  1). 

Daselbst  befinden  sich  (Samlwk.  von 
Egenolff)  19  Oden  zu  4  Stirn. 

N.  N.  di  Piacenza: 

Sonata  da  organo  im  Samlwk.  1700. 
s.  d.  Nr.  15  (Eitner  1). 

N.  N.  di  Roma, 

ebendort  3  Sonate  da  organo,  Nr.  12 — 14. 

N.  P.  oder  N.  Fa.,  Ni.  Fa.,  Nico. 
Fa.,  Nico.  Fat.  =  Nicolo  Pifaro 
Patavino. 

N.,  Stetfjino,  detto  Spadina, 
gentiluomo  Dalmatino.  Ist  bekannt 
durch: 

Sei  Sonate  a  due  Violini,  composte  da 
Stefano  N.  detto  Spadina  .  . .  Opera  6. 
Arastelodamo,  stamp.  a  spese  di  J.  J.  Hum- 
mel.    2  Stb.     fol.     [br.  Mus. 

N.  T.  =  Nathan  Thompson. 

N.  W: 

Die  Ackersleut  sind  ehrenwerth,  1 6.  Jh. 
s.  1.  et  a.     [B.B:  A.  B.  (4  voc.) 

N.  Z.   1529. 

In  B.  Basel,  Ms.  F.  X.  21  nur  Tenor 
vorhanden,  fol.  65b  das  Lied:  Herr,  nun 


heb  den  wagen  selb.  Ob  der  N.  Z.  der 
Dichter  oder  Komponist  ist,  bedarf  der 
Untersuchung. 

N.  Z.  =  Nicolaus  Zangius. 

Nabutowiia,  P«y  Konst. 

In  Niemcewicz  Samlg.  polnischer  Lie- 
der von  1816  findet  sich  auch  obiger 
Komponist.     Lebenszeit  unbekannt. 

Nacchcri,  Andrea,  aus  Florenz, 
lebte  mutmafslich  in  der  ersten 
Hcälfte  des  16.  Jhs.  Fr.  Doni  be- 
schreibt in  seiner  Seconda  libreria 
1551  p.  27  ein  Werk  desselben  im 
Ms.,  betitelt: 

DeUa  proportione  di  tutti  gl'istromenti 
da  sonare,  dialoghi  due.  (Im  Fetis  Näheres.) 

Nacemann,  Johann  Amadeus. 

In  der  Universitilt.sbibl.  zu  Prag  sign. 
XL  C  61  befindet  sich  eine  Missa  solen- 
nis,  opus  postli.  Möglich,  dass  der  Ver- 
fasser dem  19.  Jh.  angehört. 

Nachersber^,  J . . .  H . . .  Ernst, 

gab  ](S01  mit  Joseph  Büttner  ein 
Stimmbuch  oder  Anweisung,  wie  jeder 
Liebhaber  stimmen  könne,  heraus,  dessen 
2.  Ausg.  von  1804  er  allein  herausgab. 
Das  Buch  giebt  nichts  Näheres  über  den 
Verfasser  an.  Fetis  bezeichnet  ihn  als 
einen  Schlesier,  einen  Grammatiker  und 
Eomanschreiber.  Eine  merkwürdige  Viel- 
seitigkeit, wenn  man  obiges  Buch  noch 
hinzunimmt.     Siehe  bei  Joseph  Büttner. 

Nachgedanken, 

Herrn  M.  J.  G.  Bidermaniis  . . .  über 
sein  Programm  de  Vita  musica  . . .  1750. 
40.     4  S.     [B.  B. 

Nachrichten 

von  beriihmten  Orgelwerken.  Breslau 
1757.     [B.  Lpz. 

Nachtgall,  siehe  Luscinius. 

Nachtii^al,  Johann  Karl  Chri- 
stoph, Prorektor  an  der  Schule 
zu  Halberstadt, 

liefs  in  der  deutschen  Monatsschrift 
Berlin  1790,  Oktoberheft  Nr.  7  eine  Ab- 
handlung „Ueber  die  Nationalgesänge  der 
Israeliten"  einrücken. 

Nadale  (Nadalin,  Natal,  Natale), 
. . .,   ein   Komponist  der   1.  Hälfte 


Nadalin. 


133 


Nägeli,  Hans  Georg. 


des  16.  Jhs.,  von  dem  sich  in  alten 
Samlwk. 

3  Gesänge  befinden  (Eitner  1).  Diesen 
sind  noch  hinzuzufügen:  in  Tiburtino's 
Fantasie  1549  die  3  Gesänge:  Ite  caldi 
sospiri.  —  Dirsi  puo  ben.  —  Sai  quel 
che  3  Toc. 

Naclaliii  veneziano,  um  1708 
Violoncellist  an  der  herzogl.  Ka- 
pelle an  S.  Marco  in  Venedig 
(Caffi  2,  62). 

Xadermaiiii,  Francois-Josepli, 

geb.  um  1773  zu  Paris,  gest.  ebd. 
2.  April  1835  (Becker  3  schreibt 
den  3.  April).  Schüler  des  Con- 
servatoire,  bildete  sich  zum  Harfe- 
nisten aus  und  genoss  einen  "Welt- 
ruf. Er  wurde  Mitglied  der  Opem- 
kapelle,  der  Kgl.  Pnvatkapelle  und 
am  1/1  1825  Lehrer  am  Conser- 
vatoire,  beschäftigte  sich  auch  nach 
dem  Tode  seines  Vaters,  der  eine 
Fabrilv  für  Harfen  besafs,  mit  dem 
Bau  und  der  Verbesserung  der- 
selben. Näheres  bei  Fetis,  der 
auch  eine  grofse  Anzahl  Kompo- 
sitionen für  Harfe  und  andere  In- 
strumente verz.  Die  Opuszahlen 
reichen  bis  64.  Der  Verleger 
J.-H.  Nadermann  ist  vielleicht  ein 
Verwandter,  da  die  meisten  Kom- 
positionen Franc- Jos.  bei  ihm  er- 
schienen.    Nachweisbar  sind: 

Premier  Dissertation  ou  Pot-poum 
Chiffre  pour  la  Harpe  a  I'usage  de  com- 
men<;'auts.  Paris,  Nadermann.  fol.  [Ein- 
siedeln. 

Premier  livre  de  Senates  pour  harpe 
ou  claver-in  avec  Y.  et  Ycl.  oe.  5.  Paris, 
Nadermann.     [Paris  Nat. 

3  Sonates  p.  la  harpe  av.  aec.  de  flute 
ou  V.  ad  Hb.    op.  27.    Ib.    [Mailand  Cous. 

Im  Mailänder  Cons.  noch  1  Werk 
Variat. ,  ein  Potpourri,  1  Capriccio  für 
Harfe.     Ib. 

Ecrire  et  parier,  Romance,  acc.  de  Pfte. 
ou  Harpe.     Ib.     [Mail.  Cons. 

Naderuiaiiii,  Henri,  geb.  um 
1780  zu  Paris,  Tod  unbekannt. 
Bruder  des  Fr. -Joseph,  widmete 
sich     anfänglich     unter     Leitung 


seines  Vaters  dem  Bau  von  Har- 
fen, nahm  später  Unterricht  bei 
seinem  Bruder  auf  der  Harfe, 
wurde  darauf  Kgl.  Kammermusikus 
und  Lehrer  am  Conservatoire  und 
zog  sich  1835  auf  sein  Landgut 
bei  Paris  zurück.  Aufser  einigen 
Variationen  für  Harfe  beschäftigte 
er  sich  mehr  literarisch  über  den 
Harfenbau  und  gab  heraus: 

Observations  de  MM.  Nadermann  freres 
sur  la  harpe  ä  double  mouvement,  ou 
Reponse  ä  la  note  de  M.  de  Prony  . .  . 
Pai-is  1815.  fol.  4  Bog.  u.  9  Taf.  (nach 
Fetis). 

Refutation  de  ce  ([wi  a  ete  dit  en  fa- 
veur  des  differents  mecanismes  de  la 
harpe  ä  double  mouvement,  ou  lettre  :\  M. 
Fetis  . .  en  reponse  . . .  Paris  1828  Nader- 
mann.    8^.     47  S.     [Bi-üssel. 

Supplement  a  la  refutation  de  ce  qui 
a  ete  dit  en  faveur  . . .  Paris  1828  ib. 
8".     31  S.     [Brüssel. 

Fetis  giebt  Näheres  über  die  Streitig- 
keiten zwischen  Seb.  Eraid  und  Nader- 
mann. 

Nägeli,  . . .  Priester  und  Musik- 
direktor in  Solothurn  an  der  Wende 
des  18.  Jhs.,  war  zuletzt  Prediger 
und  hatte  mit  Organisten  und  Mu- 
sikern stets  Streitigkeiten  (Schu- 
biger 2,  52). 

Die  Stiftsb.  in  St.  Einsiedeln  besitzt  von 
Oim  4  Messen  mit  Orch.,  1  Requiem,  1  Te 
Deum,  5  Offertoiieu  und  1  Sinfonie. 

Nägeli,  Hans  Georg,  geb.  27. 
Mai  1773  zu  Wetzikon  im  Kanton 
Zürich,  gest.  26.  Dez.  1836  zu 
Zürich,  Sohn  eines  Pfarrers  und 
Dekans  zu  Wetzikon.  Die  vom 
Pfarrer  Schmidli  gegründete  und 
von  Nägeli's  Vater  fortgeführte 
Singgesellschaft  machte  den  Kna- 
ben von  früher  Jugend  ab  mit 
dem  Chorgesange  verti'aut.  Gregen 
1790  kam  er  nach  Zürich,  um 
sich  als  Musiker  auszubilden  und 
fand  an  Brüning  einen  gelehrten 
und  vortrefflichen  Lehrer,  der  ihn 
ganz  besonders  auf  Seb.  Bach  hin- 
wies.    Die  Werke  dieses  Meisters 


Nägeli,  Hans  Georg. 


134 


Nägeli,  Hans  Georg. 


waren  damals  schwer  zu  erlangen 
und  nur  durch  unausgesetzte  Be- 
mühungen verschaffte  er  sich  nach 
und  nach  eine  stattliche  Reihe 
derselben,  darunter  die  Autographe 
der  Hmoll-Messe  und  der  chroma- 
tischen Fantasie.  Dieses  Suchen 
nach  Werken  mochte  ihm  viel- 
leicht den  Gedanken  nahe  gelegt 
haben,  eine  Musikalien -Handlung 
und  Leihanstalt  einzurichten  und 
schon  1791  führte  er  ihn  aus.  Es 
war  die  erste  Anstalt  dieser  Art 
in  der  Schweiz.  Dabei  vernach- 
lässigte er  keineswegs  seine  weitere 
musikalische  Ausbildung  u.  pflegte 
besonders  das  einstimmige  Lied, 
so  dass  er  bereits  in  dieser  Zeit 
3  Hefte  seiner  Komposition  her- 
ausgab. Auch  dem  Studium  der 
Kant'schen  Philosophie  gab  er  sich 
mit  Eifer  hin  und  pflegte  sie  bis 
an  sein  Lebensende,  liefs  auch 
verschiedene  philosophische  Schrif- 
ten erscheinen,  so  in  dem  Send- 
schreiben an  Lavater  von  1800. 
Aus  den  kleineu  Anfängen  seiner 
buchhändlerischen  Thätigkeit  ent- 
wickelte sich  bald  ein  regsames 
Streben,  die  Werke  klassischer 
Meister  herauszugeben  und  es  er- 
schienen in  seinem  Yerlage  die 
Kompositionen  Seb.  Bach's,  Hän- 
del's,  Eberlin's,  Beethoven's  u.  a. 
1807  unternahm  er  eine  Reise 
nach  Paris  im  Interesse  seiner 
Unternehmungen,  nahm  auch  eine 
Zeitlaug  einen  Gesellschafter  in 
sein  Geschäft  auf,  führte  es  aber 
später  wieder  auf  eigene  Rechnung 
fort.  Seine  Sammelwerke  „Reper- 
toire", „Die  musicalische  Ehren- 
pforte'', „Sonaten -Journal",  „Die 
Contrapunctisten  des  19.  Jhs."  u.  a. 
fanden  eine  weite  Verbreitung  und 
hatten  einen  wesentlichen  Einfluss 
auf  die  Bildung  des  Geschmacks 
seiner  Zeit.     1805  verheiratete  er 


sich  mit  Anna  Elisabeth  Rahn.  In 
demselben  Jahre  gründete  er  in 
Zürich  ein  „Singinstitut"  und  eine 
Abteilung  für  Kinder  von  11  bis 
14  Jahren,  mit  denen  er  nun  regel- 
mäfsig  Aufführungen  veranstaltete. 
Für  beide  Institute  komponierte 
er  zahlreiche  Gesangswerke  und 
2-  3 st.  Lieder.  Seit  1809  beschäf- 
tigte er  sich  aufserdem  damit,  in 
Gemeinschaft  mit  Traugott  Pfeiffer 
nach  Pestalozzi'schen  Grundsätzen 
eine  Gesangsbildungslehre  abzu- 
fassen und  nahm  sich  dieser  Auf- 
gabe mit  einem  Eifer,  gekrönt  mit 
dem  besten  Erfolge,  an,  so  dass 
sein  Name  in  alle  Gauen  Deutsch- 
lands eindrang.  1824  löste  sich 
das  Singinstitut  diu:ch  die  Be- 
mühungen seiner  Feinde  zum 
grofsen  Leidwesen  N.'s  auf.  1815 
berief  ihn  der  Magistrat  als  Kantor 
an  die  Bürgerschule,  doch  wurde 
ihm  untersagt,  den  Unterricht  nach 
seiner  Gesangbildungslehre  zu  er- 
teilen, während  man  selbst  in 
Petersburg  seine  Methode  ein- 
führte. Dennoch  arbeitete  er  mit 
Pfeiffer  die  Gesangslehre  weiter 
aus  und  erstreckte  sie  auch  auf 
den  Männergesang.  1817  erschien 
das  Werk  für  Mäunerchor,  Elemen- 
targesänge, Lieder,  Rundgesänge 
und  Chöre  enthaltend,  durchweg 
Kompositionen  von  N.  1821  er- 
schien die  Chorgesangschule.  N. 
sah  zu  seiner  Freude,  wie  sein 
Werk  überall  Wurzel  fasste  und 
sich  überall  Chorvereine  bildeten, 
die  nach  seinen  Schulbüchern 
sangen.  Auch  in  Zürich  bildete 
sich  ein  Mänuergesangverein,  den 
N.  persönlich  leitete.  In  den 
Jahren  1819 — 25  bereiste  er  öfters 
Deutschland  und  hielt  Vorlesungen 
über  Musik.  Gegen  Thibaut  in 
Heidelberg  verteidigte  er  die  neuere 
Musik    und    veröffentlichte    seine 


Nägeli,  Hans  Georg. 


135 


Nägeli,  Hans  Georg. 


Artikel  im  Morgenblatte.  1828 
gründete  er  den  musikalischen 
Frauenverein  und  sclti-ieb  mehr- 
stimmige Frauengesänge,  gab  auch 
eine  Gesangschule  für  den  weib- 
lichen Chor  heraus.  Auch  dem 
kirchlichen  Gesänge  widmete  er 
seine  Aufmerksamkeit  und  gab  ein 
christhches  Gesangbuch  mit  eigenen 
Melodien  heraus.  Dasselbe  drang 
bis  nach  Amerika  und  wurde  in 
englischer  Uebersetzuug  gedruckt. 
Ohne  Unterlass  war  er  bemüht, 
den  Gesang  in  Schule  und  Gesell- 
schaft zu  heben  und  sein  Euf 
drang  durch  alle  Lande,  so  dass 
er  von  nah  und  fern  mit  seinem 
Rate  beistehen  musste.  1833  er- 
nannte ihn  die  Bonner  Universität 
zum  Doctor.  In  Zürich  wurde  er 
Präsident  der  vereinigten  Musik- 
gesellschaften. Als  1830  auch  die 
Schweiz  zu  Reformen  griff,  war  er 
ein  thätiges  Mitglied,  sowohl  in 
Staats-  als  Schul- Angelegenheiten. 
Er  wurde  in  den  Erziehungsrat 
und  1835  sogar  in  den  grofsen 
Rat  gewählt.  Ueberall  vertrat  er 
die  Grundsätze  des  wahren  Libe- 
ralismus u.  durch  sein  gewandtes 
Rednertalent  drang  er  mit  seinen 
Ansichten  meist  durch.  So  wirkte 
er  rastlos  bis  zu  seinem  Lebens- 
ende. Zahlreich  sind  die  Kom- 
positionen, die  er  herausgegeben 
hat,  doch  noch  zahlreicher  das- 
jenige, was  man  in  seinem  Nach- 
lasse lids.  vorfand.  Letzterer  be- 
steht aus  70  Klavierkompositionen, 
300  Liedern  mit  Klavierbegleitung, 
80  zweist.  Jugendliedern,  50  Chor- 
gesängen, 45  anderen  Chören,  50 
Chorälen  und  vielem  anderem, 
welche  sich  in  der  Kanton albibl. 
zu  Zürich  nebst  vielen  gedruckten 
Werken  befinden.  Auch  literarisch 
war  er  eifrig  thätig,  sowohl  in 
musikalischer    als   religiöser    Hin- 


sicht. Die  alte  Allg.  Lpz.  Musik-Ztg. 
enthält  eine  Reihe  seiner  Aufsätze 
(Biogr.  in  den  Züricher  Neujahrs- 
Geschenken  für  1838  mit  Porträt). 
Von  seinen  Werken  lassen  sich 
nachweisen,  ausgeschlossen  den  Be- 
sitz der  Kantonalbibl.,  über  den  ich 
kein  Verzeichnis  erlangen  konnte: 

Vorlesungen  über  Musik  mit  Beiiick- 
sichtigiing  der  Dilettanten.  Von  .  .  . 
Stuttg.  u.  Tübg.  1826  Cotta.  8».  [B.  Lpz. 
B.  B.  B.  M.  Brüssel.  Amst.  Musikfr. 
Wien.     Einsiedeln. 

Der  Streit  zwischen  der  alten  und 
neuen  Musik.  Enthaltend  Nägeli's  Be- 
urteilung der  Schrift,  die  Reinheit  der 
Tonkunst  in  der  Kirche,  nebst  der  Er- 
wiederung des  Veiiassers,  sowie  Gottfr. 
Weber's  Ansicht  (anonym).  Breslau  1826 
Förster.  8».  Gegen  Thibaut.  [B.  B. 
Brüssel. 

Die  Pestalozzische  Gesangbildungslehre 
und  Pfeiffers  Erfindung  .  . .  dargestellt. 
Zürich  (1809)  Näg.  4C-  [B.  B.  Musikfr. 
Wien.     Einsiedeln. 

Gesangbildungslehre,  nach  Pestalozzi- 
schen  Grundsätzen  pädagogisch  begräudet 
von  Mich.  Traug.  Pfeiffer,  methodisch  be- 
arbeitet von  . . .  Erste  Hauptabthlg.  mit 
3  Beylag.  1-,  2-  u.  3stim.  Gesge.  Zürich 
1810  Nägeli.  40.  [B.  B.  B.  Lpz.  Bräs- 
sel.  B.  Lpz.  eine  Ausg.  ohne  Jahr.  Salz- 
burg. Dresd.  B.  M.  Musikfr.  Wien. 
B.  Wagener. 

Auszug  aus  der  Gesangbildungslehre. 
Z.  1812  Näg.     40.     [B.  B. 

—  a.  Ausg.  mit  Anhg.  Lpz.,  Hof- 
meister.    4".     [B.  B.     Dresd. 

Eighty-one  paxt  songs  &  choruses  in 
progressive  order.  Lond.  1857.  gr.  8". 
[Glasgow, 

Gesangbildungslehre  für  Männerchor 
(mit  Pfeiffer).  2  Hefte.  1817.  4«.  [B.B. 
Dresd. 

Chorgesangschule  von  M.  Tr.  Pfeiffer 
und  . . .  Zürich  u.  Lpz.  1821  Fleischer. 
4".  62  S.  u.  135  S.  Gesge:  14  Chorgesge., 
30  zweist.,  30  dreist,  in  qu80.    [B.  Kgsbg. 

—  2.  Abthlg.  der  Chorgesangschule  von 
N.  und  Franz  Pfeiffer.  Z.  1821  N.  4«. 
[B.  B.     Musik-fr.  Wien. 

Neue  Gesangschule  mit  30  einstim., 
30  zweistim.  und  30  dreystim.  Liedern. 
Stuttgart   und   Lpz.     gr.  4".     [EiusiedeLn. 

Schulgesaugbuch  fiii'  Schulen  des  Kan- 
tons St.  Gallen.     Züi-.  1836.     [Einsiedeln. 

Christliches  Gesangbuch  für  öffent- 
lichen   Gottesdienst    und    häusliche    Er- 


Nägeli,  Hans  Georg. 


136 


Nägelin. 


bauung:  Ein  neues  Clioral-Werk  von  . . . 
2  Abthlg.  Part.  Zürich  1828/29  Nag. 
40.  10  S.  u.  100  Choräle.  [B.  Kgsbg. 
B.  B.     Einsiedeln. 

Christliche  Lieder.  Part,  zu  4  Stirn. 
1818.     [B.  B. 

Freut  euch  des  Lebens.  Im  Göttinger 
Musenalmanach  1796  p.  27.     [ß.  M. 

Friedensreigen  (von  H.  Voss).  Gegen- 
stück zur  Marseiller- Hymne.  Z.  1796 
Näg.     [Fundort  nicht  notiert. 

30  geistliche  Gesänge  ein-  oder  mehr- 
stim.  zu  singen  mit  nichtoblig.  Klavier- 
begltg.  von  ...     Z.,  N.     4".     33  S.     , 

Geistliche  Lieder  (zum  Schulgebrauch). 
[B.  B. 

(lesänge  deutscher  Frauen.  Heft  1. 
Zürich.     [Berliner  Siugakad. 

30  dreistim.  Gesänge.     Z.,  N.     [B.  M. 

Lieder  von  Joh.  Jak.  Hess,  in  Mus,  ges. 
von  ...  Z.,  N.  40.  7  u.  28  S.  Vorw. 
1814  gez.    [B.  B.     B.  Kgsbg.     Einsiedeln. 

Tjieder  von  J.  H.  Frh,  v,  Wessenberg, 
in  Musik  gesetzt  von  ...     Z.,  N.     4*'.     5 
u.  42  S.     [B.  M.     B.  B.     Einsiedeln. 
■    Lieder   von   Körner  in  Musik   gesetzt. 
Zur.  1816  Näg.     [Einsiedeln. 

Lieder  von  Arndt  in  Musik  gesetzt,  ili. 
1817.     [Einsiedeln. 

Lieder  von  Fouque  in  Musik  gesetzt, 
ib.  1818.     [Einsiedcln. 

Lieder.     Zürich.     [Darmst. 

30  Lieder  für  die  Jugend,  1  oder  2  stim. 
zu  singen,  mit  nicht  obligater  Klavier- 
Begltg.  (Aus  der  neuen  Gesangschule.) 
Zürich,  Nägeli.    4**.    [B.  Lpz.    B. Wagener. 

30  Lieder  für  die  Jugend  von  .  .  . 
2.  Samlg.  Zürich,  N.  30  S.  qul".  [B. 
Kgsbg.     B.  Wagener. 

—  3.  Samlg.  30  S.  qu4''.  [B.  Kgsbg. 
B.  Wagener.    Einsiedeln. 

Lieder  für  die  Jugend  mit  obligater 
Klavierbegltg.  von  ...  2.  Abthlg.  Heft 
1.2.    Zürich.  qu4o.  12  Lieder,    [ß.  Kgsbg. 

100  zweystim.  Lieder  für  die  Heran- 
bildung im  Figural  -  Gesaug  stufenweise 
geordnet  von  ...  1.  Abtlg.  des  Züricher- 
schen  Schulgesgb.   Z.  1833.  8».   [B.  Kgsbg. 

100  zweystim.  Lieder  als  der  erste 
hai'monische  Elementar -Gesang  f.  die 
Schule  von  . . .  Neue,  umgeänderte  und 
stufenweise  geordnete  Ausg.  der  2  stim. 
Lieder  in  6  Heften.  Z.  qu4''.  [B.  Kgsbg: 
Disc. 

Lieder  und  Gesge.  im  Ms.  in  B.  Kgsbg. 
siehe  Kat.  272. 

Liederkranz  auf  das  Jahr  1816.  Von 
...  Z.  —  dito  1817.  1818.  4«,  jeder 
Jahrg.  mit  24  L.  [B.  Kgsbg.  B.Wagener. 
Bertin  K.  H.  von  1818. 


Litanei.    Pari.  u.  Stim.    [Elbing  Nr.  81. 

15  Motetten  für  Männerst.  5.  Samlg. 
Part.     [B.  B.    Amst. 

Osterlied  f.  4 stim.  Chor.  Ms.  P.  u. 
Stb.     [Stadtb.  Augsbg. 

Der  Sänger  an  der  Limmat.  1  stim. 
Liederbuch  1.  Bd.  55  Nrn.  [B.  B.  B. 
Wagener  2  Bde.  (soll  von  Herm.  Nägeli 
sein). 

Der  Schweizer  Männergesang.  3.  Samlg. 
1.  Heft.     Part.     [B.  B. 

Teutonia.  Rundgesänge  und  Lieder- 
chöre von  .  .  .  Heft  1  —  12.  Z.,  N.  Part. 
40  u.  Stb.  Heft  1  von  1808.  [B.  Kgsbg: 
7  Hefte.  B.  Lpz:  Heft  9.  11.  12.  Mu- 
sikfr.  Wien  1—12.  B.  B:  1— 12.  Ein- 
siedeln 1. 

Das  Vateinnser  von  J.  H.  von  Wessen- 
berg, in  Musik  gesetzt  mit  nicht  oblig. 
Klavierbegltg.  von  . .  .  Dem  Auszug  der 
neuen  Gesangschulo  beygeordnet.  Zürich, 
N.  gr.  40.  4  Stb.  [bosafs  einst  Dr.  0. 
Lindner  in  Berlin. 

Warum  wollt  ich  mich,  Lied  zu  5  Stim. 
Autogr.  Grasn.  B.  B.,  dabei  1  Brief  u.  sein 
Porträt. 

1  Lied  in  Ambrosch'  Freymäurer-Lie- 
der.  Maurcrlieder  im  Böhcim.  Lieder 
im  Erato,  in  Theomele.  In  Groshoim's 
(G.  C.)  Melodien  mit  Klav- 

12  Toccates  pour  le  pfte.  1.  Part, 
qufol.     [B.  B. 

Verzeichniss  ungednickter  Composi- 
tionen  grofser  Tonsetzer  der  Vorzeit, 
welche  von  Dr.  Hans  Georg  Nägeli  hin- 
terlassen wurden.  Zürich  1854.  gr.  8'^. 
[Amst. 

Ein  Verlagskatalog  von  N.  1800.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

Unter  Nägeli's  &  Co.  Verlag  fand  ich 
die  Anzeige  des  Samlwk:  Die  Contra- 
punktisten  des  19.  Jhs.  Nr.  1—5.  4«. 
Ein  Ex.  ist  mir  nicht  bekannt.  Ferner: 
Repertoire  des  Clavicinistes.  Davon  be- 
finden sich  in  B.  B.  Nr.  13  von  Pollini. 
Nr.  14  von  Tomaschek  und  A.  Liste. 
Nr.  15  Beethoven. 

Nägeli,  HeiTmann, 

bekannt  durch  eine  Passecaille  f.  Orgel 
im  Autograph  Grasn.  in  B.  B.  Lebenszeit 
mir  unbekannt.  Ferner:  Liederkranz  für 
die  Jugend.  28  zweistim.  Lieder  und 
Rundgesänge.  Zürich  und  Lpz.  quS". 
[B.  Kgsbg:  Allst.]  —  Der  Sänger  an  der 
Limmat.  Auswahl  einstim.  Lieder.  2  Bde. 
Zürich ,  Nägeli.  [B.  Wagener]  soll  von 
Hermann  und  nicht  von  Hans  Georg  sein. 

Nägeliii,  Bastian,  von  1655 
bis    1730   Organist   am   alten   St. 


Nagel,  A . . .  van  der. 


137 


Naldi,  Antonio. 


Peter  in  Strafsburg  i/Els.  (Lob- 
stein 75). 

Nagel,  A. . .  Tan  der,  Organist 
imi  1762,  gab  zu  Amsterdam  ein 
Klavierkonzert  heraus    (Gerber  1). 

Nagel ,  Friedrich  Grottliel), 
gab    in    den    Jahren    1765  —  1768 

heraus : 

Neue  englische  Tänze  nebst  dazu  com- 
ponirter  Music  in  2  Th eilen.  Leipzig, 
kl.  qu40.  28  BU.  Figuren  und  Musik. 
Den  Teil  von  1768  besitzt  die  Bibl.  des 
Conservat.  zu  Brüssel,  auch  einst  Rosen- 
thal in  München.  Angezeigt  werden  beide 
Teile  in  Breitkopfs  Verz.  1770. 

Nagel,  Johann  Friedrich,  geb. 
1759,  gest.  15.  April  1791  zu 
Halle  a/S.;  erhielt  1783  den  Kan- 
torposten a/d.  Domkirche  zu  Halle 
und  war  zugleich  4.  Lehrer  am 
reformierten  Gymnasium  (Gerber 
2).  Er  gab  nach  Gerber  1790 
eine  Musikalische  Monatsschrift  in 
Halle  heraus,  deren  Inhalt  dann  als 

Kurze  Anweisung  zum  Klavierspielen 
HaUe  1791  bey  Hendel.  qu40.  72  Seit, 
[Dresd.  Musikfr.  Wien.  Brüssel.  B. 
Lpz.]  erschien. 

Nagera  (Nagiera),  Pietro  de, 
ein  Sopranist  a/d.  Hofkapelle  zu 
Wien  vom  1.  April  1637  bis  zum 
t  im  März  1641   (Köchel  1,  465). 

Naghele,  Hans,  Instrumentist, 
anfänglich  im  Dienste  Heinrich  VII. 
von  England,  als  Posaunist;  1501 
erhielt  er  von  Philipp  dem  Schönen 
eine  Gratifikation  und  1509  befand 
er  sich  in  Diensten  des  Königs 
Karl  V.  (Straeten  7,  273). 

Nagli,  Carlo  Antonio,  bekannt 
durch 

2  Masses  ä  4  voix.     Ms.     [Paris  Nat. 

Naich,  M.  Huheii;,  wie  er  sich 
auf  seinen  Madrigalen  nennt,  lieber 
sein  Leben  ist  nichts  bekannt,  doch 
lässt  sich  aus  dem  Namen  und 
seinem  Druckwerke  erkenneu,  dass 
er  ein  Niederländer  war  und  in 
der  Mitte  des  16.  Jhs.  in  Italien 
lebte,   sowie  Mitglied  der  Accade- 


mia  de  li  amici  zu  Rom  (?)  war. 
Das  einzig  bekannte  Buch  Madri- 
gale trägt  auf  dem  Titel  einen 
Engel  mit   einem  Bande   mit   der 

Inschrift 

Exercitivm  Seraficvm,  daninter:  Ma- 
drigali  di  M.  Hubert  |  Naich.  |  A  quattro  & 
a  cinque  voci,  tutte  cofe  noue  &  uon  piu 
viste  I  in  stampa  da  persona.  Libro  Primo. 
5  Stb.  qu40.  Dedic,  AI  Magnifico  et 
Honorato  M.  Bindo  Altoviti  |  Padrone 
osseruandissimo  . . .  Am  Eude  der  5a... 
Stainpati  in  Roma  per  Antonio  Blado 
(Blado  dnickte  nachweislich  von  1535  bis 
1564,  von  c.  1570  ab  zeichnen  die  Erben). 
Enthält  30  Madr.     [Hofb.  Wien. 

32  Gesänge  in  alten  Samhvk.,  davon 
14  aus  obigen  Madrigalen  (Eituer  1*),  ■ 
dazu  kommen  noch  nach  Vogel's  Bibl, 
7  Madr.  aus  obiger  Samlg.  in  Archadelt's 
5.  lib.  Madr.  1544  u.  1550.  —  3  andere 
ebendaher  in  Eore's  2.  lib.  Madr.  1544 
bis  1563.  —  In  anderen  Ausgaben  noch 
vorhanden,  siehe  Vogel. 

IMadr.  in  neuer  Ausg.  (Eitner2  Nachtr.) 

Im  Ms.  P.  in  B.  B.,  L321  zwei  Ma- 
drig.  4  voc. 

Naigeon,  . . . 

Im  C.  P.  die  komische  Oper  in  1  Akte: 
Les  Chinois. 

Naimon,  Martino,  aus  Triest, 
um  1642  Priester  und  Kapell- 
meister an  der  Kathedrale  daselbst 
(Titel).     Er  gab  heraus: 

Messe  a  5  voci  concertate  col  B.  per 
l'org.  di  . . .  Yen,  1642  B.  Magni.  6  Stb. 
40.     3  Mess.     [B.  Br. 

Naldi,  Antonio,  detto  II  Bar- 
della, lebte  im  letzten  Viertel  des 
16.  und  Anfange  des  17.  Jhs.  am 
Hofe  zu  Toscana  und  war  nach 
Caccini's  Mitteilung  in  seiner  Nuove 
Musiche  von  1601  ein  ausgezeich- 
neter Spieler  auf  der  Chitarone, 
einer  Art  Bass-Laute,  die  zum 
Spielen  des  Generalbasses  sich 
ganz  besonders  eignete.  Man 
schreibt  ihm  sogar  deren  Erfin- 
dung zu.  Fetis  teilt  die  betreffende 
Stelle  aus  dem  Caccini  wörtlich 
mit  (siehe  auch  Viertel].  5,  420  ff.). 

*)  Er  ist  dort  mit  Vornamen  Ubert  u. 
Robert  gez. 


Naldi,  Hortensio. 


138 


Nanini. 


Naldi,  Hortensio,  aus  Piacenza. 

Die  Titel  seiner  Druckwerke  geben 
nichts  Näheres  über  seine  Person 
an.     Bekannt  sind: 

Concerti  ecclesiastici  a  una,  ä  2,  ä  3, 
&  ä  4  voci,  con  il  Bc,  per  sonar  nell'org. 
di  . . .  Op.  2.  Yen.  1607  Viüceüti.  5  Stb. 
4".     22  Gesge.     [B.  Br. 

. . .  Psalmi  omnes ,  qui  a  S.  E.  E.  in 
solemnitatibus  decantari  solent,  cum  duo- 
bus  Magnificat,  et  Fals.  Bord,  tum  viva 
voce,  tum  omni  instr.  . .  Una  cum  sectione 
partium  ad  organistarum  usum,  et  oom- 
modiun.  Cum  4  voc.  Lib.  1.  Ven.  1606 
Amadinus.  5  Stb.  4».  Bez.  es  als  sein 
1.  Werk:  [Bologna:  C.  Abdr.  der  Dedic. 
Kat.  2,  278. 

Naldi,  Romiilo,  Fetis  bez.  ihn 
als  Bologneser,  doch  ist  dies  wohl 
nur  eine  Annahme,  denn  auf  den 
Motetten  bez.  er  sich  als  Kleriker 
zu  Bologna,  welches  noch  nicht 
einschliefst,  dass  er  auch  dort  geb. 
ist.  Ferner  bez.  er  sich  als  Theo- 
loge, Dr.  beider  Rechte  u.  Ritter 
(Equito)  an  S.  Peter.  Der  Titel  des 
Werkes  lautet: 

Motectonim  duobus  choris  Dominicis 
diebus  concinendonim  partis  hyemalis. 
Lib.  1.  Romulo  Naldio. . .  Ven.  1600 
Ang.  Gardanus.  8  Stb.  4".  Am  Ende 
ein  zwölfstim.  Ave  regina  u.  Regina  coeli 
und  ein  16stim.  Ave  regina.  Dedic.  ab- 
gedr.  im  Kat.  2,  468  von  Bologna.  [B.B. 
Bologna. 

—  In  B.  B.  dieselben  in  R,  Ms.  L.  343. 

11  1.  lib.  de  Madrigali  a  .5  voci  di  . . . 
(ohne  Amtsbez.).  Ven,  1589  Gardano. 
5  Stb.  40.  21  Madr.  Die  Dedic.  ist  in 
Eom  gez.,  also  muss  er  zur  Zeit  dort 
gelebt  haben,  abermals  ein  Beweis,  dass 
Bologna  nicht  mit  Sicherheit  als  sein  Ge- 
burtsort bezeichnet  werden  kann.  [Bo- 
logna, nebst  einer  Part,  von  Busi.  Abdr. 
der  Dedic.  Kat.  3,  133. 

Ms.  Cod.  33  in  Cap.  sistina:  Magnif. 
8  voc. 

Ms.  B.  L.     Cum  tiu'ba  plurima  8  voc. 

Ms.  B.  ßr.     2  Motetten. 

2  Gesge.  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1), 
ferner  nach  Vogel  noch  in  Vincenti's 
Fiori  musicali  1590:  Gia  moriva  il  mio 
core  3  v, 

Naldino,  Saüte,  geb.  5.  Febr. 
1588  zu  Rom,  gest.  ebd.  den  10. 
Okt.  1666.     Fetis   teilt   die  Grab- 


inschrift in  der  Kirche  S.  Stefano 
del  Cacco  mit.  Am  23.  Nov.  1617 
trat  er  in  das  päpstl.  Sängerkol- 
legium ein;  im  Jahre  1G35  be- 
kleidete er  den  Kapellmeisterposten 
(Haberl  Kat.  69  und  Fotis).  Letz- 
terer führt  von  ihm  Motetten  von 
1620,  1  Miserere  zu  4  Stirn,  und 
eine  Ausgabe  der  Hymni  sacri  in 
Breviario  Romano  1644  an,  doch 
habe  ich  in  keiner  mir  bekannten 
Bibl.  etwas  von  ihm  gefunden.  Im 
Samlwk.  1646a  1  Gesg.  zu  2  Stim. 
u.  Bc.  (Eitner  1). 

Nalines  (Nalings,  Nalmes),  siehe 
Maliiies  Gregor  van  und  Jean  de. 

Nalsoii,  Rev.  Valentine,  Sub- 
kantor  an  der  Kathedrale  in  York. 
Er  st.  um  1722. 

Das  br.  Mus.  besitzt  in  der  Tudway- 
schen  Collect.,  Harl.  Mss.  98  Bd.  5.  6, 
zwei  Services  (Grove).  —  In  Ely  1  Service 
und  4  Anthems. 

Namsory,  . . . 

bekannt  durch  eine  Sonate  f.  Klarer. 
[Musikfr.  Wien. 

Namudawitz,  Lazarus,  Orga- 
nist an  St.  Jakobi  und  Spielgreve 
zu  Anfang  des  17.  Jhs.  zu  Lübeck 
(Staatsarchiv). 

Namur,  Etienne -Dominique 
de,  1698  Sänger  an  der  Kgl.  Ka- 
pelle zu  Brüssel  (Straeten  5,  154). 

Nanello,  Lorenzo,  um  1708 
Theorbist  an  der  herzogl.  Kapelle 
in  Venedig  mit  30  Duk.  Gehalt 
(Caffi  2,  61). 

Nani,  A. . .  Conte  de,  bekannt 
durch  den  Druck: 

3  Airs  italiennes  avec  acc.  de  pfte. 
op.  4.     fol.     [Dresd.  Mus. 

Nanini,  Domenico,  ein  Violi- 
nist a/d.  Hofkapelie  in  Wien  von 
1705  bis  t  7.  Sept.  1708,  24  Jahr 
alt  (Köchel  1). 

In  der  Hofb.  Wien  befindet  sich  von 
ihm  ein  Oratorium:  La  costanza  trion- 
fante  nel  Martirio  di  S.  Canuto,  Re  di 
Danimarca,  in  2  part.  1708.  Text  von 
Melch.  Vslenghi.  Part.  89  Bll.  qufol. 
Ms.  17542/48. 


Naniao,  Bemardino. 


139 


Nanino,  Giov.  Bern. 


Nanino,  Bernardino  (Belar- 
dino),  wird  in  einem  Ms.  des  Liceo 
mus.  zu  Bologna  (Kat.  1,  302)  der 
Neffe  (nipote)  von  Giov.  Maria 
Nanino  genannt. 

Das  Ms.  (Kopie  von  Mariini)  enthJilt 
einen  Trattato  di  contrapunto  di  Gio.  Mar. 
e  Beruardiuo  Nanino.  fol.  C2  Ell.  — 
In  der  B.  B.,  Ms.  12  591  ist  ein  4stim. 
Dixit  Dominus  mit  B.  Nanini  gez.  Nr. 
129.  In  alten  Samlwken.  kommen  6  Ge- 
sänge mit  Bernardo  N.  gez.  vor  (Eitner 
1,  748  unter  Giov.  Bernardo  gestellt,  wie 
es  auch  Vogel  thut).  Die  6  Gesge.  sind 
folgende:  Beati  omnes.  —  Beatus  Lau- 
rentius.  —  Domine  Dominus.  —  Fra  bei 
nibini.  —  Misereator  und  Surrexit.  — 
Vogel  fügt  diesen  unter  Giov.  Bern.  Na- 
nino noch  hinzu :  In  Feiice  Anerio's  Le 
gioie  Madr.  5  v.  1589:  0  icggiadretti  e 
cari  occhi.  —  In  Ancina's  Tempio  armonico 
1599:  Volgi  pietosa  i  lumi,  3  voc.  5.  parie 
zu  Giov.  Maria  N.'s  Alma  Vergin  gentile. 
—  In  Phalese's  Canzonette  alla  romana 
3  V.  1607  E  vuoi  Muse.  —  Aufserdem 
noch  in  Dom.  Bianchi's  Sacrarum  modu- 
lationum  die  Mot:  Cilicio  Caecilia  und 
Doctor  bonus.  Es  fragt  sich  ob  die  mit 
Bernardo  N.  gez.  nicht  auch  Giov.  Bern. 
N.  angehören. 

Nanino,  Claadio,  gab  1599 
Gio.  Mar.  Nanino's  1.  lib.  delle 
Canzonette  a  3  voc.  in  Venedig 
heraus. 

Nanino,   (xioyanni   Bernardo 

(Belardiuo),  jüngerer  Bruder  des 
Giov.  Maria,  geb.  zu  Vallerano, 
doch  bez.  er  sich  auch  mit  „Ro- 
mano", Schüler  seines  Bruders. 
1588  ist  er  noch  ohne  Amt,  doch 
1599  bez.  er  sich  als  Kapellmeister 
an  S.  Luigi  zu  Rom,  Fetis  sagt: 
später  an  S.  Lorenzo  in  Damaso 
zu  Rom.  Zwischen  1612  u.  1618 
scheint  er  gestorben  zu  sein,  denn 
von  letzterem  Jahre  ab  werden 
seine  Werke  nur  von  anderen 
herausgegeben.  Von  seinen  Kom- 
positionen sind  nachweisbar: 

Motecta  D.  .  . .  binis,  3.  et  4  voc.  juxta 
novi  breviarii  formam  concinnata.  üna 
cum  gravi  voce  ad  org.  sonitum  accomo- 
data.    A  Julio  Subissato  in  unum  collecta 


&  in  lucem  edita. . .  Romae  1610  Eoh- 
lettus.   40.    28  Gesge.     [B.  ß :  C  1.  Bc. 

—  Motecta  2,  3,  4  voc.  juxta  novi 
breviarii  formam  concinnata.  A  Julio 
Subissato  in  unum  collecta  et  nunc  denuo 
in  lucem  edita.  Eoma  1618  Roblettus. 
4  Stb.    40.     28  Nrn.     [Cap.  Lat. 

Motecta  1,  2,  3,  4  &  5  voc.  lib.  2. 
Eoma  1611  Eoblectus.  Dedic.  in  Eom, 
Jan.  1611  gez.  4  Stb.  40.  17  Nrn. 
[Cap.  Lat.    B.  B:  Cl.  2.  Bc. 

Motecta  D.  Jo.  B.  N.,  sing-ulis,  binis, 
teinis,  4nis,  quinisrß  vocib.,  una  cum 
gravi  voce  ad  org.  A  Christoph.  Marga- 
rina  in  unum  collecta  &  edita.  Lib.  3. 
Eoma  1612  Zaunettus.  4  Stb.  4».  17 
Nrn.    [Bologna.     Cap  Lat.     B.  B:  B.  Bc. 

Motecta  . . .  singulis  (wie  vorher)  or- 
gani  sonitum  accomodata.  Lib.  4.  Eoma 
1618  Eoblettus.  4  Stb.  4«.  21  Nrn. 
[Bologna.  Cap.  Lat:  Eoma,  Zannettus? 
B.B:  apud  Eoblettiim:  C  1.  2.  B.  Bc. 

Salmi  vespertini  a  4  per  le  domeniche 
. . .  con  2  Magnif.,  uno  ä  4  e  l'altro  k  8. 
Con  il  Bc.  Eaccolti  dal  Giulio  Subissato 
da  Fossombrone.  Eoma  1620  Eobletti. 
Die  letzte  Nr.,  ein  Magnificat,  ist  von 
Giov.  Maria  Nanino.  5  Stb.  4^.  [Brüssel 
fehlt  Bc. 

Venite  exultemus  Psalmus  Davidicus 
ad  Matutinum  in  celeberr.  solennijs,  3  voc, 
&  org.  decantandus  . . ,  Asisii  1620  per 
Jacob.  Salvium.  4  Stb.  zu  je  4  BU.  Die 
Dedic.  ist  von  Simone  Verlio  unterz. 
[Bologna. 

...  II  1.  lib.  de  Madrigali  k  5  voci . . . 
Ven.  1588  Gardano.  5  Stb.  4o.  21  Madr. 
Er  bez.  dieselben  als  sein  1.  Werk.  Die 
Dedic.  gez.  in  Eom  am  27/3  1588.  [Bo- 
logna.    Padua,  Bibl.  des  Seminars:  C. T. B. 

...  II  2.  lib.  de  Madr.  ä  5  voci  .  . . 
Ven.  1599  Scotto.  Eom  den  1/1  1599 
gez.    5  Stb.    40.   21  Madr.    [Crespano:  T. 

Madrigali  ä  5  voci  di . . .  Lib.  3.  Eoma 
1612  Zannetti.  5  Stb.  40.  21  Madr. 
Dedic.  Eom  1/1  1612  gez.  [B.  M.  C.  P. 
Bologna:  C.  T.  B. 

In  alten  Samlwk.  befinden  sich  7  Gesge. 
(siehe  Eitner  1,  748,  doch  sind  diejenigen 
auszuscheiden,  die  Beruardiuo  angehören 
und  hier  unter  Giov.  Bernardo  eingereiht 
sind.  Siehe  den  Artikel  Bernardino  Na- 
nino). Vogel  fügt  diesen  noch  hinzu, 
stellt  aber  ebenfalls  Bernardino  und  Giov. 
Bernardo  als  eine  Person  dar:  In  Giam- 
berti's  Poesie  diverse  1623,  4  Gesge.  mit 
Guitarrbegleitg.  —  In  Gio.  Maria  Nanino's 
3.  lib.  Madr.  5  v.  1586:  In  sua  la  destra, 
p.  9.  —  In  Giac.  Vincenti's  Fiori  rausi- 
cali   3  V.  1590:   Bianchi  e  vermigU  fiori. 


Naiiino,  Giov.  Maria. 


140 


Nanino,  Giov.  Maria. 


—  In  Flaccomio's  Le  risa  avicenda  5  v. 
1598:  Si  com'ogni  hora.  —  In  Phalese's 
H  Helicou  5  voc.   161G:   Caro  dolce  ben. 

—  In  Fab.  Costaotini's  Ghirlandetta  amo- 
rosa  1621:  0  cor  sempre  dolente  2  v.  — 
3  Tonsätze  in  Contrapunto  2.  —  In  Hove's 
Lautenbuch. 

Laetatus  sum  8  voc.  c.  org.  P.  Ms. 
18487.     [Hofb.  Wien. 

L  321.  Ms.  B.  B.  Ijgaturae  4  voc.    F. 

N.  wird  auch  als  Mitarbeiter  an  der 
theoretischen  Abhdlg.  seines  älteren  Bru- 
ders genannt  (siehe  Kat.  Bologna  1,  301 
u.  302,  auch  bei  Gio.  Maria  N.  verz.). 

In  neuer  Ausg.  4  Psalmen  im  Proske 
(Eitner  2). 

Nanino,  (jiovanni  Maria,  ge- 
bürtig aus  Tivoli  (Tiburtinus) 
zwischen  1545  und  1550,  gest. 
11.  März  1607  zu  Rom,  begraben 
in  der  Kirche  S.  Luigi  dei  fran- 
cesi  (sixtinisches  Archiv).  Nach 
Paolo  Agostini's  Aussage  in  der 
Dedic.  zu  seinem  4.  Buche  Messen 
von  1627  war  er  in  Vallerano 
Sängerknabe.  Der  Vater  scheint 
nach  der  Geburt  des  Sohnes  nach 
Vallerano  gezogen  zu  sein,  daher 
nennt  ihn  auch  manches  Ms.  als 
einen  in  Vallerano  geborenen, 
während  sein  Bruder  Giov.  Ber- 
nardo  dort  geboren  ist.  Er  soll 
(nach  Gaspari,  Kat.  1,  301  von 
Bologna)  ein  Schüler  Gaudio  Mell's 
und  Mitschüler  Palestrina's  ge- 
wesen sein.  1571  wurde  er  Sänger 
(Tenorist)  an  der  Kirche  Maria 
maggiore  zu  Rom,  1575  Kapell- 
meister an  S.  Luigi  dei  francesi 
ebd.  und  1577  Kleriker  u.  Sänger 
an  der  päpstlichen  Kapelle,  1579 
Kapellmeister  an  S.  Maria  Maggiore 
zu  Rom  (Titel).  Er  gründete  zu 
Rom  eine  Musikschule,  an  der  auch 
Palestrina  als  Lehrer  wirkte  und 
schloss  sich  dem  Musikverbande 
römischer  Tonkünstler  an,  der  sich 
zur  Aufgabe  gestellt  hatte,  an  den 
Kirchen  Roms  für  tüchtige  Kapell- 
meister und  Sänger  zu  sorgen. 
1604    bekleidete    er    den    Kapell- 


meisterposten an  der  sixtinischen 
Kapelle.  —  Nanino  schloss  sich 
in  seinen  Bestrebungen  als  Kom- 
ponist innig  an  Palestrina  an  und 
man  kann  ihn  als  Letzten  be- 
trachten, der  dem  Strome  der  Zeit 
energisch  entgegentrat,  ihn  aber 
doch  nicht  authalten  konnte  (Ha- 
berl,  Jahrb.  1891,  81  Biogr.  mit 
Porträt  und  5  Lamentationes). 

Nanino  hinterliefs  eine  tlieoretische 
Abliandlg.  mit  Beispielen,  die  sich  in  ver- 
schiedenen Abschriften  und  verschiedenen 
Titeln  erhalten  hat.  Die  älteste  Kopie 
rührt  von  Orazio  Griffi  her,  am  5.  (Jkt. 
1619  vollendet  und  befand  sich  einst  in 
der  Corsinischen  Bibl.  zu  Rom,  betitelt: 
Frammento  che  contiene  le  regele  di  G. 
'  M.  Naiinino  e  di  Qiop.  Bernnrdo  N.  jkt 
fare  contrappunto  a  mente  sul  canto  fermo. 
La  Fage  2,  303  giebt  davon  Auszüge. 
Andere  Kopien  in  Bologna,  Kat.  1,  301 
und  302  :  1.  Kudiinenti  e  regele  di  con- 
trappunto, attribuite  a  G.  Maria  N.  Ms. 
8*>.  16  S.,  viellciclit  Autogr.  2.  Regole 
di  Contrappunto  doppii  a  4  e  5  voci  di 
...  Ms.  4".  8  Ell.  vielleicht  Autogr.  (V), 
am  Ende  3  Canon  i  von  ralestrina^  Falsi- 
bordoni  von  verschiedenen  Autoren  und 
ein  Kanon  von  Tcod.  Clinio.  3.  Cento 
cinquantasette  Corrtrapunti  sopra  dei  Canto 
fermo  intitolata  la  Base  di  Costanxo  Festa^ 
Opera  di  G.  M.  N.  da  Vallerano  (sie?). 
Ms.  40.  128  BU.  „Finis  1002  Mantuae 
die  23  üctobris.  4.  Regole  di  Contrap. 
di  G.  M.  N.  e  dei  suo  fratello  minore 
Gio.  Bernardino.  Ms.  fol.  78  BU.  kopiert 
von  Martini.  5.  Trattato  di  Conti  ap.  di 
G.  M.  N.  e  di  Bernardino  Nauini  suo  Ni- 
pote.  Ms.  fol.  62  Bll.  Gaspari  giebt  zu 
jedem  Ms.  interessante  Berichte  und  No- 
tizen. Siehe  auch  Haberl  1.  c.  95.  Auch 
die  ß.  ß.  besitzt  2  Kopien  unter  Ms.  theor. 
120  u.  131  und  die  Beispiele  unter  L  322. 
Ferner  die  Bibl.  Casanatense  zu  Rom,  fds. 
Baini.  —  Im  br.  Mus.,  Ms.  154:  Regole 
per  il  contrappunto.  Am  Ende  der  Musik- 
beispiele ist  nur  Oioi'.  Bernardo  N.  gez. 
Ms.  des  18.  Jhs. 

Chronologisches  Verx.  semer  Kom- 
positionen. 

1579  (die  erste  Ausg.  muss  zwischen 
71 — 74  erschienen  sein,  als  er  KapeUm. 
an  S.  Maria  Magg.  war):  II  1.  lib.  di 
Madr.  a  5  v.    Ristamp.  Ven.,  Gard.    5  Stb. 


qu40.     26  Nrn.     [B.  M. 
T.    br.Mus.  5  Stb. 


Bologna. 


B.  B: 


Nanino,  Giov.  Maria. 


141 


Nanino,  Giov.  Maria. 


—  1.582  ib.  [B.  D.  Florenz  B.  n. 
Lincoln  Ch.  L.  fehlt  .5  a.    Bologna.    Brässel. 

—  1587  ib.     [C.  P.  5  Stb. 

—  1G05  ib.     [Bologna.     C.  P. 

—  1609  col  Bc.  per  ilClavicemb.  Ven. 
[B.  K.  6  Stb. 

1581.  Madrigali  a  5  voci  di  G.  M.  N. 
et  di  Annibal  Stabile.  Yen.,  Gard.  5  Stb. 
11  von  K,  9  von  Stabile.  [B.  D.  B.  M. 
B.  B:T.  Bologna.  Verona  S.  f.  5  a.  br. 
Mus.  Neapel  Cons.  f.  T.  Westminster- 
abtei  in  London. 

—  1587  rist.  ib.  5  Stb.  [Bologna. 
Modena  5  Stb.  Florenz  B.  n:  C.  br. 
Mus:  C.  (Inhalt  bei  Eitner  1,  1581  und 
Vogel  unter  Nanino). 

1586  a.  Motecta,  ut  vulgo  appellantur 
.  . .  quae  ternis  et  quinis  voc.  Ven.,  Gard. 
0  Stb.  qu40.  31  Nrn.  [B.  D.  Proske. 
B.  Kgsbg:  B.  Bologna  im  Ms.  P.  u.  im 
Druck. 

1586  b.  II  3.  Üb.  de  Madr.  a  5  v. 
Ven.,  Gard.  5  Stb.  qu40.  '21  Nrn.  S.  9 
von     Giov.    Beruardiuo    Nanino.       [B.  B. 

B.  D.     Modena.     Bologna.     Florenz  B.  n : 

C.  Münster  B.  S.     C.  P.     br.  Mus:A. 
1593.     II    1.  lib.   delle    Canzonette    a 

3  voci  . . .  per  Alessandro  Nanini  raccolte. 
Ven.,  Gard.  3  Stb.  4».  26  Nrn.  [B.  K: 
T.  B.    Basel:  T.  B. 

—  1599  ib.  26  Nrn.  [Proske:  C  br. 
Mus:  C.  T. 

65  Gesge.  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1), 
ferner  in  Galilei's  Fronimo.  —  In  Quag- 
liati's  Canzonette  spirituali  3  v.  1588  a. 
Ausg.  von  1585g  in  Bologna:  Alma  del 
redentor  p.  23  (Eitner  1).  —  In  Verovio's 
Ganz.  spir.  3  v.  1591:  Non  puö  liugua 
narrare.  —  In  Monteverdi's  Musica  tolta 
1607 :  Erano  i  capei  (Artifex  niirus)  5  voc. 

—  In  Ant.  Gardauo's  4.  üb.  delle  Muse 
5  V.  1574:  4  Madr.  —  In  Sabbio's  L'amo- 
rosa  Ero  1588  ein  Gesg.  —  In  Bozi's 
Giardinetto  1588:  Celeste  donna.  —  In 
Fei.  Anerio's  Le  gioie  Madr.  1589:  La 
dove  par  che  5  v.  —  In  Ang.  Gardano's 
Dialoghi  music,  1590:   Donne  vaghe  8  v. 

—  In  AVatson's  The  first  sett  of  ital. 
Madrig.  1590:  Morir  non  puo  5  v.  —  In 
Vincenti's  Fiori  musicali  1590:  Lasciau  le 
fresche.  —  In  desselben  Canzonette  per 
cantar  1591:  Tutta  gentile  e  bella  3  v.  — 
In  Verovio's  Canzonette  spir.  3  v.    1591 : 


Non    puö    lingim. 


In    Vincenti's    De' 


floridi  virtuos!  1592  =  1585  d,  3  Madr. 
—  In  Amadino's  Floriudo  1593:  Alt'e 
pieni  sospiri  5  v.  —  In  Vincenti's  Nuova 
spoglia  araorosa  1593 :  Amor  se  i  bei 
Rubiui  4  v. ;  Legö  questo  mio  core  4  v. ; 
Da  i  bei  vostr'occhi  5  v.  —  In  Phalese's 


Pai'adiso  1596:  La  dove  par  ch'ogno. 
Aventuroso  piu.  Donna  gentil.  Poi  che'l 
tue.  Da  vaghe  perle.  —  In  Yonge's 
Musica  transalpina  1597  1  Gesg.  mit  eng- 
lisch. Text.  —  In  Flaccomio's  Le  risa 
avicenda  1598:  Poi  che  il  tuo.  —  In  An- 
cina's  Tempio  armonico  1599:  9  Madr.  — 
In  Phalese's  Floridi  virtuos!  1600:  Amor 
mi  fa  morire.  Non  son  le  vostre  mani 
5  V.  —  In  Ang.  Gardano's  I  diporti  della 
villa  1601:  Chi  di  gare  e  rancori.  — 
In  Orf.  Vecchi's  Scielta  de  Madrig.  5  v. 
1604:  Amor  deh  dimmi.  Erano  i  capei. 
Non  era  l'andar.  Morir  non  puo  .  (ur- 
spi-üngl.  lat.  Texte  zu  Motett.).  —  In  Pha- 
lese's Canzonette  aUa  romana  =  Samlwk. 
1595  a  12  dreist.  Ganz.  —  In  Molinaro's 
Fatiche  spir.  lib.  2,  1610:  AU'hor  che  la 
felice,  6  voc.  —  In  Cavaglieri's  Madrigali 
1616:  Morir  non  puö.  Amor  deh  dimmi. 
Donna  gentil,  ursprüngl.  lat.  Motetten- 
texte, 5  voc.  —  In  Denis',  Eude's  und 
Terzi's  Lautenbücher. 

17  Tousätze  in  Contrapunto  2,  ein  Teil 
davon  ohne  Vornamen. 

In  neuen  Ausg.  13  Gesge.,  dabei  2  ohne 
Vornamen,  daher  fraglich  i^Eitner  2).  Die 
Lamentatioues  im  Haberl  .sind  schon  oben 
erwähnt.  Ferner  macht  Letzterer  darauf 
aufmerksam  (1.  c.  96),  dass  folgende  Ge- 
sänge unter  N.'s  Namen  untergeschoben 
sind:  Diffusa  est.  Exaudi  nos  und  das 
Stabat  mater.  —  In  Commer's  Musica 
Sacra  Bd.  25  ein  Gesang.  —  Im  Samlwk. 
Jubilus  rythmicus  von  E.  Forber,  Lpz., 
Br.  &  H.  in  P:  Jesus  in  pace.  Quando 
cor  nostrum.  Jesu  spes  poeuitentibus.  — 
In  Georg  Schmitt's  Anthologie  ein  Ton- 
satz, Bd.  8. 

Manuscripte. 

Mss.  Gap.  s'isHna  18  versch.  Gesge., 
s.  Kat.  —  Im  Lateran:  Audi  benigne 
Cod.  67.  —  In  S.  Maria  Maggiore  ein 
Stiidieubl.  —  Gap.  Julia  1.  9  Lamenta- 
tioues, Cod.  44,  5  davon  von  Haberl,  Jahr- 
buch 1891,  veröffentlicht.  2.  Sancta  et 
immacul.  8  v.  3.  Litania  12  v.  4.  Hodie 
Christus  4  V.  5.  Magnif.  8  v.  6.  Dixit 
Dnus.  8  y.  —  B.  M.  9  Madr.  mit  geistl. 
Texten  versehen  aus  Herrer's  Hortus 
musical. ,  Kat.  218;  in  moderner  Part. 
1.  Litaniae  8  voc.  2.  Dixit  Dnus.  8  voc. 
u.  4  Mot.  —  Ms.  B.  L.  Morir  o  puovrino 
5  V.,  s.  Kat.  —  B.B:  Ms.  535:  Stabat 
mater  4  voc.  P.  imd  Exaudi  nos  4  voc. 
(beide  imtergeschobene  Komposit.).  Haec 
dies  5  V.  —  In  Bd.  2,  S.  76:  Quem  vidis- 
tis  6  voc.     Ferner  in  B.  B : 

Ms.  35,  2  Madr.  aus  1594  u.  95  zu  4 
u.  5  Stim. 


Nanino,  Giov.  Maria. 


142 


Nantermi,  Michel' Angelo. 


Ms.  103.  Maria  salvatoris  8  voc. 

Ms.  32.  Sancta  et  iinmacul.  —  Cantate 
Dno.  —  Dne.  quis  habit.  8  v. 

Ms.  165.  Lamentationes  4  v. 

Ms.  15840  in  K.  Hodie  Christus  4  v. 

Ms.  160.  0  quam  suavis.  —  Haec 
dies  5  V. 

L  177  Hodie  nobis  6  v. 

L178,  178a  u.  324.  Madrigali  5  voc. 
aus  1581  u.  Motetti  3  e  5  v. 

L212  Missa:  Salve  reg.  5  v. 

L  294.  Veni  sponsa  5  voc. 

W32:  3  Motetten  zu  8  St.  —  W  35: 
2  Madr.  zu  4  u.  5  St.  —  W  103:  Sancte 
et  immacul.  8  v.  —  T  37.  49.  100  alleriei 
Gesänge  in  P. 

Ms.  Bologna,  Kai  2,  469:  0  altitudo 
divitiarum  8  voc.  P.  von  Santini.  —  Ms. 
Kat.  3,  4,  P.  von  1613  p.  33,  Erano  i 
capei  d'oro.  —  p.  35,  Amor,  deh,  dimmi 
come  5  voc.  —  Kat.  2,  169.  Part,  von 
Santini  S.  36  ein  Satz. 

Ms.  B.  Bf.  1  Gesg.  —  Ms.  B.  Ä.  1  Gesg. 

Ms.  Part,  in  Breslau  Kircheninst.  (Uni- 
versit.)  4  Mot.  zu  4  und  5  Stirn. 

Im  R.  C.  of  Mus.  Ms.  1881,  4  Stb. 
1940,  4  Stb.  2  weltl.  Gesge.  lu  1940 
ohne  Vornamen. 

In  B.  Dresden  6  geistl.  Gesge.  im  Ms., 
dabei  ein  Stabat  mater  4  v.  (s.  Kat.) 

In  Musüfr.  Wien,  Ms.  8  Stb.  17.  Jh., 
unter  Nr.  72:  Dolorosi  MartjT,  5  voc. 

In  B.  Zw.  im  Ms.  Christus  orbis  5  voc. 

In  Hof  b.  Wien,  Ms.  15606,9:  Hodie 
Christus  natus  4  v.  Veni  sponsa  Chi'isti 
5  voc.  in  Part.  —  Ms.  15607,5:  Jubilus 
S.  Bernardi,  Jesu  dulcis  memoria.    P. 

In  moderaer  P.  Bd.  156  [K.  Br.J:  0 
quam  suavis.  Haec  dies  quam  fecit  5  v. 
—  Hodie  Christus  nat.  est.  4  voc.  Veni 
sponsa  Chr.  5  v. 

Nanni,  ßanieri  (Rainer),  js^ehört 
wahrscheinlich  der  letzten  Haltte 
des  17.  Jhs.  an  und  befinden  sich 
von  ihm  in  der 

Kgl.  Musikalien  -  Samlg.  zu  Dresden 
Ms.  477  eine  Messa  solenne  ä  4  voc.  con 
Strom,  und  Ms.  477  a  ein  Credo  a  4  voc. 
c.  Strom.  —  In  der  Bibl.  der  MusLkfr.  in 
"Wien  mit  dem  Vornamen  Rainer  „Senates 
a  Clavec.  e  Violiuo". 

Nanquete  (Nanqueto),  Joaii  (Jo- 
hann, Hans),  Tenorist  an  der  Hof- 
kapelle in  München  von  1571  bis 
1578  mit  144  Gld.  Gehalt.  Ob 
der  von  1568  bis  1570  in  den 
Listen  verz.  Johann  Marckhet  der- 


selbe ist,  lässt  sich  vorläufig  nicht 
feststellen. 

Nantermi  Filiberto ,  wahr- 
scheinlich ein  Bruder  des  Michel' 

Angelo, 

ist  in  dessen  Madrigale  von  1609  auf 
S.  17  mit  „Cor  mio  deh  non  languire", 
5  voci  vertreten. 

Nantermi,  Horatio.  Fetis  unter 
Nanterni  sagt:  zu  Mailand  geb.  und 
der  Vater  des  Michel'Angelo.  Hier- 
gegen spricht  die  Dedic.  zu  seinen 
Motetten  von  1606,  denn  da  er 
dies  als  sein  erstes  Werk  bez.,  so 
kann  M.  Angelo,  der  1609  eine 
Samlg.  Madrigale  herausgiebt,  nicht 
sein  Sohn,  sondern  vielleicht  sein 
Bruder  sein.  Letztere  Meinung 
wird  noch  bestärkt  durch  die  Auf- 
nahme von  2  Madrigalen  in  des 
letzteren  Samlg.  Fotis  sagt  weiter: 
er  war  gegen  1590  Kapellmeister 
an  der  Kirche  S.  Celso  zu  Mai- 
land. Obige  Motettensamlg.  ist 
betitelt: 

Partito  del  1.  üb.  delli  Motetti  a  5  voci 
di  . .  .  (ein  Amt  ist  nicht  verz.),  Nuoua- 
mente  ristampati  (die  erste  Ausg.  muss 
nach  der  Dedic.  „Milano  adi  3.  Genaro 
1601"  erschienen  sein).  Milano  1606 
Agost.  Tradate.  Part.  4".  80  BU.  in 
moderner  Einrichtung.     [Bologna. 

6  Motetten  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1), 
aulserdem  noch  in  Bonometti's  Parnassus 
musicus  1615  eine  4stim.  Motette  und  in 
einem  Ms.  zu  Bologna  von  1613  von  .loan. 
Amigonus  zu  Kom  gesclirieben  (Kat.  3,  4) 
die  Motette:  Domine  Jesu  Bl.  36  in  P. 
Nach  einer  Vorbemerkung  im  Kat.  fehlt 
aber  das  Bl.  36.  Er  wird  im  Kataloge 
Nanterni  genarmt.  —  In  Franc.  Lucino's 
Concerti  in  Partit.  1612:  Tu  gloria  Jeru- 
salem 2  V.  Exultate  Deo  4  voc,  unter 
Nanterni. 

Nantermi  (nicht  Nanterni),  Mi- 
chel'Angelo, soll  der  Sohn  des 
Horatio  sein  und  folgte  seinem 
Vater  als  Kapellmeister  an  der 
Kirche  S.  Celso  zu  Mailand  wie 
Fetis  sagt,  dass  dies  ein  doppelter 
Irrtum  ist  wird  bei  Horatio  Nan- 
termi    nachgewiesen.     Der    Titel 


Napier, 


143 


Naidelli. 


seines  bekannten  Druckwerkes  aber 
bez.  ihn  1609  als  Organist  an  der 
Kirche  S.  Laurentio  maggiore  zu 
Mailand.     Der  Titel  lautet: 

II  1.  Yxh.  de  Madrigali  a  .5  voci  di  . . . 
col  Bc.  per  il  Clavicemb.,  Claitarrone  ed 
altro  simile  istromenti. . .  Yen.  1609  Ama- 
diuo.  6  Stb.  40.  21  Madr.,  dabei  2 
Madr.  von  Horatio  N.  und  1  Madr.  von 
Filiberto  Nonterini.     [B.  Kassel. 

Napier,  ...  ein  zu  London 
lebender  Violaspieler,  der  1784 
öffentlich  auftrat  und  vom  Jahre 
1791  ab  ein  jährliches  Benefiz- 
konzert gab  (Pohl  2,  39.  371).  Ob 
er  derselbe  wie  der  Musikverleger 
William  Napier  ist,  der  nach 
Brown  auch  Mitglied  der  „King's 
band"  war,  muss  ich  als  offene 
Frage   lassen.     Siehe   "William   N. 

Napier,  William,  um  1740 
geb.,  gest.  1812  zn  London,  grün- 
dete gegen  1782  in  London  eine 
Musikhandlung.  Brown  sagt-:  er 
war  auch  Mitglied  der  „King's 
band",  also  ein  lustruraentist  (ob 
er  der  Violaspieler  war,  ist  nicht 
bekannt).  1792  befand  sich  sein 
Geschäft  in  sehr  misslichen  Ver- 
hältnissen ;  um  ihm  zu  helfen  be- 
arbeitete Jos.  Hajdn  eine  Anzahl 
schottische  Lieder  für  Gesang, 
Klavier,  Violine  und  Violoncell. 
N.  machte  damit  sein  Glück,  zahlte 
nachträglich  an  Haydn  die  Summe 
von  50  £  und  konnte  die  Summe 
für  das  2te  Heft  verdoppeln 
(Pohl,  2,  182). 

Die  Haydn'sche  Bearbeitung  nach  der 
Angabe  Pohrs  habe  ich  nirgends  gefunden, 
dagegen  kann  ich  folgende  nachweisen: 

Selection  of  the  most  favourite  Scots 
songs  chiefly  pastoral  adapted  for  the 
harpsich.  with  an  acc.  for  a  Violin  by 
eminent  masters.  London  (1790?)  fol. 
P.  Bass  nur  beziffert.  3  Bll.  16  S. 
Dissei-tation  on  Scottish  Music  by  Tytler. 
77  S.  Musik,  77  S.  Text,  2  Nachbll.  Der 
1.  Bd.  geht  von  1—27,  der  2.  Bd.  zählt 
weiter.  Als  Bearbeiter  sind  genannt  Dr. 
Arnold,  Barthelemon,  Carter  und  Shield. 
[B.  M.     B.  Wagener. 


In  B.  B.  noch  ein  3.  Bd.  Dort  trägt 
der  1.  Bd.  den  Titel:  A  selection  of 
original  Scots  songs  in  3  parts  the  har- 
mouy  by  eminent  Masters.  Dedic.  Duchess 
of  Gordon.  Lond.  fol.  Die  friihere  Be- 
sitzerin des  Buches  hat  sich  1799  ein- 
geschrieben. 

Napier's  Selection  of  Dances  &  Strath- 
peys,  with  new  and  Appropriate  Basses, 
adapted  for  the  Pfte.  Harp  etc.  Printed 
for  W.  Napier.     fol.     [br.  Mus. 

Naray,  Greorge,  ein  ungarischer 
Geistlicher  des  17.  Jhs.,  der  fol- 
gendes Werk  herausgab: 

Lyi-a  coelestis  suavi  concordia  divinas 
laudes  personans.  Hominumque  animos 
a  terrenis  ad  coelestia  avocans.  Elaborata 
et  juxta  musicales  notas  in  harnioniam 
adaptata.  Nunque  primo  typis  edita  . . . 
Tyrnaviae  1695  per  Joan.  Andr.  Hörmann. 
4"  (Tj-rnavia  ist  Pressburg).  [Brüssel 
1257. 

Narbaez  (Narbais),  Liiys  de, 
ein  Spanier  aus  der  ersten  Hälfte 
des  16.  Jhs.,  der  sowohl  als  Mo- 
tettenkomponist, wie  als  Vihuela- 
spieler  (Vihuela  ist  eine  Art  Gui- 
tarre  mit  6  Saiten)  sich  bekannt 
machte. 

In  alten  Samlwken.  von  1539  — 1542 
findet  man  zwei  Motetten  (Eitner  1  unter 
Narbais)  und  für  die  Yihuela  gab  er 
heraus : 

El  primero  (segondo,  tercero,  quarto, 
qiünto  et  sesto)  libro  del  Delphin  de  mu- 
sica  de  cifras  para  taner  Vüiuela.  Hecho 
por  Luys  de  Narbaez.  Dirigido  al  muy 
iUustre  senor  el  Seuor  don  Franciso  deio 
Covos  ...  Ay  eynel  veynte  y  dos  dife- 
recias  de  Code  claros  para  discantar  y 
siete  diferencias  de  guarda  me  las  vacas 
y  una  bara  de  cötrapüto  M.  D.  XXX. 
Vni.  con  pri\-ilegio. . .  Am  Ende :  Fue 
impresa  la  presente  . . .  Yalladolid  por 
Diego  Hermadez  de  Cordova  impresor. 
Acabose  y  treynta  . .  Octubre.  qu4*'.  4 
und  108  Bll.  Jedes  Buch  mit  neuem 
Titelbl.  Enthält  arrangierte  Gesänge  von 
damaligen  bekannten  Meistern,  wie  Jos- 
quin,  Gombert,  Eichafort  etc.  französische 
Chanson,  Fantasien  u.  a.  fürs  Instraraent 
komponierte,  [br.  Mus.  Straeten  7,  384 
sah  ein  Exempl.  in  Madrid.  Siehe  auch 
8,  452. 

Nardelli,    D.    CrioTanni,    ein 

Komponist  des  17. — 18.  Jhs., 


Nardi. 


144 


Nai'dini. 


der  im  Ms.  11500  der  B.  B.,  Samlbd. 
Partit.  Nr.  39  mit  der  Cautata:  Piangea 
un  di  piangea  Fileno,  per  Sopr.  et  Cont. 
vorkommt. 

Nardi,  Pauliiio,  päpstl,  Sänger 
und  1666  Kapellmeister  der  Ka- 
pelle (Haberl,  Kat.  69). 

Nardini,  Pietro,  ein  bedeuten- 
der Violinist,  Schüler  Tartini's, 
geb.  zu  Fabiana  in  Toscana  bei 
Monte  Lupo  (nach  Gervasoni)  gegen 
1722,  gest.  7.  Mai  1793  zu  Flo- 
renz. Seine  Eltern  siedelten  in 
seineu  Kinderjahren  nach  Livorno 
über,  wo  er  auch  den  ersten  Mu- 
sikunterricht genoss,  bis  er  nach 
Padiia  zu  Tartini  ging,  dessen 
Unterricht  er  bis  zum  24.  Jahre 
genoss.  Von  da  kehrte  er  nach 
Livorno  zurück,  wo  er  öfter  in 
der  Kirche  und  in  Konzerten  sich 
hören  liefs.  Im  Jahre  1763  brachte 
der  Herzog  Karl  von  Württemberg 
N.  aus  Italien  mit.  Mozart  hörte 
ihn  daselbst  in  demselben  Jahre 
u.  rühmt  die  „Schönheit,  Reinig- 
keit  und  Gleichheit  des  Tones;  im 
singbaren  Geschmack  sei  er  von 
Niemand  übertroffen"  (Sittard  3, 
55).  1767  soll  er  wieder  nach 
Italien  zurückgekehrt  sein,  pflegte 
zuerst  seinen  Meister  in  Padua  bis 
zu  dessen  Tode  und  erhielt  dann 
1770  an  der  Hofkapelle  zu  Flo- 
renz die  Stellung  eines  1.  Violi- 
nisten, resp.  des  Orchesterdirektors, 
welches  Amt  damals  stets  dem  1. 
Violinisten  zufiel.  Er  st.  71  Jahr 
alt.  Schubart's  überschwengliches 
Lob  teilt  V.  Wasielewski  1 ,  144, 
3.  Ausg.,  mit,  diesem  fügt  W.  sein 
eigenes  Urteil  bei.  Abate  Rai- 
mondo  Leoni  di  Pienza  schrieb 
ein  Elogio  di  P.  N.,  celebratissimo 
Professor  di  Violine.  Firenze  1793 
Cambiagi.  8"  [Brüssel].  La  Mara 
in  Bd.  1,  233  teilt  einen  Brief  in 
deutscher  Uebersetzung  vom  30/1 
1790    mit.     Burney    spricht    über 


ihn  1,  184.  186  ff.  —  G.  B.  Ran- 
goni  verfasste:  Saggio  sul  gaste 
della  musica,  col  carattere  de'tre 
celebri  suonatori  di  violino  N., 
Lolli  e  Pugnani.  Livorno  1790. 
80  [Musikfr.Wien.  B.  B.  eine  fran- 
zösische Uebersetzung:  Livorno, 
Masi.  91  Seit.].  Von  seinen  Kom- 
positionen sind  nachweisbar: 

G  Sonates  a  V.  et  B.  oe.  2.  Amst., 
Hummel.  F.  gr.  fol.    27  S.     [Hofb.  Wien. 

Six  Sonatas  er  Duets  for  2  V.  op.  2. 
London,  Walsti.     2  Stb.  fol.     [B.  B. 

6  Sonate  per  V.  solo  e  B.  (Paris  c. 
1765).  qufol.  [Dresd.  Mus.  Dresden, 
s.  1.  mit  Portr. 

VII  Sonates  pour  V.  et  B.  avec  les 
Adagios  brodes.  Deruiere  edit  d'apres  les 
Mss.  originaux  de  l'auteur.  Ded.  k  Mr. 
Marescot.  Paiis  chez  Decombe,  Luthier. 
fol.  mit  Portr.  pag.  206—295.  [B.  AVa- 
gener.     Musikfr.  Wien. 

6  Sonates  h.  V,  seul  et  B.  avec  les 
Adagios  brodes  par  . . .  Edit.  par  J.  B  to 
Cartier.  Paris,  Decombe.  P.  fol.  49  S. 
[B.  M.  B.  B.  Musikfr.Wien.  B.  Wage- 
ner mit  italienischem  Titel  im  Kupfer- 
stich, ohne  Verleger  in  gr.  qufol.  Por- 
trät und  30  S. 

Concerto  per  V.  Va.  e  B.  4  Stb. 
[Musikfr.  Wien. 

6  Quartett!  ä  2  V.  2  A.  et  Vcl.  Fi- 
renze. Stb.  [Musikfr.  Wien.  Berlin  K.  H. 
mit  Poiir.     Wolfenb. 

Sei  Trii  per  2  Fl.  trav.  e  B.  Ms.  Stb. 
[Mailand  Cons. 

6  Duos  pour  2  V.  Paris.  [Paris  Nat., 
vielleicht  dieselben  wie  oben,  2.  Werk, 
London. 

Six  Solos  for  a  V.  with  a  B.  for  the 
harps.  or  Vcl.  London,  Walsh,  fol.  26  S. 
[B.  Wagener. 

In  Handschriften: 

B.  B.  15  860  in  Kapsel:  3  Sonaten  f. 
V.  solo  u.  B.  Stb.  (Dehn  bemerkt  dazu: 
comp,  von  Tartini,  bearbeitet  von  N.)  — 
Ms.  15861,  50  und  60  Capriccio's  f.  V. 
solo.     liv.  1.  2. 

12  Sonate  a  V.  solo  con  suo  Basse. 
P.  qufol.  Ms.  26  a.  [Dresd.  Mus.  Hofb. 
Wien,  gr.  fol.     33  BU.     Ms.  19196. 

Sonate  in  C.  für  V.  u.  Bc.  Ms.  Stb. 
[BriLSsel  Cons. 

1  Sonate  f.  V.  u.  B.  Kopie.  [B.  Wa- 
gener. 

Im  C.  P.  1  Bd.  Kompositionen  imd 
Sonates  de  V. 

Im  Autogr.  Grasn.,  B.B.,  1  Brief  u.  Portr. 


Nardis. 


145 


Nares. 


Sonate  per  2  Y.  e  B.  Ms.  Stb. 
[Padua  Aiit. 

In  neuen  Ausg.  2  Sonaten,  1  Adagio 
(Eitner  2).  In  Alfred  Moffat's  Meister- 
Schule,  Berlin.  Simroek,  1  Piece. 

Nardis,  Caiiiillo  de. 

Die  BüjI.  der  Musikfr.  in  AYien  be- 
sitzt von  ihm  ein  Preludiu  aUo  Stabat 
mater  di  Tom.  Traetta,  im  Kl.-A. 

Nardo  di  Monte,  siehe  Cola. 

Xardö,  Fra  Beiiedetto  Serafico 
di,  deirordine  di  Predicatori,  lebte 
1575  in  Neapel  nach  der  Dedic. 
1581  zeichnet  er  die  Dedic.  in 
Leccie.  Ein  Amt  ist  nirgends  ge- 
nannt.    Er  gab  heraus: 

...  11  1.  üb.  delli  Madrigal!  a  5  voci 
da  lui  composto  corretto  . . .  Ven.  1575 
Gius.  Guglielmo.  5  Stb.  qu-l».  29  Nrn. 
Aus  der  Dedic.  erfährt  man,  dass  dies 
seia  erstes  'Werk  Ist.  was  er  aber  schon 
einmal  1571  bei  Oratio  Salviani  in  Ne- 
apel heraasgegeben  habe,  nun  aber  um- 
gearbeitet und  von  neuem  in  Venedig 
habe  drucken  lassen.     [Modena  fehlt  B. 

...  II  3.  lib.  di  Madr.  a  5  et  a  6  voci 
con  un  Dialogo  a  diece.  Novam. . .  Vineg. 
1581  l'herede  di  G.  Scotto.  6  Stb.?  4". 
22  Nrn.     [Bologna:  5a. 

Nardo,  Frater  Grioranni,  wurde 
am  6.  Juli  1489  zum  Sänger  a/d. 
Kapelle  Antoniana  zu  Padua  ge- 
wählt (Tebaldini  2). 

Nardiicij  (Narducci),  Beue- 
detto, 

ist  in  Vincenti's  Vittoiia  amorosa  1596 
mit  dem  Madrigal:  Non  son  in  queste 
rive  5  voc.  vertreten  und  in  Ancina's 
Tempio  armonico  1599  mit  ,,Con  dolor 
fiero''  3  voc. 

Nares,  James,  Mus.  Dr.,  ge- 
tauft am  19.  April  1715  zu  Stan- 
well  (Middlesex),  gest.  10.  Febr. 
1783  in  London.  Knabensänger 
an  der  Kgl.  Kapelle  unter  B.  Gates, 
später  Schüler  von  Pepusch.  Ver- 
trat eine  Zeitlang  den  Organisten 
Pigott  a/d.  St.  Georg-Kapolle  zu 
Windsor,  erhielt  1734  den  Or- 
gauisteuposten  an  York  Miuster, 
wurde  am  31/1  1756  Nachfolger 
des  Dr.  Greene  als  Organist  und 
Komponist   der  Kgl.   Kapelle  und 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


erwarb  sich  in  demselben  Jahre 
den  Grad  eines  Dr.  der  Musik  zu 
Cambridge.  1757  wurde  er  au  der 
Kgl.  Kapelle  Lehrer  des  Knaben- 
chores. 1780  trat  er  in  Pension. 
Ton  seinen  Kompositionen  sind 
nachweisbar  (Davey  bezeichnet  sie 
mit  armselig): 

20  Autliems  in  P.  for  1,  2,  3,  4  and 
5  vuices  (Titelbl.  fehlt).  London  1788, 
fol.     [E.  C.  of  Mus. 

—  in  neuer  Ausg.  von  Novelle  in 
London,  1858.     fol.     P.      [br.  Mus. 

A  Morniug  &  Eveniug  sen'ice  ...  to- 
gether  with  6  Anthems.  Lond.  1788 
Preston.  fol.  P.  mit  Portr.  [br.  Mus. 
R.  C.ofMus.     Cambiidge  FW. 

The  roval  pastoral.  A  dramatic  Ode. 
P.  Lond.,"  Welcker.  (1767)  fol.  [B.  M. 
br.  Mus.     Glasgow.     E.  C.  of  Mus. 

A  collectiou  of  catches,  cauons  &  glees. 
Lond.,  Welcker.  qufol.  c.  1780.  1  vol. 
mit  3  u.  4  St.  Gesg.  [B.  B.  br.  Mus. 
Glasgow. 

4  Anthems  im  Ms.  P.  1.  It  is  a  good 
thing.      2.    Turn    thee    again,    0    Lord. 

3.  Unto  thee,  0  God,  do  we  give  thanks. 

4.  Lord,    how   long  wilt   thou.      [R.  C.  of 
Mus. 

3  Bücher  Anthems,  1757—1769  für 
die  Kgl.  Kapelle  komp.,  Ms.  629,  br.  Mus. 

8  setts  of  lessons  for  the  harps.  Lond. 
1757  J.  Johnson,     qufol.     [br.  Mus. 

6  Fugues  with  Introductory  Yoluntaiy's 
for  the  Organ  or  Harpsich,  Lond., 
Welcker.     qufol.     [br.  Mus. 

In  Ms.  161,  Cambridge  FW.  7  Fugen 
für  Orgel. 

Five  harpsichord  lessons  and  a  Sonata 
in  score  for  the  harps.  or  oi'g.  (with 
Strings)  op.  2.  London,  Johnson.  [Cam- 
bridge FW.  in  Nr.  485. 

These  lessons  for  the  harps.,  with  a 
Sonata  in  score  for  the  harps.  or  org. 
op.  2.     Lond.     qufol.     33  S.     [br.  Mus. 

II  principio;  or,  a  regulär  introduction 
to  playing  on  the  harpsich.  or  org.  Ib. 
qufol.     [br.  Mus. 

N.'s  treatise  on  singiug.  London, 
Welcker.     [Cambridge  FW.  421. 

Concise  &  easy  treatise  on  siuging, 
addressed  to  those  desirous  of  performing 
Duets  or  Musio  in  parts.  The  niles  cal- 
culated  to  remove  all  difficulties  with  a 
set  of  Eughsh  Duets  for  beginners.  Lon- 
don, qufol.     33  S.     [br.Mus. 

6  Anth.  u.  Serv.  in  Sam.  Arnold's 
Cathedr,  mus.  17'J0.    —  Ebenso  in  Eim- 

10 


Narnis. 


146 


Nasco. 


bault's  Cathedr.  mus.  1.  Bd.  1847  [Hofb. 
Wien.]  —  In  Page's  llarmouia  Sacra. 
In  Stevens'  Sacrcd  Music  2  Anthems. 

In  Clarke's  Favourite  Anthems  with 
organ,  London,  P.  ein  Antliem. 

Te  Deuni,  Jubil.,  Sauet.,  Kyrie  etc.  in 
F.  for  4  voic.  in  Warreu's  coli,  of 
Cathedr.  Servic.    Nr.  26-29.     1859. 

In  T.  Johnsou's  Psalmenausgabe :  Au 
Abridgmeut  c.  1777. 

In  Chappell's  Church  Services  1866. 
Nr.  1. 

In  Riley's  Psahn  u.  hynins.  c.  1750. 

In  Warreu's  Collect,  of  Catches,  2 
Canon,  2  Glees,   2  Rounds  und  1  Catch. 

In   Bishop's  collect,   of  Glees,    1  Glee. 

In  Catch  Club  2.    18.  Jh.  letzte  Hälfte. 

In  Catch  Club  3  (Sibbald  in  Edinburgh). 

In  Longman's  Collect,  of  Catches  Nr.  34 
ein  3  st.  Catch.  lu  Ilullah's  The  Singers 
übrary.  Nr.  30. 

In  neuen  Ausg.  8  Gesänge  (Eitner  2). 

Narnis  (de  Narnia),  Bernardi- 
niis  de,  Supranist  an  St.  Peter  in 
Rom  von  1190—1499  (Viertelj.  3, 
239). 

Nasci,  Michele,  ein  Violinist 
und  um  1770  Orcliesterdirektor 
am  Theater  Fioicntini  in  Neapel 
(Buruey  1,  262). 

Von  seiueu  Kompositionen  sind  bekannt 
im  Ms.  331,  br.  Mus. ,  im  Autogr.  von 
1769  ein  geistlicher  Gesang.  —  Concerto 
di  V.  e  B.  in  Stb.  und  Sonata  a  2  V. 
Va.  e  B.  in  Stb.     [Musikfr.  Wien. 

Sonate  sei  di  Cembalo  con  acc.  di  V. 
London  c.  1775.  fol.     [br.  Mus. 

Nascimbeni,  Maria  Fraiicesca, 

aus  Ancona,  wo  sie  auch  später 
wohnte.  Sie  war  eine  Schülerin 
des  Scipione  Lazarini,  trat  mehr- 
fach als  Kompouistin  auf  und  zwar 
mit: 

Canzoni,  e  Madrigali  morali,  e  spiri- 
tuali  a  una,  due,  e  tre  voci  della  Siguora 
. . .  Aucoua  1674,  nella  stamperia  miu>i- 
cale ,  per  Claudio  Percimineo.  4  Stb : 
2  C.  B.  u.  Org.  4".  14  Gesge.  [Oxford 
B.  L.  Bologna,  Kat.  2,  470  Abdr.  der 
Dedic.  Vogel  nennt  sie  Nascinbeni.  Der 
Bologner  Katalog  aber  fünfmal  wie  oben 
angezeigt  ist. 

lu  ihres  Lehrers  Motetti  op.  2  von 
1674  die  Motette:  Sitientes  venite,  2  C. 
e  B.     Per  il  Santissiuio  Sacraniento. 


Nascimbeni  (Nasimbeui),  Ste- 
fano, geb.  in  Mantua,  Kapell- 
meister an  St.  Barbara  ebd.  im 
Anfange  des  17.  Jhs.  (Canal  97 
und  Titel).  Au  Kompositionen  sind 
bekannt: 

Messe  8  voci  cou  la  partitura  per  Tor- 
gano.  Lib.  1.  Ven.  1612  Amadiuo.  8 
Stb.  40.  3  Mess.  [B.  B:Cl.  Proske 
kompl.?  Danzig  Kathar:  C2.  AI.  Tl. 
Bl. 

Psalmi  ad  vesperas  in  totius  anui  so- 
lemuitatibus.  Tom.  I.  Ven.  1616.  [B.D. 
93,  5.   7  Stb.  mit  Bg. 

Sabni  8  voci.  Ven.  1616  Gardano.  fol. 
[B.  D.  27,  2:  Partitura,  NB.  Bc.    30  S. 

Concerti  ecclesiastici  a  12  voc,  divisi 
in  3  chori,  Ven.  1610  Amadino.  2  Mess. 
u.  8  andere  Gesge.  [Proske.  br.  Mus. 
fehlt  der  3.  Chor. 

2  Gesänge  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1), 
aufserdem  nach  Vogel  in  Ang.  Gardano's 
Lamorosa  caccia  1588:  Luceuti  rai  del 
sole,  5  voc.  Dei'selbe  Satz  auch  iu  Pha- 
lese's  Paradiso  music.  1596. 

Nasco,  GioYauni;  aus  den  Titeln 
seiner  Werke  ist  ersichtlich,  dass 
er  1548  „Maestro  de  la  Nobile  e 
virtuosa  Accademia  d'i  Siguori 
filarmonici"  zu  Verona  war,  1554 
Kapollmeister  am  Dome  zu  Tre- 
viso,  ebenso  1557;  die  übrigen 
Drucke  geben  keine  Nachricht. 
i  Fetis  Angabe,  dass  er  in  Fano 
Kapellmeister  war,  lässt  sich  niciit 
nachweisen.  1560  i.st  er  schon 
nicht  mehr  am  Leben,  siehe  die 
Lamentationi  von  1561 .  Von  seinen 
Kompositionen  sind  bekannt: 

Lamentationi  a  voce  pari  di  G.  N.  a 
4  voci  con  doi  Passii  il  Beuedictus  et  le 
sue  Antiphone  Nouamente  con  ogni  dili- 
gentia stampate  . . .  Ven.  1561  Gardano. 
4  Stb.  qu4".  Dedic.  unterz.  in  Treviso 
am  20/9  1561  von  der  Frau  Nasco's, 
Giacoma  Calderara  Nasca,  worin  sie  sagt, 
dass  ihr  Ehegemal  die  Konipos.  hinter- 
lassen habe  (Abdr.  der  üedic.  im  Kat. 
Bologna  2,  279).     [Bologna. 

—  Lamentationi  a  voce  pari  di  .  . .  a 
4  voci  con  doi  Passii  (wie  oben).  Ib. 
1564.     4  Stb.     qu40.     [Bologna. 

—  Lamentationi  a  voci  pari  di  ... 
Ven.  1574  figliuoli  di  A.  Gardano.  4  Stb. 
ciu40.     [Bologna:  T.  B. 


Nasco. 


147 


Nasolini. 


Madrigali  di  . . .  a  5  voci. . .  Ven.  1548 
Gardaue.  5  Stb.  (ii\4P.  Dedic.  in  Ve- 
rona gez.  30  Gesge.  [Bologna  fehlt  5  a. 
Verona  S.  f:  A.      Rom  Cecilia:  A.  T.  B. 

...  II  1.  lib.  de  Madr.  a  4  voci,  in- 
sieme  la  Cauzon  di  Rospi  &  Rossignol. . . 
Ven.  1554  A.  Gardane.  4  Stb.  (iu40. 
Lebte  in  Treviso.  32  Madr.  [liofb.  Wien. 
Bologna:  B.     Verona  S.  f:  C.  A.  B. 

—  Ib.  1555.  4  Stb.  qu40.  2  Madr. 
fehlen,  2  neue  kommen  hinzu  (siehe  Vogel 
2,  9).     [B.M. 

—  Ib.  15G1   (jetzt  mit   Gardano  gez.), 

4  Stb.  qu4«.  Inhalt  wie  1554.  [B.  A. 
Hof b.  Wien:  C     Verona  S.  f:  C.  B. 

—  1584  Ang.  Gardano,  wie  1554.  [B.D. 
...    n   1.  Hb.    di    Canzon    Villanesche 

aUa  Napoiitaua,  a  4  voci  . . .  ristamp. . . 
Ven.  155G  Scotto.  4  Stb.  <iu40.  21  Ge- 
sänge.    [B.  Kgsbg.  kompl.  T.  defect. 

—  1558  Ant.  Gardano ,  wie  oben. 
[B.  A.     Hofb.  Wien:C.     br.  Mus:C. 

—  Vineggia  1565  Scotto.  wie  oben. 
[B.Zw:  T.     br.Mus:  C. 

Der  Katalog  von  G.  Hess  in  München 
zeigte  1901  Nr.  285  eine  Ausgabe:  Vineg. 
1566  appr.  G.  Scotto,  Tenorb.  an. 

Le  Canzon  et  Madrigali  a  6  voci  con 
u-no  Dialogo  a  7  di  .  . .  Ven.  1557  Gar- 
dane. 6  Stb.  qu40.  29  Gesge.  [Ven. 
Marco.     Verona  S.  f.  fehlt  C. 

—  ristami).  ib.  1562,  wie  oben.  [B.  M. 
Hofb.  Wien  fehlt  T.  Bologna:  A.  T. 
Paris Nat:  A.     br.Mus:  C. 

...  D  2.  lib.  d'i  Madrigali  a  5  voci, 
doue  si  contengono  tutte  le  niacharronee 
del  ditto  autore  Nouam.  per  Ant.  Gar- 
dano   stampato. .  .     Ven.    1557    Gardano. 

5  Stb.  (iu4".  28  Madr.  [B.  M.  Hofb. 
Wien:  C.  Bologna:  A.  ohne  Titel.  Ve- 
rona S.  f:  A.  T.  Neapel  B.  u:  C.  br. 
Mus:  C.  T. 

27  Gesge.  in  alten  Samlwk.  (Eitner  1). 
Dazu  kommen  noch  im  Cypr.  Rore  1563: 
Tristis   es  anima  und   0  salutaris  hostia, 

4  voc.  —  In  Fr.  Liuduer's  Biciuia  1591 
ein  Gesg.  —  In  Rore's  4.  hb.  Madr.  5  v. 
Ausg.  1580:  lo  mi  rivolgo  und  Talhor 
m'assale,  2.  p.  —  In  dessen  5.  hb.  Madr. 

5  V.  1560:  lo  non  sapeva.  —  In  V. 
Ruffo's  2.  lib.  Madr.  5  v.  1557  u.  s.  a: 
Morte  m'ha  morto.  Come  si  m'accendete. 
Non  ha  donna  piu  bella.  —  In  Verde- 
lott's  Madr.  6  v.  1561:  lo  vorrei  pur 
lodarti.  —  In  Ant.  Gardane's  II  vero  terzo 
lib.  Madr.  1549-':  Laccio  diset'et.  Lasso 
diceva.  Tu  m'hai  cor  mio.  —  In  Giov. 
da  Bene's  Musica  spirit.  Ganz,    et  Madr. 


1563:    13    Gesge.,    siehe    Scotto. 


In 


Scotto's    3.   lib.    del   Desiderio    1567:    4 


Madr.  —  In  dessen  Prima  Stella  de  Madr. 
5  v.  1570:  Se'l  tempo.   Madonna  quand'io. 

—  In  P.  Bozi's  Giardiuetto  de  Madr. 
3  voc.  1588:  Occhi  miei.  —  In  Vincenti's 
Nuova  spogha  1593:  In  biauco  letto  4  v. 

—  In  Arascione's  Nuove  Laudi  1600  Bl. 
26  ein  4 st.  Gesg.  —  In  Hove"s  Lauteu- 
buch. —  In  Cipr.  Rore's  Motetta  4  voc. 
1563:  Tristis  est  anima  mea  S.  10. 

Im  Ms.  2289  der  Kgl.  B.  Brüssel  fds. 
Fötis  ein  Madrigal  in  P. 

Nascll,  DoDi  Dieg'O,  ein  edler 
Spanier  in  der  ersten  Hälfte  des 
18.  Jhs.,  der  unter  dem  Pseudonym 
Egidio  Lasnel  die  Opern  schrieb: 
Attilio  regolo,  Palermo  1748.  De- 
metrio,  Neapel  1749  (Fotis).  Siehe 
auch  Lasnel. 

Nasera  (Nosera),  Pietro  de, 
ein  Discantist  a/d.  Hofkapelle  in 
Wien,  vom  1.  März  1597—1619 
mitmonatl.  löGld.  Gehalt  (Köchel  1). 

Nasimbeni,  Stefano,  siehe  Nas- 
ciiubeiii. 

Nasolini,  Sebastiano,  geb.  zu 
Piacenza  um  1768.  Gervasoni 
sagt,  dass  er  sich  anfänglich  als 
Pianist  hervorthat,  von  seinem  20. 
Jahre  aber  ab  widmete  er  sich 
nur  der  Opernkomposition.  Der- 
selbe bez.  seinen  Tod  mit  dem 
Jahre  1799,  31  Jahr  alt,  nach 
anderen  soll  er  aber  noch  1810  in 
Neapel  gelebt  haben.  Seine  Opern 
wurden  bis  1816  in  Neapel  auf- 
geführt (Florimo  Bd.  4)  und  hatten 
zuweilen  einen  brillanten  Erfolg, 
so  dass  sie  über  ganz  Europa  in 
Scene  gingen.  Er  hielt  sich  auch 
eine  Zeitlang  in  London  auf.  Von 
seinen  Kompositionen  haben  sich 
erhalten : 

An  Opern: 

II  Catoue  in  Utica.  Opera.  Ms.  P. 
488.     [br.  Mus. 

Cleopatra.  Tragedia  urica  in  2  atti. 
P.  2  voll,  qufol.  Ms.  918a.  [Dresd.Mus. 
B.  B.  nur  Akt  1.    P.     Ms.  15880. 

GFinnamorati,  op.  gioc.  in  2  a.  (Ven. 
c.  1800)  Ms.  P.     [Brüssel  Cons.     C.  P. 

II  medieo  di  Lucca,  op.  giocosa  a  8 
voci   (Venedig    1798).    Ms.    P.     [Brüssel 

10* 


Nasoliai. 


148 


Nassotto. 


Cons.  br.  Mus.  Ms.  485.  C.  P.  Dresd. 
Mus:  Farsa. 

Merope,  opera.  Ms.  P.  486.  [br.  Mus. 
B.  Darmst.  ein  Exempl.  mit  Nasoliai's  u. 
Poissl's  Musik,  mit  deutschem  Text. 

La  Morte  di  Mitridato  iu  2  atti.  P. 
Ms.  1798.  [Münclieu  Oper.  C  P.  Ms. 
487  P.  br.  Mus. 

Gli  opposti  caratteri,  ossia:  II  tempera- 
meuti  contrarsi  (auch  Olivo  e  Pasquale), 
Parsa  in  1  atto.  Ms.  P.  (Yen.  c.  1799). 
[Biiissel  Cons.  C  P.  Musikir.  Wien  im 
Kl.-Auszg. 

Semirainide,  Dramma  in  3  atti.  1792. 
Ms.  P.  [C.  P.  Bologna  nur  in  2  Akt. 
P.  Ms.  2  vull. 

II  Sesosti-i  ossieno  le  feste  d'Iside. 
Firenze  1794.     P.  Ms.  2  voll.     [Bologna. 

GFUmori  contrari,  op.  gioc.  in  1  alto 
(Text  von  Gio.  Bertati.  Yen.  1798).  Ms. 
P.     [Bmssel  Cons. 

Arien,  Scenen  «.  a.  aus  Oper?i: 

L'affetto  mi  Tu  vedi,  favorite  air  du 
Merope,  che  ascotto  fav.  Duetto  in  the 
grand  serious  opera  Merope.  P.  Lond., 
Laveuu   &  Mitchell.     4  S.     [B.  Wagener. 

In  B.  B.,  Ms.  121.  123.  124.  129:  5 
Scenen  und  Duette  f.  Gcsg.  u.  Orch.  u. 
1  Terzett  aus  Mitridate.     P. 

A  quest' istoute,  Duo  de  Cleopatra. 
Paris,  Carli.     P.     [B.  M. 

Duo  della  modista  i'aggiratrice.  Paris, 
Imbault.     P.     [B.  M. 

Scena  e  Duetto  „Leggo  oppresso  in 
quel  sembiante.  P.  Ms.  1100.  qufol. 
[Dresd.  Mus. 

Rec.  und  Aria:  lo  piü  niadre,  c.  coro 
dell'opera  Merope.  P.  Ms.  [Berlin  Singak. 

14  Gesänge  (Arien,  Cavatiuen,  Scenen 
und  Duette  etc.)  aus  Opern  in  P.  [Mu- 
sikfr.  Wien. 

Nella  morte  di  Semiraniide,  Scena  e 
Duetto.     P.  Ms.     [B.  M. 

In  B.  M.  im  Ms.  P.  auch  einige  geist- 
liche Gesänge:  1.  Laudate  Dominum,  2  T. 
B.  ed  org.  P.  2.  Dilexi  quoniam  2  voci 
c.  org.     P. 

Im  Conservat.  zu  Mailand  19  Nrn.  aus 
Opern,  teils  in  P.,  teils  im  Kl.-A.  im  Ms. 
An  Opern  sind  aufser  den  obigen  noch 
genannt  1.  I  riti  d'Efeso.  2.  II  trionfo 
di  Clelia  (Näheres  im  Kat.). 

In  Schwerin  F.  eine  Cavatina  f.  Sopr. 
u.  Orch.     P.  Ms. 

In  Bologna  im  Ms.  P.  10  Gesge.  aus 
Opern. 

In  Brüssel,  Ms.  2625  Duett.  Ms.  2632 
Scenen  und  Duos  von  Verschiedenen. 

Im   br.  Mus.    Einzeldrucke  in  London 


aus  dem  Ende  des  18.  und  Anfange  des 
19.  Jhs.  von  Arien,  Duetten,  Notturnos, 
Cavatina  aus  Merope.  Duett  aus  Mitri- 
date. Duett  aus  La  modista  raggiratrice, 
Duett  und  Kondo  aus  La  morte  di  Cleo- 
patra. 

In  B.  Dresd.  1  Duett  u.  2  Arien  (s.  Kat.). 

In  Einsiedeln  „Cessi  quel  pianto"  (aus 
Polifonte)  Cavat.  und  Chor.     Ms.  P. 

In  Musikfr.  Wien:  Salmo  per  S.  e  B. 
c,  org.  P.  —  In  Padua  Ant.  das  Oratorio 
Della  Conversione  di  S.  Agostino,  in  2 
parti.     P.  Ms. 

Ouvertura  per  Clavic.  del  opera  II 
Teseo  a  Stige.     Vienne,  Magazin.     [B.  B. 

Nassari, . . .  bekannt  durch 

Twelve  Minuetts'  for  two  Violins  &  a 
B.  and  Six  Yenetian  Ballads.  Lond.,  printed 
for  Sigr.  Albaui.    18.  Jh.  qu40.     [br.  Mus. 

Nassarre,  Padre  Frater  Pablo, 
ein  Spanier,  geb.  um  1664  in 
einem  Dorfe  Aragoniens,  wurde 
Franziskaner  und  Organist  im  Real 
Convent  des  Klosters  San  Fran- 
cisco zu  Saragossa  (Titel).  Er  ver- 
öffentlichte zwei  tiieoretisclie  Werke, 
die  bei  Fetis  des  Näheren  beschrie- 
ben werden. 

1.  Fragmentos  rausicos.  Reglas  gene- 
rales,  y  muy  necessarias  para  canto  Uano, 
canto  de  organo,  contrapunto,  y  compo- 
sicion  . . .  Zaragoza  1683  Tomas  Gasp. 
Marti uouz.    kl.  8".  8  BU.  142  S.    [br.  Mus. 

—  Fragm.  mus.,  repartidos  en  quatro 
tratados;  en  que  se  haUan  reglas  gene- 
rales,  y  muy  ...  Y  aora  nuevamente 
anadido  el  ultimo  tratado  por  el  mismo 
autor;  y  juntamente  exemplificados  con 
los  caracteres  musicos  de  que  carecia. 
Sacalos  a  luz  etc.  D.  Jos.  de  Torres.  Ma- 
drid 1700  en  su  imprenta  de  musioa. 
kl.  40.  288  S.  [B.  B.  Brüssel.  Glas- 
gow. Bologna,  und  den  3.  Tract.  in  Kopie, 
fol.  5  Ell.     br.Mus. 

Eine  3.  Ausg.  von  1704  ist  nicht  be- 
kannt. 

2.  Escuela  musica,  segun  la  practica 
moderna,  dividida  en  primera,  y  segunda 
paite  ...  (Titel  sehr  umfangreich,  ab- 
gedrackt  im  Kat.  Brüssel  fds.  Fetis  5377.) 
Zaragoza  1724  heredos  de  Diego  de  La- 
rumbe.  —  2.  parte  Zarag.  1723  por  los 
hered.  de  Manuel  Roman.  2  voll.  fol. 
28  u.  512  S.  12  u.  506  S.  [B.  B.  B.  M. 
Brüssel.     C.  P.     br.  Mus.     Glasgow. 

Nassotto,  Joseph,  Sohn  des 
Trompeters  Sebastian  in  Ksl.  Dien- 


Natali,  Giuseppe. 


149 


Natorp. 


stell,  zeichnete  sich  als  Instruraen- 
tist  (Klavier  und  Violine)  und  als 
Bassist  aus,  ist  1719  17  Jahr  alt. 
Bericht  von  Fux.     Köchel  2,  385. 

Natali,    Pater    Cpriusepi)e,    da 

Camerino,  von  1679 — 1696  Kapell- 
meister an  der  Kapelle  des  Hlg. 
Antonio  zu  Padua,  wo  er  vorher 
Organist  war  (Tebaldini  37).  Nach 
Tevo's  Musico  testore  war  er  um 
1703  Kapellmeister  an  der  Kathe- 
drale zu  Fermo. 

In  Bologna  im  Ms.  Eegole  per  sonare 
ü  basso  cont.    8«.    12  Bll. 

Natali  (Xatale),  Pater  Pompeo, 
dalla  Ripa  Transona,  so  liest  man 
im  Drucke  von  1674.  In  dem 
von  1662  heifst  es  „dalla  citta 
della  Ripa,  della  Provincia  della 
Marca".  Fotis  bez.  ihn  als  Sänger 
an  der  Kirche  S.  Maria  maggiore 
zu  Rom.     Er  gab  heraus: 

Madrigali  a  3  voci  paii  di  D  . .  .  Eoma 
1656  Marit.  Balmonti.  3  Stb.  4P.  15 
Gesge.  In  der  Dedic.  erwähnt  er  ein 
früheres  Werk  mit  Motetten.     [B.  B. 

Madrigali,  e  Canzoni  spirituab',  e  mo- 
rali  a  2,  et  a  3  voci  La  maggior  parte 
delle  quali  sodo  a  3  voci  pari.  Di  D . . . 
Roma  1662  Jac.  Fei  d'And.  F.  4  Stb. 
(A.T.B.Bc.)  19  Gesge.  [Bologna.  Crayn 
bei  Liegnitz,  Schlossbibl.  kompl.  In  B.  B., 
L  181  in  Part.  u.  St.  Ms. 

Solfeggiamenti  a  2  e  3  voci  . . .  Eoma 
1674  Mutij.  3  Stb.  4».  [B.  B.  und  im 
Ms.  L303  Solfeggi  a  2  voci.     Bologna. 

—  Libro  2.  de'Solfegg.  a  2  e  3  voci 
. . .  Roma  16S1  Mascardi.  3  Stb.  4». 
[Bologna,  Näheres  im  Kat.  1,  322. 

In  Florido's  Samlwk.  von  1672  die 
Motette:  Dominus  adjutor  meus  2  voc. 
c.  Bc. 

Ms.  L  347  in  B.  B :  Non  piü  guerra 
3  V.  c.  Bc. 

Natalis,  N  . . .,   ein  Komponist 

des  15.  Jhs.,  der  im 

Ms.  Cod.  37  zu  Bologna  mit  einem 
3stim.  Et  in  terra  pax  vertreten  ist. 

Natalresta, .  .  .  unter  diesem 
Namen  wurden  um  1785  zu 
Paris  6  Violoncellpiecen  gestochen 
(Gerber  1). 


Nathan,  J...,  ein  englischer 
Musiker  des  18/19.  Jhs.,  der  mit 
John  Braham  mehrere  hebräische 
Gesänge  herausgab  (siehe  Braham). 

Natliusius,  Elias,  Kantor  und 
Schulkollec'e  an  St.  Nikolaus  zu 
Leipzig,  erhielt  1657  an  Stelle 
Tob.  Michael  das  Kantorat  an  der 
Thomasschule  ebd.  Er  starb  am 
30.  Dez.  1676  ebd.  (Ratsakteu)  und 

gab  heraus: 

Cum  musices  creatore  disputatio  de 
musica  theoretica,  quam  autoritate  inclitae 
faciiltatis  philosophicae  Lipsiae  . . .  Lips. 
1652  tyjjis  Joan.  Baueri.  8  Bll.  in  4P. 
[B.  Zw.  (Kat.  S.  129  mit  Inhalt).  Dresd. 
Lübeck. 

In  Ms.  Z  40  in  B.  B.  9  Stb.  des  17.  Jhs. 
Nr.  23  „Das  weifs  ich  fürwar  wer  Gott 
dienet",  8  voc.  c.  Bc. 

In  Stadtb.  Zittau,  Ms.  B  158,  1  Stamm- 
buchbl.  von  1674,  Canon  a2voc.  3  Noten- 
zeilen, Text:  Casta  Dens  meus  est.  Er 
bez.  sich  mit  obigen  Aemtern. 

NatiTidade.  Vasconcellos  verz. 
3  Autoren  dieses  Namens. 

1.  Fr.  Francisco  da  X.  gab  heraus: 
Novena  da  Senhora  Sant'Anna,  com  o  seu 
officio.  Lisboal708Teixeira.  12».  (Fund- 
oit  fehlt.) 

2.  Joao  da  N.,  geb.  zu  Torres,  trat 
1675  in  den  Franziskaner-Orden  zu  Lissa- 
bon und  starb  1709.  Er  hinterliefs  reli- 
giöse Gesänge. 

3.  Fr.  Miguel  da,  N.,  geb.  zu  Obidos, 
trat  am  8.  Sept.  1658  in  den  Cister- 
cienserorden  zu  Alcobaga  ein.  Im  dor- 
tigen Klosterarchiv  sollen  sich  28  Psalmos 
das  Yesperas  cistercienses  seiner  Kom- 
position befinden. 

Natorp,  Bernhard  Cliristiaii 
Ludwig-,  geb.  12.  Nov.  1774  zu 
Werden  a/d.  Ruhr,  gest.  8.  Febr. 
1846  zu  Münster.  Studierte  Theo- 
logie und  Pädagogik  zu  Halle  a/d. 
Saale,  wurde  1796  Lehrer  in  Elber- 
feld,  dann  Prediger  und  Schul- 
inspektor zu  Hückeswagen  und 
Essen,  1809  Schulrat  in  Potsdam 
und  1816  Consistorialrat  in  Mün- 
ster (Fotis.  Riemanu.  Mendel- 
Reifsmann).  Er  machte  sich  um 
den  Schulgesang  verdient  und  den 


Natorp. 


150 


Naude,  L. 


Gesang  in    der   Kirche.     Bekannt 

sind  von  seinen  Schriften: 

Anleitung  zur  Unterweisung  im  Singen 
für  Lehrer  in  Volksschulen.  Potsdam 
1813.     [ß.  B.     B.  Lpz. 

—  2.  Aufl.  Essen  1816  Bädeker.  [B.B. 
Binissel.     B.  Lpz.  Ausg.  1818? 

—  3.  Aufl.  ib.  1820.  4».  139  S.  u. 
8  Vorw.  [ß.  ß.  Bmssel.  Einsiedeln  und 
eine  Ausg.  Duisburg  1818  Lederer. 

—  4.  Aufl.  ib.  1824.  [B.  B.  Musikfr. 
Wien. 

—  5.  Aufl.     ib.  1834  u.  1837.     [B.B. 
Lehrbüchlein  der  Singekuust.    Für  die 

Jugend  in  Volksschulen  ...  1.  u.  2.  Cur- 
sus.  Essen  und  Duisburg  1816.  1820. 
Bädeker.     2  voll.     8°.     [Brüssel. 

—  5.  Aufl.  ib.  s.  a. ,  der  Cursus  von 
1820.     [ß.  B. 

—  7.  Aufl.     ib.   1832.     [B.B. 
Ueber  den  Gesang  in  den  Kirchen  der 

Protestanten.  Essen  1817  Bildeker.  8«. 
264  S.  [B.  B.  Brüssel.  Glasgow.  B. 
Lpz. 

Ueber  den  Zweck,  die  Einrichtung  und 
den  Gebrauch  des  Melodienbuchs  für  den 
Gemeindcgesang  in  den  evangelischen 
Kirchen.  Ein  nöthiges  Voi-wort  zu  dem- 
selben .  .  .  Essen  1822  Bädeker.  8«. 
[Brüssel, 

Ueber  Rink's  Praeludien.  Ib.  1834. 
80.     93  S.     [B.  B.     Dresden.     B.  Lpz. 

Sein  Melodienbuch  für  den  Gemeindc- 
gesang in  den  evangelischen  Kirchen. 
Essen  1822  Bädeker.  80.  130  S.  [B.  B. 
Bibl.  Joh.  Zahn's],  erschien  dann  vier- 
stimmig unter  dem  Titel: 

Choralbuch  für  evangelische  Kirchen, 
kritisch  bearbeitet  und  geordnet  von  N. 
u.  Fr.  Kefsler,  vierstimmig  gesetzt  und 
mit  Zwischenspielen  versehen  von  C.  H. 
Rink.  Essen  1829  Bädeker.  rpa".  223 
Choräle.  [B.B.  B.  M.  Siehe  Zahn  6, 
417.  In  B.  B.  noch  ein  Choralbuch,  ib. 
1836. 

Ueber  des  Herrn  Ober-ConsLstorialraths 
Natorp  Anweisung  zur  Unterweisung  im 
Singen.  Von  Moritz  Salomon.  Quedlin- 
burg mid  Leipz.  1820  Basse.  80.  [Brüs- 
sel.    B.  B. 

Nattermaiiii,  .  .  .  Stadtorganist 
lim  1683  in  Weimar,  starb  1691 
(Niederrh.  Ztg.  6,  325). 

Natiis,  Michael,  aus  Finster- 
walde, wurde  1584  vor  Pfingsten 
Kantor  zu  Sonnenwalde  bei  Luckau 
und  ging  1586  wieder  ab  (M.  f.  M. 


6,  125).  Ein  Fabian  Naf?ts  war 
in  Torgau  Kantor  und  hat  sich 
auf  dem  Wolfenbütteler  Exem- 
plare von  Glarean's  Dodecachord 
eingescli rieben,  auch  widmete  ihm 
Kaspar  Trost  seine  Compositio  rausi- 
calis  1628. 

Nau,  Stoplianiis,  Gallus  Aure- 
liensis,  ist  am  11.  Juni  1627  als 
Musikus  in  der  Universität  zu 
Leyden  eingeschrieben  (Bouwst. 
3,  2). 

In  der  Landcsbibl.  in  Kassel,  Kat. 
S.  64  befinden  sich  in  einem  Ms.  Tänze 
von  S.  Ncni.  und  zwar  eine  Allemande, 
Cour.  n.  Sarah,  ä  5.  Fraglich  ob  der 
obige,  obgleich  andere  Piecen  in  dem  Ms. 
die  Jalireszahlen  1658  u.  1668  tragen, 
also  in  obige  Zeit  passen. 

Naul)ach,  Johann,  Tenorist  an 
der  Hofkapolle  in  Wien  mit  30  Gld. 
monatl.  vom  1.  April  1637  bis  31, 
Okt.  1645  (Küchel  1). 

Nauhcrt,  Johann,  wird  1614 
vom  Kurfürsten  von  Sachsen  als 
Musiker  an  den  Grofsherzog  von 
Toscana  empfohlen  (s.  Staatsarch.). 

Nau(l6,  (jr . . .,  hat  vielleicht  in 
der  Mitte  des  18.  Jhs.  zu  Paris 
gelebt.  Leo  Liepmannssohn  besafs 
einst  von  ihm: 

1.  Ave  verum,  Sub  tuiun,  0  sacr.  et 
Adoramiis  a  3  et  4  voix.  Paris,  Lenwine. 
2.  Ecce  panis  angel.,  Mot.  u  Sopr.  av.  acc. 
Pari.  Paris,  llanry.  —  3.  0  quam  suavis 
est  et  Benedict.  2  Mot.  ä  4  voix.  Paris, 
Dufaut.  —  4.  0  salutaris  hostia,  Mot.  ä 
voix  av.  acc.  2  V.  A.  B.  Fl.  Hautb.  Clari- 
nette,  Cor  et  Ba.sson,  ad  üb.  P.  Paris, 
Hanry.     fol. 

Nando,  L  . . .,  auch  mit  laine 
benannt,  ein  französischer  Kom- 
ponist der  1.  Hälfte  des  18.  Jhs., 
von  dem  die  Nationalbibl.  zu  Paris 
besitzt: 

Airs  serieux  et  ä  boire  meslez  de  brü- 
nettes, d'ariettes,  vaudevilles  et  rondes  de 
tables;  de  Monsieur  Naude-l'Atne.  1.  re- 
cueil.  Paris  1730  Ballard.  [auch  im  C.  P. 
und  Brüssel. 

2.  et  4.  recueil  d'airs  a  chanter  k  1  et 
2  voix.     Pai-is  1734  und  1736. 


Nauderus. 


151 


Naumann. 


7.  livre  d'airs  ä  1  et  2  voix,  ariettes 
et  brünettes.     Paris  s.  a. 

La  feste  d'Auiaiillis,  cantitille.  Paris. 
Im  Cons.  Paris:  Le  retour  d'Amarante, 
cantatille  ä  voix  seiüe  et  avec  Symphonie. 
Paris  1745  Le  Clerc.     qu40. 

In  der  Kgl.  Musikalien -Samlg.  zu  Dres- 
den befinden  sich  3  Drucke  mit  Naude 
Taine  gez.,  die  scheinbar  von  dem  obigen 
herriihren : 

1.  Nouveaux  airs  pour  1  et  2  voix. 
Ariettes  et  branettes.  Liv.  7.  Paris, 
l'auteur.  4"  (jedenfalls  das  3.  oben  an- 
gezeigte Werk). 

2.  Y©  recueil  d'airs,  a  1  et  2  v.  de 
differeuts  genres.  Mettez  de  Yaudevilles, 
Rondes  de  table,  brünettes,  Chansonettes, 
Musettes  et  Menuets.  Qui  peuvent  se- 
jouer  sur  la  flute,  et  sur  touttes  sortes 
d'instruments.  2.  edit.  revue  et  corrigee. 
Paris  1739  Mde.  Boivin. 

3.  VIo  recueil  d'airs,  a  1,  2  et  3  voix, 
de  differens  genres  (wie  vorher)  touttes 
sortes  d'instnim.,  sur  la  clef  itaüenne. 
Ib.  s.  a. 

Nauderus,  Johannes,  „T.  HoJs.", 

schrieb  um  1610  ein  Lautenbuch,  an 
dessen  Ende  sich  eine  Abhandlung  über 
die  „Application"  befindet.  1  vol.  in 
kl.  qu4ö.    Ms.  alte  Nr.  250.    [B.  B. 

Naudot,  F''  (Frere),  lebte  um 
1737  u.  muss  ein  anderer  als  Jean- 
Jacques  sein,  trotz  der  gleichen 
Lebenszeit.     Man  kennt  von  ihm: 

Chansons  notees  de  la  ties  venerable 
confrerie  des  Ma(;'ons  libres  . .  .  recueüli 
et  mis  eu  ordre  par  pro  Naudot,  s,  1. 
1737.  80.  32  S.  in  Kupfer  gestochen. 
[B.  M.  (Mus.  pr,  80.  22).  Musikfr.  Wien. 
Brüssel. 

Naudot,  Jean -Jacques,  lebte 
zu  Paris  als  Virtuose  auf  der  Flöte 
traversiere.  Er  soll  der  Erste  ge- 
gewesen  sein,  der  diese  Flötenart 
in  Frankreich  einführte,  denn  bis 
dahin  (c.  1720)  kannte  man  nur 
die  Flute  ä  bec  (Fetis).  Seine 
Kompositionen  fallen  in  die  Zeit 
von  c.  1726 — 1740,  so  weit  sie 
bisher  vorliegen.     Es  sind: 

Senates  en  Trio  p.  Fl.  V.  et  B.  Paris, 
Sr.  Naudot.  oe.  2,  oe.  7,  oe.  14.  [Paris 
Nat.  Rostock  besitzt  oe.  2:  pour  2  Fl. 
trav.  av.  B.    Paris  1726. 

Duos  pour  2  Fl.  Paris,  oe.  3.  5.  6. 
[Pai-is  Nat. 


Senates  p.  Fl.  et  Bc.  Paris  (1726  bis 
1740).     Oeuvre  1.  4.  9.  13.  16.     [ib. 

Six  babioles  poiu-  2  Vielles  ou  2  Mu- 
settes.   Paris.     Oe.  10.     [ib. 

6  Senates  p.  VieUe  et  B.  Paris  1739. 
Oeuv.  14.     [ib. 

Senates  pour  la  Flute.     [C.  P. 

Senates  pour  Fl.  ou  Y.  oe.  8.  17. 
[Stadtb.  zu  Nimes. 

ler  Oeuvre,  contenant  six  Senates  pour 
la  Flute  traversiere  avec  la  Basse  . . . 
Paris,  chez  le  Sr.  Naudot.  P.  fol.  [Schwe- 
rin F. 

Quatre  oeuvre  contenant  6  Senates  pour 
la  flute  traversiere  avec  P.  par  Mr.  Naudot. 
Paris,  Naudot.  Boivin,  1728.  [B.  Karls- 
ruhe Nr.  57.  Schwerin  F.  Es  sind  die- 
selben die  schon  oben  unter  dem  3.  Werke 
angezeigt  sind. 

9.  13.  und  14.  Oeuvre  Senates  in  Paris, 
chez  l'aiiteur.     P.     [Schwerin  F. 

Leo  Liepmannssohn  besafs  1896  Kat. 
119  Nr.  223:  XlVe  oeuvre  contenant  six 
Senates  pour  une  Vielle  avec  la  Basse, 
dont  trois  sont  melees  d'accords.  Paris, 
chez  l'auteur,  A.  P.  D.  R.  (1739).  25  S. 
(siehe  oben  den  ersten  Titel),  [auch  in 
Schwerin  F. 

Nauert,  Gottfried  Eusebius. 

Gerber  2  berichtet  über  ihn,  dass 
er  ein  Virtuose  auf  der  Harfe  und 
Oboe  war,  um  1758  und  1764  in 
Nürnberg  lebte,  dann  nach  Polen 
ging  und  dort  starb.  Bekannt  sind 
von  ihm 

Oden  imd  Lieder  zum  Singen  beym 
Ciavier.  1.  Tbl.  Nürnberg  (1758)  bey 
Haffuer.  3  BU.  32  S.  in  fol.  [B.  M. 
B.  Lpz.     B.  Kgsbg. 

—  2.  Tbl.  ib.  (1764).  [B.  Lpz.  B. 
Kgsbg. 

Naumann,    Joliann    (jrottlieb 

(italienisch  G.  A.  =  Giov.  Amadeo 
gez.),  geb.  17.  April  1741  zu  Blase- 
witz bei  Dresden,  gest.  23.  Okt. 
1801  zu  Dresden,  Sohn  armer 
Landleute,  begleitete  bereits  als 
12  jähriger  Knabe  auf  der  Losch- 
witzer  Orgel  den  Choralgesang; 
trotz  seiner  Begabung  für  Musik 
brachte  ihn  doch  der  Vater  zu 
einem  Schlosser  in  Dresden  in  die 
Lehre,  dem  er  aber  entlief,  kam 
wieder   nach    Hause    und    musste 


Naumann. 


152 


Naumann. 


das  Vieh  hüten,  bis  endlich  der 
Vater  nachgab  und  ihn  auf  die 
Kreuzschule  als  Alumnus  brachte 
und  dann  auf  Veranlassung  der 
Kurfürstin  Maria  Antonia  von 
Sachsen  in  die  Kgl.  Kapelle  als 
Chorknabe  aufgenommen  wurde. 
1757  nahm  ihn  der  schwedische 
Karamermusikus  Weeström  mit 
nach  Hambu»'g,  dann  nach  Italien, 
behandelte  ihn  aber  rieht  als  Fa- 
mulus, sondern  als  Diener.  In 
Italien  genoss  er  Tartini's  und 
Pater  Marti ni's  Unterricht.  In  Ve- 
nedig hielt  er  sich  längere  Zeit 
auf,  erteilte  Unterricht  und  erhielt 
den  Auftrag,  für  den  Karneval  eine 
Oper  zu  schreiben;  als  Honorar 
erhielt  er  10  Zechinen  (c.  220  frcs). 

17 64  kehrte  er  nach  Dresden  zu- 
rück und  trat  am  18.  Sept.  als 
Kirchcukomponist  in  kursächsische 
Dienste  mit  240  Thlr.  Gehalt.  1765 
ging  er  zum  zweiten  Male  nach 
Italien,  um  sich  in  das  Opernfach 
einzuarbeiten  und  erhielt  auch  dort 
mehrfache  Aufträge  von  ita'ie- 
rischen    Theatern.      Am    8.    Aug. 

1765  erteilte  ihm  der  Kurfürst  den 
Titel  eines  sächs.  Kammerkompo- 
nisten. Ende  Jan.  1768  rief  er  ihn 
aus  Italien  zurück.  Sein  Gehalt 
wurde  auf  600  Thlr.  erhöht.  Da 
1772  die  Gehälter  für  die  Kapell- 
mitglieder nicht  ausgezahlt  wurden, 
wegen  Ebbe  in  den  Kassen,  nahm 
er  Urlaub  und  ging  zum  3.  Male 
nach  Italien,  wurde  auch  dort  so 
vielfach  beschäftigt,  so  dass  er  sein 
gutes  Auskommen  fand.  1774 
musste  er  zurückkehren.  Nach 
mehrfachen  Anfragen  auswärtiger 
Fürsten  in  ihre  Dienste  zu  treten 
(Friedrich  II.  von  Preulsen,  Gu- 
stav III.  von  Schweden),  die  er 
ablehnte,  ernannte  iim  der  Kurfürst 
am  7.  Febr.  1776  mit  1200  Thlr. 
zum  Kapellmeister.    1776—78  und 


dann  wieder  1782 — 84  lebte  er 
am  schwedischen  Hofe,  brachte  die 
Kapelle  auf  eine  höhere  Stufe  und 
schrieb  Opern.  1785  —  86  war  er 
am  dänischen  Hofe,  wo  er  Gleiches 
leistete,  überall  die  glänzendsten 
Anerbietungen  ausschlagend.  Am 
20.  Nov.  1786  wurde  sein  Gehalt 
am  sächsisch.  Hofe  auf  2000  Thlr. 
erhöht,  doch  leider  nur  selten 
ausgezahlt  (Fürstcnau  1,  159  ff.). 
1788/89,  1793  und  97  feierte  er 
in  Bcrliu  Triumphe.  Auch  für 
Paris  wollte  man  ihn  1790  ge- 
winnen, doch  lohnte  er  alle  ver- 
lockenden Anerbiotungen  ab  und 
b''eb  seinem  Vateilande  treu.  Nau- 
mann spielte  auch  die  damals  er- 
fundene Harmorika  fertig  und  er- 
rang damit  stets  den  gröfsten  Bei- 
fa'l  bei  Hoch  und  Niedrig  (Zeit- 
geschmack!). Erst  im  Jahre  1792 
trat  er  mit  der  Tochter  des  däni- 
schen Vice-Admirals  Grodtschillnig 
in  die  Ehe  und  zeugte  mit  ihr  4 
Kinder.  Schubart  p.  111  äufsert 
sich  über  seine  Kompositionen: 
Das  Weiche  und  Snnfte  geb'ngt 
ihm  vortrefflich,  ja  es  artet  manch- 
mal in  Weich'iclikeit  aus,  hingegen 
gelingt  ihm  das  Erhabene  n"e.  Die 
Blasinstrumente  versteht  er  vor- 
trefflich zu  benützen."  (Meifsner, 
A.  G.,  Bruchstücke  zur  Biogr.  N.'s. 
2  Tbl.  2.  Aufl.  Wien  1824  Doli. 
8«.  454  S.  1803/4  erschien  in 
Prag  die  1.  Aufl.  —  Des  Sächs. 
Kapellm.  Leben.  Dresden  1841 
Naumann.  Andere  Aufl.  mit  einer 
Vorrede  von  H.  von  Schubert.  1844. 
—  Ueber  Naumann,  den  guten 
Menschen  und  grofsen  Künstler 
[von  B.  verfafst]  s.  1.  et  a.  8^. 
[sämtl.  Biogr.  in  B.B.,  B.M.,  Dres- 
den.] —  in  M.  f.  M.  22,  19  eine 
Eingabe  an  den  Kuriürsten.  In  der 
Beilage  zu  Sachsens  Elbgau-Presse, 
Dresden  28/2  1900  Nr.  42/44  ein 


Naumann. 


153 


Naumann. 


Artikel  in  dem  seine  von  Fürsten 
erhaltenen  Geschenke  umstcändlich 
angeführt  werden.  Es  sind  37 
Dosen,  Uhren,  Tabaticren,  bares 
Geld.  Ein  von  N.  selbst  ange- 
fertigtes Yerz.  in  der  B.  Dresd. 
Q  42  Ms.  giebt  darüber  genaue 
Kunde.  —  Fürstenau  1,  159  ff.  — 
Leipz.  Ztg.  4,  112.  31,  221  von 
Rochlitz,  vielfache  Urteile  ebd.  — 
Biogr,  in  Allg.  mus.  Ztg.  1882 
Sp.  497.  —  1  Brief  in  La  Mara 
1,  266  von  1761.  —  Im  Rochlitz 
3,  1  eine  Biogr.  ii.  Urteil.)  1867 
verbrannten  am  29.  Mai  zu  Leipzig 
seine  hinterlassenen  hds.  Kompo- 
sitionen, dennoch  haben  sie  sich 
anderwärts  zahlreich  erhalten,  allein 
die  Kgl  Mus.-Samlg.  u.  das  Kapell- 
archiv (kath.  Kirche)  in  Dresden  be- 
sitzen 24  Opern,  11  Oratorien,  21 
Messen,  3  Te  Deum,  20  Offertorien, 
2  Mot,  1  Hymnus,  5  Vespern,  9 
Magnif.,  50  Psalmen,  1  Ave  regiua, 
4  Reg.  coeli,  10  Salve  reg.,  4  Alma 
redempt.,  2  Miserere,  2  Versetti, 
1  Salvum  fac,  2  Litaniae  lauret 
für  Chor,  Soli  und  kl.  Orch.  Jede 
Komposit.  trägt  das  Datum  der 
Entstehung.  Verz.  seiner  nach- 
weisbaren Kompositionen: 

Oratorien  : 

Betulia  liberata.  Orat.  P.  Ms.  261. 
[Dresd.  Mus. 

Die  Brüder.  Orat.  P.  Ms.  17  529. 
[Hofb.  Wien. 

Davide  nella  valle  di  Terebinto  in  2 
parti.  Orator.  P.  Ms.  262.  [Dresd.  Mus. 
B.  B.  Ms.  15944.     Berliner  Sing. 

Sant'Elena  al  Calvario,  Or.  P.  Autogr. 
in  2  voll.  112  Bll.  [B.  B.  Ms.  263 
Dre.'id.  Mus. 

Giuseppe  riconosciuto.  öratorio.  P.  Ms. 
4".  [B.Lpz.  B.B.  Ms.  15940.  Ms.  264 
Dresd.  Mus. 

Gottes  Wege.  Orat.  P.  Ms.  17  547. 
[Hofb.  AVien.  B.B.  Ms.  159.52  als  Kan- 
tate bez.  „Herr  wenn  ich  nur".  [Dresd. 
Music.     Schwerin  F.     Berlin  K.  H. 

Isacco  figura  del  rodentore,  a  4  voci 
c.  Strom.  P.  T 192.  [B.  B.  Ms.  266  Dresd. 
Mus.     Berliner  Sing. 


Joseph  reconnu  par  ses  freres,  Orat. 
(eine  andere  Kompos.  als  die  vorher- 
gehende mit  italien.  Texte).  Ms.  265. 
[Dresd.  Mus. 

La  morte  d'Abel,  Orat.  Ms.  267. 
[Dresd.  Mus. 

La  Passione  di  G.  Cristo.  Orat.  in  3 
parti.  [Ms.  15  942  in  B.B.  Ms.  26S  in 
Dresd.  Mus.  Deutscher  Text  in  B.B: 
Ms.  15942  p.     Padua  Ant. 

I  Pellegrini  fl  sepolcro  (auch  Cantato 
de'Pellegrini  und  Canto  de  P:  2  Sopr.  A. 
T.  B.  e  Strom.)  Orat.  P.  [Ms.  270  in  Dresd. 
Mus.  Ms.  15943m.  B.B.  und  Ms.  525 
im  Kl.-A.  Marienberg  in  P.  u.  St.  Dresd. 
P.  inkompl.     C.  P. 

—  Ln  Kl.-A.  [Musikfr.Wien.  Dresd: 
in  2.  edit.  Drcsda. 

—  In  englischer  Ausg.  mit  der  Biogr. 
von  Jos.  Mainzer.  P.  London,  fol.  [R. 
C.  of  Mus. 

II  Ritoruo  del  figliuolo  prodigo,  Orat 
Ms.  271,  P.     [Dresd.  Mus. 

Der  Tod  Jesu,  siehe  La  Passione. 

Zeit  u.  Ewigkeit,  Orat  P.  Ms.  17528. 
[Hofb.  Wien.  Im  Autogr.  in  B.  B.  bez. 
mit  Cantate  von  Jul.  Tode.  1783  für 
Schwerin  komp.,  1797  verbessert.  P.  40 
Bog.  Schwerin  F.  B.  Marienberg.  Mu- 
sikfr.  "Wien. 

Arien  aus  Oratorien  in  B.  B.  in  P. 
Mss.  107.  135.  137.  15944—46. 

Messen : 

Missa  iutiera  4  voc.  c.  instr.  Napoli 
28/2  1767.  P.  44  Bog.  [B.  B.]  -  Messe 
im  Autogr.  1791.     [Dresd. 

Missa  in  Dm.  1799.  P.  Ms.  15  919. 
[B.B. 

—  Ms.  15  922  in  Dm.  15  923  in  Asd. 
15920, 15921, 15924— 29  einzelne  Messen- 
sätze.    [B.  B. 

Mss.  251 — 256a  in  Dresd.  Mus.  Missae 
in  Ad.  Tenor  solo  c.  ström.  1774.  —  In 
Gd.  1775.  —  In  Bd.  1776.  In  Dm.  1778. 
In  Ad.  1779.  —  In  Am.  1791. 

Missa  solenne  in  As.  Op.  posth.  Vienna 
nel  Contojo  dell'avti.  . .  P.  101  S.  [Dresd. 
Mus.  B. Wagener.  B.B.  Musikfr. Wien. 
Hofb.  Wien.  Berlin  K.  H.  Darmst. 
Schwerin  F:  Lips.,  Br.  &  Haertel.  P. 
Einsiedeln.  In  B.  Joach.  im  Ms.  P.  B. 
Lpz.  Thom. 

—  In  engl.  Ausg.  by  Edm.  Harris. 
Lond.  Kl.-A.     [R.  C.  of  Mus. 

In  Leipz.  Thom.  3  Missae  in  Cm.  Am. 
Dm.  in  P.  Ms. 

In  Hofb.  Wien,  Missa  in  Gm.  P.  150 
Bll.  Ms.  19140.  —  2  Missae  in  Dd.  P. 
Ms.  19138  u.  39. 


Naumann. 


154 


Naumann. 


Missa  in  D.  a  4  voci  eon  Sinf.  Ms. 
[Einsiedeln.     Hof  b.  Wien,  Ms.  15912. 

Musikfr.  Wien  1  Missa  in  G.  P. 

3  Messen  in  As.  Dm.  Mss.  P.  [Kloster- 
neuburg. 

Missa  Am.  P.  u.  Stb.  Ms.    [Schwei-inF. 

In  Latrobe's  Samlwk.  London  1806 
bis  25,  6  voll.  16  Chöre  und  Soli  aus 
Messen. 

Kantaten  : 

Cantatina  an  die  Tonkunst  mit  ßegltg. 
des  Pfte.  Vienne  chez  Hoffmeister  &  Co., 
ü  Leips.  au  Bureau  de  mus.  17  S.  qufol. 
[ß.  B.  ß.Kgsbg.  Dresd.Mus.  Musikfr. 
Wien.     Brüssel  Cons. 

In  Dresd.  Mus.  in  Mss.  534—540.  537 
im  Autogr:  La  Didone  abbandonata,  ä 
Sopr.  c.  ström.  Poesia  della  Maria  An- 
tionia,  Kurfürstiu.  qufol.  P.  —  Amor 
timido.  —  II  desir  consolato.  —  La  Feli- 
cita  de  popoli,  —  Fileno  e  Nice  che 
parte.  —  La  Reggia  del  fato.  —  Lavinia 
ä  Turno.  —  Idol  mio  tra  fotto.  —  Ah 
dicera  piangendo.  —  Clori  und  noch  2 
andere. 

In  B.  B :  Dank-Cantate.  Erhebe  meine 
Seele.  P.  —  Wohin  den  Blick  ich  wende. 
P.  —  Oster  -  Cantate :  Des  Todes  Ueber- 
■ninder.    P. 

Mailand  Cons:  Fileno  e  Nice  che 
parte.     P. 

Unsere  Bräder,  von  Jul.  Tode.  Ms. 
[Schwerin  F.     Dresd.  Mus. 

Gottes  Wege,  siehe  unter  Oratorien. 

Zeit  und  Ewigkeit,  siehe  unter  Ora- 
torien. 

Psalmen,  Offertoricn  u.  a.  geistliche 
Gesänge. 

Um  Erden  wandeln  Monde.  Psalm 
mit  dem  Vater  unser  von  Klopstock. 
Lpz.,  Br.  &  H.  P.  u.  Kl.-A.  von  Schaum. 
[Darmst.  Lübeck.  B.  B.  B.  M.  Mu- 
sikfr. Wien.  Schwerin  F.  Dresd.  Mus. 
Hofb.  Wien.    ß.  Wagener.     ß.  Kg.sbg. 

Das  Vater  unser  von  Klopstock  f.  Chor 
u.  Orch.  Ms.  15950.  P.  [B.  B.  Im 
Kl.-A.  Berlin  K.  H.  8  voc.  P.  Berlin 
Sing.     Einsiedeln,  Part.     Brüssel  Cons. 

Der  3.  Psalm  4stim.  mit  vollem  Orch. 
Nachgelassenes  Werk.  Wien,  Industrie- 
Compt.  [Dresd.  Mus.  Darmst.  Musikfr. 
AVieu,  als  Oratorium  bearb.  in  P.  Ms.  und 
obigem  Druck.     Amsterdam. 

Psalm  73  Vers  28  in  gednickt.  Stim. 
und  geschriebener  Part,  (sehr  fraglich). 
[Marien  berg. 

Offertorium:  Da  pacem  4  v.  c.  sü'ora. 
Ms.  15763.  P.  [Hofb.  Wien  Ms.  16673: 
Tibi  mi  care  pusio  4  v.   c.  ström.    Ms. 


1667.5/76:  Adorantes  Jesu.  Felix  namque 
4  V.  c.  Strom.  P.  Ms.  18354:  Agiuis 
Dei,  Autogr.  Ms.  18614:  Oblata  tibi 
cuncta,  Sopr.  solo  e  4  voc.  c.  ström.  P. 
Ms.  18630:  Miserere  4  voc.  c.  ström. 
1800.     P. 

Der  96.  Psalm :  Singet  dem  Herrn  ein 
neues  Lied,  etc.  in  Musik  gesetzt. . .  P. 
Lpz.,  ßr.  &  H.  fol.  [Brüssel.  Darmst. 
B.  B.  ß.  M.  Schwerin  F.  Marienberg 
in  Stb.  Anist.  Dresd.  Mus.  und  im  Ms. 
P.  Lpz.  Thom.  Musikfr.  Wien.  B.  Lpz. 
Dresd.  Kgl.  Kapelle.     Einsiedeln. 

Der  103.  Psalm:  Lobe  den  Herrn 
meine  Seele.  P.  f.  4  Stim.  u.  Orch.  im 
Autogr.     [Dre.sd.  Mus. 

—  Im  Dnick:  Wien.  Stb.  [Darmst. 
Leipz.  Thom. 

—  In  Kopie,  P.  [Schwerin  F.  Amsterd. 
Hofb.  Wien  Ms.  17  524.     Beriiu  Sing.  Stb. 

Der  111.  Psalm:  Ich  danke  dem  Herrn 
von  ganzem  Herzen ,  4  stim.  P.  Ms. 
[Schwerin  F. 

—  Für  die  Borüner  Singakad.  compon. 
1796.  [Dresd.  Mus.  in  P.  Dresd.  Lpz. 
Thom.     ßeri.  Sing.     B.  B. 

Te  Deum  laudamus  4  voc.  c.  ström. 
Ms.  257.  P.     [Dresd.  Mus. 

Dixit  Dominus  4  voc.  c.  instr.  P.  Ms. 
[B.  M. 

Offeiiorio  solenne:  Lauda  Sion  (Chor 
u.  Orch.j  Opus  posth.  Vieuna,  Coiitojo 
dell'arii.  P.  u.  Stb.  [B.  M.  Darmst. 
Musikfr.  Wien. 

2  Offertorien  in  Mss.  P.  —  Salve  re- 
gina.  —  Miserere  4  voc.  c.  instr.  —  Mag- 
nif.  —  Psalmen.  Mss.  15931—35,  in  P. 
[B.  B. 

5  Graduale  in  Ms.  P.    [Klosterneuburg. 

Vespero  intiero  per  la  festa  di  Paqua 
0  delle  Pentecoste.  P.  136  BU.  Ms. 
19137.  [Hofb.  Wien.  Ebendort  1  Mise- 
rere, 5  Offeiiorieu  f.  Chor  u.  Orch.  in  P. 
Agnus  dei  4  voci  coucert.  c.  ström.  P. 
Ms.  18.526. 

1  Antifona  a  5  v.  9.  Marzo  1768. 
Autogr.     [Bologna  Accadem.  filarm. 

Heilig  f.  Chor  u.  Orch.  Esd.  P.  Ms. 
15953.     [B.ß. 

Hallolujah  4  voc.  Bc.  P.  [Berlin  Sing, 
und  der  Choral:  Du  lässt  den  Tag.    P. 

Motette:  In  coelo  tum  sereno,  Ten.  c. 
instr.     Ms.  fol.  u.  qu4ö.    Stb.     [B.  Kgsbg. 

Lauda  Sion,  Offertor.  7  Bll.  in  qufol., 
wird  für  ein  Autogr.  gehalten.  [B.  Wa- 
gener. 

Opern  : 

L'Achille  in  Sciro.  Dramma  per  mu- 
sica,  P.  Palermo  1767  in  3  atti.  3  voll, 
qufol.     [Dresd.  Mus.  Ms.  508  und  509  a 


Naumann. 


155 


Naumann. 


Brachst,  aus  dem  1.  Akt.  B.  B.  Ms. 
15960,   P. 

Aci  e  Galatea.  1801,  seine  letzte  Oper. 
2  voU.  P.  [Dresd.  Mus.  Vom  1.  Akt  das 
Autogr.  vorhanden.      B.  B.  Ms.  15963. 

Aniore  giustificato.  Festa  teatrale  (zur 
Hochzeit  des  Prinzen  Maximilian  mit  der 
Prinzessin  von  Parma).  P.  2  voll.  [Dresd. 
Mus.     B.  "Wagen er  in  Kopie. 

Amphion,  gr.  Oper  für  Schweden  1776 
komp.,  deutscher  Text.  Ms.  P.  [Schwe- 
rin F.  Dresd.  Mus.  Ms.  511  schwedischer 
Text.  Hofb.  Wien,  P.  in  3  Akt.  Ms. 
18  640. 

—  Amphion.  Eine  Oper  von  N.  Her- 
ausgeg.  vom  Verfasser  des  Deutschen 
Textes  zur  N.'schen  Oper  Cora  (Lpz.  1784). 
fol.  4  Bll.  168  S.  kleine  Part.  Yoi-wort 
von  Leopold  Naiüna7in^  Dresd.  1/2  1784. 
Sinfonie  f.  Clav.  u.  V.,  die  Arien  mit 
2  V.  u.  B.  [B.  Kgsbg.  Dresd.  Mus. 
B.  M.  B.  B.  im  Kl.-A.  Musikfr.  Wieu, 
KL-A.  B.  Lpz.  Darmst.  Dresden. 
Brüssel  Cons.  Im  br.  Mus.  eine  Ausgabe 
mit  Zusätzen  von  "Wm.  Shield  miter  The 
Pictm-e  of  Paris.     London,  qufol. 

—  Prologue  tili  Amphion.  P.  Autogr. 
schwedisch.     [Dresd.  Mus. 

Armida,  1773  für-  Padua  komp.  P. 
Ms.  15961.  [B.  B.  Dresd.  Mus.  nur  der 
1.  Akt  im  Autogr.  Ms.  512  a.  B.  Joach. 
Ms.  P.     Musitfr.  ^len,  P. 

La  clemenza  di  Tito,  Opera  in  3  atti, 
P.  (zur  Hochzeit  des  Kui-f.  Friedr.  Aug. 
1769  komp.)  3  voll.  [Dresd.  Mus.  Ms. 
512  b  und  512  c  im  Autogr.  Ms.  P.  3 
voll.    Dre.sden.     C.  P. 

II  Contadino  geloso,  Dramma  giocoso 
per  musica.  P.  3  voU,  qufol.  Ms.  513. 
[Dresd.  Mus. 

Cora,  Oper  in  3  Akten,  für  Schweden 
vor  1780  komp.  Lpz.  1780  Dyk.  Part, 
qufol.  [B.  B.  Brüssel  Cons.  Schwerin  F. 
B.M.  Musikfr.  "SMen.  B.Kgsbg.  Strafs- 
burg i/Els.  B.  Joach.  B.  Lpz.  im  Ms.  P. 
Dresden  Mus. 

—  Cora,  ein  Singspiel  in  3  Aufz.  P. 
qufol.  Ms.  16150.  17  024.  [Hofb.  Wien. 
Dresd.  Mus.  514  u.  515,  3  voll. 

—  Kl.-A.  von  Kunzen,  dänischer  Text. 
[Lübeck.     Dai'mst. 

—  Cora  &  Alonzo,  schwedisch.  3  voU. 
Ms.  514  a.     [Dresd.  Mus. 

La  Dama  soldato,  Dr.  giocoso,  in  3 
atti.  P.  Ms.  [Dre-sd.  Mus.  Ms.  516.  516a 
das  Autogr.  Schwerin  F:  Dresden  1791. 
B.B.  in  3  voll.  Ms.  15965.  Brüssel  Cons. 
deutsch  in  2  Akt.     B.  Lpz.  im  Kl.-A. 

—  Eaceolta  di  Arie,  Duetti,  Cori  .  .  . 
dellopera:    La  Dama    soldato.    Dresden, 


Hilscher,  sculps.  Wenzel.  Kl.-A.  48  S. 
[B.  M.     Dresd.  Mus. 

Elisa,  Dr.  per  mus.  P.  2  voll.  Ms.  518. 
[Dresd.  Mus.,  in  Ms.  518  aa  im  Kl.-A.]  6 
Alle  scelto  deU'opera  Elisa  di  Naumann, 
aggiustate  per  il  Cembalo  dall'Autore. 
D^-esda ,  Hilscher.  qufol.  Ebd.  [B.  M. 
Dresden. 

Gustav  Vasa.  Ti'ägick  Opera  i  3  acter. 
P.  3  voll,  qufol.  Ms.  518  b.  [Dresd.  Mus., 
dort  auch  vom  1.  u.  3.  Akt  das  Autogi'., 
gez.  mit  Stockholm  1783.     Dresd.  P.  Ms. 

Ipermnestra.  1774  f.  Venedig  komp. 
Ms.  15962.     P.  inkompl.     [B.B. 

L'Impro^-isata,  Oper,  P.  Ms.  15966. 
[B.B. 

L'ipocondriaco,  opera,  P.  3  voll,  qufol. 
Ms.  519.  [Dresd.  Mus.  und  519a  vom 
2.  Akt  das  Autogr.    qufol. 

L'Isola  d'amore.  Opera  in  2  atti.  Ms. 
17856.  P.     [Hofb.  Wien. 

Die  Jubelhochzeit,  Oper  in  2  Aufz.  P. 
qufol.     Ms.  547  d.     [Dresd.  Mus. 

Medea  in  Colchide,  osia  II  ritorno  di 
Giasone  in  Grecia.  Dr.  per  mus.  in  3 
atti.  P.  Ms.  520,  3  voll,  qufol.  [Dresd. 
Mus.  und  der  3.  Ait   im  Autogr.  520  a. 

B.  B.  Ms.  15  968.      Musikfr.  Wien. 

—  Medea,  ausgewählte  Arien  im  Kl.-A. 
von  J.  C.  F.  Rellstab.  [BerHn  K.  H.  br. 
Mus. 

Le  Nozze  disturbate.  Dr.  giocoso  in 
3  Atti.  P.  Ms.  521,  di-ei  voU.  qufol. 
[Dresd.  Mus. 

Orpheus  og  Eyridice  i  3  acter.  P.  3 
voll,  qirfol.    Ms.  522.     [Dresd.  Mus. 

—  Orpheus  und  Euridice,  opera,  für 
Schweden  vor  1787  komp. ;  im  Kl.-A.  von 

C.  F.  Cramer.  Kiel  1787  bei  Hoffmann, 
18  u.  112  S.  [B.M.  B.B:  Hl3g.  1787 
bei  Hoffmann.  Brüssel  Cons.  Musikfr. 
Wien.  Berlin  K.H.  Dresd.  Mus.  Schwe- 
rin F.,  schwedischer  Titel,  ib.  1787  nur 
Ouvert.  vorhanden.  Hofb.  Wien :  Frag- 
mente in  P.  61  Bll.  u.  28  BD.  Mss. 
18551.  18552. 

Osiride.  Dr.  per  mus.  P.  zur  Hochzeit 
des  Prinzen  Ajiton  mit  Caroline  von  Sar- 
dinien comp.  2  voll,  qufol.  Ms.  524. 
[Dresd.  Mus. 

Protesilao,  op.  in  2  atti.  P.  2  voll. 
Ms.  525.  qufol.  [Dre.sd.  Mus.  B.B.  Ms. 
15967.     Nur  der  1.  Akt  in  Beriin  K.  H. 

La  Reggia  d'Imeneo,  festa  teatrale, 
zur  Hochzeit  des  Prinzen  Anton  mit  der 
Erzherz.  Maria  Theresia.  Autogr.  Ms. 
.526 a.  qufol.  u.  526  P.  in  Kopie.  [Dresd. 
Mus. 

Die  schöne  Arsene,  Singspiel.  Ms.  in 
Stb.     [Dai-mst. 


Naumann. 


156 


Naumann. 


Solimano,  Dr.  per  mus.  P.  1773  Venezia 
nel  teairo  Nobile  di  S.  Benedetto.  Au- 
togr.  Ms.  527  a  in  527  in  Kopie.  [Dresd. 
Mus.     C.  P. 

Le  Sort  de  Medee,  grand  Lallet  panto- 
mime  1788.  Kl.-A.  BerHn,  Eellstab. 
[B.  B.      Darmst. 

Tutto  per  Amore.  Dr.  giocoso  1776. 
P.  2  voll,  qufol.  Autogr.  528  a  und 
Kopie   528.     [Dresd.  Mus.       Berlin  K.  II. 

B.  B.  Ms.  15964. 

Jl  \illanella  incostante,  opera  in  2  atti. 
Autogr.  vom  2.  Akt,  Ms.  528  b.  [Dresden 
Mus. 

—  In  Brüssel  Cons.  vollständig  in  P., 
betitelt:  E  villano  yeloso,  op.  in  2  atti, 
Dresde  c.  1770  Ms. 

Divertissement  mit  franz(3sischem  Text. 
P.  Ms.  517  qufol.     [Dresden  Mus. 

Chöre^    Quartette,    Terxette^   Duette   und 
Arien : 

Coro,  Rondo  e  Sccna  con  Rondo  de  2. 
Atto  dell'opera  Frotesilao. . .  Kl.-A.  da  G. 

C.  F.  Rellstab.    Berl.,  Rellstab.  fol.  16  S. 
[besafs  einst  Dr.  0.  Liudner  in  Berlin. 

Coro,  Duetto  e  Ballo  ebendaher,  ib. 
fol.     24  S.     [Derselbe. 

7  Chöre  aus  gröfseren  Werken  in  P. 
[Musikfr.  Wien. 

Quanetto  delTOratorio  I  pellegrini.  P. 
Ms.  18.527.     [Hof b.  Wien. 

24  Terzetti  detti  Canoni  P.  qufol.  Ms. 
540  in  Dresd.  Mus. 

Terzette  ä  2  Sopr.  et  B.  ,,Eterno  dolce 
nodo".  P.  u.  St.  Ms.  T85 ,  B.  B.  — 
T172,  3  Gesge.  zu  3  Stirn. 

2  Terzetü  und  Äiie,  P.  22  Bll.  qufol. 
Ms.  18555.     [Hofb.  Wien. 

Duetto  aus  einer  Passion,  P.  19  Bll. 
Ms.  18533.     [Hofb.  Wien. 

Fileno  e  Clori,  12  Duetti  da  camera 
per  2  Sopr.  c.  Cemb.  Ms.  P.  [Berlin 
K.  H.  Ms.  541  Dresd.  Mus.  Mailand 
Cons. 

Ti  sento  sospiri.  Duetto  u.  Sciogliero 
le  mio  cantene  c.  Bc.  Autogr.  nebst 
Portr.     [B.  B. 

13  Arien ,  Duette  und  Scenen  aus 
Opern  in  P.  Ms.  15970.  —  31  Duette  f. 
2  Sopr.  u.  Klav.,  auch  mit  Fl.  V.  u,  B. 
Ms.  15971.     [B.  B. 

12  Duettini.  Notturni  ä  2  Sopr.  col 
Basso.  P.  qufol.  Ms.  540  in  Dresd.  Mus. 
—  Wolfenb. 

12  Duettini  per  2  Sopr.  da  Cantar  al 
Cembalo  accompagn.  da  2  Violini  e  due 
Flauti  uon  obligati.  P.  3.  Aug.  1769. 
qufol.     Ms.  540  a  in  Dresd.  Mus. 

12  Duettiui  ä  2  Sopr.  accompagn.  dal 


Flauto,  Violino  e  Basso.  P.  qufol.  Ms. 
542  in  Dresd.  Mus. 

Duettino  „Un  amplesso  prendi  e  carei" 
a  2  Cors,  2  Fl.  2  Viel.  Viola,  2  Ob.  2 
Fag.  e  Basso.    qufol.    Ms.  in  Dresd.  Mus. 

2  Duetti  per  Sopr.  c.  ström.  P.  qufol. 
Ms.  532  in  Dresd.  Mus. 

Duetto  „Prendi  la  destra  in  pegno" 
1773.     [Padua  hnt 

1  Duetto.     Ms.  159.     [B.  B. 

8  Duetti.     Ms.     [Musikfr.  Wien. 

1  Duett  aus  Solimano.  Ms.  [Schwe- 
rin F. 

Duette  und  Arien  in  Ms.  346.  [br. 
Mus. 

—  Duettino  nell'opera:  Aci  e  Galatea 
Clav.-Ausz.  Meifsen,  Klinkieht.  qu4*>.  — 
Duetlino  nell'opera:  Aci  e  Galatea,  Clav.- 
Ausz.  Meifsen,  Klinkieht.  qu4<^.  [Dresd. 
Mus.  (2  verschiedene  Duetto.) 

In  Brüssel  Cons.  643,  28  Duetti  da 
camera.  644,  12  Duetti  da  camera.  645, 
24  Terzetti  detti  Canzonette,  piccioli  Ca- 
noni in  P. 

6  Airs  avec  Pfte.    Dresde.  fol.  [B.M. 

Six  Ariettes  avec  Face,  du  Pfte.  ou 
d'un  Viol.  Dresd.,  Hilscher.  12  S.  (1790). 
[B.Wageuer.     B.B.     B.Lpz.     Drosd.Mus. 

Sinfonia  e  Arie  scelte  aggiustato  per 
il  Cemb.  dell'opera:  Tutto  per  Amore. 
Dresda,  Hilscher.  2  Bde.  [B.  M.  Dresd. 
Mus. 

Cavatina  nell'opera:  Aci  e  Galatea. 
Klav.-Ausz.  Meifsen,  Klinkieht.  qu4''. 
[Dresd.  Mus. 

Rondo  „Ah,  se  perdo  il  caro  oggetto" 
per  Sopr.  nell'opera  La  Briseide.  Napoli, 
Marescalchi.     [Mailand  Cons. 

Rondo  per  il  Sig.  Giov.  Toschi  nel 
Sohmano  in  Vonez.  1773.  „Se  mai  vedi 
il  mio  .  .  .  Ven.,  Innoc.  Alessandri. 
[Schwerin  F. 

Rondo  (a  Sopr.  c.  ström.)  nell'opera 
Solimano,  P.  Venezia  1783.  Stampato 
in  Venezia  a  spese  di  Luigi  Marescalchi. 
qufol.     [Dresd.  Mus. 

Rondo  per  la  Sig.  Anna  Potenza  nel 
Solimanno  in  Venez.  1773.  Ven.,  Luigi 
Marescalchi  (A.  Munick  Craitzer).  [Schwe- 
rin F. 

Airs  avec  l'Aceompag.  du  Pianof.  par 
Mr.  le  Comte  Fran^'ois  de  Hartig.  Dresde. 
fol.     [Dresd.  Mus. 

Ah  se  perdo.  Arie  aus  der  Medca. 
Ms.  15630,6.  [B.B.  2  Arien  in  P.  Ms. 
161.  162  in  K. 

Arien  im  Ms.  in  P.     [Dresd. 

Arien  im  Ms.     [Lübeck. 

9  Rondo  ä  Sopr.  c.  ström.  P.  qufol.  — 
Aria  ä  Alto.  —  Ana  ä  Ten.  —  2  Arie 


Naumann, 


157 


Naumann. 


ä  Basso  c.  ström.  P.  qufol.  Ms.  531  und 
32  in  Dresd.  Mus.  —  16  und  11  Ä.rie  ä 
Sopr.  c.  Strom.  P.  qufol.  Ms.  529  u.  30, 
ebeudort. 

Se  niai  vidi  "1  mio  tesoro,  Eondo  ä 
1  voce  c.  3  Viele.  P.  fol.  Ms.  [B. 
Upsala. 

2  Chansons  resp.  Airs,  1.  Object  chiu'- 
mant,  2  Sopr.  col  B.  2.  Daus  tous  ce 
qui  se  presente,  ebenso.  P.  Ms.  893  in 
Dresd.  Mus. 

Die  Kühe  im  Grabe,  Singstück  mit  V. 
u.  Viola.     Ms.  in  Maiienberg. 

Des  Todes  Ueberwinder,  Aria,  P.  Ms., 
ebendort. 

Träum  ich,  oder  bin  ich  trunken,  Aria. 
P.  Ms.     [B.  M. 

3  Eondo  (Arien)  im  Ms.     [Padua  Ant. 
9  Arien  aus  Opern  im  Eü.-A.    [Musikfr. 

Wien. 

Einige  Arien  und  Chöre  im  Ms.  [B. 
Kgsbg. 

4  Arien  im  Ms.     [Schwerin  F. 

4  Arien  und  1  Duett  im  Ms.    [Bologna. 

Arie  aus  einer  Passion.  Ms.  18534. 
[Hof  b.  Wien. 

178  Gesänge  in  P.  in  Mss.  T 18.  94. 
110.  111.  146.  177.  178.     [B.B. 

Arien  u.  a.  in  Theomele  4.  Bd.,  in 
Hiller's  Arien  u.  Duette  des  deutschen 
Theaters,  1.  Tl.  Eeichardfs  Lieder  ge- 
selliger Freude  und  Neue  Lieder  ges.  Fr. 
1796/99.  EeUstcib's  Winterblumen  am 
Clavier,  dessen  Ciavier-Magazin  1.  Viertel- 
jahr. 

Allerlei  Lieder,  Kanon  u.  a. 

12  von  Elisens  geistl.  Liederu  beyra 
Clavier  zu  singen.  Dresd.  (1787)  Hilscher. 
fol.  38  S.  [B.  Wagener.  Dresd.  Mus. 
B.B. 

24  neue  Lieder  verschiedenen  Inhaltes 
von  Elisa  (von  der  Eecke).  Dresden, 
Hilscher  (1799).  54  S.  in  qufol.  [Dresd. 
Mus.     B.  Kgsbg.     Musikfr.  Wien. 

Sammlung  von  deutschen,  französischen 
und  italienischen  Liedern  beym  Clavier 
zu  singen.  In  Musik  gesetzt  von  .  .  . 
Leipz.,  Breitkopf,  qufol.  53  S.  36  Lie- 
der. [B.M.  Dresd.  Mus.  in  3  Heften, 
dabei  12  Ariette  italiane.     B.  Kgsbg. 

Samlg.  von  Liedern  beym  Clavier  zu 
singen.  In  3  Abthlg.  (3  mal  12  Lied.). 
Pföi-ten  1784  E.  Ch.  Beneke.  fol.  82  S. 
[Dresd.    B.  B.    Dresden  Mus.    B.Wagener. 

Die  Viertel]".  10,  64  führt  eine  Samlg. 
an:  „38  Lieder  beym  Clavier  zu  singen" 
in  denen  aufser  Naumann  noch  Seydelmann, 
Schuster  und  Ehregott  Weinlig  vorkom- 
men.    Die  Samlg.  ist   mir  nicht  bekannt. 


0  Neue  Lieder  mit  Begl.  des  Pfte.  oder 
der  Harfe.  Prinz  Ludwig  Ferdinand  v. 
Preufsen  ded.  Berlin,  Günther.  14  S. 
[B.  Wagener.     B.  M.     B.  B. 

Aedone  u.  Aedi  oder  die  Lehrstunde 
von  Klopstock.  Dresden,  Hilscher.  qufol. 
[Dresd.  Mus.  Die  Exemplare  in  B.  B.  u. 
Musikfr.  Wien  haben  den  Titel:  Die  Lehr- 
slunde  von  Klojjstock  in  Musik  gesetzt 
von  ...     Ib.     qufol.     12  S. 

Die  beiden  Bräber  (lies  Gräber),  Ode 
von  Klopstock  mit  Klav.  s.  1.  [B.  B. 
Hofb.  Wien,  auch  Ms.  18775.  Musikfr. 
Wien. 

Blumeustraufs  für  Lina.  Canzonette 
mit  Musik  v. . .  Leipzig,  Breitkopf,  qufol. 
[Dresd.  Mus. 

Zwölf  Canons  für  III  Singst,  mit 
deutschem  und  italienischem  Texte  von 
N  . . .  aus  dessen  Nachlasse.  Oranienburg, 
E.  Werckmeister.  qufol.  17  S.  [B.  Kgsbg. 
B.  Wagener.     B.  M.     Musikfr.  Wien. 

Canzonette  des  Herrn  Abt  Metastasio: 
Ecce  quel  fiero  istaute,  f.  1  Sopranst.  m. 
Clav.  u.  2  V.    Lpz.,  Breitk.  1778.    [B.B. 

Dos  deutsche  Du,  von  Hühner.  Dresd. 
[Musikfr.  Wien. 

Elegie  von  Hartraann  für  Wenige  . . . 
Dresd.,  Hilscher.  P.  fol.  9  S.  (Singst., 
V.  u.  B.)  [Wolfenb.  Dresd.  Mus.  B.M. 
Musikfr.  AVieu.     B.  B. 

Freimaurerlieder  mit  neuen  Melodien 
zum  Besten  der  neuen  Armenschule  zu 
Fiiedrichstadt  bey  Dresden.  Leipzig  1775. 
gedr.  b.  Breitkopf  u.  Sohn.  8".  [Dresd. 
Mus. 

40  Freymaiirerlieder  (deutsch  u.  fran- 
zösisch). In  Musik  gesetzt  . . .  Zum  Ge- 
brauche der  deutschen  und  französischen 
Tafelloge.     Berlin  1782.     [B.  Lpz. 

—  2.  Aufl.  Berlin  1784.  [B.  Lpz. 
Musikfr.  Wien. 

Maurisches  Freudenlied.  Dresd.  1788. 
[Dresd.  Mus, 

Der  Gatte  an  seine  treue  Gattin,  mit 
Instrum.     Ms.  18775.     [Hofb.  Wien. 

Die  Ideale  von  Schiller,  nicht  für  Viele. 
Dresd.,  Hilscher.     [B.  B. 

Ich.  Ein  Gedicht  von  Gleim.  Dresd., 
Hilscher.     [B.  B. 

Ode  ä  mou  claveciu.  s.  1.  Kl. -A. 
[Darmst. 

Euudgesang  von  Naumann,  als  Coucert- 
parthie  bearbeitet  und  für  das  Pianofoiie 
ausgezogen.  Brauuschweig,  Tictt.  qufol. 
[Dresd.  Mus. 

Versuch  über  des  HeiTn  Professor 
Clodius  Ode  au  den  Mai  in  Form  einer 
Caütate.  BerUn  1779.  Gedr.  bey  Georg 
Ludw.Winters  Wittwe.  qufol.  [Dresd.  Mus. 


Nanmami. 


158 


Nauss. 


Skalen  mit  unterlegtem  Bass  zur 
Uebuug  der  Stirn.    Lpz.,  Br.  &  H.    [Dresd. 

Canon  f.  3  Stirn.  „Bey  der  Tonkunst 
Hochaltar"  für  Tischbein.  2  Ell.  im 
Autogr.     [B.  Wagener. 

Poutiatine,  Fürst  (Grahschrift  auf  seine 
früh  v^erstorbene  Tochter)  „Les  accents 
d'un  infortune"  Ms.     [Berlin  K.  H. 

Traurig  Schicksal,  Schreckenstag  f.  Chor 
u.  Ürch.     P.  Ms.     [B.  Zw. 

"Wonne  meines  Lebens,  Lied  f.  1  St. 
mit  Instr.  (J  BlI.  Ms.  18554.  [Hofb. 
Wien. 

Lieder  und  Arten  in  iSamii/chvcr/cen, 

Maurorlieder  im  Böheim. 

1  Lied  in  Ambrosch  Freymäurer  Lieder. 

Siehe  unter  Freimaurer-Lieder  1788a.  b. 
je  12  Lieder  im  Kriegel,   1.  u.  2.  Samlg. 

5  Lieder  im  Götting.  Musenalm.  1788. 
1796.  1798.     [B.M. 

8  Lieder  (Ausschnitte  aus  Almanachen). 
[B.  M. 

Siehe  Bossler  13.  —  Breitkopf  6. 

1  Arie  in  A.  Bailloux'  Journal. 

In  Neue  Samlg.  Arien  1800  oinigo 
Gesänge. 

In  Ililschor's,  Chrstn.  Gottl.,  Samhvk. 
Auswahl  von  Arien.  —  In  Hurka's  Aus- 
wahl maurcrischo  Gesge.  1802.  —  In 
ITilleJ''s  Duette  zur  Beförderung  des  Stu- 
dium 1781,  4  ital.  Duette. 

Instrumental  -  Werice  : 

2  Sinfonies  ;i  gr.  orch.  des  operas  Cora 
et  Elisa.  Op.  3.  Berlin,  Hummel.  P. 
[Schwerin  F.     br.  Mus. 

2  Sinfonien  f.  Orch.  in  Mss.  Stb.  imd 
Sinfonia  Nr.  3  in  Bd.  Venez.,  Mares- 
calchi  e  Canobbio.     Stb.     |  Maild.  Cons. 

7  Sinfonien  f.  Orch.  in  Stb.  [Schwe- 
rin F. 

2  Sinfonien  f.  Orch.  in  H  Sätzen.  Dd. 
u.  Cd.  im  Ms.  Stb.  [Wolfenb.,  andere  in 
Ms.  311. 

Sinfonia  in  Dd.  3  Sätze,  8  Stbll.  fol. 
[B.  Zw. 

(NB.  die  Sinfonien  mögen  wohl  sämt- 
lich als  Einleitung  zu  Oj)ern  gehören.) 

Coucert  (in  B.)  pour  le  Clavec.  avec 
orch.  Darmst.,  Bossler.  9  Stb.  qufol. 
u.  fol.     [B.  B.     Brüssel  Cons.     B.  M. 

Concerto  accomodato  poui'  2  Cembali. 
Ms.     qufol.     [Dresd.  Mus. 

Ouvertüre  dell'opera  Medea  . . .  aggiu- 
stata  pel  Cembalo  c.  Fl.  V.  &  Vcl.  da 
G.  C.  F.  Rellstab  (tutti  gli  stromenti  sono 
obligati).  Berlino  (1789)  Rellstab.  fol. 
8  S.  [besafs  einst  Dr.  0.  Lindner  in 
Berlin. 


Ouvertüre  p.  le  Clav,  et  V.  Dresd, 
178C.     [B.  Lpz. 

Ouvert.  in  3  Sätzen  Dd.  Dm.  Dd.  für 
grols.  Orch.     Stb.     [Musikfr.  Wien. 

Tutto  per  Amore.  Ouvert.  P.  u.  Stb. 
und  als  Sostetto  bearb.     [Darmst. 

Six  Quatuors  p.  le  Clav,  ou  Pfte.  avec 
l'acc.  d'une  Fl.  V.  et  B . .  .  Oe.  I.  Ches 
J.  J.  Hummel  ä  Berlin,  ä  Amst.  fol. 
19  S.  Klav.  u.  3  Stb.    [B.  B.     Dresd.  Mus. 

Sonatiue  j)er  il  Cemb.  acc.  con  Ob.  & 
F;ig.  ö  Fl.  e  B.    Ms.  in  Stb.    [Dresd.  Mus. 

Trio  (Nr.  5)  a  2  V.  e  Violetta.  [Padua 
Ant. 

Six  Senates  p.  le  Clav.  av.  l'acc.  d'un 

V.  composes  . . .  Oe.  H.  Hummel  ä  Ber- 
lin, fol.  25  S.  Klav.  u.  1  Stb.  [Dresd. 
Mus. 

Sei  Sonate  con  acc.  d'un  Violine.  Cemb. 
14  S.,  Viel.  (5  Seit.  fol.  Kopie.  Viel- 
leicht die  obigen.     [B.  Wagener. 

Sonate  per  il  Cemb.  acc.  da  due  V. 
[Padua  Ant. 

G  Senates  pour  l'Harmonica  qui  peu- 
vent  servir  aussi  pour  le  Pianofoi-te. 
Dresden,  Hilscher.  fol.  20  S.  —  Second 
partie  dito  6  Senates,  ib.  HS.  [Dresd. 
Mus.     B.  B.     B.  Wagener. 

Sonate  p.  le  Clav.  av.  l'acc.  d'un  V. 
Amoll.     2  Sätze.     Ms.  Stb.     [Wolfenb. 

In  Dresd.  Mus.,  Ms.  in  Stb.,  Sonaten 
f.  Clav,  und  Violine:  1  Sonate,  1  Sonate 

VI,  2  Divertimenti. 

6  Sonate  per  Cemb.  e  V.  in  Stb. 
Ms.  15975  in  K.     [B.  B. 

7  Sonaten  in  2  Mss.  für  Klav.  allein. 
[Dresd.  Mus. 

3  Klaviersätze  in  Ms.  310.    [Wolfenb. 
Themat.  Verz.  seiner  Messen.     11  Bll. 
in  8".     Ms.  Nr.  129.     [B.  B. 

In   neuen   Ausg.   G  Gesge.    (Eitner  2). 

Nauss,  Johann  Xaver,  bez. 
sich  iu  der  spielenden  Muse  als 
Organist  an  der  Domkirche  zu 
Augsburg.     Man   kennt   von  ihm: 

Gründlicher  Unterricht  den  Generalbass 
recht  zu  erlernen,  worinnen  den  Anfängern 
zum  Vortheil  nebst  den  nothwendigen 
Regeln  und  Exempeln  zugleich  auch  der 
Fingerzeig  mit  Ziffern,  sowohl  mit  Bass 
als  Discant  deutlich  gewiesen  wird.  Augs- 
purg  1751  Lotter.     4".     [B.  B. 

Die  spielende  Muse  . . .  Praeludien  nach 
den  Kirchentönen  eingerichteten  Versetten, 
Fugen,  Arien  .  . .  auf  dem  Ciavier.  1.  Thl. 
Augsp.  bei  Joh.  Chr.  Leopold.  (^4*^.  [B.  B. 
B.  Wagener.     Dr.  Grandauer  in  München. 

—  2.  Thl.  qu4''  bei  Jos.  Fr.  Rem  in 
Augsbg.     {[üiP.     [B.  Wagener. 


Nauwach. 


159 


Navarro,  Juan. 


E.  Werra  druckt  in  seinem  Orgelbuche 
1  Nr.  ab. 

3  leichte  Arien,  jede  mit  3  Variationen. 
Augspurg  1748.     qu4".     [Einsiedelu. 

Naiiwach[en],  Johann,  bez.  sich 
1627  als  Kammermiisikus  des  Kur- 
fürsten von  Sachsen  und  wohnt  in 
Torgau.     Er  gab  heraus: 

Erster  Theil  teutscher  Villanellen  mit 
1.  2.  und  3.  Stimmen  auf  die  Tiorba, 
Laute,  Clavicymbel  u.  a.  Instrumente. 
Dressden  1627.  Am  Ende:  Freybergk 
bey  Georg  Hoffmann.  [Darmst.  1  vol.  in 
fol.  Dresden  1  vol.  in  fol.  Mus.  B840, 
beschrieben  im  gedr.  Kat.  S.  101. 

1  Gesg.  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2). 

Nara,  Antonio  Maria,  geb.  um 
1775  zu  Mailand,  gest.  um  1828 
ebd.  Ein  Guitarrist  (Paloschi's 
Almanacco).  Von  seinen  Guitarr- 
kompositionen  ist  bekannt 

„Nuovo  metodo  per  chitarra",  s.  1.  in 
der  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  und  im 
Conserv.  zu  Mailand. 

Die  Bibl.  des  E.  C  of  Mus.  besitzt: 
Metodo  completo  per  chitarra  o  lira.  Mi- 
lano  in  fol.     Ferner 

Tema  nel  ballo  Psammi,  Re  d'Egitto, 
con  Variaz.  per  chitarra.  Op.  41.  Mi- 
lane, Ricordi.     [Mailand  Cons. 

Naval  Peral,  Antonio  de,  So- 
pranist um  1556  in  der  Kapelle 
Karl  V.  (Straeten  7,  362). 

Nayara,  Francesco,  aus  Rom, 
war  Kapellmeister  des  Herzogs 
von  Mantua  und  schrieb  1696  die 
Oper:  Basileo  re  d'Oriente  für  Ve- 
nedig (Textbuch  in  Privathand). 

Navara,  GrioYanni  Fraucesco, 
wird  am  7/9  1679  als  Hof-  und 
Kammermusikus  (Bassist)  mit  993 
Gld.  und  361  Gld.  42  x  Reise- 
spesen an  der  Hofkapelle  in  Mün- 
chen angestellt,  wurde  später  pen- 
sioniert u.  starb  1686.  Die  Wittwe 
erhält  zur  Rückreise  nach  Italien 
500  Gld.  und  zur  Bezahlung  seiner 
Schulden  1002  Gld.  25  x  (Kreis- 
archiv). 

Navarra,  König  von.  In  John 
Stafford  Smith's  Musica  autiqua 
der  Abdruck  der  Chansons 


1.  Coutume  est  bien.  2.  Je  resous  de 
me  partir.  3.  Qui  plus  aime  plus  iudure. 
4.  Dame  l'on  dit  quo  Ton  meurt. 

In  B.  Brüssel  2409:  Clioix  de  chau- 
sons,  ä  commencer  de  Celles  du  Comte 
de  Champagne,  roi  de  Navarre,  jusque  et 
compris  celles  de  quelques  poctes  vivaus. 
Nouvelle  edition.     s.  1.     1757.     12". 

Navarra,  Francesco,  üiscantist 
an  der  Hofkapelle  in  Wien  mit 
20  Gld.  monatlich  vom  1.  Juni 
1586/87  (Köchel  1). 

Navsirra,  (jirolamo,  Bassist  an 
der  päpstlichen  Kapelle  um  1630 
(Haberl,  Kat.  69). 

Navarra,  Vincenzo,  geb.  zu 
Palermo  am  3.  Mai  1666  und 
Benefiziat  an  der  Hauptkirche  da- 
selbst. Es  werden  ihm  zuge- 
schrieben : 

Brevis  et  accurata  totius  musicae  notitia. 
Palermo  1702,  4P  und  das  Ms.  Le  Tavole 
della  legge  numerica  ed  armouica,  nelle 
(juali  si  disvelano  gli  arcaui  piü  reconditi 
del  numero  e  della  musica.  Letzteres  soll 
am  16.  Jiüi  1710  verbrannt  sein  (Ger- 
ber 2). 

Navarro,  Francisco,  ein  spa- 
nischer Musiker,  der  von  1630  bis 
1650  Kapellmeister  an  der  Kathe- 
drale zu  Valencia  war  (Pedrell's 
Ausg.  der  Werke  J.  G.  Perez,  Vor- 
wort). 

Navarro,  Juan,  von  Seviglia, 
auch  mit  Hispalensis  gez.  Man 
weifs  nichts  über  sein  Leben,  nur 
aus  der  Dedic.  Soto's  zu  den  Psal- 
men von  N.  erfährt  man,  dass  ein 
Oheim,  Ferdinande,  am  päpstlichen 
Hofe  zu  Rom  als  Jurist  angestellt, 
der  Vermittler  zwischen  seinem 
Neffen  und  Francesco  de  Soto's 
war,  der  folgende  Kompositionen 
unter  dem  Titel  herausgab: 

Psalmi,  Hymni,  ac  Maguificat  totius 
auni,  secundum  ritum  Sanctae  Romanae 
Ecclesiae  quatuor,  5,  ac  6  vocibus  ... 
Necnon  Beatae  semperq;  Virg.  dei  geni- 
tricis  Mariae  diversorum  temporum  Anti- 
])honae  in  fine  horarum  dicendae  .  .  . 
Romae  1590  Jac.  Toruerius.  Am  Ende: 
Excudebat  Fr.  Coattinus.     Chorb.  in  gr. 


Navas. 


160 


Navoigille,  Hubert. 


fol.  177  Bll.  Dedic.  im  Kat.  Bologna 
2,  279  abgedruckt.  [Bologna.     Rom  Cecilia. 

Liber  in  quo  quatuor  Passiones  Cbristi 
Douiiüi  continentui'  .  .  .  octo  Lameuta- 
tiones:  Oratiocß  Ilierenii^  Prophet^.  Nunc 
primum  .  .  in  luceni  editus  .  .  Mexici 
1604  Didacus  Lopez  Daualos.   4".   (br.Mus. 

In  Neuausgaben  7  Gesänge  (Eitner  2. 
NB.  die  im  E.slava  veröffentlicbten  rechne 
ich  dazu). 

Ms.  B.  Lpz.  ein  Gloria  patri  6  voc.  in 
P.  unter  G.  Navarro  und  in  Ms.  14.51  der 
B.  B.,  Samlbd.  Nr.  9  von  Kiesewetter's 
Hd.  aus  obigen  Psalmen  der  Satz  „Ut 
queciüt  laxis''  4  voc.  P. 

Pougiu  teilt  einige  Nachrichten  ohne 
Quellenangabe  über  ihn  mit  und  schreibt: 
geb.  zu  Sevilla  um  154.5,  war  Kapell- 
meister au  der  Kathedrale  zu  Salamanca. 

NaTas,  Francisco  Marcos  y,  siehe 
Marcos. 

Navas,  Juan  de,  ein  Spanier 
des  17.  oder  18.  Jhs., 

von  dem  sich  in  den  M.ss.  165  u.  166 
2  Responsorien  zu  8  Stirn,  und  Bc  be- 
finden.    [B.  M. 

Navic^rcs,  Charles  de,  geb.  zu 
Sedan  bei  Pont-a-Mousson,  lebte 
noch  1614.  Man  schreibt  ihm 
einen  Gesang  auf  den  Frieden  zu, 
der  1570  in  Paris  bei  Prevot  er- 
schienen sein  soll  (Futis).  Nach- 
weisbar dagegen  ist  eine  Psalmen- 
ausgabe von  ihm,  betitelt: 

Les  Psalmes  mis  en  vers  F.  Par  Ch. 
De  Navieres,  Gen.  Sedanois.  A  Anvers 
1580  chez  Arnoult  s'Conincx.  120.  Dedic. 
in  Versen  von  Arbre  d'Arbrisseau,  gez. 
am  1.  Febr.  1580.  Enth.  neben  den 
150  Ps.  mit  Melod.  noch  10  Hymnen. 
[Universitäts-Bibl.  in  Breslau. 

Navoigille  (laino),  Gruillaume, 

Julien  benannt,  geb.  gegen  1745 
zu  Givet,  gest.  im  Nov.  1811  zu 
Paris.  Bildete  sich  in  Paris  zum 
Violinisten  aus,  lebte  eine  Zeit- 
lang bei  einem  vornehmen  Vene- 
tianer  zu  Monilmontant  und  nach 
dem  Tode  desselben  gründete  er 
in  Paris  eine  Violinschule,  trat 
dann  1789  als  Chef  der  Violinisten 
am  Theater  Monsieur  ein,  später 
am  Theater  de  la  Cito  und  erfuhr 


noch  mannigfache  Wechselfälle 
(Fctis).  Er  schrieb  mehrere  Pan- 
tomimen fürs  Theater  und  viele 
Violinpiecen. 

Fetis  sucht  auch  nachzuweisen,  dass 
er  der  Komponist  der  Marseillaise  ist 
und  führt  ein  fliegendes  Blatt  in  seinem 
Besitze  an,  welches  den  Titel  hat:  „Marche 
des  Marseillais  paroles  du  citoyen  Kouget 
de  risle,  musique  du  citoyen  Navoigille, 
h  Paris,  chez  Frere"  .  . .  Der  Kat.  Fetis' 
zu  Brüssel  führt  den  Dnick  nicht  au, 
doch  befindet  sich  derselbe  wahrscheiu- 
lich  in  einem  Samlbande.  und  hat  mtm 
nur  das  1.  Werii  desselben  verzeichnet, 
wie  es  leider  mehrfach  geschehen  ist,  wie 
ich  mich  selbst  bei  anderen  Samlbd.  über- 
zeugt habe.  Ich  möchte  hierbei  noch 
auf  einen  anonymen  Druck  aufmerksam 
machen,  der  sich  im  br.  Mus.  unter 
Rouget  de  Liste  befindet:  Nos  triomphos 
sont  ton  ouvrage.  Couplets  donnes  ä  Mi. 
Dumouriez  ä  l'opera  sur  l'air  de  Marseil- 
laise, s.  1.  8°.  Katalog  unter  „Nos". 
Einige  Nachrichten  auch  in  Vieiielj.  6, 
282.  Nachweisbar  von  seinen  Violin- 
kompositioneu  sind: 

6  Duetti  k  2  V.  op.  2.  Paris,  grave. 
[Paris  Nat. 

Six  Senates  ä  V.  seul  et  B. . .  opera  IV. 
Paris,  grav6.  fol.  36  S.  [besafs  1894 
Leo  Liepm. 

Recueil  de  trois  airs  var.  e  3  Caprices 
■d  V.  seul.     oe.  7.     Paris.     [B.  B. 

Navoij?ille  le  cadet,  Hubert, 
gen.  Julien^  Bruder  des  Guillaume, 
geb.  zu  Givet  um  1749,  Tod  un- 
bekannt, bildete  sich  ebenfalls  zum 
Violinisten  aus  und  hatte  mehr 
Erfolg  als  Virtuose  wie  sein  Bru- 
der. Gegen  1775  liefs  er  sich  in 
Paris  als  Musiklehrer  nieder,  trat 
auch  im  Concert  spirituel  u.  a. 
Konzertunternehmungen  auf.  1805 
begleitete  er  seinen  Bruder  nach 
dem  Haag,  trat  in  die  Kapelle  des 
Königs  von  Holland,  Louis  Napo- 
leon, ein,  kehrte  aber  nach  dessen 
Ende  nach  Paris  zurück.  Er  ist 
der  Vater  der  berühmten  Harfe- 
nistin N. 

Fetis  verz.  als  op.  1  ein  Streiclujuar- 
tett  und  eine  Symphonie  concertante  pour 
deux  Violons  et  orchestre.  Beide  bei  La 
Chevardicre  in  Paris  erschienen. 


Nawratil. 


161 


Neander,  Joachim. 


Nawratil,  ...  war  Organist  u. 
Komponist    in    Böhmen    (Näheres 

nicht  bekannt). 

1786  befauden  sich  auf  dem  Raudnitzer 
Kirchenchore  noch  zwei  Litaneien  von 
ihm  (Dlabacz). 

Nazari  (Nazzari) ,  Antonio, 
Schüler  Tartini's,  als  Violinist  um 
1770  am  S.  Marco  in  Yenedig 
angestellt  (Burney  1,  116.  129). 
Um  1786  war  er  daselbst  Con- 
certist  mit  100  Duk.  Gehalt  und 
nocli  1692  im  Amte  (Caffi  2, 
58.  64). 

Neander,  Alexis.  Ein  Alexius 
N.  immatrikulierte  sich  1580  a/d. 
Universität  zu  Frankfurt  a/0.  und 
bez.  sich  aus  Kolberg,  während 
ein  Ms.  in  B.  L.  ihn  aus  Sachsen 
gebürtig  bez.  Um  1605  nennt  er 
sich  auf  dem  Drucktitel  „Musik- 
direktor in  Würzburg  am  Kollegium 
Chilianus"  (Kilian?).  Man  kennt 
von  ihm: 

Lib.  primus  Sacrarum  cantionum  qnas 
^oilgo  Motectas  4,  5,  6,  7,  8,  12  voc. 
Francof.  1605  Richter  —  Stein.  8  Stb. 
4".  30  Mot.  [B.  B:  B.  Proske  A.  5  a. 
8  a.  B.  Bohn  in  Breslau  8  Stb.  Gym- 
nasialb, in  Magdeburg.  Elbing,  8  Stb. 
Katharinenkirche  in  Danzig:  5  a.  7  a. 

—  Lib.  2.  4  —  24  voc.  ib.  1605.  8 
Stb.     4».     32  Mot.     [Bibl  wie  vorher. 

—  Lib.  3.  5—12  voc.  1606  ib.  8 
Stb.  4".  23  Mot.  [Bibl.  wie  vorher  u. 
Bannst:  Disc.  5a.  6a.  B. 

Cantiones  4  et  5  voc.  Francof.  a/M. 
1610  Stein.  4  Stb.  4°.  [B.  Hbg.  Weste- 
ras nur  1  Stb.,  defekt. 

In  Mss.,  B.  L.,  4  Mot.  zu  4,  6  u.  8 
gtim.  _  Mss.  B.  Br.  7  Mot.  —  B.  Zw. 
Exultate  Deo  8  voc. 

In  B.  M.  Ms.  260  Hymnen  und  Mo- 
tetten in  Urgeltabulatur. 

3  Mot.  in  alten  Sandwk.  (Eitner  1). 

Neander,  Magister  Christoph, 
hiefs,  wie  avoIiI  alle  Neander, 
eigentlich  Naumann,  denn  im 
Kirchenbuche  zu  Colditz  liest  man, 
geb.  18.  Dez.  1589,  der  Vater 
Urban  Naumann,  die  Matter  Ur- 
sula, (gest.  21.  Jan.  1625  zu  Dres- 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


den).  Er  besuchte  als  Alumnus 
die  Leipziger  Thomasschule,  und 
da  er  im  Jahre  1601  auch  in  den 
Matrikeln  der  Universität  verz.  ist, 
'so  wird,  wie  es  damals  Gebrauch  war, 
die  Einschreibung  zu  gleicher  Zeit 
geschehen  sein.  Seth  Calvisius  war 
sein  Lehrer,  der  sich  seiner  ganz 
besonders  annahm,  so  dass  er  als 
Student  im  stände  war  das  Kanto- 
rat  an  der  Paulinerkirche  zuführen. 
Auch  bei  gröfseren  Aufführungen 
wurde  er  stets  als  Solosänger  her- 
angezogen. 1610  studierte  er  Theo- 
logie in  Leipzig,  zeichnete  sich 
dann  als  Redner  so  aus,  dass  ihm 
Hoffnung  auf  eine  geistliche  Stelle 
in  Leipzig  gemacht  wurde.  Am 
28.  Jan.  1613  erwarb  er  sich  die 
Magisterwürde.  Rühling,  Kantor 
a/d.  Kreuzkirche  zu  Dresden,  em- 
pfahl ihn  zu  seinem  Amtsnachfolger 
und  er  wurde  am  13.  Okt.  1615 
vom  Stadtrat  gewühlt.  Der  Gehalt 
Avar  damals  erbärmlich  und  man 
begreift  kaum  w4e  ein  Familien- 
vater   damit    auskommen    konnte. 


Er  betrug  67  Gld 


30  gr.    14  Pf. 


u.  8  alte  Schock  Biersteuer  (Karl 
Held,  Dissertationsschrift,  abgedr. 
in  Viertel].  10,  294).  An  Kom- 
positionen ist  nichts  bekannt. 

Neander,  Joachim,  geb.  1650 
zu  Bremen  und  ebd.  den  31.  Mai 
1680,  30  Jahr  alt  gestorben.  Stu- 
dierte Theologie,  betrieb  dabei 
fleifsig  Musik,  erhielt  1674  die 
Rektorstelle  a/d.  lateinischen  Schule 
zu  Düsseldorf  und  wurde  1679 
Hilfsprediger  a/d.  Martinikirche  zu 
Bremen  (AUg.  deutsche  Biogr.).  Im 
Fache  der  religiösen  Dichtkunst  u. 
teilweise  auch  in   der  Musik  sind 

bekannt: 

A  &  ß.  Joachimi  N.  Glaub-  u.  Liebes- 
übung: Auffgemuntert  durch  einfältige 
Buudes-Lieder  und  Danck-Psalmeu :  Neu- 
gesetzet  nach  bekant-  und  unbekandte 
Sang  -  Weisen. . .     Bremen    1680    Herm. 

11 


Neander,  Michael. 


162 


Neaulme. 


Brauer.  S».  3  BU.  192  Seit,  mit  56 
Liedern  mit  Bass,  5  davon  ohne  Melo- 
dien (Näheres  im  Zahn  6,  246).  [B.  B. 
B.  Hbg. 

—  Aufl.  Bremen  1688,  unverändert. 
[ß.  B. 

—  3.  Druck:  Wesel,  Duissburg  und 
Franckf.  1686  Andr.  Luppius.  kl.  8».  15 
u.  192  S.    Melod.  mit  B.    [B.  B.     br.Mus. 

—  4.  Druck:  Franckf.  1689  Joh. 
Brauer,  kl.  8".  10  Bll.  141  S.  57  Lieder. 
[B.  B.     B.  Lpz. 

—  1691  gab  sie  Georg  Christoph 
Strattner,  KapcUm.  mit  neuen  Gesängen 
als  5.  Aufl.  heraus.  Frckft.  u.  Lpz.  1691 
Joh.  Fh.  Andrea.  8».  64  Lieder.  [B.  B. 
B.  W.     ß.  Wagener. 

—  1697  ib.     [B.  Lpz.     B.  Hbg. 

—  1698  neue  Aufl.  in  Frckft.  bei 
Brauer.  12».  12  Bll.  u.  141  S.  [Hofb. 
Wien.  Musikfr.  Wien.  B.B:  Bremen, 
Brauer,  144  S.     B.  Lpz.     B.  Hbg. 

—  Berlin  1707.  [B.B.  br.Mus.  B. 
Hbg. 

—  Aufgenommen  in  „Neu-vermehrt- 
verbessert  u.  hiebevor  noch  nie  also  ein- 
gerichtetes Gesang- Buch  (siehe  Zahn  6, 
300)  Cassel  1716  Henr.  Harmes.  [B.W. 
Wallersteiusche  Bibl.  in  Maihingen. 

—  Geistreiche  Glaub. . .  Amsterdam 
1725  Samuel  Schoonwald.  8».  XV  und 
352  S.  mit  94  Lied,  ohne  Autor.  [Dresd. 
B.  Wagener.     B.  Hbg. 

—  Aufl.  1734  in  Lobvvas.sers  Psalmen 
Davids  aufgeuommen.  Bremen  1734  heym 
Amt  der  Buchbinder.  8".     [B.  Wernig. 

—  Aufl.  1740  Dr.  M.  Luthers  . . .  geistl. 
Lieder  und  Psalmen  mit  Joach.  N.'s 
Bundes-Liedern.  Bern  bürg  1740  Gerhard. 
Schmal  120.  414  S.  [besafs  einst  Frz. 
Commer  in  Berlin. 

Ms.  102  in  B.  B.  Samlg.  von  Chorälen 
Bd.  4,  Anhang. 

0  Gesge.  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2). 

Neander ,    Michael ,    bekannt 

durch  den  Gstim.  Gesaug: 

Freu  dich,  du  werthe  Christenheit,  in 
2  Tabulaturbäuden  aus  dem  16.  Jh.  und 
einem  Ms.  in  8  Stb.  mit  1614  gez.  [B.Br.]. 
—  Die  Motette:  Delectare  in  Domino  c. 
2.  p.  5  voc.  im  Ms.  5  Stb.  B.  Löbau, 
angebunden  an  Wanningus  Sententiae. 

Neander,  Petrus,  Gerber  2  be- 
richtet, dass  er  1608  Kantor  zu 
Gera  wurde  und  dort  1645  starb. 
1614  bez.  er  sich  mit  „Jütrobo- 
censis    (Jüterbogk  in  Brandenbg.), 


der  Reuss-Plauischen  Landesscliule 
zu  Geraw  (Gera)  Cautor  figuralis." 
Er  gab  Oraz.  A^ecchi's  4stim.  Can- 
zonen  heraus,  betitelt: 

24  aufserleseue  vierstim.  Canzonetten 
Hör.  V.  so  hiebevor  unter  andern  von 
ihme  mit  italiiUi.  Texten  componirt,  und 
jetzo  zum  bessern  u.  nützlichem  Brauch 
in  Kirchen  .  .  .  mit  schönen  geistlichen 
Sprüchen  meisteutheils  auis  den  Psalmen 
Davids  genoumien  . . .  durch  . . .  Gera 
1614  Mart.  Spiesscn  Erben.  4  Stb.  4". 
[B.B:  Cl. 

—  Ander  Tlieil  .  .  .  Gera  a/d.  Elster 
1620  Joh.  Spiefs.  4  Stb.  4«.  10  Nrn. 
[B.  B.  3  Stim. 

Neander,  Valentin,  bezeichnet 
sich  in  dem  Drucke  von  1584  mit 
„Schohie  pucrilis  apud  fideles  Bri- 
censes  gubernatori",  d.  li.  Schui- 
lehrer  in  Trcuenbrietzen  (K. -B. 
Potsdam).     Man  kennt  von  ihm: 

Elegia  de  praecipuis  artificibus  et  laude 
musices.  Autore  . . .  Witebg.  1583  Matth. 
Welacus.  4".     16  Bll.     [ß.  Zw. 

Sacrae  cantiones  quatuor,  quiuriue  et 
sex  vocuni.  Autore  ...  Witebergae  1584 
Matth.  Welacus.  5  Stb.  qu40.  25  Mot. 
[B.B.  Lübeck:  A.  T.  6a?  Reg.  in  M.  f. 
M.  16,  116.     Stockholm,  Stb.V 

Cantio  nuptialis  sumpta  ex  Psalnio 
CXII  in  nuptias  . .  Jo.  Georgii  ducis 
Saxoniae  ac  Magdalenae  Sybillae  . .  8  voc. 
Autore  V.  N.  liricensi  Marchico.  AVite- 
bergae  1607  (?)  Text:  Victimi  in  nuptias. 
[Kgl.  geh.  Staatsarch.  in  Dre.sd.  Daselbst 
noch  ein  zweiter  Hochzeitsgesang  an  den- 
selben mit  dem  Texte:  Beatus  vir  8  voc. 

Ich  bitt,  Herr  Gott,  5  stim.  Ms.  T51 
Seite  53  in  B.  B.  in  Part. 

Die  B.  B.  besitzt  noch  das  Titelbl.  zu 
einer  Cantio  nuptialis  5  voc.  zu  Ehren 
I  Seidelii.  Witebg.  1584  Welacus.  Die 
sich  daran  schliefsende  Stimme  gehört  den 
obigen  Sacrae  cantiones  von  1584  an. 

In  Mich.  Praetorius  Musae  Sioniae,  6. 
Thl.  1609  Nr.  59  u.  86  zwei  vierst.  Ge- 
sge. Bohn  schreibt  sie  fälschlich  Valcrius 
Neander  zu.  Im  Praetorius  liest  mau 
nur  „Val." 

In  B.  Lübeck  eine  Missa  super  In 
houore  Christi  (Kvrie  u.  Gloria)  5  voc. 
4  Stb.  fehlt  Ten. 

Neaulme,  Jean,  Verleger  im 
Haag  in  den  Jahren  1723  bis  etwa 
1743.     1808  befand  sich  in  Paris 


Nebe. 


163 


Neefe. 


eine  gleiche  Firma.  Ich  fand  von 
ihm  herausgegeben: 

Reeueil  nouveau  de  Chansons  choisies. 
80.  372  S.  Ob  Musik  dabei  ist  konnte 
ich  nicht  erfahren.     [B.  Wagener. 

Nebe,  J. . .,  lebte  in  West- 
Zaandam  und  bearbeitete 

Camphiiysen's  Stichtelycke  Rymen  für 
Orgel.     Ms.  in  B.  Amst.,  Zeit  unbekannt. 

Nebra,  D.  Joseph  de,  erster 
Organist  und  Vicekapellmeister  an 
der  Kgl.  Kapelle  in  Madrid  nach 
dem 

Cod.  Ms.  der  Capelia  sistina  268  (in 
Rom)  in  dem  sich  15  Vesperpsalmen  zu 
4  Stim.  befiuden.  Sie  fallen  in  den  An- 
fang des  19.  Jhs.  —  Die  B.  M.  besitzt 
von  ihm  „Por  esquibo  pareze",  4  voc.  in 
6  Stb.  im  Ms.  —  Im  C.  P.  ein  achtstim. 
Miserere. 

Pougiu  setzt  seine  Lebenszeit  in  die 
erste  Hälfte  des  18.  Jhs.  und  führt  ein 
Drama  an:  No  todo  indicio  es  verdad, 
representiert  im  Theater  de  la  Cruz  zu 
Madrid  1744.  —  Ferner  führt  er  einen 
Neffen  von  ihm  an:  Manuel  Blasco 
Nebra^  der  Organist  ad.  Kathedrale  zu 
Sevilla  war  und  den  12.  Sept.  1784,  34 
Jahr  alt,  starb. 

Von  einem  Nebra  veröffentlichte  Eslava 
ein  Requiem  (Eitner  2). 

Necchi,   Francesco   Antonio, 

unbekannte  Lebenszeit. 

Im  St.  Einsiedeln  befiuden  sich  ein 
Credo  ä  3  voci  con  orch.  Ms.  P.  und 
ein  Gloria  4  voc.  fol.  —  Im  Conserv.  zu 
Mailand:  Messa  in  re  a  3  voci  di  Con- 
tralto,  T.  e  B.  con  orch.  P.  Autogr.  u. 
Stb.  im  Ms.  —  Cautata  sacra  (Levi  e 
Rüben)  per  Contralto  e  T.  con  orch.  P. 
u.  Stb.  im  Ms. 

Neck,  Dirk  yan,  wird  am  22/1 
1695  Organist  zu  Haarlem  (bis 
1702)  (Bouwst  1,  65). 

Neck,  Jacob  ran,  aus  Enchu- 
sanus  (Enkhuizen,  Niederland),  ist 
am  19.  Sept.  1689  in  den  Ein- 
schreibebüchern der  Universität 
Leydeu  mit  „Artis  musicae  ma- 
gister"  eingetragen.  Er  war  von 
1673—1687  Organist  zu  Weesp 
und  von  1687  —  f  1699  an  der 
Peterskirche  zu  Leyden  (Bouwst. 
2,  168.     3,  3). 


Ein  Johann  Neck  ist  im  Ms.  15990 
der  B.  B.  mit  einem  Requiem  4  voc.  c. 
org.  in  P.  vertreten. 

Neckh,  Anton,  seit  etwa  1740 
Organist  am  Stephansdome  /u  Wien 
mit  150  GId.  Gehalt  und  Deputat. 
Er   starb    1759.     Vordem   war   er 

Violinist. 

Pohl  3,  46  und  S.  47  berichtet,  dass 
mau  noch  heute  an  einem  bestimmten 
Tage  in  Wien  ein  Requiem  von  ihm  auf- 
führt als  Stiftung  eines  Geistlichen  (NB. 
man  könnte  glauben,  dass  damit  das  Re- 
quiem unter  dem  Namen  Job.  Neck  ge- 
meint ist,  was  sich  in  der  B.B.  befindet, 
siehe  den  vorhergehenden  Artikel). 

Ein  Karl  Neclcb^  sein  Sohn,  wurde  am 
Dome  sein  Nachfolger  (Marpurg  3,  68). 

Needler,  Henry,  geb.  1685  zu 
London,  gest.  im  Aug.  1760  ebd. 
Ein  Violinist  und  Komponist,  Mit- 
begründer der  Akademie  „of  an- 
cient  Music''  (Browne). 

Im  br,  Mus,  Ms.  173:  Anthems,  with 
instrumental  accumpauiments,  by  Hester 
Needler,  widow  of  Uenry  Needler,  datiert 
A.  D.  1751.  Er  kopierte  Tonsätze  in  der 
Christ-Kirche  zu  Oxford,  die  sich  jetzt  im 
br.  Mus.  Ms.  5059  bis  5082  befinden. 

Neefe,  Christian  Uottlob,  geb. 
5.  Febr.  1748  zu  Chemnitz,  gest. 
26.  Jan.  1798  in  Dessau.  Der 
Sohn  eines  armen  Schneiders,  der 
sich  durch  seine  schöne  Sopran- 
stimme eine  Stelle  als  Alumnus 
erwarb  und  durch  Uuterrichtgeben 
sogar  in  Leipzig  Jura  studieren 
konnte.  Einen  regelrechten  Mu- 
sikkursus hat  er  nie  genossen,  doch 
der  Umgang  mit  Hiller  in  Leipzig 
förderte  ihn  sehr.  Hiller  selbst 
liefs  es  sich  sehr  angelegen  sein 
den  jungen  Mann  auf  jegliche 
Weise  zu  unterstützen,  er  korri- 
gierte ihm  seine  Kompositionen, 
gab  sie  heraus  u.  verschaffte  ihm 
auch  1777  die  Musikdirektorstelle 
an  der  Seyler'schen  Truppe  in 
Dresden.  In  demselben  Jahre  ver- 
liefs  Seyler  Dresden  u.  ging  nach 
Frankfurt  a/M.,  Mainz  u.  a.  Stcädten. 

11* 


Neefe. 


164 


Neefe. 


N.  zog  mit.  Am  17.  Aug.  1779, 
als  sie  wieder  in  Frankfurt  spielten, 
entfloh  Seyler  wegen  Geldverlegen- 
heiten.    Die     Mitfi:lieder     spielten 


Mitglieder 
noch    eine    Zeitlang    auf 


eigene 


Rechnung,   trennten  sich  aber  am 
4.  Okt.    1779.     Neefe    ging    nach 
Bonn  und  schloss  sich  der  Gesell- 
schaft Grofsmann  und  Ilelmuth  an, 
eine  Zweiggesellschaft  der  Seyler- 
schen,  die  schon  seit  1777  in  Bonn 
und  Münster   abwechselnd  spielte. 
Er  erhielt  die   Stelle  eines  Corre- 
petitors.    Hier  verheiratete  er  sich 
mit  der  Sängerin   Fräulein   Zi/ick, 
vormals     Hofsängerin     in     Gotha, 
dann  bei  der  Seyler'schen  Truppe 
angestellt.     Am     15.    Febr.     1781 
meldete   er  sich  zu  der  erledigten 
Organistenstelle   an  der  Kurf.  Ka- 
pelle in  Bonn  und  erhielt  sie  mit 
400   GId.    Gehalt   (Thayer    1,    50). 
Beim   Theater    hatte    er   :}00  GId. 
—  Wann  Beethoven  sein  Schüler 
war  ist  nicht  mehr  zu  bestimmen. 
1784  starb  der  Kurfürst  Max  Fried- 
rich   und    unter    dem    Nachfolgei- 
ging    die   Oper    ein,    so  dass   sich 
sein  Gehalt    nur  auf  die  400  GId. 
für     den     Organistendienst      be- 
schränkte.   Durcii  Privatunterricht 
erwarb   er  das  Fehlende.     Anfang 
September  1794  floh  der  Kurfürst 
vor  den  heranrückenden  Franzosen, 
die  am  7.  Okt.  in  Bonn  einrückten. 
Fi'au  Neefe  giebt  in  der  Lpz.  Ztg. 
1,  362  ein  trauriges  Bild  von  der 
Armut    in    welcher    sie    in    den 
nächsten  zwei  Jahren  lebten.   1796 
suchte  N.  den  Kurfürsten  in  Dessau 
auf  und    bat   um   die   Rückstände 
seines  Gehaltes,  statt  dessen  wurde 
ihm    ein    formeller    Abschied    ge- 
geben.    In  Dessau  erhielt  er  aber 
an    der  Bossang'schen   Theaterge- 
sellschaft den  Musikdirektorposten, 
stand  ihm  aber  nur  noch  ein  Jahr 
lang  vor,  dann  starb  er  (Autobiogr. 


Lpz. 


Ztg. 


1,   241  ff.).     N.  lieferte 


in  Cramer's  Magazin  öfter  Berichte 
über  Bonner  Musikverhältnisse, 
ohne  Namen  gez.  Er  hatte  eine 
hübsche  melodische  Erfindungs- 
gabe, die  seinen  Kompositionen 
einen  weiten  Kreis  Verehrer  in 
Deutschland  gewann.  Eine  Silvette 
seines  Kopfes  findet  man  in  Rei- 
chard's  Gothaer  Kalender  1778. 
La    Mara    1   Brief    aus    Lpz.    von 

1775.  1,  280.  Seine  Oden  von 
Klopstock  beurteilt  Seiler  in  der 
Bock'schen  Musikztg.  1868,  289. 
Urteil  über  seine  Singspiele  in 
M.  f.  M.  24,  54  ff.  u.  64  ff.  einige 
Musikproben,  siehe  auch  Yiertelj. 
10,  39  ff.  —  Ein  Artikel  von  ihm 
lieber  die  musikalische  Wieder- 
holung,    im    Deutschen    Museum 

1776.  —  üeber  die  musikalische 
]\Ialerei,  Berlin  1780.  —  Im  Kat. 
Schwerin  F.  2,  93  sein  Namenszug 
im  Facs.  Von  seinen  Kompositio- 
nen sind  nachweisbar: 

Das  grolse  Jlallcluja.  —  Mot.  Dem 
Unendlichen.  Samlbd.  4stim.  Ge.sänge. 
[Tiübeck. 

Dem  Thiendlichen  zu  4  St.  mit  Clav. 
Lpz.     [Brüssel  Cous. 

Wie  sie  so  sanft  nihn,  4  st.  P.  Ms. 
235  in  B.  B. 

Oden  von  Klopstock  mit  Melodien  (zu 
1  und  mehreren  Stirn.).  Flensburg  und 
Lpz.  177G  Körten.  13  Oden.  [B.  ß. 
Darmst. 

—  Speier  (1786)  Bossler.  [B.  B.  B. 
Lpz.     Brüssel  Cons. 

—  Neue  sehr  vermehrte  und  ver- 
besserte Ausg.  Neuwied  bei  Job.  L. 
Gehra.  In  Bosslers  Notenoffizin  zu  Speier 
gedr.  qufol.  49  S.  (1  und  4stim.  mit 
Klav.).  [B.  B.  B.  Kgsbg.  B.  M.  B. 
Wagener.  

Adelheit  von  Veitheim,  Oper  in  3  Acten. 
Ms.  P.  qufol.  [Dresd.Mus:  548  b.  Mu- 
sikfr.  Wien. 

Amors  Guckkasten,  eine  komische  Ope- 
rette. . .  Lpz.  1772  Schwickert.  40.  68  S. 
[B.  B.  (Kl.-A.).  B.  M.  B.  Wagener.  B. 
Lpz.     IJriissel  Cons. 

Die  Apotheke,  eine  comische  Oper  in 
zween  Acten. .  .    Lpz.    1772   Junius.     4". 


Neofe. 


165 


Negelein. 


Dedic.  an  Hiller,  Lpz.  1/1  1772  gez.  4'1 
90  S.  [B.  B.  Schwerin  F.  B.  Lpz. 
Dresd.  Mus.     B.  AYagener.     Brüssel  Cons. 

Der  dumme  Gärtner  oder  die  beyden 
AntoD,  ein  comisches  Singspiel  in  2  Act. 
Kl.-A.  Bonn,  Rimrock.  [Darmst.  B.  B. 
B.  M.  Dresd.  Mus :  Mannheim  bei  Götz, 
qufol. 

Die  Einsprüche,  eine  com.  Op.  in  2  A. 
Lpz.  1773  Schwickei-t.  Kl.-A.  94  Seit. 
[B.  M.  B.  B.  Schwerin  F.  B.  Wagen  er. 
Göttweih. 

—  in  Part.  Ms.  16011  in  B.  B.  Brüs- 
sel Cons. 

Gesänge  aus  dem  Neuen  Guthsherrn, 
einer  Oper  in  drey  Aufzügen  von  Dyck 
und  .Jünger;  komponirt  u.  in  einen  Kl.-A. 
gebracht  von  Neefe.  Lpz.  1783,84  Dyck. 
qufol.     40  S.     2  Lfgen.     [B.B. 

Heinrich  und  Lydia,  ein  Drama  in  1 
Akt.  Naumburg  und  Zeitz  1777  Flittner. 
40.  [B.B.  Darmst.  Brüssel  Cons.  Mu- 
sikfr.  Wien. 

—  In  Part,  betitelt  „eine  Idylle".  Ms. 
16147.     [Hofb.  Wien. 

Sophonisba,  Melodrama.  P.  Autogr. 
[Musikfr.  Wien.     Ms.  P.  u.  Stb.  in  Darmst. 

...  von  dem  Verfasser  der  Skizzen 

(Meifsner).  Kl.-A.  Lpz.  1785  Schwickert. 
qufol.  84  Seit.  [B.  B.  B.  Lpz.  Dresd. 
Mus.     Darmst.     B.  M. 

—  Fragmeute  im  Autogr.  nebst  seinem 
Portr.  in  B.  B.  Grasn. 

Die  Zigeuner,  ein  Lustspiel  mit  Gesg. 
in  b  Aufz.     Ms.  16010  in  P.     [B.  B. 

Bilder  imd  Träume  von  Herder  mit 
Melodien.  Lpz.,  Br.  &  H.  32  S.  [B. 
Wagener.     B.  B. 

Klementin  von  Dumont  und  Neefe. 
Neuwied,  Gehra  u.  Haupt,  gestoch.  von 
Schott  in  Mainz,  Hofkupferstecher.  11  S. 
qufol.  (Dumont  ist  unzweifelhaft  der 
Dichter).     [B.  M.     B.  B. 

Lieder  mit  Klaviermelodien.  Glogau 
1776  Chr.  Fr.  Günther.  40.  [B.  B.  B. 
Kgsbg.  B.  M.  Musikfr.  Wien.  Brüssel 
Cons. 

. .  .  Lieder  für  seine  Freunde  und 
Freundinnen  nebst  einer  Ballade.  Lpz. 
1784  Hilscher  in  Commission.  4".  [B.  ß. 
Brüssel  Cons. 

Selmar  und  Selma.  Eine  Ode  von 
Klopstock.     Ms.  16012  in  B.  B. 

Serenaten  beym  Klavier  zu  singen. 
Lpz.  1777  Dyk.  4».  Vorbericht  und 
6  Serenat.,  meistens  durchkompon.  [B. 
Lpz.     Sladtb.  Augsburg.     B.B.     Dresd. 

Vademecum  für  Liebhaber  des  Ge- 
sanges und  Claviers.     Leipzig  1780  Dyk. 


88  S.  mit  11  liedern  von  Hiller  (ohne 
Autor).  [Stadtb.  Augsbg.  B.  ß.  B.  M. 
B.  Wagener.     Bnissel  Cons. 

Ms.  B190  in  Dresd.  einige  Lieder. 


Partita,  a  2  Corni,  2  Ob.,  2  V.  2  Fag. 
Va.  e  B.  Ms.,  scheint  Autogr.  zu  sein. 
[Schwerin  F. 

Concerto  pour  le  Clavecin  avec  l'Ac- 
compag.  pour  2  Violons,  2  Ob.  2  Cors,  1 
Viola  e  Basso.  Mannheim,  Götz.  fol. 
[Dresd.  Mus. 

I.  Parchie  con  flauti.  II.  Parthie  con 
flauti.    15  Bll.  Hds.    [ß.  Wagener,  Kopie. 

Sechs  Ciaviersonaten  mit  der  willkühr- 
lichen  Begltg.  1  Viel.  Glogau,  Chrstn. 
Fr.  Günther.  43  S.  Klav.,  18  S.  Viol.  in 
qufol.  [B.B.  Brüssel  Cons.  ß.  Wagener. 
B.  M.  in  Kopie  von  1779,  2  Stb. 

Sonata  VI.  a  Cembalo  obl.  e  V.  (in  B). 
2  Stb.  in  Ms.     [B.  M. 

12  Ciavier -Sonaten  (Em.  Bach  gew.) 
Lpz.  1773  Schwickert.  70  S.  1  Bl.  Wid- 
mung. [B.  B.  B.  M.  Dresd.  Mus.  B. 
AVagener. 

—  Riga  1773  bey  Hartknoch.  [Stadtb. 
Augsbg. 

6  neue  Ciaviersonaten  nebst  Verände- 
rungen über  die  Melodie  der  Romance 
aus  der  Jubeihochzeit,  „Kunz  fand  einst 
einen  armen  Mann"  und  über  ein  be- 
kanntes Arioso.  Leipzig  1774  Schwickeii. 
fol.  \Q.  B.  B.  M.  Stadtb.  Augsbg.  B. 
Wageuer. 

72  Sonaten  für  Klav.  in  Ms.  118.  [B.B. 

6  Pieces  d'une  esecution  facile  ...  a 
4  ms.,  Simrock.     liv.  2.     [B.  M. 

In  Samlwk :  Theomele,  Lieder.  Güters- 
loh bei  Bertelsmann  [B.  Kgsbg.  B.  Lpz.]. 
In  Klavierstücke  1,  1794.  —  In  Breit- 
kopf 1774.  —  In  Abt  Vogler's  Betrach- 
tungen der  Mannh.  Tonschule  1778—81 
bef.  sich  einige  Tonsätze.  In  neuen  Ausg. 
7  Gesge.  (Eitner  2).  Bekränzt  mit  Laub, 
auch  in  M.  f.  M.  12,  172  und  Arien  in 
Bd.  24.  —  In  6  Rondos  u.  6  kl.  Lieder 
1784.  —  2  Lieder  in  Voss'  Musenalma- 
nach 1776  u.  77.     [B.  M. 

Negelein,    Christoph    Adam, 

geb.  29.  Nov.  16.56  zu  Nürnberg, 
gest.  1701  zu  Wien,  war  K.  K. 
wirklicher  Hofpoet  und  trug  in  der 
Gesellschaft  der  Fegnitzer  Blum- 
Genossen  den  Namen  Ccladon. 
Auch  als  Musiker  und  Komponist 
von  Melodien  zeigte  er  sich  in 
Heinr.    MüUer's     Erquickstunden. 


Negri,  Antonio. 


166 


Negri,  Giuseppe. 


Zu  seiner  Zionsharfe  schrieb  Löh- 
ner die  Melodien.    Sie  ist  betitelt: 

Die  alte  Zions  -  Harpf e ,  des  Höchst- 
seligen Königs,  Propheten  und  Poeten 
Davids  Ehre,  nach  denen  150  Psalmen 
in  eben  so  vielen  Liedern  . . .  Anjetzo 
zum  zweytemal  gedruckt  und  . .  mit  gantz- 
neuen  Sing- Weisen  vermehret,  Von  Joh. 
Löhnern  . .  .  Nürnbg.  1694  Riegel,  druckts 
Andrea  Knortzens  seel.  "Wittib,  gr.  8". 
567  S.  mit  Melod.  mit  B.  [B.  Lpz.  Hofb. 
Wien.     B.  Hbg. 

Die  Vorrede  von  Feuerlein  ist  mit 
1693  gez.  Die  1,  Ausg.  ist  nicht  bekannt. 
Zahn  druckt  4  Melodien  ab. 

Ein  Christoph  Negclin  aus  Freising, 
meldet  sich  am  31.  Mai  1505  als  Tenorist 
an  der  Ilofkapelle  in  Stuttgart,  wird  aber 
nicht  angenommen  (M.  f.  M.  31,  24). 

Negri,  Antonio,  ein  späterer 
Komponist  als  Marc'Antouio. 

Er  ist  in  der  Oper  ,,L'Atenaide"  von 
Ziani,  Caldara  und  Conti  mit  dem  2.  Akte 
vertreten,  komponiert  und  aufgeführt  in 
Wien  1714.  [Hofb.  Wien  Ms.  17192  die 
Part,  und  93  die  Stb.  Wolfenb.  Ms.  297 
in  3  voll. 

Negri,  Cesare,  aus  Mailand, 
detto  il  Trombone;  er  war  ein 
Tanzmeister  und  gab  heraus: 

1.  Le  Gratie  d'amore,  di  . . .  Professore 
di  ballare,  op.  nova  et  vaghissima,  divisa 
in  3  trattati.  Milano  16U2  l'hered.  del 
quon.  Pacifico  Pontio  &  G,  ß.  Piccaglia 
Comp.  fol.  296  S.  mit  Abbildg.  u.  Musik. 
Sein  beigegebenes  Porträt  ist  mit  dem 
Alter  von  66  Jahren  bez.,  demnach  wüi'de 
er  um  1540  geboren  sein.  [Bologna.  Mai- 
land B.  nazionale.     Hofb.  AVien,     Brüssel. 

Chilesotti  veranstaltete  1883  bei  Ri- 
cordi  eine  Neuausgabe. 

2.  Nuove  inventioni  di  Balli,  opera 
vaghissima  di  ...  Con  figure  bellissime 
in  rame,  &  regele  della  musica,  «fc  intavo- 
latura,  quali  si  richieggono  al  suono  &  al 
Canto,  Divisa  in  3  trattati.  Milano  1604 
Girol.  Bordone.  fol.  296  S.  nebst  Vorbll. 
und  seinem  Porträt  wie  oben.  [B.  B. 
B.N.  B.  Wageuer.  B.  M.  Univ.  Prag-. 
C.  P.     br.  Mus.     Wolfenb. 

Enthält  Lautenstücke  und  Abbildungen 
von  Tauzpaaren. 

Arabros  veröffentl.  eine  Tanzmelodie 
(Eitner  2). 

Negri,  Domenico  Francesco, 

jedenfalls    ein    anderer    als    Fran- 
cesco Negri.     Er  muss  im  17.  bis 


18.  Jh.  gelebt  haben  und  ist  be- 
kannt durch  ein 

Magnificat  a  4  voci  con  Siufonia  (für 
3  Instr.  u.  B.)  Ms.  444  Saralbd.  Nr.  10 
der  B.  B.  —  Dasselbe  Magn.  ohne  Vor- 
namen in  Ms.  12816  der  B.  B.,  mit  ver- 
mehrter Instrumentation  für  2  V.  Va. 
2  Ob.  2  Com.  u.  Fondam.  23  S.  Pai't. 
—  In  der  Bibl.  des  R.  C.  of  Mus.  Nr.  1759 
wird  ihm  ein  Gloria  4  voc.  c.  instrum.  in 
P.  Ms.  zugeschrieben.  Ebenso  im  br.  Mus., 
Ms.  168,  Kopie  aus  dem  18.  Jh. 

Negri,  Francesco  I.,  Kanoni- 
kus an  S.  Pietro  in  Guastalla 
(Parma),  gab  heraus: 

Arie  musicali  di  .  .  .  commode  da  can- 
tar.si  nel  Clauecemb.  Chitarrone  ö  altro 
simile  istrom.  A  1  c  2  voci  con  alcune 
Cantate  in  stille  (!)  Racitatiuo.  Op.  1  .  .  . 
Ven.  1635  Aless.  Vincenti.  1  vol.  in  fol. 
38  S.  mit  20  Gesg.     [Bologna. 

Fetis  .schreibt:  geb.  um  1009  zu  Ve- 
rona und  Kapellm.  an  der  Kirche  S.  Ber- 
nardino.  Obige  Nachricht  vom  Titelblatt 
selbst. 

Negri,   D.  Francesco  II.,  ein 

Priester  und  um  1786  erster  Vio- 
linist an  der  Kapolle  am  S.  Marco 
in    Venedig    mit    60  Duk.    Gehalt 

(Caffi  2,  64). 

Wahlscheinlich  ist  die  „Sonata  a  V.  e 
B.  Part,  di  Franc.  Negri''  im  Ms.  10020 
in  K.  der  B.  B.  von  ihm. 

Ln  Ms.  der  B.  M.  unter  Negri  2  Arien 
im  Kl.-A.  und  3  Trio  für  2  V.  u.  B.  in 
Stb.,  fraglich  ob  von  obigem.  Auch  in 
Latrobe's  Samlwk.,  London  0  voll.  1800 
liis  25,  ein  Altsolo:  Qui  sedes  von  einem 
fraglichen  Negri. 

Negri,  Giulio  Santo  Pietro  del, 
siehe  Negro. 

Negri,  Oiuseppe,  Gerber  2  be- 
richtet, dass  er  zu  Verona  geb. 
und  Kammermusikus  beim  Kur- 
fürsten von  Köln  im  Anfange  des 
17.  Jhs.  war.     Er  gab  heraus: 

Madrigal!  ed  Arie.  Ven.  1022.  Im 
Conserv.  zu  Mailand  befinden  sich  Werke 
eines  Giuseppe  Negri,  doch  scheint  er 
dem  19.  Jh.  anzugehören,  wenn  man  den 
Verleger  Lucea  in  Betracht  zieht,  es 
könnten  aber  auch  Neuausgaben  sein: 

Cavatina  „Notte  amica''  per  T.  con 
orchestra.    Ms.  P, 


Negri,  Jacopo. 


167        Negro,  Giulio  Santo  Pietro  del. 


Gli  Esuli  ebrei,  canto  lirico,  traduzioue 
del  Salmo  106  di  Filippo  de  Bernardi. 
Milano,  Lucca. 

Vielleicht  ist  der  zuerst  genannte  der 
um  1636  am  Düsseldorfer  Hofe  Kapell- 
meister war  und  der  um  1640  starb  (M. 
f.  M.  28,  95.  105.  108). 

NegTi,  Jacopo,  nur  bekannt 
durch 

Variazioni  brillante  per  Flauti  e  Clavic. 
op.  10.     [Musikfr.  Wien. 
Lebenszeit  mir  unbekannt. 

Xegri,  Lnigi,  aus  Bologna, 
lebte  in  der  Mitte  des  18.  Jhs. 
und  war  ein  Schüler  Martini 's. 

Aus  jener  Zeit  mag  auch  der  Band 
geistliche  mehrstim.  Kompositionen  her- 
rühren, der  sich  im  Besitze  des  Lioeo 
raus,  zu  Bologna  befindet  und  21  Gesge. 
fär  Chor  und  Instrum.  enthält. 

Von  einem  Negri  in  Dresd.  kath.  Kirche 
im  Ms.  P.  u.  Stb:  3  Motett.  für  Chor  und 
kleines  Orch. 

Negri,  31 . . .  A  . . .,  ein  Kom- 
ponist aus  dem  Ende  des  18.  Jhs., 
wenn  nicht  schon  aus  dem  19., 
ist  bekannt  durch  eine 

Eaccolta  di  musica  vocale  itaJiana  de' 
piü  celebri  autori  ridotta  coll'accomp.  di 
fortep.  e  parte  auche  di  Chitarra  da  . . . 
Ambui'go  fo.  mit  allerlei  Operupiecen  von 
Carlo  Melara,  Spontini,  G.  G.  Ferrari  etc. 
[B.  B. 

Negri,    Prete    Marc'Aiitoiüo, 

aus  Yerona.  Nach  Caffi  1,  56  u. 
209  starb  er  1620.  Am  22.  Dez. 
1612  wurde  er  zum  Vice-Maestro 
(2ter  Kapellm.)  am  S.  Marco  in 
Venedig  gewählt.  Im  März  1613 
unterz.  er  zwar  die  Dedic.  zu  den 
7  stim.  Psalmen  in  Verona,  doch 
das  angehängte  „Ad  Completorium" 
mit  5  Gesängen  bezeichnet  ihn 
mit  obigem  Amte.  Sie  sind  be- 
titelt: 

II  1.  lib.  delli  Salmi  a  7  voci.  Di  . . . 
Con  il  Salmi  che  si  cantano  alle  Compiete. 
Con  il  B.  per  l'org.  Op.  3.  Yen.  1613 
rherede  di  Ang.  Gardano.  8  Stb.  4". 
11  Psakn.,  2  Magnif.  und  5  Complet. 
[B.  M.  Bologna.  B.  B:C.  A.  Bc.  Rom 
Cecilia:  A  2.  Bc. 

Ferner  kennt  man  von  ihm: 

Affetti     amorosi    a    3   voci.      Di  .  .  . 


Nouam.  comp.  . ,  Col  suo  Bc.  Ven.  1608 
Ang.  Gardano.  4  Stb.  4'^.  21  Gesge. 
[br.  Mus:  C  1.  2.  B. 

Affetti  amorosi  ..  lib.  2.  Ven.  1611 
Amadino.  1  vol.  in  fol.  40  S.  35  Ge- 
sänge zu  1—5  Stim.,  dabei  5  Sinfonien 
mit  Solo  ra.  2  Violin -Sonaten.  1  Gesg. 
von  Ldieia  Quinciani.  [Genua  B.  U. 
Brüssel 

Negri,  Orazio.  Am  13.  Nov. 
1586  aufgenommen  als  Altsänger 
in  die  Hofkapelle  in  München  mit 
300  Gld.  jährJ.,  ging  Anfang  1588 
wieder  ab,  tritt  dann  am  29/6  1590 
als  Hofkaphxn  und  Sänger  mit 
300  Gld.  Gehalt  wieder  ein  und 
geht  Ende  1594  abermals  ab 
(Kreisarchiv). 

Negrini,  siehe  Nigrino. 

Negro  (Negri),  Griulio  Santo 
Pietro  del,  geb.  zu  Mailand  aus 
edler  Familie,  ein  Dilettant  von 
Begabung,  der  Anfang  des  17.  Jhs. 
herausgab: 

Gl'amorosi  pensieri.  Canzonette  Villa- 
nelle  et  Arie  napolitaue  a  3  voci  da  so- 
nare  &  cantai'e  su'l  Chitarone.  Claueciinb. 
.  . .  Lib.  2.  raccolte  da  Marcellino  Sena- 
rega.  Ven.  1607  Gard.  &  fratelli.  3  Stb. 
4».     52  Gesge.     [br.Mus:  Cl.  2.  B. 

n  3.  lib.  dell'amorose  Canzonette,  Vil- 
laneUe  &  Arie  (wie  vorher).  Op.  4.  Ven. 
1607  Ales.  Eaverij.  3  Stb.  4".  25  Gesge. 
[B.  A. 

Grazie,  ed  affetti  di  musica  moderna, 
ä  1,  2,  e  3  voci,  da  cantare  uel  Clavi- 
cordo,  Chitarr.,  Arpa  doppia  . .  Op.  5. 
Milano  1613  Fil.  Loraazzo.  1  vol.  fol. 
42  S.     41  Gesge.     [Brüssel. 

2.  libro  delle  Grazie  ed  affetti  di  mu- 
sica moderna,  a  1,  2  &  3  voci.  Da  can- 
tare nel  Clauicordo  (wie  vorher).  Op.  8.  . . 
Ven.  1614  G.  Vincenti.  1  vol.  fol.  32  S. 
22  Gesge.     [Brässel. 

Musica  ecclesiastica  concertata  alla 
moderna  a  2,  e  3  voci  . .  Op.  9.  Milano 
1616  Fil.  Lomazzo.  Vom  Verleger  heraus- 
gegeben.    25  Nrn.     1  vol?     [Proske. 

Canti  accademici  concertati  a  2,  3,  4, 
5  &  6  voci  da  . . .  Op.  11.  Ven.  1620 
Ales.  Vincenti.  Stb?  4".  7  Nrn.  [Bo- 
logna: A. 

In  der  Hofb.  Wien,  Ms.  19087,  Nr.  2 
unter  Joannes  Santo  Pietro  ein  Laetatus 
sum  4  voc.  c.  Comi  ed  org.  oblig.  P.  Frag- 
lich ob  von  obigem. 


Negro,  Pietro  de. 


168 


Neidhardt. 


Negro,  Pietro  de,  Kapellsänger 
an  der  Hofkapelle  in  AYien  mit 
240  Gkl.  jährl.  um  1619  (Eöchel 
1).  Vielleicht  ist  er  derselbe  wie 
der  vorhergehende  Autor. 

Negro  Oroppallo,  Agostino 
(li,  Herausgeber  von  Yinc.  Ruffo's 
Motet.  6  voc.  1555  und  dessen 
Madrig.  a  6 — 8  voci  1554. 

Nehrhoff,  H  . . .  de,  muss  Ende 
des  18.  bis  ins  19.  Jh.  hinein  ge- 
lebt haben. 

Er  ist  bekannt  diircli  ?>  Duos  coucer- 
tans  pour  Violoa  &  Viola,  död.  B.  Cam- 
pagnoli,  Lpz.,  Peters.   2  Stb.    [ß.Wagoner. 

Tre  Duetti  per  V.  e  Va.  Ms.  Stb. 
[Mailand  Cons. 

Nehrinj?,    Johann    Christian, 

Pfarrer  zu  Morl  bei  Halle  im  18.  Jh., 
ist  im  Freyliughausen'schen  Gesang- 
buche mit  einem  Liede  mit  Melodie  und 
Bass  vertreten,  welches  ihm  \\'intei-feld 
zuschreibt  und   veröffentlicht  (Eitner  2). 

Nehrlich,  Johann  Peter  Theo- 
dor, geb.  1770  zu  Erfiiit.  Schüler 
von  Em.  Bach,  bildete  sich  zum 
Klaviervirtuosen  und  Komponisten 
aus,  ging  nacii  Dorpat  in  eine 
Privatstellung,  später  nach  Moskau 
als  Klavierlehrer,  1812  nach  Peters- 
burg, kehrte  aber  nach  dem  Frie- 
den  wieder  nach  Moskau  zurück. 

Er  schrieb  allerlei  Klavierpiecen.  Ein 
Klavierkonzert,  welches  er  in  Göttingen 
vortrug,  erhielt  Forkel's  Beifall.  Die  Lpz. 
Ztg.  erwähnt  ihn  1814  zum  letzten  Male 
und  1810  bespricht  sie  Vaiiat.  von  ihm 
(Biogr.  im  Schilling). 

Neide,  Johann  (xeorg  Chri- 
stoph, Rektor  am  Stadtgymnasium 
zu  Magdeburg,  vorher  Konrektor 
seit  etwa  1792; 

schrieb  in  den  Magdeburger  gemein- 
nützigen Blättern  1790  S.  22  über  Chor 
und  Curreudewesen  (Gerber  2). 

Neidhardt,  Johann  Georg,  zu 

Bernstadt  in  Schlesien  geb.,  stu- 
dierte 1706  zu  Jena  Theologie. 
Seit  etwa  1722  bez.  er  sich  als 
Kgl.  preufsischer  Kapellmeister  zu 
Königsberg    i/Pr.    (Gerber    1.    2). 


Fotis  fügt  dem  noch  hinzu,  dass 
er  1720  den  Kapellmeisterposten 
an  der  Kirche  der  Citadelle  in 
Königsberg  erhielt  und  dort  am 
1.  Jan.  1739  starb.  Er  beschäf- 
tigte sich  eingehend  mit  theore- 
tisch und  akustisch  musikalischen 
Themen  und  gab  heraus: 

Beste  und  leichteste  Temperatur  des 
Monochordi,  vermittelst  welcher  das  heu- 
tigen Tnges  bräuchliche  Genus  Diatonico- 
Ciiromaticum  also  eingerichtet  wird,  dass 
alle  Jntcrvalla,  nach  gehöriger  Proportion, 
einerlei  Schwebung  überkommen,  und  sich 
daher  die  Modi  reguläres  in  alle  und  jede 
Claves,  in  einer  augenehmen  Gleicbheit, 
transponiren  lassen  . . .  Jena  1706  Joh. 
lüelcken.  40.  104  S.  [B.  B.  B.  Lpz. 
B.W.    Ilannov.    Basel.    B.  Hbg.    Brüssel. 

Sectio  canonis  harmonici,  zur  völligen 
Richtigkeit  der  generum  modulandi.  Kgsbg. 
1724  Eckart.  4".  36  ö.  [B.  B.  Dresd. 
B.  Lpz.  Musikfr.  Wien.  Brüssel.  Glas- 
gow. 

Gänzlich  erschöpfte  mathematische  Ab- 
theilg.  des  diatonisch-chromatischen  tem- 
perirten  Canonis  monochordi,  allwo  ... 
gezeiget  wird,  wie  alle  Temperaturen  zu 
erfinden  .  .  .  seyn.  Königsbg.  und  Lpz. 
1734  Eckait  4».  52  S.  [B.  B.  B.  Lpz 
Musikfr.  Wien.     Bnissel. 

~  2.  Aufl.  Ib.  1734.  4^.  78  S. 
1  Taf.     [B.  B.     B.  M. 

Hoc  in  libro  si;itu  notabilissima,  quae 
ad  Compositionem  sunt  utilia  problematice 
. . .  (Titel  vollst,  im  Kat.  Joach.  p.  65, 
eine  Kompositionslehre).  Ms.  476  und 
476  b.     gl-.  40.     129   u.  35  S.     [B.  .Joach. 

—  Vielleicht  ist  das  in  der  ß.  B.  be- 
findliche Ms.  Fragm.  43  BU.  in  fol.  nekst 
deutscher  Uebersetzung  in  Ms.  fol.  29 
dasselbe,  betitelt:  Tractat  von  der  Kom- 
position nach  mathematischer  Lehrart,  in 
latein.  Sprache. 

An  Kompositionen  ist  nur  bekannt: 
Die  Sieben  Biüs- Psalmen  des  Königs 
u.  Propheten  Davids,  nach  dem  Gmnd- 
Texte  in  deutsche  Oden  gebracht  von  . .  . 
Königsberg  1715.  Nach  dem  Vorworte 
ist  er  auch  der  Dichter.  Ms.  466  fjufol. 
13  BU.  Part.  f.  1  Singst,  mit  Instr. 
[B.  .Joach. 

—  Im  Druck:  Königsbg.  1715  bey 
Zäncker.  qufol.  13  Ell.  [B.  Kgsbg. 
Schwerin  F. 

Das  schöne  Kirchen  -  Lied :  Meinen 
Jesum  lals  ich  nicht  etc.  wie  es  hier  ge- 
sungen  wird,   nach   seinen  VI  Strophen, 


Neiding. 


10)9 


Nelvi. 


vor  den  Generali). . .  gesetzt  . .  Kgsbg. 
1722  Zäncker.  fol.  2  Ell.  u.  2  Ell.  Musik. 
[B.  Kgsbg. 

Ms.  13556  in  Xgsbg.,  gr.  fol.  267  Cho- 
räle für  Orgel  oder  Klavier  gesetzt,  von 
Verschiedenen. 

NeidiDg,  .  .  .  Stadtmusikus  iü 
Erfurt,  Avird  1784  im  Gramer  2, 
409  als  ein  alter  Mann  bez.  und 
als  Komponist  von  Gesangs-  und 
Instrumentalwerken. 

Neidliu^er,  Paul,  Organist  an 
der  HoEkapelle  in  Wien  mit  30  Gld. 
monatl.  vom  1.  Jan.  1654  bis  Ende 
1669  (Köcbel  1). 

Neidtliardt  (Neittbart),  Johann 
(Hans),  1568  Bassist  an  der  Hof- 
kapelle zu  Müncben  mit  180  Gld. 
Gebalt;  wird  1569  entlassen  (Kreis- 
arcbiv  in  Müncben  u.  säcbs.  Staats- 
arcbiv  in  Dresden). 

Neilson,  Lanrenee  Cornelius, 
geb.  gegen  1760  zu  London,  gest. 
nach  1830.  1767  gingen  seine 
Eltern  nach  Amerika,  er  kebrte 
aber  naob  des  Yaters  Tode  nacb 
England  zurück,  wurde  Organist 
zu  Dudle}",  dann  zu  Cbesterfield. 
Von  seinen  Kompositionen  ist  nur 
bekannt: 

3  Sonatas  for  the  harpsichord.  London, 
Preston.     fol.     [br.  Mus. 

Neinner,  Michael,  wurde  am 
1.  April  1667  mit  150  Gld.  Gebalt 
an  der  baierscben  Hofkapelle  an- 
gestellt, erhielt  später  bis  200  Gld. 
und  ist  in  den  Akten  bis  1772  zu 
Terfolgen  (Kreisarch.  in  München). 

Neippert,  Adam  Comte  de, 

ist  in  der  B.  M.  im  Ms.  mit  2  Anojoises 
pour  2  V.  2  Fl.  2  Cor.  &  B.  in  ^7  Stb. 
8»  vertreten.    18.  Jh. 

Nelhani  (Nellam),  Edmund, 
Bassist  an  Westminster  in  Lon- 
don, schwor  am  6/11  1617  als 
Gentleman  a/d.  Kgl.  Kapelle,  war 
um  1641  Kaplan  und  auch  Minor 
Canonicus  am  Westminster,  f  1646, 
beerdigt  am  17/8  (Rimbault). 


In  Hilton's  Catch  that  catch  can  und 
in  Choice  collection  of  catches  von  1652 
befinden  sich  Kompositionen  von  ihm 
(Rimbault  205).  Im  Catch-Club  3  (Sibbald 
in  Edinburgh)  und  in  den  Ausg.  Hilton's 
Catch  that  catch  von  1667  und  1672  fand 
ich  Gesge.  von  ihm.  —  In  Longman's 
Collection  of  Catches  10  Catches  zu  3 
Stirn.  —  In  Ä.  B.  Synopsis  1680  vier 
3stim.  Oesge.  —  Im  br.  Mus.  Mss.  29291. 
31441  und  31462  einige  Gesänge. 

Nelle,  Thomas,  dit  de  Beauvais, 
Sänger  an  der  Hofkapelle  zu  Paris 
im  16.  Jh.  mit  300  liv.  Gehalt 
(Castil-Blaze  293). 

Nelvi,  Oiuseppe  Maria,  geb. 
1698  zu  Bologna,  gest.  Ende  1756. 
Schüler  von  Bertalotti,  Flor.  Aresti 
und  Ang.  Predieri  im  Orgelspiel, 
später  noch  im  Kontrapunkt  von 
Giac.  Ant.  Perti  und  Giov.  Ant. 
Ricieri.  1718  Avurde  er  von  der 
Brüderschaft  an  S.  Maria  della 
Morte  zum  Kapellmeister  an  ihrer 
Kirche  gewählt;  am  16.  April  1722 
trat  er  unter  die  Mitglieder  der 
philharmonischen  Gesollschaft  zu 
Bologna.  1723  schrieb  er  mit 
Angelo  Antonio  Caroli  die  2  Opern 
„Amor  nato  fra  l'ombre"  und  ,,Odio 
redivivo",  aufgeführt  im  Theater 
Marsigli-Rossi  zu  Bologna.  1727 
ging  er  nach  Polen  als  Musik- 
direktor des  Generals  Grafen  Sta- 
nislaus  Rzewski  zu  Targoniza;  dort 
schrieb  er  gegen  4  Opern.  1730 
kehrte  er  nach  Italien  zui-ück,  ging 
dann  1731  nach  Frankfurt  a/M., 
Homburg,  nach  Baiern  und  ver- 
weilte dann  3  Jahre  am  Hofe  des 
Fürsten  von  Turn  und  Taxis  in 
Regensburg,  wo  er  von  1731 — 33 
zwei  Opern  schrieb,  kebrte  1734 
nach  Italien  zurück  und  wurde  in 
Orvieto  Kapellmeister  am  Dome 
(Busi  57  ff.).  Derselbe  sagt  noch, 
dass  von  all  seineu  Kompositionen 
nur  eine  einzige  gedruckt  ist  und 
sich  in  Sassi's  „La  Ricreazione 
spirituale",  Bologna  1730,  befindet. 


Nembri. 


170 


Nenna. 


In  Bologna  (Kat.  1,  139)  liegt  im  Autogr. 
eine  Beschreibung  seiner  Reisen  „Memorie 
de'suoi  viaggi''.     120. 

In  der  Bibl.  der  katti.  Kirche  zu  Dres- 
den befindet  sich  unter  Nclvi  ein  Confi- 
tebor  3  v.  c.  VV.  Va.  e  B.  —  In  Sassi's 
Eicreazione  1730  unter  Gius.  Nelva  1  Can- 
zone  spirituale. 

Nembri,  Damiano,  ein  Mönch 
in  ,,Casinati"  (ist  wohl  das  Klostor 
Casino-Monte  im  Neapolitanischen 
gemeint)   ist   der   Komponist  von: 

Brevis  et  facilis  Psalmoniin  quattuor 
vocibus  modulatio  . .  Veu.  1641  B.  Magui. 
5  Stb.  ^».  5  Psalm.,  1  Magnif.,  nebst 
einem  Aveiiimento  über  die  Anwendung 
der  Ripienstimmeu.     [B.  Br. 

Nemorarius,    Jordanus,    aus 

Nanna  (?  wie  ihn  der  Kat.  Tross' 
bez.),  war  ein  Mathematiker  und 
Philosoph  des  7.  Jhs.  und  schrieb 

eine 

Arithmetica  musica  Epitome  in  Arithm. 
Boetii  et  alia  ojiuscula  mathematica,  welche 
1503  in  Paris  gedruckt  wurde.  Nach 
Jöclier  soll  er  im  Anfange  des  13.  Jhs. 
gelebt  haben.  Er  ist  Avahrscheinlich  der- 
selbe, von  dem  Eetis  [Bibl.  Biiissel  fds. 
Eetis  .5293]  folgenden  Druck  besafs:  In 
hoc  opere  contenta  arithmetica  decem 
libris  demonstrata  (auctore  Jordano  Ne- 
morario),  musica  libris  demonsti'ata  qua- 
tuor,  epitome  in  libros  arithmeticos  divi 
Severini  Boetii,  rithmimachie  ludus  qui 
et  pugna  nuinerorum  appollatur  (autore 
Jacobo  Fabro  Staimlonsi).  Secundaiia 
aeditio.  Parisiis  (1514)  in  off.  11.  Stephani. 
1  vol.     fol. 

Nenciiii,  Andrea.  Bologna  be- 
sitzt von  ihm  ein  Autograph  vom 
Jahre  1811: 

Dixit  Dominus,  Salmo  4  voci  concer- 
tato  cou  strumenti  „per  la  festa  de'Filar- 
monici  in  S.  Giovanni  in  Monte  di  Bo- 
logna". Part,  und  eine  Cavatine  f.  Tenor 
und  Orchester  „In  si  fatal  soggiomo". 
Ms.  Stb. 

Nenna,  Ponii)eo,  Cavalieri  di 
Cesare,  aus  Bari  gebürtig.  Nach 
den  Titeln  seiner  Drucke  scheint 
er  kein  Musikamt  bekleidet  zu 
haben  und  nach  den  Unterschrif- 
ten der  Dedikationen  lebte  er  in 
den  Jahren  1603  und  1607  in 
Neapel.    In  Romano  Micheli's  Mu- 


sica vaga  1615  in  der  Vorrede 
wird  N.  im  Dienste  des  Fürsten 
von  Venosa  zu  Neapel  bez.,  später 
lebte  er  in  Rom.  1618  bez.  ihn 
Fordin.  Archilei  als  Verstorbenen. 
Er  muss  sich  schon  um  1574  als 
Komponist  ausgezeichnet  haben, 
wie  die  Aufnalmie  in  Samlwke. 
dieses  Jahres  beweisen.  Man  kennt 
von  ihm: 

Responsorii  di  Natale  e  di  settimo 
Santa  ;i  4  voci.  Napoli  1607  Sottile. 
[Bibl.  Haberl's  in  Regensbg. 

Sacrac  hebdomadae  Rospons.  feria  V. . . 
5  voc.  c.  B.  ad  org.  Roma  1622  Robletti 
(Nuper  a  Ferd.  Archileo  I.  V.  D.  coUecta. 
et  in  luccm  odita).  6  Stb.  4".  27  Nrn. 
[Cap.  Julia,  fehlt  Bc.     Rom  Cecilia. 


Von  den  Madrigalen  ist  öfter  nur  eine 
spätere  Ausg.  bekaimt.  Ich  ordne  sie 
nach  den  Büchern  1.  2.  3  etc.  soweit  sie 
nachweisbar  sind: 

...  II  1.  lib.  de  Madr.  k  5  voci.  Ven, 
1617  B.  Magni.  5  Stb.  4".  22  Madr. 
[Bologna.  br.  Mus.  Oxford  Ch.  Ch. 
Westin.  Abt. 

...  II  4.  lib.  do  Madr.  a  5  v. . .  Ven. 
1609  Ang.  Gardauo  &  fratolli.  5  Stb.  4». 
20  Madr.  [Bologna.  Bologna  Petron. 
br.  Mus.     Neapel  Cons. 

—  Ausg.  1617  Ven.,  B.  Magni,  wie 
vorher.  [Bologna.  Modena.  br.  Mus. 
AVestm.  Abt.     Oxford  Ch.  Ch. 

...  II  5.  lib.  de'Madr.  ä  5  v.  Napoli 
1603  Sottile.  5  Stb.  4".  20  Madr. 
[Neapel  B.  n:  A.     C  P.  5  Stb. 

—  Nouamento  stampate  1612  Ven., 
riierede  di  Aug.  Gardano.  5  Stb.  4". 
20  M.  [Münster  B.  S.  br.  Mus.  Oxford 
Ch.  Ch.    Neapel  Cons.    Bologna.    Modena. 

...  II  6.  lib.  de  Madr.  ä  5  v.     Napoli 

1607  Sottile.    5  Stb.    4«.    21  M.    [br.  Mus. 

—  Nouamenti  stamp.  Ven.  1609  Ang. 
Gardano.  5  Stb.  4«.  21  M.  [Bologna. 
C.  P. 

—  Ristamp.  Ven.  1614  B.  Magni.  [br. 
Mus.     Neapel  Cons. 

—  Quarta inipressione.  Ib.  1618.  [B.  B: 
A.  T.  Bologna.  Modena.  Brüssel.  Ox- 
ford Ch.  Ch.     Westm.  Abtei. 

...  II  7.  lib.  de  Madr.  ä  5  v.     Napoli 

1608  Sottile    stampa,    per   Scip.  Bonmo. 
5  Stb.    40.    20  M.    [Neapel  Cons.    br.  Mus. 

—  Ven.  1609  Gardano.  5  Stb.  4». 
19  Madr.  (fehlt  Aniorosetto  Neo).  [Bo- 
logna.    C.  P. 


Nenna. 


171 


Nerem. 


—  Ristamp.  Ven.  1613  Aere  B.  Magni. 
19  Madr.     [Bologna. 

—  Terza  im|jress.    Ib.  1616.    [br.  Mus. 

—  4.  mipr.  Ib.  1624.  [B.  Hbg.  Bo- 
logna. br.Mus.  E.C.ofMus.  Buckingham 
Palast.  Oxford  Ch.  Cli.  Gent  ü.  B:  A. 
T.  ß.     Westm.  Abt. 

. . .  L'ottavo  lib.  de  Madr.  a  5  v. 
Nuovaiuente  con  molta  diligenza  dati  in 
luce  da  Ferd.  Archilei,  Dr.  di  legge. 
Eoma  1618  Robletti.  5  Stb.  40.  19  Madr. 
davon  2  von  Mclcarne  und  2  von  Gesualdo 
di  Venosa.  [B.  B :  C.  B.  5  a.  Bologna, 
br.  Mus.     Modena. 

...  II  1 .  lib.  de  Madr.  ä  4  voci. 
Nouam.  ristamp.  &  con  ogni  diligenza 
corretti,  con  l'aggiunta  del  Basso  continuo 
da  Carlo  Milan utio.  Yen.  1621  Aless. 
Vincenti.  Auch  Vincenti  bezeugt;  den 
Tod  Neuua's  in  der  Dedic.  5  Stb.  4°. 
21  Madr.     [Bologna.     Oxford  Ch.  Ch. 

8  Gesge.  in  alten  Sanilwk.  (Eituer  1), 
dazu  kommen  noch  nach  Vogel:  In  Co- 
stanzo's  1.  lib.  Madr.  4  voci  1616  zwei 
Madr.  ,,S'io  taccio  und  La  mia  dogha.  — 
In  Stef.  Feh's  1.  lib.  Madr.  5  v.  1585: 
Dolci  amorose.  —  In  dessen  4.  lib.  1585: 
Yagh'herbe  5  v.  und  im  5.  Üb.  1583: 
Torna  aniato  u.  Misera  a  chi  5  v.  —  In 
G.  G.  Cai-lino's  Nuova  scelta  1615:  Coridon 
del  tuo  petto.  Ahi  dispietata  vita.  Cruda 
Donna,  5  voc.  —  In  Gumpeltzhaimer's 
Compendium  und  Ende's  Lautenbuch. 

12  Madrigale  in  Stb.  im  Ms.  1881  des 
E.  C.  of  Mus.  —  In  B.  M.  1  Madrigal  mit 
untergeschobenem  Texte  im  Ms.  —  Im 
br.  Mus.,  Ms.  238,  Part,  von  Immyns  ge- 
schrieben,  18.  Jh.   „S'egü  e  ver"  5  voo. 

Neniiieliow,  Johann,  aus  Schwe- 
rin, studierte  in  Rostock,  wurde 
Succentor,  1658  den  14.  Mai  Kau- 
tor in  Schwerin,  st.  im  Februar 
1665  (Clirysander  3,  38). 

Neplielitus.  Darid. 

Im  Ms.  177  der  B.  Br.  4  Stb.  in  qu40 
mit  dem  29.  Jidi  1555  gez.  der  Gesang 
„MiUta  bonam  miütiam".  David  Ehenisch 
gewidmet. 

Xepotis,  Florent  (Florquin, 
Fleureus),  war  Organist  um  1516 
bis  c.  1524  beim  Kaiser  Karl  Y. 
(Sti-aeten  7,  212  ff.).  Seite  305/06 
ist  eiu  De  Neve  angezeigt,  den 
Sta^aeteu  für  denselben  hält.  Siehe 
auch  Nepotis,  Gomart. 

Xepotis,  George  (Jorge),  wurde 


am  14.  Sept.  1555  vom  Kaiser 
Karl  V.  zum  Kapellan  und  Sänger 
ernannt.  1556  begleitete  er  den 
Kaiser  als  Kapellan  uud  Schatz- 
meister nach  Spauien,  als  sich  der- 
selbe in  das  Kloster  St,  Juste  zu- 
rückzog; ging  dann  1559  nach 
des  Ks.  Tode  nach  den  Nieder- 
landen und  trat  in  den  Dienst 
Philipp  n.  (Straeten  8,  25.  40.  44. 
47  und  51  Dokumente  bis  zum 
1.  Dez.  1563). 

Nepotis,  (xomart  (Govard,  Gode- 
froid),  Organist  um  1495  am  Hofe 
Maximilian  I.  (Straeten  7,  199). 
Seite  213  ist  ein  Godefroid,  Or- 
ganist an  der  Kapelle  de  la  Vierge 
zu  Antwerpen  angezeigt,  den 
Straeten  auch  mit  Govard  de  Xeve 
oder  Nepotis  augezeigt  fand,  1501 
starb  und  wahrscheinlich  mit  dem 
obigen  identisch  ist.  La  Fage  2, 
353  fand  Gomart  in  einer  Rech- 
nung im  Archive  zu  Lille  schon 
von  1492  —  95  als  Organist  des 
Erzherzogs  (Maximilian)  verz.  (s. 
auch  Stoeten  3,  213).  —  Burbure 
in  Biogr.  nat.  beige  II,  921  schreibt: 

Neve^  Godefroid  (Govard)  de^ 
du  Nepotis^  war  um  1492  schon 
ein  alter  Herr,  der  sich  als  Orga- 
nist Ton  H.  Bredeniers  vertreten 
liefs. 

Nepotis,  Sire  Leurens  (Fleu- 
rens?),  um  1525  Sänger  in  der 
Kapelle  Ks.  Karl  V.  (Straeten  7, 
303).  Ist  wohl  derselbe  wie  Flo- 
rent Nepotis. 

Nerciat,  de, 

1  Romanze  in  Chöix  de  musique  1784 
Nr.  63.  [ß.  M.]  Wahrscheinlich  La  Che- 
valier Andre-Eobert  Andrea  de  N  . .  .,  wie 
ihn  Pougin  anführt.  Ein  Dilettant,  geb. 
um  1739  zu  Dijon,  gest.  1800  als  Ge- 
fangener in  Neapel  im  Schlosse  San  Angelo. 
Anfänglich  Offizier,  ging  beim  Ausbruche 
der  Eevolution  zu  Paris  nach  Neapel,  be- 
trieb daselbst  Musik  und  schrieb  Arien, 
Eomanzen  u.  a. 

Nerem,  siehe  Nerinis. 


Nerentius. 


172 


Neri  Bondi,  Micliele. 


Nerentius,  Vinceiizo, 

1  Magoificat  ä  4  voc.  in  P.  Ms.  A  431 
[Dresd.  Mus.]  Man  könnte  auf  die  Ver- 
mutung kommen,  dass  damit  Neriti  da 
Sold  gemeint  ist  und  obiger  Name  nur 
verstümmelt. 

Neri  Alberti,  s.  Allberti,  Neri. 

Neri  dcl  Boccia,  ein  Schrift- 
steller des  18.  Jhs.,  von  dem  man 
kennt: 

Tutti  i  trionfi,  carri,  mascherate  o  canti 
carnascialeschi  andati  per  Firenze  dal 
tempo  del  Magnifico  Loreuzo  di  Medici 
fino  all'anno  1559.  In  questa  2.  ed.  cor- 
retti,  con  diversi  Mss.  collazionati  .  .  . 
(pubblicati  da  . . .)  In  Cosmopoli  (Lucca) 
1750.     2  Bde.  in  1.  S«.    Portr.    [Brüssel. 

Neri,  Benedetto,  geb.  19.  Okt. 
1771  zu  Rimini  (Paloschi),  gest. 
um  1841  zu  Mailand.  Von  1823 
bis  1841  Kapellmeister  am  Dome 
zu  Mailand,  vorher  am  Dome  zu 
Novara,  wurde  1824  Prof.  des 
Pfte.  am  Conservat.  zu  Mailand. 
1806  komponierte  er  die  komische 
Oper  (der  Kat.  Bologna  nennt  sie 
Melodramma):  I  saccenti  alla  moda 
von  Angelo  Anelli.  Er  war  als 
Kirchenkomponist  von  den  Zeit- 
genossen sehr  geschätzt  u.  schrieb 
deren  sehr  viele.  Im  Archiv  des 
Domes  zu  Mailand  sind  sie  wahr- 
scheinlich zahlreich  vertreten,  aber 
nicht  über  die  Grenzen  Mailands 
gekommen  (Muoni  34).  Nachweis- 
bar sind  nur: 

Gloria  a  8  voci  c.  acc.  di  org.  P. 
Autogr.  [Mailand  Archiv  des  Domes. 
(Muoni  teilt  keine  weitere  Komposition 
mit.) 

Chi  vuol  la  bella  rosa,  Cavatina  per 
mezzo  soprano  c.  orch.  (eingeschoben  in 
die  2.  Scene  IX  der  Oper  I  Saccenti  alla 
moda,  ein  Melodramma  von  Neri,  1806 
zu  Mailand  aufgeführt).  Ms.  P.  15  S. 
gez.  mit  Milano,  presso  Gio.  Ricordi 
(wurde  also  nur  in  Kopien  verkauft). 
[Bologna.     Mailand  Cons.  P.  u.  Stirn. 

Sentirsi  dir  sei  bella.  Cavatina  per 
mezzo  sopr.  c.  orch.  (Einlage  zu  dem- 
selben Melodramma.)  P.  Ms.  Mil,  Ri- 
cordi. qufol.  17  S.  [Bologna.  Maild. 
Cons. 

Rec.   e  Duette  „Vieni,  o  caro,  t'avvi- 


cina,  per  Sopr.  e  Basso  zu  demselben 
Melodr.     Ms.  P.  u.  St.     [Maild.  Cons. 

Neri,  Massimiliano,  wird  am 
18.  Dez.  1644  erster  Organist  am 
S.  Marco  in  Venedig,  wo  er  bis 
1664  bleibt.  Im  Juli  1644  bez. 
er  sich  nur  mit  Akademiker  bei 
den  Erranti  zu  Brescia,  wie  er 
stets    bis    zum    Druckwerke    von 

1664  neben  obiger  Bezeichnung 
seines  Amtes  hinzufügt  (Caffi  1, 
56.  293).  Seite  272/73  sagt  Caffi, 
dass  er  1664  an  den  baierschen 
Hof  ging.  Die  Akten  melden  da- 
von nichts,  so  weit  sie  mir  be- 
kannt sind  und  Seite  293 :  dass  er 

1665  Kapellmeister  beim  Kur- 
fürsten von  Köln  wurde.  Beide 
Angaben  sind  ohne  Belege.  1651 
teilt  Neri  in  der  Dedic.  mit,  dass 
ihn  der  Kaiser  Ferdinand  IL  Avegen 
der  Verdienste  seines  Vaters  in 
den  erblichen  Adelsstand  erhoben 
habe.  Wasielewski  2,  46  ff.  be- 
urteilt seine  Leistungen  als  In- 
strumontalkomponist.  Verz.  seiner 
nachweisbaren  Werke: 

Sonate  e  Canzone  a  4  da  sonarsi  con 
diuersi  stromenti  in  chiesa,  &  in  camera 
con  alcune  Correnti  pure  ä  quatro,  che 
si  ponno  sonai'e  ii  3,  o  ii  2  ancora  . . . 
Op.  1.  di  .  .  .  Yen.  1644  B.  Magni. 
5  Stb.  fol.  (2  V.  Alto  Viola,  Viola  overo 
Fag.  Bc.)  4  Canz.  2  Canz.  6  Sou.  (j  Corr. 
ä  3—4  Stim.     [B.  B.     B.  Br. 

Sonate  da  sonarsi  con  varij  ström,  a 
3  sino  a  12.  Op.  2.  Di  .  . .  Am  Ende : 
Ven.  1(351  Franc.  Magni.  7  Stb.  fol. 
(V.  Va.  Fag.  Bass.  Va.  da  brazzo,  Cor- 
•netti,  Tromboni,  Violetta,  Teorba,  Flauti). 
13  Sonaten  von  3  — 12  Stim.  [B.  B. 
B.  Br. 

Motetti  a  2  e  3  voci  di  . . .  A^en.  1664 
Fr.  Magni.  4  Stb.  4»  mit  Bc.  18  Mot. 
[B.  Br. 

Im  Ms.  B.  B.  25:  Dignare  me  3  v. 
aus  1664  in  P.  —  3  Sonaten,  1  Canz., 
2  Corrente  für  4—8  u.  12  Instr.  in  P. 
(Nr.  158—164). 

3  Instrumeutalsätze  in  Wasielewski 
neuer  Ausg.  (Eitner  2  Nachtr.) 

Neri  Bondi,  Micliele,  geb.  um 
1769     zu    Florenz,    Schüler    von 


Neri,  Nereo. 


173 


Neriti  da  Salö. 


B.  Felici,  war  1795  erster  Cem- 
balist am  Scalatheater  in  Mailand 
(Textbuch  zu  Sarti's  Fra  i  due), 
dann  1812  erster  Accompagnist 
am  Theater  de  la  Pergola  zu  Flo- 
renz.    Bekannt  ist  von  ihm: 

Bella  cosa  e  far  rauiore,  cavatina  per 
Ten.  c.  strura.  Ms.  P.  qufol.  8  Bll. 
[Bologna.]  —  Lisettina  ah  dove  sei,  Aria. 
Ms.  310  Nr.  9  in  Bibl.  Dresden.  —  In 
der  B.  Basevi  ein  ßenedicat  4  voc.  c. 
istrom.  Pougin  fühii;  auch  mehrere 
Opern  au. 

Neri,  Nereo,  geb.  zu  Pistoja 
in  der  ersten  Hälfte  des  18.  Jhs., 
trat  in  den  Priesterstand,  wurde 
Kapellmeister  an  der  Kathedrale 
zu  Pistoja  und 

konipouierte  zahlreiche  Kirchenmusik. 
Das  Oratorium  ,,La  conversione  di  S.  Ago- 
stino"  wurde  1743  in  der  Kirche  S.  Bai- 
tolomeo  aufgeführt.  Er  st.  am  24.  Juni 
1770  (Pougin). 

Neri,  San  Filippo,  Begründer 
der  Vereinigung  Oratorio  zu  Rom, 
geb.  21.  Juli  1515  zu  Florenz  aus 
edler  Familie,  gest.  26.  Mai  1595 
zu  Rom;  ging  mit  18  Jahren  nach 
Rom,  um  seine  Studien  zu  voll- 
enden. 1551  wurde  er  Priestor 
und  trat  in  den  Orden  Hierony- 
mus  ein,  wo  er  das  Amt  des 
Unterrichts  der  Kinder  übernahm. 
1564  gründete  er  den  Yerein  Ora- 
torio, der  sich  die  Pflege  der 
Musik  zum  Ziele  setzte  und  die 
besten  Werke  seiner  Zeit  daselbst 
aufführte.  Animuccia  und  dann 
Palestrina  unterstützten  den  Ver- 
ein mit  ihren  Kompositionen  und 
wohl  auch  als  Leiter  der  Uebungen 
u.  Aufführungen.  JSTeri  gab  1565 
und  1570  die  bekannten  Samlg. 
„Laudi"  heraus,  wie  Fetis  sagt. 
Siehe  unter  Laudi,  wo  nur  Aus- 
gaben von  1580— 1591  in  4  Büchern 
obiger  Congregation  verz.  sind.  — 
Bekannt  ist  mir  noch  ein  Werk, 
was  unter  seiner  Protektion  er- 
schien und  ebenfalls  für  das  Ora- 


torio   bestimmt    war,    ohne    einen 
Komponisten  zu  nennen: 

Cauzonette  spirituali,  e  moraii,  che  si 
cantano  neirC>ratorio  di  Chiavena,  eretto 
sotto  la  protettione  di  S.  Füippo  Neri. 
Accomodate  per  cantar  a  1,  2,  3  voci 
come  piü  piace,  con  le  lettere  della  Chi- 
tarra  sopra  Arie  communi,  e  nuove  date 
in  luce  per  tratteuimento  spirituale  d'ogni 
persona.  Milano  1G57  Carlo  Francesco 
Kolla.  4".  Part.  [Glasgow.  Brüssel. 
(Ist  eine  späte  Auflage,  früher  sind  einige 
Laudi). 

Neriui,  Pietro, 

bekannt  durch  ein  Concei-to  per  Vio- 
line e  stromenti  [Musikfr.Wien].  Lebens- 
zeit unbekannt. 

Neriiiis,  Sigero  de  (Merinis, 
de  Xerem),  von  1457  —  1461  päpstL 
Sänger  (Viertelj.  3,  227). 

Neriti  da  Said  (Nerito,  ohne 
da  Salö),  Viiiceiizo,  1593  Musico 
e  cappellano  Sr.  Maj.  Rudolfe  IL 
und  1595  Maestro  di  capella  nella 
chiesa  maggiore  di  Salö  bis  1599. 
Auf  den  1593  erschienenen  Mag- 
nificat  liest  man  noch  Capellanus 
et  Sacellanus  im  Karmeliterkloster 
zu  Mantua  und  Ksl.  Musicus.  So 
weit  reichen  die  Nachrichten  über 
ihn  durch  die  Titel  seiner  Werke 
bekannt  gemacht.    Er  gab  heraus: 

Magnificat  VIII,  primi  chori  per  omnes 
tonos  4  vocibus  decant.  Ven.  1593. 
4  Stb.  4",  dabei  ein  Magnif.  von  Phil. 
Schöndorff.  [B.  K.  In  Hofb.  Wien  Ms. 
19427  ein  Magnif.  im  Cliorb.  des  17.  Jhs. 

Canzonette  a  4  voci  di  .  .  .  Lib.  1. 
Ven.  1593  Gard.  4  Stb.  4«^.  21  Gesg. 
[B.  K.     Hofb.  AVien :  C.  A. 

...  II  2.  Hb.  di  Canzonette  ä  4  voci. 
Con  2  ä  Otto  nel  fine  .  . .  Ven.  1595 
Gard.  4  Stb.  4".  Dedic.  gez.  in  Salö. 
18  Ganz.     [B.  K.     Bologna:  B. 

...  II  3.  lib.  di  Canz.  ä  4  voci.  Con 
uu  Dialogo  ä  7,  et  una  ;i  8  nel  fine  . . . 
Ven.  1599  Gard.  4  Stb.  4«.  20  Canz. 
[B.K:  C  B.     Hofb.  Wien:  C.  A. 

In  alten  Samlwk.  5  Gesge.  (Eitner  1). 
Aufserdem  noch  in  Commer's  Musica  sacra 
PW.  20,  2  Magnificat  2.  toui  4  voc. 

Im  Ms.  T  119  in  B.  B.  einige  Gesge. 
in  P.  —  In  Rude's  Lautenb.  Im  Ms. 
B.  Br.  1  Magnificat  2.  toni. 


Nerlioger. 


174 


Nesbet. 


Ncrling'cr  (Nördlinger),  Wenzel, 
war  von  1779—1819  Musikdirektor 
am  Hofe  zu  Donauescliingen  (M. 
f.  M.  31,  28). 

Neriiet,Fraii(jois-Jehaii,  Sänger 
a/d.  Kapelle  Louis  XL  von  Frank- 
reich. Rechnung  vom  1/10  1480 
bis  31/9  1483  (Thoinan  69). 

Neron,  . . .  ein  französischer 
Komponist,  der  nach  (jerber  2  vor 
1730  starb,  ist  durch  3  Kantaten 
bekannt,  die  in  Boivin's  Kat.  für 
1829  p.  10  angezeigt  sind.  Eine 
davon  besitzt  die  B.  M: 

Les  clianues  de  la  voix.  2.  Cautate  ä 
voix  seulle  et  siiiii)lioDie.  Paris  l'auteur 
1717  et  Foucault.  fol.  16  S.  im  Stich, 
[auch  iu  Paris  Nat. 

Le  paj)illon,  cantatillc.  Paris  1716 
grave.     |  Paris  Nat. 

Im  Coiis.  Paris  auch  2  Cautaten,  die 
der  Kat.  nicht  näher  bez. 

Nerucla,  Johann  Baptist  (Für- 
stenau  1,  140  u.  153  nennt  ihn 
Joh.  Georg,  andere,  auch  Dlabacz, 
Joh.  Bapt.  Georg,  in  seinen  Drucken 
nur  wie  oben  angezeigt).  Geb.  zu 
Rossicz  in  Böhmen,  lebte  dann  in 
Prag,  bildete  sich  zum  Violinisten 
aus  und  kam  von  da  1750  als 
Violinist  an  die  kurf.  Kapelle  in 
Dresden,  wo  er  um  1780,  73  Jahr 
alt,  starb,  nachdem  er  1772  wegen 
Alters  pensioniert  ward.  Seine 
Söhne  Luduig  und  Anton  traten 
in  des  Vaters  Fufstapfen.  Ludwig 
wurde  1764  mit  120  Thlr.  Gehalt 
kurf.  Kammermusikus  (Dlabacz. 
Fürstenau  1,  156).  Johann  Baptist 
soll  eine  Unmasse  Sinfonien,  Vio- 
linkonzerte, Trios  u.  a.  geschrieben 


haben,    von    denen    nur 


Weniges 


heute  noch  nachweisbar  ist: 

1  Salve  regina  a  2  (Sopr.  Alt)  c.  ström. 
Ms.  272  in  P.  [Dresd.  Mus.  und  kath. 
Kirche. 

Les  Troqueurs,  Opera.  Ms.  B.  Upsala, 
nur  vorhanden  1  Oboe,  2  Fi.  2  Cor. 

4  Sinfonien  zu  4 — 6  Instrum.  Ms.  Fol., 
ohne  Vornamen.     [Upsala. 


Sinfonie  in  Dd.  für  2  V.  Va.  Vcl.  B. 
u.  2  Hörn.     Ms.  Stb.     [Bmssel  Cons. 

2  Sinfonien  in  Dd.  u.  Gd.,  mit  Neruta 
gez.  1.  f.  2  V.  Va.  u.  ß.  2.  für  2  Ob. 
2  V.  Va.  u.  B.     Ms.   in  Stb.     [B.  Kgsbg. 

Balli  per  Vanno  1754.  Ms.  [B.  Lpz., 
ohne  Vornamen. 

2  Quintette  in  Bd.  f.  Streichinstr.  Ms. 
Stb.     [B.  Kgsbg.  Va.  zu  Nr.  1  defect. 

Piece  Steyrisch:  Dd.  con  2  Corni,  2  Fl. 
2  V.  Violetta  e  B.    Ms.  Stb.    [Schwerin  F. 

6  Sonate  ä  3  (2  V.  e  B.).  Lips.,  Breitk. 
e  figlio  1764.  3  Stb.  [B.  B.  Dresd.  Mus. 
Auch  im  Ms.  16050  iu  K.  in  B.  B.  in  Stb. 

Ms.  16049  iuK.  Sonata aViola d'amour, 
V.  6  Fl.  0  B.     3  Stb.     [B.  B. 

Nerra,  . . .  1447  Tenorist  am 
St.  Peter  in  Rom  (Viertel].  3,  236). 

Nervi  d  Orfeo,  1605  a  Samlwk., 
siehe  GrraswinkeL 

Nervins,  RP.  Leonardus,  ordin. 
Cappucin.  S.  Francisci  (die  Ver- 
mutung Straeten's  1,  125,  dass  er 
zu  St.  Martin  in  Tournai  lebte, 
scheint  mir  etwas  weit  hergeholt 
und  fohlt  an  Beweisen).  Man 
kennt  bis  jetzt  folgende  Werke 
von  ihm: 

1618.  Missae  decem  4,  5,  6  et  7  voc. 
0.  B.  pro  organo.  Antv.  1618  Phalosius. 
40.  9  Messen.  6  Stb.  [Brüssel:  5a. 
Musikfr.Wien  fohlt  A.     br.  Mus:  A.  T.  6a. 

1623.  Cantiones  sacrae  cum  litt.  8  voc. 
Antv.  1623  Phalesius.  [B.  B:  C2.  B.  1. 
iu  4". 

1624.  Magnificat  super  8  consuetos 
tonos,  una  cum  aliquot  raotettis  et  lit- 
taniis  ...  8  voc.  Antv.,  Phalesius.  4". 
Tenor   29  S.      [Straeten  1,  121   mit  Reg. 

1624.  Missae  sacrae  8  voc.  quibus 
adiecta  sunt  aliquot  Mototta,  c.  Litauiis, 
c.  Bc.  ib.  40.  Bassus  44  S.  In  der 
Ded.  nennt  ihn  Phalese:  Leonardus  Capu- 
cinus.  Straeten  1,  122  das  Reg.  [Bibl. 
Ferd.  vander  Haeghen  in  Gent. 

1628.     Fasciculus   cantionum    sacr.    4, 

5  et  6  V.,  additis  Litaniis  Lauretanis  4  & 

6  voc.  c.  Bg.  ib.  Bassus  in  4».  74  S. 
Straeten  das  Reg.  [ebendort  und  im 
br.  Mus:  A.  T.  6a. 

Nesbet,  ...  ein  englischer  Kom- 
ponist des  15.  Jhs., 

der  in  Pepysian  Ms.  1236,  Magdalen 
College  zu  Cambridge  mit  einem  Gesänge 
vertreten  ist. 


Nesenus. 


175 


Neth.  Johann  Martin. 


Neseiius,  Jolianii,  aus  Bergen 
in  Norwegen,  war  um  1594  ,,artium 
Studiosus''  und  scheint  in  Helm- 
staedt  zu  leben  und  um  1598 
Kantor  (Musicus)  am  Pädagogium 
zu   Göttingen   (Titel).     Man    kennt 

von  ihm: 

Solemnitati  uuptiarum  .  .  Christophori 
Spoi'lerie  . .  Einibeccae  celebratarum,  haec 
canebat  IV.  vocibus.  .  .  1  Bl.  gr.  f ol.  Text: 
Gott  der  Herr  sprach.  Am  Ende:  Helmae- 
stadii  excud.  Jac.  Lucius,  An.  1594.  [B.  Br. 

Lieb  gärtlein,  Darinnen  etzlicheTeutsche, 
Liebliche,  vnd  höfliche  Liedlein  zu  finden, 
welche  nach  art  der  welschen  villanellen, 
in  vier  Stimmen  (beneben  einem  Baar- 
liedlein  mit  5.  vnd  einem  anderen  ofzuge 
mit  8.  Stimmen)  artlich,  auch  nach  aller- 
ley  Instrimient,  gesetzet,  Durch  . .  .  Mul- 
husii  1598  Andr.  Hantzsch.  4  Stb.  qu40, 
dem  Eat  vou  Hannover  gew.  Vorrede 
von    Samuel    Sceruicovius.    Courector    in 


Göttingen.     10  Lieder   8   zu  4,    1 


zu  5, 


1  zu  8  Stirn.     [B.Hbg. 

Ms.  T168,  B.  B.  von  letzterem  Werk 
die  Part.,  sowie  im  Besitze  Dr.  E.  Bohn's 
in  Breslau. 

Ms.  B  1266  Dresd.  ein  Tonsatz. 

Ms.  B.  ßr:  Gott  der  Herr  sprach. 

Neser,  Johann,  geb.  in  Winds- 
bach in  Mittelfranken  bei  Heils- 
bronn, Sängerknabe  in  der  Ka- 
pelle des  Markgrafen  Georg  Fried- 
rich von  Ansbach,  besuchte  auf 
Kosten  desselben  die  Universität 
Wittenberg  (1581)  und  wurde  dar- 
auf (1596)  Schulkollege  u.  Kantor 
am  Gymnasium  zu  Heilsbronn  in 
Mittelfranken.  Letzter  bekannter 
Druck  von  1620  (AUg.  d.  Biogr. 
mit  obigen  Verbesserungen  nach  den 
Titeln).     Von  seinen  Werken  sind 

bekannt : 

Epithiüamia  in  honorem  ornatissinii 
viri.  . .  Hierouymi  Hippolyti  Hildesheim, 
Custrinensis,  &.  . .  virginis  Catharinae  . .  . 
Bugeuhag'ii  ...  5  &  8  vocib.  Ab  Amicis. 
Witeberg.  1581  Matth.  Welack.  4  Stbll. 
„0  crudelis  amor  Phaebique  o  numina 
vana",  von  Job.  Neser  W.  Ein  2ter 
Tonsatz  zu  5  Stbll.  ist  von  Joh.  Wesalms. 
[B.  L. 

Cantiones  quatuor:  quarum  I.  olim 
modulata  uuptijs  VII.  idüs  Sept.  Anno 
1584  celebratis,  CL.  V.  Weuceslai  Gurck- 


feldein  .  .  Gymnasii  apud  Heilesbronenses 
praecipui  collegae :  reli(iuae  nuperrime 
XXV.  Maji,  Ao.  1596.  Friederici  Taub- 
manni,  Prof.  in  Witeberg.,  (juondam  illius 
discipiüi,  Autore  . .  .  nobilis  Heilsbron- 
nensiiun  Musicae  Magistro.  Witebg.  1596 
Welaciana.  7  Stb.  4"  mit  mehreren  Ge- 
dichten u.  4  Gesäugen  bis  8  Stirn.  [B.  Br. 
fehlt  7  a  resp.  2.  Alt. 

Hymni  sacri  in  usum  ludi  illustiis  ad 
Fontes  Salutaris:  melodiis  et  numeris  mu- 
sicis  compositi  et  collecti.  Hofii-Varis- 
corum  1619  Matth.  Pfeilschmid.  P.  zu 
4  —  5  St.  in  kl.  8".  32  Nrn.  [Hofb. 
Wien. 

Hymni  sacri  in  usum  ludi  illustris  ad 
fontes  salutares  . . .  Noribergae  1620  J. 
Fr.  Sartorius.  1  vol.  in  8".  13\',  Bg. 
mit  46  lat.  u.  deutschen  mehrst.  Gesgen. 
in  Part.  [B.  Zw.],  ob  dies  ein  neues  Werk 
oder  nur  ein  anderer  Druck  des  vorher- 
gehenden ist  und  zwar  ein  bis  46  Nrn. 
vermehrter,  bedarf  der  Untersuchung. 

Der  Kat.  der  Natioualbibl.  in  Paris 
zeigt  einen  Druck  von  1681  von  einem 
Johann  Neser  an,  der  von  Fetis  ohne 
Bedenken  als  2te  Ausgabe  des  Druckes 
von  1619  angesehen  wird.  Mir  wurden 
nur  wenige  Worte  des  Titels  nebst  der 
Jahreszahl  mitgeteilt,  doch  stimmen  sie 
genau  mit  Fetis  überein.  Er  schreibt: 
Ilymnos  sacros  selectiores  et  cantileuas 
nonnullas  quas  vocant  gregorianas,  quibus 
in  fine  adjuncta  succincta  eoque  genuina 
iustitutio  ad  musicis  et  numerorum  vul- 
gariuni  scientiam  in  usum  scholae,  Culm- 
barensis  edit.  Wolfgang  Erdmann  Beyer. 
Norimbergae  1681  Joh.  Jonas  Folserkering. 
8<*.  W.  E.  Beyer  gab  sie  für  die  Schule 
in  Kubnbach  heraus.  Ich  möchte  doch 
sehr  daran  zweifeln,  dass  die  Gesänge 
von  dem  obigen  Neser  herrühren. 

Nestricli,  ...  um  1780  Musik- 
direktor an  der  Neuhausischon 
Truppe  in  Hanau  (Reichard's 
Gothaer  Kalender  1781). 

Neth,  .  . .  Hofrat, 

die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
von  ihm  eine  Sinfonie  in  Gd.  für  2  V. 
Va.  2  Ob.  2  Hörn.  u.  B.  in  Stb.  Lebens- 
zeit wohl  Ende  des  18.  Jhs. 

Neth,    Johann    Martin,    ein 

blinder  Virtuose  auf  allerlei  In- 
strumenten, geb.  um  1683  zu  Itzhoe 
in  Holstein,  gest.  1736  ebd.,  wo 
er  seit  1713  Organist  war  (Matthe- 
son  1,  295.     Gerber  1). 


Netlet 


176 


Neubauer,  Frauz  Christoph. 


Netlet,  siehe  Ouitlet. 

Netti,   Griovaniii   Cesarc,   ein 

niri^ends  erwähnter  italienischer 
Opernkomponist  des  17.  Jhs.  (vor- 
ausgesetzt, dass  der  Name  richtig 
gelesen  ist),  von  dem  das  Archiv 
des  Conserv.  Turch.  zn  Neapel  eine 
Oper  im  Ms.  P.  ohne  Titel  besitzt. 

Neubauer  (aucii  Neubanr  und 
Neupauer),  Franz  Christoph,  auf 

seinen  Drucken  meistens  nur  Frmu 
genannt,  in  Katalogen  auch  für 
Christoph  Christian  geschrieben, 
geb.  zu  Horzin  in  Böhmen  (nach 
Dlabacz,  der  ihn  aber  F.  R.  mit 
Vornamen  bez.),  wurde  vom  Schul- 
rektor in  Musik  und  Wissenschaft 
erzogen,  lebte  dann  einige  Zeit  in 
Prag,  dann  in  Wien,  wo  er  sich  als 
Violinist  auszeichnete  und  in  Ver- 
bindung mit  Wiener  Musikern  trat. 
Schrieb  daselbst  auch  eine  Oper 
für  Schikanoder,  reiste  dann  als 
Virtuose  und  führte  ein  bewegtes 
Leben.  Zeitweise  blieb  er  kurze 
Zeit  an  deutschen  Höfen  hängen, 
bis  er  endlich  in  Bückeburg  Kon- 
zertmeister wurde  und  noch  in 
jungen  Jahren  am  11.  Okt.  1795 
sein  Leben  beschloss  (Lpz.  Ztg.  2, 
222,  Biogr.  im  6.  Bde.  Gerber  1. 
2.  Fotis.  Allg.  d.  Biogr.).  Er  war 
ein  begabter  aber  unsteter  Mann, 
der  mehr  leisten  konnte,  wenn  er 
mehr  innere  Sammlung  besessen 
hätte.  Von  seinen  vielen  Kompo- 
sitionen die  Gerber  2  u.  Dlabacz 
anführen  sind  nachweisbar: 

Unter  Neubauer  eiue  Missa  iu  G.  Ms. 
fol.     [Einsiedehi. 

Cantate  „Der  Herr  ist  würdig  Preis 
und  Ehre  zu  nehmen."  P.  Ms.  —  Die 
Fürsteugi-uft  von  Herrn  Schuhart,  in  die 
Musik  gesetzt  von  Hr.  Neupauer.  Ms.  P. 
[B.  B.,  beide  nur  mit  Neubauer  (Neu- 
pauer) gez. 

Hymne  auf  die  Natur.  Cantate  in  2 
Abthlg.  für  Soli,  Chor  u.  Orch.  P.  u.  Stb. 
Züricii  1787.  Cramer  3,  L'71  tadelt  sie 
scharf.     [Musikfr.  Wien.     Darmst. 


Fernando  und  Yariko,  Schausp.  mit 
Gesang  in  3  Akten  von  Karl  von  Ekharts- 
hausen.  Züricb  1788  Orell,  (icssner, 
Fuessli  &  Co.  Part.  12  und  140  Seit. 
|B.  M.  Musikfr.Wien.  Darmst.  Im  Ms. 
München  Oper.      br.  Mus.  im  Druck. 

Gesänge  mit  Begltg.  des  Clav.  Zürich 
(1788)  Orell,  Gefsner,  Fuefsli  &  Co.  13 
Nrn.  [Darmst.  ß.  Lpz.  Stadtb.  Augsbg: 
Zürich,  Nägeli. 

3  Sinfonien  in  Stb.,  gedr.  in  Paris  chez 
Imbault.     [Brüss.  Cons. 

3  Sinfonien,  gedr.  bei  Andre  in  Offen- 
bach.    [Brüss.  Cons. 

Sinfonie  ä  grand  orchestre ,  oe.  1. 
Offenb.,  Andre.     Stb.     [Paris  Nat. 

Sinfonie    a  gr.  orch.     B.    op.  8    Liefg. 

1  u.  3.    Stb.     Mainz,  Scbott.     [Lübeck. 

2  Symphonies  p6ri()dii|ues  a  plusieurs 
instrum.     Paris,  Imbault.  Stb.   [Paris  Nat. 

Grande  Sinfonie  militaire  p.  le  Pfte., 
tiree  .  . .  d'un  oeuvre  ä  gr.  Orch.,  du 
meme  nom  de  Mr.  F.  Neubauer  par  G. 
M.  J.  ...  1810.     Ms.     [B.B. 

La  Bataillc  (Bat.  de  Martinestie  oder 
Coburg's  Sieg  genannt)  Sinfonie  p.  Orch., 
oe.  11.  2.  cdit.  Offenb.,  Andre.  Stb. 
[Darmst.,  dort  auch  die  P.  scheinbar  im 
Autogr.  und  ein  Kl.-Auszg.  vom  Verfasser 
in  Heilbronn.  In  B.  B.  ein  anderer  Kl.- 
Auszg.  im  Ms.     Lübeck  im  Druck. 

Darmst.  in  Mss:  Coburgs  Sieg.  P.  — 
4  Harmonienuisiken  von  1791.  P.  u.  Stb. 
—  Parthia  in  B.  p.  Fl.  obl.  Ob.  obl.  2 
Clarinetti,  2  Cor.  2  Fag.  et  Violone  1791. 
Stb.  —  Sinfonia  I.  Stb. 

4  Ouatuor,  pour  2  V.  Va.  et  Vcl.  oe. 
6.    Offenb.,  Andre.    4  Stb.     [B.  B.     B.  M. 

Trio  pour  le  Clavecin  avec  acc.  de  V. 
&  Vcl.  op.  20.  Bronsvic,  Magasiu.  3 
Stb.     [B.  Wagener. 

Quatre  Duos  pour  V.  et  Va.  Offenb., 
Andre.     [Mailand  Cons. 

8  Sonate  per  V.  e  Va.  Ms.  [Mail.  Cons. 

3  Senates  p.  V.  solo  av.  Face,  d'un 
Alto.  Oeuv.  13.  Augsbg.,  Gombart.  2 
Stb.     [Paris  Nat.     Leo  Liepm. 

Trois  Duos  p.  le  V.  et  Vcl.  op.  9. 
Offenb.,  Andre.  2  Stb.  [B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien. 

3  Duos  p.  le  V.  et  Vcl.  et  3  Duos  p. 

2  Vcl.     op.  10.     [Musikfr.  Wien. 

3  Duos  concertants  pour  V.  &  Alte 
composees  par  Franrois  Neubaur.  Oe.  10. 
Augsbg.  Gombart  &  Co.    2  Stb.  fol.    [B.  B. 

3  Duos  p.  2  V.  op.  14.  Liv.  2  Nr. 
4—6.     Mainz,  Schott.     [Lübek. 

18  Variations  p.  V.     [Paris  Nat. 

Im  Bossler  unter  Neubauer  und  F. 
Neubaur   in   den   Samlwken.  11    und  15. 


Neubauer.  Johann. 


177 


Neufville,  Jean -Jacques  de. 


Unter  Fmnx.  Neubaur  befinden  sich 
in  der  B.  B.  noch 

Duo  p.  le  V.  &  Vd.  Oeuvre  posth. 
Boun,  Sinirock.     2  Stb. 

und  in  B.  M.  im  Ms.  unter  denselben 
Namen:  1.  Missa  in  ß.  pro  Dominica  per 
Coutrapunto  4  voc.  c.  organo  1786.  P. 
2.  3  Missae  ebenso.  3.  1  Messe  zu  4 
Stim.  und  Ürch.  in  U  Stb. 

Unter  Neubaur^  olrne  Vornamen,  im 
Ms.  in  B.  M:  2  Serenates  ä  2  V.,  2  Viele, 
2  Canti  c.  B.  8  Stb.  Fraglich  ob  sie 
dem  obigen  angehören. 

Forkel  4,  85  meint  jedenfalls  den 
obigen,  den  er  1787  als  in  Zürich  lebend 
verz.,  ihn  aber  Friedrich  Christian  Neu- 
bauer nennt.  Man  sieht,  die  Anfangs- 
buchstaben obiger  Vornamen  sind  die- 
selben. 1787  erschien  seine  Hymne  in 
Zürich.     Siehe  oben. 

In  St.  Einsiedeln  eine  theoretische 
Abhandig.  im  Ms.,  betitelt:  Eine  Erleichte- 
rung zu  der  musikalischen  Composition. 
Aufgesetzt  1783.  Enthält  die  Erfindung 
und  Verbindung  der  Töne.  Scheint  Au- 
togr.  zu  sein. 

Neubauer,  Johaun,  lebte  um 
1649  in  Kassel.  Die  Landesbibl. 
daselbst  besitzt   von   ihm    im   Ms. 

in  5  Stb: 

Neue  Pavanen,  Galliarden,  Balletten, 
Couranten,  Allenianden  und  Sarabanden 
mit  4  und  ,ö  Stim.  mit  Bc.  Dem  Land- 
grafen Wilhelm  von  Kassel  am  0.  Aug. 
1649  gewidmet. 

In  der  Stadtb.  Danzig,  Ms.  Mus.  q89, 
6  Stb.  kl.  qu40  starke  Bände,  scheinbar 
Ende  des  16.  oder  Anfg.  des  17.  Jhs.  ge- 
schrieben, enth.  als  Nr.  1 :  J.  Neubauer: 
Missa  super  Adorna  Thalamum  6  voc. 
Ob  dies  der  obige  ist  wage  ich  nicht  zu 
behaupten. 

Neubauer  (Neupauei),  Jolianu 
Franz,  Organist  a/d.  Hofkapelle 
in  Wien  mit  720  Gld.  vom  1.  Juli 
1713  bis  t  1.  Okt.  1732,  63  Jahr 
alt.  Nach  Köchel  1,  111  war  er 
um  1669  geb.  und  kam  um  1711 
mit  Kaiser  Karl  VI.  aus  Barcel- 
lona  nach  Wien. 

Neubauer,  Moritz,  wird  am 
1.  Nov.  1638  Kammermusiker  und 
Dulcianist  an  der  Hofkapolle  zu 
Berlin,  1643  noch  zum  Kammer- 
diener   ernannt,     starb    1666    als 

Rob.  Eitner's  Quellen-Lexikou.    Bd.  7. 


Kammerrat  in  Kolberg  (Schneider 
40.  41). 
Neubaur,  Johann, 

gab  1791  bei  Bossler  6  Quartette  für 
Flöte,   V.    Va.    u.   B.   heraus   (Gerber  1). 

Neudecker,  Karl,  um  1756 
Organist  im  Hradisch,  Kloster  in 
Olmütz  (Marpurg  3,  67). 

Neuf  basses  dances,  s.  Attaing- 
nant  1530. 

Neuif  (Neufe),  Aug'ustin,  zu 
Grätz  geb.,  Schüler  von  Quantz, 
von  1754—1792  Flötist  und  Kgl. 
Kammermusikus  a/d.  Opernkapelle 
zu  Berlin.  Dulon  lernte  ihn  in 
Potsdam  kennen,  er  nennt  ihn 
Neif^  und  sagt  von  ihm,  dass  er 
nur  wenig  leiste,  sehr  eingebildet 
und  grolsmäulig  sei  (Marpurg  1,  78). 

Neufville-de-Brunaubois-Mon- 
tador,  Le  Chevalier  Jean-Florent- 
Joseph  de,  ein  Kapitän  einer 
Kompagnie  invalider  Unteroffiziere 
zu  Lorient,  geb.  um  1707  zu 
Sangaste  bei  Calais,  gab  heraus: 

Lettre  au  sujet  de  la  rentree  de  la 
demoiselle  le  Maure  ä  l'Opera.  Biiixelles 
1740.     l'JO  (nach  Fetis). 

Ncufvüle,  Jean  de,  ein  Trou- 
badour des  12.  u.  13.  Jhs.  (Cousse- 
maker  5,  191). 

Im  br.  Mus.,  Ms.  122,  Codex  des  13. 
Jhs.  (Egerton  Mss.  274)  fol.  102  v.  die 
Chanson  ,,Desore  mais  est". 

Neufville,  Jean -Jacques  de, 

geb.  5.  Okt.  1684  zu  Nürnberg, 
gest.  4.  Aug.  1712  ebd.  Schüler 
von  Pachelbel,  ging  1707  nach 
Italien,  gab  in  Venedig  eins  seiner 
Werke  heraus  und  kehrte  im  April 
1709  in  seine  Vaterstadt  zurück, 
wo  er  zum  Organisten  ernannt 
wurde  (Fetis.  Gerber  2  unter 
Deueufville).  Beide  führen  eine 
Reihe  geistliche  Kompositionen  an, 
doch  fand  ich  nur  folgendes  Werk 
von  ihm: 

Sex  Melea  s.  Ariae  cum  variationibus 
Organum  pneumaticum  musicum,  Autore 
Johanne   Jacobe  de  Neufville.    s.  1.  et  a. 

12 


Neuhaus. 


178 


Neukäufler. 


1  vol.  fol.  2  Bll.  Dedic.  u.  26  S.  Orgel- 
stücke  im  Stich,  bestend  aus  5  Arien  mit 
Variat.  und  1  Ciaconna.  Die  Dedic.  ist 
am  3.  Febr.  1708  in  Venedig  unterz. 
[Berlin  Kircheninstitut. 

Neuhaus,  Johann,  um  1601 

Kautor  in  Freiberg  i/S.,  erhält  in 
obigem  Jahre  für  eingereichte  Kom- 
positionen vom  Kurfürsten  von 
Sachsen  10  Thir.  Gratifikation  (M. 
f.  M.  24,  13). 

Neuhausen,  . . .  bekannt  durch 

Erster  Theil  <ieistlicher  Conceiien  mit 

1.  2.  3  und  4  Simmen  nebenst  dem  Basso 
cont.     Lübeck  1(548.    fol.     [B.  D.  30  fol: 

2.  u.  3.  voce  vorliandeu. 

Neuhauser,  Leopold,   ein  In- 

strumcntalkomponist  des  18.  bis 
19.  Jhs.  zu  Wien,  von  dem  Ger- 
ber 2  allerlei  Kompositionen  ver- 
zeichnet. 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt: 
6  Variations  ;i  Guitarre  et  Violon.   op.  2. 

Neuhauser  (Newhauser),  Wal- 
thin, Kopist  (Ingrossist)  der  Kan- 
toreibücher für  die  herzogl.  Ka- 
pelle in  München;  angenommen 
am  20/7  1588  mit  vierteljährl.  16 
Gld.,  st.  im  Okt.  1591  (Kreisarchiv). 
Der  hds.  Katalog  der  B.  M.  nennt 
ihn  mit  Vornamen  Valentin,  siehe 
Kat.  Nr.  24. 

Neuhoffer,  Johannes,  war  1550 
Kautor  a/d.  Domkirche,  der  frühe- 
ren St.  Bartholomaeuskirche  zu 
Frankfurt  a/M.  (M.  f.  M.  23,  184). 

Neuinger,  Kaspar;  nach  Sta- 
den's  Ausgabe  der  Kirchengesäuge 
von  Hassler  r637  Organist  an  St. 
Egidien  in  Nürnberg. 

Neujahrshlätter  der  Musikge- 
sellschaft 

auf  der  deutschen  Schule  in  Ziüich. 
1713—1812  in  4  vol.  4».  [B.  Nürnbg. 
B.M. 

Neujalirsgeschcnke,  Musikalische,  ab 
dem  Musiksaal  an  die  Zürichersche  Jugend. 
Zürich  1778—1812  in  3  voll,  in  fol.  und 
in  4''.  Angehängt  Abbildungen  von  Zü- 
richer Gegenden,  6  Stück  in  1784  bis 
1789.  Enthält  Biographieu,  Urteile,  auch 
Musikbeilagen.     [B.  Nürnbg. 


Die  B.  B.  besitzt  dieselben  von  1G8.5 
bis  1812  mit  öfter  wechselndem  Titel. 
Der  älteste  heilst:  Musical.  Neujahrs-Ge- 
schenk einer  tugendliebenden  Jugend  in 
Zürich.  Von  der  Gesellschaft  der  Vocal- 
u.  Instrumental-Music  ab  dem  Music-Sal. 
4  voll,  in  4".  Dann  noch  im  1.  Bd.  von 
1772—82.  40.  —  Im  St.  Einsiedeln  von 
170.5—1777.  1780-1804  nebst  mehreren 
anderen  Ausgaben  der  Musikgesellschaft. 
—  In  B.  Dresden  die  Jahrgänge  1 — 10. 
18—35,  28  Hefte  aus  den  Jahren  1813 
bis  22.  1830-47,  in  4°. 

Neu-Jahrs-Ocdiclite,  Musicalische,  der 
Jugend  in  Zürich.  1716—1777.  Von 
der  Gesellschaft  der  Vocal-  und  Instru- 
mental-Music, ab  deui  Music-Sal  daselbst 
zum  anderen  mahl  aufgelegt  . .  Alles  was 
irrdiscli  muss  endlich  vergehen  etc.  4''. 
G08  S.  93  Nrn.  mehrstim.  Gesänge  und 
Anhang,  [besafs  einst  Dr.  Lindier  in 
Berlin.  Im  Stifte  Einsiedeln  in  2.  Aufl. 
von  1685—1734.     4"  und  1713—1779. 

In  der  Bibl.  Scliletterer  s  fand  ich  ein 
E.vemplar  von  1685  — 1875.  Der  älteste 
Titel  lautet: 

Musikalische  Neu  -  Jahrs  -  Geschenke: 
<iott  zu  Fhron,  und  zu  vermehning  der 
Freuden  in  Gott  einer  Ehr-,  Kunst-  und 
Tugendliebenden  Jugend  in  Züiich.  Von 
der  Gesellschaft  der  Vocal-  und  Instru- 
mental-Music, ab  dem  Music-Sal  daselbst 
Verehrt.  Vignette.  Alles  was  irdisch  muss 
endlich  vergehn  MÜSICA  bleibet  in  ewig- 
keit  Vstehu.  16S5.  4».  Von  1778—89 
in  qufol.,  von  1790  bis  zur  Neuzeit  in 
4*^.  Enthält  Biograph.,  Musikbeilag.,  Ab- 
bildungen u.  Gedichte.  Jeder  Jahrg.  nur 
1  Bogen  und  1  Porträt  stark.  Von  1813 
ab  vereinigten  sich  beide  Züricher  Musik- 
gesellschaften und  heifst  nun  der  Titel: 
Neujahrstück  der  allgemeinen  Musikge- 
sellschaft. Von  1825  ist  er  16  Seiten 
stark.  Von  1830  ab  findet  man  Biogr. 
von  Jos.  Haydn,  Mozart,  Beethoven  mit 
Portr.  und  1839  die  von  Seb.  Bach  nebst 
Stammbaum.  Uebrigeus  wechseln  die  Titel 
noch  mehrfach.  Von  1799  ab  ist  David 
Bürkli  als  Verleger  gez.  und  seit  1842: 
Orell,  Füfsli  &  Co.  Nach  einem  Berichte 
in  1857  p.  7  wurden  die  Neujahrsge- 
schenke 1586  gegründet  und  das  1.  Stück 
in  200  Exemplaren  gedruckt.  Nach  weite- 
ren Berichten  ergiebt  sich  aber,  dass  es 
statt  1586  1686  heilsen  soll.  Kompo- 
nisten der  Musikbeilageu  werden  erst  in 
1857  genannt. 

Neukäufler,  F...,  ein  bisher 
unerwähnter  Komponist,  der  nach 


Neukomm. 


179 


Keukomm. 


der  Lpz.  Ztg.  1821  in  Darrastadt 
lebte,  auch  eine  Zeitlang  Bassist 
in  Meiningen  war,  dann  sich  als 
Miisikleln'er  wieder  in  Darmstadt 
uiederliefs,  Musikdirektor  am  The- 
ater u.  auch  Direktor  des  Mozart- 
vereins wurde.  Die  letzte  Nach- 
richt stammt  aus  dem  Jahre  1843. 
Er  muss  vor  1780  geb.  sein,  denn 
seine  Lieder  zeigen  Dichter  aus 
der  Mitte  des  18.  Jhs.  an.  Be- 
kannt ist  von  ihm: 

Schmauchlied  von  Blumnauer.  Bonn, 
Sinirock.     [Darinst.  wie  alle  folgenden: 

Die  Tabackpfeife  von  Pfeffel.    Ib. 

Jäger-Chor.     Stb.  Ms. 

Quartett  auf  das  "Wohl  des  s.  e.  M. 
von  St.  Nebel.     Mainz. 

Quartett  zum  Fest  Johann  des  Evange- 
listen mit  4  Hörnern.     Mainz.   Stij. 

Sechs  Märsche  f.  Militair  Musik.  Ms.  P. 

Dreimal  12  Variationen  f.  Pfte.  Mainz 
und  Bonn. 

3  Hefte  "Walzer  f.  Pfte.     Mainz. 

Neukomm,  Siegmuiid  (von), 
geb.  10.  Juli  1778  zu  Salzburg, 
gest.  3.  April  1858  zu  Paris.  Einer 
der  wenigen  Sterbliclien  denen 
das  Glück  fast  nie  untreu  wurde, 
der  als  Komponist  gefeiert,  ge- 
sucht und  vergöttert,  und  dasselbe 
nicht  durch  ein  hoclibegabtes  Genie 
erreichte,  sondern  durch  seine  Per- 
sönlichkeit und  durch  eine  ge- 
schickte Berechnung  dem  jeweili- 
gen Geschmacke  des  Publikums 
zu  huldigen.  Der  Vater,  Lehrer 
an  der  Centi'al-ISrormalschule  in 
Salzburg,  sorgte  für  eine  gute 
wissenschaftliche  Erziehung  (von 
1788 — 1793  war  er  Sängerknabe 
am  Dome  in  Salzburg,  nach  Pere- 
grinus  121).  Als  das  Musiktalent 
des  Sohnes  hervortrat,  liefs  er  dies 
durch  die  besten  Lehrer  ausbilden. 
Der  Organist  "Weissauer  u.  Michael 
Haydn  w^aren  seine  Lehrer;  dabei 
besuchte  er  die  Universität  und 
hörte  Philosophie  und  Mathematik. 
Seine  Vorliebe  fürs  Insti'umenten- 


spiel  war  so  grofs,  dass  er  sich 
fast  auf  jedem  Instrumente  einige 
Fertigkeit  erwarb,  ohne  aber  einem 
den  Vorzug  zu  geben  und  es  bis 
zur  Virtuosität  zu  bringen.  1798 
ging  er  nach  Wien  und  fand  in 
Jos.  Haydn's  Hause  die  beste  Auf- 
nahme, so  dass  er  mehr  als  Sohn, 
denn  als  Schüler  dort  verkehrte. 
Als  Haydn  1809  starb,  übte  Wien 
auf  ihn  keine  Anziehungskraft 
mehr  aus  und  da  er  kurz  vorher 
zum  ersten  Male  öffentlich  als 
Komponist  aufgetreten  war  u.  sich 
mit  einem  Male  zum  berühmten 
Manne  emporgehoben  sah,  den 
auswärtige  Vereine  und  Akademien 
mit  Ehrendiplomen  und  anderen 
Auszeichnungen  überhäuften  (so 
Stockholm  und  Petersburg),  so 
wendete  er  sich  zuerst  nach  Peters- 
burg, um  seine  Werke  dort  per- 
sönlich einzuführen;  von  da  ging 
er  nach  Moskau,  dann  nach  Paris, 
London  und  so  fort,  überall  mit 
Enthusiasmus  aufgenommen  und 
gefeiert  und  da  er  ein  Schnell- 
schreiber ohne  Gleichen  war,  so 
konnte  er  stets  mit  etwas  ganz 
Neuem  dienen.  In  Paris  fand  er  in 
dem  Hause  des  allvermögenden 
Talleyrand  eine  vorzügliche  Auf- 
nahme, so  dass  er  zeitweise  Haus- 
genosse desselben  war.  Fand 
Talleyrand  es  gut  für  eine  Zeit 
von  der  Bildfläche  zu  verschwinden, 
so  verschaffte  er  gewiss  seinem 
Günstlinge  Gelegenheit  sich  anders- 
wo zu  amüsieren.  So  1816  als 
Kapellmeister  in  Brasilien.  Auch 
verschaffte  er  ihm  den  Orden  der 
Ehrenlegion  und  sogar  das  Adels- 
diplom. 1826  durchreiste  er  Italien, 
1827  Belgien  und  Holland  und 
1830  begleitete  er  Talleyrand  auf 
einer  Gesandtschaftsreise  nach  Eng- 
land, wo  er  die  enthusiastischste 
Aufnahme   fand.    —    Mendelssohn 

12* 


Neukomm. 


180 


Neukomm. 


schreibt  in  seinen  Briefen:  Man 
hob  ihn  in  den  Himmel,  stellte 
ihn  über  alle  Komponisten  und 
applaudierte  ihm  auf  allen  Schritten 
und  Tritten.  Von  da  ab  besuchte 
er  England  bis  ins  Jahr  1837  all- 
jährlich zur  Saison.  1842  diri- 
gierte er  das  Mozartfest  in  Salz- 
burg. Ein  Aiigeuübel  bedrohte 
ihn  mit  gänzlicher  Erblindung, 
doch  eine  glückliche  Operation  gab 
ihn  seinem  früheren  Reiseleben 
zurück.  1849  ist  er  in  München, 
1851  in  London  als  Preisrichter 
bei  der  Weltausstellung.  1856 
geht  er  nach  dem  Orient,  kehrt 
aber,  wie  Fetis  berichtet,  auffallend 
hinfällig  zurück  und  bald  darauf, 
fast  80  Jahr  alt,  trat  er  die  grofse 
Reise  an,  von  der  niemand  mehr 
zurückkehrt.  Man  rechnet  ihm 
über  1000  Kompositionen  nach, 
darunter  Opern,  Oratorien,  Messen, 
Kantaten ,  Psalmen  und  andere 
Kirchenstücke,  femer  Sinfonien, 
Kammermusik  aller  Gattung  bis 
herab  zum  kleinen  Klavierstücke. 
(Esquisses  biographiques  de  S.  N., 
ecrites  par  lui  meme.  Paris  1859 
Mourgues.     8".     30    S.     Schilling. 

—  Bock  1869,    157    von   Alberti. 

—  Vielfache  Urteile  in  Leipz. 
Ztg.,  siehe  Reg.  —  Rochlitz  3, 
142  Urteil  über  das  Oratorium 
Christi  Grablegung,  was  er  preist 
wie  ein  bedeutendes  Meisterwerk. 
Siehe  auch  meine  Biogr.  in  der 
A.  d.  Biogr.  Sein  Porträt  in  Schott's 
Cäciha  Bd.  15). 

Verx.  seitler  geistlichen  Kompositionen: 

Christi  Aufei-stehuog.  Oratorium.  Kl.- 
Ausz.  Mainz.  Schott.  61  Seit.  [B.  B. 
Hofb.  "Wien.     Eiusiedelu. 

Christi  Grablegung.  Oratorium  aus 
Klopstocks  Messias.  Part.  op.  49.  Lpz. 
Br.  &  H.  127  S.  [Hofb.  Wien.  B.  Wa- 
gener.    Musikfr.  Wien. 

—  Kl.-A.  ib.  c.  1827.  qufol.  [Schwe- 
rin.    Lübeck. 


—  K1.-A.  Mainz,  Schott.  [B.  B.  Glas- 
gow.    Kremsmünster. 

Christi  Himmelfahrt.  Oratorium.  KL- 
Ausz.  Mainz ,  Schott.  84  Seit.  [B.  B. 
Hofb.  Wien.     Glasgow. 

David,  Oratorium  in  2  Abthlg.  von 
Joh.  Webbe :  P.  u.  Stb.  [Musikfr.  Wien. 
Glasgow. 

Das  Gesetz  des  alten  Bundes.  Ora- 
torium. Part.  fol.  162  u.  114  S.  [be- 
safs  einst  in  Kopie  Prof.  Frz.  Commer 
in  Berlin. 

Die  zehn  Gebote,  Oratorium.  P.  und 
Stb.  im  Ms.     [Berlin  Singak. 

Mount  Sinai,  or  tlie  ten  command- 
ments.  An  Oratorio.  Lond.  gr.  fol.  [Glas- 
gow, P.  u.  St. 

Der  Ostermorgen,  Cantate  von  Tiedge. 
Part.  Autogr.  148  Seit.  [B.  Wagener. 
Musikfr.  Wien  P.  Ms. 

—  Der  Ostermorgen  von  Tiedge.  Can- 
tate für  3  Solostim.  u.  Chor  mit  Pfte.  .  . 
Lpz. ,  Br.  &  H.  P.  u.  St.  [Schwerin  F. 
B.  M.  Beriiri  Singak.  B.  ß.  Amst. 
Einsiedeln.     Brüssel  Cons. 

—  Kl.-A.  u.  Stim.     [Elbing  Nr.  93. 
Pfiugstfeier,    Cantate    a  4,     Kl.-Au.sz, 

Bonn,  Simrock.  [Berlin  Singak.  B.  Lpz. 
B.  B. 

Cantate:  Lobet  den  Herrn,  für  3 stim. 
Männerchor  mit  Orch.  P.  u.  Kl. -Ausz. 
[Musikfr.  Wien. 

3  Cantates  1.  Espoir  en  Dieu.  2.  Ode 
sur  le  jugement  dernier.  3.  Dieu  des- 
cend.  Paris,  Nicou-Choron  &  Canaux.  P. 
[B.  B. 

Mss.  autogr.  B.  B: 

1.  Messe  ä  4  p.  av.  orch.  Paris  4/8 
1813.     P.     193  S. 

2.  Missa  solemnis  Gd.  4  St.  u.  Orch. 
Rio  de  Janeiro  6/11   1817.    P.    32.5  S. 

Missa  pro  defunctis  manibus  parentum 
praeceptorumque  suonim  Mich,  et  Jos. 
Haydn  nee  non  F.  X.  Weissauer. . .  Lps., 
Peters.  P.  fol.  [B.  Kgsbg.  dazu  13  S. 
P.  Vor-  und  Zwischenspiele  nebst  einem 
Trauermarsch  für  die  Weidingersche  In- 
ventions-Trompete,  4  Homer  und  3  Po- 
saunen. Dresden  ebenso.  Glasgow 
ebenso.  B.  M.  ebenso.  Hofb.  Wien  Ms. 
15  750. 

Missa  pro  defunctis.  Mainz,  Schott. 
P.     [Darmst. 

op.  50.  Messe  de  Requiem  ä  3  part. 
en  Choeur  avec  acc.  de  grand  Orchestre. 
Part.  Lpz.,  Br.  &  H.  [B.  Wa^ener. 
B.  M.     Glasgow.     Darmst. 

Messe  de  Requiem  ä  gr.  choeur  et 
orch.  Kl.-A.  Paris,  Chorou  &  Canaux. 
[B.  B. 


Neukomra. 


181 


Neukomm. 


Missa  pro  defunct.  (4stim.  mit  Orgel). 
Lips.,  Peters.  Pai-t.  [B.  Kgsbg.  B.  M. 
Musikfr.  Wien.     B.  B. 

Messe  unter  dem  Titel  St.  Frederici  f. 
4  Männerst.  mit  Orgel,  Bass  und  Vcl.  P. 
Ms.     [Dresden  Mus. 

Messe  solemnelle  a  4  voix  av.  org. 
Paris,  Nicou-Clioron  &  Canaux.  Part.  &*. 
LB.  B. 

Messe  „Pax  animae"  4  part.  av.  org. 
Mainz,  Schott.   P.  u.  St.     [B.  B. 

Messe  ä  2  voc.  egales  av.  org.  Paris, 
Choron  &  Canaux.     [B.  B. 

3  Messe.  Paris,  Choron  &  Canaux. 
[B.B. 

Missa  solemnis  4  voc.  P.  und  3  Can- 
tica.     Ms.     [B.  M. 

Messe  a  3  voLx  egales  avec  ou  sans 
acc.  d'orgue.  P.  Mayence,  Schott,  qufol. 
[Einsiedeln. 

Messe  für  3  Stirn,  und  Orgel.  Ms.  P. 
[München  alte  Hofkapelle. 

Messe  du  T.  S.  Sacrenient.  Jannot 
1860.     P.     24  S.     [B.  M. 

Kurze  und  leichte  Messe.  München, 
Aibl.     [B.  M.     Krem.smünster  1  Messe  (?). 

Alma.  2  Sopr.  1  A.  P.  [Musikfr. 
Wien. 

L'angelus  3  voc.  av,  acc.  Paris  et 
Anv.,  Schott.     [B.  B. 

Le  4  Antiennes  a  3  voix  egales.  Lpz., 
Br.  &  H.     [B.  B. 

50  Cantiques  et  Pseaumes  ...  ä  2  et 
4  pai-t.  Paris,  Ch.  Treuttel  &  Würtz. 
8«.  VIII  u.  100  S.  Melod.  davon  10  zu 
4  Stirn.  [B.B.  Hof  b.  Wien.  Musikfr. 
Wien.     EiDsiedeln. 

60  Cantiques  niis  en  musique  k  4 
parties  avec  ou  sans  acc.  d'orgue  . .  Paris. 
8».     [B.  Kgsbg. 

4  Cantiques  pour  3  voix  av.  org. 
Paris,  Choron.  P.     [B.  B. 

Gebeth  für  den  König.  15.  Okt.  1853. 
Berlin.  Part.  autogTaphiert  und  6  Stb. 
in  8".     [B.  B.     Singak.  in  Berlin. 

Gott,  du  bist  mein  Gott,  f.  Sopr.  und 
Pfte.     [Musikfr.  Wien. 

Der  Herr  ist  König,  f.  Sopr.  u.  Pfte. 
[Musikfr.  Wien. 

Hymnus  auf  den  Erlöser.  [Elbing 
Nr.  90. 

Hymne  für  2  Sopr.  u.  A.  „Amor  Jesu, 
Jesu'dulcissime":  Licht  vom  Lichte,  Jesu, 
wie  liebevoll.  In  Lpx.  Ztg.  1825  Nr.  40. 
Ebendort  in  1827  Nr.  6  eine  Sopran- Arie 
aus  ,,die  Grablegung''  und  1824  Nr.  20 
ein  Canon  aus  dem  Ostermorgen. 

Les  Lamentationes  pour  1  voix,  choeur 
av.  org.  Paris,  Nicou-Choron  &  Canaux. 
[B.  B. 


Die  Liturgie  der  stillen  Woche.  Hbg. 
1841  Fr.  Perthes.     P.     [B.  M. 

Das  teutsche  Magnificat  für  1  Singst, 
mit  Orgel.  Lpz.  P.  [Darmst.  Musikfr. 
Wien.     Berlin  Sing. 

Miserere  ä  3  voix.  Leips.,  Br.  &  H. 
[B.B. 

7  Motets  pour  3  voix.  Paris,  Nicou- 
Choron  &  Canaux.  [B.  B.  Nr.  8326  m. 
In  demselben  Bande  und  Verlage  noch 
21  geistliche  Einzelgesänge  zu  2,  3  und 
4  Stim.  in  Part. 

Offertorium :  Domine  Jesu  Christe, 
Sopr.  c.  org.  et  Contrab.  Ms.  16737.  P. 
Autogr.     [Hofb.  Wien. 

20  Psalms  selected.  Edinburgh  1853. 
80.     15  u.  206  S.     [B.  B. 

Der  67.  Psalm  für  Doppelchor  und 
Orch.  im  Kl.-A.     Lpz.,  Kistner.     [Dresd. 

Psalm  102.  Dank  und  Preis.  P. 
[Berl.  Sing. 

Der  97.  Psalm  für  1  Singst,  mit  Orgel. 
Lpz.,  Br.  &  H.     P.     [Darmst. 

Psalmus  V:  Verba  mea  auribus,  4  voc. 
in  choro.  Verneuil,  13.  Julliet  1824. 
Ms.  16460  P.     Autograph.     [Hofb.  Wien. 

Regina  coeli  laetare  4  voc.  c.  instr.  ad 
lib.   Ms.  272  b.    Autogr.     [Dresd.  Mus. 

Singet  dem  Hei'rn  ein  neues  Lied,  für 
Sopr.  und  Pfte.     [Musikfr.  Wien. 

Stabat  mater  a  3  voix  egales.  Lpz., 
Br.  &  H.     [B.  B. 

Stabat  mater  a  4  part.  en  2  choeurs 
av.  org.  oe.  38.  Leips.,  Br.  &  H.  P. 
fol.  [B.  B.  Musikfr.  Wien.  Berl.  Sing. 
Glasgow. 

Stabat  mater  8  voc.  c.  org.  ad  lib. 
Ms.  P.     [Münch.  a.  Hofk. 

Sub  tuum  und  Salve  regina  ä  2  Sopr. 
c.  org.  1849  Autogr.     [B.M. 

Te  Deum  laudamus.  P.  Autogi-.  [Leipz. 
Thom. 

Te  Deum  (Monument  de  Gutenberg). 
Mainz,  Schott  filii.     [B.  B.     Darmst. 

Te  Deum  laudamus.  oe.  24.  Lps., 
Br.  &  H.    P.    [B.  B.     Glasgow.    Darmst. 

Te  Deum  laudamus  pro  pace,  5  voc. 
c.  orch.  P.     [Musikfr.  Wien.      Berl.  Sing. 

Vater  unser  aus  Klopstocks  Messias, 
f.  S.  A.  B.  mit  Instr.  P.     [Musikfr. Wien. 

Wenn  der  Herr  die  Gefangenea,  für 
Sopr.  u.  Pfte.     [Musikfr.  Wien. 

In  der  B.  Amsterdam  befinden  sich: 
50  Motetten,  40  Cantiques.  52  Cantiques 
nouveaux.  20  Psalms  selected  in  Stb. 
60  nouv.  Cantiques. 

Im  Cons.  zu  Mailand  3  Salutaris.  Paiis, 
Canaux.  —  6  Tantum  ergo,  ib.  —  1  Salu- 
tation  angelique,  ib.  —  L'amitie  et  l'amour, 
deux  esquisses  poui'  le  pfte. 


Neukonim. 


182 


Neukomra. 


12  Chöre  in  P.  u.  St.  [Berl.  Sing. 
In  Musikfr.  Wien:  24  Chöre. 

In  Latrobe's  Samlwk.  London  1806 
etc.  2  geistl.  4stim.  Gesge. 

Weltliche  Gesänge: 

Im  Autogr.  in  B.  M :  3  Lieder  mit 
Klav.  Lc  Message.  La  Pensee.  An  den 
Mond. 

An  mein  Schifflein  f.  2  Sopr.  Hamhg., 
Böhme.  3  Bll.  [B.  Wagener.  B.  B. 
B.  M.     Dresd.  im  Ms.     Musikfr.  AVien. 

Aumone.  Choeur.  Paris,  Choron  & 
Cananx.     P.     [B.  B. 

Die  Braut  von  Messina  oder  die  feindl. 
Brüder  v.  Schiller.  P.  124  Bll.  [B.  B. 
im  Autogr. 

Blessings  from  the  skies,  5  v.  Madi'ig. 
1832.    P.    6  Bll.     [B.  B.  im  Autogr. 

Canon  aus  dem  0.stermorgen  von  Tiedge 
„Preis  u.  Ehre"  f.  3  Solost.  mit  Pfte. 
Part.     Lpz.,  Er.  &  H.     [B.  Wagener. 

Canon,  Eäthsel-,  5stim.  Non  omnis 
moriar.  (auf  Jos.  Ilaydn's  Grab  von  seinem 
Zögling   S.    Neukomm).     Wien    10.  Nov. 

1814  um  2  Uhr  nach  Mitternacht.  Cum 
resolutione.  Ms.  18463  P.  Autogr.  [Hofb. 
Wien. 

12  Gesänge  für  2  Sopr.  mit  Pfte.  2 
Hefte.    Lpz.,  Kistner.     fol.     [Dresd. 

9  Gesänge.  Wien,  Mochetti.  [Musikfr. 
Wien. 

7  Gesänge  f.  1  Singst,  mit  Pfte.  op. 
43.  Lpz.,  Br.  &  H.  qufol.  1!)  S.  [B. 
Kgsbg.    Musikfr.  AVien. 

6  Gesänge,  op.  10.  Lpz.,  Br.  &  11. 
[B.  B.     Musikfr.  Wien. 

6  Gesänge  von  E.  Schulze.  Berlin, 
Schlesinger.     [B.  B.     Musikfr.  Wien. 

Gesänge  und  Lieder  zu  Ticdge's  Lieder- 
Eoman  Aennchen  u.  Robert  ...  2  Hefte. 
Halle,  Ruff  (Renger),    qufol.    43  u.  44  S. 

1815  erschienen.  [B.  Kgsbg.  Dresd. Mus. 
B.  Lpz.     B.  B. 

Hymne  de  la  nuit  (Hochgesang  von  der 
Nacht)  par  Lamaiüne.  op.  60.  Mayence, 
Schott.  Pai-is,  Schott,  qufol.  50  Seit, 
deutsch  und  französ.  Text,  für  Chor,  Soli 
und  Orch.  Part.  u.  Kl.-A.  [B.  B.  Amst. 
Hofb.  Wien.  Musikfr.  Wien.  Glasgow. 
Darmst.       Schwerin  F:    Paris,  les  fils  de 

B.  Schott,  qufol.  Einsiedeln.  Dresd.  im 
Ms.     Brüssel  Cons.  in  2  Exenipl. 

6  Lieder  op.  36  und  6  Lieder  op.  46. 
Lpz.,  Br.  &  H.  [B.B.  op.  46.  Musikfr. 
Wien  beide  Hefte. 

Napoleon's  Heerschau  um  Mittemacht, 
von  Zedlitz,   als   Melodrama  f.  Pfte.  von 

C.  Braun  eingerichtet.  Regensburg,  Reit- 
mayer. 40.     [B.  B. 


—  Die  Heerschau  um  Mitternacht,  von 
Zedlitz  ...  2.  vom  Comp,  veränderte 
Ausg.  Berl.,  Trautvvein.  qufol.  9  Seit. 
[B.  Kgsbg.     B.  B. 

Oesterreich !  Eine  Volkshymne  von  Joh. 
Lad.  Pyrker.  Wien  1843  A.  Straufs  sei. 
Wittwe  &  Sommer,  gr.  8".  4  stim.  [Hofb. 
Wien.     Musikfr.  Wien. 

Schäfei's  Khigelied  von  Goethe,  op.  10. 
Lpz.,  Peters,     [ß.  B. 

Eight  Songs  by  Bariy  Cornwall.  Mit 
Porträt.  London,  Cramer,  Addison  & 
Beale  (Istim.  mit  Pfte.).     fol.     [B.B. 

—  The  Sea,  A  sea-song,  PoetiT  by 
Bariy  Cornwall.  New  York  1836  Endi- 
cott.     [B.  B. 

Die  Weinlese,  von  Wessenberg  für  4 
Stim.  Stb.     [Musikfr.  Wien. 

Töne,  Lied!  auf  sanften  Schwingen. 
Ncujahrswiuisch  für  Jos.  Haydn  zu  4 
Stim.  Autogr.  1798.  [Fürst  Esterhazj% 
Eisonstadt. 

12  Solfeggi ,  or  orig.  lessons  for  a 
countertenor  or  bass  voice.  Lond.  fol. 
[Glasgow. 

Li  den  Hagen'schen  Melodien  zu  den 
Rhapsodien  aus  den  Norischen  Alpen. 
1805  [B.  Kgsbg.]  —  Li  Koctschau's  reli- 
giö.se  Gesge.  für  4  —  6  St.  1823.  [B. 
Kgs!)g. 

In  Theomele,  Samlg.  von  Arien,  Duetten 
etc.  Gütei-sloh,  Bertelsmann,  3.  Bd.,  pag. 
3  u.  102  zwei  Gesge.  In  Reichardt's 
Lieder  geselliger  Freude  II. 

Instriimentalwcrke  : 

Les  Adieux  de  . .  .  Bresil.  Fantaisie 
p.  le  pfte.  Berlin,  Bureau  des  arts  (ver- 
gleiche 0  amor  Brazileii'o  op.  37).  [ß.  B. 
Musikfr.  Wien. 

L'amitic  et  l'amour,  oe.  38.  Lpz.,  Br. 
&  H.     [Musikfr.  Wien. 

L'amoureux,  Fantasie  op.  41.  —  Duo 
in  Cm.  —  Nocturne  in  B.  op.  18.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Elegie  sur  Mad.  la  Duchesse  de  Cour- 
lande pour  Pfte.,  oe.  28.  Leips. ,  ßr.  & 
H.     [B.  ß,     Musikfr.  Wien. 

Elegie  harmonique  p.  le  Pfte.  sur  la 
mort  de  Du.ssek  (1812).  Lpz.,  Br.  &  H. 
15  S.     [B.  Wagener.     Musikfr.  Wien. 

Fantaisie  a  gr.  orch.  oe.  9.  Lps.,  A. 
Kühnel.     18  Stb.     [B.  B. 

Fantaisie  ä  gr.  orch.  op.  27.  P.  im 
Ms.     Stb.  im  Druck:  Lpz.     [Darmst. 

Fantai.sie  et  Sonate  Nr.  1.  2.  Wien, 
Artaria.     [Musikfr.  Wien. 

Marche  triomphale  p.  harmonie  mili- 
taire.     Ms.  P.     [ßi-üssel  Cons. 

Marche  Triomphale,   aiTangee  pour  le 


Neukomm. 


183 


Neumann,  George. 


Piauof.   ä  4  mains  par  l'auteur.      Wien, 
Pietro  Mechetti.     fol.     [Dresd.  Mus. 

Allerlei  Märsche  f.  Orch..  auch  nur  f. 
Pfte.,  dabei  op.  12  u.  21.    [Musikfr.Wien. 

12  Märsche  für  triegeiische  Instra- 
mente.     Bonn,    Simrock.     Stb.     [Darmst. 

37  Morceaux  p.  Torgue.  Paris,  Nicou- 
Choron  &  Canaux.    Liv.  1—3.     [B.  B. 

oe.  37.  0  amor  Brazileiro,  Capric.  p. 
Pfte.  Leipz.,  Br.  &  H.  [B.  B.  Musikf. 
Wien. 

Ms.  16110.  B.  B.  Ouvei-ture  zu  die 
Braut  von  Messina.     P. 

Ouvertüre  ä  gr.  orch.  Lpz.,  Br.  &  H. 
Stb.  in  Cd.     [Schwerin  F. 

QuiQtetto  p.  2  Yiol.  A.  et  2  Volles. 
Bonn,  Simrock.  5  Stb.  (er  nennt  sich 
einen  Schüler  Haydn's).  [B.  Wagener. 
Musikf  r,  Wien. 

Sinfonie  heroique  op.  19.  —  3  Fanta- 
sien, op.  11,  27  u.  ohne  op.  f.  gr.  Orch. 
Stb.     [Musikfr.  Wien. 

Sinfonie  in  Dd.  f.  Orch.  P.  Ms. 
[Bi-iiss.  Cons. 

Symphonie  periodique  p.  Pfte.  Ms. 
[Bräss.  Cons. 

Sinfonie,  arrang.  p.  le  Pfte.  ä  4  ms. 
par  C.  G.  Belcke.    Lps.,  Br.  &  H.    [B.  B. 

op.  14.  Sonate  p.  le  Pfte.  Leipzig, 
Peters.     14  S.     [B.  Wagener. 

Sonate  op.  14.  IG.  30.  Retour  la  vie. 
Variat.  f.  Klav.     [Musikfr.  AMen. 

25  Original  Voluntaryser  grand  studies 
for  the  Organ,  ded.  Adelaide  de  Orleans. 
Lond.,  Gramer,  Addison  &  Beale.  [B. 
Wagener.  

Notice  accompagnee  d'un  rapport  de 
rinstitut  de  France,  academie  des  sciences 
et  des  beaux-arts,  et  des  opinions  de  MM. 
Keukomm  et  Thalberg,  sur  les  nouveaux 
pianos  avec  regulateur  de  l'accord,  in- 
ventes  par  M.  Le  Pere,  et  perfectionnes 
par  M.  Roller.  Paris  1839  F.  Didot 
freres.     4".     [Brüssel. 

Mozart's  Violin -Schule.  Wien.  [Mu- 
sikfr. Wien. 

Anleitung  sich  des  musik.  Chronometers 
zu  bedienen.  Wien  1815.  [Musikfr. 
Wien. 

Im  br.  Mus.  befindet  sich  eine  sehr 
reiche  Samlg.  seiner  Werke,  doch  reichte 
meine  Zeit  hin  davon  ein  Verz.  anzu- 
fei-tigen.  Einiges  noch  im  R.  C.  of  Mus., 
siehe  den  gedr.  Kat. 

Nouki-antz,  Johann,  geb.  11. 
April  1G02  zu  Rostock,  gest.  21. 
März  1654  zu  Kirchenwcärder  bei 
Hamburg.    Studierte  in  Greifswald 


Theologie  und  erhielt  1629  an 
obigem  Orte  die  Pastorstelle.  Er 
war  poetisch  und  musikalisch  be- 
gabt und  mit  Job.  Rist  befreundet 
(Zahn  5,  418).     In  dem 

Christlicher  und  wolgemeinter  Buess- 
Wäkker  fuer  alle  in  Sünden  schlaffende 
Buess-flüchtige  Seelen  . . .  Hambg.  (1648) 
Jak.  Rebenlein,  8»,  befinden  sich  2  Lieder 
mit  Melod.  u.  B.     [ß.  Lpz. 

Königs  Davids  Psalter-Spiel,  von  neuen 
besaitet  und  auff  die  heutige  Singe -art 
gestimmet  . . .  Hamburg  1650  ib.  8°. 
137  S.  37  Lied,  mit  Melod.  u.  B.,  meist 
nach  weltlichen  Weisen.  [B.  Lpz.    B.  Hbg. 

Näheres  über  Titel  und  Inhalt  im 
Becker  4,  12.  13.  Zahn  dinickt  eine 
Melodie  ab.  —  Mattheson  1,  144  erwähnt 
einen  Klavierlehrer  zu  Stralsund  um  1664, 
der  selbstverständlich  ein  anderer  ist  und 
nicht  weiter  bekannt  wurde. 

Neumann, . . .  gehört  dem  18.  Jh. 
an  und  ist  in  der  B.  zu  Karlsruhe 
mit   folgenden   Werken   vertreten. 

Ms.  688  Concerto  ä  5  ström,  in  Stb. 
Fl.  tiav.  2  V.  Braccia,  Bc.  3  Sätze  in  Bd. 
Esd.  Bd.  —  Ms.  690—692  ebenso,  nur  bei 
Ms.  689  treten  hinzu  2  Corn.  1  Fl.  2  Ob. 
Violetta  e  Comb.  c.  Vcl.  —  Ms.  693  ein 
Trio  a  Fl.  trav.  V.  e  B.  3  Sätze.  Sämtl. 
in  Stb.  —  In  der  B.  Darmst.  befindet  sich 
von  einem  Neumann  ein  Concerto  per 
Oboe.    Ms.  P. 

Neumann,  ...  ein  Waldhomist, 
war  um  1788  an  der  Kgl.  Kapelle 
zu  Berlin  angestellt  (Gerber  1). 

Neumann,  Christoph  Magnus, 

ein  Posaunist,  der  sich  zwei  Jahre 
in  Dresden  aufhielt  und  1653  vom 
Kurfürsten  dem  Kaiser  in  Wien 
empfohlen  wird  (s.  Staatsarch.). 

Neumann,  Oeorge,  hielt  sich 
um  1770,  wie  Gerber  1  sagt,  in 
den  Niederlanden  auf  und  scheint 
sich  seinen  Werken  zufolge  in 
Amsterdam  niedergelassen  zuhaben. 
Sonst  ist  über  sein  Leben  nichts 
Näheres  bekannt.  Als  Komponist 
ist  er  durch  folgende  Werke  be- 
kannt: 

4  Ouvei-turen  (einzeln)  1.  detachee  de 
la  belle  Arsene.  2.  detachee  de  Daphnis 
et  Chloe.    8.  det.  de  Deserteur.    4.  det. 


Neumann,  George. 


184 


Neiimark. 


de  Enron,  accomodee  ponr  le  Clavecin 
ou  le  pfte.,  avec.  acc.  d'nn  Violen  ad.  lib. 
par  G.  Neumann.  Ches  Hummel  ä  Ber- 
lin et  Arasterd.  5  Hefte  in  fol.  [B.  B. 
Der  Kat.  der  Kgl.  Musikaliensamlg.  in 
Dresden  stellt  die  4  Ouvertüren  fälschlich 
unter  Wilhelm  (GuiUaumo)  Neumann  und 
besitzt  aiifserdem  noch  „detachce  de 
Henri  IV,"  „det.  du  talMeau  Pai-lant;"  die 
Ouvertüre  d'Amadis  dos  Gaules  und  Ouv. 
de  Felix  ou  l'enfant  trouve  in  derselben 
Besetzung  und  Verlage.  —  In  Schwerin  F. 
die  Ouvertüre  detachce  du  Huron,  nach 
Gretry.  —  In  Wolfenb.  „Tableau  parlant", 
nach  Gretry,  2  Stb.  im  Ms. 

3  Senates  p.  le  Clav,  ou  le  pfte.  av. 
Face.  2  V.  et  Vol.  op.  1.  Berlin,  Hum- 
mel.    3  Stb.     [Dresd.  Mus. 

3  Senates  p.  le  Clav,  ou  le  pfte.  av. 
acc.  2  V.  et  Vcl.  ä  Cembali,  op.  2.  Ib. 
fol.     [Dresd.  Mus. 

3  Senates  p.  le  Clav,  (wie  vorher)  ohne 
opus.     3  Stb.     Ms.  in  Dresd.  Mus. 

Partita  in  Dd.,  3  Sätze  f.  2  V.  Va.  B. 
2  Fl.  2  Hörn.  8  Stb.  fol.  Ms.  in  B.  Zw. 
ohne  Vornamen. 

2  Quartetti  per  il  Clavicembalo,  2  V. 
et  B.  in  Cd.  und  Dd.  je  4  Stb.  in  fol. 
Mss.     [Stadtbibl.  Br. 

Ouvei+iire  van  de  Koopman  van  Smirna 
voor  het  clavier  eu  de  viool.  Amst.,  S. 
Marckordt.     [Amst.  nur  Klavierstim. 

De  musicale  zangwyzen  van  het  boek 
der  Psalmen,  nevens  de  gezangen  by  de 
hervormde  kerk  van  Nederland  in  gebruik, 
volgens  de  nieuwe  dichtmaat  . . .  te  dienen 
zo  wel  voor  de  stem,  als  tot  gebruik  voor 
musicale  instrumenten  .  .  .  door  George 
Neumann.  Amst.  1776  Hummel.  4**. 
[Amst. 

—  a.  Aufl.  Amst.  en  Haarlem,  by  de 
Nederl.  Bijbel-Compaguie.     4^.     [Amst. 

Neiimanii,  Leopold,  Komponist 
des  18.  Jhs.,  von  dem  die 

B.  M.  im  Ms.  eine  Sinfonie  zu  2  V. 
Va.  und  B.  in  4  Stb.  besitzt. 

Neumanii,    Weiizeslaus,    von 

der  Neissa,  Tenorist,  meldet  sich 
am  28.  Aug.  1565  bei  der  Hof- 
kantorei in  Stuttgart,  wird  aber 
nicht  angenommen  (M.  f.  M.  31, 
24). 

Neuiiians  (Nuemans),  J . . .  B . . ., 
von  1763  bis  1783  Lautenist  an 
der  Kgl.  Kapelle  in  Brüssel  (Strae- 
ten  5,  183  ff.). 


Xcumark,    Georg,    ein    geist- 
licher Liederdichter  und  Musiker, 
nach    dem    Kirchenbuche    getauft 
am    16/28  Mai    1621     zu    Mühl- 
hauseu  in  Thüringen  (Koch,  Zahn 
and   die  Allg.  d.  Biogr.   schreiben 
nach    dem    Kirchenbuche   „getauft 
am    7.  März   7X\  Langensalza",   da 
er    aber    selbst   sich    zweimal    als 
Mühlhauser  bez.,  so  kann  letzteres 
Datum     nur     einen     anderen     N. 
gleichen   Namens   betreffen),   gest. 
8.  Juli  1681  zu  Weimar.    Besuchte 
das    Gymnasium    zu    Schleusingen 
und  Gotha,  will  1640  nach  Königs- 
berg i/Pr.   wandern,    um  Jura  zu 
studieren,    wird    unterwegs    über- 
fallen und  aller  Mittel  beraubt.    Er 
wandert  nun   durch  Norddeutsch- 
land  und  die  Musik  ist  seine  Er- 
nährerin, bis  er  endlich  1641  in  Kiel 
die  Stelle   eines  Pädagogus  erhält, 
wo  er  das  Lied  dichtete  und  kom- 
ponierte: „Wer  nur  den  lieben  Gott 
lässt    walten."      1643    wandert    er 
über     Lübeck     nach    Königsberg. 
1646  verliert  er  durch  eine  Feuers- 
brunst abermals  seine  ganze  Habe. 
Er  geht  nach  Danzig,  ist  1649  bis 
50   in   Thorn,    1650   in  Hamburg, 
Ende  1651  in  Weimar,  wo  er  eine 
feste  Stellung  als  Kanzlei-Registra- 
tor  und  fürstl.  Bibliothekar  findet. 
1653  wird  er  in  die  fruchtbringende 
Gesellschaft  unter  dem  Namen  „der 
Sprossende"  aufgenommen.  In  dem- 
selben Jahre  wird  er  zum  Archivar 
befördert.      In   Weimar    bildet    er 
so   eigentlich   den   Hof-   und    Ge- 
legenheitspoeten. Erst  1676  scheint 
er  in  den  Orden  der  Pegnitzschäfer 
unter    dem    Namen    „Thyrsis    der 
Zweite"     aufgenommen     zu     sein. 
Manche    von    seinen    Dichtungen 
setzte  er  selbst  in  Musik.    Obiges 
bekannte  geistliche  Lied   erschien 
1657  im  Lustwald,  2.  Aufl.    Seine 
Weisen  (oft  4  stimmig  für  Gesang, 


Neumark. 


185 


Nemneyer. 


2  Geigen  oder  Trompeten  und  Bc.) 
sind  einfach  volkstümlich,  sogen. 
Strophenlieder.  Selbst  diejenigen, 
die  für  theatralische  Darstellung 
bestimmt  sind,  wie  die  um  1662 
geschriebene  „Theatralische  Vor- 
stellung eines  weisen  und  tapferen 
Regenten"  (Biogr.  von  Pasque  in 
Bagge's  Allg.  mus.  Ztg.  1864  Nr. 
24/25.  Winterfeld  2,  285).  Von 
seinen  Dichtungen  mit  Musik  sind 

folgende  bekannt: 

Beträbt- Verliebter,  doch  entlich  hoch- 
erfrewter  Hürte  Filamon  wegeii  seiner 
edlen  Schäffer-Nymfen  ßelliflora,  das  ist, 
kurtze  Liebes  Beschreibung  zweyer  hoch- 
edlen Pereonen  ...  in  ein  Pastoral  ge- 
bracht, und  die  darin  stehende  Lieder  mit 
Melodeyen  und  Symfonien  aussgeziehii 
. . .  Königsberg  1648  In  Yerlegg.  Peter 
Händeis  . .  gedruckt  durch  Job.  Eeusners. 
2  Stb.     8».     [br.  Mus. 

Georg  Neumarks  von  Mühlhausen  auf 
Thür:  Poetisch-  und  Musikalisches  Lust- 
wäldleiu  .  .  Gedr.  zu  Hamburg  1G.52  bey 
Mich.  Pfeiffern,  in  Verleg.  Joh.  Nau- 
ma]ins.  120.  Dedic.  vom  Autor  in  Ham- 
burg 14.  Wintermonat  1651  gez.    3  Teile. 

1.  teil  22  Lieder  mit  Musik,  im  2.  nur 
einige  ^Yenige  mit  Musik.  Die  Komposi- 
tionen sind  nur  mit  den  Anfangsbuch- 
staben der  Autoren  gez.,   dagegen  in  der 

2.  Aufl.  mit  vollem  Namen.  [B.  B.  Dresd. 
B.  Lpz.     B.  Weimar.     B.  Wagener. 

—  Fortgepflantzter  musikalisch  -  poe- 
tischer Lustwald  . . .  Jena  1657  G.  Sengen- 
wald.    80.    3  Abtlg.    1.  Teil  85  Lied,  für 

1  Singst.  2  Viol.  mit  B.,  einige  auch  nur 
mit  Bass.  Der  2.  u.  3.  Teil  Gedichte 
ohne  Musik.  Aulser  Neumark  sind  an 
Komponisten  genannt:  C.  Bythner,  Christ. 
Compenius,  Adam  Drese,  Baltazai"  Erben, 
E.  Kindermann  und  Simon  Lititz.  Am 
Ende  befinden  sich  eine  Anzahl  Tänze. 
Zahn  diTickt  10  Melodien  aus  der  1.  und 
2.  Aufl.  ab.  [B.  B.  B.  Zw.  (Kat.  S.  225 
der  vollständ,  Titel).  B.Weimar.  B.  Lpz. 
B.  Wagener. 

Ecloge  Filirenus,  welche  dem  Fürsten 
Friederichen  dem  altern,  Hertzogen  zu 
Sachsen  ...  18.  Aug.  1656  (gestorben)  . . . 
.lehna,  G.  Sengenwald.  fol.  8  Bll.  mit 
einer    Komposition    von    N.    für    1  Stirn. 

2  V.  u.  Bc.     [B.  Kgsbg. 

Eine  theatralische  Vorstellung  eines 
weisen  und  zugleich  tapfern  Eegenten 
(Wilhelm  IV.    von    Weimar).      Weymar 


1662  Filcker.  4«.  33  Bll.  1  Lied  mit 
Musik.     fV\'"eimar.    B.  Wagener. 

Ms.  W98  Nr.  1448  in  B.  B:  15  geistl. 
Lieder  aus  1657  in  P. 

In  neuen  Ausg.  auTser  Zahn,  4  Lieder 
(Eitner  2).  —  In  Joh.  Franckens  geistl. 
Sion  1674  ein  Gesg.  mit  Georg  Neu.  gez. 

Nenmayer,  Andreas,  geb.  24. 
Okt.  1750  zu  Grofsmehring  bei 
Ingolstadt,  trat  in  den  Orden  der 
regulierten  Canonici  zu  Fölling  in 
Stejermark  und  versah  dort  den 
Organisten-  u.  Chordirektordienst. 
Er  soll  viele  Kirchenmusik  ge- 
scbrieben  haben.  Nach  Aufhebung 
des  Ordens  lebte  er  in  der  Um- 
gegend von  München  (Fetis).  Ob 
das  folgende  Werk  mit  A.  Neu- 
mayer von  ihm  ist,  lässt  sich 
schwer  bestimmen: 

Concertante  Variation  pour  Claveciu  et 
Violon,  op.  6.     [Musikfr.  Wien. 

Neiimeier,    Kaspar,    Organist 


in   Nürnberg 


um 


bei  St.  Egidieu 
1637,  nach  der  Dedic.  Staden's  zu 
den  Hassler'schen  Kirchengesängen 
und  M.  f.  M.  26,  9. 

Xeiimeister,  Erdiuann,  geb. 
12.  Mai  1671  zu  Uechtritz  bei 
Weifsenf  eis,  gest.  18.  Aug.  1756 
zu  Hamburg.  Ein  Dichter  und 
besonders  zu  erwähnen,  da  er  zahl- 
reiche Kantaten  dichtete,  die  viel- 
fach, oft  bestellt  von  den  Kompo- 
nisten, komponiert  worden  sind. 
Näheres  bei  Koch,  Kirchenlied 
3.  Aufl.  1,  5,  371.  Spitta,  Bach 
1,  465  ff.     Er  schrieb: 

M.  Aug-ust  Wilhelm  Reinharts  ausführ- 
liches theologisches  Bedencken  von  un- 
billiger Abschaffung,  Weglassung  und 
Veränderang  alter  Kern-  und  Kirchen- 
Lieder  in  den  Gesaugbüchern  . . .  samt 
einer  Vorrede  von  Erdmann  Neumeistern 
(Hamburg  c.  1738).     4^.     [Brüssel. 

Neumeyer,  Jakob  Friedrieli, 

geb.  1750  zu  Molsheim  i/Els.,  gest. 
29.  Juli  1814  in  Strafsburg,  wurde 
1779  Organist  am  Münster  und 
Violinist  am  Theaterorchester  (Lob- 
stein 28). 


Neumüller. 


186 


Neuner,  Karl. 


Neumüller,  . . 

ist  im  Ms.  .3209  der  B.  Hbg.,  Muffat 
enthaltend,  mit  einem  Orgelstücke  neben 
Seb.  Bach,  Froberger  u.  a.  vertreten. 

Neuiiaber,   An(lre«is,   war  um 

etwa  1620  Scliüler  Paul  Siefert's, 
Matthias  Leder's  und  Tarquinio 
Merula's,  die  alle  zur  Zeit  im 
Dienste  in  "Warschau  sich  auf- 
hielten. N.  war  ein  Danziger  Kind 
und  eine  Eingabe  an  den  Danziger 
Stadtrat  teilt  obiges  mit  (Yiertelj. 
7,  400).     Ebendort  wird  noch  ein 

Jeremias  Neunaher  erwähnt,  der 
seit  1616  Organist  an  St.  Joharmis 
und  seit  1623  an  St.  Bartholomaeus 
in  Danzig  war  (S.  411).  S.  417 
unterzeichnet  er  sich  mit  Bürger 
und  Organist  an  obigen  Kirchen 
und  zwar  17  Jahre  an  St.  Johannis 
und  im  Jahre  1633  seit  10  Jahren 
an  St.  Bartholomaeus. 

Ein  dritter  Neimaher,  Tideniann^ 
in  Danzig,  Avar  1619  Instrumentist 
(Ib.  und  Döring). 

Neuner,  Oeori»  Elias  (jrott- 
fried,  Tenorist  an  der  Hofkapelle 
in  München,  diente  1706  seit 
16  Jahren.  1699  beträgt  sein  Ge- 
halt 300  Gld.,  die  aber  bis  zum 
20/3  1700  auf  die  Hälfte  verkürzt 
werden,  wegen  der  Schuldenlast 
des  Kurfürsten. 

Neuner,  0  . . .,  ein  Komponist 
am  Ende  des  18.  Jhs.,  er  kann 
daher  nicht  der  vorige  sein.  Man 
kennt  von  ihm  einige  geistliche 
Kompositionen,  die  Schott  in  Mainz 
in  seine  Samlwke.  aufnahm: 

Ecce  quam  lionum  est  quam  jucundum 
(0  wie  ist  herrlich  und  wie  erfreulich)  in 
u.sum  4  vocum  1  Tenor  et  3  Bassi,  Gd., 
comitate  Clavicimbalo.  Part.  Moguntiae, 
Schott  filier,  qufol.  1.  von  N.  2.  Casp. 
Ett.  3.  M.  G.  Haydn.  4.  Jos.  Graz. 
5.  Ernst  Eberlin.  [B.  B.  B.  Wagener. 
Haupttitel :  Bibliotheque. 

1  Motette  in  Jos.  Graz  Mot.  Mainz, 
Schott  &  S. 

Neuner,  Karl,  geb.  in  der  Vor- 


stadt Au  bei  München  den  29.  Juli 
1778.    Die  Lpz.  Ztg.  32,  572  zeigt 
Mitte    Juli    1830    den   Tod    eines 
Neuner's  in  München  an,   dem  in 
der    Frauenkirche    zu    Ehren    ein 
Requiem  abgehalten  wird  und  der 
ein   Mitglied   des   Münchener   Or- 
chesters,   ein  geschickter  Kompo- 
nist   und    an    der    Brustkrankheit 
nach  einjährigem  Krankenlager  ge- 
storben ist,  ob  dies  aber  der  obige 
ist,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden. 
Sein    Vater    Martin,    in    Au    als 
Musiker   lebend,    war   sein    erster 
Lehrer  in  der  Musik.     In  Tegern- 
see  bildete  er  sich  wissenschaftlich 
und   musikalisch    aus,   hatte   dann 
noch    Unterricht    bei    Valesi    und 
Joseph  Graz  und  trat  als  Violinist 
in  die  Münchener  Hofkapelle   ein 
(Lipowsky.     Fetis  ebendaher).     Er 
war  ein   fleifsiger  Komponist  und 
hatte  den  Auftrag,  die  Balletmusik 
zu    den    Aufführungen    des    Hof- 
thoaters  in  München  zu  schreiben. 
Auffallend  ist  es,  dass  die  Münch- 
ner Hofbibl.   davon   nichts  besitzt, 
sondern  die  Hofbibl.  in  Wien  und 
zwar  im  Autograph.     Dass  die  in 
Wien     liegenden     Kompositionen 
von  dem  obigen  Autoi,  in  Au  ge- 
boren,    herrühren,     beweist     die 
Unterschrift    zu   Ms.  18602:    Sin- 
fonie   in    P.      Bekannt    sind    an 
Theatermusik : 

Der  Freischütze.  Tragoedie,  1813  im 
März.  Enth.  nur  wenige  Musiksätze.  Ms. 
Autogr.  16465.  [Hofb.  Wien.  In  Ms. 
18096  die  Ouvertüre  in  P. 

Zephir  und  Flora.  Ballet  1814.  P. 
Autogr.     [Hofb.  Wien,  Ms.  16534. 

II  faut  de  la  Compagnie.  Ballet.  P. 
Autogr.  7/4  1809.  [Hofb.  Wien,  Ms. 
19044. 

6  Entre- Actes.     P.  Ms.  16130.     [B.  B. 

An  geistlichen  Oesüngen: 
Die  Schöpfungsta^e,  Aus  Krummacher's 
Festbüchlein.     1.  Bd.   1810.     P.    Autogr. 
Ms.  16836.      [Eofb.  Wien.     Kopie:    Mu- 
sikfr.  Wien. 


Neuner,  Karl. 


187 


Neusidler,  Hans. 


—  im  Druck  (für  Chor  und  Orch.)  in 
Part.  München,  Sidler.  fol.  [B.  B.  Eiu- 
siedeln. 

Bufs-Psalm  von  Sailer  „Gott-Gott!  ge- 
sündiget hab'  ich  vor  Dir  ..."  4  Stirn, 
mit  InstiTim.  München,  Jos.  Sidler.  P. 
70  S.     [Hofb.  Wien.    B.  B. 

Der  achte  Psalm  (Herr  unser  Gott  wie 
grofs)  nach  Kmmmacher,  4  voc.  c.  instr. 
1820.     Ms.  16213.  P.     [Hofb.  Wien. 

G  Gradualia  et  Offertoria  plurium  voc. 
comitantibus  instmm.  Ms.  162G7.  P. 
[Hofb.  Wien,  mit  1821  gez. 

2  Graduale  und  4  Offertorien  f.  Chor 
und  Instmm.  Ms.  P.  [München  alte 
Hofkapelle. 

11  Autographe  lat.  und  deutsch,  geistl. 
4stim.  Gesge.  mit  und  ohne  Instr.  Ms. 
19083,  22—33;  gez.  mit  1823  —  1825. 
|;Hofb.  Wien. 

Missa  solemnis  4  voc.  c.  instrum. 
Ms.  19422.  P.     [Hofb.  Wien. 

Der  8.  Psalm  f.  Chor  u.  Instrum. 
Ms.  16213.     [Hofb.  Wien. 

Instrumentalwerke  : 

Symphonia  grande.  Autogr.  P.  in  Bd.  12 
der  B.  Proske. 

2  Sinfonien  in  P.  Ms.  18602  u.  18619. 
[Hofb.  Wien.  Die  erste  mit  dem  Datiim : 
München,  Vorstadt  Au,  am  1.  Okt.  1825. 
Von  der  2ten  nur  1  Satz  vorh. 

Ouvertüre.  2  V.  2  Viele,  2  Fl.  2  Ob. 
2  Clarini,  Tvmp.  e  B.  Ms.  15939  P. 
[Hofb.  Wien. 

Marcia  (für  Orch.).  Ms.  18489  P. 
[Hofb.  AVien. 

In  Musikalischer  Jugendfreund,  Mün- 
chen 1814.     [B.  Kgsbg.]     2  Lieder. 

Anweisung  zum  Contrapunct.  Opus 
theoreticum  (mit  Musikbeisp.).  Ms.  19106. 
[Hofb.  Wien. 

Ueber  die  Ligaturen  (mit  Beisp.). 
Ms.  19107.     [ib. 

Neuner,  Micliael,  wird  1706 
in  den  Akten  des  Kreisarchivs 
zu  München  als  64  Jahr  alt  bez. 
und  dient  in  der  Hofkapelle  seit 
52  Jahren.  Sein  Gehalt  betrug 
450  Gld.  Seit  1699  ist  er  auf 
Wartegeld  gesetzt  und  während  der 
österreichischen  Besetzung  Baiems 
betrug   sein  Gehalt  nur  200  Gld. 

Neuolav,  FeUx,  um  1576  Te- 
norist an  der  Hof  kapeile  in  Dres- 
den mit  144  Gld.  Gehalt  (Fürstenau 
3,  201). 


Jedenfalls   ist  der  im  s.  Staats- 
archiv vorkommende  Felix  Neuolo- 
neiis  (auch  Neuolonerhull  geschrie- 
ben) derselbe,  der  nach  den  Akten 
1574    als    Tenorist    an    der    Hof- 
kapelle   in    Onolzbach    diente,    in 
demselben  Jahre  seinen  Abschied 
erhielt,     vom    Markgrafen    Georg 
Friedrich   von  Onolzbach    an  den 
Fürsten  Ludwig  von  Württemberg 
empfohlen  wurde  und  von  diesem 
an    den    Kurfürsten    August    von 
Sachsen,    der    ihn    auch    anstellte 
und  1575  40  Gld.  verschreibt,  da- 
mit  er   seine   Familie   aus  Onolz- 
bach  abholen  kann  (Onolzbach  ist 
das  heutige  Ansbach). 

Neupaner,  siehe  Neiibaner. 

Neupcek,  Paul,  Mönch  im 
Kloster  Admont,  wird  1483—89 
als  Sänger  genannt  (Kornmüller  1). 

Neurbaurreii,  Johann,  Olden- 
burgischer Hofmusikus,  Violist  und 
Cornettist,  lebte  wahrscheinlich  im 
17.  Jh.  Das  Haus-  und  Central- 
archiv   zu   Oldenburg    besitzt   von 

ihm: 

Geistliche  Erinnening  des  neugebohr- 
nen  Chiist-Kindeleins.  In  die  Musik  mit 
4  Stimmen  gesetzet,  als  2  V.,  2  Vocal- 
stim.  nebenst  dem  Basso  continuo.  Text: 
Des  newgebornen  Kindelein  des  freuen 
sich  die  Engelein. 

'  Neusidler  (Newsidler),  Hans, 
geb.  zu  Presburg,  lebte  in  Nürn- 
berg als  Lautenist  und  gab  daselbst 
mehrere  Lautenbücher  heraus,  die 
in  M.  f.  M.  3,  152  ff.  u.  210  in 
Titel  und  Register  mitgeteilt  sind. 
In  Kürze  sind  es  folgende: 

Ein  Newgeordent  künstlich  Lautenbuch, 
In  zween  theyl  getheylt.  Der  erst  für 
die  anfahendeu  Schüler  (mit  Anweisung) 
...  Im  andern  theyl  sein  begriffen,  vil 
aulserlessner  kunstreicher  stuck,  von  Fan- 
taseyen,  Preambeln,  Psalmen  vnd  Mu- 
teten .  . .  durch  mich  Hansen  Newsidler 
Lutinisten  vnd  Bürger  zu  Nürnberg 
offenlich  aufsgangen  ...  Am  Ende:  Ge- 
ti-uckt  zu  Nurmberg  bey  Johann  Petreio, 
durch  angebung  vnd  Verlegung  Hansen  N. 


Neusidler,  Haus. 


188 


Neusidler,  Melchior. 


Iiürtig  von  Pressliurck.  Anno  1536.  kl. 
qu4o.  [B.  B.  B.M.  B.  L.  B.  N.  B.  Lpz. 
Wolfenb.  Kopenhagen.  Strafsburg  im 
Wilhelmitanerstift. 

Der  ander  theil  des  Lautenbuchs.  Darin 
sind  begriffen,  vil  aufserlesner  kunstreycber 
stuck  von  Fantaseyen,  Preambeln,  Psal- 
men vnd  Muteten  . .  .  auff  die  Lauten  dar- 
geben ...  Am  Ende:  Ib.  1536.  kl.  qu4". 
[B.  M.  inkompl,  B.  Brüssel;  fehlt  das 
Titel  bl. 

Ein  newes  Lautenbüchlein,  mit  vil 
schönen  Liedern  .  . .  Nurnbg.  1510  Ilans 
Guldenmundt,  verl.  Hans  Newsiedler.  kl. 
(]u40.     32  S.     [Hofb.  Wien. 

Das  Erst  Buch.  Ein  Newes  Lauten- 
büchlein mit  vil  feiner  lieblichen  Liedern, 
für  die  jungen  Schuler,  die  fein  leiclit 
vnd  gantz  ring  zu  lernen  seind,  auch 
etlich  feine  Tentz,  AVelisch  vnd  Frantzö- 
sische  Stück,  die  fein  artlich  vnd  lieblich 
Collerirt,  mit  sünderm  fleys  verfast,  vnd 
zu  samen  gebracht  durch  mich  . .  .  1544. 
Li  kl.  40.  A— H.  Am  Ende:  Gedruckt 
zu  Nünnberg  bey  Hans  Günther,  durch 
Verlegung  Hansen  Newsidlor.  [B.  Karls- 
ruhe. 

Das  Ander  Bucli.  Ein  New  künstlich 
Lautten  Buch,  für  die  anfallenden  Schuler, 
. . .  Mit  vil  sclujnen  lieblichen  stücken, 
Teutscher  vnd  Welischer  tentz,  auch  die 
Mensur  ...  die  Schlacht  vor  Bafia  . . . 
offenlich  aufsgaugeu,  jm  D.M.XLHII  (!)  .Tar 
...,  ohne  Drucker,  kl.  qu4".  71  BU. 
[B.  Karlsruhe.  Einst  auch  in  George 
Becker's  Besitze  in  Lancy. 

In  Dr.  Oscar  Chilesotti's  Lautenspieler 
des  16.  Jhs.  Lpz.,  Br.  &  H.  Nr.  1—12 
aus  1536,  Lautenpiecen  in  Uobersetzung. 

Neusidler,  Koiirad,  Augusta- 
nus (aus  Augsburg),  ^vo  er  aucli 
als  Lautenist  lebte  und  vom  Stadt- 
rate bei  Hochzeiten  gebraucht 
wurde,  wie  aus  einem  Berichte  der 
Baumeister  auf  Johann  Seitz'  Ein- 
gabe im  Jahre  1626  zu  ersehen 
ist  (M.  f.  M.  25,  29).  Herr  Wilh. 
Tappert  erwähnt  in  M.  f.  M.  17, 
32  in  einem  Artikel  über  Hain- 
hofer's  Lautenbuch  obigen  N.  und 
teilt  mir  aufserdem  mit,  dass  sich 
in  demselben  Lautenbuche  11  Cho- 
räle in  italienischer  Tabulatur  be- 
finden. Aufserdem  besitzt  derselbe 
noch  6  Piecen,  die  sich  hds.  in 
seinem    Exemplare    von    Wyssen- 


bach's  Lautenb.  von  1550  befinden 
und  zwar  2  Tänze,  2  Choräle  und 
2  Chansons. 

Neusidler  (Neysidler,  Newsyd- 
1er),  Melchior,  aus  Augsburg, 
lebte  um  1566  oder  schon  früher 
in  Italien.  Leo  Liepmannssolm 
besafs  1886  ein  Autograph  von 
ihm  vom  Jahre  1551,  eine  Ein- 
gabe an  den  Kaiser  von  Deutsch- 
land um  ein  Druckprivilegium  für 
seine  Werke  auf  10  Jahre.  Dabei 
lag  auch  sein  Porträt  mit  der  Um- 
schrift „aetatis  suae  4.3".  Es  fragt 
sich  nur,  wann  dasselbe  hergestellt 
ist.  Am  23/12  1577  erhält  der 
Herzog  Wilhelm  V.  von  Baiern 
von  dem  in  Augsburg  lebenden 
Meister  (er  war  also  nach  1566 
wieder  in  die  Heimat  gekehrt) 
„ettliche  stuck  auff  die  Lautten" 
(Thentz)  |Kreisarch.  in  München). 
1574  zeichnet  er  die  Dedic.  in 
Strafsburg,  doch  kann  er  sich  dort 
nur  zum  behufe  der  Ueberwachuug 
des  Druckes  seines  neuen  Lauten- 
buches aufgehalten  haben,  wie  es 
zu  der  Zeit  Sitte  war.  Das  sicherste 
Zeugnis,  dass  er  von  Italien  wie- 
der in  seine  Geburtsstadt  zurück- 
kehrte, gewährt  die  Eingabe  an 
den  Augsburger  Magistrat,  leider 
ohne  Datum  und  genaue  Angabe 
seiner  dortigen  Amtsstellung  (M.  f. 
M.  25,  5).  Doch  lässt  sich  aus 
derselben  soviel  ersehen,  dass  er 
für  die  Instrumental -Stadtmusik, 
vielleicht  nur  für  die  ,,stille  Mu- 
sik", wie  er  die  Musik  von  den 
Reifs  -  Saiteninstrumenten  bezeich- 
net, der  Vorgesetzte  war.  Von 
seinen  Lautenbüchern  sind  be- 
kannt: 

1566.  n  I.  üb.  iutabulatura  di  liuto 
di  . . .  Alemano ,  Sonatore  di  liuto  in 
Augusta  .  . .  Ven.  15G6  Ant.  Gardano. 
hoch  4».  24  Nrn.  38  S.  [B.  B.  B.  M. 
üpsala.  br.  Mus.  (Beschi-bg.  M.  f.  M.  3, 
154). 


Neusidler,  Melchior. 


189 


New  Ayres. 


1566.  11  n.  üb.  (wie  oben).  50  S. 
Bibl.  dieselben  aufser  br.  Mus. 

Die  Lautenstücke  wieder  aufgenommen 
in  „Tbeatrum  musicum",  siehe  Phalese 
1571.  —  1573  erschienen  sie  in  Franck- 
furt  bei  Eichorn,  aus  der  italienischen  in 
die  deutsche  Tabulatur  übertragen  durch 
Drusina,  betitelt:  Tabulatura  continens 
praestautissimas  et  selectissinias  quasque 
cantiones,  in  usum  testudinis,  a  Melchior 
Neusydler  italice  invulgatas,  nunc  typis 
germanicis  redditas  per  Benedictum  de 
Drusina.  Francofordiae  eis  Viadrum  1573 
Eichorn.  2  Teile  in  fol.  [Brüssel  2902. 
Eürstl.  Fürstenbergsche  Bibl.  in  Donau- 
eschiugen  (Baden). 

Das  1.  Buch  soll  1595  in  Venedig 
wieder  aufgelegt  seiu. 

1574.  Teütsch  Lautenbüch  darinnen 
kunstliche  Muteten,  liebliche  Italianische, 
Frantzösische ,  Teütsche  Stuck,  fröliche 
Teütsche  Täntz,  Passo  e  mezo,  Saltarelle, 
und  drei  Fantaseien  Alles  mit  fleis  aufs- 
gesetzt,  auch  aillich  vnd  zierlich  Coloriert, 
durch  M.  Newsidler,  Burger  u.  Lautenist 
in  Augs])uig.  Getmckt  zu  Strafsburg 
durch  Bernhart  Jobin.  Mit  Portr.  des 
Autors  „aetatis  suae  43".  Dedic.  gez.  in 
Strafsburg  den  20.  JuU  1574.  Enth.  45 
Nrn.  53  Bll.  An  Autoren  sind  Depres, 
Mouton,  AVillaert,  Lupus,  Verdelot,  Lassus, 
Rogier,  Crequillon,  Archadelt,  Eore  u.  die 
Deutschen:  Senfl,  Stef.  Zirler,  Hofheimer, 
Greg.  Brack  genannt,  [ß.  M.  B.  Dresd. 
Boston.  B.  Wagener.  Hofb.AVien.  Wol- 
fenb. 

In  B.  M.,  Ms.  252  eine  Fantasie  f.  Laute. 

Neufs,   Dr.   Heinrich    Oeorg, 

geb.  11.  März  1654  zu  Elbing- 
rocle,  gest.  30.  Sept.  1716  zu  Wer- 
nigerode. Studierte  Theologie  1677 
bis  1680  zu  Erfurt,  wurde  1684 
Rektor  an  der  Schule  zu  Blanken- 
burg,  1690  Diakonus  an  der  Hein- 
richstädtischen Kirche  zu  Wolfen- 
büttel, 1696  Superintendet  zu  Wer- 
nigerode i/H.  Näheres  über  seine 
Thätigkeit  als  geistlicher  Lieder- 
dichter im  Zahn  5,  439,  siehe 
auch  Viertel]'.  5,  572.  576.  9,  314. 

Dort  auch  der  Abdnick  von  22  Melo- 
dien. Er  verschmähte  sogar  nicht  Operu- 
melodien  als  Kirchemnelodien  zu  ver- 
wenden. 1692  erschien  seiu  „Hebeopfer 
zum  Bau  der  Hütten  Gottes,  d.  i.  geistl. 
Lieder  .  . .  mit  eigenen  uad  neuen  Melo- 


dien versehen.  Lüneburg  1692  Lipper." 
SO.  16  u.  410  S.  [B.  B.  B.  Lpz.  B. 
Wagener.  B.  Hbg.  Wernigerode.]  Zahn 
6,  265  giebt  eine  genaue  Beschreibung 
und  von  Winterfeld  teilt  4  Lieder  mit 
(Eitner  2).  —  Man  schreibt  ihm  auch 
fälschlich  folgendes  anonym  erschienene 
Buch  zu,  welches  48  Jahre  nach  seinem 
Tode  erschien  und  wahrscheinlich  auch 
von  einem  Geistlichen  herrührt,  betitelt: 
Musica  parabolica,  oder  parabol.  Music, 
d.  i.  Erörterung  etlicher  Gleichnisse  und 
Figuren,  die  in  der  Music,  absonderlich 
an  der  Trommete  befindlich,  dadurch  die 
allerwichtigsten  Geheimnisse  der  hlg. 
Schrift  .  . .  gar  deutlich  abgemahlet  wird, 
ohne  Autor.  S.  1.  1754  (erschien  in  Lpz. 
bei  Heinsius  Erben).  8".  124  S.  [Dresd. 
Musikfr.  Wien.  B.  Lpz.  Brüssel  6888. 
B.B.,  daselbst  im  Ms.  theor.  4°.  Nr.  14 
eine  Kopie  und  in  Nr.  15  die  Abhand- 
lung: Kurzer  Entwurf  der  Musik. 

Neustöckel,  Georg  Friedrich, 

1737—41  Chordirektor  an  St.  Aure- 
lien  in  Strafsburg  i/EIs.  (Lobstoin  94). 

Neve,  Godefroid  de,  s.  Nepotis. 

Neveu,  H...,  geb.  zu  Brüssel 
um  1750,  denn  1776  wird  in  einem 
Kataloge  sein  opus  1  angezeigt.  Er 
war  Pianist  des  Grafen  von  Artois 
zu  Paris.  Straeten  4,  391  be- 
schreibt und  giebt  Auszüge  seiner 
Werke,  ohne  einen  Fundort  zu 
nennen.     Es  sind  dies 

Six  Senates  p.  le  clavecin  ou  fortep. 
av.  acc.  d'un  V.  Bruxelles,  Grana  et 
Coulemans.     fol.     21  u.  7  S. 

Sonates  p.  le  clav.  ou  pfte.  ist  1776 
im  Kataloge  von  Ypen  &  Comp,  in  Brüssel 
angezeigt. 

1°  Potpourri  p.  le  clav.  ou  le  fortep. 
Paris,  De  EouUede  de  la  Chevardiere. 
qufol.     13  S. 

Gregoir,  Panth.  3,  67  erwähnt  ihn  auch 
ohne  Neues  mitzuteilen,  doch  dmckt  er 
ein  Urteil  aus  dem  Mercure  de  France 
von  1779  über  ihn  ab. 

NcYil,  ...  ein  englischer  Ge- 
lehrter der  2  ten  Hälfte  des  18.  Jhs., 

veröffenthchte  in  den  Tiausactious 
Philosoph.  Nr.  337  p.  270  eine  Abhand- 
lung:   Antieut    trumpet  found  in  Ireland 


New  Ayres  and  Dialogues,  siehe 
Cl.  Jeiikiiis  und  xVirs  1678  a. 


Newark. 


190 


Niecolin  i,  Giuseppe. 


Newark,  siehe  William  of 
Newark. 

Neivdöröer,  Gabriel,  ein  Schü- 
ler Wilf f Imgsed er's,  dem  er  seine 
Musica  teutsch  1572  widmet. 

Newsidler,  siehe  Neusidler. 

New  Treasury 

of  Musick:  or,  a  collection  of  the 
choicest  and  best  Song-Books  for  these 
twenty  yeais  last  past.  The  words  com- 
posed  by  the  uiost  iugenious  Wits  of  this 
age,  aud  sett  tu  Musick  by  the  greatest 
Masters  in  that  seieuce.  With  a  Thor.-B. 
to  most  songs,  for  the  Theorbo,  Lute  or 
Bass-Viol.,  harpsicJi.  or  Spinnet.  London 
1695  H.  riayford.  fol.  5  Büclier  Theater- 
Musik,     [br.  Mus.,  Buch  3  fehlt. 

Newmaii,  Mastor,  ein  euglischer 
Komponist  dos  IG.  Jhs., 

der  im  Ms.  Thomas  Mulliner's  (br.  Mus. 
Add.  30.513)  mit  einer  Fantasie  und  Pavin 
vertreten  ist. 

Newton,  James  William,  be- 
kannt durch  eine 

Psalmody  iniproved,  a  collection  of 
Psalm  tunes  &  Anthcms  for  2,  3  &  4 
voices.     Ipswich  1775.     8°.     [Glasgow. 

Fetis  führt  drei  Gelehrte  Newton  an: 
Jolin^  Matlieniatiker,  17.  Jli.,  Imak.  der 
bekannte  Gelehrte,  17.  Jh.,  und  Benjamin^ 
ein  Ecclesiastiker  des  18.  Jhs.,  in  deren 
Werken  nm-  nebenbei  der  Musik  gedacht 
wrd.  In  der  Bibl.  des  R.  C.  of  Mus.  be- 
findet sich  eine  Predigt  von  einem  Rev. 
John  N.  gegen  niindel's  Messias,  London 
1786.  2  Bde.  (Nr.  2906).  Ein  2tes  AVerk 
von  demselben  unter  Nr.  2734  enthält 
eine  Predigt,  in  der  auch  der  Einfluss 
der  Musik  auf  den  Menschen  behandelt 
wird  und  unter  2229  ein  Dnick  von  einem 
älteren  Jolm  von  1694  über  die  sieben 
freien  Künste.  Letzteres  auch  in  B.  BriLs- 
sel:  London  1693  Milbourn.  12".  Morley 
nennt  noch  1597  einen  Dr.  Netcton  als 
bedeutenden  Komponisten,  von  dem  man 
aber  heute  nichts  mehr  kennt. 

N^zot,  Gabriel,  geb.  12.  Sept. 
1776  zu  Goudrecourt  (ducho  de 
Bar).  Lebte  als  Musiklehrer  in 
Paris  und  schrieb  allerlei  Tages- 
literatur (Fetis). 

Niceoletti,  Filippo,  s.  Nieoletti. 

Niceoliiii ,  Francesco ,  ein 
Opernkomponist  der  2ten  Hälfte 
des    17.  Jhs.,    der    von    1669    bis 


1685  vier  Opern  in  Venedig  auf 
die  Bühne  brachte  (Fetis  Näheres). 
In  Bologna,  Kat.  3,  247  wird  er  Fran- 
cesco del  Niccolino  genannt  und  ein  Band 
Gesänge  beschrieben,  dediciert  an  Filippo 
del  Nero  von  N.,  der  3  Gesänge  f.  Sopr. 
u.  Bc.  mit  seinem  Namen  gez.  enthält 
(Bl.  3,  14  u.  28),  die  anderen  scheinen 
anonym  zu  sein  (sign.  Q49).  S.  24  ebd. 
ist  eine  Samlg.  Arien  a  voce  sola  e  Ma- 
drigali  a  piü  voci  aus  dem  17.  Jh.  von 
54  BU.  angezeigt,  in  der  Niccolino  die 
erste  Stelle  einnimmt. 

Niccolini  (Nicolini),  Griuseppe, 
geb.  29.  Jan.  1762  zu  Piacenza, 
gest.  ebd.  18.  Dez.  1842.  Sohn 
des  Kapellmeisters  Omobouo  N. 
zu  Piacenza.  Studierte  zu  Neapel 
im  Conservatorio  S.  Onofrio  Musik, 
trat  1792  aus  und  beendigte  seine 
Studien  unter  Giac.  Insanguine. 
Im  Kaineval  1793  trat  er  mit 
seiner  ersten  (Jper  auf  „La  figlia 
stravagante",  der  dann  Jahr  für 
Jahr  neue  folgten.  1809  nennt 
er  sich  Kapellmeister  an  der  Ge- 
sangschule von  A.  M.  Pellegrini- 
Celoni.  Im  Jahre  1819  berief 
man  ihn  als  Kapellmeiter  an  die 
Kathedrale  zu  i'iacenza.  Die  Er- 
folge Rossini's  drängten  alle  ande- 
ren Opernkomponisten  in  den 
Hintergrund  und  N.  verlegte  sich 
nach  mannigfachen  Misserfolgen 
auf  die  Komposition  geistlicher 
Werke  (Florimo  2,  294.  Ricordi's 
Gazzetta  Milano  1886,  217.  Lpz. 
Ztg.  21,  316.  23,  679).  Von 
seinen  Werken  sind  nachweisbar: 

In  der  B.  Neapel  die  Opern : 

1801.  I  Baccanali  di  Roma,  op.  seria 
in  2  atti.   Milano  (Napoli  1814).    Ms.   P. 

1802.  I  Manlii,  op.  seria  in  2  atti. 
Milano  (1812  in  Neapel  gegeben).    Ms.  P. 

1804.  II  geloso  sincerato,  farsa.  Na- 
poli.    Ms.  P. 

1804.  Peribea  e  Telamone,  op.  seria, 
2  atä.     Napoli.    Ms.  P. 

1805.  Le  nozze  inaspettate,  op.  semi- 
seria,  2  atti.     Napoli.     Ms.  P. 

In  anderen  Bibliotheken: 
Arlequins  Sclaverey.     Kl.-A.   Ms.     [B. 
Leipzig. 


Niccolini,  Giuseppe. 


191 


Nichelmann. 


Balduiuo,  Dramma  serio  in  2  atti. 
Ven.  1813.   P.  Ms.  17799.     [Hofb.Wieu. 

Carlo  magno,  opera.  Ms.  P.  [Münche- 
ner Oper. 

Coriolano,  op.  seria  in  2  atti  (poesia 
di  Romanelli,  Mailand  26/12  1808)  Ms.  P. 
[Brüssel  Cons.     Musikfr.  AVien.      Darmst. 

Le  due  genielle,  op.  in  2  atti  (Roma 
c.  1808)  Ms.  P.     [Brüssel  Cons. 

Li  fratelli  ridicoli,  opera.  Ms.  Stb. 
[Dresd.  Mus. 

La  selvaggia  deH'messico,  op.  Ms.  Stb. 
[Dresd.  Mus. 

Trojano  in  Dacia,  opera  in  2  atti.  P. 
Ms.  16  200.  [B.  B.  Musikfr.  Wien. 
Darmst. 

Pantomime,  Piecen  für  V.  u.  B.  in 
Tanzformen.     Ms.  694.     [Karlsruhe. 

Pezzi  favoriti  dell'op.  seria  Coriolano, 
ridotti  per  Clav,  dal  Moscheies.  Vien., 
Artaria.     [B.  B. 

Overtura  ed  Aria  dell'opera  Trajano  in 
Dacia.     Vien.,  Tadeo  Weigl.     [B.  B. 

Scena  ed  Aria  (Sopr.)  nell'op.  Anuibale 
in  Bitivia.  Müaao,  Eicordi.  Kl. -Ausz. 
[Dresd.  Mus. 

—  Aus  derselb.  Oper,  ib.  „Dagli  äff auni". 

4  Duette  aus  der  Oper  L'Eroe  di  Lau- 
castro. Milane,  Ricoi'di.  Kl. -A.  [Dresd. 
Mus. 

Duetto  ,.]1  braccio  mio  guerriero"  aus 
Trojano  1808.  —  Duetto  ,,Tergi  quei  tuoi 
beirai".  —  Terzetto  „Lascia,  clie  al  seu 
ti  stringeo"  aus  Trojano.  Ms.  P.  [Dresd. 
Mus. 

Duetto  neue  Baccanali  di  Roma.  Ms. 
[Berlin  Sing. 

Im  St.  Einsiedeln  3  Duette  aus  Opern. 
Milano  1799. 

In  Musikfr.  Wien  zahlreiche  Gesge. 
aus  Opern  im  Kl.-A. ,  auch  Variazioni 
per  cla\dcemb. 

In  Mailand  Cons :  11  Duetti,  1  Duettino, 
1  Terzetto.  6  Scenen  mit  Arien,  6  Arien 
zum  Teil  im  Druck  bei  Ricordi.  11  Sin- 
fonien teils  zu  Opern,  teils  ohne  Bez.  im 
Ms.  in  Stb.,  auch  2  im  Kl.-A. 

In  B.  Brüssel  2632  Ms.  mit  Gesgen. 
aus  Opern. 

In  Bologna  im  Ms.  2  Arien  1.  Nel 
silenzio  i  mesti  passo,  aus  Alzira.  P.  2. 
n  braccio  mio  conquise.     Ms.   P. 

3  Autogr.  in  B.  B.,  Grasn:  1.  Arietta, 
Panna  22/4  1822.  2.  Sicut  erat  4  voc. 
c.  sü-om.  '  3.  1  Brief  vom  13,7  1818  u. 
sein  Port. 

An  geistlichen  Kompositionen  besitzt 
die  Hofb.  in  Wien: 

2  Missae  4  voc.  c.  ström.  P.  Ms. 
16489490. 


Messa  4  voci  con  ström.  P.  Ms. 
16  650. 

Messa  de'morti  4  voci  c.  instr.  Ms. 
16  664. 

Credo,  ä  4  voci  concert.  con  ström. 
Ms.  16  671. 

Dixit  breve  4  voci  con  ström.  Ms. 
16  669. 

Dixit  Dnus.  Dno.  meo,  4  voc.  cum 
instr.     Ms.  16496. 

Laudate  pueri,  Sopr.  con  rip.  e  sti'om. 
M.s.  16  672. 

Litania,  4  voci  con  ström.    Ms.  16  651. 

Magnificat  4  voc.  con  ström.  Ms. 
16  668. 

Miserere  mei,  c.  orch.     Ms.  16  6y9. 

2  Tantum  ei'go,  ä  voce  sola  c.  ström. 
Ms.  16667  und  16  670.     P. 

Messa  breve  in  re  min.  a  3  voci  di 
Sopr.  T.  e  B.  con  Orch.  P.  im  Autogr. 
[Mailand  Cons. 

Nisi  Dominus  edifica  ä  4  voci.  P.  ini 
Autogr.     [Mailand  Cons. 

In  neuer  Ausg.  ein  Recit.  mit  Arie 
aus  Coriolan  (Eitner  2). 

Niccolini,  Lai§;i,  um  1769  zu 
Pistoja  geb.,  gest.  1829  zu  Livorno. 
Begann  seine  Musikstudien  unter 
Marco  Rutini  in  Florenz,  besuchte 
dann  das  Conservatorium  della 
Pietä  deTiuchini  zu  Neapel,  trat 
1786  nach  der  Prüfung  aus  und 
schrieb  für  die  Kirche  und  The- 
ater (Florimo  3,  65). 

Nachweisbar  ist  nur  die  Prüfungs- 
kantate beim  Verlassen  des  Conservatio- 
riums,  die  sich  in  der  B.  Neapel  befindet, 
betitelt:  Cantata  per  voce  sola  di  Sopr. 
con  acc.  di  quartetto  a  corde.     1786. 

Nicetius    oder    Nicetus,    532 

zum  Bischöfe  von  Trier  gewählt, 
starb  568.  Gerbert  1,  9—14  ver- 
öffentlichte den  Tractat: 

De  laude  et  utilitate  spiritualium  canti- 
corum,  quae  fiunt  in  ecclesia  christiana, 
seu  de  Psalmodia  bono.  In  einem  Ms. 
zu  Oxford  wird  der  Tractat  S.  Augustin 
zugeschrieben,  sowie  dem  Nie.  dessen  Te 
Deum  laudamus  (letzteres  wird  aber  Am- 
brosius  und  nicht  Augustin  zugeschrieben). 

Melielmaiin,  Cliristopli,  geb. 
13.  Aug.  1717  zu  Treuenbriezen 
(Reg.-Bez.  Potsdam),  gest.  20.  Juli 
1762  zu  Berlin  in  ärmlichen  Ver- 
hältnissen.   Von  1730—33  war  er 


Nichelinann. 


192 


Nichel 


mann. 


Alumnus  der  Thoraasschule  in 
Leipzig,  veriiefs  dieselbe  aber  heim- 
lich. Er  genoss  daselbst  den  Unter- 
richt Seb.  Bach's  und  den  Um- 
gang Friedemaun  Bach's.  Spitta, 
Bach  2,  729  bestreitet,  dass  er 
Alumnus  war,  doch  giebt  er  zu 
von  Friedemann  Klavierunterricht 
erhalten  zu  haben.  Meine  obige 
Aussage  ist  aktenniiäfsig  von  B.  F. 
Richter  in  Leipzig  beglaubigt.  Er 
wanderte  von  hier  nach  Hamburg, 
wo  er  Telemann  und  Mattheson 
kennen  lernte.  Ob  er  noch  Reinh. 
Keiser  in  Hamburg  antraf  ist 
zweifelhaft  u.  noch  weniger  Avahr- 
scheinlich,  dass  er  von  ihm  in 
der  Opernkomposition  unterwiesen 
wurde,  wie  die  Lexika  aussagen. 
Er  trat  darauf  in  die  Dienste  des 
Grafen  von  Rantzau  bei  Olden- 
burg, besuchte  1788  seine  Heimat 
und  erhielt  darauf  die  Sekretär- 
stelle beim  Grafen  von  Barfuss 
in  Berlin.  Von  Quantz  im  Kon- 
trapunkt unterrichtet,  machte  er 
hier  seine  ersten  Versuche  in  der 
Komposition.  1744  wurde  er  2ter 
Cembalist  a/d.  Kgl.  Kapelle  und 
hatte  auch  den  König  am  Klavier 
zu  begleiten,  wenn  derselbe  Flöte 
blies  (nach  Marpurg  1,  548  aber 
erst  von  1754—1756).  1756  er- 
hielt Fasch  seine  Stellung  und  N. 
nährte  sich  kümmerlich  von  Privat- 
unterricht (Marpurg  1,  431  Biogr., 
wieder  abgedr.  im  Gerber  1  und 
Ledebur).  N.  wurde  zu  seinen  Leb- 
zeiten von  den  Berliner  Zeitgenos- 
sen sehr  geschätzt  und  man  findet 
ihn  in  allen  Samlg.  vertreten,  die 
damals  in  Berlin  so  zahlreich  er- 
schienen. Eine  Würdigung  seiner 
Gesamtleistungen  wartet  noch  einer 
gewandten  Feder,  sowie  überhaupt 
die  Berliner  Künstler  damaliger  Zeit 
eine  genaue  Bearbeitung  auf  Kennt- 
nis ihrer  Leistungen  bedürften. 


Verxmchnis  seiner  Werke : 

Die  Melodie  nach  ihrem  Wesen  so- 
wohl, als  nach  ihren  Eigenschaften,  von 
.  .  .  Nebst  22  Kupfeitafeln.  Dautzig  1755 
Schuster.  4».  7  BU.  175  Seit.  [B.  B. 
B.  W.  Dresd.  B.  M.  B.  Wagener. 
Basel.  Brüssel.  Musikfr.  Wien.  Glas- 
gow.    B.  Lpz. 

—  Eine  Kritik  gegen  das  Werk,  doch 
in  ruhiger  und  anständiger  Weise  abge- 
fasst  schrieb  G.  Leopold  unter  dem  Pseu- 
donym Caspar  Dünckelfeind :  Gedanken 
eines  Liebhabers  der  Tonkunst  über  Hn. 
N.'s  Tractat  von  der  Melodie  (Nordhausen 
1.  Juli  1755).     4«.     [B.  B.     Brüssel. 

Ob  die  darauf  folgende  Entgegnung 
von  N.  ist,  wird  zwar  von  Einigen  be- 
hauptet, doch  lässt  es  sich  nicht  beweisen: 
Die  Voi-treffUchkeit  der  Gedanken  des 
Hn.  Casp.  Dünckelfeindes  über  die  Ab- 
hdlg.  von  der  Melodie,  ins  Licht  gesetzet 
von  einem  Musick  Freunde.  S.  1.  et  a. 
40.     [Brüssel. 

Autogr.  B.  B :  Eeqiüem  4  voc.  c.  in- 
strum.     r.     10  Bg. 

Serenata:  11  sogno  di  Scipione  (Text 
von  Metastasio).  1746  im  Schlosstheater 
zu  Berlin  aufgeführt  (Sinfonie,  Recit., 
Arien  u.  Chöre).     Ms.  P.     [Rostock. 

Due  chori  ä  10  voci:  2  S.  T.  B.  2 
Corni,  2  V.  Va.  e  B.  (Germe  di  cento 
und  Non  paventi).   Ms.  Stb.    [Schwerin  F. 

In  B.  Joachimsthal  Nr.  458  (Kat.  3(j) 
Serenata  von  Friedrich  11.  Mens.  Aug. 
1747.     S.  2(5  Nr.  3  ein  Allegro  von  N. 

Oden  in  G.  A.  Lange's  Oden  1758. 

Oden  und  Klavierpiecen  in  Breitkopf's 
Samlwke.  1.  2.  1753.  In  Vofs'  geistl. 
Oden  2  Nrn. 

1  Duett  in  Mai-purg  6,  HO  und  2 
Lieder  S.  12G  u.  134. 

3  Oden  in  Birnstiel's  Sanilwk.  1753, 
sowie  im  Samlwk.  1760  a.  b. 

Sinfonia  a  10:  2  Cor.  2  Ob.  2  Fl.  2  V. 
Va.  e  B.     Ms.   Stb.  in  Es.     [Schwerin  F. 

Orchesterstücke  f.  2  V.  Va.  u.  ß.  Ms. 
Stb.     [Schwerin  F. 

4  Concerti  (in  Fd.  Em.  Esd.  Cd.)  per 
il  Cembalo  con  2  V.  Va.  e  B.  Stb.  qufol. 
Ms.  [Dresd.  Mus.,  dort  auch  IL  Concerto 
ä  2  (5embali. 

3  Concerti  (in  Cm.  Em.  Cd.)  per  il 
Cemb.  con  2  V.  Va.  B.  Ms.  Stb.  [Bras- 
set Cons. 

6  Clavierconcerte  mit  Streichquartett, 
auf  dem  3.  das  Datum  „Nov.  1743".  Mss. 
517  —  522.  P.  82  BU.,  alte  Hds.  [B. 
Joach. 

Concerto  ä  5  per  Cemb.  (und  Streich- 
instr.).    Stb.  Ms.     [Rostock. 


Nichelmann. 


193 


Nicodami. 


Concerto  in  Fd.  wie  vorher.  Ms.  16167 
Stb.  [ß.  B.  Ebd.  Ms.  16  165  in  K.  ein 
Klavierkonz.  in  Stb. 

Cuncerto  per  Clavicetnbalo  Ms.  [Darm- 
stadt. 

3  Trio  a  2  Fl.  tiav.  et  B.  Ms.  Stb. 
[Darnist. 

6  brevi  Sonate  da  Cemb.  Norimbg., 
B.  Scbinid.  U.  qufol.  24  Seit.  [ß.  M. 
Hofb.  Wien. 

(6)  brevi  Sonate  da  Cembalo  all'uso  . . . 
inassime  delle  dame.  Op.  2.  Norinbg., 
B.  Scbmid.  kl.  qnfol.  26  Seit.  [B.  B. 
Bresd.  Mus.  Darmst.  B.  M.  Musikfr. 
AVien.     Brüssel  Cons. 

—  Ausg.  Paris,   A.  Loduc.     [B.  M. 

SLx  Short  Sonatas  or  Lessons  for  the 
harpsichord  . .  .  London,  Longman,  Lukey 
&  Co.     qufol.     [br.  Mus. 

11  Sonaten  in  Farrenc's  Tresor  Bd.  10. 

Mss.  in  B.  B.  P295  Sonate  fiii-s  Clav. 
Ed.  —  Ms.  16166  in  K.  Sonata  per 
Cemb.    —    Ms.  189  Sonate  f.  Clav.    Am. 

—  Ms.  103  in  K.  Menuetto,  Polonaise, 
Variationen.  —  Ms.  131  fo.  12  u.  17:  2 
Allegro  f.  Clav. 

Souatina  per  il  Cemb.    Ms.     [Rostock. 

5  Sonaten  im  Ms.     [Briissel  Cons. 

Sonate  ex  Gjj  per  Cembalo  solo.  Pres- 
tissimo.     8  Bll.     [B.  \Yagener  in  Kopie. 

N.  war  auch  an  der  Komposition  Kg. 
Friedrich  IL  „11  re  pastore".  beteiligt 
zu  der  er  die  Ouvertüre  und  2  Arien 
schi'ieb. 

In  der  Bibl.  Berlin  Th.  im  Ms.,  zum 
Teil  Autographe:  5  Concerti  per  il  Cem- 
balo concertato,  con  2  V.  rip.  Va.  e  B. 
in  Cd.  Cm,  im  Autogr.,  Dmoll  ebenso, 
Ad.  ebenso,  zum  Teil  in  P.,  zum  Teil  in 
Stb.  oder  P.  u.  Stb.  —  Ouvei-ture  per  2 
V.   2  Ob.   Va.  e  Bc.    P.  im  Autogr.  Bd. 

—  Sei  Sonate  da  Cembalo,  nur  Sonate 
3 — 6  vorh.  im  Autogr. 

In  Em.  Bach's  Tonstücke  f.  d.  Clav. 
Berlin  1762  Wever,  eine  Sonate  Xr.  3. 

In  Maii)urg"s  ClaNäerstücke  1.  und  2. 
Samlg.  1762  eine  Sonate  n.  a.  In  des- 
selben Raccolta  1756  u.  1757  Mehreres 
von  N.  —  In  desselben  Ciavierstücke 
3.  Samlg.  1763  ein  Presto.  —  In  Wever's 
Samlwk.  1774  Sonaten  u.  Fugen. 

In  neuen  Ausgaben  6  Nrn.  (Eitner  2). 

Nicholl,  Rev lebte  am  Ende 

des  18.  Jlis.  zu  London  und 

richtete  Eameau's  Oper  Ca.stor  und 
Pollux  für  das  Konzeil  der  ,.Antient 
Musick"'  am  2.  März  und  6.  April  1791 
ein.     Part.  Ms.  in  Cambridge  FW.  176. 

NicLolls,    Oeorge,    ein    Eng- 

Rob.  Eitner"s  Quellen-Lexikon.    Bd.  7. 


iänder,  der  am  Ende  des  18.  Jhs. 
in  London 

allerlei  Kompositionen  für  Flöte  und 
VioMne,  zum  TeU  mit  Pianof. -Begltg. 
herausgab.  Im  br.  Mus.  befinden  sich 
3  Drucke  von  ihm. 

Nicholson  (Nicolson),  Richard, 
wurde  am  23.  Jan.  1595/96  zum 
Or2;anisten  und  Lehrer  der  Chor- 
sänger am  ]\lagdalen-Koilegium  zu 
Oxford  gewählt,  erwarb  sich  im 
Februar  1596  den  Grad  eines 
Baccalaureus  und  bekleidete  später 
die  Professur  für  Musik  an  der 
Universität,  die  erst  1626  durch 
Dr.  Heyther  errichtet  war.  Er 
starb  zu  Oxford  1639  (Hawkins  4, 
64.     Grove). 

In  Morley's  Triumphs  of  Oriana  1601 
das  Madrigal:  Sing,  Sliepherds  all.  —  Im 
Ms.  569  des  br.  Mus.  in  Stb.  6  Gesge. 
lind  in  Ms.  567  zwei  Gesge.  —  1  Fancies 
in  5  pai-ts,  Ms.  des  17.  JTis.  im  R.  C.  of 
Mus.,  fehlen  2  Stb.  —  Ein  Gesg.  in  neuer 
Ausgabe  (Eitner  2). 

Ein  Saviicel  Nicholson  trat  1727  in  die 
Kgl.  Kapelle  ein  (Viertel].  8,  516). 

Niclafs,  Hanfs  Michel,  1653 
Yiolist  und  Posaunist  an  der  Hof- 
kapelle in  Stuttgart  (Sittard  2,  50). 

Niclas,  J. . .  A...,  Musiker 
in  der  Kapelle  des  Prinz  Heinrich 
von  Preufsen  zu  Eheinsberg,  geb. 
zu  Tettnung  in  "Württemberg,  gab 
um  1790  u.  später  zu  Berlin  aller- 
lei Klavierpiecen  heraus.  Seine 
Schwester  ist  die  berühmte  Sänge- 
rin Frau  Troschel  (Gerber  2). 

Oben  erwähnte  Klavierpiecen  bestehen 
aus  Beai'beitungeu  von  Opernthemas  und 
befinden  sich  16  in  der  Kgl.  Hausbibl. 
zu  Berlin,  bei  Breitkopf  erschienen. 

Nicodami,  . . .  soll  nach  Fetis 
eigentlich  Xikodim  geheifsen  haben. 
Ein  Böhme,  1758  geb.,  f  1844  (?) 
zu  Paris,  im  Alter  von  86  (?)  Jahren. 
Ging  gegen  1788  nach  Paris  und 
liefs  sich  als  Lehrer  nieder,  wurde 
auch  am  Conservatoire  fiirs  Pian- 
fortespiel  angestellt,  verlor  aber 
1802  die  Stellung. 

13 


Nicodemus. 


194 


Nicolai,  Chrstph.  Friedr. 


(Fctis.  Biographie  de  M.  N. . .  Paris 
1843  Malteste.  8»  mit  Portr.  Grabmal 
und  Musikbeilag.  Demnach  kann  er  nicht 
erst  1844  gestorben  sein.  Exempl.  B. 
Brüssel  4995). 

Nicodemus, 

Im  Samlwk.  Ant.  Gardano's  Madrigal! 
ariosi,  Ausg.  1560,  lib.  2,  ist  er  mit  dem 
Madr.  „Bereite  la  vit'e  breve''  4  voc. 
vertreten. 

Nicola  Flamingo  (Nicolaiis  de 
Flandra),  wurde  am  15.  Juni  1473 
als  Sopranist  a/d.  Hofkapelle  in 
Modena  angestellt  (Valdrighi  12 
Dokum.  32). 

Nicola  de  Giovanni,  siehe  Crio- 
vaniü. 

Nicolai,  . . . 

In  Stral'sburg  in  St.  Thomas  befinden 
sich  folgende  KompositioLieu  im  Ms:  1. 
Ach  Jesu  komm  eh  ich  verschmachte ,  f. 
Sopr.  u.  2  Ten.  mit  2  Diskant-,  1  Alt-  u. 
Tenor- Viole,  B.  u.  Orgel.  2.  Sey  nun  wieder 
zufrieden,  3 st.  2  V.  Va.  B.  Org.  17.  Jh. 
Welcher  N.  das  sein  soll,  kann  ich  nicht 
entscheiden. 

Nicolai  Capuani  presbytori  (auch 
Nicoiao  di  Capua),  ein  Theoretiker 
des   14.  Jhs.,   lebte  als  Geistlicher 

in  Rom. 

In  der  Bibl.  Vallicellana  zu  Rom  B  83, 
ein  Ms.  aus  dem  14.  Jh.,  enthält  als 
7.  Stück:  Nicolai  de  Capua  tractatus  de 
musica,  23  S.,  welches  La  Fage  in  neuer 
Ausgabe  herausgab,  betitelt: 

Compendium  musicale  ad  Codicum 
fidem  nunc  primum  in  lucem  edidit,  notis 
gallicis  illustravit,  inedita  scriptorum  ano- 
nymorum  fragmenta  subjuuxit.  Just. 
Adrian,  de  la  Fage.  Lutetiae  Parisiis 
1853  Bonaventure  &  Ducessois  8".  47  S. 
[B.M. 

Nicolai,  D.  Bcrtraiidus,  wird 
am  4.  Mai  1556  zum  Succentor 
an  St.  Donatien  zu  Brügge  ge- 
wählt. Am  (i.  Mai  1559  giebt  er 
zur  Feier  der  Celebration  seiner 
ersten  Messe  ein  solennes  Mahl 
(Straeten  la,  29).  Ein  Bertrand 
Nicolay  ist  im  Mai  bis  Aug.  1559 
als  Sänger  an  der  spanischen  Ka- 
pelle verz.  (ib.  8,  31).  Mag  wohl 
ein  anderer  sein. 


Nicolai,  Christian  Aui^ust,  geb. 
1721  in  AYeifsenfels;  war  1757 
Mitglied  der  Aulialt-Zerbster  Hof- 
kapelle (Marpurg  3,  130). 

Nicolai,  Christoph  Friedrich, 
gewöhnlich  nur  mit  Friedrich  gez., 
geb.  IS.  März  1733  zu  Berlin,  der 
Sohn  eines  Berliner  Buchhändlers, 
gest.  8.  Jan.  1811.  Er  beteiligte 
sich  nicht  direkt  am  musikalischen 
Wirken,  hatte  aber  doch  auf  das 
Berliner  Musikloben  einen  bedeu- 
tenden Einfluss.  Jahn  3,  362 
schreibt  über  ihn:  Fr.  Nicolai  be- 
schäftigte sich  aus  Neigung  neben- 
bei mit  der  Musik,  die  er  praktisch 
übte  und  über  welche  er  sich  ein 
auf  eigner  Einsicht  beruhendes 
Urteil  zu  bilden  mit  redlichem 
Ernst  bemüht  war.  Er  war  mit 
ausgezeichneten  Musikern,  nament- 
lich Agricola,  Marpurg,  Roichardt 
persönlich  befreundet,  und  als  er 
im  Jahre  1765  die  allgemeine 
deutsche  Bibliothek  unternahm, 
wurde  auch  die  Musik  in  den 
Kreis  ihrer  Besprechungen  ge- 
zogen, in  welcher  der  bekannte 
berlinische  Standpunkt  festgehalten 
wurde,  wie  er  namentlich  in  der 
Opposition  gegen  Gluck  zu  er- 
kennen ist.  So  wie  daher  Nicolai 
als  ein  in  musikalischen  Angelegen- 
heiten Berlins  einflussreicher  Mann 
galt  nnd  gesucht  wurde,  so  musste 
ein  literarisches  Organ  von  solcher 
Bedeutung  nicht  wenig  dazu  mit- 
wirken, der  Berliner  musikalischen 
Kritik  Ansehen  und  Gewicht  zu 
geben  (Göcking's  Leben  Nicolai's). 
Von  seinen  Werken  gehört  nur 
das  Liederbuch  hierher: 

Eyn  feyner  kleyner  Almanach  vol 
schönen-  echterr  lieblicherr  Voickslieder 
.  .  .  herausg.  von  Daniel  Seuberlich, 
Schusternu  tzii  Ritzjuück  ana  der  Elbe. 
l.Jhrg.  Berlynn  vniidt  Stettynn  veriegts 
Friedrich  Nicolai  1777.  sehr  kl.  Fonnat. 
17G  S.  mit  32  Liedern,  teilw.  mit  Melod. 


Nicolai,  David  Traugott. 


195 


Nicolai,  Joh.  Gottl. 


—  2.  Jhrg.  1778.  16  u.  158  S.  mit 
32  Liedern,  teilw.  mit  Melod.     [B.  B. 

Im  Gothaer  Kalender  von  ßeichard 
1780,  XVIII  werden  Arien  zum  Der 
lastige  Schulmeister  angezeigt,  abgedruckt 
im  Musen-Almanach. 

Nicolai,  Dayid  Traugott,  geb. 
24.  Aug.  1733  zu  Görlitz,  wo  sein 
Vater  Organist  an  St.  Feter  und 
Paul  war,  gest.  1800  ebd.,  zeich- 
nete sich  schon  in  zarter  Jugend 
als  Klavier-  und  Orgelspieler  aus, 
besuchte  von  1753  —  55  die  Uni- 
versität in  Leipzig  und  lernte  dort 
die  Bach 'sehen  Orgelsachen  kennen 
und  schätzen,  die  er  bis  in  sein 
Alter  meisterhaft  vorzutragen  ver- 
stand. 1756  wurde  er  der  Nach- 
folger seines  Vaters  an  obiger 
Kirche  in  Görlitz  und  1785  erhielt 
er  vom  Kurfürsten  von  Sachsen 
den  Titel  eines  Hoforganisten.  Er 
starb  im  Alter  von  67  Jahren  und 
3  Wochen,  das  macht:  September 
1800  (Biogr.  in  Lpz.  Ztg.  3,  18). 
Man  kennt  von  ihm: 

Kurtze  doch  zuverläfsige  Beschreibung 
der  grofsen  Orgel  in  der  Hauptkirche  zu 
Göi-iitz  .  .  .     Görlitz  1797.     [B.  B. 

Fantasie  und  Fuge  für  die  Orgel. 
Dresden  u.  Leipz.  1789  Breitkujif.  qnfol. 
Hier  bez.  er  sich  als  ,,kuif.  säehs.  Hof- 
orgauist  und  Organist  au  S.  Petri  und  Paul 
in  Görlitz".    [Dresd.  Mus.     B.  B.     B.  Lpz. 

Fantasie  und  Fuge  für  die  Orgel  (Gd.) 
(jufol.  12  S.  u.  2  Bll.  Widmung,  ohne 
Ort  und  Verleger.     [B.  Wagener. 

Fuga  zu  4  Stim.  Gm.  Autogr.  in 
B.  B.,  soll  nach  dem  Kat.  mit  D.  Fr.  N. 
gez.  sein,  doch  halte  ich  das  F  für  einen 
Schreibfehler  im  Kataloge. 

2  Fugen  in  neuer  Ausg.  (Eitner  2), 
1  Orgelstück  in  C.  F.  Ilecker's  Caecilia, 
Leipzig. 

Nicolai,  Fr...,  bekannt  durch 

A  second  set  of  six  Sonatinas  for  the 
harpsich.     London,  Bland.     [B.  B. 

Nach  dem  Verleger  erschien  das  Werk 
Ende  des  18.  Jhs. 

Nicolai,  Friedrich^   siehe  Chri- 
stoph Friedrich  Nicolai. 
Nicolai,  0  . . ., 

im  br.  Mus:  3  Duos  pour  un  Vcl.  et 
1   V.     oe.  1.     Amsterdam,     fol. 


Nicolai,  Johann  Georg,  geb. 
1720  zu  Lichtenhain  (Schwarzburg- 
Rudolstadt),  gest.  24.  Dez.  1788  zu 
Rudolstadt,  wo  er  fast  an  40  Jahre 
Stadtorganist  war.  Er  schrieb  ein 
Choralbuch,  in  dem  sich  auch  neue 
Melodien  befinden,  die  wahrschein- 
lich von  ihm  selbst  herrühren. 
Zahn  teilt  davon  27  mit  (Bd.  5, 
451).     Es  trägt  den  Titel: 

Vollständiges  Choralbuch  über  die  Fürstl. 
Schwarzburg-Rudolstädtischeu  Kirchenge- 


sänge verfertiget  von 


Stadtorganist  zu 


Rudolstadt.  Lpz.  1765  Breitkopf  und  Sohn. 
qu4o.  3  Bll.  u.  240  Melod.  mit  bez.  B. 
[B.Lpz.     B.W.     B.Hbg.     Dresd. 

Choral  -Vorspiele  über  verschiedene 
Kirchengesänge.  Eudolstadt  1783  Selbst- 
verlg.,  gedr.  bei  Breitkopf.  fol.  18  S. 
[B.  Wagener.     B.  Lpz.     B.  B.     Brüssel. 

12  kurze  und  leichte  Choralvorspiele 
nebst  beygefügten  4stini.  Choralgesängen 
vor  die  Jugend  .  .  .  Rudolstadt  1786  Beck- 
mann.    (^14".     [Brüssel. 

Sonate  pour  le  Pfte.  et  V.  comp.  . . . 
Offenbach,  Andre.     [B.  B. 

6  parties  sur  le  Clavecin.  Lpz.  1760 
Breitkopf.  (Marpurg  7,  156  beurteilt  sie 
sehr  scharf.)     [B.  B.     Brüssel  Cons. 

Sonate  zu  4  Hd.  im  Ms.    [Brüssel  Cons. 

Nicolai,  Johann  Gottlieb,  geb. 
zu  Grofsen  Neundorf  bei  Gräfen- 
thal  im  Saalfeldischen  am  15.  Okt. 
1744  (Gerber  2  sagt,  nach  seinem 
Geburtsorte  scheint  er  ein  Sohn 
des  Johann  Martin  zu  sein,  woraus 
Fotis  einen  sicheren  Schluss  auf 
seinen  Vater  macht),  gest.  in  der 
ersten  Hälfte  von  1801  zu  Zwoll 
(Oberyssel).  Er  war  zuerst  Kon- 
zertmeister in  Münster  und  wurde 
gegen  1780  in  Zwoll  Konzertdirek- 
tor und  Organist  an  der  Michaelis- 
kirche (Gerber  1  u.  2,  der  auch 
mehrere  Kompositionen  von  ihm 
anzeigt. 

In  'der  Lpz.  Ztg.  1,  Beilage  XVII,  88 
werden  Oden  mit  Melodien  augezeigt,  die 
1798  in  Amsterdam  erschienen).  In  der 
B.  Amsterdam  besitzt  man  von  ihm:  A. 
B.  C.  pour  le  Clavecin  ou  pfte.  Berlin 
et  Amsterd.,  Hummel.  (|u40.  Er  ist  dort 
als  Organist  der  Kathedrale  in  Zwoll  ge- 

1  o  * 
io 


Nicolai,  Johann  Martin. 


196 


Nicolai,  Valentin. 


nannt.  —  In  der  Kgi.  Musikalien  -  Sanilg. 
zu  Dresden  befinden  sich: 

Der  Geburtstag.  Eine  Operette  in 
3  Acten.  Kl.-A.  Offenb.,  Andree.  [auch 
Hofb.  Wien,  Ms.  16146,  Part. 

6  Solo  pour  la  Flute  trav.  (avec  B.) 
oe.  6.     Francf.  s/M.,  Haueisen,     fol. 

Im  br.  Mus :  6  Trios  p.  le  Clav.  acc. 
d'un  V.  et  d'un  Vcl.    oe.  3.    ZwoU.    fol. 

Nicolai,  Joliaiin  Martin,  ein 

Bruder  des  Job.  Georg,  war  um 
1756  Meiningischer  Kammermusi- 
kus u.  vordem  Organist  in  Grofsen- 
Neundorf.  Er  gab  nach  Gerber  1 
zu  Nürnberg  eine  „Klavierübung" 
heraus. 

Nicolai,  Johann  Michael,  war 
1669  Musikus  an  der  Hofkapelle 
in  Württemberg  (Titel).  Man  kennt 
von  ihm: 

Erster  Theil  Geistliclier  Hannonien  mit 
3  Vocal-Stimmcn,  und  2  Violinen  gesetzt 
von  .  .  .  Fraiickfurth  a/M.  1669  Seb. 
Bohner.  Truckts  1).  Chr.  Wust.  7  Stb. 
[B.  B.  B.  Frkft.  Darmst:  Bc.  SorauN.L. 
Kirchenbibl:  3  Stirn.  1  V.  Bc. 

1.  Tlieil  instriunentalischer  Sachen,  oder 
12  Sonaten,  theils  mit  zwey  Violin,  u. 
einer   Viola  da  Gamba,    theils   aber   mit 

2  V.  u.  1  Fag.  Augsp.  1675  Verl.  Gottl, 
Göbeler,  gedr.  Joh.  Schönigk.  4  Stb. 
in  fol.  Hier  bez.  er  sich  als  Württembg. 
Hofnuisikus  und  Komponist  zu  Stuttgart. 
[Hofb.  Wien.     Paris  Nat. 

Ms.  B.  Upsala:  Der  Tod  seiner  Heiligen, 

3  voc.  5  Instrum.  Bc.  4". 

Ms.  Z  75  B.  B.  eine  Dirigenteustimme, 
zum  Teil  nur  aus  dem  Bc.  bestehend, 
enth.  auch  eine  Kantate  von  Nicolaj. 

Nicolai,  Matthias,  städtischer 
Kapellmeister  zu  Nürnberg,  muss 
kurz  vor  dem  13.  August  1636 
gestorben  sein,  wie  aus  der  Auf- 
forderung des  Nürnberger  Magistrats 
an  Andreas  Herbst,  die  erledigte 
Stelle  einzunehmen,  sich  ergiebt 
(Viertel]'.  7,  465).  Ich  kenne  nur 
einen  Gelegenheitsgesang  ohne 
Datum  von  ihm,  betitelt: 

Dem  Durchleuchtigen ,  Hochgebornen 
Fürsten  . .  Christian  Marggrafen  zu  Bran- 
denburg, in  Preulfen,  zu  Stettin  .  . .  com- 
ponirt  vnd  vnterthänig  dedic.  . . .  Welches 
au  ff  nachfolgende  Melodey,  auch  in  dem 
gewöhnlichen  Kirchen  Thou,  In  dich  hab 


ich  gehoffet  Herr,  kan  musicirt  vnd  ge- 
sungen werden.  Darunter  der  4  st.  Ton- 
satz. Text:  Von  Gottes  Gnaden,  lOStroph. 
qufol.  1  ßl.   [besal's  1875  der  Antiquar  Mai. 

Nicolai,  Dr.  rhilii)p,  geb.  10. 
Aug.  1556  zu  Meugeringhausen 
im  Waldeckschen,  gest.  26.  Okt. 
1608  zu  Hamburg.  Ein  protestan- 
tischer Geistliclier,  zuletzt  Haupt- 
pastor an  8t.  Katharinen  in  Ham- 
burg. 

Im  Anhange  seines  Freudenspiegels  des 
ewigen  Lebens  1599,  Aufl.  1602  u.  1626 
[Stadtb.  Frankft.  a/M.  lAiaeburg]  befin- 
den sich  die  beiden  so  beliebt  gewordeneu 
Kirchenmelodien:  Wachet  auf,  ruft  uns 
die  Stimme  und  Wie  schön  leuchtet  der 
Morgenstern,  beide  mit  ihren  Melodien 
versehen  (Koch  2,  324.  377.  Zahn).  Auch 
sonst  scheint  er  sich  als  Komponist  her- 
vorgothan  zu  hal)on,  denn  in  Melch. 
Franck's  Ein  geistlich  Brautlied  KJOOb 
befindet  sich  auch  ein  4stim.  Satz  von 
ihm.  —  Die  beiden  obigen  Lieder  setzte 
er  auch  in  einen  4stim.  Satz  vmd  sind 
veröffentlicht  in  dem  Samlwk.  1625  Sacra 
Cithara.  Nürmbg.,  AVagenmann  (p]itner  ]). 

Nicolai  (Nicolay),  Valentin,  ein 

lustrumentalkomponist  der  2ten 
Hälfte  des  18.  Jhs.,  über  dessen 
Leben  nichts  bekannt  ist,  dessen 
Werke  aber  einst  sehr  gesucht 
waren.  Sie  erschienen  in  Berlin, 
Paris,  London  u.  a.  0.  ohne  .jeg- 
liche Andeutung  über  den  Kom- 
ponisten selbst.    Nachweisbar  sind : 

Six  Sinfonies  ä  gr.  orch.  a  2  V.  T.  et 
B.  2  Ob.  2  Cors,  2  Trombe  et  Timp. 
Oeuv.  1.  Mannheim,  Götz  &  Co.  Stb. 
fol.     [Schwerin  F.     Wolfenbüttel  11  Stb. 

3  Duos  pour  pfte.  et  V.  Paris,  op.  10 
und  2  Concertos  p.  pfte.  et  orch.  Paris, 
op.  12  und  16.     [Paris  Nat. 

Three  Souatas  and  3  Duetts  for  the 
harps.  or  pfte.  &  a  V.  obl.  Op.  7.  Lon- 
don, Longman  &  Broderip.  Mit  eigenhdg. 
Unterschrift.  [Schwerin  F.  im  Kat.  das 
Autogr.  seines  Namens. 

2  Airs  et  1  Duo  avec  l'acc.  des  2  V. 
T.  et  B.  2  Fl.  et  2  Cors.  Berlin,  Hummel. 
Stb.     40.     3  Gesge.     [Schwerin  F. 

6  Senates  p.  Vcl.  av.  Bc.  op.  8.  Paris, 
Sieber.     1  vol.     [Brüss.  Cons. 

Trois  Senates  pour  le  Clavecin  ou  Pfte. 
avec  acc.  de  V.  et  Vcl.  oe.  9.  Paris, 
Leduc.     3  Stb.     [B.  Wagener. 


Nicolaides, 


197 


Nicolaus  d'Aversa. 


6  Senates  pour  Pfte.  av.  V.  Berlin, 
Schlesinger.     [B.  B. 

Sei  Sonate  per  cembalo.  Ms.  [Mai- 
land Cons. 

Six  Sonatas  for  the  Pfte.  London, 
Harrisons  &  F.  Nr.  78.  59  S.  [B. 
Wagen  er. 

Das  br.  Mus.  besitzt  14  Drucke,  zum 
Teil  in  London  erschienen:  Concerte  f. 
Klav.  u.  Orch.  London  op.  12.  14.  — 
Soli  fürs  Vcl.  op.  8.  —  Rondos.  —  So- 
naten f.  Pfte.  u.  V.  ad  lib.  Berlin  op.  3. 
London  op.  5.  13.  Sonaten  f.  Klav.  allein, 
op.  11.  —  Trios  f.  Pfte.  V.  u.  Bass. 

In  Upsala  ohne  Vornamen  (fraglich) 
Sonate  a  2  V.  et  Gambe.  —  12  Airs  ä  4. 
2  V.  Fag.  Bc.     Mss.  in  4^. 

Das  Conservatoire  zu  Paris  besitzt  auch 
2  Dnicke,  doch  giebt  der  Katalog  nichts 
Nälieres  an. 

Nicolai'tles,  Weiiceslaus,  Vod- 
nianus  (Wodnian  in  Böhmen).  Dla- 
bacz  berichtet  über  ihn,  dass  er 
Magister  an  der  Prager  Universität 
und  später  Stadtschreiber  in  Saatz 
war.  Derselbe  teilt  auch  die  Dedic. 
aus  folgendem  Druckwerke  mit: 

Cantiones  evangelicae  ad  usitatas  har- 
nionias,  quae  in  ecclesiis  Boeniicis  ... 
canuntur.  Witebg.  15.54  Ehaw.  kl.  8". 
127  BU.     [Hofb.  Wien. 

Nicolaj,  Johann  Nicolas,  1715 
an  der  Hofkapelle  in  Stuttgart  mit 
300  Gld.  Gehalt  angestellt  (Sittard 
2,  91). 

Nicoiao  da  Ferrara,  Posaunist 
an  der  Stadtkapelle  in  Lucca  von 
1543^ — 49  in  den  Akten  verzeich- 
net (Nerici  186.  207). 

Nicoiao  Napolitano,  154.5  Bas- 
sist am  St.  Peter  in  Rom.  Viel- 
leicht derselbe  wie  Nicol.  Clinca 
(s.  d.  Viertel].  3,  277). 

Nicolas  im  16.  Jh.  ist  Gombert. 

Nicolas  Barracluroccnse,  jeden- 
falls der  Ort  seiner  Geburt,  wird 
von  Fr.  Correa  de  Arauxo  1626 
in  seinem  Libro  de  tientos  y  dis- 
cursos  citiert. 

Nicolas  de  Leodio,  olim  Simo- 
nis, wurde  am  1.  Mai  1409  an 
der  päpstl  Kapelle  als  Sänger  an- 
gestellt (Viertel].  1,  452). 


Nicolas  (Clais)  le  Liegeois,  Sänger 
in  der  Kapelle  Philipp  des  Schönen 
1501  bis  etwa  1505,  dann  in  der 
Kapelle  Karl  V,  bis  zum  Jahre 
1521  (Straeten  7,  145.  162.  277). 
Seite  300  erwähnt  Straeten  einen 
Nicole  le  Liegois,  der  Sänger  in 
der  Kapelle  Franz  I.  ist.  Er  hält 
ihn  für  den  Bruder  Jarques  Cham- 
pioiL  Vergleiche  damit  die  Ar- 
tikel Champion^  Nicolas  u.  Jacques. 

Nicolas  de  Posen  (Mikolaj  z 
Poznania),  erster  Direktor  des 
„kolegium  roratystow",  gegründet 
von  König  Sigismund  I.  von  Polen 
1543  in  Krakau.  Er  soll  auch 
Kompositionen  hinterlassen  haben. 

Sein  selbst  geschriebenes  Cantionale 
befindet  sich  im  Archiv  der  Kathedrale 
zu  Krakau  (Surzynski  pag.  V.). 

Nicolas  de  Bans,  ein  Lautenist 
des  16.  Jhs.,  der 

in  Phalese's  Lautenbuch:  Luculentum 
Theatram  musicum  1568  mit  Piecen  ver- 
treten ist. 

Nicolas,  (xuillaume,  Sänger  an 
der  Hofkapelle  in  Paris  um  1533 
mit    140  liv.  Gehalt   (Castil-Blaze 

297). 

Nicolasius,  Greorgius,  Rektor 
an  der  Schule  zu  Freiburg  i/Br., 
gab  nach  Fetis  heraus: 

Eudimenta  musices  brevissima  methodo 
compacta.  Freiburg  i/Br.  1607  Beckler.  8°. 

Nicolaus,  ...  Magister,  um  1348 
Organist  in  Lübeck  (Bürgermatrikel). 

Nicolaus,  1458  Sänger  am  St. 
Peter  in  Rom  (Viertelj.  3,  236). 

Nicolaus,  . . . 

ist  ein  Orgelstück  aus  dem  Anfange 
des  16.  Jhs.  gezeichnet.  Siehe  Kotter, 
Ms.  2.  Im  Ms.  F.  LX.  22  in  Basel  fol. 
10  b  liest  man  hinter  Nicolaus  ,,musicae 
jam  dudum  frigescentis  priinus  instaurator 
composuit." 

Nicolaus  d'Aversa,  bei  Neapel, 
ein  Coelestinermönch ,  wird  in 
einem  Tractate  bei  Coussemaker 
3,  392—395  als  Komponist  auf- 
geführt. 


Nicoläus  de  Capua. 


198 


Nicolo. 


Nicolaus  de  Capua,  ein  Kom- 
ponist des  15.  Jhs.,  der 

im  Ms.  Codex  2216  der  üniversitäts- 
Bibl.  zu  Bologna  mit:  Et  in  terra  pax 
3  voc.  pag.  16  vertreten  ist.  In  der  Bibl. 
Casanatense  zu  Eom,  C  VI,  2,  fonds 
Baini,  ein  Pergamentcodex  des  15.  Jhs., 
enthält  den  Tractat:  Compendium  musi- 
cale  (Lafage  2,  308  im  Abdnick).  Er  soll 
ein  Priester  um  141.5  gewesen  sein  und 
hiefs  wohl  Nicolo  de  Capua.  Vgl.  Nicolai 
Capuani. 

Nicolaus  (Nicolai)  de  Lugduno, 
aus  Lyon  gebürtig,  ist  im 

Archiv  des  Bencdictinerstiftes  St.  Paul 
im  Lavantthale  in  Kärnten  mit  dem  Trac- 
tat vertreten:  Explicatio  tabulae  mono- 
chordi  magistii  . . .  (vgl.  Gerbert,  3.  Bd. 
Scriptor.  die  Praefatio). 

Nicolaus  prepositus  de  Perugia, 
siehe  Nicolo  de  Proposto. 

Nicolaus  de  Setia,  1474/1475 
Sänger  an  St.  Peter  in  Rom  (Vier- 
telj.\3,  237). 

Nicolaus  teutonicus,  Cautorino 
am  Hofe  der  Sforza's  zu  Mailand 
1462  (Motta). 

Nicolaus  Uugarus,  wird  1396 
als  „Cantor"  an  S.  Francesco  in 
Bologna  in  den  Akten  erwähnt 
(Busi  1,  192).  Auf  Seite  194  er- 
wähnt er  einen  Nicolaus,  der  1446 
an  derselben  Kirche  Organist  war. 
Nicolaus,  Matthias,  ein  Dis- 
cant-Falsettist  und  Tenorist,  auch 
auf  der  Posaune  und  der  Tenor- 
geige wohl  bewandert,  wie  Michael 
Praetorius  schreibt,  diente  1614 
beim  Markgrafen  von  Kulmbach 
und  sollte  für  ßraunschweig  ge- 
wonnen werden  (Chrysander  1, 
154). 

Nicole,  Michel,  ein  Pariser 
Musiker,  der  1581  bei  dem  Con- 
curse  zu  Evreux  den  Preis  einer 
silbernen  Harfe  mit  der  Motette: 
In  voluntate  tua  gewann  (Pougin. 
M.  f.  M.  22,  202)1 

Nicoletti  (Niccoletti),  Filippo, 
aus  Ferrara,  wo  er  auch  1592 
lebte.    In  der  Ausgabe  der  2stim. 


Madrigale  von  1605  wird  er  Ka- 
pellmeister au  S.  Lorenzo  in  Da- 
maso  zu  Rom  genannt.  Mehr  er- 
fährt man  nicht.  Von  seinen 
Werken  sind  nachweisbar: 

II  1.  lib.  de  Madrigali  di  D. .  .  a  5  voci 
...  Ven.  1578  Gardano.  5  Stb.  qu40. 
22  Madr.  Dedic.  in  Rovigo  gez.  [B.  L. 
Verona  S.  f. 

I  finti  amori  musica  a  5  voci  del  R. 
M. .  .  Op.  2.  Ven.  1.585  G.  Vincenzi  & 
Ric.  Amadino  comp.  5  Stb.  4°.  21  Madr. 
[Bologna:  B.     Modena  kompl. 

Madrigali  a  2  voci  di  .  . .  Ven.  1588 
G.  Vincenzi.  2  Stb.  4P.  22  Madr.  [Hofb. 
Wien. 

—  ristamp.  ib.  1605.  [Bologna:  T. 
Feriara  U.  B:  C 

Villanelle  a  3  voci  di  . . .  Ven.  1604 
Amadino.  3  Stb.  4«.  22  Gesge.  Dedic. 
in  Rom  am  25.  Nov.  1604  gez.  [Hofb. 
Wien. 

In  alten  Sanilwk.  2  Madr.  (Eitner  1), 
ferner  nach  Vogel  in  Vincenti's  Giardino 
1591:  M'e  pur  forza.  —  In  Amadino's 
La  Gloria  musicale  1592  wozu  er  die 
Dedic.  in  Ferrara  schrieb,  2  Madr.  —  In 
Sammaruco's  Sacri  affetti  1625:  Iste  est 
qui  ante  Daum  3  Sojjr.  o.  Ten. 

Nicolini,  Bartolomeo,  Bassist 
a/d.  päpstl.  Kapelle  in  Rom  um 
1630,  wurde  1628  zu  den  Fest- 
lichkeiten in  Parma  verschrieben 
(Haberl,  Katalog  69.  Vierteljahrs- 
schrift 8,  6). 

Nicolini,  Filippo,  ist  der  Samm- 
ler und  Herausgeber  von  Joh. 
Hieron.  Kapsberger's  Lautentabu- 
latur,  Rom  1611. 

Nicolini,  Giuseppe,  s.  Niccolini. 

Nicolini,  Omobono,  um  1770 
Kapellmeister  in  Piacenza,  A'^ater 
des  Gioseffo. 

Nicolino,  siehe  Grimaldi. 

Nicollo  (Nicolo),  Don  Battista 
di,  war  um  1450  Organist  au  S. 
Petronio  in  Bologna  bis  zum  10. 
Nov.  1473  (Gasparo  1,  5). 

Nicolo  und  Nicolo  de  Malta, 
18.— 19.  Jh..  siehe  Isouard. 

Nicolo,    Don,    ist    im    Samlwk. 

1572a  mit  einem  6stim.  Madiigal  ver- 
treten (Eitner  1). 


Nicolo  de  Capua. 


199 


Nicolo  de  Capua,  siehe  Nico- 
lai und  Nicolaus. 

Nicola  citaredo  da  Milano,  ein 
Lautenist,  erhielt  das  Ehrenbürpjer- 
recht  von  Mantua  in  der  Mitte 
des  16.  Jahrh.  (Canal  28).  Viel- 
leicht derselbe  der  in  den  Cata- 
loghi  des  Lande  „Nicolo  dal  liuto" 
genannt  wird. 

Nicolo  Fiorentiuo,  Sänger  am 
S.  Marco  in  Venedig,  st.  46  Jahr 
alt  am  30.  Mai  1611  (Caffi  2,  129). 

Nicola  Mantovano,  von  1550 
bis  1563  Kapellmeister  an  der 
Kathedrale  zu  Bologna  (Baini,  Pa- 
lestrina  n.  43.  Canal  28  Anmkg.). 
Wird  von  dem  bologneser  Innoc. 
Ringhieri  1553  unter  die  vorzüg- 
lichsten Musiker  der  Zeit  gerechnet. 

Nicolo  Pic.  Pre.  Sen.,  was 
Vogel  auflöst  iu  Prete  Senese,  ist 

im  Samhvk.  1515a  mit  2  italienischen 
4stim.  Gesgen.  vertreten  (Eitner  1). 

Nicolo  Piftiro  Patarino,  auch 
nur  Nicolo  Pafcmino,  Nico.  Fat, 
Ni.  Fa.,  N  P.,  N  Fa.,  Nico.  Fa. 

gez.,  ist 

in  den  Samlwken.  von  1504  bis  1509 
mit  2(3  italienischen  4stim.  Gesängen  ver- 
treten (Eitner  1). 

Nicolo  Pifaro  S[eiieseJl?  auch 
nur  mit  Nie.  Fif.  S.,  oder  Nico. 
F.  Ä,  auch  Nie.  Fi.  S.  und  Nico. 

Fi.  gez.,  ist 

im  Samlwk.  1515  a  mit  8  italienischen 
4stim.  Gesgen.  vertreten  (Eitner  1). 

Nicolo  (lel  Proposto  da  Peru- 
gia, auch  Nicholo  di  Froposto  gez., 
ein    Komponist    des    14./15.    Jhs., 

von  dem  sich 

in  der  Bibl.  Laurenziana  zu  Florenz, 
Cod.  87  uml  in  der  Kopie  in  Paris  Nat. 
Cod.  568  Supplem.  Kompositionen  be- 
finden (Ambros  2,  486).  In  M.  f.  M.  30, 
11  ff.  werden  verz:  Tel  mi  fa  guerra. 
0  giustizia  regina.  Cogliendo  per  un 
prato.  La  donua  mia  viiol.  Tal  sotto 
l'acqua. 

Nicolo  da  Udene. 

Im   Ms.  215  c  der   B.  M.,    6  Stb.   des 


Nidermayr,  Peter. 

IG.  Jbs.,    unter  Nr.  8   das  Madrigal^  „Se 
dai  chiai-o  e  seren  de  raggi",  6  voci. 

Nicolo  Vicentino,  s.  Vicentino. 
Nicolo,  Eustachio,  Cattaneo, 

so  verz.  im  Kataloge  der  Bibl.  des 
Conservatoire  zu  Brüssel  mit  dem 

Werke: 

Fnista    musicale    ossia    lottere     sugli 
abusi  introdotti  nella  musica.    Milano.  8». 

Nicolson,  siehe  Nicholson. 

Nicouiachus  Gerasenus,  Gerasa 
ein  Ort  in  Arabien,  wo  er  wahr- 
scheinlich im  2.  Jh.  nach  Cliristus 
geboren  ist.  Genaueres  hat  man 
bisher  nicht  feststellen  können. 
Er  war  ein  pythagoreischer  Philo- 
soph und  griechischer  Schriftsteller 
über  Musik.  Man  glaubt,  dass  er 
der  Verfasser  ist  von:  Enchiridion 
harmonices  und  Libri  de  musica, 
welche  beide  AVerke  bisher  als 
verloren  galten.  Fragmente  teilt 
Meibom  und  Boetius  mit.  Neuer- 
dings auch  Karl  Jan  in  seiner 
1895  erschienen  Neuausgabe  der 
Musici  scriptores  graeci  (Lips. 
Teubener.  Siehe  M.  f.  M.  26,  162. 
Siehe  auch  Dr.  Ose.  Paul's  Har- 
monik der  Griechen.  Ferkel  8, 
47.     Fetis'  Biogr.  univ.).  —   Sein 

Tractat : 

'Eyxtt(j'i8iov  '^QfioviyTjS  ist  von  Meur- 
sius  gi-iech.  u.  lat.  in  seinen  Auetores, 
Lugd.  Bat.  1616,  40.  pag.  61-92  und 
in  Meibom's  Antiquae  musicae  auctores, 
Amst.  1632,    4».    p.  1—60  abgedrackt. 

Nic08ia,  Pater  Salvatore, 

von  ihm  bewahrt  das  Archiv  der  Ka- 
pelle Antoniana  in  Padua  geistl.  Kompo- 
sitionen auf.  Das  Buch  von  Tebaldmi 
erwähnt  S.  119  nur  seineu  Namen. 

Nidermayr,   Maximilian,   ein 

Instrumentist  a/d.  Münchener  Hof- 
kapelle, wird  1671  mit  einem  Ge- 
halte von  172  Gld.  verz.,  1672  im 
2ten  Quartale  erhält  die  Wittwe 
den  letzten  Gehalt  (Kreisarchiv). 

Nidermayr,  Peter,  1644  Mu- 
siker an  S.' Michael  in  München, 
macht  am  18^  4  Hochzeit  (Traureg.). 


Niebergall. 


200 


Niedt,  Nikolaus. 


Niebergall,  W. ..,  ein  unbe- 
kannter Komponist,  von  dem 

die  Hofb.  in  Darnist.  ein  Konzert  für 
die  Oboe  in  unvollständigen  Stimmen  im 
Ms.  besitzt. 

Niebur,  Cordt,  ratsbestallter 
Violist  zu  Lübeck  zu  Anfang  des 
17.  Jhs.  (Lübeckisches  Staatsarchiv). 

Niederholtzer,  Robert,  siehe 
Unterlioltzer. 

Niedermayr,  Johann,  Bassist 
a/d,  Hofkapello  in  Wien  mit  45 
Gld.  monatl.  Gehalt  vom  1.  April 
1637  bis  t  Juni  1641  (Köchel  1). 

Niedermair,  Kaspar,  Bassist 
an  der  Hofkapelle  in  Prag  mit 
15  Gld.  monatl.,  sp.  30  Gld.,  vom 
1.  Okt.  1582  bis  f  Februar  1606 
(Köchel  1).  Das  sächs.  Staatsarch. 
berichtet:  Caspar  Nidmeyer,  Bas- 
sist aus  Prag,  hielt  sich  1604  einige 
Tage  an  Joh.  Georg  l.  von  Sachsen 
Beilager  auf  und  erhielt  einen 
Becher  für  36  Gld.  19  gr.  6  Pf. 
als  Geschenk. 

Niedt,  Friedrich  Erhardt,  ein 
tüchtiger  Theoretiker  aus  dem  An- 
fange des  18.  Jiis.,  der  noch  im 
17.  geboren  ist.  Er  bez.  sich  selbst 
als  einen  Jenaer,  andere  sagen  in 
Thüringen  geboren,  studierte  Jura, 
wurde  Notar  zu  Jena  und  ging 
dann  nach  Kopenhagen,  wo  er  vor 
1717  gestorben  sein  soll.  Nähere 
Nachrichten  fehlen,  auch  geben 
seine  Drucke  nur  wenige  Andeu- 
tung. Mattheson  musste  ihn  gut 
gekannt  haben,  denn  er  gab  seine 
nachgelassenen  Schriften  und  auch 
ältere  in  neuer  Ausgabe  heraus, 
doch  verweist  er  in  betreff  seines 
Lebens  auf  Walther's  Lexikon.  Ge- 
naueres über  seine  theoretischen 
Abhandlungen  giebt  Chr3"sander  in 
der  Leipz.  Ztg.  1877  Nr.  35/36. 
Es  sind  folgende: 

Fr.  E.  Niedtens,  Jenensis,  Not.  Publ. 
Caes.  Musicalische  Haudleitung,  oder  gründ- 
licher Unterricht,  . , .  den  Generalbass  . . 


fertig  spielen  . . .  selbst  componiren  . . 
könne.  1.  Thl. . .  Hambg.  1700  N.  Spie- 
ringk.     32  Ell.  in   qu40.     [B.  B.     B.  Hbg. 

—  a.  Aufl.  1710  Hbg.,  Schillers  Erben. 
[B.  B.  Dresd.  B.  Wagener.  B.  M. 
B.  Lpz. 

. . .  Handleitung  zur  Variation,  wie  man 
den  General -Bass  und  daräber  gesetzte 
Zahlen  variiren,  artige  Inventiones  machen 
und  aus  einem  schlechten  General -Bass 
Praeludia,  Ciaconen,  Allemanden,  Sara- 
banden, Menueten,  Giquen  und  dergleichen 
leichtlich  verfertigen  könne  .  .  .  Hambg. 
170f)  auf  Kosten  des  Autoris,  und  bey 
Benj.  Schillern  im  Böhm  zu  finden.  83  BU. 
kl.qu40.  [ß.B.  B.Hbg.  ß.Wagener.  B.M. 
Kopenhag.     br.  Mus.     Brüssel,    ß.  Lpz. 

—  Zweite  Aufl.  verbessert,  vermehret, 
mit  . .  .  Anmerkungen  und  einem  Anhang 
von  mehr  als  60  Orgel-Wercken  versehen 
durcli  J.  Mattheson  . .  .  Hbg.  1721  Schil- 
lers Wittwe  und  J.  Chr.  Kissner  im  Dohm. 
G  BU.  u.  204  S.  kl.  qu40.  [B.  B.  B.  Hbg. 
Dresd.     Kopenhag.     Brüssel. 

. . .  Musicalisches  ABC.  Zum  Nutzen 
der  Lohr-  und  Lernenden.  Hbg.  1708 
Benj.  Schiller  im  Dohm.  qu4".  13  Bll. 
pag.  4  —  112  mit  Musikbeilag.  [B.  B. 
Dresd.  Kopenhag.  br.  Mus.  Brässel. 
B.  Lpz. 

Musicalisciior  Handleitung  Dritter  und 
letzter  Theil.  handelnd  vom  Contra-Punct, 
Canon,  Motteten,  Clioral,  Kecitativ - Stylo 
und  Cavaten.  Opus  posth.  Deme  bey- 
gefüget  VeritophiJi  deutliche  Beweis- 
Griinde  (von  Mattheson,  .siehe  dessen 
Schriften  1717),  mit  einer  Vorrede  zum 
Druck  befördert  von  Mattheson.  Hbg. 
1717  Schillers  Erben  im  Dohm.  qu4". 
2  Bll.  68  S.  mit  vielen  Musikbeisp. 
[B.  B.  B.Hbg.  Dresd.  B.M.  Musikfr. 
Wien.     Brüssel.     B.  Lpz. 

Niedt,  Nikolaus,  gestorben  am 

16.  Aug.    1700   zu  Sondershausen, 

Kanzellist    bei  der  Regierung  und 

Stadtorganist    daselbst.      Starb    in 

dürftigen  Verhältnissen  (Gerber  2). 

Er  gab  heraus: 

Musicaüsche  Sonn-  und  Fe.sttags  -  Lust 
von  5  Vocal-  und  5  Instrumental-Stimmen 
gesetzt.  Sonder.shausen  1698  Druck  und 
Verlag  von  Heinr.  Schönermarck.  Enth. 
auf  jeden  Sonn-  und  Festtag  des  Jahres 
eine  Kantate.  [B.  B.  11  Stb.  Sonders- 
hausen. Upsala  10  Stb.  (C  1.  2.  A.  T.  B. 
2  V.  2  Viole,  Bc.)  Gelena:  Viola  2  u. 
Bc.  br.  Mus:  C  2.  T.  B.  V  2.  Va  1.  2. 
Violon,  Bc.    Der  Kat.  zeigt  pars  1  und  2 


Niege. 


201 


Niemeyer,  Aug.  Herrm. 


an,  von  pars  2  vorhanden:  C  1.  2.  A.  T.  B. 
V  1.  Bc. 

In  Kgsbg.  Ms.  81  Nr.  34  p.  138  die 
4stim.  Motette:  Ich  will  aufstehen  und 
suchen. 

Niege,  Cr...,  geb.  1525  zu 
Allendorf  in  Hessen,  war  Sekretär 
und  Zollbeamter  in  Bremen,  Buxte- 
hude und  Stade. 

Dr.  Joh.  Bolte  veröffentlichte  in  seinem 
Buche  Der  Bauer  im  deutschen  Liede 
(Berlin  1890  Maier  &  Müller)  ein  Lied 
mit  Melodie  von  ihm. 

Niel,  Jeaii-Bai)tiste,  Maitre  de 

•  musique  zu  Paris  (soviel   wie  ein 

Musiklehrer)  im   Anfange   des   18. 

Jhs.;  schrieb  für  die  Pariser  Oper: 

Les  Eomans,  Ballet  heroique  eu  5  en- 
trees  et  un  prologue,  paroles  de  Bonneval 
(repr.  23/8  1736).  Paris,  grav.  par  Bailleul 
le  jeune.  Part.  fol.  [Paris  l'opera.  hr. 
Mus.  Paris  Nat:  chez  Ballard  (?).  C  P. 
Biüssel  Cons. 

L'ecole  des  amants,  op.- hallet  en  3 
entrees  et  un  prologue,  paroles  de  Fuze- 
lier  (repr.  11/6  1744).  Ms.  P.  4«  in 
Paris  l'opera,  im  Kat.  nähere  Beschreibg. 
1,  199.  [Paris  Nat.  scheint  Druck  zu 
sein,  sowie  im  C.  P.  1845  führte  man 
das  Ballet  wieder  ai;f. 

Paris  Natioualbibl.  besitzt  noch  die  Mo- 
tetten im  Ms.  1.  Lauda  Jenisalem,  2.  Omues 
gentes,  beide  mit  Orchester. 

Nielies,  M . . .  de,  nach  Huygens 
Urteil  ein  bedeutender  Komponist 
in  Frankreich  in  der  Mitte  des 
17.  Jhs.  (Huygens  ccxl). 

Nielsen,  Hans,  ein  Däne,  wird 
von  König  Christian  IV.  nach  Ve- 
nedig zu  Gabrieli  zur  Ausbildung 
gesandt  und  1606  nach  Braun- 
schweig zu  dem  Lautenisten  Gregor 
Howett,  1623  wird  er  als  Nach- 
folger Pederson's  Kapellmeister  an 
der  dänischen  Hofkapelle  (Viertel]. 
9,  74  ff.).  In  Italien  legte  er  sich 
den  Namen  Oim-anni  Foutejo  bei, 
unter  dem  er  auch  als  Komponist 
auftrat.     Man  kennt  von  ihm: 

...  II  1.  libro   de  Madrigali   a  .5  voci. 

Yen.    1606    Ang.  Gardano.      5  Stb.     4». 

21  Gesge.    [Wolfenb:  T.    Paris  Nat.  kompl. 

1   Madr.    in    Borchgreviuck's    Samlwk. 

von  1606  a  (Eitner  1). 


Niemecz,  . . .  Dlabacz  giebt  ihm 
den  Vornamen  Primitio^  Pohl  3, 
252  und  4,  100  bezeichnet  ihn  als 
Primitio  des  Ordens  der  barm- 
herzigen Brüder,  d.  i.  der  Oberste 
in  dem  Orden.  Dlabacz  scheint 
das  verwechselt  zu  haben,  da  er 
ihn  vielleicht  als  Primitio  Niemecz 
verz.  fand.  Nach  Dlabacz  war  er 
1750  zu  Domazlicz  (Taus)  geboren, 
studierte  Philosophie  und  legte 
1769  die  Ordensgelübde  ab,  später 
wurde  er  auch  Priester.  Kam  dann 
als  Bibliothekar  nach  Esterhaz, 
wurde  Schüler  Jos.  Haydn's  in  der 
Komposition  und  schrieb  zahl- 
reiche Piecen  für  den  Baryten,  die 
Gambe,  Violine,  Klavier  u.  Harfe, 
die  von  den  Zeitgenossen  sehr  ge- 
sucht waren  (wahrscheinlich  befin- 
den sich  davon  einige  noch  in 
Eisenstadt  in  der  füi'stl.  Biblio- 
thek). Auch  mit  dem  Bau  von 
allerlei  Instrumenten,  besonders 
von  selbstspielenden  Orgeln,  be- 
fasste  er  sich  und  erhielt  vielfache 
Aufträge  vom  Auslande. 

Niemeczek,  C...  T...,  be- 
kannt durch: 

Sonate  pour  deux  harpes  composee  par 
. . .  Op.  4.  Leipsic  au  magasiu  de  mus. 
de  Breitk.  &  Haertel.  aufol.  15  S.  [B. 
Kgsbg. 

Gerber  2  schreibt:  ein  Harfenist,  aus 
Böhmen,  der  am  Ende  des  18.  Jhs.  in 
russischen  Diensten  stand,  liefs  sich  1793 
in  Berlin  hören  und  1803  in  Leipzig.  Er 
verz.   von  ihm  Variationen   und  Sonaten. 

Niemeyer,  August  Herrmann, 

geb.  11.  Sept.  1752  zu  Halle  (Ger- 
ber 1,  in  2  sagt  er  aber  geb.  1754), 
studierte  Theologie  und  bekleidete 
zu  Halle  verschiedene  Aemter,  zu- 
letzt war  er  Kanzler  der  Universität. 

Er  ist  der  Dichter  mehrerer  Oratorien- 
texte, die  Rolle  in  Musik  setzte.  Schrieb 
auch  eine  Abhandlung  üeber  die  Ver- 
einigung der  Religion,  Dichtkunst  und 
Musik,  die  auch  ins  holländische  übersetzt 
wurde.    Ein  Exemplar  in  B.  Brüssel. 


Niemeyer,  Joh.  Karl  Willi. 


202 


Niger,  Giov.  Maria. 


Niemeyer,  Johann  Karl  Wil- 
helm, auch  nur  Karl  mit  Vor- 
namen gez.,  geb.  um  1780  zu 
Halle,  Neffe  des  Aug.  Herrmann, 
gest.  1839  ebd.  Er  war  Lehrer 
am  Frank'schen  Waisenhause  zu 
Halle  und  beschäftigte  sich  eifrig 
mit  Musik,  besonders  mit  der 
Notenzifferschrift  bei  Chorälen  und 
gab  heraus: 

Choraele  in  den  alten  Kirchen -Ton- 
arten, ein  Versuch.  Lpz.,  Br.  &  IT.  Pait. 
19  Choräle.  [B.  B.  B.  M.  B.  Lpz.  B. 
Kgsbg._ 

Dreistimmiges  Choralmelodienbucli  in 
Ziffern.  Halle  u.  Berlin  1817  im  Waisen- 
haus. P.  VIIT,  107  S.  qu4".  101  Cho- 
räle.    [B.  B.     B.  M.     Kgsbg. 

—  2.  Aufl.  ib.  1825.     IB.  B. 

In  Ms.  98  der  B.  Kgsbg.,  Kat.  21,  der 
Choral:  Wie  grofs  ist  des  Allmächtigen 
Güte. 

Die  Allgem.  mus.  Lpz.  Ztg.  bringt  in 
den  Bänden  13,  IG  «.  18  mehrere  Artikel 
über  Choräle,  Lieder  und  theoretische 
Fragen  von  ihm,  s.  1.  Hauptreg. 

Niemtschek,  Franz,  geb.  zu 
Saczka  in  Böhmen,  lebte  noch 
1808  zu  Prag  als  Professor  für 
Logik  und  Moral  am  Kleinseitner 
Gymnasium.  Er  gab  eine  Bio- 
graphie Mozart's  heraus: 

Leben  dos  Kapollmeisters  W.  G.  Mo- 
zart's nach  Urigiualquellen  beschrieben. 
Prag  1798  Herrlisch.  4».  78  S.  [B.  B. 
Dresden.     Musikfr.  Wien.     Biiissel. 

—  Neue  Aufl.  Leipzig  1803.  [B.  B. 
Hannover.     B.  Lpz. 

—  2.  Aufl.  Prag  1808  Herrlisch.  8". 
118  S.     [B.B.     B.Lpz. 

Nicnwuardo  (Nieuvuardo,  Dr. 
Sandberger  liest  p]stienvuardo,  siehe 
Lassus  3  S.  8  u.  10),  Christianus, 
ein  Niederländer,  der  von  Weih- 
nachten 1557  bis  Michaelis  1558 
an  der  Hofkapelle  in  München  als 
Altist  mit  50  Gld.  Gehalt  diente. 
1558  erhielt  er  noch  ein  Gnaden- 
geschenk von  6  Gld.  6  kr.  Die 
Akten  von  1559  fehlen  (Kreisarch.). 

Nierop,  Dyrk  Remhrantz  van, 

ein  holländischer  Mathematiker  zu 


Amsterdam,    starb    um    1677    und 
gab  heraus: 

Wis-koustige  musica:  vertoonende  de 
oorsaecke  van  't  geluyt,  de  rodens  der 
zangbtoonen  telkonstigh  uytgereeckent, 
ende  uit  maken  en  stellen  der  speel- 
tuygen,  .  .  .  Amsteldam  16.59  G.  van 
üoedesbergen.  8".  70  S.  u.  4  Tafeln. 
[Amsterd.     C  P.  Kat.  207  Beschrbg. 

Nieuwenhuijsen,Frederik,geb. 

1758  zu  ZutiDhen,  gest.  29.  Jan. 
1841  zu  Utrecht,  wo  er  seit  1778 
als  Organist  und  Glockenist  am 
Dome  angestellt  war  (Titel.  Pougin  ^ 
teilt  noch  Mehreres  seiner  öffent- 
lichen Thätigkeit  mit). 

Die  Bibl.  des  Nordniederl.  Vereins  f. 
Musikgesch.  zu  Amsterdam  besitzt  aufser 
2  Choralbüchern,  das  eine  zu  4  Stim., 
folgende  Werke: 

Zangstuk  op  het  afsterven  van  Joh. 
Derk,  Baron  van  der  Capellen,  Heer  van 
den  Poll.  In  muziek  gesteld  door  F.  N., 
Organist  en  klokkenist  van  den  Dom  te 
Utrecht,  enz.  Alkmaar  1784  J.  Hoge- 
land.     8».    Part,  im  Ms. 

Marsch  voor  de  burger- com paguie  de 
Z warte  knechten  to  Utrecht.  (Utrecht) 
1784  J.  M.  van  Vloten.     4». 

Stigtiilijke  digtstukjes  door  H.  van 
Alphou,  op  muziek  gebragt  door  .  ,  . 
Utrecht  1788.     qufol. 

Musicq  op  de  gedichten  van  J.  P, 
Kleyn  en  vrouwe  A.  Kleijn  geb.  Ockerse. 
Utrecht  1792  G.  T.  van  Paddonburg  en 
Zoon.     qu4''. 

Zangstukken  uitgevoerd  bij  het  ver- 
rigten  van  den  eersten  openlijkon  gods- 
dienst  na  het  vernieuwen  der  St.  Janskci'k 
vanWijk  bij  Duurstede.  Utrecht  1793.  8". 

Zangstukken  bij  gelegenheid  der  inwij- 
ding  van  het  nieuwe  orgel  in  de  gereform. 
kork  te  Nederlangbroek,  15.  Aug.  1809.  8". 

Hulde  aan  de  nagedachtenis  van  wijlen 
Mevr.  A.  G.  J.  van  Oordt,  geb.  Bosch, 
Utrecht  (1825).  qu4o.  Enth.  mehrere 
Gesänge. 

Verzameling  van  godsdienstige  zang- 
stukken gecomp.  voor  1,  2,  3  en  4  stem- 
men en  pfte.     Ulreclit  (1825).     qu4'^. 

Gezang  aan  de  lente.     4".     Ms. 

Nieuwkecken,  Panl  yan,  Or- 
ganist an  St.  Pierre  zu  Löwen  1630 
(Elewyck  64). 

Ni§fer,  siehe  Schwartz,  Stefan. 

Ni|£?er,  Giov.  Maria,  s.  Nigrl, 


Nigetti. 


203 


Nini. 


Nigetti  (Nigitti),  Francesco,  ein 

Florentiner,  ein  gelehrter  und  prak- 
tischer Musiker,  von  Fach  Mathe- 
matiker, lebte  im  17.  Jh.  unter 
Ferdinando  IL  (1628—1670).  Er 
war  erster  Organist  an  der  Kathe- 
drale zu  Florenz  und  dabei  ein 
vortrefflicher  Theorbist.  Dass  er 
der  Erste  gewesen  sein  soll,  der 
Sinfonien  für  Violinen  u.  Theorben 
schrieb,  wie  die  mir  vorliegenden 
Quellen  sagen,  ist  ein  Irrtum,  da 
schon  Monteverdi  in  seinen  Opern 
sie  anwandte.  Man  schreibt  ihm 
auch  die  Erfindung  eines  Cembalo 
mit  einer  Tastatur  ohne  Obertasten 
(senza  tasti  neri)  zu,  auf  dem 
man  mit  Leichtigkeit  transponieren 
konnte.  Er  starb  1682  (Bonini's 
Tractat  u.  Ricordi's  Gazzetta  mus. 
di  Milano  1847,  285.  Ant.  Mar. 
Salvini  in  seiner  della  perfetta 
poesia  italiani  nennt  ihn  Nigitti 
und  berichtet  ebenfalls  über  obiges 
Cembalo.  Pougin  teilt  unter  Nigitti 
Einiges  daraus  mit).  Von  seinen 
Kompositionen  ist  nur  bekannt 

Ohime,  quel  viso  amato,  per  Ten.  c.  Bc. 
Ms.  Q  49  Bl.  13.  Cou  sdeguose  niinaccie, 
Duetto  a  S.  e  T.  c.  Bc.  Bl.  41  und  CM 
t'  ha  dotto,  bella  Clori,  Terzet.  a  A.  T.  B. 
c.  Bc.  Bl.  41  V.     [Bologna. 

Nightingall,  Roger,  schwor  als 
Gentleman  an  der  Kgl.  Kapelle  zu 
London  am  29/6  1619  auf  Warte- 
zeit, war  Bassist  von  Poules  (an 
St.  Paul)  und  trat  am  20/7  1620 
definitiv  ein,  später  wurde  er 
Beichtvater  des  Königs,  f  25/11 
1661  (Rimbault). 

Nigidius,  Heinrich,  wird  um 
1537  der  Nachfolger  Lampadius' 
als  Kantor  an  der  Johaunisschule 
zu  Lüneburg  (Viertel].  6,  94). 

Nisidius,  Petrus,  1551  Lehrer 
am  Pädagogium  zu  Marburg,  gab 
die  Odensaralg.  von  1551a  „Gemi- 
nae  undeviginti"  heraus  (Eitner  1. 
Viertelj.  3,  28).    Der  dort  genannte 


Midmcl  N.  (Eitner  1,  118)  ist 
wahrscheinlich  auch  ein  Nigidms 
und  wohl  verwandt  mit  dem  Her- 
ausgeber Petrus  Nigidius. 

Von  ihm  befinden  sich  19  Oden  in 
obiger  Odensanilg.  (1.  e.  746). 

Nigliavacea,  Alessandro, 

ist  bekannt  durch  3  Notturni  per  V.  e 
Guitarre,  op.  1.     [Musikfr.  Wien. 

Nigri(Nigerus),  (xiovanni  Maria. 

Unter  der  Dedic.  schreibt  er  sich 
Niger,  gez.  zu  Mailand  den  5.  Dez. 
1573.  Ein  Amt  und  Geburtsort 
ist  nicht  genannt.    Er  gab  heraus: 

. . .  Mottettorum  lib.  1,  5,  6,  8  vel  10 
vocum.  Veu.  1574  Gardano.  5  Stb. 
qu40.     24  Mot.     [B-  B- 

Nigrino  (Negrini),  Nicol6,  wahr- 
scheinlich ein  Lautenist  des  16.  Jhs., 
der  in  einem  hds.  Papier -Codex 
aus  dem  Ende  des  16.  Jhs.  mit 
Lautenpiecen  vertreten  ist. 

Dei  selbe  befindet  sich  im  Besitze  des 
Herrn  Dr.  Oscar  Chilesotti  in  Bassano 
und  ist  von  ihm  neu  herausgegeben  unter 
dem  Titel  „Da  un  Codice  Lauten -Buch 
del  Cinquecento"  . . .  Lips.,  Breitk.  &  H. 
1890.  99  Lautenpiecen  (s.  M.  f.  M.  22, 
225).  —  In  B.  Br.  Ms.  49,  6  Stb.  fol.  aus 
der  ersten  Hälfte  des  17.  Jhs.  unter  Nr.  3 
ein  Ballette  für  2  V.  u.  B.,  mit  Negrini 
gezeichnet. 

Nigris,  Angiistin  de,  1501 
päpstl.  Sänger  (Viertelj.  3,  247). 

Nigrisoli,  Andrea,  aus  Ferrara, 
wo  er  auch  1585  lebte  und  her- 
ausgab : 

Canzonette  a  4  voci  di  . . .  Lib.  1. 
Ferrara  1585  V.  Baldini.  4  Stb.  4^.  21 
Gesge.     [Modena:  A. 

Nijenhuijsen,   Dirk,   war  um 

1662   Organist  an  der  Domkirche 
in  Utrecht  (Bouwst.  2,  171.    Tijd- 
schrift  2,  212). 
Nimpf,  . . . 

In  der  Universitätsbibl.  zu  Rostock 
im  Ms: 

Concerto  p.  Fl.  trav.  c.  istrom.  (Streich- 
instr.).   Stb. 

Nini,  Jacouio,  war  um  1660 
Maestro  di  camera  di  nostro  Sig- 
nore  (zu  Rom).  Dedic.  zu  den 
Salmi  von  Stefano  Fabri  junior. 


Ninot. 


204 


Nisle. 


Von  eiuem  Nini  besitzt  die  Congre- 
gation  di  Caritä  zu  Bergamo  ein  Recor- 
dare  per  Tenore  solo,  coro  ed  orchestre 
im  Autogr.,  doch  ist  es  sehr  fraglich,  ob 
damit  der  obige  gemeint  ist. 

Ninot,  . . .  ein  Kompouist  des 
15/16.  Jhs.,  der 

im  Petrucci  1501a  und  1505  b  mit  2 
Motetten  zu  4  Stirn,  veiireten  ist  (Eitner 
1).  —  In  der  B.  Magliab.  zu  Florenz, 
Cod.  58,  befinden  sich  1.  In  illo  tempore 
4  V.  Nr.  23.  2.  Plauxit  autem  Nr.  41. 
3.  Tsallite  nove  Nr.  42.  4.  Si  oblitus 
fuero  Nr.  55,  alle  zu  4  Stirn. 

Niola.  Greiinaro,  scheint  noch 
dem  18.  Jh.  anzugehören.  Er  ist 
bekannt  durch 

Brano  di  poesia  (Ma  che  vi  iece)  tolto 
dal  Demofooute  di  Metastasio  e  posto  in 
musica  i)er  tenore  con  archi.  Ms.  P. 
[Mailand  Cons. 

Studio  di  coutrappunto  (va  fine  a  tre 
parti).     Ms.     [ib. 

Nisio,  Johann  O. ..,  Bassist 
a/d.  Hotkapello  in  Wien  mit  60 
Gld.  raonatl.  vom  1.  April  1650 
bis  Ende  1657  (Köchel  1). 

Nisis,  Raynaldus  de,  1472 
Contraltist  an  St.  Peter  in  Rom 
(Viertelj.  3,  237). 

Nisius,  Konrad,  gab  heraus: 

Zweue  christliche  Psalmen  . . .  der 
Stadt  Weifsensee  zu  nutze  mit  6  Stirn. 
Erffurdt  1593.     6  Stbll.    qu4".     [br.  Mus. 

Nisle  (Nissle,  Nusle),  Joliann. 
Nach  allen  Nachrichten,  die  mir 
vorliegen  muss  Vater  und  Sohn 
mit  A^ornamen  Johann  geheifsen 
haben.  Gerber  verz.  ihn  ohne 
denselben  und  sagt  nach  Schubart 
222,  dass  er  (der  Vater)  aus  Geis- 
lingen bei  Ulm  gebürtig  ist.  Ger- 
ber fügt  die  Jahreszahl  1737  hinzu, 
während  sein  Sohn  1788  zu  Neu- 
wied geb.  sein  soll,  was  jedenfalls 
zu  spät  ist,  wie  sich  weiterhin  er- 
geben wird.  Beide  waren  A^ir- 
tuosen  auf  dem  Waldhorne.  Ueber 
den  Vater  wissen  wir,  dass  er  um 
etwa  1761  in  Württembergische 
Dienste  unter  JomeJli's  Direcktion 
trat   und   sich    unter   Leitung   des 


ersten  Hornisten  Anton  Rudolph 
noch  weiter  ausbildete  (Sittard  3, 
55.  56.  73).  Wann  er  Stuttgart 
verliefs,  ist  nicht  ersichtlich.  Seite 
137  verz.  Sittard  in  den  Jahren 
1771/72  einen  Hornisten  Nessler, 
der  wohl  der  obige  sein  soll. 
Wahrscheinlich  wird  er  Stuttgart 
bei  der  Reducierung  der  Kapelle, 
die  um  1774  erfolgte,  verlassen 
haben  u.  nach  Neuwied  gegangen 
sein,  was  mit  Gerber's  Angabe,  dass 
er  1776  daselbst  Konzertmeister 
war,  übereinstimmt,  nur  muss  man 
den  Stuttgarter  Aufenthalt  vor 
den  Neuwieder  verlegen.  1769 
und  1778  konzertiert  er  im  letz- 
teren Jahre  mit  seinem  Sohne  in 
Frankfurt  a/M.  (Israel  50.  65). 
Gerber  sagt,  dass  der  Sohn,  deren 
er  übrigens  drei  hatte,  12  Jahr 
alt  war;  nimmt  man  daher  das 
Jahr  1778  an,  so  muss  er  1766 
geb.  sein,  also  nicht  in  Neuwied, 
sondern  in  Stuttgart.  Gerber  verz. 
des  Vaters  Tod  um  1788  zu  Hild- 
burghausen oder  Meiningen,  Ge- 
naueres ist  nicht  bekannt.  Ueber 
den  Sohn  wissen  wir  noch,  dass 
er  sich  viel  auf  Konzertreisen  be- 
fand, ein  fleifsiger  Komponist  war 
und  in  der  Berliner  Allgem.  mus. 
Ztg.  1829  Nr.  7—9  seine  Erleb- 
nisse in  Wien  mitteilt,  die  auch 
über  Beethoven  u.  Haydn  Einiges 
enthalten.  Schubart  S.  222  spricht 
sich  über  den  Vater  sehr  aner- 
kennend aus.  Die  Leipz.  Ztg.  re- 
censiert  einige  der  Kompositionen, 
die  ich  der  Zeit  des  Erscheinens 
nach  dem  Sohne  Johann  zu- 
schreibe, denn  in  Whistlings  Ver- 
zeichnis sind  sie  erst  1829  zahlreich 
angezeigt,  während  sich  in  dem 
von  1817  nur  wenige  finden.  Die 
Leipz.  Ztg.  bespricht  sie  in  den 
Jahrg.  1807  u.  1818.  Vom  Sohne 
Johann  sind  folgende  nachweisbar: 


Nisle. 


205 


Nittel. 


Die  Musik.     Cantate  ä  4  voci  c.  orcii. 
Cl.-A.  Simrock  io  Bona.  fol.   [Einsiedeln. 

Ouvertüre  in  Dm.  f.  Orch.  in  Stb. 

Gr.  Quintette  a  2  V.  2  A.  Vcl.  op.  30. 

Septetto  p.  Clav.  Fl.  Fag.  Cor.,  Va.  e  B. 

Octetto  p.  Clav.  Fl.  2  V.  2  Cor.  Va. 
Vcl.  e  B. 

Trio  in  B.  p.  Clav.  V.  e  Vcl.    op.  20. 

Gr.  Trio  in  Es.  p.  Clav.  V.  e  Vcl.  op. 
24.     Vienne,  Steiner. 

Sonate  in  Fm.  f.  Clav.  Hörn.  u.  V. 

L'amicizia,  un  Quadro  musicale  (für 
Clav.  u.  V.). 

12   gr.  Duos    p.    Clav,    e    Cor.     oe.  o. 

liv.  2. 

Sämtlich  in  Musikfr.  Wien. 

2  Senates  p.  Clav,  et  Cor  de  chasse, 
oe.  6.  Orangebg.,  Werckmeister.  Stb. 
[Brüssel  Cons. 

12  gr.  Duos  p.  Cor  &  Pfte.  comp,  par 
Jean  Nisle.  Oeuv.  5.  Liv.  1.  Orangebg., 
Werckmeister.    2  Stb.     [B.  Kgsbg.,    das 

2  liv    siehe  oben  in  der  AViener  Bibl. 
Tre   Trii    per    2    V.    e    Vcl.     Napoli, 

Gius     Girard   (mit   Giovanni    Nisle    gez.). 

3  Stb.      [B.  Wiigener    Nr.  3.         Mailand 
Cons.  1—3.  in  Stb. 

Adagio  et  Polonaise  f.  2  F-Horner  mit 
B      Ms.  P.     [Schwerin  F. 

6  Duos  p.  Pfte.  et  Vcl.  oe.  51.  Berlin, 
Schlesinger.     [B.  B.  ■,■    ^r  ^^ 

Gerber  2  berichtet  noch  über  die  \N  ald- 
hornisten  und  Söhne  des  Vaters  Nisle: 

David  Msle,  seit  1798  in  Diensten 
des  Fürsten  von  Wittgenstein  in  Berle- 
burg. 

Johann  Friedrich  iV.,  geb.  um  1780, 
der  jüngste  Sohn,  befand  sich  ]805  auf 
Reisen.  Beide  Brüder  sollen  1809  m 
Ungarn  bei  einem  Herrn  von  Vegh  in 
Vereb  leben.  Von  Letzterem  besitzt  die 
Kgl.  Hausbibl.  Berlin  1  Heft  Lieder,  be- 
titelt: .  .     ,T    ■  1 

Lieder  am  Pfte.  zu  singen,  in  Musick 

gesetzt  von  J.  F.  Nisle.  s.  1.  et  a.   qufol. 
[auch  in  Brüssel  Cons. 

Nison,  Alessandro,  Organist 
della  Minerva  e  di  Santa  Maria 
del  Anima,  (Ort  fehlt,  vielleicht  za 

Korn?) 

stellte  1617  eine  Samlg.  Motetten  und 
Madrigale  hds.  zusammen.  Sie  befindet 
sich  heute  in  der  Bibl.  Casanatense  zu 
Rom,  Ms.  0,  VI,  19. 

Nissen,  (xcorft  Nikolaus  toii, 

geb.  22.  Jan.  17G5  zu  Hardens- 
leben  in  Dänemark,  gest.  24.  März 
1826  in  Salzburg.     Kgl.  dänischer 


Etatsrat,    Ehegemal     der    Wittwe 
Mozart's,   Verfasser   einer   Mozart- 

Biogr.,  betitelt: 

Biographie  AV.  A.  Mozart's.  Nach  Ori- 
ginalbriefen, Sammlungen  alles  über  ihn 
Geschriebenen,  mit  vielen  neuen  Beilagen, 
Steiudrücken ,  Musikblättern  und  einem 
Facs.  Von  . . .  nach  dessen  Tode  her- 
ausgeg.  von  Constanze,  Wittwe  von 
Nissen,  friiher  Wittwe  Mozart.  Mit  einem 
Vorwort  von  Dr.  Feuerstein  in  Pirna.  Leipz. 
1828  Br.  &  H.  8".  702  S.  u.  44  Seit. 
Vorwort.  —  Anhang  zu  AV.  A.  Moz.'s 
Biogr...  Lpz.  1828  ib.  8».  219  S.  [be- 
sitzt jede  gröfsere  Bibl. 

—  franz.  übersetzt  von  Alb.  Sowinski. 
Paris  1869  Garuier  freres.    8".    [Brüssel. 

—  franz.  übersetzt  von  J.  Goschler. 
Paris  1857  Douniol.     12°.     [Brüssel. 

Sie  bildet  die  Grundlage  zu  allen 
weiteren  Biographien. 

In  der  Bibl.  Dresden  befinden  sich  9 
Abbildg.  in  Lithographie  zu  Nissen's 
Biogr.  M.'s. 

1  Brief  an  Kandier,  Salzburg  1825. 
[Hofb.  AVieu.  Sein  Portr.  im  Besitze  des 
K.  K.  lloftheaters  in  AVien. 

Niti-ami,  Griami  (Giovanni), 
„della  scuola  dal  Palestrina". 

Im  Ms.  L394  B.  B.  der  Gesang:  Sicut 
fuit  Jonas  in  ventre  3  voc.  in  P.  —  In 
Bologna  derselbe  Gesang,  dort  wird  sein 
Vorname  Giovanni  genannt  und  mit  Anti- 
fone  zu  4  Stim.  bez.  (T.  34*»  del  Carteggio 
Martiniano  p.  81  v.).  —  In  neuer  Ausg. 
1  Gesg.  (Eitner  2). 

Nitscli,  Igiiaz,  Organist  im 
Stifte  Emaus  zu  Prag  um  1796, 
ist  als  Kirchenkomponist  bekannt. 

Die  B.  der  Musikfr.  in  AVien  besitzt 
von  ihm  die  Motette  Pastores  quem  vi- 
distis  zu  4  Stim.  u.  Instr.  in  P. 

Nitsch,  Peter,  ein  Komponist 
des  16.  Jhs.,  der  von  Draudius 
mit  teutschen  Liedern  mit  4  Stim. 
Lpz.  1543  und  Teutsche  vnd  lat. 
Lieder  mit  4  Stirn.  Lpz.  1573  er- 
wähnt wird.  Bekannt  ist  nichts 
von  ihm. 

Nitsclie,  Cliristiaii,  Vorsänger 
an  der  Peterskirche  in  Hamburg 
um  1692  (Mattheson  1,  275). 

Nittel,  ... 

ein  Allegru  per  Clavic.  in  Choix  de 
mus.  1784  Nr.  28.     [B.  M. 


Nitzsche. 


206 


Nivers,  Guillaume-Gabriel. 


Nitzsche,    Johann   Heinrich, 

um  1680  Violinist  und  Trompeter 
an  der  Holkapeile  in  Dresden  mit 
250  Rthlr.  Gebalt  (Fürstenaii  1,  98). 

Nivernois,  L(Miis- Jules  Bar- 
bonmancini  -  Mazariiii ,  Herzog 
von,  geb.  um  1716  zu  Paris,  gest. 
1798.  Gesandter  an  verscbiedenen 
Höfen  Europas.  Bescbäftigte  sieb 
viel  mit  Literatur  und  aucli  mit 
Musik. 

Er  schrieb  unter  anderein  das  einaktige 
Divertssement  „Le  temple  des  chimeres", 
welches  1758  zur  Aufführung  gelangte 
(Pougin). 

Nivers ,     Ouillaiime  -  Oahriel, 

geb.  in  einem  Dorfe  bei  Melun 
um  1617,  lebte  nocb  1701.  Er 
besuclite  das  College  de  Meaux, 
trat  dann  ins  Seminar  St.-Sulpice 
ein  um  Theologie  zu  studieren, 
liefs  sich  darauf  in  Paris  nieder, 
nahm  bei  Chambonnieres  Musilc- 
unterricht,  erhielt  1()40  den  Orga- 
nistenposten an  tSt.-iSulpice  und  2 
Jahre  später  wurde  er  Tenorist  an 
der  Kgl.  Kapelle.  Auf  dem  Titel 
zum  Drucke  von  1667  nennt  er  sich 
„Maitre  compositeur  en  musifxue 
et  organiste  de  Toglise  St.-Sulpice 
de  Paris"  (siehe  Fctis  das  übrige 
Biographische ,  der  auch  seine 
Werke  ausführlich  verz.).  Von 
seinen  zahlreichen  "Werken  sind 
folgende  nachweisbar: 

An  thcoretisclien  : 

Methode  facile  pour  ai)prendre  k  chanter 
la  musique.  Par  un  Maistro  celebre  de 
Paris.  Paris  10G6  Kob.  Ballard.  riuS». 
27  S.     [Bologna. 

—  Fetis  nennt  eine  ältere  Ausgabe : 
Paris  1646  Ballard,  betitelt:  La  gamme 
du  Si ;  uouvelle  niethode  . . . 

—  Titel  wie  1666.  Ib.  1696.  qu40. 
[Brüssel. 

Traite  de  la  compositiou  de  musique 
par  . . .  Paris  1667  Ballard.  8".  [Paris 
Nat.  Stadtb.  Koucn.  B.  B.  C  P. 
Glasgow. 

—  Ms.  40  64  in  B.  B. 

—  Traite  de  la  compositiou  de  musi- 


que, par  ...  et  traduit  en  flamand  par 
E.  Roger.  Amst.  1697  de  Lornie  et 
Roger.  8».  112  S.  5  Taf.  franz.  und 
niederl.  [Brüssel.  B.  B.  Dresd.  Bo- 
logna.    Amst.     Glasgow. 

—  Traite  de  la  comp.  Paris  1712 
Ballard.    8".    [be.safs  Leo  Liepm.  1888. 

Dissertation  sur  le  chant  gregorien, 
|)ar  le  Sr.  Nivers.  Paris  1683  Tautheur. 
8".  Vir  u.  216  S.  [Brüssel.  Paris  Nat. 
Stadtb.  zu  Arras,  Amiens,  Caen,  Niort, 
Veidun.  B.  B.  B.  W.'igfuier.  Bologna, 
br.  Mus. 

Methode  ceiiaine  pour  apprendre  le 
l^leiu-chant  de  röglise.  Dressee  par  . .  . 
Paris  1698  Ballard.     8°.     [Brüssel. 

—  Fetis  verz.  noch:  Methode  pour 
apprendre  le  plain-chant  de  l'eglise.  Paris 
1667  Ballard.  qu8".  —  2.  Ausg.  ib.  1679. 
—  4.  Ausg.  1711.     12». 

Ferner:  Trois  uouveiles  methodcs  pour 
le  piain  -  chant.  Paris  1685.  quS*'  in  3 
Ausg.     Jahresz.  fehlen. 

An  prahiischen   Werken: 

Livre  d'orgno,  contenant  cent  picces 
de  tous  les  tons  de  leglise,  par  .  . .  Paris 
1665  Ballard.  qu4".  [Paris  Nat.  Paris 
Gcnev.  Stadtb.  Troyes.  Brüssel  2122 
in  Kopie  von  Perne.  Livorno  im  Besitze 
des  Herrn  Gius.  Pratosi  von  1667  po  livre. 

—  30  livre  d'orgue.  Ib.  1675.  [Paris 
Nat. 

Motets  ä  voix  seule  accomp.  de  la  Bc. 
Paris  1689  Ballard.  [Paris  Nat.  Bresd. 
Amst.     br.  Mus.     C.  P. 

Lamentationes  Jeremiae  .  . .  Paris  1719 
Ballard.  [Paris  Nat.  br.  Mus.  Leo 
Liei)m.  Ausg.  von  1723. 

Pa.ssiones  D.  N.  .1.  C.  cum  benudictione 
cerei  paschalis. .  .  Paris  1723  Ballard.  4*. 
[br.  Mus.  Bologna.  Fetis  zeigt  sie  von 
1670  an. 

Chants  et  motets  ä  l'usage  de  leglise 
. . .  Tome  I. .  .,  mise  en  ordre  par  Cleram- 
bault.  Paris  1733  grav.  Hue.  kl.  4«. 
310  S.  —  2.  Tom.  334  S.  Enth.  Messen 
u.  Litaneien.  [B.  Wagenei-.  C  P.  Paris 
Nat.     br.  Mus. 

Litanies  du  tres  Saint  sacrement  (j).  1 
voLx).     Ms.  3819  p.  257  in  B.  B. 

Lautenpiecen  in  einem  Ms.  des  C.  P. 
(Kat.  485).  —  Exempel  und  Fugen  im 
Ms.  101  der  B.  zu  Cambridge  FW. 

Er  gab  auch  1687  und  1696  zwei 
„Antiphonarium  romanum"  zu  Paris 
heraus.     Beide  in  B.  Brüssel  1216  17. 

Fetis  verz.  noch :  Betons  de  tenebres 
Selon  l'usage  romain.  Paris.  —  Les  Pas- 
sioDS    avec    l'exultet   et    les    Le^ons    de 


Nivers,  Henric. 


207 


Nodari. 


tenebres.  Paris  1689.  Das  2.  Buch  Orgel- 
stiicke  erschien  1671. 

—  lu  neuer  Ausg.  die  erste  Lamen- 
tation (Eitner  2). 

Nivers,  Heuric,  Marchiaci  (= 
La  Marche?),  bekannt  durch: 

Musica  nova,  uewe  und  zuvor  nie  er- 
fundene Singkuust.  Leipzig  1603  (Lateiu. 
und  deutsch).     [B.  B. 

Nizaiikowski,    Andreas,    ein 

Organist  an  der  Dominikanerkirche 
zu  Krakau,  der  3  Jahre  bei  Fresco- 
baidi  in  Rom  studiert  hatte,  st.  ara 
3.  April  1655  in  Krakau  (Haberl, 
Jahrb.  1890,  82). 

Noak  (Noke),  William,  Kgl. 
Kammermusikns  an  der  HofkapeJle 
in  London,  der  am  30.  Sept.  1624 
an  Ant.  ßassano's  Stelle  als  Flötist 
angestellt  wurde.  Nur  im  Jahre 
1625  ist  er  noch  verz.  (Nagel, 
Annalen).  Bei  der  Ungenauigkeit 
der  einstigen  Namenaufzeichnung 
könnte  man  annehmen,  dass  der 
am  12.  Mai  1662  als  verstorben 
angezeigte  John  Xoakes  vielleicht 
der  obige  ist. 

Xol)ili,  O . . . 

Im  Conservatoire  zu  Brüssel  befindet 
sich  ein  Duo  ä  Sopr.  et  Ten.  av.  orch. 
Ms.  P. 

Noble,  siehe  Le  Noble. 

Noble,  Olivier,  ein  zu  New- 
burg  (Mass.  in  Amerika)  1792  ver- 
storbener Musiker,  der  herausgab: 

Discourse  on  Church  Music  1774 
(Brown). 

Noblet,  Charles,  geb.  gegen 
1715  zu  Abbevile,  gest.  um  1769 
zu  Paris,  war  Organist  an  der 
Kirche  Mathurins  und  ara  Kolle- 
gium de  Navarre,  auch  Cembalist 
an  der  Oper,  wovon  er  sich  mit 
einer  Pension  von  350  liv.  1768 
zurückzog.  Im  Concert  spirituel 
wurde  ein  Te  Deum  und  mehrere 
Kantaten  von  ihm  aufgeführt,  auch 
solleü  1754  und  56  Klavierpiecen 
erschienen  sein.  Sein  Porträt  be- 
findet  sich   im    4.  Bde.    der   Bibl. 


histor.  de  la  France  (Pougin  nach 
La  musique  ä  Abbeville  1876.  8*^ 
und  den  Spectacles  des  Paris). 

Im  C.  P.  befinden  sich:  Cautatilles  avec 
flute  et  basse,  op.  1 — 3.  öonates  ou  nou- 
velles  Suites  de  Clave^in. 

Nobletti,  Joannes,  von  1482 
bis  1486  päpstl.  Sänger  (Viertelj. 
3,  241.  243). 

Nocetti  (Nucetus),  Flaminio,  aus 
Parma,  von  etwa  1603  ab  Organist 
au  San  Giov.  Evangelista  zu  Parma 
(Titel).  Man  kennt  von  ihm  an 
Kompositionen: 

Missae   ac  Litaniae  B.  M.  V 8  voc. 

Ven.  1602  Gardanus.  8  Stb.  4».  8  Nrn. 
[Hof b.  Wien:  C. 

Primus  conceatus,  sive  sacrae  cantiones 
...  ex  quinis,  senis,  septenis,  octonis,  & 
nouenis  vocibus  . .  .  Ven.  16U3  Gardanus. 
[Bologna:  A..  in  4".  B.  Haberl  inkompl. 
von  1602? 

Cantica,  ac  Litaniae  B.  M.  V.  . . .  8 
vocibus  concineudae.  Cum  Partitione. 
Veji.  1617  Magui.  9  Stb.  4"^.  [Bologna. 
B.  D.  nur  Part,  in  fol.  27  S. 

11  secondo  deile  Messe  a  8  voci  di  . . . 
con  Partitura  per  l'org.  Ven.  1618  Magni. 
10  Stb.  4".  4  Messen.  [Kathar.  Danzig. 
Bologna:  B  1. 

Sacrorum  concentuum  . . .  lib.  2.  Ter- 
ms, 4,  5,  6,  7  et  8  vocibus  concin.,  cum 
partitione  et  privilegio  .  .  Ven.  1618 
Magui.  [B.  Kgsbg:  C— Bl.5a.  6a.  Part. 
57  S.    34  Mot. 

Unter  Fl.  Nucetus  1  Mot.  in  Phalesius 
Florilegium  1609  und  1  Mot.  6  voc.  im 
Samlwk.  1611.  —  In  B.L.  im  Ms.  0  suavi- 
tas  et  dulcedo  6  voc.  (siehe  Kat.).  Der- 
selbe Gesg.  in  neuer  Ausg.  in  Commer's 
Mus.  Sacra  15,  37. 

Nocliez,  ...  ein  Violoncellist, 
Schüler  von  Cervetto  und  Abaco, 
trat  ins  Orchester  der  komischen 
Oper  zu  Paris,  1749  in  das  der 
grofsen  Oper,  1763  in  die  Kgl. 
Kapelle,  1799  zog  er  sich  zurück 
und  starb  1800. 

In  La  Borde's  Essai  sur  la  musique, 
Bd.  1  p.  309— 323- befindet  sich  von  ihm 
ein  Artikel  über  das  Violoncello.  —  Im 
C. P:  Sei  Sonate  da  camera  p.  leVioloncelle. 

Nodari,  tJiovanni  Paolo,  aus 

Brescia,    ein    Mönch    des   Klosters 
Cassinense  der  Kongregation  Fieso- 


Nodler. 


208 


Nötzel. 


lana,  lebte  1605  zu  Gazoli,  wo  er 
die  Dedicatioa  unterzeichnet.    Man 

kennt  von  ihm: 

.  . .  mellifluus  concentus  in  Psalmos 
David,  qui  in  praecipuis  anni  solemnitati- 
bus  ad  vesperas  4  vocib.  organo  aliisque 
musicis  instrunientis  .  .  .  Nee  non  in  duo 
Beatiss.  Virg.  Deipare  Cantica  iisdem  iu- 
stiiiin.  concineuda.  Veu.  1605  Amadinus. 
5  Stb.  4P.  Es  ist  sein  erstes  Werk. 
[Bologna. 

Corona  gemmarum  coelestium  per  . . . 
in  hanc  nuisicalem  harnioniam  sola,  duo- 
bus,  tribus,  4  &  5  voc. ,  contextam  . .  . 
Yen.  1613  Amadinus.  .0  Stb.  in  4».  [B.  M: 
B.  u.  Ürgelstiin.  (Part.  goii.).     Bologna:  B. 

Harnionicuni  concentiiin  ...  in  alinae 
Virginis  Bei  genitrixis  Mariae,  Canticuin 
ad  organi  conioditatoni  distributum  super 
8  eccles.  tonos  f)  vocib.  divisum.  Yen. 
1620  Magni.  6  Stb.  4».  8  Magiiif.  [B.  M. 
Bologna:  C.  im  Kat.  Abdr.  der  Dedic. 

2  Gesge.  iti  alten  Samhvk.  (Eitner  1, 
lies  für  Parbo  „Parlo"). 

Nodler,  Weiicz(ol), 

bekannt  als  Komponist  des  Liedes  „Ach 
gott,  ich  klag  des  winters  art"  15.  Jahrh. 
Abgedr.  in  Beilage  zu  M.  f.  M.  1880,  Mün- 
chener Liederbuch,  Deutsches  Lied,  2.  Bd. 
p.  45.     Siehe  auch  M  f.  M.  25,  166. 

Noe,  Noel,  oder  Noe  B.  ist 
Baulduiii. 

Noc,  Stephen,  um  1625  Mit- 
sjlied  der  Kapelle  Karl  I.  von  Eng- 
land (Hawkins  4,  370). 

Noel,  ...  Um  1514/15  Sänger 
in  der  Hofkapelle  Louis  XU.  von 
Frankreich  (Thoinan  91). 

Noel  des  17.  Jhs.,  1615.  Part, 
und  Stb.  im  Ms.  in  fol.  [Bologna, 
Kat.  3,  247. 

Noel,  . . .  tritt  1766  als  Spieler 
des  Pantaleon  in  London  auf  (Pohl 
2,  374). 

Noel,  Henry,  ein  englischer 
Gentleman  und  Pensionär  (der  ein 
erhält)  unter  der 
Elisabeth,  die  ihn  sehr 
begünstigte  wegen  seiner  Fertig- 
keit in  der  Musik  (Hawkins  3,  422). 

Noel,  N...,  ein  Maitre  de 
musique  zu  Paris  gegen  Ende  des 
17.  Jhs.     Fetis  verz.  von  ihm: 


Gnadengehalt 
Königin 


1.  Motets  et  elevations  pour  les  sacre- 
ments,  la  saiute  Vierge  et  pour  les  prin- 
cipales  festes  de  l'annee,  ä  une  et  deux 
voix  avec  la  Bc.,  propres  pour  les  dames 
religieuses,  Paris,  qu8".  —  2.  Motets  pour 
les  principales  festes  de  l'annee  ä  1  voix 
seule  avec  la  Bc.  et  plusieurs  petites 
ritournelles  pour  l'orgue  ou  les  vieles. 
Paris  1687  Ballard.  (pU".  —  Die  Hofb. 
in  Wien  besitzt  im  Ms.  15941,  3  Stb., 
Cantus  fehlt  unter  Nr.  6  u.  32  zwei  geistl. 
Gesänge. 

NÖU,  . . .  Flötist,  lässt  sich  im 
Konzert  der  Mad.  Baini  am  23/4 
1765  in  Frankfurt  a/M.  hören 
(Israel  48). 

Noelll,  (jleor^,  Virtuose  auf  dem 
Pantaleon,  Schüler  von  Hebenstreit, 
später  von  Pater  Martini,  befand 
sich  viel  auf  Konzertreisen.  1765 
tritt  er  in  Frankfurt  a/M.  als  Pan- 
taleonist  auf  und  nennt  sich  in  der 
Anzeige  „in  herz,  ßraunschweig- 
schen  Diensten'^  (Israel  48).  1775 
konzertiert  er  am  5/4  und  5/11  in 
Hamburg.  1776  trat  er  in  die 
Hofkapelle  des  Herzogs  Friedrich 
von  Mecklenburg  -  Schwerin  als 
Kammermusikus,  wo  er  1786  in 
den  Listen  als  Drittletzter  verz. 
ist.  Er  starb  daselbst  1789  (Kat. 
von  Kade  2,  99  und  Gerber  1). 
Von  seinen  Kompositionen  ist 
nachweisbar: 

1  Sinfonie  im  Samlwk.  7  von  Breit- 
kopf. —  Pastoj'ella  Sonata  Cdur,  per  il 
Cembalo  con  V.  et  B.  Ms.  Stb.  [Schwe- 
rin F. 

Nördliiiger,  Wenzel,  siehe  Ner- 
linger. 

Nöringer  (Nörminger),  August, 
siehe  Nörminger. 

Nötzel  (schreibt  sich  auch  Nözel), 
Cliristiaii  Friedrich,  geb.  11.  Juli 
1780  zu  Schwarzenberg  im  Erz- 
gebirge, wo  er  nach  eigener  An- 
zeige in  der  Lpz.  Ztg.  von  1802 
Stadtmusikus  wai-. 

Er  giebt  in  den  .lahren  1800  und  1802 
allerlei  Tänze  heiaus,  angezeigt  in  der 
Lpz.  Ztg.  4,  Big.  9,  S.  35,  beurteilt  in 
6,  848.     Im  Jahrgange  1827   eine  Eucy- 


Noferi. 


209 


Nola,  Giov,  Dom.  da. 


klopädie   der  Theorie  in   der   Musilj    (ib. 
29.  1). 

Noferi  (Nofieri),  (xiovauiü  Bat- 
tista,  ein  Violinvirtuose,  der  1770 
in  London  auftritt  (Polil  2,  370); 
sonst  ist  über  sein  Leben  nichts 
bekannt,  dagegen  lassen  sich  aller- 
lei Kompositionen  von  ihm  nach- 
weisen: 

The  celehrated  dances  performed  ...  at 
the  King's  theatre.  .3  hookes.  London, 
J.  BlundelL     ciu4".     [br.  Mus. 

6  Trios,    3   a  un  V.,   Taille    et  Basse, 

et  3  ä  2  V.  e  B.    op.  3.    fol    [Dresd.  Mus. 

6  Trii  ä  2  V.  e  B.,  ded.  Lady  Bridget 

Lane.     op.  9.     Lond.,   Welcker.     3  Stb. 

[B.  Hbg. 

6  Sonatas  for  2  V.  with  a  Th.  B.  ded. 
Lady  Biugley.  op.  10.  Lond.,  Welcker. 
3  Stb.     [B.  Hbg. 

6  Trios  for  2  V.  with  a  Th.  B.  op.  13. 
London,     [br.  Mus. 

6  Trios  for  2  V.  &  a  Vcl.  op.  17. 
Lond.     foL     [br.  Mus. 

0  Sonatas  for  2  V.  &  a  B.  op.  7. 
Lond.     fol.     [br.  Mus. 

6  Sonatas  or  Duets  for  2  V.  op.  3. 
Lond.     2  Stb.     fol.     [br.  Mus. 

(3  Duets  for  2  V.  op.  4.  Lond.  2  Stb. 
fol.     [br.  Mus. 

6  Duettes,  3  for  2  V.  &  3  for  a  V. 
&  Vcl.     op.  14.     Lond.     [br.  Mus. 

6  Senates  ä  2  V.  La  Haye.  2  Stb. 
fol.     [br.  Mus. 

6  Solos  for  a  Guitar  with  a  Th.  B. 
op.  3.     Lond.     [br.  Mus. 

6  Solos  for  a  V.  &  B.  op.  2.  Lond. 
[br.  Mus. 

G  Soli  for  a  V.  &  B.  op.  8.  —  Dito 
op.  11.     (Lond.  1765.)     [br.  Mus. 

Eight  Solo's  for  a  V.  with  a  B.  for 
the  harps.  or  Vcl.  ded.  to  the  Honble 
llarriet  Lane.  Lond.  printed  for  the 
author.  fol.  39  S.  Part.  [B.  Wagener. 
br.  Mus. 

6  Duette  ä  2  V.  im  Ms.  in  B.  Lin- 
köping. 

The  Opera  Dances  for  1779  ..  .  Com- 
posed  and  adapted  for  the  V.,  Fl.  and 
Pfte.  London,  Welcker.  fiu4".  27  S. 
[br.  Mus. 

Deldevez  veröffentlichte  einen  Teil 
einer  Sonate  in  Dd.  f.  V.  (Eitner  2  N.). 
Auch  Cartier  teilt  ein  Allegro  in  seinem 
Samlwk.  mit. 

Nohart,  Leouhart,  Altist  an 
der  Hofkapelle  in  München,  erhält 

Rob.  Eitner's  Qaellen-LexLkon.    Bd.  7. 


1605  100  Gld.  und  wird  1606, 
9.  Nov.  mit  20  Gld.  entlassen 
(Kreisarchiv). 

Noisten,  Lucas  Karl,  um  1716, 
nach  anderer  Angabe  1720  in  Bonn 
geboren,  am  is"  Nov.  1787  ebd. 
gest.  Als  Bassist  an  der  kurf. 
Kapelle  in  Bonn  am  21/12  1745 
angestellt  mit  252  Gld.  Gehalt 
(Thayer  l,  27.  147.  S.  147  sagt 
er  1739  als  Hofmusikus  angestellt, 
wahrscheinlich  auf  Wartezeit). 
Noiiiville,  s.  Durey  de  Noinville. 
Noiriam,  Daniel,  1611  Sänger 
lind  Mnsicus  an  der  Kgl.  Kapelle 
zu  Brüssel  (Straeten  2,  9). 

Nola,  Feiice  de,  1507  päpstl. 
Sänger  (Viertel]'.  3,  248). 

Nola,  Uiacopo  da;  im  Samlwk. 
1566  c  ein  Madrigal  zu  5  Stirn. 
(Eitner  1). 

Nola,  D.  OioYaniii  Domenico 
da,  auch  Don  Joan  Doraenico  del 
Giovane  de  Nola  gez.  (in  1541). 
Auf  den  Motetten  von  1549  nennt 
er  sich  Juvenis  de  Nola  und  ist 
daher  der  Name  Giovane  wohl 
sein  Familienname.  Ich  setzte  ihn 
dennoch  unter  Nola^  seinen  Ge- 
burtsort, da  er  unter  diesem  nur 
bekannt  ist.  Nur  einmal  wird  er 
auf  den  Titeln  seiner  Drucke  mit 
einem  Amte  bez.,  auf  1564,  2.  lib. 
de  Madrigali,  heilst  es:  Kapell- 
meister an  La  Nontiata  zu  Neapel. 
Von  seinen  Werken  sind  bekannt: 
Lib.  1.  Motectorum  5  vocuiu  eccellen- 
tissimi  Musici  Domini  Joaunis  Dominici 
Juvenis  de  Nola,  noviter  ab  ipso  authore 
congesti,  &  nunc  primuui  . .  .  editi.  Ven. 
1549  H.  Scottus.  Dedic.  m  Neapel  1546 
gez.  5  Stb.  <iu4".  [Bologna:  B.  br. 
Mus:  B. 

1541.  Canzoni  Villanesche  de  .  .  . 
Lib.  1  e  2.  Nouam.  stanip.  Ven.  1541 
Scotus.  3  Stb.  <iu4".  zweimal  21  Gesge. 
[Celle. 

—  Canzone  Villan.  . .  a  3  voci,  ristamp. 
Lib.  1.  Ven.  1545  Gardane.  3  Stb.  (iu4". 
21  Gesge.     [B.  M.     B.  B:  B. 

14 


Kola,  Giov.  DoDi.  da. 


210 


Nonotte. 


—  dito  lib.  2.  ib.  1.545.  3  Stb.  qu40. 
21  Gesge.     [B.  M.     B.  B:  B. 

1545.  Madrigali  a  4  voci  di  . .  NoUa, 
da  lui  nouam.  composti  .  . .  Ven.  1545 
(Gardane?).  4  Stb.  (iu40.  29  Madr. 
[Veroua  S.  f.     Bologna:  T. 

1564.  II  2.  lib.  de  Madr.  a  5  voci 
di  ...  Roma  1564  Val.  Salviano  &  fra- 
telli  librari.  Dedic.  in  Neapel  gez.  5  Stb. 
qu40.     29  Madr.     [Bologna:  C. 

1567.  11  1.  lib.  delle  Yillanelle  alla 
Napolitana  di  ...  a  3  et  a  4  voci  nouam. 
date  in  luce,  et  corrette  da  Claudio  da 
Correggio.  Ven.  1567.  3  Stb.  _  kl.  8". 
29  Madr.,  dabei  von  Oio.  Leon.  l'Arpa  3 
und  von  Paolo  d' Anyelo  1  Madr.  [Hofb. 
Wien:  C.  T. 

—  Dl.  lib.  . .  Ven.  1569  Claudio  da 
Corregio.  3  Stb.  kl.  8".  29  Madr. 
[Rostock.     Kassel,  C  def. 

—  11    1.  lib Vinegia    1570    Gir. 

Scotto.  3  Stb.  kl.  8".  29  Madr.  (Paolo 
d'Augelo  ist  hier  nicht  genannt).  [B.  M. 
B.Zw:  C.  T. 

In  alten  Samlwk.  17  italien.  Gesge. 
(Eitner  1).  Dazu  kommen  noch  nach 
Vogel  in  Scotto's  Lib.  3  de  D.  autori 
1549:  lo  vo  piangendo  4  voci.  —  In 
Barre's  2.  lib.  delle  Muse  1558  (mit  1560^ 
identisch):  lo  procaccio  martir  4  v.  —  In 
Scotto's  Cauzon  Napol.  3  v.  15()(!  fünf 
Gesge.  —  In  desselben  Prima  stella  5  v. 
1570:  0  verde  amena,  2.  p.  0  nuova 
terra.  —  In  Archadelt's  1.  lib.  Madr.  4  v. 
1625:  Vivo  sol  di  speranza;  Ben  mio  und 
Giontom'  amor.  —  In  den  Lautenbüchern 
von  Denfs  und  Hove  einige  arrangierte 
Gesge. 

Ms.  8,  Codex  in  Modeua,  classe  speciale, 
Hds.  Cos.  Bottegari's:  Quando  da  voi,  Ma- 
donna, El.  27. 

Nolla,  . . .  um  1787  nach  Gyro- 
wetz'  Selbstbiogr.  Kapellmeister 
beim  Herzoge  von  Parma,  wurde 
später  Kapellmeister  am  Scala- 
tlieater  in  Mailand. 

Nollet  (Noiet,  Noletto,  NoUetto), 
. . .  ein  Komponist   aus  der  ersten 

Hälfte  des  IG.  Jhs., 

der  in  alten  SamlwL  mit  8  italien.  4-, 
5-  und  6  stimmigen  Gcsgen.  vertreten  ist 
(Eitner  1).  Ferner  nach  Vogel  in  Verde- 
lot's  a  6  Madrig.  1546:  Quant'  in  mül' 
auu'  il  ciel  6  voc.  In  Ausg.  1561  das- 
selbe Madr.  und  Partomi  donna.  —  In 
Ant.  Franc.  Doni's  Dialogo  1544:  S'io  po- 
tessi  mirar.  —  in  Gardane's  1.  lib.  Madr. 
1547:  Qual  anima. 


Nollet,  L'abbo  Jeaii-Antoiiie, 

ein  Physiker,  geb.  um  1700  zu 
Pimpro  bei  Noyon,  gest.  24.  April 
1770  zu  Paris.  Fetis  verz.  das 
Werk: 

Memoire  sur  l'ouie  des  poissous  et  sur 
la  transinissiou  des  sons  dans  l'eau,  ge- 
di-uckt  in  den  Momoires  de  l'Academie 
des  Sciences  de  Paris  (1743  p.  199). 

Nollet,  Ptev.  Michael,  Mitglied 
der  Kgl.  Kapelle  zu  London,  wurde 
Reader  der  franz.  Kapelle  im  St. 
James -Palast  (11/12  1744)  und 
t  8/10  1755  (Rimbault  233). 

Noly,  ...  Um  1514/15  Sänger 
in  der  Hofkapelle  Louis  XII.  von 
Frankreich  (Tiioinan  92.  Etat  ä  Paris 
K  no.  322).  Ein  J.  Noly  wird 
von  Castil-Blaze  147  als  Bratschist 
in  der  Hofkapelle  Louis  XIV.  mit 
912  üv.  12  sous  und  Naturalien 
verz. 

Nonierius,  de,  Sänger  am  St. 
Peter  im  Jiuni  um  1475  (Viertelj. 
3,  237). 

Noiiat,  . . . 

Im  Vei-lagskataloge  von  Meyn  in  Ham- 
burg ist  1797  angezeigt:  Air  de  Marl- 
borough,  variö  p.  le  Claveciu. 

Noniiiiii,  Girolamo.  Ein  un- 
bekannter Komponist.  Dem  Wort- 
laut des  Titels  scheint  er  dem 
18.  Jh.  anzugehören.  In  Bologna 
befindet  sich  der  Druck: 

Six  Italian  Canzonets,  for  a  Single  voice 
which  niay  be  accompanied  either  by  the 
harpsichord,  Guitar,  Harp  or  Mandolin, 
composed  and  dedicated  to  Mrs.  Johnstone, 
at  Kensington  Gore  by  ...  Op.  1.  Lon- 
don, printed  &  sold  for  the  author  N.  233, 
Piccadilly.  qufol.  21  S.  Der  Text  ist 
italienisch. 

Nonotte,Josei)li-Waast-Aiibert 

(Fetis  fälschlich  unter  Nonot),  geb. 
um  1753  zu  Arras,  gest.  um  1817. 
Klavier-  und  Orgelspieler,  ging  mit 
18  Jahren  nach  Paris  und  voll- 
endete seine  Studien  unter  Ledere. 
Zurückgekehrt  nach  AiTas  erhielt 
er  die  Organistenstelle  a/d.  Kathe- 
drale.     Während    der    Revolution 


Noord,  Sybrandus  van. 


211 


Nopitsch. 


ging  er  uach  England  und  kehrte 
später  nach  Paris  zurück.  Die 
Nationalbibl.  zu  Paris  besitzt  von 
ihm: 

2  Senates  pour  le  clavecin  avec  V. 
Paris,  Boyer,  —  Le(;'Ous  methodiques  de 
claveciu  ou  fortepiano.  Ib.  Fetis  nenut 
bei  Letzterem   Nadei-manu   als  Verleger. 

Noord,   Sybrandus   vau,    war 

von  1G79  —  92  Organist  an  der 
alten  Kirche  zu  Amsterdam  und 
vom  8.  Jan.  1692  Organist  zu 
Haarlem  (bis  1695)  (Bouwst.  1,  65). 
Gregoir,  Panth.  5,  108  teilt  ein 
Gredicht  von  A.  Alewyn  „Anno 
1702"  mit,  wo  er  als  Orgel-,  Kla- 
vier- und  Glockenspieler  gefeiert 
wird.  Dasselbe  befindet  sich  unter 
seinem     Porträt . 


gestochen 


von 


P.  Schenk. 

Ein  alter  Auktiouskatalog  verzeichnet 
von  ihm:  „Melange  Italien  ou  Senates  a 
1  flute  et  Bc,  ä  1  V.  e  Bc,  ä  2  V.  sans 
B.  et  a  1  Clavecin  seule.  Op.  1.  —  Im 
Kat.  Roger  werden  von  ^,vaii  Noort^  So- 
naten für  Fl.,  V.  u.  B.  angezeigi. 
Die  Bouwst.  2,  47  zeigen  noch  au 
Noord,  Willem  van,  1623/24  Organist 
zu  Utrecht. 

Noord,  Jakob  ran,  Sohn  des 
Sybrant(?),  geb.  1619  zu  Amsterdam, 
wurde  1652  der  Nachfolger  Dirk 
Sweelinck's  als  Organist;  vorher 
war  er  an  der  Meuwe  Zijds  Ka- 
pellangestellter, 1659  Organist  an 
der  alten  Kirche  zu  Amsterdam. 
Am  21.  Okt.  1677  pensioniert.  In 
einem  Gedichte  von  1659  wird 
er  erwähnt  (Bouwst.  3,  15.  63, 
101). 

In  der  Tijdschrift  5.  Teil  2tes 
Stück  S.  87  werden  noch  einige 
Noord 's  angeführt,  die  aber  zu 
keiner  Bedeutung  gelangt  sind. 

Noort,  Michaelis  Tan,  von  1604 
bis  1629  Organist  an  der  Peters- 
kirche u.  a.  in  Utrecht  (Tijdschrift 
2,  212.  5,  88).  In  den  Bouwst. 
2,  47  ist  ein  Jan  Michiel  ran  N. 
angezeigt,    der    von    1604—1630 


Organist  zu  Utrecht  war.  Jeden- 
falls ist  es  derselbe  wie  der  obige. 

Noortbeecli,    51.    Louis   ran, 

seit  1768—1771  Sangmeister  an 
der  Kathedrale  in  Antwerpen 
(Gregoir  p.  35  unter  Baustetter). 
—  Straeten  3,  6  nennt  ihn  R.  D. 
L.  van  Noorbceck^  von  1765  bis 
1768  Sangmeister  a/d.  Kathedrale 
zu  Antwerpen,  ging  1769  in  gleicher 
Eigenschaft  an  die  Kirche  St.  Ja- 
cobs. —  Im  Artikel  Blavier  in  der 
Biogr.  nat.  beige  liest  man  Louis 
van  Koortbccck  war  Musikmeister 
a/d,  Kirche  St.  Jacques  zu  Ant- 
werpen und  erhielt  nach  Blavier's 
Abgänge  gegen  1765  dessen  Ka- 
pellmeisterposten a/d.  Kathedrale 
daselbst.  Da  sich  die  Artikel  in 
der  Biogr.  nat.  beige  über  Musiker 
durch  eine  aktenmälsige  Darstel- 
lung auszeichnen,  so  ist  sicherlich 
die  letzte  Lesart  die  allein  richtige. 

Noorth,  Antliony  van,  1659 
Organist  an  der  Neuen  Kii'che  zu 
Amsterdam,  gab  heraus: 

Tabiüatuur  boeck  van  Psalmen  eu  Fan- 
tasyeu  waar  van  de  Psalmen  door  ver- 
scheyden  versen  verändert  zyn  soo  inde 
Superius,  Tenor,  als  Bassus,  met  2.  3.  en 
4  part.  door  . . .  Ämst.  1659  Willem  van 
Beaumont.  fol.  2  BU.  60  S.  im  Stich. 
Beschrbg.  und  Urteil  nebst  1  Tonsatz, 
den  Ritter  wieder  abdruckt,  in  M.  f.  M. 
14,  164  ff.,  auch  in  Bd.  17,    75.     [B.  B. 

1896  erschien  der  ganze  Bd.  in  neuer 
Ausgabe  als  XIX.  Bd.  der  Vereeniging 
voor  Noord-Nederlands  Muziekgeschiedenis 
zu  Anist.  (Lpz.,  Br.  &  H.)  und  eine  Be- 
urteilung in  der  Tijdsclirift  5,  85  ff. 

Nopitsch ,  Christoph  Fried- 
ricli  Wilhelm,  geb.  zu  Kirchen- 
sittenbacli  bei  Nürnberg  den  4. 
Febr.  1758,  gest.  zu  Nördlingen 
im  Mai  1824.  Schüler  von  Sieben- 
kees  in  Nürnberg,  Kiepel  in  Regens- 
burg und  Beck  in  Passau,  wurde 
nach  Schubart  1783  Musikdirektor 
zu  Nördlingen  (nach  seinem  Klag- 
gesangj.     1800     wurde     er     zum 

14* 


Norcelloni. 


212 


Norminger,  August. 


Kantor  am  Gymnasium  f^ewählt 
(zum  Teil  nach  Gerber  1,  Fetis 
u.  den  Titeln  seiner  Druckwerke). 
Schubart  S.  231  spendet  ihm  als 
Klavier-  und  Orgelspieler  das 
gröfste  Lob  und  bez.  ihn  als  einen 
tüchtigen  Kontiapunktiker,  „der 
ein  herrliches  Talent  zur  Kompo- 
sition besitze".  Von  seinen  Ar- 
beiten sind  bekannt: 

Versuch  eiues  Eiern  entarbuchs  der 
Singkunst.  Nördlingen  1784  Selbstverlag. 
4".  35  S.  Er  nennt  sich  Musikdir.  in 
Nördlg.  [B.  B.  Dresd.  B.  M.  Musikfr. 
Wieu. 

Bürgers,  Rammlers,  Gr.  Stolbcrgs  u.  a. 
Gedichte  in  Musik  gesetzt.  1.  ThI.  Nörd- 
lingen 178.3  beym  Autor.  qu4''.  18  Lieder. 
[B.  AVagener. 

Gerbor  1.  2  zeigen  noch  Mehreres  an. 

Noreelloui,  Lorciizo,  um  1708 
Yiolinist  an  der  herzogl.  Kapelle 
in  Venedig  mit  25  Duk.  Gehalt 
(Caffi  2,  61). 

Noreome  (Norcomb,  Norcum), 
Daniel,  geb.  um  1576  zu  Windsor 
in  England.  Laienkleriker  und 
Sänger  an  der  St.  Georg -Kapelle, 
musste  1602  England  wegen  Glau- 
benswechsel verlassen,  ging  nach 
Brüssel  und  erhielt  an  der  Kapelle 
des  Gouverneurs  eine  Stelle  als 
Instrumentist,  wo  er  noch  1647 
lebte   (Fetis   nach   Akten.    Grove). 

In  Morley's  Triumphs  of  Oriana  IGOl 
das  Madrigal:  With  augel's  face  and 
brightness. 

In  neuer  Ausg.  derselbe  Gesg.  (Eitner  2). 

Ob  der  Daniel  Noreome  1659  in  Symp- 
son's  Division -Viol  citierte  derselbe  ist, 
bedarf  noch  weiterer  Forschung.  In  den 
Exemplaren  zu  Oxford  und  R.  C.  of  Mus. 
obigen  Samlwkes.  Sympson's  sind  zahl- 
reiche Piecen  von  letzterem  Noreome  bei- 
gebunden (Davey). 

IVordtmaini ,    Johann   Jakob, 

Organist  am  Dome  zu  Lübeck  seit 
dem    24.  Dez.    1691,    starb    Ende 
Nov.    1724    (Stiehl,    Lübeckisches 
Tonkünstler-Lexikon). 
Nordwig,  Wilhelm. 

In  Petrejus  Samlwk.  von  1538g  (Eit- 


Wieder  aufgenommen  im  Samlwk. 


ner  1)   der  70.  Psalm    in   6  Teilen   zu  4 

Stim. 

15531. 

Norieus,  Hermann,  lebte  gegen 
1558 — 60  iu  Schwantzburg  bei 
Blankenburg  und  war  der  Lelirer 
Joach.  a  Burck's,  wie  aus  des 
Letzteren  Sacrae  cantiones  von 
1573  zu  ersehen  ist. 

Noris,  Oiovanni,  um  1668  In- 
strumeutist  an  der  herzogl.  Kapelle 
in  Venedig,  Spieler  des  Violon 
grosso.  Er  soll  nach  Cat'fi  2,  57 
den  Violone  vergröfsert  haben. 

Norman,  John,  ein  englischer 
Komponist  des  15. — 16.  Jhs.,  viel- 
leicht derselbe,  der  an  der  Kathe- 
drale St.  David  in  Wales  Organist 
war  und 

von  dem  sich  in  einem  Ms.  mit  Messen 
und  Motetten  in  der  Musikschule  zu 
Oxford  eine  Messe  befindet  (Burney  5, 
554).  Davey  kennt  noch  eine  Motette 
im  Ms.  Peterhouse  in  Cambridge.  —  Pohl 
2,  3ü8  erwähnt  einen  Norman  junior^ 
der  1789  als  Klaviervirtuose  in  London 
auftrat. 

Normand,  Remi,  seit  1687  an 
der  Hofkapelle  in  München  mit 
300  Gld.  Gehalt  angestellt.  Wel- 
chen Dienst  er  versah  ist  aus  den 
Akten  soweit  ich  sie  durchgesehen 
habe  nicht  ersichtlich,  doch  nuiss 
er  beim  Kurfürsten  in  gutem  An- 
sehen gestanden  haben,  denn  all 
seine  Eingaben  um  Gehaltserhöhung, 
die  fast  jährlich  erfolgten,  wurden 
bewilligt.  Als  der  Kurfürst  seine 
Zuflucht  vor  den  Oesterreichern 
in  Brüssel  nahm,  wurde  er  auch 
dahin  befohlen  (14/11  1701)  und 
erhielt  einen  Gehalt  von  680  Gld. 
46  X.  1726  ist  er  seit  9  Jahren 
„Residenz  Pfleger",  thut  keinen 
Dienst  mehr  bei  der  Kapelle  und 
bezieht  einen  Gehalt  von  678  Gld. 
(Kreisarch.). 

Normant,  siehe  Loyal. 

Norminger,  wie  er  sich  selbst 
schreibt,  wird   aber  in  den  Akten 


Norminger,  Friedr. 


213 


Norris,  "William. 


und  auch  bei  Fürstenau  1,  39. 
47  Normigcu,  Norin(je)\  Nöringer, 
Nönm'ger  und  Nörniger  geschrie- 
ben, August,  Er  unterrichtete 
1589  und  1612  die  jungen  sächs. 
Prinzen,  kam  1581  an  Stelle 
Joachim  Mors'  als  erster  Hoforga- 
nist in  Dresden  mit  anfänglich 
190  Gld.  10  gr.  4  Pf.,  später  mit 
222  Gld.  12  gr.  Gehalt,  der  sich 
1612  auf  300  Gld.  belief.  1594 
bittet  er  um  Urlaub. 

Unter  August  Norminger  besitzt  die 
B.  B.  im  Ms.  Z89  ein  Tabulaturbuch, 
verfasst  vind  geschrieben  im  Jahre  1598, 
scheinbar  im  Autograph.  Der  Einband- 
deckel trägt  die  Initialen  in  Gold:  F.  W. 
H.  Z.  S.  (Friedrich  Wilhelm,  Herzog  zu 
Sachsen,  Vormund  von  Chur- Sachsen  und 
Herzog  von  Weimar).  Er  enthält  77  vier- 
stimmigö  Choräle  in  der  Orgeltabulatur, 
39  geisti.  und  weltliche  Lieder  (weltliche 
31)  und  am  Ende  93  Tänze  aller  Art. 
Ein  anderer  Name  ist  nicht  genannt,  die 
Bearbeitung  ist  daher  jedenfalls  von  ihm, 
sowie  manche  Komposition  wohl  von  ihm 
selbst  herrilhren  mag. 

Norming'er(Noringer,]Srormiger), 
Friedrich,  vielleicht  der  Yator 
des  August,  war  1575  zweiter  Hof- 
organist in  Dresden.  1580  erhält 
die  Wittwe  eine  halbe  Jahres- 
besoldung. Fürstenau  führt  ihn 
zwar  noch  1590  an  (1,  36),  doch 
kann  dies  nur  ein  Irrtum  sein, 
da  ich  obige  Nachrichten  im  sächs. 
Staatsarchiv  fand.  Fürstenau  3, 
202  erwähnt  ihn  im  Jahre  1576 
mit  100  Gld.  Gehalt.  Kade  im 
Archiv  für  sächs.  Geschichte  von 
Weber,  Bd.  10,  113  schon  1574. 

Norris,  Tliomas,  geb.  zu  Mere, 
Wiltshire,  getauft  am  15/8  1741. 
Knabensänger  an  der  Kathedrale 
zu  Sahsbur}^  unter  Dr.  Stephen's 
Leitung.  Seine  schöne  Sopran- 
stimme änderte  sich  später  in  einen 
Tenor  und  er  wurde  ein  gesuchter 
Konzert-  und  Oratoriensänger.  Er 
liefs  sich  in  Oxford  nieder  und  gab 
Gesangunterricht,  erhielt  1765  den 


Organistenposten  an  der  Christus- 
kirche u.  erwarb  sich  in  demselben 
Jahre  den  Grad  eines  Baccalau- 
reus,  wozu  er  zwei  Kompositionen 
von  Psalmen  einreichte.  Am  12. 
Nov.  1765  wurde  er  an  der  Musik- 
schule angestellt  und  erhielt  am 
15.  Dez.  den  Organistenposten  am 
St.  John-CoUeg.  Den  5.  Nov.  1771 
wurde  er  Laien-Kleriker  am  Mag- 
dalenen  -  Colleg.  Er  starb  den  5. 
Sept.  1790,  49  Jahr  alt  zu  Imley- 
Hall,  bei  Stourbridge  in  der  Graf- 
schaft Worcester,  nachdem  er  einige 
Tage  vorher  auf  dem  Birmiughamer 
Feste  gesungen  hatte  (Stephen). 

Von  seinen  Kompositionen  ist  nur 
Weniges  bekannt  und  dann  selten  mit 
dem  Voraamen  gezeichnet.  Ihm  zuge- 
schrieben wird  in  Longman's  Collect,  of 
Catches  Nr.  209 :  For  Agathon  in  fighting. 
Glee  a  4  v.,  hier  soll  er  nach  dem  Kat. 
von  Königsbg.  mit  Tho.'s  gez.  sein.  —  Im 
R.  C.  of  Mus.  1586  Samlbd.  in  Stb:  6  Sym- 
phonies,  nur  Norris  gez.  Im  Reg.  des 
Kat.  ist  noch  1933  angezeigt,  doch  ist 
dort  nichts  zu  finden.  Die  Angabe  1933 
ist  überhaupt  falsch,  da  die  Nr.  gar  nicht 
vorkommt  und  die  letzte  Nr.  1922  mit 
12  Bden.,  gez.  a— m  ist.  Sämtliche  An- 
gaben mit  1933  sind  unfindbar,  selbst 
wenn  man  den  Bd.  unter  m  als  1933  be- 
trachtet. —  1  Anthem  ä  1— 4  v.  mit 
Norris  gez.  in  Oxford  Chr.  Ch.  im  Ms.  — 
Grove's  Angabe,  dass  er  in  Warren's  Col- 
lection  vorkommt,  ist  wohl  ein  Iritum.  — 
Dagegen  befindet  sich  im  Samlwk.  Catch 
Club  3  (Sibbald  in  Edinburgh)  im  3.  Bde. 
ein  Catch  mit  Thomas  Norris  gez. 

Norris,  William,  1685  Chor- 
knabe an  der  Kgl.  Kapelle  in  Lon- 
don, später  Chorsänger  und  Ge- 
sanglehrer in  Lincoln.  Gest.  um 
1710  (Stephen). 

In  Playford's  Divine  Companion  1  An- 
them. In  Tudway's  Samlbd.  br.  Mus. 
Ms.  98  ein  Ser\äce  und  2  Authems.  Ms. 
577  ein  Antliem  in  P.  Ms.  597  Samlwk. 
von  geisti.  Gesgen.  3  Nrn.,  alle  mit  W. 
Norris  gez.  —  In  Ely  3  Anthems  und 
1  Service. 

Von  einem  Norris  ohne  Vornamen  be- 
finden sich  im  Samlwk.  Amüsement  1791 
Madrigale,  Catch  u.  ;i. 


North,  Francis. 


214 


Notker,  Balbulus. 


North,  Francis,  Lord  Griiilforcl, 

getauft  am  2.  Nov.  1637  zu  Kirt- 
ling  (Stephen),  gest.  7.  Sept.  1685. 
Bekleidete  hohe  Justizämter  und 
gab  1677  heraus 

A  Philosophical  Essay  on  Musick.  Lon- 
don, by  Martin  (anonym).  #.  3.5  S. 
[ß.  B.  br.  Mus.  Hawidns  4,  431  giebt 
umfangreiche  Auszüge. 

North,  Roger,  Attorney  G.  of 
James  IL,  Bruder  des  Francis', 
geb.  3,  Septemb.  1653  zu  Tostock, 
gest.  1.  März  1734  zu  Rougham 
(Stephen):  Er  war  General-Anwalt 
König  Jakob  IL,  nebenbei  ein 
guter  Gambist  und  hinterliefs  eine 
historische  Abhandlung  der  Musik 
von  den  Griechen  ab  bis  zum 
Jahre  1730.  Edw.  Rimbault  gab 
sie  nach  dem  Ms.,  welches  der  Or- 
ganist G.  Townshend  Smith  in 
Lynn  besafs,  heraus,  betitelt: 

Memoirs  of  Musick  now  first  printod 
from  the  Original  Ms.  .  .  Lond.  184G 
George  Bell.  kl.  4".  IV.  XVIII  u.  139  S. 
mit  N.'s  Port. 

Northbroke,  James,  lebte  in 
der  ersten  Hälfte  des  16.  Jhs.  in 
England,  war  Kaplan  und  erwarb 
sich  1531  in  Oxford  den  Grad 
eines  Baccalaureus.  Im  Ms.  Peter- 
house  in  Cambridge  1  Motette. 

Northget,  .  . .  wird  von  Swann 
am  25.  März  1646  in  einem  Briefe 
an  Huygens  ein  grofser  Liebhaber 
und  sehr  guter  Organist  genannt 
und  sendet  ihm  2  geistl.  Gesänge 
seiner  Komposition  (Huygens  XXII). 

Northmaiiii,  Friedrich,  Orga- 
nist c.  1565,  vielleicht  in  Torgau. 
Seine  Mutter  war  beim  Kurfürsten 
Kinderfrau  gewesen  (s.  Staatsarch.). 

Norton,  Ferdinand,  1722  In- 
strumentist an  der  Hofkapelle  zu 
London  (Viertelj.  8,  516). 

Willi ciDi  Norton^  ebenfalls  In- 
strumentist an  der  englischen  Hof- 
kapelle, wird  1741  Instrumenten- 
be wahrer  (ib.  518/19). 


Nosera,  s.  Nasera,  Pietro  de. 
Nosera,    Seraphin    Jacohus, 

Kammormusikus    in   Dresden,    er- 
hält 1660   seinen   Pass,    d.  h.  den 
Abschied  (s.  Staatsarch.). 
Nofswitz,  Christoph. 

In  der  Bibl.  Lobau  (jetzt  Dresd.)  in 
Nr.  8,  befinden  sich  in  6  Stb.  achtstim. 
geschriebene  Kirchengesänge  von  1593, 
üb  komplet  bedarf  der  Untersuchung. 
Ebendort  Nr.  13,  ist  in  Jakob  Handl's 
Musici  operis  1595  eine  hds.  Vorrede  von 
ihm  zu  finden. 

Notary  (wohl  richtiger  Notario 
oder  Notari,  wie  er  in  den  Listen 
zuletzt  geschrieben  wird),  Angelo, 
seit  1625  Mitglied  der  Kgl.  Ka- 
pelle in  London  mit  40  S^  Gehalt. 
Er  war  Sänger  und  Lautenist  und 
St.  vor  dem  28.  Nov.  1664  (Nagel, 
Annaion). 

Das  br.  Mus.  besitzt  von  ihm  unter  dem 
Namen  Aiiyelo  Notari  den  Druck: 

Frime  musicho  nuove  ...  a  ] ,  2,  et 
3  voci  ])er  cantare  con  la  Tiorba,  et  altrl 
strnnKMiti  .  .  .  London  1{)13  intagl.  da 
Gugl.  Hohn     fol. 

Noteinaii,  Jakob,  bekannt  durch 

15  Lieder  in  Burgs  Mengelzangen  1717. 

Notens,  Joannes. 

Missa  4  voc.  Ms.  11883  Nr.  17,  Chorb. 
gr.  fol.   Anfg.  des  16.  Jhs.    [Ilofb.  Wien. 

Notere,  Estenan  de,  ein  Zinke- 
nist, 1572  im  Dienste  des  Herzogs 
Alba  in  Brüssel;  sein  Gehalt  be- 
trug für  23  Monate  6291  Pesas 
(Viertelj.  9,  397.  402). 

Noteur,  de,  siehe  Denotenr, 
Noth,  Pliilipp,  Musicus  und 
Bürger  zu  Augsburg,  wird  am  30. 
Sept.  1632  als  Stadtmusikus  mit 
jährlich  100  Gld.  rhein.  Münz  auf 
10  Jahre  angenommen  (Urkunde 
in  M.  f.  M.  25,  31). 

Nothnagel,  . . .  Kantor  in  Wert- 
heim um  1700  (Mattheson  1,  348). 
Nothsellner,  . . .  Tanzkomponist 
I  um  1799  (Anzeige). 
I  Notiier,  Balbulus,  Sequenzen- 
1  dichter,  Komponist  u.  Musiktheo- 
I  retiker,    wurde    nach    den    Einen 


Notker,  Balbulus. 


215 


NovaiTo. 


zwischen  830 — 40  in  dem  Orte 
Elgg  (Kant.  Zürich),  nach  Anderen 
in  JoDswil  (Kant.  St.  Gallen)  geb., 
gest.  6.  April  912  im  Kloster  zu 
St.  Gallen.  Aus  hohem  Adel  ent- 
sprossen, erhielt  er  auf  der  Kloster- 
schule in  St.  Gallen  eine  wissen- 
schaftliche Erziehung  und  wurde 
dann  ein  Mitglied  dieses  Ordens. 
Ein  Yerz.  seiner  Sequenzen  in 
Schubiger's  Sängerschule  S.  41  u. 
in  Haupt's  Zeitschrift  f.  deutsches 
Alterthum.  Neue  Folge  Bd.  3, 
S.  267. 

Seine  theoretische  Schrift  ,,De  miisica 
et  syniphonia"  ist  verloren  gegangen,  nur 
die  kleine  Abhandig.  ,,Explanatio  quid 
singulae"  ist  erhalten  (Gerbert  1 ,  95. 
Schubiger  1,  10.  Beisp.  S.  6,  Biogi-.  S. 
39  ff.  Haberl,  Jahrg.  1886,  8.  Lpz. 
AUg.  Musikztg.  1882,  554.  Schubiger, 
Spicilegien  p.  30).  Die  ßibl.  Magliabec- 
chiana  zu  Florenz,  provisor.  Nr.  503  f  3, 
besitzt  den  Tractat  „Incipit  prologus  se- 
quentiarum.''  Auszüge  im  La  Fage  2, 
282.  —  B.  Eiccai'ciana  zu  Florenz,  Ms. 
Kopie  des  vorigen  Tractats.  —  In  Bo- 
logna: De  tonis,  de  tropis  et  de  Eespon- 
soriis.  Kopie  nach  einem  Ms.  in  Santa 
Maria  Novella  in  Florenz.  —  Im  Schu- 
biger eine  grofse  Anzahl  Sequenzen  mit 
Melodien.  —  In  der  Hofb.  Wien  ein 
Hymnarium,  Pgmt. -Hds.  des  11.  Jhs. 
Strichneumen  am  Eande,  enthält  auch 
die  von  N.  In  Ms.  19  184  zehn  Sequenzen 
in  moderner  Notierung  von  Ant.  Schmid 
(Eitner  2.  Siehe  auch  Viertel]',  das  Gene- 
ralreg.). 

Notker,  Lal)eo,  auch  Teutoni- 
cus  genannt,  Mönch  in  St.  Gallen, 
gest.  29.  Juni  1022;  berühmt  als 
Lehrer  in  seinem  Kloster,  hat  sich 
besonders  dadurch  der  Nachwelt 
wert  gemacht,  dass  er  mehrere 
Schriften  in  deutscher  Sprache  ab- 
fasste,  so  auch 

eine  kleine  Musikabhandlung  (Gerbert 
1,  9G— 102).  Er  bespiicht  darin  aiich 
die  Besaitung  der  Rota  und  Leier.  Schu- 
biger 1,  81.  2,  3.  Neuausgabe  seiner 
Schriften  von  Dr.  Paul  Piper. 

Notker,  der  Probst,  auch  mit 
PJtijicHs  bez.,  starb  als  Bischof 
von    Lüttich    1008,     Er   war    der 


Verfasser  eines  glehrten  Werkes 
über  die  Tonkunst,  dessen  man 
sich  im  Laufe  des  Mittelalters 
vielfach  als  Lehrbuch  bediente 
(Schubiger  2,  2). 

Im  Schubiger  1  Hymnus  mit  Melodie 
(Eitner  2). 

Nongaret,  Pierre  -  Jean  -  Bap- 
tiste,  geb.  16.  Dez.  1742  zu  Ro- 
cheUe,  gest.  im  Juni  1823  zu  Paris. 
Ein  Literat,  gab  heraus: 

De  l'aii  du  theätre  en  general  ou  il  est 
parle  des  differens  spectacles  de  TEurope, 
de  ce  qui  conceme  la  Comedie  ancienne 
et  nouvelle,  la  Tragedie,  la  Pastoral- 
dramatique,  la  Parodie,  l'opera-serieux, 
Topera-boiiffon. . .  Pai'is  1769  Cailleau. 
2  voll.  120.  382  u.  368  S.  [B.  B.  Mu- 
sikfr.  "Wien.     Bologna.     Brüssel. 

Fetis  führt  noch  an:  Spectacles  des 
foires  et  des  boulevards  de  Paris,  ou 
Catalogue  historique  et  chronolodque. . . 
Paiis  1774—1788.     15  voll,  in  24". 

NoTack,  Johaiiu,  um  1756  Ka- 
pellmeister im  Schlosse  zu  Prag 
(Marpurg  3,  69). 

lu  Klosterneuburg  eine  Messe  in  C. 
im  Ms.  —  Gerber  2  zeigt  ihn  unter  No- 
'wack  an  und  sagt:  er  war  Kapellmeister 
am  Dome  St.  Veit  zu  Prag.  Sein  Nach- 
folger nach  seiner  Pensionierung  -wurde 
Franz  Brixi. 

Novarese,  Jlicliele,  so  in  Ant. 
Franc.  Doni's  Dialogo  von  1544 
auf  einem  Madrigal  von  ihm  ge- 
zeichnet. Novarese  ist  wahrschein- 
lich nur  sein  Geburtsort  Novara 
und  glaubt  Gaspari  im  Bologner 
Kat.  1,  132,  dass  damit  Varotti 
gemeint  sein  könnte,  der  den  Vor- 
namen Michele  trug  und  aus  No- 
vara gebürtig  war,  doch  fällt  seine 
Lebenszeit  zu  spät,  um  1544  schon 
mit  einem  Mustersatze  angeführt 
zu  werden.  Vogel  verz.  das  Ma- 
drigal nicht. 

Novari,  . . . 

Im  Archiv  der  Dresdner  Hofkirche  be- 
finden sich  in  P.  u.  Stb.  im  Ms.  5  geistl. 
lat.  Gesge.  filr  Chor  und  Instrumente. 

NoTarro.  Oiovaiini  (Juan)  di 
Seviglio,  ein  Spanier,  ist  in  der 


Novelli,  Fulvio. 


216 


Noverre,  Jeaa-Georges. 


B.  M.  im  Ms.,  Fragment,  mit  einem 
Gloria  patri  5  voc.  in  P.  vertreten. 

Novelli,  FuMo,  ein  Komponist 

ans   dem  Ende   des    16.  Jhs.,    der 

nnr   in   Sammelwerken   zu   finden 

ist  und  zwar 

in  Ancina's  Tempio  armonico  1599:  1. 
E  pur  partir  conviemmi  3  v.  2.  Parto 
da  voi,  2.  p.  3.  Lasso  che  fia  3.  p.  4. 
Che  sia  di  me  4.  p.  f).  Lungo  viver  5.  p. 
3  voc.  —  In  Arascione's  Nuove  Taudi 
ariose  4  voc.  IGOO  zwei  Gesge.  p.  36  u.  69. 

Novelli,  (xiovaiiiii,  1672  Vice- 
kapellmeister  a/d.  Dresdner  Hof- 
kapelle, vor  dem  Tenorist  und 
Kirchenkomponist  (Fürstenau  2  a, 
247).  Derselbe  verzeichnet  1,  92 
u.  97  auch  einen  Giuseppe  oder 
Giuseffo,  der  1666  Tenorist,  1680 
VicekapeUmeister  war  und  1683 
entlassen  wurde.  Sein  Gehalt  be- 
trug 700  bis  800  Ktlilr.  Im  s. 
Staatsarchiv  wird  1669  ein  Oiu- 
seffo^  Kammermusikus,  vom  Kur- 
fürsten von  Sachsen  nach  Mainz 
empfohlen.  Aller  Wahrscheinlich- 
keit wird  der  von  Fürstenau  1,  92 
angeführte  Giuseppe,  Giovanni  sein 
sollen. 

Die  Nationalbibl.  zu  Paris  besitzt  unter 
Novelli:  12  Sonates  a  tre,  op.  1.  Amsterd., 
Roger.  Es  ist  sehr  fraglich  ob  dieselben 
von  einem  der  obigen  sind. 

NoTcllino,  Bartoloineo,  Nobile 
di  Padova,  wurde  am  21.  Juni 
1489  zum  Organisten  an  der  Ka- 
pelle Antoniana  zu  Padua  gewählt 
(Tebaldini  2). 

NoTcllo,  Lodovico.  Der  einzig 
bekannte  Druck  von  ihm  giebt 
keine  Nachricht  über  seine  Person. 
Er  ist  betitelt: 

Mascharate  ...  di  piu  sorte  et  varii 
soggetti  appropriati  al  Carnevale  nouam. 
da  lui  comp.  Lib.  1  ä  4  voc.  Ven.  1546 
Gardane.  4  Stb.  qu4o.  29  Gesge.  Texte 
vollständig.  |  Bologna.  Ho fb.  Wien,  im 
Bass  fehlen  Nr.  15—22.  br.  Mus:  A.  T. 
Upsala:  B. 

Noverre,  An£;'iistiii,  gab  heraus: 

A  new  March,  six  new  Miuuets,  six 
new    Cotillons    and     two    new    Country 


Dances  . . .    Lond.,  Longman  &  Broderip. 
fiu40.     18.  Jh.     [br.  Mus. 

Noverre,  Jejin  -  Greorges,  geb. 
29.  April  1727  zu  Paris,  gest.' 19. 
Nov.  1810  zu  St.  Germain  bei 
Paris.  Bildete  sich  zum  Tänzer 
aus  und  trat  1743  vor  dem  Hofe 
in  Fontainebleau  zum  ersten  Male 
mit  Erfolg  auf.  1748  ging  er  an 
den  Hof  in  Berlin,  gefiel  sich  aber 
nicht,  kehrte  1749  nach  Paris 
zurück  und  trat  in  der  komischen 
Oper  auf.  Von  1755  bis  57  in 
der  Oper  in  London  (Burney  7, 
529  erwähnt  ihn  1788  als  Kom- 
ponist der  Musik  zu  Cupid  and 
Psyche,  die  grofsen  Beifall  errang.). 
1758  war  er  in  Lyon.  Am  1. 
März  1760  wurde  er  als  Ballet- 
meistcr  nebst  seiner  Frau  als 
Schauspielerin  am  Württemberger- 
hofe  auf  6  Jahre  mit  5000  Gld. 
engagiert  (Erweiterungen  des  Ver- 
trages siehe  bei  Sittard  3,  59  ff., 
sowie  auch  dort  seine  Leistungen 
in  Erfindung  von  Ballets  gewürdigt 
■werden).  Seit  1770  wechselte  er 
noch  mehrfach  seine  Stellungen, 
bis  er  1780  sich  zurückzog  und 
eine  Pension  vom  Könige  von 
Frankreich  bezog  (Fotis).  Er  legte 
seine  Ansichten  über  den  Tanz 
u.  die  Ballets  in  folgender  Schrift 
nieder: 

Lettres  sur  la  danse  et  sur  les  ballets, 
par  . . .  Lyon  1760  Delaroche.  kl.  8«. 
484  S.  [Brüssel.  B.  Wagener].  Dieselbe 
erlebte  mehrere  Auflagen: 

—  Paris    1783.     8".     [Stadtb.  Verdun. 

—  ...  ballets  et  les  arts.  St.  Peters- 
bourg  1803.     gr.  4°.     4  voll.     [B.B. 

—  deutsch.  Briefe  über  die  Tanzkunst 
.  . .  Hambg.  u.  Bremen  1769  J.  H.  Gramer, 
kl.  8".  358  S.  [B.  Wag-ener.  Musikfr. 
Wien.  Steht  auch  in  den  Hamburger 
Blättern  f.  Unterhaltung,  Bd.  1  p.  260. 

Fetis  führt  noch  Ausgaben  an:  Vienne 
1767.  Kopenhagen  1803.''Paris  1807,  2  voll. 

Die  Hofb.  in  Wien  besitzt  noch 

Contredanse  ä  2  V.  2  Ob.  2  Cor.  e  B. 
Ms.  1768,  P.     Stb.  15973. 

Siehe  Vade,  letztes  (8.)  Ballet. 


Novoigille. 


217 


Nuoius. 


NoToiglllc,     Guglielmo ,     soll 
NaTOigille  sein,  s.  d. 
NoYO    Portu,    Francisco   de, 

ein  spanischer  Komponist  des  16. 
Jhs.,  der  im 

Joanelli,  Sanilwk.  von  1568,  mit  4  Mo- 
tetten vertreten  ist  (Eitner  1).  In  Ant. 
Martorello's  1.  Üb.  di  Madr.  5  v.  1547 
p.  25  nnter  Francis.  Portu  der  Gesang: 
Che  nuova  forza.  —  In  B.  M.  Ms.  207, 
4  Stb:  Tu  in  nobis  3  voc.  —  In  B.  Leiden, 
Chorb.  F181  Regina  coeli  laetare.  Ms.  — 
In  Gerlach's  Samlwk.  von  1567  zwei 
Gesge.  —  Im  Ms.  in  B.  Br.  2  lat.  geistl. 
Gesge.  —  In  Dresd.  Mus:  Ms.  Da  48, 
Samlbd.  Nr.  2  „Plangent  eum  quasi,  2.  p. 
Mulieres  sedentes"  5  voc. 

Noya,  Griovanni  de,  Fiam- 
mingo,  bekleidete  1572  das  Ka- 
pellmeisteramt an  der  päpstl.  Ka- 
pelle (Straeten  6,  480). 

Novothny  (Nowotny),  Franz, 
Kade  im  Schweriner  Kataloge  2, 
99  und  Pohl  4,  61  teilen  mit,  dass 
er  im  August  1765  in  die  Stellung 
seines  Vaters  Johann  N.  als  Or- 
ganist in  die  Kapelle  des  Fürsten 
Esterhazy  zu  Eisenstadt  einrückte 
und  daselbst  im  August  1773  starb. 
Gerber  2  nennt  ihn  ISlovotny,  ohne 
Vornamen  und  zeigt  eine  Missa 
in  C.  im  Ms.  P.  an,  die  Külmel 
in  Leipzig  1802  herausgab. 

Die  Schweriner  Fiirstenbibl.  besitzt 
von  ihm:  Zwölf  Praeambula  für  Orgel. 
Ms.  fol.  —  In  dem  Archiv  des  Stiftes  zu 
Göttweih:  8  Messen  und  1  Graduale  im 
Ms.  —  la  Klosterneuburg:  1  Messe,  2 
Te  Deum.  1  Salve,  1  Eegina  coeli. 

In  d'Elvert's  Gesch.  der  Musik  wird  in 
der  Beilag.  S.  151  die  Biogr.  eines  Joseph 
Andreas  Nowotny  mitgeteilt,  geb.  3.  April 
1778  zu  Kaunitz  in  Böhmen,  gest.  13. 
März  1856  zu  Brünu.  Er  betrieb  die 
Musik  nur  nebenbei.  Sein  Amt  war  das 
eines  uiiobligaten  Fouriers  beim  3.  Ar- 
tiUerie-Regimente  in  Brunn,  später  eines 
Rechnungs- Accessisten  1.  Klasse.  Er 
spielte  das  Violoncell  vortrefflich ,  gab 
viel  Musikunterricht  und  komponieiie 
allerlei.  Im  Archive  des  Augustinerstiftes 
St.  Thomas  in  Altbrünn  befinden  sich 
allerlei  Kirchenkompositionen.  Einige 
Lieder  wurden  auch  gedruckt.  Es  ist 
fraglich  ob  nicht  Einiges  unter  Franz  an- 


gezeigte  Jos.    Andreas   zugehört,    da  die 
Kompositionen  keinen  Vornamen  ti-agen. 

Noyers ,  . . .  ein  Oboenvirtuose 
und  Komponist,  lebte  um  1716  zu 
Paris  in  Diensten  des  Prinzen 
Vaudemont,  1730  aber  in  Loth- 
ringen (Gerber  2). 

Nozeman,  Jacobus,  geb  3.  Sept. 
1693  zu  Hamburg,  gest.  6.  Idus 
Oct.  1745  zu  Amsterdam  (Bouwst. 
1,  97).  Gregoire,  Panth.  5,  113 
teilt  ein  Lobgedicht  auf  ihn  mit. 

Ein  alter  Auktionskatalog  verzeichnet 
von  ihm  op.  2,  6  Sonate  a  V.  solo  e  B. ; 
op.  5,   6  Sonate  a  Vcl.  solo  e  Bc. 

Die  Nat.-Bibl.  in  Pails:  Sonates  a  V. 
solo  e  Bc.  op.  1.,  op.  2.  Amst.,  Le 
Cene.    fol. 

In  Mich.  Corrette's  L'art  de  Violon, 
1  Piece. 

Nub,  Signor.  Es  ist  fraglich 
ob  „Nub"  ein  abgekürzter  Name, 
oder  der  vollständige  ist.  Seinem 
Werke  nach  kann  er  dem  Ende 
des   17.   oder   18.  Jhs.   angehören. 

In  B.  Knssel  befindet  sich  im  Ms.  fol. 
60  eine  Sonate  ä  3,  2  V.  e  Viola  da 
Gamba  del  Signor  Nub. 

Nucci,  Griuseppe,  ein  Opern- 
komponist, der  um  1790  am  Tu- 
riner Theater  angestellt  war.   Fetis 

verz.  5  Opern. 

Die  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzt 
eine  sechste:  Rosa  e  Nicola,  Ballet  in  P. 
1807  und  Etüden  für  den  Contrabass. 

Nucetus,  Flaminius,  s.  Nocetti. 

Nuceus,  Alardus,  siehe  Graue- 
qnier,  Alard  du. 

Nucius  (Nucis),  Fr.  Joannes, 
geb.  um  1556  zu  Görlitz,  ging  ins 
Kloster  zu  Räuden  (1591  zeichnet 
er  sich  F.  Joan.  Nucis  Gorlicensis 
Lusatius  ordiuis  Cisterciensis  Mo- 
nachus)  und  wurde  gegen  1609 
Abt  im  Kloster  Himmelwitz  in 
Schlesien  (auf  dem  Titel  genannt 
,,Abbatis  Gymielnicensis  Cisterc. 
ord.").  Nach  dem  Blande  des 
Klosters  1617  hören  die  Nach- 
richten über  ihn  auf  (Hoffmann). 
A^on  seinen  Werken  sind  bekannt: 


Nudera. 


218 


Nunes  da  Sylva. 


Musices  poeticae  sive  de  compositione 
cantus.  Praeceptionesabsolutissimae.  Nunc 
primum  a  F.  Joan.  Nucio  ...  in  lucem 
editae.  Nissae  1613  Scharf fenlterg.  4". 
11  Bog.  [B.  B.  Gotha.  Univ.-Bibl.  Lpz. 
B.  M.  B.  Wagen  er.  Briissel  (Beschrei- 
bung im  Hoffinann). 

Modulationes  sacrae,  modis  miisicis,  5 
et  6  vocum,  recens  compositae  . . .  Pragae 
1591  Nigrinianis.  6  Stb.  fiu40.  50  Ge- 
sänge. [B.  Br.  B.  L.  Brieg.  Beuedic- 
tinerstift  Raigern  in  Oesterreich:  A.  B.  5a. 

. . .  Cantionum  sacrarum  5  et  6  voc. 
lib.  1.  edit.  Pragensi  emaculatior  &  niti- 
dior.  Lignicii  1609  Nie.  Sartorius.  6  Stb. 
4".  66  Gesge.  [B.  B:  5  Stb.  B.  Br. 
B.  K. 

.  .  .  Cantionum  sacr.  diversorum  vocuin. 
Lib.  2.  .lam  prini.  in  lue.  ed.  Lignicii 
1609  ib.  (i  Stb.  40.  63  Ge.sge.  [B.  B. 
5  Stb.     B.  Br.     B.  K. 

In  B.  Liegnitz  4  Motetten  im  Ms. 
unter  Nucius  und  Nucis  (s.  Kat.)  —  Ln 
Ms.  B.  Br.  2  Messen,  2  Psalmen,  5  Mo- 
tetten. 

Nudera,  AcLiIbert,  ein  Violi- 
nist am  Orchester  der  Kirche  St. 
Peter  auf  dem  Wischehrad  zu  Prag 
um  1796;  gab  als  op.  1  ein  An- 
dantiüo  mit  Var.  f.  Clarinette,  Fa- 
gott und  Begltg.  von  2  V.  2  Hörn, 
u.  B.  in  Gotha  und  Petersburg 
bei  Gerstenberg  1796  heraus.  So 
berichtet  Gerber  2.  Ulabacz  unter- 
scheidet 2  Nudera,  einen  mit  Vor- 
namen A.,  der  obiges  Werk  her- 
ausgab aber  nicht  die  bez.  Stel- 
lung inne  hatte  und  einen  ohne 
Vornamen,  der  Violinist  an  obiger 
Kirche  war  und  allerlei  Tänze 
herausgab,  doch  sah  Dlabacz  von 
ihm  auch  ein  Te  Deum  u.  Litaneien. 

Nüchter,     Johanu     Philipp, 

Magister  und  Musikdirektor  zu 
Erbach  in  Schwaben,  geb.  zu 
Augsburg,  gab  heraus: 

Oviim  paschale  uovum,  seu  Missae 
dominicales  a  4  voc.  concert.  et  4  instmm. 
concertat.  Ulmae  1695.  4°.  Stb.  ?  [br. 
Museum  fehlt  der  Titel,  sonst  komplet 
sagt  der  Kat. 

Nürnberger,    Augustin,    war 

1587  Hoforganist  in  Dresden  (s. 
Staatsarch.). 


Nttsler  der  Findende,  Gottliel) 
Kristian, 

bekannt  durch  10  Melodien  mit  Bass 
in  Zesen's  Rosen-  und  Lilienthal  1670. 

Nuffo,  Antonio,  1584  Sänger 
a/d.  Hofkapelle  Philipp  II.  von 
Spanien  (Straeten  8,  111). 

Nugnez,  siehe  Nuiiez. 

Nulet,  Jean,  wird  in  einem 
Dokument  von  1570  Bürger  in 
Brujas:  „Nulet  Flame''  genannt 
und  als  Sänger  für  die  Kgl.  Ka- 
pelle in  Madrid  vorgeschlagen. 
Straeten  8,  84  glaubt,  dass  dies 
der  in  alten  Samlwk.  vorkommende 
Nollct,  Nolet  u.  Noldto  sein  kann. 
Da  Letzterer  aber  30  Jahre  früher 
auftritt,  so  ist  die  Identität  nur 
unsicher. 

Nully,  Jean  de,  ein  Buch-  und 
Musik  Verleger  in  Paris,  dessen  Ver- 
lagsartikel im  Anfange  des  18.  Jhs. 
erschienen.   Er  verlegte  von  Musik : 

Cantiques  spirituels  sur  les  principaux 
Mystcres  de  notre  Iveligion,  pour  les  Mis- 
sions et  les  Catechismes.  3.  ed.  1711. 
12*'.  Gedruckt  ist  es  von  Christ.  Ballard. 
Die  erste  Ausg.  muss  dem  Frivilege  zu- 
folge 1702  erschienen  sein.     [Bologna. 

Num,  Willem  ran,  aus  Leydcn, 
ist  am  28,  Sept.  1761  an  der  Uni- 
versität zu  Leyden  als  Musicus 
eingeschrieben  (Bouwst.  B,  9). 

Nunian,  CliristoTal  magno,  1641 
Instrumontist  an  der  Hofkapelle  in 
Brüssel  mit  306  Gld.  Gehalt  (Strae- 
ten 5,  137). 

Nunes  da  Sylva,  Pater  Manoel, 
geb.  um  1678  zu  Lissabon,  ein 
Predigermönch,  zuerst  Prof.  am 
Kollegium  St.  Katharina  zu  Lissa- 
bon und  Ciiordirektor  an  St.  Maria 
Magdalena,  später  Kapellmeister 
am  Notre  Dame  della  Conception 
Jesu  Christi.     Er  gab  heraus: 

Arte  minima  que  com  Semibreve  pro- 
laf-am  tratta  em  tempo  breve,  os  modos 
da  Maxima  &  Longa  sciencia  da  musica 
. . .  Lisboa  1685  officina  de  J.  Galram. 
40.  44,  52,  136  S.  u.  2  Taf.  [Briissel, 
besals  auch  1900  Leo  Liepm. 


Nunez. 


219 


Nyert. 


—  Ausg.  Lisboa,  M.  Manescal  1704. 
[B.  B.  u.  Leo  Liepni. 

—  Ausg.  Ib.  1725.  4".  [Brässel  u. 
Leo  Liepm. 

Nniiez   (Nugnez),  Blasius,   aus 

Spanien,   von    1522—1552   päpstl. 
Sänger  (Yiertelj.  3,  259.  265). 

Nuiiitscli,  Hilarius,  Kantor  an 
St.  Stephan  in  Wien  im  16.  Jh. 
(Pohl  3,  33). 

Niioloni,  Alessandro,  nur  be- 
kannt durch  vier  dreistimmig  be- 
arbeitete Villanellen,  siehe  DilUgcr 
1623  c. 

Nusbaumer,  Tobias,  Musiker 
an  St.  Stephan  in  Augsburg,  stellt 
am  28/7  1697  eine  Quittung  über 
empfangenen  Gehalt  aus  (Autogr. 
Grasn.  in  B.  B.). 

Xiisco,  Yincenzo,  ein  Opern- 
komponist, bekannt  durch  die  Oper 
„11  Zotico  incivilito,  ossia  lo  Sposo 
disperato",  die  1808  im  Karneval 
zu  Bologna  im  Theater  Marsigli 
zur  Darstellung  gelangte  (Viertelj. 
5,  249). 

Nuser  (Nusser),  Christoph,  1569 
und  70  Bassist  an  der  Hofkapolle 
in  Münclien  mit  144  Gld.  jährl. 
Gehalt  (Kreisarch.). 

Nusle,  siehe  Nisle. 

Nüssen,  Frederiek,  ein  eng- 
lischer Komponist  der  2.  Hälfte 
des  18.  Jhs.,  von  dem  das  br.  Mus. 
besitzt: 

6  Sonatas  for  a  Y.  T.  &  Vcl.  London 
c.  1760  Welcker.     fol. 

6  Sonatas  for  2  V.  Vcl.  or  Harpsich. 
op.  2.     London,     fol. 

6  Solos  for  a  Y.  with  a  Thorough-Bass. 
Lond.     fol. 

Musica  da  camera,  or  some  old  tunes 
new  sett,  &  some  new  ones  comp,  for  the 
bai'psich.  Op.  3.  London,  Walsb.  fol. 
[aucb  in  Cambridge  FW. 

Nüssen,  Oeorge,  bekannt  durch 
die  Ballade: 

Tbe  tbird  Alliance.  Lund.  c.  1800. 
fol.     [br.  Mus. 

Nusser,  Balthasar,   1564  Kol- 


laborator     in    Regensburg,     1566 
Kantor  das.  (Mettenleiter   1,  216). 

Nusser,  Joseph,  wird  1606  als 
Bassist  an  der  Hofkapelle  in  Dres- 
den mit  150  Gld.  Gehalt  angestellt. 
1604  verheiratet  er  sich,  wird 
später  Yicokapellmeister,  bittet 
1626  „nach  20  jähriger  Dienstzeit 
um  eine  Begnadung".  Ist  1632 
noch  im  Dienst  (Fürstenau  1,  38. 
47  und  s.  Staatsarchiv). 

Nutz,  F  . . .,  lebte  im  Anfange 
des  19.  Jhs.  in  Breslau  und  ist 
bekannt  durch  einen 

Gelege nbeitsgesang  (an  B.  L.  Krieger 
1804  in  Breslau  gerichtet)  für-  Chor  und 
Orchester.  Ms.  in  Stb.  fol.  und  einen 
2.  Chor  mit  Orchester  an  denselben  vom 
Jahre  1802.  Ms.  Stb.  fol.  [beide  in 
Stadtb.  Breslau. 

Nuub,  (xeorg,  Instrumentist  an 
der  Hofkapelle  in  Wien  mit  30  Gld. 
monatl.  vom  1.  April  1637  bis 
t  Jan.  1661  (Köchel  1). 

NuYOloni,  Massiniiliano,  Or- 
ganist, gab  heraus: 

Canzonette  ä  3  voci  .  .  .  Agiontoui 
alcuni  Capricij  et  Balletti  di  Alessandro 
suo  padre,  hora  di  novo  ristampati,  con 
nova  gionta.  Milano  1G08  berede  di  S. 
Tini  et  Fil.  Lomazzo.  3  Stb.  in  kl.  4". 
25  Nrn.,  davon  19  von  Alessandro  N. 
[Hofb.  Wien.     Siehe  Yogel  2,  25. 

Yon  Letzterem  befindet  sich  in  Ang. 
Gardano's  L'amorosa  caccia  5  voc.  1588 
und  1592  das  Madrigal:  Non  gia  de  boschi. 
Gardano  bez.  sämtliche  Komponisten  des 
Samlwkes.  als  geborene  Mantuaner,  es 
sind  deren  24  Csiehe  Yogel  2,  450). 

Nuzanus,  Vincentius,  1514 
päpstl.  Sänger  mit  8  Duc.  Gehalt 
(Viertelj.  3^,  257). 

Nyborch,  Magister  Pieter,  um 
1595  Organist  am  Dome  zu  Utrecht 
(Tijdschrift  2,  211). 

Nyekerche,  s.  Hueber,  Thomas. 

Nyeuhuysen,  s.  Nijenhuijsen, 
Dirk. 

Nyei-t,  Pierre  de,  erster  Kam- 
mermusiker am  Hofe  Louis  XIV. 
(Fetis-Pougin  unter  M.  Fr.  Certain.) 


Nyeveld. 


220 


Oberinayer,  Joseph. 


Nyeveld,  Willem  Yan  Ziiylen 
Tan,  st.  1543,  sonst  ist  über  sein 
Leben  nichts  bekannt. 

Er  ist  der  Sammler  und  teils  auch  der 
Dichter  der  bekannten  Psalmen- Ausgabe: 
Souterliedekens,  mit  Melodien  auf  welt- 
liche Lieder,  die  zuerst  in  Antwerpen  bey 
Symon  Cook  1540  erschienen  und  zahl- 
reiche Auflagen  erlebten.  Clemens  non 
Papa  bearbeitete  sie  3  st.  (s.  d.) 

Nyoii,  Claude -Gruillaume,  ge- 
nannt La  Foutidy^  geb.  um  1567 
zu  Paris,  gest.  um  1641;  sein 
Nachfolger  als  Geigertönig  war 
Gaillard  Taillasson.    Als  trefflicher 


Violinist    wurde    er    nach    einem 

Dokument,   was  Fetis  mitteilt,  am 

21.  Aug.    1608    zum    Geigerkönig 

über  die  Ministreis  von  Frankreich 

ernannt  und  zugleich  Mitglied  der 

Geiger    in    der    Privatkapelle    des 

Königs  von  Frankreich. 

In  Phiildor's  Samlg.  im  C.  P..  unter  der 
Regierung  Louis  XIV.  angelegt,  befindet 
sich  eine  Sarabande  de  Guillaumc,  die 
Fetis  ihm  zuschreibt. 

Nyot,  Robert,  um  1394  päpstl. 
Sänger  in  Avignon  (Viertelj.  3, 
213). 


o. 


0.  D.  N. 

Ms.  B.  L.  16/17.  .Tli.:  Ich  danke  dir 
Herr  4  st.  Nr.  20. 

0.  T. 

Non  aliam  ac  voto  concoptam  duxe  (?) 
puellam.  Gelegenheitsgesang.  [B.  Hbg. 
kompl. 

Oaklaiid,  auch  Oclande  und 
Okeland  geschrieben,  ein  eng- 
lischer Komponist  des  16.  Jhs. 

kommt  mit  4stim.  Kirchengesängen  in 
John  Day's  Morning  and  Evening  prayer 
von  1565  vor.  Ein  Gesang  in  4  Stb., 
16.  Jh.  Ms.  574,  br.  Mus. 

Oaymox,  Balthasar. 

In  der  Bibl.  Wagener  liefiudet  sich  das 
theoretische  Werk:  Principium  et  are 
totius  musicae  (Norib.  lüOOj  qufol. 

Obdain,  Cornelio  de,  1586 
Sänger  a/d.  Hofkapello  Philipp  II. 
von  Spanien.  Ist  noch  1598  in 
den  Listen  verz.  (Straeten  8,  116. 
400). 

Obelet,  Sire,  siehe  Crobelet. 

Oberegger,  Hartmaiin, 

ist  im  Samlwk.  1628  a  mit  einer  4stim. 
Motette  mit  Bc.  vertreten  (Eitner  1). 

Oberl,  Karl,  Lebenszeit  nicht 
bekannt,  muss  aber  seiner  Kompo- 


sition   zufolge    am    Endo    des    18. 

oder  Anfange   des   19.  Jhs.  gelebt 

haben. 

Die  B.  der  Musikfr.  in  Wien  besitzen 
von  ihm  Nocturne  pour  2  Flute,  Viola  et 
Guitarre. 

Oberländer,  P  . . .,  siehe  An- 
halt, 18.  Jh. 

Obermair  (Obermann),  Ferdi- 
nand, wird  am  1.  Mai  1620  als 
Kantoreiknabe  für  die  Hofkapelle 
in  München  „angeschafft"  und  er- 
hält jährl.  54  Gld.  1628  muss  er 
eine  Badekur  gebrauchen,  wozu 
ihm  12  Gld.  (!)  angewiesen  werden. 
1635  ist  er  als  Altist  mit  200  Gld. 
angestellt,  1636  wird  er  entlassen 
(Kreisarchiv). 

Obermayr  (Obermajer),  Kaspar, 
Tenorist  a/d.  Hofkapelle  in  Mün- 
chen seit  etwa  1770  und  ist  noch 
1789  im  Dienst,  sein  Gehalt 
schwankt  zwischen  380  und  400 
Gld.  (Kreisarchiv). 

Obermayer,  Joseph,  geb.  zu 
Nezabudicz  in  Böhmen,  dem  Für- 
sten   Fürstenberg    gehörige    Herr- 


Oberin eier,  Jatob. 


221 


Obrecht,  Jacof). 


Schaft.  Bildete  sich  unter  Tartini 
in  Italien  zum  Violinisten  aus  und 
wurde  am  Ende  des  18.  Jhs.  sehr 
ffefeiert.  Um  1800  verliefs  er  seine 
Laufbahn  und  wurde  Landwirt 
Gerber  2.     Dlabacz). 

Obermeier,  Jakob,  um  1633 
Kantor  an  St.  Emmeram  in  Regens- 
burg {Mettenleiter  1,  139). 

Obern (lörifer,  Da^id,   ein  In- 

strumentalkomponist  des  17.  Jhs., 
ist  bekannt  durch  das  Werk: 

Allegrezza  musicale.  Aufserlesene 
künstlich  Musicalische  Paduanen,  Gal- 
liarden,  lutraden,  Canzoneten,  Ricercaren, 
Balleten,  Alimanden,  vud  Volten,  auff 
allerley  Insti-uuienten,  mit  4.  5.  vnd  6. 
Stimmen,  gantz  füglich,  lustig,  vnd  lieb- 
lich, zu  gebrauchen:  An  jetzo  aufs  vnter- 
schiedlichen  . . .  Componisten  coUigirt  . . 
durch  .  .  .  Instrum  eutist  in  Franckfurt 
(a/M.).  Frckft.  1620  Nie.  Stein.  Stb.  V 
4".  [B.  B :  C]  Dedic.  von  Stein,  worin 
er  sich  als  der  Bestellende  kund  giebt. 
Enthalten  sind  Nr.  1 — 8  von  Joh.  Ghro 
Dresd.;  Val.  Otto  Lips.  bis  18;  Barihol. 
Praetorius  bis  24;  Joh.  Herrn.  Schein  bis 
28;  Valent.  Haufsmann  bis  33;  Wilh. 
Brade  bis  37 ;  Tho.  Simps.  Nr.  38  Schluss. 
Nr.  9  u.  10  fehlen. 

Obersoii,  . . . 

Im  Stifte  Klosterneuburg  befindet  sich 
unter   obigem  Namen    1  Motette   im  Ms. 

Obersteiner,  Joliann. 

In  der  Bibl.  der  Musikfr.  in  Wien  be- 
finden sich  von  ihm :  1  Requiem,  1  Libera 
nie,  2  Land  messen,  1  Tantiuu  ergo,  1 
"Weihnachtslied  zu  4  Stirn,  mit  Orgel. 

Obertus,  siehe  Obrecht. 

Obizzl,  Domenico,  lebte  im 
ersten  Drittel  des  17.  Jhs.  Seine 
Drucke  geben  über  seine  Stellung 
keine    Auskunft.       Bekannt    sind 

von  ihm: 

Madrigali  concertati  a  2,  3,  4  et  5  voci. 
Con  il  Bc.  di  . .  .  Lib.  1  . .  .  Ven.  1627 
Ales.  Vincenti.  Er  bez.  es  als  sein  erstes 
"Werk.  G  Stb.  4".  25  Madr.  [Bologna, 
im  Kat.  3  Abdrack  der  Dedic.  Bologna 
Petronio. 

Madrigali  et  Arie  a  voce  sola  di  . . . 
da  cantarsi  in  chittai'one,  clavecimb.  o  altre 
d'iustrom.,  con  lAlfabetto  allAriette  per 
la  chitarra  alla  spagnola  . . .    Lib.  1.   Op.  2. 


Ven.  1627  ib.  1  vol.  4".  79  S.  32  Gesge. 
[B.  Br. 

Im  Samlwk.  1625  a  (u.  2.  Ausg.  1636) 
eine  Motette  f.  1  Stirn,  u.  Bc.  (Eitner  1). 

Obrecht  (Hobrecht),  treraert. 

In  Phalese's  Samlwk.  von  1554  u  mit 
einer  4stim.  Motette  vertreten  (Eitner  1). 

Obrecht  (Hobrecht ,  Obreht, 
Obertus),  Jacob;  Straeten  ver- 
öffentlicht in  seinen  Maitres  de 
chant  de  St.-Donatieu  ä  Bruges 
1870  eine  Anzahl  Dokumente  auf 
Obrecht  bezüglich  und  zieht  S.  17 
das  ßesumo  daraus.  Ganz  klar 
lässt  sich  das  Leben  dieses  be- 
deutenden Meisters  noch  niclit 
übersehen,  da  die  Dokimiente  über 
seine  Stellungen  in  Brügge  und 
Antwerpen  sich  mehrfach  kreuzen. 
Er  muss  um  etwa  1430  zu  Utrecht 
geboren  sein.  1465  soll  er  an 
der  Kathedra